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Astrologie

Ein methodisch aufgebautes Lehrwerk, von Gertrud I. Hürlimann

©Astrodienst AG 2016

Die Asteroiden

Astronomisches

Asteoridengürtel Asteroiden oder Planetoiden sind Kleinplaneten, die am massivsten im Raum zwischen Mars und Jupiter auftreten. Das Ringsystem in diesem Zwischenraum wird als Asteroidengürtel bezeichnet. Er soll der Überrest des zerborstenen Gestirns Maldek (Mallona) sein. Die Astronomen verneinen die Explosion eines Planeten in diesem Raum. 1867 stellte der Astronom DANIEL KIRKWOOD (1814–1895) eine unregelmäßige Verteilung der Asteroiden im Hauptgürtel fest. Bedingt durch die starken Gravitationskräfte Jupiters sind im Bereich 2.3 und 2.85 A. U. nur wenig Kleinplaneten zu finden. Diese asteroidenfreien Zonen werden Kirkwood-Lücken genannt.

Aber auch außerhalb des Hauptgürtels gibt es Kleinplaneten, und zwar ganze Familien. Zum Beispiel die Trojaner, von denen MAX WOLF (1863–1932) als ersten ACHILLES entdeckte, dem bald eine ganze Reihe Kollegen folgten. Sie alle traben auf der gleichen Bahn wie Jupiter. Die Frage, ob die Trojaner mit Jupiter einen Zusammenstoß riskieren müssen, löste bereits 1772 der französische Mathematiker JOSEPH LOUIS LAGRANGE (1736– 1813). Er fand heraus, daß ein kleines Objekt auf der gleichen Bahn wie ein großes laufen kann, wenn es seine Position 60° vor oder hinter dem großen Objekt einnimmt und mit diesem und der Sonne ein gleichseitiges Dreieck bildet. So marschieren denn eine Gruppe Trojaner 60° vor und eine zweite 60° hinter Jupiter.

Ungewöhnliche Bahnen beschreiben auch der von WALTER BAADE 1920 entdeckte HIDALGO und der 1977 von KOWAL gesichtete CHIRON. Hidalgo läuft vom Asteroidengürtel bis zur Saturnbahn. Chiron trabt von Saturn zu Uranus. Er kommt nie näher als 8.5 A. zur Sonne (siehe unteres Bild).

Die Entdeckung der Asteroiden

Chiron-BahnBereits JOHANNES KEPLER (27.12. 1571–15.11.1630) wies 1596 darauf hin, daß im System der heliozentrisch bewegten Gestirne zwischen Mars und Jupiter eine Planeteneinheit existieren müsse. 1766 entwickelte JOHANN DANIEL TITIUS (1729–1796), Wittenburg/D, eine mathematische Formel, welche die Distanz aller bis anhin bekannten Planeten annähert. Die Formel heißt: «Distanz (in A. U.) = 0,4 + (0,3xN)». Ein A. U. ist eine «astronomische Einheit» oder 150 000.000 km oder 93 000.000 Meilen. N kann Null oder eine natürliche Zahl sein. Einige Jahre später stieß der Astronom JOHANN ELERT BODE (geb. 19.01.1747 in Hamburg, gest. 23.11.1826 in Berlin) auf die gleiche Formel und veröffentlichte sie.

Das Titius-Bode-Gesetz

Planet Bodesche Regel Berechneter mittl.
Ab- stand in A. U.
Aktuelle Distanz in A. U.
Merkur 0,4 + 0,0 0,4 0,39
Venus 0,4 + 0,3 0,7 0,72
Erde 0,4 + 0,6 1,0 1,00
Mars 0,4 + 1,2 1,6 1,52
Asteroiden 0,4 + 2,4 2,8 2,1 - 3,5
Ceres     2,77
Jupiter 0,4 + 4,8 5,2 5,2
Saturn 0,4 + 9,6 10,0 9,54
Uranus 0,4 + 19,2 19,6 19,8
Neptun 0,4 + 38,4 38,8 30,1
Pluto 0,4 + 76,8 77,2 39,5

Aufgrund der Lücke im Bereich 2.8 A. U. und anläßlich verbesserter Fernrohre startete der ungarische Astronom BARON FRANZ XAVER VON ZACH (1754–1832) im Jahre 1800 zu einer großangelegten Suche nach einem noch unentdeckten Planeten, indem er das Himmelsgewölbe in vierundzwan- zig abzusuchende Bereiche einteilte und je einen Abschnitt einem ausgewählten Kollegen zusprach. Doch noch bevor GIUSEPPE PIAZZI (1746–1826) von der Sternwarte Palermo auf Sizilien von seiner ihm zugedachten Aufgabe erfuhr, stieß er am 1. Januar 1801 im Sternbild Stier auf ein Objekt, das sich im Bereich zwischen Mars und Jupiter – dem heuti- gen Asteroidengürtel – bewegte. PIAZZI nannte es CERES, angeblich nach der Schutzgöttin Siziliens. Der erste und zugleich größte Asteroid war entdeckt.

