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Astrologie

Ein methodisch aufgebautes Lehrwerk, von Gertrud I. Hürlimann

©Astrodienst AG 2016

Die Arbeitsmethode

von Reinhold Ebertin †

Die Geschichte

Als ich von meiner Vaterstadt Görlitz im Jahre 1916 auf die Präparanden-Anstalt nach Greiffenberg kam, hatte ich Gelegenheit, mit meiner Mutter, Elsbeth Ebertin, die von meinem Vater geschieden war, wieder in Verbindung zu treten. Sie war damals eine sehr bekannte Schriftstellerin und sandte mir die ersten Lehrbücher von Libra und Else Parker. Die erste Beschäftigung mit der Astrologie führte nun dazu, für meine Studienkameraden und für mich die Transite zu berechnen, um vor Klassenarbeiten die Erfolgsmöglichkeiten zu erkennen und unter kritischen Konstellationen lieber zu Hause zu bleiben und sich krank zu melden, als schlechte Noten zu riskieren.

Nach Abschluß der ersten Lehrerprüfung konnten wir Junglehrer zunächst keine Beschäftigung finden, da zuerst die aus dem Krieg heimgekehrten Kriegsseminaristen untergebracht werden mußten. Da ich durch meine Mutter Aufträge erhielt, weil sie selbst nicht alles bearbeiten konnte, wurde die Astrologie zum Lebensberuf. Sie ließ mich auch nicht los, als ich eine Stellung erhielt, die ich dann bereits nach zwei Jahren aufgab, und in Erfurt meinen Verlag mit der Herausgabe einer Zeitschrift gründete. Da der Abonnentenkreis zunächst noch sehr klein war, mußte ich sehr fleißig sein, um jeweils die Druckkosten zu erschwingen. Die ersten Ergebnisse meiner Arbeit veröffentlichte ich in den Lehrbüchern «Wege zum Horoskop» und «Transite», wozu mir eine früh angelegte Statistik sehr gut zu Hilfe kam.

Im Jahre 1932 gelang es mir mit Hilfe eines Erfurter Verlages, die Zeitschrift «Der Seher» herauszubringen, dessen Auflage bald die Höhe von über 50 000 erreichte, zumal sich die darin veröffentlichten Prognosen immer mehr bewahrheiteten. Ich habe damals alle astrologischen Lehrbücher studiert, die ich erhalten konnte, und ärgerte mich über die Vielzahl der Methoden und die zahlreichen Widersprüche. Die Wochenzeitung «Der Seher» gab mir Gelegenheit, den «Kongreß astrologischer Pioniere» 1932 nach Erfurt einzuberufen, an dem die bekanntesten astrologischen Forscher und Vertreter verschiedener Methoden teilnahmen, z. B. Brandler-Pracht, A. M. Grimm, Johannes Vehlow, Elvira Sturm-Rosenberg, meine Mutter Elsbeth Ebertin, Ludwig Rudolph u. a. Auf diesem Kongreß, der erfolgreich verlief und dessen öffentliche Veranstaltung über 600 Besucher zählte, stellte ich den Antrag, daß zunächst alle Methoden als gleichwertig betrachtet werden sollten, um aber dann durch gemeinsam zu lösende Aufgaben die beste Arbeitsmethode herauszufinden.

Der Aufbau der Methode

Ich hatte damals nie daran gedacht, eine eigene Arbeitsmethode zu begründen, vielmehr war es meine Absicht, aus den verschiedenen Methoden alles das herauszuziehen, was sich überall bewährte. So kam ich dann zu dem Grundsatz, daß

alle die Arbeitselemente als gesichert gelten können, die sich vornehmlich bei der Prognose bestätigen.

Das führte zunächst zu einer Begrenzung des Orbis bei den Aspekten, der nach Brandler-Pracht bei verschiedenen Gestirnen bis zu 30 Grad betrug. Als erste Grundlage wurde der Orbis bei persönlichen Punkten auf 5 Grad, bei schnellen Planeten auf 3 Grad und bei den langsamen Wandlern auf 2 Grad beschränkt, bis es dazu kam, daß ich heute nur noch einen Grad Orbis für richtig erachte. Bei Transiten und Direktionen stellte ich die Regel auf:

Ein Gestirn wirkt so lange, als es braucht, um einen Tierkreis-Grad zu durchlaufen.

