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Astrologie

Ein methodisch aufgebautes Lehrwerk, von Gertrud I. Hürlimann

©Astrodienst AG 2016

I. Die Astronomie

Astronomie und Astrologie waren im Altertum aufs Engste miteinander verknüpft. Eine Unterscheidung der zwei Fachgebiete kannte man damals noch nicht. Die «Astronomie» besorgte die rechnerischen Unterlagen und die «Astrologie» die Sinndeutung des rhythmischen Geschehens am Himmel. Die beiden gekoppelten Wissensgebiete waren der Priesterkaste vorbehalten.

Die Sternbilder und die Tierkreiszeichen

a) Die Sternbilder sind konkret am Himmel sichtbare Gebilde von Fixsterngruppen ungleicher Längenausdehnung.

b) Die 12 Tierkreiszeichenabschnitte zu je 30° dagegen, welche die gleichen Namen wie die Sternbilder tragen, entsprechen einer Zwölferteilung des tropischen Sonnenjahres.

Das siderische und das tropische Sonnenjahr*

Infolge der Wanderung des Frühlingspunktes entgegen dem Jahresgang der Sonne, muß für letztere zwischen siderischem und tropischem Umlauf unterschieden werden.

a) Das siderische Sonnenjahr (Sternjahr) bezieht sich – von der Erde aus gesehen – auf die Zeitspanne zwischen zwei Durchgängen der Sonne am selben Stern. Die mittlere Jahreslänge des siderischen Jahres beträgt 365d, 6h, 9m, 09.8s. Das siderische Jahr ist das wahre Jahr, genau 20 Minuten länger als das tropische. Es ist der Präzession unterworfen; nicht so das tropische. – Die östlichen Astrologen arbeiten mit dem siderischen Sonnenjahr.

b) Das tropische Sonnenjahr ist auf die Jahreszeiten bezogen (tropisch aus dem Griechischen tropikos bedeutet Wende). Es betrifft den scheinbaren Jahreslauf der Sonne durch den Tierkreis (griechisch Zodiak oder Ekliptik) bzw. die zwölfmal in 30 Grade unterteilte Sonnenbahn. Die mittlere Länge des tropischen Jahres beträgt 365d, 5h, 48m, 45.2s. – Die westlichen Astrologen arbeiten mit der scheinbaren Sonnenlaufbahn und den Tag- und Nachtgleichen sowie den Wendekreisen (tropikos kyklos) der Sonne.

Der griechische Astronom Hipparchos von Nicäa, Entdecker der Präzession und Gründer der wissenschaftlichen Astronomie, hat um 125 v.Chr. den Frühlingspunkt oder Widderpunkt als Anfangspunkt der Zählung eingeführt. Damals fiel das Sternbild des Widders mit dem Frühlingspunkt zusammen. Der Ausdruck Widderpunkt wurde beibehalten, obwohl er heute weder für den Astronomen noch für den Astrologen mit dem Sternbild Widder etwas gemeinsam hat. Infolge der Präzession verschoben sich die Sternbilder aus den Zonen der Namensgebung.

* Siehe Vergleiche im Meridian 1/2004 + 3/2004 von Raphael Gil Brand und Alois Treindl/Dieter Koch.

Die Präzession des Frühlingspunktes

Unter Präzession wird die Drehbewegung der Erdachse verstanden, die ein langsames Vorrücken der Äquinoktialpunkte zur Folge hat. In 25 730 Jahren haben die Äquinoktialpunkte wieder ihre Ausgangsposition erreicht. Die Präzession berührt die Tierkreiszeichen in keiner Weise, weil sie ausser der Namensgebung mit den Sternbildern nichts Gemeinsames haben.

Die Wanderung des Frühlingspunktes

Die Gradzahlen am inneren Kreis und die Jahreszahlen am äußeren Kreis geben den Übergang des Frühlingspunktes von einem Sternbild in das nächste an, die Zahlen im äußeren Kreis die Dauer der Durchwanderung des jeweiligen Sternbildes. Die Jahreszahlen sind approximativ zu nehmen.