1802 fand der Bremer Astronom HEINRICH OLBERS in der gleichen Gegend ein zweites Objekt, die PALLAS – 1804 stieß KARL HARDING auf einen dritten kosmischen Körper, JUNO – und 1807 wurde HEINRICH OLBERS erneut fündig: er sichtete die VESTA.

Die Namensgebung der Asteroiden

Anfangs wurden die Kleinobjekte nach Gestalten der Mythologie benannt. Dabei war es üblich, daß Asteroiden regulärer Bahnen weibliche Namen erhielten und jene ungewöhnlicher männliche. So tragen denn die zuerst Gesichteten Namen weiblicher Gottheiten. Sie sind Archetypen des Matriarchats der Antike. Doch als die Zahl der Entdeckung kleiner sternähnlicher Objekte ständig wuchs, gingen die verfügbaren Namen aus. Heute kann der Entdecker den Namen frei wählen.

Die Anzahl der Planetoiden wird auf über 100 000 geschätzt. Von gegen 4000 liegen gesicherte Bahndaten vor. 3445 sind im Buch «ASTEROIDS, their nature and utilization» von Charles T. Kowal im Anhang seines Buches aufgeführt.*

Nachstehend die dreißig größten Asteroiden. Die Numerierung bedeutet die Reihenfolge deren Entdeckung. Die dreistelligen Zahlen nach dem Namen betreffen den Durchmesser in Kilometern.

(1) Ceres 940
(2) Pallas 588
(4) Vesta 576
(10) Hygeia 430
(704) Interamnia 338
(511) Davida 324
(65) Cybele 308
(52) Europa 292
(87) Sylvia 282
(451) Patientia 280
(31) Euphrosyne 270
(15) Eunomia 260
(324) Bamberga 252
(3) Juno 248
16) Psyche 248
(48) Doris 246
(13) Egeria 244
(45) Eugenia 244
(624) Hector 232
(24) Themis 228
(95) Arethusa 228
(165) Loreley 228
(153) Hilda 222
(532) Herculina 220
(2060) Chiron 288
(702) Alauda 216
(107) Camilla 212
(88) Thisbe 210
(7) Iris 208
(423) Diotima 208

Es werden nachfolgend nur die vier zuerst entdeckten Asteroiden CERES, PALLAS, JUNO und VESTA sowie die drei Kentauren CHIRON, PHOLUS und NESSUS besprochen.

* Eine Liste aller benannten Asteroiden findet sich in der Erweiterten Grafikauswahl bei astro.com. Diese können in der Horoskopzeichnung angezeigt werden, indem die Asteroiden-Nummer in das entsprechende Feld unten auf der Auswahlseite eingetragen wird.

Ceres

Symbol der CERES (Zerealie, Getreide) ist der auf dem Kreuz der Materie, den vier Elementen stehende Mond, Sinnbild der wechselnden Mondphasen als Neumondsichel und Getreidesichel einerseits und dem spiegelverkehrten Saturn anderseits.

Das Utensil, mit dem Kronos/Saturn seinen Vater Uranos entmannte, soll eine Sichel gewesen sein, das erste Eisen, das Mutter Erde in ihrem Schoße hat wachsen lassen.

Die großen Erdgöttinnen waren stets gleichzeitig Mondgöttinnen.

Prinzip: Die universelle, gebärende, ernährende, erziehende, nicht loslassende Mutter.

Astronomische Kurzinformation

CERES wurde als erster Kleinplanet am 1. Januar 1801 vom sizilianischen Pater und Astronomen GIUSEPPE PIAZZI von der Sternwarte Palermo entdeckt. Am 11. Februar erkrankte Piazzi und konnte Ceres nicht weiterhin beobachten. Später war das Objekt am Nachthimmel verschwunden. Der Mathematiker KARL FRIEDRICH GAUSS (1777–1855) löste das Problem des Wiedererscheinens des Kleinplaneten rechnerisch für den Jahreswechsel 1801/02, und tatsächlich konnten BARON VON ZACH und OLBERS die Ceres an der erwarteten Stelle erneut sichten.

CERES, der größte, aber nicht der hellste Asteroid, hat einen Durchmesser von 940 km, eine Rotationszeit von 9.08 Stunden, eine Umlaufzeit um die Sonne von 4.60 Jahren und umkreist diese im Asteroidengürtel in einer Entfernung von 2.78 A. U. (Angaben Kowal).

Mythologisches

CERES, Enkelin der Gaia, Tochter der Titanen Saturn und Rhea, Schwester Zeus/Jupiters, wurde von den Griechen als Demeter verehrt. Demeter, abgeleitet von mater, matrix ist die Erdmutter, die Beherrscherin der Erde, Göttin der Erdfruchtbarkeit, Hüterin des Ackerbaus und Beschützerin des Wachstums der Pflanzen. Sie wird mit einem Ährenkranz gekrönt dargestellt, in der einen Hand eine Weizengarbe haltend, eine brennende Fackel in der anderen.

Die tragische Geschichte der Ceres bezieht sich auf den Raub ihrer heißgeliebten wunderschönen Tochter KORE PERSEPHONE durch PLUTO, den Herrn der Unterwelt, damit sie seine Braut und Königin werde. Und das mit der Erlaubnis seines Bruders Jupiter. Ceres/Demeter grämte sich entsetzlich, als sie den Verlust Persephones entdeckte, hüllte sich in schwarze Kleider und vernachläßigte ihre Pflichten gegenüber der Erde. Den Menschen drohte eine Hungersnot. Jupiter sah sich genötigt, Merkur/Hermes in den Hades zu schicken, um die Freilassung Persephones zu befehlen. Doch wegen der genossenen süßen Granatapfelkerne, die Pluto der Persephone mit hinterlistiger Liebenswürdigkeit vorgesetzt hatte, mußte sie einen Bruchteil des Jahres als seine Frau in der Unterwelt verbringen. So kam es, daß Ceres/Demeter jedes Jahr vom Frühling bis Herbst sich der Anwesenheit ihrer Tochter erfreute. Die Erde erblühte während dieser Zeit, trug Früchte und Korn. Anschließend, nach dem Weggang der Tochter, machte Ceres die Erde dürr und kahl.

Psychologisches

CERES/DEMETER repräsentiert den Mutter-Archetyp in der menschlichen Psyche. Ceres gebärt, ernährt, versorgt und erzieht die leibliche Nachkommenschaft. Sie symbolisiert die Funktion der Elternbindung in Familienstrukturen und die Entwicklung von Selbstwertgefühlen als Grundlage für gesunde Beziehungen, hat aber später Schwierigkeiten, ihren Nachwuchs loszulassen, sowie die Tendenz zu Melancholien, wenn sie mit Stirb- und Werdeprozessen (Pluto) konfrontiert wird.

Pallas

Symbol der PALLAS ist ein auf dem Kreuz der Materie stehender Schild. Embleme sind Schlange (Prophetie) und Eule (Weisheit). PALLAS ATHENE wird als majestätische, in ein enges Tuch gehüllte, mit einem Panzer bekleidete, in den Händen einen Speer und einen Schild haltende Frau dargestellt. Ihr Haupt bedeckt ein Helm. Die Stadt Athen trägt als geistiges Zentrum der griechischen Zivilisation ihren Namen.

Prinzip: Kreative Intelligenz (geistige Kinder). Weisheit, Gerechtigkeit und Mut. Der intellektuelle Frauentyp, die Amazone.

Astronomische Kurzinformation

PALLAS wurde am 28. März 1802 als zweiter Asteroid in 20°29’ Jungfrau vom Bremer Arzt und Hobbyastronomen HEINRICH WILHELM OLBERS entdeckt. Sie hat einen Durchmesser von 538 km, läuft im Asteroidengürtel in einer Entfernung von 2.77 A. U. um die Sonne, hat eine Umlaufzeit von 4.62 Jahren und eine Rotationszeit von 7.81 Stunden (Angaben Kowal).