Daraus folgte, daß der Wirkungskreis eines Sonnentransits sich auf einen Tag bezieht, ein Jupitertransit zwischen 4 und 26 Tagen (bei scheinbarem Stillstand) schwanken kann, die Transite von Saturn bis Pluto sich jeweils über Wochen oder Monate hinziehen und bei den Progressionen oder Sekundärdirektionen der Einfluß sich auf viele Jahre vor der Fälligkeit erstrecken kann, was besonders aus den Lebensdiagrammen hervorgeht.

Daß ein Transit seine Mittelwirkung bei Fälligkeit besitzt, hat sich nicht bestätigt. Vielmehr ist jeweils eine längere Vorwirkung je nach Art der Gestirne vorhanden, die aber mit der Fälligkeit aufhört.

Die langatmigen Deutungen für Charakteranlage und Lebensentwicklung hielt ich nicht für richtig. Alfred Witte hatte durch seine Kurzdeutungen einen Weg gewiesen, aber seine Aussagen erstreckten sich vornehmlich auf bestimmte Tatsachen oder Ereignisse, z. B. Sonne + Mars: «Der Gatte, der Soldat, der Tätige, der Mann» oder Mars + Saturn: «Krankheit, Trennung, Tod» oder Uranus + Neptun: «Tote Personen, Bewußtlosigkeit, mattgesetzt, plötzlich lahmgelegt». Ich habe jahrelang mit Wittes «Hamburger Schule» gearbeitet, habe sogar in meiner Zeitschrift einen Einführungskurs von Wilhelm Beckmann durchgeführt, aber ich erkannte insbesondere bei der Zukunftsprognose, daß sich – besonders auch durch die astronomisch nicht entdeckten Transneptunplaneten – eine solche Häufung von Aussagen ergab, daß man sich aus den Widersprüchen nicht herausfinden konnte. Die Formeln für die Halbsummen waren vielen Interessenten nicht verständlich, z. B. Sonne + Mars – Venus = Venus (der Beischläfer, erotische Liebe des Mannes), so daß ich die Darstellung Venus = Sonne/Mars vorzog, wobei sich in jedem Falle die Venus in der Halbsumme Sonne/Mars befindet. In den Jahren 1935 bis 1941 versuchte ich, die Aussagen auf eine mehr psychologische Grundlage zu stellen. Das führte zu dem heute weltbekannten Werk «Kombination der Gestirneinflüsse», kurz «KdG» genannt.

Dieses Buch ist bereits in englischer und schwedischer Sprache erschienen, eine französische Übersetzung liegt bereits vor. Während des Krieges konnte ich nur eine Auflage von 200 Exemplaren drucken, die bis auf wenige Exemplare der Gestapo zum Opfer fiel, inzwischen aber in großen Auflagen verbreitet wurde.

Die Darstellung

Als ehemaliger Lehrer bekannte ich mich immer zu dem Grundsatz des großen Schweizer Pädagogen:

Anschauung ist das Fundament der Erkenntnis.

Es muß möglich sein, daß man schon beim Anblick einer Zeichnung das Wesentliche erkennt. Die Positionsangaben für alle Gestirne werden zunächst immer in der Richtung nach der Mitte des Formulars eingetragen. Alle Beziehungen zwischen den Gestirnen dürfen nicht durch Striche erkennbar sein, sondern diese ersieht man aus dem 90-Grad-Kreis, der um den Tierkreis gelegt ist. Dieser hat den Vorteil, daß wesentliche Winkelverbindungen zusammenfallen. Merkur steht innen im Quadrat zum Neptun, im äußeren Ring stehen sie daher zusammen. Dasselbe gilt für Saturn und MC. Da die Zwischenfelder auf Grund der verschiedenen Feldermethoden verschieden sind, werden nur Aszendent (A) und Medium coeli (M) in das Geburtsbild eingetragen. Ich vermeide das Wort Horoskop, weil es durch die Vulgärastrologie in den Illustrierten falsch angewandt wird; ich spreche vom Kosmogramm oder Geburtsbild. Im oberen 90Grad-Kreis ist Pluto in der Mitte von Sonne/Mars gut zu erkennen. Diese Verbindung habe ich als Atom-Syndrom erkannt, weil es sich mehrfach in Kosmogrammen von Atomphysikern, Raketenfachleuten usw. befindet.

