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Astrologie

Ein methodisch aufgebautes Lehrwerk, von Gertrud I. Hürlimann

©Astrodienst AG 2016

Antiszien und Schnittpunkte

III. Die Antiszien / Gegenschatten / Spielgelpunkte

Die Antiszien sind Parallelkreise zur Ekliptik als Gegenstücke zu den Deklinationsparallelen. Ptolemaeus nannte die Antiszien «die sich anschauenden Grade». Jeder Planet ist – bildlich verstanden – dem positiven Pol einer Stromkraft vergleichbar. Die Antiszien oder Spiegelpunkte stellen den negativen Pol dar, einem Dynamo ähnlich, bei welchem der Strom vom negativen Pol ausgeht und über den positiven zurückfließt.

Glahn hat als erster die Behauptung aufgestellt, die Spiegelpunkte würden die innere Veranlagung aufzeigen. Kein Planet kann etwas bewirken, wenn die entsprechende Veranlagung im Menschen fehlt. Die Veranlagung aber ist geistig verankert und wird durch die Antiszien ausgedrückt. Oft bestrahlen sich zwei Radixplaneten günstig, von den Spiegelpunkten her aber quadrieren sie sich. Das ist ein Mißverhältnis und wirkt sich kritisch aus. Weiteres über den Begriff Antiszien/Spiegelpunkte ist auf Seite 58 dieses Buches erklärt.

Die Antiszien, als wichtige Bestandteile des Horoskopes, werden zweimal eingesetzt: einmal als Spiegelpunkte der gelben Radixplaneten und einmal als Spiegelpunkte der roten Mundanplaneten. Beispiel: Geburtsbild Glahn mit ungleich großen Häusern (Placidus).

Radix   Spiegelpunkt
Sonne 29° Steinbock = 1° Schütze
Mond 15° Waage = 15° Fische
Neptun 6° Widder = 24° Jungfrau
Uranus 26° Zwillinge = 4° Krebs
Saturn 29° Waage = 1° Fische
Jupiter 19° Schütze = 11° Steinbock
Mars 3° Zwillinge = 27° Krebs
Venus 12° Fische = 18° Waage
Merkur 9° Steinbock = 21° Schütze

Die gelben Radixplaneten spiegeln sich grün im 3. Kreisring über die Radixachse 0° Steinbock (unten rechts vom IC) und die roten Mundanplaneten spiegeln sich blau im 4. Kreisring über die Mundanachse 0° Steinbock/0° Krebs (roter Innenkreis oben).

Die sich ergebenden vier Planetenreihen sollten als übereinanderliegend betrachtet werden. Die Berührungspunkte vermischen sich und lösen Kräfte aus, die der jeweiligen Mischung entsprechen. Steht beispielsweise eine Radixantiszie neben einem Radixplaneten, so wird der Spiegelpunkt Pläne und Wünsche wecken. Der Radixplanet dagegen zeigt die Wirkung auf das Erleben, den Erfolg oder Mißerfolg an.

Um die Spiegelpunkte richtig verstehen zu können, ist ein Eindringen in höhere geistige Erkenntnisstufen erforderlich. Unsere Welt der Erscheinungen oder der sogenannten Wirklichkeit ist der Reflex des eigentlichen wahren Daseins. Dieses wahre Dasein entzieht sich unseren Sinneswahrnehmungen. Es ist das «Ding an sich», wie es die Philosophie nennt. Jedes wahrnehmbare Ding setzt eine geistige Präexistenz voraus, wie ein erkennbares Naturgesetz einen geistigen Gesetzgeber. Wer dies erkannt hat, vermag leicht in den Spiegelpunkten die geistige Urquelle eines materiellen Planeten «mit seiner Kraftäußerung» zu erblicken.

Die Radix- und Mundanplaneten zeigen das Sichtbare, die Auswirkungen, das Ergebnis oder Ereignis.

Die Spiegelpunkte geben Hinweise auf die latenten Charakteranlagen, das innerste Weseneines Menschen, die Ursachen eines Geschehens, die Absichten, die Überzeugungen und Ansichten des Horoskopträgers. Die Spiegelpunkte beantworten die Frage, aus welchen Gründen oder Motiven etwas geschieht. Die Art und Weise des Fühlens und Denkens, also das eigentliche Ich, wird durch die Antiszien dargestellt. Die Spiegelpunkte werden zeitlich ausgelöst wie die Planeten selbst. Die Spiegelungen wurden 1923 von Glahn wieder in die astrologische Technik eingeführt.

Schemata der Spiegelungen

Das geistige Horoskop

Glahn setzt das Jenseits dem Kosmos gleich und sagt:

Die Erde empfängt die Spiegelung des Kosmos.