Mythologisches

Die Seegöttin METIS, Tochter des Titanen Okeanos, wurde, nachdem sie Zeus/Jupiter zahlreiche Körbe ausgeteilt hatte, schließlich doch von ihm schwanger. Gaia und Uranos weissagten ihrem Enkel Zeus/Jupiter, daß, wenn Metis eine Tochter bekommen würde, das Mädchen ihm ebenbürtig wäre und falls die Metis darnach noch einen Sohn gebären sollte, dieser mächtiger als er, Zeus/Jupiter selber, werde. Um seine Souveränität aufrechtzuerhalten, verschlang Zeus/Jupiter die Metis, während sie mit Pallas Athene schwanger war. – Wegen der rasenden Kopfschmerzen, die Zeus/Jupiter alsdann plagten, wurde ihm der Schädel mit einem Doppelbeil (matriarchalisches Symbol) gespalten, und in golden leuchtender Rüstung entsprang Pallas Athene seinem Haupte.

Eine andere Version ist jene, wonach die Anfänge der Pallas in Libyen liegen und sie vor ungefähr 6000 Jahren an den Ufern des Tritonsees geboren und von drei in Ziegenleder gehüllten Nymphen entdeckt und aufgezogen wurde. Ihr antiker Name war Tritogenia, identisch mit der libyschen Dreifaltigen Göttin Neith (Schlangengöttin). Libysche Flüchtlinge brachten die Göttin vor ca. 4000 Jahren nach Kreta.

Athene, ursprünglich Beschützerin des matriarchalen Amazonenstammes ihres libyschen Kultes, tötete anläßlich eines Wettkampfes mit ihrer Ziehschwester Pallas, Tochter des Flußgottes Triton, aufgrund einer Unaufmerksamkeit das Mädchen. Aus Reue und Trauer stellte Athene fortan den Namen Pallas vor den eigenen. Psychologisches: Pallas ist eine äußerst vielseitige Gestalt mit unterschiedlichsten Fähigkeiten. Als väterliche Kopfgeburt wird der Fortpflanzungstrieb auf die Ebene der schöpferischen Intelligenz gehoben. Pallas kleidet ihre Sexualität in geistige und künstlerische Werke und die Verständigung mit dem anderen Geschlecht in platonische Liebe (Sublimierung). Als Amazone repräsentiert sie den distanzierten, energischen, unabhängigen, nach Erfolg strebenden und den Wettkampf liebenden Frauentyp.

Der Name Pallas besitzt je nach Akzentsetzung einen maskulinen oder femininen Aspekt: kräftiger, junger Mann oder starke Jungfrau. Das erinnert sehr an die akkadisch-babylonische zweigestaltige Hauptgottheit ISHTAR, die unserer Venus entspricht: als Abendstern der Göttin der Liebe, als Morgenstern dem Gott des Krieges. Und die ägyptische Schutzgottheit ISIS wiederum, wurde aufgrund ihres Bedeutungsinhaltes als ISHTAR/VENUS identifiziert.

Was im homerischen Olymp auf zwei Gestalten, APHRODITE und PALLAS ATHENE, verteilt erscheint, das umfaßt die Seele der sumerisch-babylonischen Göttin gleichzeitig.
(Julius Schwabe)

Juno

Symbol der JUNO, der höchsten römischen Himmelskönigin, ist das Zepter, Sinnbild von Macht und Würde. Das Zepter besteht aus einem Siebenstrahlenkranz, der auf dem die vier Elemente und/oder vier Himmelsrichtungen symbolisierenden Kreuz der Materie steht und auf die Herrschaft im Himmel als auch auf der Erde hinweist. Attribute der Dreifaltigen Mondgöttin und Göttin der Ehe sind: Pfau, Kuckuck und Regenbogen.

Prinzip: Die Institution Ehe. Schutz und Rechte der Ehefrau als Geliebte und Gefährtin.

Astronomische Kurzinformation

JUNO wurde als dritter Asteroid am 1. September 1804 von CARL LUDWIG HARDING (1765–1834) in 3° Widder gesichtet. Sie hat einen Durchmesser von 248 km, eine Rotationszeit von 7.21 Stunden, eine Umlaufzeit um die Sonne von 4.36 Jahren und umkreist diese im Asteroidengürtel in einer Entfernung von 2.67 A. U. (Angaben Kowal).