Horoskop W.v. Braun

Unter dem Geburtsbild sind die Deklinationen aufgezeichnet. Denn ohne Deklinationen ist keine Position genau bestimmt. Ein Planet kann in verschiedenen Punkten eines Längengrades stehen, aber erst durch den Abstand vom Äquator, also die Deklination, wird die Position genau bestimmt.

DeklinationUm die Deklinationen besser überblicken zu können, habe ich ein besonderes Formular entworfen, in dem man nicht nur die gleichen Deklinationen, die Parallelen, z. B. Jupiter/Neptun, sondern auch die Halbsummen, z. B. Merkur = Sonne/Pluto, erkennt mit der Aussage nach der KdG: «Streben nach geistiger Vorherrschaft, Umsicht, Organisation, Zielbewußtsein, ruheloses Schaffen, suggestiv wirkender Redner.» Diese Aussagen dürften alle zutreffen.

Da die Positionen in verschiedenen Kosmogrammen auch verschieden bewertet werden müssen, ist das «Kosmische Strukturbild» notwendig. Neben den einzelnen Konstellationen sind die Aussagen aus der KdG vermerkt, um zunächst eine ganz sachliche Beurteilung vorzunehmen, die dann die Grundlage für alle weiteren Untersuchungen bildet.

Imago mundi IV, Aufsatz Ebertin

ebertin strukturbild w.v.brauch

 

Mit meinem Sohn zusammen habe ich das Kosmopsychogramm entwickelt. Dabei werden die einzelnen Winkelbeziehungen zahlenmäßig bewertet und in ein Strahlendiagramm eingetragen. Verbindet man die Spitzen der günstigen Positionen, so ergibt sich der positive Kern, während die Verbindung der negativen Konstellationen, schraffiert dargestellt, den negativen Mantel ergibt. Das Kosmopsychogramm des Atomforschers Prof. Dr. G. Hertz zeigt einen großen positiven Kern. Im Gegensatz dazu ist der positive Kern bei einem Geisteskranken klein und zerrissen.

Gustav Hertz Gustav Hertz
Atomforscher Prof. Dr. Gustav Hertz, geb. 22. Juli 1887 um 16 h 15 in Hamburg Kosmopsychogramm einer Geisteskranken,
weibl. Geburt am 10. August 1909 um 2 Uhr in Leipzig
   

Die Jahreskurve ist aus dem Bestreben entstanden, die Transite zu veranschaulichen. In der Darstellung von Maria Schell sieht man die aufsteigende Kurve, die seinerzeit zu ihrer «Traumhochzeit» führte. Als die Kurve dann niederging, ergab sich eine Fehlgeburt.

JahreskurveDas Lebensdiagramm* verfolgt den Zweck, einen Überblick über 60 Lebensjahre zu geben. Das vorgeführte Beispiel ist das Lebensdiagramm einer Krebs-kranken. Dadurch daß auf der rechten Seite Venus und Pluto (135-Grad-Winkel) zusammenstehen, ist der Hinweis auf Erkrankung weiblicher Organe gegeben. Nun nähert sich der progressive Saturn den Positionslinien von Venus und Pluto und führt zu einem Gebärmutterkrebs.

Ein ähnliches Lebensdiagramm kann man auch auf Grund der Sonnenbogendirektionen und der progressiven Deklinationen aufstellen. Die Lebensdiagramme dienen dazu, um einmal Höhepunkte und Krisenzeiten wie auch sich entwickelnde Krankheiten im voraus zu erkennen. Dazu muß gesagt werden, daß die Krankheiten nicht in Erscheinung treten müssen, wenn man diesen rechtzeitig vorbeugt.

