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Astrologie

Ein methodisch aufgebautes Lehrwerk, von Gertrud I. Hürlimann

©Astrodienst AG 2016

Der Zwillinge-Typus

Sonne im Zeichen Zwillinge.
Ascendent im aufsteigenden Zeichen Zwillinge.

Das Zwillinge-Signum zeigt zwei Vertikalen oder Is- Runen: die doppelte Persönlichkeit. Die Vertikalen sind männlich. Hinzu kommen eine empfangende und eine abgebende Schale. Sie sind weiblich. Zwillinge ist ein neutrales, zwar positiv polarisiertes Kommunikationszeichen im Sinne des Empfangens und Weitergebens von Informationen.

Sonnenstand Zwillinge

Die Sonne durchläuft vom 22. Mai bis 21. Juni das Tierkreiszeichen Zwillinge.

Die Urqualitäten dieses Zeichens sind Warm und Feucht, die Polarität männlich. Das Element ist dasjenige der Luft, das Temperament sanguinisch. Aufgrund der anpassenden und intellektuellen Fähigkeiten gehört Zwillinge dem flexiblen-beweglichen Kreuz an. Als Charaktertyp ist Zwillinge gelöst extravertiert. Der Konstitutionstypus ist gallig-sanguinisch, leptosom, ein Empfindungsnaturell. Die Kernhaltung ist eine flexible. Der Regent heißt Merkur. Die Zwillinge entsprechende Farbe ist die gelbe. Der Ton ist das D. An Körperteilen unterstehen Zwillinge Lunge, Arme und Hände.

Zwillinge, lateinisch Gemini, ist das dritte Zeichen des Zodiaks. Zwillinge ist ein doppelkörperliches Zeichen und entspricht dem dritten Sektor/Feld/Haus, das unter anderem die Geschwister symbolisiert. Nach der Sage von den Dioskuren sind Kastor und Pollux Söhne der Leda. Der Vater des Kastor ist Tyndareus, derjenige von Pollux Zeus. Kastor ist daher sterblich, Pollux unsterblich. Als Kastor im Kampf fiel, bewährte Pollux Bruderliebe. Er bat seinen Vater Zeus, seine Unsterblichkeit mit dem sterblichen Bruder teilen zu dürfen, so daß beide einen Tag in der Unterwelt und einen in der Oberwelt zubringen dürfen. Diese Bruderliebe belohnte Zeus, indem er beide als Doppelgestirn in den Himmel der Unsterblichen versetzte.

Das Grundelement des I. Quadranten ist Feuer1, das zusätzliche Element für Zwillinge ist das dritte, bewegliche Stadium der Luft. Darum ist Zwillinge ein körperlich bewegliches und geistig/intellektuelles Zeichen.

In Zwillinge kommt das zentrifugale Prinzip zur Entfaltung. Zwillinge ist in der Außenwelt stets in Bewegung, muß immer alles wissen, ist ein Gegenwartsmensch von prickelnder Lebendigkeit, sehr beweglich, schnell auffassend und anpassungsfähig, nimmt den Augenblick wahr, steht vollkommen im Heute, überall zur Stelle, wo es etwas zu erfahren gibt3, neugierig und interessiert, was sich tut, immer auf dem Sprung8, sehr gescheit und wendig3, nie um eine Aus rede verlegen8. Immer hat er etwas mit Vermittlung zu tun, ist unterwegs zu Geschwistern, Verwandten oder Nachbarn. Sehr gewandt kann er sich rasch umstellen und mehrere Tätigkeiten nebeneinander ausüben. Es ist aber schwer, in das eigentliche tiefere Wesen des Zwillinge-Geborenen einzudringen. Er gibt sich anders, als er ist, und ist meistens anders, als er scheint, und gehört eher zu den gespaltenen Persönlichkeiten. Meistens steht er zwischen zwei Polen, zwei Möglichkeiten. In der Regel überwiegt der Verstand das Gefühlsleben.

Der Zwillinge-Geborene ist wissensdurstig, liest viel, stapelt Wissen auf, ohne in der Lage zu sein, das alles zu verarbeiten. Immerhin bezweifelt er zuerst alles, was er nicht selbst gesehen hat, wie der biblische Thomas, mit dem Beinamen Didymus. Thomas aramäisch, Didymus griechisch, beides zu deutsch Zwilling, ist ein ungläubiger Verstandesmensch, der nach sichtbaren, greifbaren, handfesten Beweisen verlangt.