Gegenüber der Zeit vor 2000 Jahren, wo Tierkreiszeichen und Sternbilder sich nahezu deckten, besteht heute eine Verschiebung um fast ein Sternbild. Der Frühlings- oder Widderpunkt rückt durchschnittlich in 2160 Jahren um 30 Grad weiter, das ist in 72 Jahren ein Grad.

  Anfang Zeichen/Sternbild        Anfang Zeichen/Sternbild     
Widder 28° Waage 180° 218°
Stier 30° 53° Skorpion 210° 237°
Zwillinge 60° 89° Schütze 240° 267°
Krebs 90° 117° Steinbock 270° 299°
Löwe 120° 137° Wassermann 300° 326°
Jungfrau 150° 173° Fische 330° 352°

Das geozentrische und heliozentrische Weltbild

a) Das geozentrische oder ptolemäische Weltsystem

Claudius Ptolemaeus, Geograph, Mathematiker, Astronom und Astrologe lehrte, die Erde sei Mittelpunkt unseres Weltgebäudes und die Sonne drehe sich um die Erde. Sein mathematisches Hauptwerk, das bis zum Ausgang des Mittelalters als Grundlage der Astronomie diente, die Megale syntaxis oder Constructio mathematica, am bekanntesten unter dem abgekürzten arabischen Titel Almagest, enthält unter Zusammenfassung des Wissens seiner Vorläufer die Begründung des geozentrischen ptolemäischen Weltsystems.

Ptolemaeus’ astrologisches Hauptwerk, das Hauptwerk der Astrologie überhaupt, wurde schon vor der Almagest gedruckt. Es heißt wegen seiner Einteilung in vier Bücher Tetrabiblos (griechisch) oder Quadripartium (lateinisch). Ptolemaeus entwickelte die Häusertheorie. Das geozentrische System des Ptolemaeus galt bis Kopernikus.

Für die Astrologie gilt das ptolemäische Weltbild noch immer, denn der Mensch sieht die Welt von der Erde her. Zur Erstellung eines Geburtsbildes benutzt daher der Astrologe in der Regel (nicht immer) geozentrische Ephemeriden. Claudius Ptolemaeus wurde in Pelusium im Jahre 100 n. Chr. geboren. Er lebte in Alexandrien, wo er 78 Jahre alt starb. Nach anderer Quelle (Dr. K. Weidner) gibt Theodorus Ptolemaeus als Geburtsort Hermeiu an, als Geburtsjahr 39 n. Chr. und als Todesjahr 119 n. Chr. Dieses Todesjahr würde den astronomischen Beobachtungen im Almagest widersprechen, deren letzte ins Jahr 141 (oder 151) n. Chr. fällt. Doch diese letzten Beobachtungen, so heißt es, wären nicht vom alten Ptolemaeus, sondern von seinem gleichnamigen Sohn, der des Vaters Werke überarbeitet und neu herausgegeben habe, gemacht worden. Weiter heißt es, Claudius wäre übrigens kein Vorname, sondern ein römischer Familienname. Die Familie des Astronomen müsse das römische Bürgerrecht besessen haben.

Die Tetrabiblos ist in deutscher Sprache erschienen. Früher als Sonderdruck 60 im Baumgartner Verlag, Schnega-Warpke, mit einem Umfang von 78 Seiten, 1995 neu zu 282 Seiten im Chiron Verlag, Postfach 1250, D-72002 Tübingen. Telefon: 0049(0)7071/8 88 41 55, Telefax: 0049(0)7071/8 88 41 51.

b) Das heliozentrische oder kopernikanische Weltsystem

Nikolaus Kopernikus ist der Begründer des heliozentrischen Weltbildes, nach dem im Gegensatz zum geozentrischen System des Ptolemaeus, die Sonne und nicht die Erde den Mittelpunkt unseres Planetensystems bildet. Doch vor ihm hatte dies als erster der griechische Astronom Aristarchos von Samos (310–230 v. Chr.) entdeckt.