Das Jahresdiagramm auf Grund der graphischen 45-Grad-Ephemeride* habe ich während des letzten Weltkrieges entwickelt, es wurde zu einem besonderen Erfolg für jede Vorschau. Das Beispiel zeigt die Ephemeride für 1982. In dieser konnte man eine weltpolitische Spannung sofort für die Zeit um den 1. April erkennen, wo die Positionslinien von Saturn und Uranus sich kreuzen. Zu dieser Zeit brach der Falkland-Krieg aus. Der Kreuzungspunkt fällt genau auf die Mondlinie des Staatskosmogramms von Argentinien. Gleichzeitig konnte man auch das Ende des Krieges Mitte Juni vermuten, wo der laufende Jupiter die Jupiterlinie des Staatskosmogramms erreichte. Mit dieser graphischen Ephemeride war es mir möglich, den Ausgang aller Wahlen Monate voraus zu erkennen, z. B. von Nixon, Carter, Schmidt, Reagan usw. Diese Methode ermöglicht auch in Verbindung mit dem Geburtsbild einen Überblick über das ganze Jahr.

jahresdiagramm

Jahresdiagramm 1982 für den Staat Argentinien

GRAPHISCHE 45-GRAD-EPHEMERIDE FÜR DIE Bewegung in LÄNGEN

jahresdiagramm

In dieser Kurzfassung über meine Arbeitsmethode kann ich nur einige Hinweise geben. Ich habe aber über 60 Lehrbücher geschrieben, von denen 15 in andere Sprachen übersetzt worden sind. Meine Arbeitsmethode unterscheidet sich von der üblichen Astrologie dadurch, daß sie nur die Grundlagen verwendet, die als gesichert gelten, und daß sie versucht, mit wissenschaftlichen Methoden zu klaren Ergebnissen zu kommen. Die von mir vertretene naturwissenschaftliche Richtung, zu der der Arzt Dr. Feerhov, der Statistiker K. E. Krafft, der Psychologe Dr. Dr. Walter Gollner u. a. bereits die Richtung gewiesen haben, ist in der ganzen Welt als Kosmobiologie bekannt. Darin wird auch der Grundsatz vertreten, daß der kosmische Faktor nicht allein für die Lebensentwicklung maßgebend ist, sondern daß auch Vererbung, Klima, Umwelt, Familie, Beruf, Zeitverhältnisse u. a. das Schicksal prägen. Dadurch ist auch der fatalistische Gedanke vieler Astrologen ausgeschaltet, daß man jeweils ein bestimmtes, unausweichliches Schicksal voraussagen kann.

* Das Lebensdiagramm finden Sie auch in der Erweiterten Grafikauswahl auf www.astro.com unter "Spezial" -> "Lebensdiagramm progressiv nach Ebertin". Ebenso das Lebensdiagramm Sonnenbogen und Deklinationen.
Auch die Graphischen Ephemeriden finden Sie in dieser Sektion der Erweiterten Grafikauswahl.

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Sonne453'17"13n09
Mond1239'26"1n55
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Über dieses Lehrwerk

Gertrud I. Hürlimann's Standardwerk ist ein praktisches Arbeitsinstrument und umfassendes Basiswerk für alle, die diese alte Grenzwissenschaft fundiert erlernen wollen. Seit der Ersterscheinung im Jahr 1982 wurde es in 11 Auflagen gedruckt und ist eines der erfolgreichsten astrologischen Lehrbücher im deutschprachigen Raum.
Astrodienst hat die Rechte an diesem Werk erworben, den Inhalt redigiert und für die Web-Ansicht optimiert. Wir publizieren hier diese 12. Auflage kostenlos und hoffen, dass damit noch viele Astrologie-Studentinnen und -Studenten die Grundlagen dieser vielschichtigen Materie erlernen können.

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