Das geistige Horoskop ergibt sich daher aus der Spiegelung der Radixhäuser und der Radixplaneten. Es wird ein neues Horoskop errichtet und anstelle der Radixhäuserspitzen deren Spiegelpunkte hingeschrieben. Das gleiche geschieht mit den Radixplaneten, indem die Planeten an ihre Spiegelpunkte gesetzt werden Die Drehung erfolgt rechts im Uhrzeigersinne. Dadurch erscheinen die Spiegelpunkte als Planeten in denselben Häusern wie im Radixhoroskop, jedoch in anderen Zeichen und Graden. Manche Menschen glauben sich besser von ihrem geistigen Horoskop her zu verstehen.

Beispiel: Geboren 28.11.1924, 14.19 Uhr, 8°30 östl. Länge, +47°05’58’’ nördl. Breite

zwei horoskope

IV. Die Schnittpunkte / Halbsummen / Halbdistanzpunkte

Nach Glahn gehören zu einem vollständigen Horoskop auch die Schnittpunkte. Darunter wird der Mittelpunkt zwischen zwei Planeten verstanden, gemessen in Länge auf der Ekliptik, also nach Tierkreisgraden. Hier stoßen die Kraftfelder zweier Planeten aufeinander. Die Schnittpunkte sind unabhängig von bestimmten Gradzahlen. Glahn maß allen Schnittpunkten Bedeutung zu, hat aber bevorzugt mit jenen von Sonne/Mond, Sonne/Saturn, Mond/Saturn und deren Gegenpolen gearbeitet und damit auch Geburtszeitkorrekturen vorgenommen. Dies soll bereits der berühmte Hofastrologe von Kaiser Friedrich II., Guido Bonati ausCascia/Florenz, getan haben. Glahn kam zur Überzeugung, daß neben den gefundenen Gesetzen mit den Schnittpunkten die Horoskope der Eltern, also die Familienvererbung, Schlüssel zur unbekannten Geburtsstunde liefern. Im Schnittpunkt Sonne/Mond ist oft der AC, MC, Sonnen- oder Mondstand eines Elternteiles zu finden.

Der Schnittpunkt Sonne/Mond

Mars

Der Schnittpunkt von Sonne/Mond fällt bei der Autorin auf 19° Schütze. Interessanterweise steht im Geburtsbild von A. Frank Glahn auf 19° Schütze sein Jupiter, und der öfters zitierte Astrologe, Chirologe und Heilpraktiker Rudolf Engelhardt spendet aus 19° Löwe ein genaues Trigon von seiner Sonne auf diesen Grad.

Zur Familienvererbung kann die Autorin sagen, daß auf 19° Schütze, dem Schnittpunkt Sonne/ Mond, sich die Sonne ihres Vaters und der Mars ihrer Mutter befinden.

Der Grad der Halbdistanz zwischen den Lichtern Sonne und Mond ist nach Glahn für den Horoskopträger von besonderer Wichtigkeit, ebenso Planeten, AC, MC und Mondknoten, die diese Halbsumme besetzen.

Der Schnittpunkt Sonne/Mond symbolisiert den tiefsten Wesenskern, das eigentliche Ziel, das der Mensch anstrebt oder zu dem der Mensch geführt wird. Die Stellung, wohin im Horoskop Schnittpunkte fallen, sind besonders zu beachten. Dabei gibt es einen + und einen – Pol.

Bei positiven (aktiven) Menschen ist der + Punkt maßgebender. Er befindet sich in der kürzeren Distanz von Sonne/Mond. Bei negativen (passiven) Geborenen ist der – Punkt richtungsgebend. Dieser befindet sich in der Mitte der größeren Distanz von Sonne/Mond. Beide Punkte/Pole liegen 180° auseinander. Der + Punkt entspricht dem Ascendenten/Widderpunkt, der – Punkt dem Descendenten/Waagepunkt.

Mit positiv ist gemeint, daß die Mehrzahl astrologischer Faktoren Feuer oder Kardinalzeichen besetzen oder Sonne und/oder Mars sich in dominanter Stellung befinden. Auch die Tag- oder Nachtgeburt ist wesentlich. Diese Verhältnisse müssen individuell geklärt werden.

Positive Personen sind aktiv bis selbstherrlich, negative Menschen sind passiv, stützen sich gerne auf andere, hängen ihnen an oder sind von ihnen abhängig. Positiv und negativ wollen als Begriffe verstanden sein und nicht als Wertung.

Deutungshinweise für die Schnittpunkte/Halbsummen

Schnittpunkt Sonne/Mond = tiefste Wesenheit.

Fällt der Schnittpunkt auf:

  • MC/X = Die Wesensrichtung ist auf die äußere Gestaltung des Daseins gerichtet.
  • IC/IV = Die introvertierte, häusliche Seite des Menschen ist die wichtigere.
  • AC/I = Die Individualität tritt sehr stark hervor.
  • DC/VII= Ehe oder Öffentlichkeit wirken maßgebend. Verbindungen beeinflussen das Geschick.