Ascendent Zwillinge

Wenn zur Zeit der Geburt am östlichen Horizont das Zeichen Zwillinge aufsteigt, hat der Geborene Zwillinge als Ascendent. Der Sonnenstand dagegen befindet sich im Zeichen des entsprechenden Monatsabschnittes. Bei AC Zwillinge identifiziert sich der Native mit Merkur/Zwillinge/3. Feld und verfügt somit über die entsprechenden körperlichen, seelischen und geistigen Anlagen. Die Grundkernhaltung und der Grundlebensantrieb jedoch werden durch den Sonnenstand symbolisiert. Mit Zwillinge als Ascendent ist der Knochenbau meist feingliedrig, der Körper in der Regel schlank und beweglich und das Nervensystem sensibel. Merkur als Geburtsgebieter macht aufgeschlossen, interessiert am Umweltgeschehen, kontaktfreudig, gut beobachtend, verbindlich, gut auffassend, gesprächig, zuerst einmal alles bezweifelnd, eine Vielzahl von Möglichkeiten habend und daher öfters Schwierigkeiten im Entscheiden.

Wesentlich ist die Stellung von Merkur in Feld und Zeichen. Dort, in dem Felde, wo Merkur steht, finden sich die Hauptmöglichkeiten, die Zwillinge-anlagen einzusetzen. Mit dem, was dieser Sektor symbolisiert, ist der AC Zwillinge gedanklich am meisten beschäftigt. Gleichzeitig sind die Aspekte zu beachten, die auf Merkur fallen. Merkur an sich ist neutral. Er wird daher genau das wiedergeben, was er in Feld und Zeichen vorfindet. Ferner ist zur Feinunterscheidung das Dekanat heranzuziehen, in dem Ascendent und Merkur stehen.

Die typischen Begabungs- und Betragenseigenschaften für Sonne und/oder Ascendent in Zwillinge sind folgende:

+ Aktivität, Aufgewecktheit, Beredsamkeit, Sprachgewandtheit, Schlagfertigkeit, Gedankenreichtum, entgegenkommend, gesellig, freundlich, zuvorkommend, natürlich, anschlußfreudig, mitteilsam, flink, eilig, eifrig, biegsam, gewandt.18

– Flachheit, Zerstreutheit, Oberflächlichkeit, Widerspruchsgeist, geschwätzig, weitschweifig, zungenfertig, fahrig, überhastet, klatschhaft.18

Die Spiegelung oder Antiszien

Zwillinge als extravertiertes Zeichen spiegelt sich im introvertierten Zeichen Krebs. Die Ursachen seines Verhaltens liegen daher im Ort seiner Herkunft, der Familie. Zwillinge symbolisiert unter anderem auch das engere Milieu und die Geschwister, und dies liegt in der Spiegelung des Krebs begründet. Das Wechselhafte des Zwillinge liegt nicht nur in Merkur, sondern auch im Mondzeichen des Krebses. Obwohl Zwillinge gerne reist, zieht er kleinere Reisen vor, um wieder in die Nähe seines «Nestes» zurückzukehren. Zwillinge ist auch öfters unterwegs, schreibt oder telefoniert, um die Familienbande zusammenzuhalten oder sich um Nachbarn zu kümmern.

Die Berufssituation

Bei der Berufssituation tritt die intellektuelle Veranlagung in den Vordergrund und drängt zu einer entsprechenden Tätigkeit, die sich vornehmlich mit Handel, Anwendung von Sprache und Schrift, Literatur, Buchhandel, Reisen, Journalistik, Schriftstellerei befaßt. Zwillinge eignen sich auch gut zum Karikaturisten, zum Reporter, die die Ereignisse mit Humor durchzogen wiedergeben, zum Redner, Ansager und Stimmungsmacher. Es besteht auch die Fähigkeit, schwer zu verstehende Werke, geheimes Wissen, verborgenes Gut zu heben und der Öffentlichkeit klar und leicht verständlich wiederzugeben. Ferner gehört zu Zwillingeberufen alles, was mit Post, Telegraph, Telefon, Sekretariatsarbeiten, Reisebüro in Zusammenhang steht, aber ohne den Zwilling ausschließlich an den Bürostuhl zu binden. Sein Körper braucht Bewegung und sein Geist Abwechslung. Eventuell kommen auch Kunst, Musik, Tanz, Gymnastik in Betracht. Der Beruf sollte immer etwas mit Vermittlung, Kommunikation, Bewegung, Vertretung, Agentur zu tun haben. Viele Juristen befinden sich unter Zwillinge, aber nicht Richter (Schütze), sondern Anwälte, die mit allen Finessen gegen das Gesetz (Schütze) und das Gericht (Schütze) die Opposition ergreifen. Oft liegt es dem Zwilling nicht, sich auf eine einzige Art Tätigkeit zu konzentrieren. Es besteht die Tendenz, daß er den Beruf wechselt. Hat er den richtigen Beruf gefunden, dann versucht er, ihn so vielfältig wie möglich zu gestalten.

