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Astrologie

Ein methodisch aufgebautes Lehrwerk, von Gertrud I. Hürlimann

©Astrodienst AG 2016

Der Stier-Typus

Sonne im Zeichen Stier.
Ascendent im aufsteigenden Zeichen Stier.

Das Stier-Symbol zeigt den geschlossenen Kreis, ausgerüstet mit geistigen, schöpferischen Kräften. Auf ihm ruht dominierend die Schale, das weibliche Prinzip, stoffliche Nahrung aufnehmend und dem Kreis einverleibend. Das Sinnbild kann auch als stilisierter Kopf einer Kuh bezeichnet werden.

Sonnenstand Stier

Die Sonne durchläuft vom 21. April bis 21. Mai das Tierkreiszeichen Stier.

Die Urqualitäten dieses Zeichens sind Kalt und Trocken, die Polarität weiblich. Das Element ist dasjenige der Erde, das Temperament melancholisch. Aufgrund der stabilisierenden Eigenschaften gehört das Zeichen Stier dem fixstabilen Kreuz an. Als Charaktertyp ist der Stier gespannt introvertiert. Der Konstitutionstyp ist lymphatisch-nervös, pyknisch, ein Ernährungsnaturell. Die Kernhaltung ist eine beharrliche. Die Regentin oder Herrscherin ist Venus. Die dem Stier entsprechende Farbe ist die blaue; einige Forscher glauben, es wäre die orange. Der Ton ist cis. An Körperteilen untersteht dem Stier der Hals.

Stier, lateinisch Taurus, ist das zweite Zeichen des Tierkreises. Das Grundelement des I. Quadranten ist das Feuer1, das zusätzliche Element für Stier ist das zweite, fixe Stadium der Erde. Die zweiten dreißig Grade, 30° bis 60°, symbolisieren das Stabilisieren des durch Widder in Szene Gesetzten. Stier ist daher ein fixes Erdzeichen mit konsolidierenden Eigenschaften. Der bedächtige Stier überstürzt niemals eine Sache. Er muß immer alles gründlich überlegen. Langsam und stetig verfolgt der Stier-Mensch seine Pläne. An seinem Ziel arbeitet er zäh und ausdauernd, immer mit den Realitäten des Lebens rechnend.

Im Stier kommt das zentripedale Prinzip zur Entfaltung, das ist die Kraft, die von außen nach innen wirkt. Der Stier «verleibt» ein. Dieses Einverleiben bezieht sich auf alle nur möglichen Gebiete des Lebens wie Werte und Geld, aber auch gutes und reichliches Essen und Trinken. Obwohl Stier primär auf materielle Belange ausgerichtet ist, kann er auch Inspirationen und Ideen aus geistigen Ebenen empfangen. Stiertypen haben oft hohe und gute mediale Fähigkeiten. Dabei bewahrt sie der massive Grund, auf dem sie sich bewegen, vor Schaden, dem Medien leicht ausgesetzt sind. Stiere stehen mit beiden Füßen auf dem Boden der Realität. Auf dem Gebiet der Radiästhesie, mit Spezialisierung auf Reizzonenerforschung, haben sie oft bemerkenswerte Begabungen. Vor vie len Jahren erlebte ich in Ravensburg, daß von sieben Radiästheten, außer einem Widder und mir, fünf Stiere anwesend waren, davon einer ein Doppelstier.

Der Stier hat etwas Bodenständiges, Konservatives und einen praktischen Sinn für die Anforderungen des Lebens. Er ist Realist und unternimmt nur Dinge, die machbar sind. Wenn er selbst materiell abgesichert ist, ist er gutmütig, warmherzig und hilfsbereit. Wegen des fixen Zeichens besitzt der Stier Ruhe, Beharrlichkeit und Geduld. Er liebt die Bequemlichkeit, und der Körper des Stiers ist in der Regel vielen lebhaften Bewegungen abgeneigt. Er hat ein starkes Gefühlsund Wunschleben. Seine Zufriedenheit und die Harmonie sind meist von der materiellen Grundlage abhängig. Daran mißt der Stier seinen Eigenwert.

