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Astrologie

Ein methodisch aufgebautes Lehrwerk, von Gertrud I. Hürlimann

©Astrodienst AG 2016

b) Die Urqualitäten, Urelemente und Temperamentsbegriffe

Die wirksamen Kräfte im 360°-Kreis, dem Zodiak, den wir sinnbildhaft Tierkreis oder Bilderkreis nennen, sind nur unter dem Aspekt der antiken Lehre von den vier Urqualitäten zu verstehen. Diese Lehre bildete einen Bestandteil der Tempelgeheimnisse und wurde später von den griechischen Philosophen aufgegriffen und ausgebaut. Dazu gehört auch die Lehre von den Temperaments-typen. Sie geht zurück einerseits auf die Kosmogonie (mythische Lehre von der Entstehung der Welt) des Empedokles, anderseits auf die Säftelehre des Hippokrates.

Empedokles (490–430 v. Chr.) dachte sich die Welt zusammengesetzt aus den bekannten vier Elementen Feuer, Erde, Luft und Wasser. Hippokrates (etwa 446–377 v. Chr.) lehrte, daß der Sitz dieser Elemente im Menschen in den Körpersäften (humores) zu suchen sei. Dadurch wurde er zum Begründer der Humoralpathologie. Aristoteles (304–322 v. Chr.) suchte dann die Grundlage des Temperaments allein in der Beschaffenheit des Blutes.

Die vier Urqualitäten

Die vier Urqualitäten sind: Warm, Kalt, Feucht und Trocken.

Warm: Aktives Prinzip mit Tendenz zur Bewegung und Anziehung, Energieprinzip, Leben schaffend. Die Ausdehnung drängt zum Schaffen und Formen, Wachsen und Gedeihen. – Erhöhte Tätigkeit, Selbstbetonung, Mut, Unternehmungslust, Arbeitskraft, Freiheitsliebe, Begeisterung, Lebensfreude, Herz dominiert über Verstand.

Kalt: Aktives Prinzip der Bewegung im zusammenziehenden Sinne. Nach innen tendierende Energieentfaltung = Verminderung der organischen Kraft, Erschlaffung, Erstarrung und Rückbildung. – Konzentration, Vertiefung, Beschaulichkeit, zurückhaltendes, besinnliches Wesen, Verstand dominiert über Gemüt.

Feucht: Passives, ausgleichendes und formgebendes Prinzip. Bewirkt Verteilung der lebensspendenden Kräfte = Beweglichkeit, Elastizität, Entspannung, Erweichung, Auflockerung. Rhythmische, formenerstrebende Bewegung = Wechsel, löst Versteifungen, macht schmiegsam, sentimental. – Anschlußverlangen, anpassungsfähig.

Trocken: Passives Prinzip der Unterdrückung, Spannung, Versteifung und Verhärtung. Nach innen gerichtete Bewegungsform = Zusammenziehung und Verdichtung – Egoismus, rücksichtslose Selbstbehauptung, unbeugsam, starr, heftig.

Die Lehre von den Elementen

Die vier Elemente sind: Feuer, Erde, Luft, Wasser.

Die vier Elemente stellen Grundformen von Energie und Bewußtsein dar. Sie entsprechen den vier Kardinalpunkten, die sich bei der Teilung der Ur-Schlange oder des Kreises ergeben. Das Element, das den jeweiligen Quadranten anschneidet, ist für den ganzen Quadranten maßgebend1.

Jedes Element besteht aus einer Kombination zweier Urqualitäten. Außerdem präsentiert sich jedes Element aufgrund eines unterschiedlichen Mischverhältnisses in drei Stadien, wobei das dritte Stadium jeweils mit einer zusätzlichen Urqualität als Überleitungsprinzip zu einem anderen Element ausgerüstet ist.

Für die zwölf Sektoren des Tierkreises ergeben sich somit acht zweigliedrige und vier dreigliedrige Urqualitäten. Dreigliedrig sind die flexiblen, beweglichen Zeichen, die zu einem anderen Element überleiten.

Die hier abgehandelte Elementenlehre basiert auf den Autoren Karl Brandler-Pracht, Sindbad-Weiss, Zoe Gräfin Wassilko-Serecki und Fritz Werle. Wo sich die Aussagen nicht deckten, habe ich mich für die Versionen von Gräfin Wassilko und Fritz Werle entschieden.

Die Erklärung der Elemente erfolgt einfachheitshalber im Zusammenhang mit den Trigonen, und zwar immer vom Kardinalpunkt, der Quelle des Elementes, ausgehend.

Das Feuertrigon

Feuer = Urqualitäten Warm und Trocken mit leichtem Überwiegen von Warm

Dieses Urelement entspricht der strahlenförmig sich ausbreitenden Bewegungsform. Es manifestiert sich als Energie und Bewegung, überhaupt als das Leben. Sein Einfluß schafft Kraft, Kühnheit, Mut, Ehrgeiz, Unternehmungslust, Zuversicht+Selbstvertrauen, Idealismus+starke Empfindungen, aber auch Leidenschaft, Ungestüm, Ungeduld, Zorn, Herrschaft und Unbeugsamkeit.

Die Zeichen Widder, Löwe und Schütze gehören dem Feuerelement an mit den Urqualitäten Warm (Dynamik) und Trocken (Spannung). Sie sind wesensverwandt, gespannt extravertiert, willensbetont, aber unterschiedlich «feurig/cholerisch».

Feuer

Widder hat mehr Trocken als Warm, darum ist hier eine Spannung vorhanden im Sinne des Gespanntseins. Widder ist oft rasch gereizt, flammt schnell auf: sinnbildlich das Anfangs- oder Strohfeuer, der Initiativimpuls.
Der Widder greift vorwiegend durch die Tat in die Außenwelt ein.

Löwe beinhaltet mehr Warm als Trocken, darum brennt das Feuer beständiger, gleichmäßiger, stabiler. Der Nachschub ist gewährleistet und wird auch als selbstverständlich vorausgesetzt. Löwe hat viel Wärme und Herzensfeuer zu verschenken.
Der Löwe strebt aufgrund seines Geltungsdranges in die Außenwelt.

Schütze verzeichnet Warm und Trocken in fast ausgeglichenem Verhältnis mit leichter Beimischung von Feucht als Überleitungsprinzip zum andern positiven Element, der Luft. Schütze ist ein mehr geistiges Feuer und beweglicher, anschmiegsamer als das Widder- und Löwefeuer.
Den Schützen drängt es infolge seines Expansions- und Weitengefühls in die Außenwelt.

  • Näheres über den Widder, über den Löwen und über den Schützen.
  • Sektoren/Felder.
  • Aus dem Trigon leitet sich der 120er Winkel ab. Aspekte siehe hier. Alle Feuerzeichen sind positiv, männlich, gespannt aktiv. Sie werden mit + (+) bezeichnet. Das Temperament ist cholerisch: schnelle und starke Reaktion. Die Einstellung zu den Dingen ist impulsiv.

Das Erdtrigon

Erde = Urqualitäten Kalt und Trocken mit Domination von Kalt

Dieses Urelement entspricht der zusammenziehenden Bewegungsform und führt daher zur dichteren, festen Manifestation. Hier herrscht eine größere Bindung und Anpassung an das Materielle, an das egoistische Fühlen und Wollen. Dieses Urelement zeitigt prüfende und überlegende geistige Qualitäten und führt zu Stetigkeit, Fleiß, Geduld, Ausdauer, Klugheit, Verstand, guter Konzentrationsfähigkeit, aber auch zu Hartnäckigkeit, Starrheit und Zähigkeit, Strenge, Unbeugsamkeit, Fanatismus, starkem Kritizismus und Genußliebe.

Die Zeichen Steinbock, Stier und Jungfrau gehören dem Erdelement an mit den Urqualitäten Kalt (Kontraktion) und Trocken (Spannung). Sie besitzen eine Wesensverwandtschaft im Stofflichen, sind aber unterschiedlich «erdig/melancholisch».

Steinbock beinhaltet mehr Trocken als Kalt. Das Mehr an Trocken verleiht die Fähigkeit zu gewaltigen Anstrengungen, aber auch zu Starrheit und Herrschsucht.

Stier besitzt mehr Einheiten Kalt als Trocken. Das Stoffliche ist daher am stärksten verdichtet. Stier versteht Substanz anzuziehen und anzuhäufen. Das Vorherrschen von Kalt deutet außerdem auf Beschaulichkeit und Beharrungswillen.

Jungfrau verzeichnet Kalt und Trocken in annäherndem Ausgleich mit leichtem Einschlag von Feucht = Lösungsfaktor. Daher ist bei der Jungfrau die Anpassung an die Realität und an die Lebensbedingungen am geschmeidigsten. Die Urqualität Feucht leitet über zu einem anderen Element.

  • Diese Eigenschaften zeigen sich im Individualhoroskop auf jenen Gebieten, die von Erdzeichen besetzt sind.
  • Weiteres über den Stier, über die Jungfrau und über den Steinbock.
  • Die Polarisation aller Erdzeichen ist negativ, weiblich, gespannt passiv. Sie werden mit – (+) bezeichnet. Das Temperament ist melancholisch, beim Steinbock mit kritisch-pessimistischem Einschlag. Die Einstellung zu den Dingen ist realistisch.

Das Lufttrigon

Luft = Urqualitäten Warm und Feucht mit leichter Domination von Warm

Dieses Urelement beherrscht die gasförmige Bewegungsform. Der starke Energiefaktor des Warm wird durch die Anpassungsfähigkeit des Feucht gemildert, wodurch eine größere Schmiegsamkeit entsteht. Die Verbindung Warm/ Feucht verursacht Teilbarkeit, Vervielfältigung, Schnelligkeit, Geschmeidigkeit und größere Anpassungsfähigkeit. Empfindungen und Gefühle sind lebhafter, die geistigen Fähigkeiten beweglicher, die Eindrucksfähigkeit stärker. Interessen und Neigungen werden schnell erweckt, doch besteht die Tendenz, das Objekt zu wechseln.

Die Zeichen Waage, Wassermann und Zwillinge gehören dem Luftelement an mit den Urqualitäten Warm (Dynamik) und Feucht (Lösung). Die Luft hat mit dem Feuer das kraftspendende Warm gemeinsam.

Waage besitzt mehr Feucht als Warm. Durch das Mehr an Feuchtgehalt überwiegt das Schmiegsame. Dies begünstigt die Synthese, das Abwägen, Anpassen und Ausgleichen. Die Waage ist begabt zum Vermitteln.

Wassermann beinhaltet mehr Warm als Feucht. Da Warm in Führung ist, steht Wassermann dem Prinzip des höheren Wissens, dem Logos, am nächsten. Die Möglichkeit der Intuition, aufgrund der Zusammensetzung der Urqualitäten Warm und Feucht, ist für den Zutritt zum Urquell des Wortes am ehesten gegeben.

Zwillinge hat mehr Einheiten Warm als Feucht mit leichtem Einschlag von Trocken. Wegen der Beteiligung von Trocken bleibt der Zwilling im Denken mehr in den Bereichen des Stoffes und ist geeignet für die Einholung und Weitergabe von Informationen. Er kann theoretisierend auch schnell das Thema wechseln. Zwillinge ist das Überleitungsprinzip von oder zu einem anderen Element.

  • Weitere Angaben über Zwillinge, über Waage über Wassermann.
  • Alle Luftzeichen sind positiv polarisiert, männlich, aktiv. Sie werden mit + (–) bezeichnet. Das Temperament ist sanguinisch, bei Zwillinge und Waage gelöst aktiv, bei Wassermann gespannt aktiv, mit schneller Aufnahmebereitschaft, ausgleichend, balancierend oder theoretisierend. Die Einstellung zu den Dingen ist eine gedankliche.

Das Wassertrigon

Wasser = Urqualitäten Kalt und Feucht mit leichter Domination von Feucht

Dieses Urelement entspricht der flüssigen bzw. sich wellenartig ausbreitenden Bewegungsform und beeinflußt sehr stark das Gemüt, das Gefühl und die Empfindungswelt. Es verursacht im allgemeinen eine Neigung zur melancholischen Träumerei, stillen Beschaulichkeit und Ruhe, zur Bequemlichkeit und zum Wohlleben. Es macht weicher, leicht beeinflußbar und ebenso leicht dem Stimmungswechsel unterworfen.

Die Zeichen Krebs, Skorpion und Fische gehören dem Wasserelement an. Das Element Wasser besteht aus den Urqualitäten Kalt (Kontraktion) und Feucht (Lösung).

Krebs besitzt mehr Einheiten Feucht als Kalt. Das Element Wasser macht gefühlsbetont. Die Domination von Feucht verleiht Einfühlungsvermögen, Anpassungsfähigkeit und Verbindlichkeit, in der hier vorhandenen Kombination mit Kalt aber wechselhaft und gegensatzvoll.

Skorpion weist mehr Kalt als Feucht auf. Das Überwiegen von Kalt verhindert jedes Zerfliessen. Es bildet sich an der Oberschicht des Wassers fast Eis. Die geballte Energie drängt nach allen Seiten ihrer Auswirkung zum Äußersten. Die Gefühle sind sehr stark, die seelische Spannung groß.

Fische hat Feucht und Kalt ausgeglichen mit einer leichten Beimischung von Trocken als Anschlußprinzip. Die hier vorhandene Kombination von Feucht und Kalt hat eine Neigung zum Verdunsten. Der Einschlag von Trocken läßt dies nicht völlig zu, holt immer wieder zurück auf die Erde. Das verdunstende Moment macht sehr passiv empfänglich und findet daher leicht Anschluß an die Urquelle des Lebens. «Seele des Menschen / wie gleichst du dem Wasser / vom Himmel fällt es / zum Himmel steigt es.»

  • Mehr über den Krebs, über den Skorpion und über Fische.
  • Alle Wasserzeichen sind negativ polarisiert, weiblich, passiv. Sie werden mit – (–) bezeichnet. Das Temperament ist phlegmatisch, bei Krebs und Fische gelöst passiv mit einem melancholisch-träumerischen Einschlag, bei Skorpion gespannt passiv, zäh verhalten. Die Einstellung zu den Dingen ist eine gefühlsmäßige.

Die Temperamente

Die vier Temperamentstypen sind: der Choleriker, der Melancholiker, der Sanguiniker und der Phlegmatiker. Es versteht sich von selbst, daß der Mensch stets alle vier Temperamente in sich vereinigt. Meistens tritt aber eines davon stärker in den Vordergrund. Dieses stärkere Hervortreten ist aus dem Geburtsbild aufgrund der Planetenverteilung, Ascendent (AC) und Himmelsmitte (MC) erkennbar. Die Auszählung der Temperamentseinheiten wird auf Seite 240 gezeigt.

Empedokles Hippokrates Aristoteles Bezeichnung der Temperamente Zuordnung der Tierkreis-Zeichen
Elemente Körpersäfte Blutbeschaffenheit
Feuer gelbe Galle warmblütig cholerisch   
Erde schwarze Galle schwerblütig melancholisch   
Luft Blut (sanguis) leichtblütig sanguinisch   
Wasser Schleim kaltblütig phlegmatisch   

Das cholerische Temperament

Der ausgeprägte Choleriker besitzt eine schnelle und starke Reaktion der Gefühle und neigt daher zu Gereiztheit und Heftigkeit des Erlebens. Seine Gefühle sind derart intensiv, daß sie rasch in einen Affekt überleiten: Er ist ein Affektmensch.

Der Choleriker hat Zustände des Mißmuts, der Wut und des Jähzorns, vergißt sich leicht und kann jede Beherrschung verlieren. Oft ist ihm die explosive Zornneigung schon ins Gesicht geschrieben: aggressiv-glänzende Augen, Zornesfalten auf der Stirn und leicht geschwollene Schläfenadern. Doch seine Ausbrüche sind nur von kurzer Dauer.

Er ist ein Draufgänger und Heißsporn, hat einen Bewegungs- und Tätigkeitsdrang und strebt nach Zielen, die Macht oder Ideale verheißen. Manchmal verwegen bis tollkühn faßt er Dinge an, die ein anderer kaum wagen würde. Er nimmt die Aufgaben mit Schwung in Angriff, mit vollem Vertrauen auf seine eigene Dynamik. Die starke Gespanntheit drängt zu Sofortlösungen. Widerstände entzünden seinen Willen.

Der Choleriker hat ein starkes Selbstgefühl, ist ehrgeizig und leicht herrschsüchtig. Manchmal rechthaberisch, etwas eigenwillig, oft unduldsam und kritikempfindlich haßt er alles Kleinkarierte. – Sein Schritt ist entschieden-fest. Er tritt vorwiegend mit der Ferse auf.

Astrologisch gesehen ist das cholerische Temperament vorherrschend, wenn die Zodiakalzeichen Widder, Löwe und Schütze eine starke Besetzung mit Planeten aufweisen, insbesondere dann, wenn Sonne und Ascendent in das gleiche, schon überfüllte Feuerelement fallen. Doch eine cholerische Prägung ist bereits

Trotzdem, nicht jede Überbesetzung von Feuerzeichen, insbesondere eines einzelnen, macht einen Choleriker. Bei Überkompensation wird manchmal das Gegenzeichen, auf das sämtliche Oppositionen fallen, gelebt. Der Umkehrtyp zeigt sich am ausgeprägtesten bei den kardinalen Zeichen.

Gegenzeichen der Feuerzeichen sind die Luftzeichen.

Das melancholische Temperament

Der ausgeprägte Melancholiker liebt die Stille und haßt die lärmende Lustigkeit. Er nimmt die Dinge etwas zu schwer und neigt dazu, an seine Lebensführung zu strenge Forderungen zu stellen. Er besitzt eine starke, tiefe und nachhaltige von Gleichmäßigkeit gekennzeichnete Erlebnisfähigkeit sowie eine herabgeminderte Reaktionsbereitschaft, ist erzkonservativ und weigert sich, stets neue Eindrücke aufzunehmen. Er beschränkt sich auf nur gewichtige. Es fehlt die «lebensunmittelbare Dynamik».

Im Denken bohrt er in die Tiefe. Er will den Dingen auf den Grund gehen. Es besteht eine seelische Komplexneigung mit depressiver Tendenz. Im Leistungsbereich darf keine rasche Umstellung und Anpassung erwartet werden, dafür aber Fleiß, Ausdauer, Gründlichkeit, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit. – Der Gang des Melancholikers wirkt meist schleppend und manchmal etwas zögernd.

Astrologisches: Das melancholische Temperament ist vorherrschend, wenn die Erdzeichen Stier, Jungfrau und Steinbock oder ein einzelnes davon infolge starker Besetzung mit Planeten überbetont sind. Oft ist eine melancholische Prägung bereits durch den AC in einem Erdzeichen und einen dominanten Saturn angezeigt.

Bei Überkompensation sind die Wasserzeichen angesprochen.

Das sanguinische Temperament

Der ausgeprägte Sanguiniker ist von froher Grundstimmung, lacht gerne, hat ein optimistisches Weltbild, ist ausgesprochen extravertiert, nimmt das Leben eher von der leichten Seite, ist ohne ängstliche Bedenken und tritt daher an die Lebensaufgaben frei und unbekümmert heran. Eindrucksfähig, schnell erregbar, aufgeschlossen, anpassungsfähig und bildsam zieht er wendig Schlüsse und kombiniert mit flinker Leichtigkeit. Er ist wortgewandt und schlagfertig, neigt aber in seiner Arbeitsweise wegen zu großer Vielseitigkeit zu Oberflächlichkeit und Unkonzentriertsein.

Der Sanguiniker ist ein lebhafter, meist gutgelaunter Gesellschafter, der immer wieder einen Nachschub an neuen Eindrücken benötigt. Seine Gefühlsansprechbarkeit ist groß, das Erleben eher schwach, flüchtig und ungleichmäßig. Unangenehmes vergißt er leichtherzig. – Die Bewegungen des Sanguinikers sind locker und anmutig. Sein leichtfüßiger Gang ist elastisch und hat etwas Hüpfend-Springendes.

Astrologisches: Das sanguinische Temperament ist vorherrschend, wenn die Luftzeichen Zwillinge, Waage und Wassermann mit Planeten überbesetzt sind. Das Sanguinische macht sich bereits erheblich bei einem Ascendenten im Element Luft und Merkur am Aufstieg bemerkbar.

Bei einer Überkompensation des Elementes Luft sind die Feuerzeichen angesprochen.

Das phlegmatische Temperament

Der ausgeprägte Phlegmatiker besitzt eine stabile Lebensgrundstimmung, ist ohne besonderen Ehrgeiz und läßt sich nur schwer begeistern: Ein rasches Anspringen auf Reize fehlt. Er bewahrt äußeren Ereignissen gegenüber Gleichmut, mag die Behaglichkeit, ist konservativ, bejaht das Gewohnte, Althergebrachte, ist ausdauernd, anhänglich und im allgemeinen mit sich und der Welt zufrieden. In erregenden Situationen behält er die Nerven. Wenn er einmal in Affekt gerät, was selten geschieht, ist seine Ruhe rasch wieder hergestellt.

Der Mitwelt gegenüber begegnet der Phlegmatiker freundlich, gutmütig, nachgiebig sowie friedfertig. Als stiller, passiver, introvertierter Mensch liebt er die Ruhe, ist verträglich und mag störende, aufwühlende Erlebnisse nicht. Er ist eher etwas läßig, und es dauert lange, bis er sich zu einem Entschluß durchgerungen hat. Dann aber hält er daran fest, teils aus Zähigkeit, teils aus passivem Kleben, teils aus Bequemlichkeit. Frei von Machttendenzen erreicht er seine Ziele eher auf Umwegen. – Die Bewegungen des Phlegmatikers sind behäbig, ruhig, träge, weich-schleppend.

Astrologisches: Das phlegmatische Temperament ist vorherrschend, wenn die Wasserzeichen Krebs, Skorpion und Fische eine starke Besetzung mit Planeten aufweisen.

Bei Krebs und Fische kommen zum phlegmatischen Temperament noch melancholisch-träumerische Einschläge, beim Skorpion die innere Spannung des melancholischen Temperamentes. Jedenfalls gehören Krebs und Fische zu den gelösten Innenmenschen, was für den Skorpion selten zutrifft. Er ist eher seelisch gespannt.

Bei Überkompensation sind die Erdzeichen angesprochen. Doch tritt der Umkehrtyp meist nicht so offenkundig zu Tage, weil sich der Phlegmatiker und der Melancholiker in einigen Belangen überschneiden.

Es gibt Astrologen – dazu gehört auch die Huberschule in CH-Adliswil/ZH –, die den Erdzeichen das phlegmatische und den Wasserzeichen das melancholische Temperament zuweisen.

Zum Umkehrtyp

Wird nun die in der klassischen Astrologie fehlende Erde in das Geburtsbild eingesetzt, erklärt sich plötzlich, warum wir in der Praxis so auffallend oft mit Themen konfrontiert werden, die dem Oppositionszeichen der Radixsonne zugeordnet werden, und das auch dann, wenn das Gegenzeichen mit keinerlei Gestirnen bestückt ist. Befinden sich Planeten im Oppositionszeichen zur Sonne, bilden sie gleichzeitig eine Konjunktion mit der Erde. Und diese sich in Konjunktion mit der Erde befindenden Planeten sind es, die Maßgebliches zur Verwirklichung der Lebensaufgabe der Sonne-Erde-Achse beisteuern. Sie haben ein gemeinsames Thema, was bei der Opposition bzw. den Tierkreiszeichen in Opposition stets der Fall ist.

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Über dieses Lehrwerk

Gertrud I. Hürlimann's Standardwerk ist ein praktisches Arbeitsinstrument und umfassendes Basiswerk für alle, die diese alte Grenzwissenschaft fundiert erlernen wollen. Seit der Ersterscheinung im Jahr 1982 wurde es in 11 Auflagen gedruckt und ist eines der erfolgreichsten astrologischen Lehrbücher im deutschprachigen Raum.
Astrodienst hat die Rechte an diesem Werk erworben, den Inhalt redigiert und für die Web-Ansicht optimiert. Wir publizieren hier diese 12. Auflage kostenlos und hoffen, dass damit noch viele Astrologie-Studentinnen und -Studenten die Grundlagen dieser vielschichtigen Materie erlernen können.

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