Astromedizin

Das Zeichen Zwillinge beherrscht Lunge, Bronchien, Luftwege, Arme, Hände, Schultern, Rippen und den Brustkorb. Bei kritischer Konstellation von Planeten in Zwillinge sind diese Organe verletzungsanfällig. Mars in Zwillinge beispielsweise kann unter gewissen Direktionen und Transiten Verletzungen der Hände oder Rippen bringen, sekundär auch Füße oder das Gedärme betreffen. Meistens bestehen gleichzeitig Disharmonien, Streitigkeiten oder Kämpfe mit Geschwistern oder der Umgebung. Öfters ist das Nervensystem anfällig im Sinne von Gereiztheit oder einer erworbenen oder angeborenen Neurasthenie.

Biochemisches «Zwillinge-Mittel»: Magnesium phos.22 = Schüssler-Salz Nr. 7.

Merkur astronomisch

Der der Sonne am nächsten stehende Planet kann von der Erde aus nur sehr schwer beobachtet werden, weil er immer sehr nah an der Sonne steht. Deshalb ließen sich nur die «Steckbrief»-Daten einigermaßen ermitteln, wie z. B. der Durchmesser von knapp 5000 km, die Umlaufzeit von 88 Tagen und der stark schwankende Sonnenabstand von 46–70 Mio. km. Mit Radarstrahlen wurde erst 1960 die sehr lange Tagesdrehung Merkurs festgestellt, für eine Rotation um die eigene Achse braucht er 59 Tage. Auch mit den größten Teleskopen lassen sich nur gelegentlich einige graue Schattierungen auf Merkur erkennen, so daß die Astronomen mit größter Spannung die Fernseh-Bilder der amerikanischen Raumsonde Mariner 10 erwarteten, die 1974 dreimal an dem Planeten vorbeiflog. Die Aufnahmen offenbarten eine von Kratern, Rillen und Bergen zernarbte Oberfläche, die verblüffende Ähnlichkeit mit unserem Erd-Mond zeigt. Allerdings sind die Erhebungen auf Merkur nicht so hoch, nur ca. 1300 Meter maximal. Außerdem wurden auf Merkur zahlreiche Verwerfungen entdeckt, die auf großräumige Schrumpfungsprozesse hinweisen, Merkur zieht sich vielleicht noch immer weiter zusammen. Die größte Verwerfung ist 300 km lang und ca. 3 km hoch. Die auffälligste bisher auf Merkur entdeckte Formation ist das Caloris Bassin, ein großer Einschlagkrater von 1300 km Durchmesser mit mehreren konzentrischen Gebirgsringen. Hier dürfte vor Urzeiten ein mindestens 100 km großer Planetoid eingeschlagen sein. Im Unterschied zu unserem Mond fehlen auf Merkur aber die dunklen Mare-Flächen, die durch ausfließende Lava verursacht wurden, die alle alten Gebirgsformationen unter sich begrub.

Merkur
Aus über 300 TV-Bildern wurde dieses Mosaik eines großen Teils der Merkur-Oberfläche zusammengesetzt, die von Kratern übersät ist (NASA).

Merkur hat keine Atmosphäre, der relativ kleine und leichte Körper konnte kein Gas auf Dauer festhalten. Sonnenhitze und Weltraum-Kälte wirken deshalb seit Jahrmilliarden ungehindert auf die Merkur-Oberfläche ein und bewirken eine intensive thermische Erosion. Die Höchsttemperaturen dürften bei +400°C liegen, die niedrigsten bei –200°C auf der Nachtseite. Einige Metalle kommen auf der Tagseite von Merkur in flüssiger Form vor, wie z. B. Blei. Wie auch bei unserem Mond, so werden auch auf Merkur im Laufe der Jahrmilliarden alle Gebirge und Kraterränder abgetragen und zu Staub zerfallen. Dazu trägt auch das intensive Strahlen-Bombardement durch die sehr nahestehende Sonne bei. Ein Krater auf Merkur ist von einem hellen Kranz ausgeworfener Materie umgeben, dieser wohl jüngste Krater ist schon aus sehr großer Entfernung erkennbar, wie die Mariner-Bilder zeigten, obwohl er nur 40 km Durchmesser hat. Mariner 10 konnte nur etwa 1⁄3 der Merkur-Oberfläche erfassen, die beiden anderen Drittel dürften aber wohl ganz ähnlich aussehen. Endgültige Klarheit dürfte hier aber nur eine weitere Raumsonde bringen, die aber wegen Geldmangels bisher noch nicht geplant werden konnte.

Das Urprinzip Merkur

Das Symbol Merkurs besteht aus dem Kreis, dem geistigen Prinzip, und der Schale, als Sinnbild des Lunarischen, Empfangenden sowie dem Kreuz, die Materie darstellend. Merkur gilt aufgrund dieser drei Runen als androgyn, doppelgeschlechtlich, esoterisch übergeschlechtlich und daher allein würdig, die quinta essentia zu erlangen.

Prinzip: Verstand, Vermittlung

Astronomisches in Kurzfassung

Merkur ist der kleinste der Planeten. Er steht der Sonne am nächsten und kann sich nie mehr als 28° von ihr entfernen. Die Rotation um die eigene Achse dauert 59 Tage. Seine Umlaufzeit um die Sonne beträgt 87 Tage, 23 Stunden, 14 Minuten und 32 Sekunden.

Mythologisches

Merkur, Sohn des Zeus und der Maja (Tochter des Atlas), welche ihn in einer Grotte des arkadischen Gebirges Kyllene geboren haben soll, offenbarte sich gleich nach seiner Geburt als ein listiger und erfinderischer Gott. Nachdem er sich heimlich aus der Wiege aufgemacht hat und ins Freie gelangt ist, überzieht er die Schale einer von ihm draußen gefundenen Schildkröte mit Saiten und erfindet so die Lyra, stiehlt dann bei Anbruch der Nacht von den in Pierien weidenden Herden des Apollon noch fünfzig Rinder und verbirgt sie bei Pylos in einer Höhle. Als aber Apollon nach Entdeckung des Diebstahls am Morgen zum Kyllenegebirge eilt, stellt sich Merkur in seiner Wiege ganz unschuldig und leugnet keck die Tat. Zeus entscheidet zwar den Streit dahin, daß Merkur die Rinder wieder herausgeben soll, allein dieser weiß durch sein Spiel auf der Lyra Apollon so zu bezaubern, daß er für dieselbe die Rinder dem Merkur überläßt, ihm dazu den goldenen Zauberstab des Glücks und Reichtum schenkt und ihn von den Thrien, drei geflügelten Jungfrauen am Parnaß, in der niederen Weissagekunst unterrichten läßt.

Den in diesem Mythos hervortretenden Zügen entsprechend erscheint Merkur in dem System der olympischen Götter als Gott der Weiden und der Herden, durch deren Vermehrung er den Menschen Segen bringt. Er geleitet als Gott der Wege den Wanderer und schützt Handel und Verkehr der Menschen, gewährt ihnen die Gabe des Glücks, weshalb ihm auch jeder zufällige Fund oder Gewinn zugeschrieben wird, ist aber zugleich der Hort aller derer, die durch List und Trug sich einen Vorteil zu verschaffen suchen, so daß er geradezu auch zu einem Gott der Diebe wird.

Psychologische Ausrichtung

Merkur ist Symbol für Verstandestätigkeit urteilender und praktischer Natur. Er ist aber nicht nur intellektueller, sondern auch seelischer, handwerklicher und körperlicher Faktor. Doch alles, was außerhalb des Gedankens liegt, ist bereits Modifikation Merkurs bezüglich Sektor/Haus/Feld sowie Tierkreiszeichen und Aspekte, die auf Merkur fallen.

Merkur ist der Götterbote, der die Verbindungen darstellt. Er ist Vermittler zwischen Weisheit und Stoff, selbst ohne eigene Substanz. Er ist der menschliche Verstand, der ordnet, um die produktiven Kräfte im Menschen bewußt zu machen. Er verkörpert die niedere Rationalität im Gegensatz zur Weisheit Jupiters. In seiner Dienerschaft ist er gut und nützlich, macht er sich aber selbständig, kann er zum Lügner werden.
(Fritz Gärtner)

Merkur kann die verschiedensten Daseinsebenen miteinander verbinden. Merkur symbolisiert rationelle und intellektuelle Fähigkeiten, Verstand, Sprache, Geist, Ausdrucksfähigkeit, Beurteilungsvermögen, Kritiksinn, Rede; Witz, als raffinierter Umgang mit Worten; Wissen, Lernen, Schrift, Austausch und Vermittlung, gedanklich stets im Einsatz, rasch erfassend, vielseitig, sehr für Reisen eingenommen, erfüllt von einer Mission, Verbreiter neuester Informationen, Druck, Post, Telegraph. Doch auch der seelische Ausdruck wie Mimik, der Ausdruck des gesamten Körpers, die Sprache der Hände, die Gebärde, als Urform der Sprache gehören Merkur an. Ferner praktische Verrichtungen des täglichen Lebens als Bewegen, Hantieren, Basteln, Fingerfertigkeit.

Merkur hat zwei Domizile: Zwillinge und Jungfrau, was heißt, daß er zwei Polaritäten gerecht wird. Als positiv polarisiert oder «Zwillingemerkur» symbolisiert Merkur ein gehirnbedingtes Erkennen und Wissen, als negativ polarisiert oder weiblich empfangend, als «Jungfrau-Merkur», ein bildhaftes, seelisches, instinktives Erkennen oder Erschauen der Dinge. Die dualistische Natur Merkurs zeigt stets zwei Bilder des Verstandes, vergleichbar den beiden Hirnhälften, denn das Großhirn untersteht Merkur: Das Sprachzentrum liegt in der linken Hemisphäre im linken Stirnlappen, der Formen- und Strukturensinn dagegen in der rechten Stirnhälfte. Übersetzt heißt dies: Die einen Menschen reagieren mehr vom Intellekt her, die anderen mehr vom Bildhaften, Unbewußten. Im Hand-bild zeigt sich dies sehr gut. Jede Hirnhälfte kontrolliert normalerweise eine Körperhälfte, und zwar die jeweils entgegengesetzte. Bei Künstlern ist die linke Hand besser ausgeprägt, zugleich sind sie oft Linkshänder. Bei ihnen ist das Bildhafte stärker entwickelt, was gleichzeitig besagt, daß sie eher vom Unbewußten her reagieren.

Der Zwillinge-Merkur ist, weil positiv polarisiert, grundsätzlich an allem interessiert, dabei aufgeschlossen, aber skeptisch beobachtend – wenn künstlerisch angelegt, eher in Richtung der leichten Muse – und, wenn Ideen habend, meist mehr theoretisierend. Dabei muß der Merkur nicht unbedingt in Zwillinge stehen. Gemeint ist ein Merkur, den venusisch/waageorientierte oder uranische Winkel treffen. Hinweise auf eine Waage/Wassermann-Verwandtschaft ergeben sich aus dem 2. und 3. Dekanat Zwillinge. Das Zeichen Zwillinge ist integrierender Bestandteil des Lufttrigons.

Der Jungfrau-Merkur ist, weil negativ polarisiert, auf seelische und/oder materielle, praktisch verwertbare Erkenntnisse determiniert. Hierzu gehören auch Analysen und stets sich wiederholende wissenschaftliche Experimente, die Geduld und Ausdauer verlangen – oder die Bearbeitung eines Stoffs künstlerischer Art – bei einer schriftstellerischen Tätigkeit eher auf einem Fachgebiet (Zwillinge dagegen ist mehr Reporter, Nachrichten- und Informationsmensch). Dabei muß der «Jungfrau-Merkur» nicht unbedingt in Jungfrau stehen. Gemeint ist ein Merkur, den saturn- oder stierorientierte Winkel treffen. Das 2. Jungfrau-Dekanat gilt als steinbockgeprägt, das 3. als stierverwandt.

Das Zeichen Jungfrau ist integrierender Bestandteil des Erdtrigons.

Gleichzeitig will mit diesen Bezeichnungen gesagt werden, daß Merkur, der ja als neutral, geschlechtslos, androgyn oder doppelgeschlechtlich gilt, stets das vermittelt, was er im Zeichen, in dem er steht, vorfindet und entsprechend dem Feld realisiert, das er im Radix einnimmt. Merkur im 2. Sektor beispielsweise ist materiell verwertbar. Die Merkurstellung zeigt auch, welche Literatur bevorzugt wird. Der Jungfrau-Merkur wird neuerdings von Vesta und Chiron konkurrenziert.

Der retrograde Merkur

Möglichkeiten:

  • Reagiert nicht immer situationsgerecht.
  • Glaubt, bestimmte Situationen schon einmal erlebt zu haben, und reagiert dann auf eine frühere, statt auf die gegenwärtige. Universalwissen, das angezapft werden kann.
  • Hereinbringen von Wissen aus früheren Inkarnationen, Ahnungen, plötzliche Kenntnisse, die nicht in dieses Leben passen.
  • Schwierigkeiten, Dinge, die man weiß, anderen mitzuteilen, weil sie rational nicht faßbar sind. Wiederholung von Denkprozessen, geistige Konzentration, Schwerfälligkeit.
  • Unangepaßte merkwürdige Reaktionen.
  • Bewegt sich denk- und wissensmäßig in anderen Dimensionen.
  • Hat es schwer, Menschen mit gleicher Wellenlänge zu finden.
  • Mißverständnisse, unklare Kommunikation.
  • Etliche haben in einer früheren Existenz unterschlagen und müssen in diesem Leben entsprechende Situationen ausbaden.
  • Andere wiederum machen bei günstiger Gelegenheit erneut die gleichen Fehler.

Merkurische Berufe

Gesandter, Journalist, Reisender, Kaufmann, Koordinator, berufsmäßiger Redner, Lehrer, Verleger, Buchhändler, Agenturinhaber, Geistesarbeiter, Wissenschafter, Künstler, Techniker, Gewerbetreibender. Negativ: Dieb, Betrüger.

Biologische Funktion: Gehirn, Nerven, Tastsinn (Sprach-/Hörorgane)
Domizil: Zwillinge und Jungfrau
Metall: Quecksilber
Grundzahl: 5
Magisches Quadrat24: Zahl 8 (Wurzel aus 64, Quersumme 260)
Tag: Mittwoch
Edel- und Schmucksteine: gelbe Farben

Praktische Horoskopie für den Leser

Wie ist die Merkurwirkung in meinem Geburtsbild?
– Merkurposition im Geburtsbild suchen nach Tierkreiszeichen und nachschlagen.

Bringt mir Merkur mehr praktischen oder geistig/theoretischen Nutzen?
– Nachschauen, ob positiv oder negativ polarisiert.

Womit beschäftigen sich meine Gedanken am meisten und welche Informationen nehme ich am ehesten zur Kenntnis?
– Merkurposition bezüglich Sektor/Feld suchen und nachschlagen, welche Bedeutung dem Sektor, in dem Merkur im Radix steht, zukommt.

Merkur-Wirkungen in den Tierkreiszeichen

(Zusammengestellt aus Kosmopsychologie von Reinhold Ebertin)

Merkur im Widder: Denken + eifriges Wollen = geistige Regsamkeit
+ Aufbauender Intellekt, schöpferisches Denken, scharfe Beobachtung, Kritiklust, Schlagfertigkeit in Rede und Schrift, Begeisterung, Lerneifer.
– Geistige Überanstrengung, Übertreibungen, blenden wollen, voreilig im Reden.

Merkur im Stier: Denken + Sicherung = folgerichtiges Denken
+ Langsames Denken, Überlegung, Ausdauer, Geduld bei geistiger Tätigkeit, Formensinn, gefühlsbetontes Urteil, Erfassung guter Verdienstmöglichkeiten.
– Einseitiges Denken, Unbelehrbarkeit, Eigensinn, Geiz, Mangel an Entschlußfähigkeit.

Merkur in Zwillinge: Denken + Vielfalt = vielseitiges Denken
+ Anpassung, kaufmännisches Talent, Vermittlertätigkeit, gute Aufnahmefähigkeit, Redetalent, Lerneifer, vielseitige geistige Veranlagung, Abwechslung.
– Mangel an Konzentration, unbeständig, oberflächlich, unkorrekt, zerstreut.

Merkur im Krebs: Denken + Empfänglichkeit = Wahrnehmung
+ Gute Aufnahmefähigkeit, gutes Gedächtnis, Vertiefung, positive Kritik, Anpassungsfähigkeit, Sinn für Musik und Kunst, zurückhaltend in der Meinungsäußerung.
– Abhängig von Stimmungen, man macht sich oft unnötige «Kopfschmerzen».

Merkur im Löwen: Denken + Gestaltung = schöpferisches Denken
+ Zielbewußtes Denken, Begeisterungsfähigkeit, Umsicht, Weitblick, Besitzstreben, Selbstbewußtsein, Unternehmungslust, Organisationstalent.
- Großsprecherei, falsche Versprechungen, Spekulationsbedürfnis.

Merkur in Jungfrau: Denken + Sorgfalt = Wissenstrieb
+ Gründliches Denken, Spezialistentum, Ordnungssinn, Sorgfalt, Einteilung, scharfe Beobachtung, methodisches Vorgehen, Gliederung, Geduld in Kleinarbeit.
– Geringe Ganzheitsschau, unangebrachte Kritik, Nörgelei, Kleinigkeitskrämerei.

Merkur in Waage: Denken + Harmonie = Vermittlung
+ Taktvolles und vermittelndes Wesen, Formen- und Schönheitssinn, gute Umgangsformen, künstlerischer Stil, nachschaffendes Denken, Nützlichkeitsprinzip.
– Egoistische Bestrebungen werden gut verschleiert, Ausnutzung der Partner.

Merkur im Skorpion: Denken + Selbsterhaltung = Auseinandersetzung
+ Kritischer Geist, fanatisch verfolgte Pläne, praktische Veranlagung, Sicherung der Existenz, Interesse an Naturwissenschaft, Medizin und Technik.
– Fanatismus, Kampfeslust, Hinterlist, Streitsucht, beißender Spott.

Merkur im Schützen: Denken + Verinnerlichung = Philosophie
+ Vielseitige Interessen, Streben nach Gerechtigkeit und Wahrheit, taktvolles und ausgeglichenes Wesen, Denken mit sozialem und philosophisch-religiösem Einschlag.
– Zersplitterung, Mangel an Ausdauer und Konzentration, gesetzwidriges Verhalten.

Merkur im Steinbock: Denken + Konzentration = Gedankenkonzentration
+ Gründlichkeit, Ausdauer, Pflichtbewußtsein, Zielklarheit, Logik, ernste Lebensauffassung, Lösung schwerer Probleme, Sparsamkeit, Zurückhaltung.
– Schwermut, List, Verschlagenheit, übertriebener Ehrgeiz.

Merkur im Wassermann: Denken + Wandlung = umgestaltendes Denken
+ Interesse an Erfindungen und Reformen, Planreichtum, rasches Erfassen der Lage, eigenes Urteil, schöpferisches Denken, Begeisterung, Organisationstalent.
– Verfolgung undurchführbarer Ziele, Schwärmerei, Eigenbrötelei.

Merkur in Fische: Denken + Erwartung = Philosophie
+ Erwartungsvolles Planen, Aufnahmefähigkeit für Gedanken anderer, Reproduktionsfähigkeit, rege Phantasie, zuweilen künstlerische Interessen.
– Planen ohne Handeln, Gefühlsduselei, parapsychologische Eigenheiten.

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Über dieses Lehrwerk

Gertrud I. Hürlimann's Standardwerk ist ein praktisches Arbeitsinstrument und umfassendes Basiswerk für alle, die diese alte Grenzwissenschaft fundiert erlernen wollen. Seit der Ersterscheinung im Jahr 1982 wurde es in 11 Auflagen gedruckt und ist eines der erfolgreichsten astrologischen Lehrbücher im deutschprachigen Raum.
Astrodienst hat die Rechte an diesem Werk erworben, den Inhalt redigiert und für die Web-Ansicht optimiert. Wir publizieren hier diese 12. Auflage kostenlos und hoffen, dass damit noch viele Astrologie-Studentinnen und -Studenten die Grundlagen dieser vielschichtigen Materie erlernen können.

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