Kopernikus erklärte, der tägliche Umschwung des Himmels sei nur ein scheinbarer, bedingt durch die Rotation der Erde um ihre Achse. Diese Ansicht wurde allgemein, auch von Astronomen, abgelehnt. Den Beweis der Richtigkeit des heliozentrischen Systems erbrachte erst Kepler (1571–1630).

Nikolaus Kopernikus, eigentlich Koppernigk, wurde am 19. 2. 1473 in Thorn geboren. Er studierte 1501–03 in Padua und Ferrara Medizin, Jura und Astronomie. Längere Zeit war er bei seinem bischöflichen Onkel in Heilsberg tätig. 1514–32 arbeitete er in Frauenburg an seinen Vorstellungen über den Bau des Planetensystems, das in seinem HW De revolutionibus orbium coelestium 1543 veröffentlicht wurde. Er starb am 24. 5. 1543 in Frauenburg als Domherr und Generaladministrator der Diözese Ermland.

Daß sich für den Astrologen auch mit heliozentrischen Ephemeriden arbeiten läßt, haben Willi Sucher, London, und Reinhold Ebertin bewiesen, vor allem für Aussagen weltpolitischer Natur und Wetterkatastrophen, aber auch bezüglich des individuellen Menschenlebens. Reinhold Ebertin gab ab 1960 eine Zeitlang eine heliozentrische Ephemeride in Taschenformat heraus.

Cousto erwähnte schon 1984 in «Die komische Oktave» im Kapitel Horoskopvertonung, daß das heliozentrische Horoskop für die geistige Ebene steht, das geozentrische für die Seele und das topozentrische für die körperliche Ebene. Synthesis-Verlag, ISBN 3-922026-24-9.

Dr. Siegfried Schiemenz, München, aktualisiert nun das Thema heliozentrische Kosmogramme mit seinem Buch «Planetenstellungen und der Geist des Menschen» ISBN 3-8330-0432-0, Books on Demand GmbH, Norderstedt, 2003. Weitere Hinweise siehe Vorwort und Anhang Ebertin.

Heliozentrische Ephemeriden können Sie auch in der Erweiterten Grafikauswahl bei astro.com generieren. Aktivieren Sie dazu "Heliozentrisch" unter "Optionen".

Die Schiefe der Ekliptik

Der Äquator wird durch die Richtung der Erdachse und die Ekliptik durch die Bewegung der Erde um die Sonne bestimmt. Diese beiden größten Kreise an der Himmelskugel schneiden sich an zwei Punkten und bilden einen Winkel. Dieser Winkel beträgt ungefähr 23°27’ und wird die Schiefe der Ekliptik genannt. Die Schiefe der Ekliptik ist nicht konstant. Das Neigungsverhältnis zwischen Äquator und Ekliptik wird jährlich um 0,43” kleiner.

Der Schnittpunkt des Äquators mit der Ekliptik heißt Widder-, Frühlings-oder Nullpunkt. Der gegenüberliegende, um 180° entfernte Schnittpunkt der beiden Kreise, heißt Waage- oder Herbstpunkt. Widder- und Waage-Punkte figurieren auch unter der Bezeichnung Äquinoktialpunkte.

Der Winkel, der durch das Neigungsverhältnis zwischen Äquator und Ekliptik gebildet wird, ist die Ursache unserer Jahreszeiten.

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Über dieses Lehrwerk

Gertrud I. Hürlimann's Standardwerk ist ein praktisches Arbeitsinstrument und umfassendes Basiswerk für alle, die diese alte Grenzwissenschaft fundiert erlernen wollen. Seit der Ersterscheinung im Jahr 1982 wurde es in 11 Auflagen gedruckt und ist eines der erfolgreichsten astrologischen Lehrbücher im deutschprachigen Raum.
Astrodienst hat die Rechte an diesem Werk erworben, den Inhalt redigiert und für die Web-Ansicht optimiert. Wir publizieren hier diese 12. Auflage kostenlos und hoffen, dass damit noch viele Astrologie-Studentinnen und -Studenten die Grundlagen dieser vielschichtigen Materie erlernen können.

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