•    
    Aktuelle Planetenstände
    26-Feb-2017, 22:35 Weltzeit
    Sonne831'14"8s22
    Mond1231'45"7s38
    Merkur143'41"12s49
    Venus1233'45"10n31
    Mars2157' 2"8n33
    Jupiter2228'28"r7s21
    Saturn2636'20"22s05
    Uranus220' 1"8n02
    Neptun1135'14"8s00
    Pluto1843'38"21s12
    Mondkn.w323'57"r10n15
    Chiron2344'11"1n00
    Erklärungen der Symbole
    Horoskop des Moments
| Mein Astro | Forum | FAQ
Menü

Astrologie

Ein methodisch aufgebautes Lehrwerk, von Gertrud I. Hürlimann

©Astrodienst AG 2016

Der Waage-Typus

Sonne im Zeichen Waage. Ascendent im aufsteigenden Zeichen Waage.

WaageIn Waage hat die Sonne die Hälfte ihres Jahreslaufes zurückgelegt. Die introvertierte, mehr unbewußt gesteuerte Phase ist mit Jungfrau abgeschlossen. Somit ist nur noch der Lebenskreis oberhalb des Horizontes sichtbar: der Raum der Zukunft. Die Sonne ist bildhaft am DU-Punkt angelangt. Die beiden Horizontalen im extravertierten Raum zeigen den gemeinsamen Weg mit der Anderheit von Waage über den Zenit und in Fische ausklingend.

Sonnenstand in Waage

Die Sonne durchläuft vom 23. September bis 22. Oktober das Tierkreiszeichen Waage. Die Urqualitäten dieses Zeichens sind Feucht und Warm, die Polarität ist männlich. Das Element ist dasjenige der Luft, das Temperament sanguinisch. Aufgrund der Zugehörigkeit zum kardinalen Kreuz ist Waage initiativ im Rahmen dessen, was Waage symbolisiert. Als Charaktertyp ist Waage gelöst extravertiert. Der Konstitutionstyp ist gallig-sanguinisch, leptosom, Empfindung/Bewegungsnaturell mit harmonischem Einschlag. Die Kernhaltung ist ausgleichend, vermittelnd. Die Regentin heißt Venus. Der Waage entsprechende Farben sind lichte wie hellblau, lindengrün, hellorange, rosarot. Der Ton ist fis. An Körperteilen unterstehen Waage die Lenden und Nieren.

Waage, lateinisch Libra, ist das siebente Zeichen des Zodiaks und das erste Zeichen des III. Quadranten. Das Grundelement des III. Quadranten ist die Luft1 = Vorstellungen vom Du11, Kommunikation, Begegnungen. Luft dominiert den ganzen dritten Quadranten. Waage ist Zeichen der Synthese von Extraversion und Introversion. Sie ist der einzige Sektor des Tierkreises, wo ein weiblicher Planet, die Venus, ein männlich polarisiertes Zeichen regiert.

Waage ist ein extravertiertes, zentrifugales, wegen der weiblichen Herrschaft der Venus ein Gleichgewicht haltendes Prinzip. Der Wille des Waagemenschen ist aktiv, die Entschlußkraft aber Schwankungen unterworfen. Waage hat Entscheidungsschwierigkeiten, vor allem in unangenehmen Dingen, weicht Spannungen aus Angst vor Sympathieverlust aus, wartet lieber, bis sich Konflikte von selbst lösen. Waage benötigt eine schöne, harmonische Umwelt, ist selbst in der Lage, eine solche zu schaffen. Sie ist höflich, für Ausgleich bestrebt, nimmt Rücksicht, arrangiert sich und entwaffnet mit lächelnder Zuvorkommenheit ihre Gegner. Sie versteht auch sehr gut, andere für sich arbeiten zu lassen. Sie hat die Fähigkeit, die Menschen ihrer Umwelt sanft und unmerklich für ihre Zwecke zu beeinflussen.

Waage verkörpert das Prinzip der Repräsentation, kommt daher oft mit der Öffentlichkeit in Beziehung, hat die Fähigkeit, Gegensätze zu überbrücken und ist das Zeichen der Gerechtigkeit, alles ist ausgeglichen, es regiert das Gesetz der Schönheit und Harmonie, sowohl auf geistigem wie materiellem Gebiet. Es besteht Freude an leicht beschwingten Musen, Liebe zur Kunst, Verlangen nach Geselligkeit, Sinn für Gleichmütigkeit, Begabung für Psychologie und öffentliches Wirken.

Die Handform der echten Waage ist in der Regel konisch, mit gleichzeitig konischen Fingern, feinlinierter Innenhand und vollen Bergen. Bei starker Waagebetonung fand ich in der Hautmusterung der Daumenkuppe oder im Hypothenargebiet des Handrumpfes meist eine Doppel- oder Zwillingsschleife. Die Doppelschleife ist das Zeichen jener Menschen, die befähigt sind, die Dinge von verschiedenen Standpunkten zu betrachten, aber auch jener mit Entscheidungsschwierigkeiten.

Der Ascendent Waage

Einen Waage-Ascendenten haben jene, bei denen zur Zeit der Geburt am östlichen Horizont das Zeichen Waage aufsteigt. Erscheinung, erste Reaktion und das Hauptanlagegefüge sind waagehaft, das Grundverhalten, der Wesenskern, entsprechend dem Sonnenstand.

Bei gut konstellierter Venus verleiht der Waage-Ascendent Anmut, Grazie, eine gute Figur und Eleganz. Waage ist das Zeichen hübscher, gutangezogener Frauen mit auserlesenem Geschmack.

Die echte, synthetisch aspektierte Waage ist sanguinisch-heiter, anpassungsfähig, anpassungsbereit, leicht gefühlsbetont, liebenswürdig, gesellig, kann schlecht allein sein, ist anlehnungsbedürftig, stark abhängig von Sympathien, geht Reibungen und Konflikten aus dem Wege, gleicht Spannungen aus, hat gute Umgangsformen, vermittelt zwischen Gegensätzen, strebt nach Anerkennung und Beifall, ist kultiviert, kompromißbereit, um das innere Gleichgewicht zu wahren oder wieder herzustellen, benötigt eine schöne, harmonische Umwelt, vermag sich diese, da von Natur her etwas bequem, mit dem geringsten Aufwand zu verschaffen, hat Sinn für Zusammenarbeit, arbeitet überhaupt nicht gerne allein, hat meistens Kunstverstand, zum mindesten einen künstlerischen, ästhetischen Geschmack, ist eher theoretisch als praktisch begabt, weiß um unzählige Möglichkeiten des Arrangements und hat Entscheidungsschwierigkeiten.

Die typischen Begabungs- und Betragenseigenschaften für Sonne und/oder Ascendent in Waage sind folgende:

+ Kunstsinn, Farbgestaltung, Gewecktheit, Aufgeschlossenheit, Sympathiefähigkeit, Ideenmotivität entgegenkommend, freundlich, natürlich, offenherzig, unterhaltend, geschmeidig, elastisch, bildsam, gesellig, anpassend, hilfsbereit, wendig, zuversichtlich.18

– Schauspielerei, Oberflächlichkeit, Flüchtigkeit ausgelassen, leichtfertig, schwatzhaft, vergeßlich, lässig, unbekümmert, eingebildet.18

Die Spiegelung oder Antiszien

Die extravertierte Waage spiegelt sich im introvertierten Zeichen Fische, dem Sektor der Wirklichkeit, der Zurückgezogenheit und der irdischen Auflösungserscheinungen. Beide, Waage und Fische, und ihre Regenten, Venus und Neptun, geben künstlerische Fähigkeiten, vor allem musikalische oder mindestens ein gutes Musikgehör, Kunstverstand oder guten Geschmack. Aber nicht nur die Spiegelung von Waage liegt in Fische, sondern auch der 150°-Aspekt. Waage, das Partnerschaftszeichen, ist daher sehr empfindlich auf Planeten, die in Fische oder fischeanalog im 12. Feld stehen. Dies betrifft vor allem die Prinzipien Mars, Uranus, Saturn und Pluto, die, wenn sie in Fische stehen, sich in Waage spiegeln und gleichzeitig einen 150°-Aspekt auf Waage werfen. Bei Partnerschaftsschwierigkeiten ist daher das Fischefeld zu beachten. Dort sind die Ursachen zu finden.

Die Berufssituation

Die Berufsarten liegen im Künstlerischen, Malerischen, Musikalischen, Tänzerischen, Modischen, in allem, was der Verschönerung und harmonischen Ausgestaltung der Umwelt dient, unter Bevorzugung lichter Farben und Klänge4: Innenarchitekt, Dekorateur, Tapezierer, Kunstgewerbler, Florist, Gestalter öffentlicher Plätze und Parks, Modeschöpfer, Verkäufer von Modeartikeln, Konfektionswaren, Juwelier, Friseur, Kosmetikerin, Ballett, Tanz, Gesellschaftstanz, Kunstformen des Eislaufs, Kulturträger, Repräsentation, Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem öffentlichen Leben, dazu gehören auch Strategen, Generalstabsangehörige, die Verträge unterzeichnen und Schlachten vom Schreibtisch aus führen. Waagetypen sind geeignet für Posten, bei denen Reklamationen eingehen. Sie laufen nie Gefahr, Vorwürfe auf die eigene Person zu beziehen, wie dies Widder und Skorpion tun.

Astromedizin

Der Waage unterstehen Nieren und Lenden, sekundär (wegen der Opposition zu Widder) der Kopf. Da Waage Partnerschafts- und Ehezeichen ist, können Nierenstörungen zeitlich mit Störungen im Partnerschaftsbereich in Zusammenhang stehen.

Biochemisches «Waagemittel»: Kalium chloratum22= Schüssler-Salz Nr. 4.

Venus astronomisch

Venus
Farbversion einer Radarkarte der Venus-Oberfläche mit Bergen und Tälern; der größte Teil der Oberfläche ist relativ flach (NASA).

Jeder von uns hat diesen Planeten als Abend- oder Morgenstern schon einmal hell leuchtend am Himmel gesehen. Schon im Altertum spielte die Venus in den Kulturen eine große Rolle. Im Fernrohr zeigt Venus verschiedene Beleuchtungsphasen, wie wir sie auch von unserem Mond kennen – ein Hinweis darauf, daß dieser Planet innerhalb der Erdbahn um die Sonne kreist. Der Abstand Sonne – Venus beträgt 108 Mio. km, ein Umlauf dauert 325 Tage. Venus ist mit 12100 km Durchmesser fast ebenso groß wie unsere Erde, aber trotz des relativ geringen Mindestabstands zwischen den beiden Planeten von 38 Mio. km sind auf der Venus auch in großen Teleskopen keinerlei Einzelheiten zu erkennen. Die Erklärung dafür ist eine dicke Wolkenschicht in der Atmosphäre, die nie aufreißt. Die lange Ungewißheit über die wahren Zustände auf der Venus-Oberfläche ließ die merkwürdigsten Spekulationen entstehen. Einige «Experten» sprachen von üppiger Vegetation auf dem Planeten, von großen Tieren und sogar von menschenähnlichen Wesen. Es gibt Scharlatane, die mit einer Fliegenden Untertasse zu aufregenden erotischen Abenteuern auf die Venus geflogen sein wollen, und einige naive Zeitgenossen glauben das auch noch. Die Wahrheit über die Zustände auf der Venus sieht sehr viel unromantischer aus, russische Raumkapseln stellten an der Oberfläche Temperaturen von fast 500°C fest und einen atmosphärischen Druck von fast 100 bar, wie er auf der Erde in 1000 m Wassertiefe herrscht.

Venus
Aufnahme der Venus-Sichel durch den Pioneer-Orbiter, die Wolken in der Venus-Atmosphäre sind gelblich und bestehen aus Säure (NASA).

Die russischen Venus-Kapseln machten auch Bilder der Oberfläche, es handelt sich offensichtlich um eine trostlose, rötlich-braune Sand- und Steinwüste, wo kaum ein kühlendes Lüftchen weht. Einen großen Fortschritt bei der Erforschung der Venus-Atmosphäre erbrachten die beiden amerikanischen Pioneer-Raumsonden, eine davon setzte vier kleine Meßkapseln in die Wolkenhülle ab. In der Kohlendioxid-Atmosphäre schweben kleine Schwefelsäure-Tröpfchen, heftige Gewitter- und Blitzentladungen bereichern die «höllischen» Zustände. Die zweite Pioneer-Sonde schwenkte in eine Satellitenbahn um Venus ein und tastete die Planeten-Oberfläche mit einem kleinen Radargerät ab. So konnte die dichte Wolkenhülle durchdrungen und etwas über das eigentliche Aussehen dieses Planeten in Erfahrung gebracht werden. Die Radardaten besagen, daß die Venus von einer großen Ebene beherrscht wird, in die einige tiefe Gräben einschneiden und aus der einige hohe Bergmassive aufragen. Auch die Existenz einiger noch aktiver Vulkane auf der Venus wird nicht ausgeschlossen. Im September 1990 bestätigten detaillierte Bilder der US-Raumsonde «Magellan», daß die Venus aus einer steinigen Wüstenlandschaft, Vulkanen von einem Durchmesser bis zu 50 Kilometern und lavagefüllten Tälern besteht. Der Druck an der Oberfläche der Venus ist etwa 90mal höher als auf der Erde. Die Temperaturen betragen bis zu 500 Grad Celsius. Trotz eines großen Nickel-Eisen-Kerns hat die Venus kein Magnetfeld, was auf die sehr langsame Rotation des Planeten zurückzuführen sei. Die Venus besitzt keinen Mond.

Das Urprinzip Venus

Runenmäßig besteht das Venus-Symbol aus dem Kreis, als das in sich geschlossene harmonische geistige Prinzip. Der Kreis liegt auf dem irdischen materiellen Symbol, dem Kreuz, das auch den Körper versinnbildlicht. In der Biologie wird das Venus-Ideogramm für die Bezeichnung des weiblichen Prinzips verwendet.

Prinzip: Harmonie, Liebe, Kunst, Ästhetik.

Astronomisches in Kurzfassung

Venus, der Morgen- und Abendstern, ist nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Himmel. Sie dreht sich in 243,1 Tagen einmal um ihre Achse, und zwar im Uhrzeigersinn. Diese sogenannte retrograde Rotation verläuft genau entgegengesetzt der Bahn um die Sonne und ist im ganzen Sonnensystem einmalig. Die Venus kann sich nie weiter als 48 Grad von der Sonne entfernen.

Mythologisches

Venus (römisch) oder Aphrodite (griechisch), nach Homer eine Tochter Zeus' (Jupiter) und der Titanin Dione, nach Hesiod jedoch dem silbernen Wogenschaume des Meeres entsprossen, ist die Göttin der Liebe, Schönheit und Huld. Ihr war die Macht verliehen, Unsterbliche wie Sterbliche mit der Wonne der Liebe zu erfüllen. Bei dieser Aufgabe half ihr Amor mit seinem Gefolge, ein mit dem Mars erzeugter Sohn. Als es um den von Eris (Zwietracht) ausgeworfenen Zankapfel ging, welche unter den olympischen Göttinnen die schönste wäre, siegte Aphrodite über ihre beiden Mitbewerberinnen Hera (Juno) und Athene (Minerva). Auf dem Berge Ida wurde ihr von Paris der Preis zugesprochen, und seitdem blieben ihre Reize unbestritten. Sie besaß den Gürtel der Anmut, ein Wunderkleinod, das ihre körperlichen Vollkommenheiten unwiderstehlich machte, sobald sie dasselbe anlegte. Die Griechen dachten sich ihre Aphrodite als die Vertreterin der sinnlichen, obwohl nicht der gemeinen Liebe; sie galt ihnen für die erzeugende Göttin (Venus Genitrix), für die Vereinigerin liebender Paare, für die Vollbringerin der Hochzeit, für die Ehebeschützerin und für eine segnende Mutter. Doch wurde sie auch als die Vertreterin der bloßen Sinnenlust betrachtet und von den Griechen mit dem Beinamen Pandemos bezeichnet, von den Römern Venus Vulgivaga geheißen, welche üppige Genüsse ausspendet.

Eine geistigere Richtung der Griechen stellte dann diesem niedrigen Wesen ein höheres gegenüber, die Venus Urania oder die himmlische Venus (Venus in der Waage), die keine irdische Sinnlichkeit fördert. Da der Philosoph Platon (427 v.

Chr. – 347 v. Chr.) dieses Ideal erhabener, überirdischer Neigung pries und empfahl, trägt es heute seinen Namen (platonische Liebe).

Wenig lieblich dagegen wurde die Geburt der Venus in «Welten im Zusammenstoß» von Immanuel Velikovsky beschrieben: Die Venus brachte die Welt bei ihrer Geburt an den Rand deren Vernichtung. Die Legende spricht aber auch von einer kosmischen Katastrophe, wonach ein Himmelskörper, der kurz zuvor ein Glied unseres Sonnensystems geworden war – ein neuer Komet – ganz nahe an die Erde herankam. Der Komet, von blutiger Röte, war auf dem Wege von seinem Perihel und berührte die Erde zuerst mit seinem gasförmigen Schweif. Die Schweife der Kometen bestehen in der Hauptsache aus Kohlenstoff- und Wasserstoffgasen. Mangels Sauerstoff brennen sie zwar nicht im Fluge, wohl aber fangen die entzündlichen Gase beim Durchgang durch die Sauerstoff enthaltende Atmosphäre Feuer. «Es goß heißes Naphta (= Petroleum in Aramäisch und Hebräisch) vom Himmel.» Es entstand der Weltenbrand. «Das Meer türmte sich … Es war eine große Überschwemmung. Die Menschen ertranken in einer klebrigen Masse, die vom Himmel herabregnete.» Wenn die Erde in ihrer Achsendrehung gestört war, mußte die mechanische Reibung der verlagerten Schichten und dem Magma die Welt in Brand setzen.

Die Venus als Morgen- und Abendstern

Während der Jahrhunderte, in denen Venus ein Komet war, besaß sie einen Schweif. Mit diesem Schweif war die Venus ein außerordentlich glänzender Himmelskörper. Die Überlieferungen der Völker Mexikos berichten, daß Sitlae choloha (Venus) rauchte. Die Araber nannten Ischtar (Venus) mit dem Namen Zebbaj – eine mit Haar. Auch in den Veden heißt es, daß der Stern Venus wie Feuer mit Rauch aussähe und die Chaldäer sagten, der Planet Venus hätte einen Bart (Ischtar barbarata). In ältesten Zeiten erscheint Venus daher als Mann.

Cicero kannte die Venus bereits in ihrer Vereinigung von Morgen- und Abendstern. Er sagte, daß sie als Morgenstern griechisch Phosphoros, lateinisch Lucifer heiße und Hesperos als Abendstern. Der Morgenstern der Phönizier und Syrier war Asteroth-Karnaim, Astarte mit den Hörnern. Sie hatte einen Stierkopf (Stierzeitalter).

Die gehörnte Venus der Zeit v. Chr. entwickelte sich zur mondsicheltragenden Madonna. In der Zwischenzeit trug sie kulturgeschichtlich bedingt viele Namen und Beinamen wie z. B Ischtar (babylonisch), Inanna (sumerisch), Anath-Jahu (Jahwe), Athene als Morgenstern, Aphrodite als abendliche Liebesgöttin und schließlich als ägyptische Gottesmutter Isis mit ihrem Sohn Horus.

Um 82 v. Chr. betritt Isis, aus den Hafenstädten Kampaniens kommend, Rom, nachdem sie zuvor zur Madonna fast jeder Stadt des Mittelmeerraumes aufgestiegen war: als Isis-Tyche, Isis-Athene, Isis-Artemis, Isis-Hekate, Isis-Astarte, Isis-Neith, Isis-Buto, Isis-Bastet. Sie wird auch zur Beschützerin aller Schiffe erkoren. Um 37 n. Chr. wird ihr in Rom auf Staatskosten ein Tempel gebaut. Eine Marmorstatue aus der Zeit um 200 n. Chr. zeigt Isis nun im griechisch-römischen Stil: in der Rechten die Schlange, in der Linken das heilige Gefäß; auf dem Kopf die zweite Schlange mit drei Ähren. 394 n. Ch. begeht der Konsul Nicomachus in Rom die letzte offizielle Isis-Feier. Dann, nach nahezu dreieinhalb Jahrtausenden, wird Isis entmachtet. Fanatische Urchristen beginnen, die Isis-Heiligtümer zu zerstören. «Ein langer Dogmen-Streit um Maria endet erst 431 n. Chr. auf dem Konzil in Ephesus. Dort wird ihr der Isistitel «Gottesmutter» zugesprochen. Wo vordem Heiligtümer der heidnischen Göttinnen standen, erheben sich Marienkirchen.

Nein, die Kirche war es nicht, von der die Marienanbetung ausging, sondern es war das Volk, das nach der Himmelskönigin verlangte und die Gedanken der Kirchenväter auf die Maria lenkte.

Die horoskopische Stellung der Venus als Morgen- und Abendstern: Morgenstern ist Venus, wenn sie der Sonne im Horoskop hinterherläuft, das heißt einen tieferen Tierkreisgrad aufweist als die Sonne in ihrem Tageslauf. Sie steht dann am Horizont westlich der Sonne und ist nur vor Sonnenaufgang sichtbar. Abendstern ist Venus, wenn sie einen höheren Tierkreisgrad besetzt als die Sonne, das heißt dem Lauf der Sonne vorausschreitet. Am Horizont entfernt sie sich von der Sonne nach Osten und läuft dabei auf die Erde zu. Sie wird in dieser Phase immer größer bzw. heller, entwickelt sich zu einer Sichel (siehe Bild oben) und ist mit einem Fernrohr sichtbar.

Psychologische Ausrichtung

Die Venus ist ein nach Ausgleich und Harmonie strebendes Prinzip. Sie versteht sich auf das Anknüpfen von Kontakten, regelt den Takt in einer Gemeinschaft und hat Sinn für das Abwägen von Gedanken. Sie äußert sich in Zärtlichkeit, dem Wunsch nach Liebkosung im Partnerbereich, verkörpert auch die erotische Lust und den Wunsch nach sinnlicher Berührung. Die stark- und günstiggestellte Venus verleiht Kunstsinn, dem weiblichen Geschlecht eine hübsche Figur, ein anziehendes sympathisches Äußeres, Charme, Beliebtheit, Gunst jeder Art, ein ganz auf die Gegenwart ausgerichtetes Verhalten. Je nach Position im Geburtsbild zeigt die Venus die Fähigkeit, sich anzupassen und sich einzuordnen, aber immer im Bestreben, dadurch zu gefallen. Das ist vor allem, wie die Forschungen von Edith Wangemann ergeben, bei einer erdnahen Venus der Fall (Entfernungswerte). Die Venus ist auch Sinnbild für ästhetisches Empfinden, Empfindung schlechthin, Geist und Stoff durch das Prinzip der Schönheit verbindend, ästhetische Form des sprachlichen Ausdrucks, schöngeistige Konversation, was aber eher Attribute der Venus Urania sind, des waageorientierten Urprinzips.

Die positiven Eigenschaften des Urprinzips Venus sind: Formsicherheit, guter Geschmack, ästhetisches Ordnungsgefühl, Empfänglichkeit für feinere Reize, Auswahl- und Vergleichsfähigkeiten, Harmonie, Anpassungsgabe, Reinheit, reproduktiv-künstlerische Fähigkeiten, Talente der Dichtung und des Schauspiels, Hilfsbereitschaft und Geselligkeit, Weichheit im Wesen, Wille zur Angleichung an den Partner. Die kritisch gestellte Venus verleiht Genußsucht, Trägheit, Verschwendung, Eitelkeit, Gefallsucht, Oberflächlichkeit, Neigung zu Untreue.

Die retrograde Venus

Möglichkeiten:

  • Verstärkte Suche nach Bestätigung, will wissen, ob geliebt wird oder abgelehnt.
  • Will Wirkung erzielen, hat eine starke Ausstrahlung.
  • Beziehungsthematik, die den üblichen Rahmen sprengt.
  • Überbetonung des Materiellen.
  • Wünsche, die situationsbedingt unangebracht sind.
  • Bewegt sich in Dimensionen, die mit dem Hier und Jetzt nicht in Einklang sind.
  • Merkt erst nach Trennung einer Liebessituation, den Partner tief geliebt zu haben.
  • Angst, in Liebesangelegenheiten verletzt zu werden, als Nachklang einer früheren Existenz.
  • Als Frau Mühe, die erotische Weiblichkeit zu leben.
  • Als Mann Schwierigkeit mit dem weiblichen Geschlecht, die als Kompensation zu beruflichen Leistungen treibt.
  • Die retrograde Venus besitzt eine saturnine Note.

Venusische Berufe

Kunstberufe jeder Art, Musiker, Maler, Dichter, Sänger, Tänzer, Ballett, Bühne, Juweliere, Kaufleute und Angestellte in Konfektions-, Mode- und Luxuswarengeschäften, Kunstgärtner, Dekorateur, Innenarchitekt, Kunstschmied; feine Kupferarbeiten, Kunstdrucker, Blumenbinderei, Blumenpflege, Angestellte in Vergnügungslokalen und Unterhaltungsstätten.

Biologische Entsprechung: Drüsenproduktion, Nieren- und Venenfunktion.
Domizil der Venus: Stier und Waage
Metall: Kupfer
Grundzahl: 6
Magisches Quadrat24: Zahl 7 (Wurzel aus 49, Quersumme 175)
Tag: Freitag (Freyja)
Edel- und Schmucksteine: blaue und orange, auch kupferspangrüne

Praktische Horoskopie für den Leser

Wie ist die Venuswirkung in meinem Geburtsbild?
– Venusposition im Geburtsbild suchen nach Tierkreiszeichen und nachschlagen.

Wo sind die Ausgleichsfunktionen der Venus am stärksten?
– Venusposition im Geburtsbild bezüglich Sektor/Feld suchen und nachschlagen, welche Bedeutung dem Sektor, in dem die Venus im Radix steht, zukommt.

Wie finde ich heraus, ob die Venusposition positiv oder negativ zu interpretieren ist?
– Tierkreiszeichen und Aspektbild (kosmische Qualitäten) beachten.

Venus-Wirkungen in den Tierkreiszeichen

(Zusammengestellt aus Kosmopsychologie von Reinhold Ebertin)

Venus im Widder: Liebe + eifriges Wollen = leidenschaftliche Liebe
+ Wunschkraft, Entwicklung schöpferischer Kräfte (wenn Sinnlichkeit unterdrückt wird), Beliebtheit beim anderen Geschlecht (aber nicht auf die Dauer).
– Liebesabenteuer, Gefährdung des Rufes, Verschwendung, Extravaganzen.

Venus im Stier: Liebe + Sicherung = Treue
+ Tiefes Liebesempfinden, Anziehungskraft, Sinn für Schönheit und Kunst, Geselligkeit, gute Umgangsformen, gewinnendes Wesen, Freigebigkeit.
– Vorurteil, nachtragendes Wesen, Neigung zu Äußerlichkeiten.

Venus in Zwillinge: Liebe + Vielfalt = vielseitige Sympathie
+ Sympathisches Wesen, Liebenswürdigkeit, Gefälligkeit, Anpassung, schöne Ausdrucksweise, Sinn für Rhythmus und Harmonie, gewandtes Auftreten.
– Oberflächliche Liebesneigungen, Unbeständigkeit, vergnügungssüchtig.

Venus im Krebs: Liebe + Empfänglichkeit = Liebesbedürfnis
+ Tiefes Liebesempfinden, Familiensinn, harmonische Heimgestaltung, Sinn für Kunst und Musik, Liebe zu Behaglichkeit.
– Beeinflußbarkeit und Unbeherrschtheit im Liebesleben, Bequemlichkeit.

Venus im Löwen: Liebe + Gestaltung = Liebesreichtum
+ Warmes und liebebedürftiges Herz, Neigung zu Geselligkeit und Vergnügungen, Gefallen an schöner Kleidung und luxuriöser Umwelt, großzügiges Auftreten.
– Großzügigkeit im Liebesleben, Untreue, Putzsucht, Verschwendung.

Venus in Jungfrau: Liebe + Sorgfalt = Moral
+ Streben nach sittlicher Reinheit, wählerisch in der Liebe, Interesse an Lebensproblemen, Ernährungsfragen, Lebensreform und Medizin, Krankenpflege.
– Unentschlossenheit in der Liebe, Liebesenttäuschungen.

Venus in Waage: Liebe + Harmonie = Lebenskunst
+ Freude an Geselligkeit und Vergnügungen, guter Geschmack, künstlerische Veranlagung, gute Zusammenarbeit, sympathisches, verbindliches Wesen.
– Gefahr der Zersplitterung im Liebesleben, Untreue, zu «weites Herz».

Venus im Skorpion: Liebe + Selbsterhaltung = Leidenschaftlichkeit
+ Starke Anziehungskraft, große Anhänglichkeit, künstlerische Gestaltungskraft, lebhaftes Liebesempfinden, Diplomatie.
– Sinnlichkeit, Eifersucht, Heimlichkeiten, Mangel an Selbstbeherrschung.

Venus im Schützen: Liebe + Verinnerlichung = Wunschkraft
+ Idealistische Leitgedanken im Liebesleben, reiches Wünschen und Hoffen, vielseitige Interessen, Sinn für Schönheit und Kunst, Mitgefühl, Reiselust.
– Launenhaftigkeit, Empfindlichkeit, Haltlosigkeit, Förmlichkeit ohne Anteilnahme.

Venus im Steinbock: Liebe + Konzentration = Treue
+ Beständigkeit, Selbstbeherrschung, Triebbeherrschung, schwerer Eheentschluß.
– Eifersucht, Mißtrauen, Differenzen durch zu großen Altersunterschied (Ehe).

Venus im Wassermann: Liebe + Wandlung = Liebesreform
+ Fortschrittliche Gesinnung in Liebesangelegenheiten, soziales Verstehen.
– Auflehnung gegen althergebrachte Formen und Förmlichkeiten, Spekulation.

Venus in Fische: Liebe + Erwartung = Liebessehnsucht
+ Empfänglichkeit für Liebe und Kunst, Mitgefühl, Mitleid, Sehnen und Hoffen, altruistische Bestrebungen, vielseitige Beziehungen.
– Mangel an Selbstbeherrschung, Nachlässigkeit, Haltlosigkeit im Liebesleben, Verführbarkeit, Bequemlichkeit, Genußsucht, Heimlichkeiten.

Astro Wiki
AstroWiki
Aktuelle Planetenstände
26-Feb-2017, 22:35 Weltzeit
Sonne831'14"8s22
Mond1231'45"7s38
Merkur143'41"12s49
Venus1233'45"10n31
Mars2157' 2"8n33
Jupiter2228'28"r7s21
Saturn2636'20"22s05
Uranus220' 1"8n02
Neptun1135'14"8s00
Pluto1843'38"21s12
Mondkn.w323'57"r10n15
Chiron2344'11"1n00
Erklärungen der Symbole
Horoskop des Moments

Über dieses Lehrwerk

Gertrud I. Hürlimann's Standardwerk ist ein praktisches Arbeitsinstrument und umfassendes Basiswerk für alle, die diese alte Grenzwissenschaft fundiert erlernen wollen. Seit der Ersterscheinung im Jahr 1982 wurde es in 11 Auflagen gedruckt und ist eines der erfolgreichsten astrologischen Lehrbücher im deutschprachigen Raum.
Astrodienst hat die Rechte an diesem Werk erworben, den Inhalt redigiert und für die Web-Ansicht optimiert. Wir publizieren hier diese 12. Auflage kostenlos und hoffen, dass damit noch viele Astrologie-Studentinnen und -Studenten die Grundlagen dieser vielschichtigen Materie erlernen können.

Werbung
WWW.ASTRO.COM ist das grosse Astrologie-Portal mit den vielen kostenlosen Angeboten. Hochwertige Horoskopdeutungen von den weltweit führenden Astrologen Liz Greene, Robert Hand und anderen Autoren und Autorinnen, viele gratis Horoskope und qualitativ hochwertige Information über Astrologie für Anfänger und Profis machen www.astro.com zur ersten Adresse für alle Astrologie-Interessierten.
Homepage - Gratis Horoskope - Astro Shop - Astrologie Wissen - Ephemeriden - Autorinnen und Mitarbeiter - Mein Astro - Direkte Atlas-Abfrage - Sitemap -FAQ - Forum - Kontakt mit Astrodienst