Da das Zeichen Stier den Hals beherrscht, haben Menschen mit starker Betonung dieses Zeichens oft einen kurzen, starken Hals: einen Stiernacken. Dazu eine Kostprobe aus Unerkannte astrologische Menschenkunde im deutschen Sprachschatz von Erich von Beckerath (15.12.1891–16.5.1981):

Unter den mit einem Stiernacken ausgezeichneten Leuten findet man zuweilen Geizhälse. Nicht etwa Geizfüße oder Geizbäuche, nein: Geizhälse. Das sind die Halsstarrigen, die kein Geld herausrücken. Ja, das Geld, das können die Stier-Leute ausgezeichnet verwalten, auch Geld machen können sie, sie denken sogar meist in Geld. Übrigens sind da herum auch die Geizkragen anzutreffen, denn Kragen werden ja meistens um den Hals getragen. Stier-Leute fragen viel mehr als andere Menschen: ‹Was kostet das?› oder ‹Wer bezahlt das?› Nicht jeder Stier-Geborene ist ein Geizhals oder Geizkragen, aber es ist schon so, daß die Stier-Geborenen für pekuniäre Fragen größeres Verständnis haben als andere, deren Begabung woanders liegt. Pekuniär? Was ist das für ein Wort? Was hat das mit Geld zu tun? Es ist vom lateinischen ‹pecus› abgeleitet, das Vieh bedeutet, und von ‹pecus› wiederum ist das Wort ‹pecunia› abgeleitet, was bei den italischen Ureinwohnern und später bei den Römern ursprünglich Besitztum und Vermögen bedeutete, dann Vermögen überhaupt, besonders Geld, denn in jenen alten Zeiten wurde der Reichtum eines Menschen nach der Größe seiner Viehherden bemessen. ‹Pecunia nervus rerum› heißt das lateinische Sprichwort, was bedeutet: Das Geld ist nun einmal der Lebensnerv aller Dinge.

Die Erfahrung zeigt, daß nicht nur ein stark besetztes Zeichen Stier eine größere Kragenweite möglich macht, sondern auch ein gut besetztes zweites Erdhaus, das ja dem Stier analog ist (zum Beispiel beim Politiker Franz Josef Strauß).

In den Händen der Stier-Menschen – wie überhaupt bei starker Besetzung fixer Zeichen/Häuser – fand ich des öfteren auf Daumen und/oder Zeigefingern den Wirbel, und zwar den eher zur Kreisform neigenden. Dieses Fingerleistenmuster bevorzugt jene Menschen, die nicht so schnell ihre einmal gefaßte Meinung ändern. Gegenüber neuen Ideen sind sie skeptisch, solange sich das Alte bewährt hat. Sie haben es schwer, sich mit einer neuen Sache zu identifizieren und benötigen Zeit, um sich die Dinge gründlich überlegen zu können. Im nachhinein, wenn die umgesetzte Idee materielle Erfolge einbrachte, glaubt der Fixierte des öftern, die Idee wäre seine eigene gewesen. – Umgekehrt, ein Fixierter ist am ehesten für eine neue Sache zu gewinnen, wenn ihm mit Charme (er mag gute Umgangsformen) beigebracht werden kann, daß die Idee des Neuen letztendlich seine eigene sei.

Der Ascendent Stier

Stier ist Ascendent, wenn zur Zeit der Geburt am östlichen Horizont das Tierkreiszeichen Stier aufsteigt. Geburtsgebieterin ist Venus. Die Sonne kann irgendwo im Tierkreis liegen. Befindet sich die Sonne ebenfalls im Stier, spricht die Fachsprache vom Doppelstier. Der AC-Stier hat als Wesens- oder Erbanlage die dem Tierkreiszeichen Stier zugeschriebenen körperlichen, seelischen und geistigen Fähigkeiten. Die Grundkernhaltung4, sein innerstes Wesen1, ist jene seines Sonnenstandes (Tierkreiszeichen ist immer Anlage1).

Ein Stier-AC identifiziert sich mit den Angelegenheiten des 2. Sektors/Feldes. Seine Umwelteinstellung bezieht sich auf die Lebenssicherung. Er strebt nach Stabilität, Ruhe, Besitztum, materiellen Werten jeder Art, steht auf dem Boden der Tatsachen und ist Praktiker. In der Regel ist der Stier höflich, vertrauenerweckend, besitzt einen gewissen Charme.

Wesentlich ist die Stellung der Geburtsgebieterin Venus in Feld und Zeichen. Dort werden die Stieranlagen eingesetzt. Venus haben aber nicht nur mit Geld und Sicherung, sondern auch mit Empfindung und Kunst zu tun. Sehr stur, hartnäckig und uneinsichtig kann ein AC-Stier sein, wenn ihm Saturn im Nacken sitzt, das heißt auf der Spitze des ersten Feldes.

Die typischen Begabungs- und Betragenseigenschaften für Sonne und/oder Ascendent in Stier sind folgende:

+ Ausdauer, Beharrlichkeit, Besonnenheit, Gründlichkeit, Grundsätzlichkeit, Stetigkeit, