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Astrologie

Ein methodisch aufgebautes Lehrwerk, von Gertrud I. Hürlimann

©Astrodienst AG 2016

Die Mondknoten-Achse

Mondknotenachse Der auf- und absteigende Mondknoten sind Schnittpunkte der Ekliptik. Der Mond befindet sich bei seinem Umlauf teils nördlich, teils südlich der Ekliptik. Die Mondbahn hat eine Neigung von 5° gegenüber der Sonnenbahn. In der Projektion auf den Fixsternhimmel überschneiden sich daher die Bahnen von Sonne und Mond an zwei im Tierkreis gegenüberliegenden Stellen: den Mondknoten.

Die Mondknoten verschieben sich kontinuierlich in ost-westlicher Richtung, entgegengesetzt den Tierkreisbildern um 1° 30' pro Monat oder 3' pro Tag. Ein ganzer Umlauf durch den Tierkreis wird in 18 Jahren, 7 Monaten und 9 Tagen vollendet.

Der aufsteigende Mondknoten

Der aufsteigende Mondknoten bezeichnet den östlichen Schnittpunkt der Ekliptik mit der Mondbahn. Bei den Alten hieß der aufsteigende Knoten Drachenkopf. Sie sagten ihm Jupiterkräfte zu. Der aufsteigende Mond-knoten ist ein Kontaktknoten. Seine soziologischen Entsprechungen sind Versammlungen, Verbindungen, Gesellschaften, Blutsverbindungen, Verwandtschaft. Der aufsteigende Mond-knoten hat einen Umweltbezug, ähnlich dem Ascendenten. Während meiner Münchner Zeit (1963/66) wurde ich gelehrt, bei fehlendem As cendenten die Horizontachse durch die Mondknotenachse zu ersetzen. Die Mondknotenachse wird auch kosmische Initiativachse genannt.

Ascendent, Widderpunkt und Mondknoten haben Strukturähnlichkeit.

Der Ascendent ist der östliche Schnittpunkt von Ekliptik und Horizont, Widder, Frühlingspunkt ist der östliche Schnittpunkt von Ekliptik und Äquator, und der aufsteigende Mondknoten ist östlicher Schnittpunkt von Ekliptik und Mondbahn.
Michael Vagi, «Mondknoten», Verlag Dr. Georg Vajna & Co, Budapest, 1942.

In der Mondknotenachse, wo sich die Bahnen von Sonne (Vater) und Mond (Mutter) überschneiden, vereinen sich die beiden Erblinien väterlicher- und mütterlicherseits17. Der aufsteigende Mondknoten – es werden ihm außer Jupiter- auch Marsfunktionen zugewiesen – zeigt, was aus dem Erbgut aktivierbar ist17. Als Pluspol symbolisiert der aufsteigende Mondknoten die nach außen drängenden Kräfte. Die Mondknotenachse als Erbfaktor bestätigt, daß sich der Mensch nur in eine ihm wesengemäße Erblinie inkarnieren kann. Vater und Mutter sind die Voraussetzung, den Körper, den sich die Seele selbst baut, sichtbar werden zu lassen. Die Seele kann aber für ihr Erscheinungsbild nur dort «Material» holen, das ihrem eigenen Wesen entspricht. Der Körper, in dem die Seele west, muß ihrer Eigenart entsprechen.

Der absteigende Mondknoten

Die Alten bezeichneten den absteigenden Mondknoten als Drachenschwanz. Nach altindischer Anschauung steckt der Mond bei Mondfinsternissen im Rachen des Râhu (Drachen). Dem absteigenden Mondknoten wird Saturnfunktion zugewiesen, in ihm findet eine saturnale Konzentration statt. Der Drachenschwanz symbolisiert das Urgedächtnis. Alle Erfahrungen sämtlicher Inkarnationen liegen im Urgedächtnis. Die Erfahrungen des Ichs, seine Aktionen dieser Existenz, sind im absteigenden Mondknoten dem Selbst integriert. Schlüsselgewaltiger, Herr der Unterwelt, des Unbewußten ist Pluto. Erbbiologisch befinden sich im absteigenden Knoten die Erfahrungen unserer Vorfahren. Der absteigende Knoten ist ein empfindlicher Punkt. Er symbolisiert auch Trennungen, hauptsächlich von Blutsverwandten.

In der Mondknotenachse liegt eine Nahtstelle der letzten und jetzigen Existenz. Sie verbindet Vergangenes und Zukünftiges. Der aufsteigende Knoten besagt, wo in der Zukunft sich Ansatzmöglichkeiten befinden.

Wer sich für die Mondknotenachse ausführlicher interessiert, hat Gelegenheit, bei den im Anhang aufgeführten Schulen spezielle Mondknoten-Seminare zu besuchen. Karmische Hinweise gibt der Autor Martin Schulman in: Karmische Astrologie 1, Mondknoten und Reinkarnation, Urania Blaue Reihe 8, München 1983.

Literatur:

  • Mondknoten Astrologie, Bruno + Louise Huber, API, CH-8134 Adliswil.
  • Karmische Astrologie 1, Mondknoten und Reinkarnation, Martin Schulman Urania Blaue Reihe 8, München, 1983.
  • Karma-Astrologie, Dorothée Koechlin de Bizemont, Knaur 4131.

Mondknoten-Wirkungen in den Tierkreiszeichen

(Zusammengestellt aus Kosmopsychologie von Reinhold Ebertin)

Mondknoten im Widder: Verbindung + eifriges Wollen = Verbindungsstreben
+ Streben nach Übernahme der Führung in Gemeinschaften, Pflege persönlicher Verbindungen.
– Ausnutzung von Verbindungen.

Mondknoten im Stier: Verbindung + Sicherung = Dauerverbindung
+ Festigung und Erhaltung von Verbindungen, Pflege und Ausbau von Gemeinschaften.
– Persönliche Vorteile durch andere erstreben.

Mondknoten in Zwillinge: Verbindung + Vielfalt = vielseitige Verbindung
+ Vielseitige Verbindungen und Anregung durch solche, verwandtschaftliche und nachbarliche Beziehungen pflegen.
– Oberflächliche Verbindungen, Ausnutzung von Beziehungen.

Mondknoten im Krebs: Verbindung + Empfänglichkeit = seelisches Verbundensein
+ Starke Bindung an Elternhaus und Heimat, seelische Bindungen.
– Verwandtschaftliche Differenzen.

Mondknoten im Löwen: Verbindung + Gestaltung = Organisation
+ Verbindungsdrang zu gemeinsamer Arbeit, zu gemeinnützigen Bestrebungen oder aus Geltungsdrang.
– Ausnutzung anderer, Spekulationen mit anderen.

Mondknoten in Jungfrau: Verbindung + Sorgfalt = Organisation
+ Verbindung mit Lehr- und Forschungsinstituten, Arbeitsgemeinschaften, Gewerkschaften, Parteien.
– Zersetzende Tätigkeit durch Nörgelei und unangebrachte Kritik, Geheimbündelei.

Mondknoten in Waage: Verbindung + Harmonie = Freundschaft
+ Gemeinschaftssinn, Geselligkeit, harmonische Ausgestaltung von Veranstaltungen in derÖffentlichkeit.
– Gestörte Verbindungen, Mangel an Gemeinschaftssinn.

Mondknoten im Skorpion: Verbindung + Selbsterhaltung = Schicksalsgemeinschaft
+ Kampfgemeinschaft, energische Zusammenarbeit, Zweckgemeinschaft.
– Zusammenhalt durch Gewalt, Zersetzung von Verbindungen.

Mondknoten im Schützen: Verbindung + Verinnerlichung = Seelengemeinschaft
+ Seelisch-geistige, weltanschauliche oder juristische Zusammenarbeit.
– Gesetzwidrige und zersetzende Verbindungen.

Mondknoten im Steinbock: Verbindung + Konzentration = Zweckverbindung
+ Streben nach zweckmäßigen Verbindungen, Verantwortungsbewußtsein anderen gegenüber.
– Strebertum und Egoismus innerhalb von Gemeinschaften.

Mondknoten im Wassermann: Verbindung + Wandlung = gemeinsame Reformen
+ Anregende freundschaftliche Beziehungen mit vielseitigen Interessen und Neuerungsbestrebungen, soziale Gemeinschaft.
– Umstürzlerische gemeinsame Bestrebungen.

Mondknoten in Fische: Verbindung + Erwartung = Glaubensgemeinschaft
+ Gemeinsame religiöse, philosophische, philanthropische Bestrebungen.
– Die Allgemeinheit schädigende Verbindungen.

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Mars2152'51"24n00
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Saturn267'17"r22s01
Uranus2635'59"9n44
Neptun146'33"7s04
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Über dieses Lehrwerk

Gertrud I. Hürlimann's Standardwerk ist ein praktisches Arbeitsinstrument und umfassendes Basiswerk für alle, die diese alte Grenzwissenschaft fundiert erlernen wollen. Seit der Ersterscheinung im Jahr 1982 wurde es in 11 Auflagen gedruckt und ist eines der erfolgreichsten astrologischen Lehrbücher im deutschprachigen Raum.
Astrodienst hat die Rechte an diesem Werk erworben, den Inhalt redigiert und für die Web-Ansicht optimiert. Wir publizieren hier diese 12. Auflage kostenlos und hoffen, dass damit noch viele Astrologie-Studentinnen und -Studenten die Grundlagen dieser vielschichtigen Materie erlernen können.

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