Mythologisches

JUNO römisch, von den Griechen Hera genannt, war die Schwester Jupiters und dessen Gattin zugleich. Letzteres infolge einer List des Göttervaters. Als er JUNO eines Tages allein in den Wäldern bei Argos spazieren sah, verlangte ihn nach ihr. Er verwandelte sich in einen Kuckuck, ließ sich durch ein von ihm selber heraufbeschworenes Gewitter fürchterlich durchnässen und suchte dann frierend Schutz im Umhang seiner Schwester. Alsdann nahm Jupiter wieder seine wahre Gestalt an und vergewaltigte sie. Um der Schande zu entgehen, versprach Jupiter JUNO, sie zu ehelichen. Das war zur Zeit der dreihundert Jahre währenden Einführung der monogastischen Ehe. JUNO teilte mit Jupiter die Himmelsmacht.

Dem war aber nicht immer so. Anfänglich herrschte JUNO/Hera allein, ohne Lebensgefährten. Ihr Tempel in Olympia ist älter als derjenige von Zeus/Jupiter. Während des Zeitalters des Stiers wurde JUNO/Hera als kuhäugige Himmelskönigin verehrt. Sie verkörperte die Dreifaltige Mondgöttin. Ihr oblagen alle Lebensabschnitte der weiblichen Existenz von der Kindheit bis ins hohe Alter. Es herrschte das Matriarchat.

Neben Venus Aphrodite war JUNO/Hera die einzige offiziell verheiratete Frau des Olymps. JUNO/Hera blieb Zeus/Jupiter treu, während letzterer sich andauernd in Liebesaffären mit Göttinnen oder auch sterblichen Frauen einließ. Zwar holte sich Zeus/Jupiter stets JUNO/ Heras Ratschläge ein, traute ihr aber nie völlig.

Dem göttlichen Herrscherpaar werden vier Sprösslinge zugesprochen: Ares, der Kriegsgott; Hephaistos, der Schmiedegott; Eileithyia, die Göttin der Geburt, und Hebe, die Blume der Jugend. Doch ist dies mehr als fraglich. JUNO/Hera selbst sagte, sie hätte diese Kinder aus sich selbst geboren. Und Zeus/Jupiter waren gemeinsame Nachkommen mit JUNO/Hera nicht erwünscht. Denn nach damaligem Recht hätten Kinder den mütterlichen Namen getragen, und das wollte Zeus/Jupiter entschieden verhindern.

Psychologische Schlüsselbegriffe (nach Demetra George)

Indikator für alle gleichrangigen Beziehungen Herrscherin über eheliche und soziale Rituale und deren Institutionen Repräsentantin der weiblichen Schönheit, kreativer Talente und Künste Getreue Ratgeberin Einsatz für die Rechte der Frauen.

Vesta

Als Signum der VESTA wurde ursprünglich das Rechteck mit dem Flammenzeichen gewählt, das auf dem die vier Elemente und/oder die vier Himmelsrichtungen symbolisierenden Kreuz der Materie steht. Es versinnbildlicht den abgegrenzten Raum mit einer Herdflamme, die es zu hüten gilt, damit sie nicht erlischt (siehe rechts). Allerdings hat sich eine reduzierte Form des Symbols durchgesetzt (links). Die V-förmige Flamme erinnert an das Symbol des dem Feuerelement angehörenden Tierkreiszeichens Widder.

Prinzip: Hüterin des Herdes (Körper) und der heiligen Flamme (Lebensenergie) sowie der geistigen, religiösen, kulturellen Werte und des sozialen Zusammenhaltes. Priesterlicher Frauentyp.

Astronomische Kurzinformation

Die VESTA wurde als vierter Planetoid am 29. 3.1807 im Asteroidengürtel in 29° Jungfrau von dem in Bremen praktizierenden Arzt und Hobbyastronomen HEINRICH WILHELM OLBERS (geb. 11.10.1758 in Arbergen, gest. 2.3.1840 in Bremen) entdeckt. Vesta ist der hellste der Asteroiden, ein Stern 6. Größe, und setzt sich als einziger der vier zuerst entdeckten Kleinplaneten aus vulkanischem Basaltgestein zusammen. Vesta hat einen Durchmesser von 576 km und eine Umlaufzeit um die Sonne von 3,63 Jahren, was besagt, daß sie innerhalb einer vollen Saturnumkreisung (ca. 29 Jahre) acht Mal die Sonne umwandert, und das in einer Entfernung von 2.36 A. U. Vesta kann unter optimalen Voraussetzungen von bloßem Auge gesehen werden. Ihre Rotation (eigene Achsendrehung) beträgt 5.34 h. Dabei wechselt sie ihre Farbe.

Mythologisches

VESTA, von den Griechen Hestia genannt, gehört als älteste Schwester Zeus’/Jupiters wie CERES/Demeter und JUNO/Hera zur ersten Generation der olympischen Götter. Vesta blieb Jungfrau. Sie weigerte sich, Apollon oder Poseidon zu heiraten.DER RÖMISCHE VESTA-KULT: Als Göttin des Herdfeuers wurde für Vesta in der Mitte jeden Hauses und am zentralen öffentlichen Herd jeder Stadt ein Altar errichtet. So ward Vesta zum Inbegriff für Zusammenhalt der Familie, Gemeinde und des Staates. Die Römer übernahmen die griechische Hestia als Göttin Vesta (= Herd). Numa Pompillius, der zweite König von Rom, errichtete ihr zu Ehren einen Tempel. Die Verantwortung für das ständige Brennen des heiligen Feuers, welches symbolisch die Sicherheit des Römischen Imperiums garantierte, trugen die Priesterinnen der Vesta: die Vestalinnen. Diese heiligen Dienerinnen wurden unter den lieblichsten und trefflichsten Mädchen Roms ausgewählt. Die Vestalinnen legten ein Keuschheitsgelübde ab, denn das Feuer, in seiner höchsten Reinheit, galt als unberührbar. Darum mußten auch die Priesterinnen unberührbar und jungfräulich sein. Aus den gleichen Gründen durfte das kultische Feuer, wenn es erlöschte oder am 1. März jeden Jahres erneuert wurde, nicht auf mechanische Weise durch die sonst üblichen Reibhölzer gewonnen, sondern mußte am reinen, unbefleckten Strahl der Sonne mittels eines Hohlspiegels entzündet werden. Ging das Feuer aus, bestrafte man die Vestalin; verstieß sie gegen die Keuschheit, wurde sie lebendigen Leibes begraben. Zu den Pflichten der Vestalin gehörte – außer dem Hüten der heiligen Flamme – auch das allmorgendliche Reinigen des Altars mit Weihwasser, die Durchführung der täglichen Andachten und Opferungen sowie die Bewachung der heiligen Gegenstände. Auch Testamente und formelle Verträge wurden in ihre Obhut gegeben. Als Ersatz für die Härten ihrer Lebensweise gewährte man den Vestalinnen in Rom vielerlei Privilegien. Die Vestalin mußte ihren Dienst während dreißig Jahren versehen. Dann konnte sie heiraten. Der vestalische Kult dauerte bis ins 5. Jahrhundert.

Psychologische Schlüsselbegriffe (nach Demetra George)

Persönliche Integration Hingebungsvolle religiöse Aktivitäten Geisteswissenschaftliche Interessen Arbeit und der Pfad des Dienens Gruppen mit gleicher Glaubensgrundlage Prinzip des Konservatismus und der Sicherheit.

Zusammenfassung

Die Asteroiden schlagen die Brücke von den persönlichen zu den kollektiven Planeten. Die zuerst gesichteten Kleinplaneten im Asteroidengürtel Ceres, Pallas, Juno und Vesta wurden nach den großen Göttinnen der Antike benannt. Sie sind demzufolge uralte astrologische Archetypen aus einer Zeit, wo noch das Matriarchat herrschte. Es erstaunt kaum – im Sinne der Synchronizität – daß diese weiblichen Archetypen im Zeitalter der Frauenbewegung wieder auf den Plan treten und ihre Aufmerksamkeit fordern.

Die vier erläuterten Planetoiden bringen insbesondere für den Partnervergleich differenziertere horoskopische Aussagen, sind sie doch alle lunare Gottheiten unterschiedlicher Mondphasen. Demetra George hat sie in ihrem Werk «Das Buch der Asteroiden» eingehend in Tierkreiszeichen, Haus und Aspekten besprochen.

Zur Deutung der Mythen

Raubmythen müssen primär astral, sekundär historisch gedeutet werden. PERSEPHONES Entführung liegt ein Mondraub zugrunde. In der Zusammenkunft (Konjunktion) von Sonne und Mond sahen die Alten eine Raubhochzeit. DEMETER, die Allmutter, welche Geburt und Wiedergeburt verleiht, ist mit ihrer Tochter Kore Persephone identisch. Kore (das Mädchen), die ewige Jungfrau, verkörpert die Mondsichel, das Neulicht des immer wieder sich verjüngenden Nachtgestirns.

Historische Deutung

Die von Norden einfallenden archaischen Stämme schwächten die matriarchalische Tradition. Besonders die Hera-Kulte wurden zu einem Hindernis. So erklärten die Invasoren JUNO/Hera kurzerhand zur göttlichen Partnerin ihres eigenen Göttervaters Zeus/Jupiter. Juno/Heras Heirat mit Zeus/Jupiter symbolisiert die Eroberung Kretas und des mykenischen, d. h. kretisierten Griechenlands und den Sturz ihrer Herrschaft in beiden Ländern. Die im Mythos dargestellten, in der Folgezeit auftretenden Zwistigkeiten des göttlichen Paares beschreiben den Rassenkonflikt zwischen den archaischen Zeus-Verehrern und den Anbetern Juno/Heras von Argos. Und obwohl Homer Juno/Hera als eifersüchtiges und zänkisches Weib charakterisiert hat, war sie in Wahrheit das Abbild einer aufrührerischen Prinzessin, die von einem fremden Eroberer bezwungen, aber niemals ganz unterworfen wurde (Jane E. Harrison, Mythologie). – Das Verschlingen der schwangeren METIS und die darauf erfolgte Kopfgeburt der PALLAS ATHENE aus dem Schädel Jupiters stellt eine Umschreibungdes Übergangszustandes vom Matriarchat zum Patriarchat in den Kulturen des Mittelmeeres dar.

Astrologisches

Die bevorzugte Zuordnung der Asteroiden im Tierkreis ist in den Fachkreisen unterschiedlich. Mehrere Astrologen vertreten die Ansicht, der Asteroidengürtel könnte gesamthaft der Jungfrau zugesprochen werden – allen voran Vesta (H. H. Taeger). Die «Details», die sich geordnet im Raum zwischen Mars und Jupiter bewegten, würden recht gut zur Wesensbeschreibung der Jungfrau passen. Es ist auch Taeger, der für den Planeten Erde als Herrscherin von Stier anstelle der Venus plädiert. Andere meinen, die drei Typen Ceres, Juno und Vesta wären Teilaspekte der weiblichen Zeichen Stier, Krebs und Jungfrau, Pallas Athene dagegen dürfte sich in der Waage am wohlsten fühlen. Klaus W. Bonert wiederum gefällt die Vesta am besten im Feuerzeichen Widder, obwohl sie eine weibliche Göttin ist. (Hätte die Vesta ihren Stammsitz in der Jungfrau, könnte sie infolge der Spiegelung im Widder ihrer Symbolfigur trotzdem als Kopfschmuck das Flammenzeichen aufsetzen. Die Autorin, Spiegelung)

Zusammengestellt, teilweise gekürzt übernommen aus:
Asteroids, their nature and utilization von Charles T. Kowal, Ellis Horwood Ltd.
Das Kosmos-Buch vom Universum, Franckh-Kosmos 1991.
Ephemeriden Ceres, Pallas, Juno, Vesta, Cheiron, Isis 1850–2050
, Astron-Verlag, Hamburg 1988.*
Der Planetoid Vesta
von Heinrich Christian Meier-Parm, Ebertin-Verlag 1974.
Das Buch der Asteroiden von Demetra George, Chiron Verlag.
Archetyp und Tierkreis von Julius Schwabe, Benno Schwabe Verlag, Basel 1951.

* Ephemeriden der Asteroiden und anderer Faktoren sind bei astro.com in der Erweiterten Grafikauswahl -> Ephemeriden zu finden.

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Über dieses Lehrwerk

Gertrud I. Hürlimann's Standardwerk ist ein praktisches Arbeitsinstrument und umfassendes Basiswerk für alle, die diese alte Grenzwissenschaft fundiert erlernen wollen. Seit der Ersterscheinung im Jahr 1982 wurde es in 11 Auflagen gedruckt und ist eines der erfolgreichsten astrologischen Lehrbücher im deutschprachigen Raum.
Astrodienst hat die Rechte an diesem Werk erworben, den Inhalt redigiert und für die Web-Ansicht optimiert. Wir publizieren hier diese 12. Auflage kostenlos und hoffen, dass damit noch viele Astrologie-Studentinnen und -Studenten die Grundlagen dieser vielschichtigen Materie erlernen können.

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