Neumond und Vollmond sind nach Glahn nur günstig, wenn sie in die nachfolgenden Häuser fallen:

  • ins 2. Haus: Geld und Unabhängigkeit bzw. Gebundensein sind wesentlich.
  • ins 5. Haus: das Seelenleben und die 5. Haus-Angelegenheiten haben Vorrang.
  • ins 11. Haus: Freunde und Gesellschaften haben eine größere Bedeutung.

Ins 12. Haus fallend, soll die Seele auf den Pfad der Erlösung gebracht werden, meist unter Bußeleistung für Vergehen früherer Leben.

Die Schnittpunkte Sonne/Saturn und Mond/Saturn geben Aufschluß über das Schicksal, dem «nicht zu entrinnen» ist. Als Pluspunkt bezeichnen sie die geistige, aktive Seite, entsprechend Ascendent/Widderpunkt; als Passivpunkt die seelische, passive Seite, entsprechend Descendent/Waagepunkt = das Schicksal, das allenfalls durch andere Personen zu erleiden ist.

Im Prinzip ist es das Thema, dem Schicksal, aktiv oder passiv zu begegnen, was aktiven Personen von der Anlage her in der Regel im aktiven Sinn besser gelingt.

  • Sonne/Saturn bezeichnet das berufliche Leben, die soziale Stellung.
  • Mond/Saturn bezieht sich auf das «zu erleidende» Schicksal mit nahverbundenen männlichen (für die Frau) und weiblichen (für den Mann) Personen, meist im Sinne der Ehe. Gilt aber auch für das seelische Erleben (siehe Symbolkette für Mond und Saturn hier sowie in der KdG/Ebertin Seite 92 Ausgabe 1950, Seite 104 Ausgabe 1974).
  • Mars/Saturn ist wichtig für Beruf und Gesundheit.

Nicht nur Tierkreiszeichen und Haus, in welche diese Schnittpunkte fallen, sind wesentlich, sondern auch das Dekanat. Außer der allgemeinen Glahnschen Rhythmenlehre und ihren Auslösungen werden jedem Dekanat 25 Jahre Wirksamkeit zugeschrieben. Fallen Schnittpunkte ins I. Dekanat, so werden sie während der ersten 25 Jahre wirksam und erfahren ihre Auslösung, ist es das 2. Dekanat, so sind die Jahre 25 bis 50 maßgebend, und ist es das 3. Dekanat, so fällt die maßgebliche, und auch genau berechenbare Zeit, in die Jahre zwischen 50 und 75.

Glahn, ein Schüler von Witte, dem Begründer der Hamburger Astrologenschule, erhielt die Kenntnis von den «Schnittpunkten» durch Albert Kniepf, Hamburg.

Witte bekam das Wissen ebenfalls von Kniepf und führte die Halbsummen unter der Bezeichnung Planetenbilder in die moderne Astrologie ein. Die Arbeit von Alfred Witte über Halbsummen und Planetenbilder, wie sie in seinem «Regelwerk der Planetenbilder» zusammengefaßt wurde, ist eine Pionierleistung. Sie wirkte zu ihrer Zeit revolutionär. Wittes Deutungen waren auf praktischer Erfahrung aufgebaut. Sie brachten daher nur Schicksalsereignisse und keine psychologische Deutung.

Reinhold Ebertin, der viel mit Wittes Regelwerk gearbeitet und auch zu seiner Verbreitung beigetragen hat, empfand das fehlende psychologische Moment als Mangel und schuf die KdG = Kombination der Gestirneinflüsse, das heute wohl bekannteste Deutungswerk über die Planeten in ihren Halbsummen (siehe Muster eines Strukturbildes).

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Sonne21'42"23n25
Mond2039'46"18n30
Merkur48'44"24n41
Venus1722'42"14n24
Mars1218' 9"23n51
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Über dieses Lehrwerk

Gertrud I. Hürlimann's Standardwerk ist ein praktisches Arbeitsinstrument und umfassendes Basiswerk für alle, die diese alte Grenzwissenschaft fundiert erlernen wollen. Seit der Ersterscheinung im Jahr 1982 wurde es in 11 Auflagen gedruckt und ist eines der erfolgreichsten astrologischen Lehrbücher im deutschprachigen Raum.
Astrodienst hat die Rechte an diesem Werk erworben, den Inhalt redigiert und für die Web-Ansicht optimiert. Wir publizieren hier diese 12. Auflage kostenlos und hoffen, dass damit noch viele Astrologie-Studentinnen und -Studenten die Grundlagen dieser vielschichtigen Materie erlernen können.

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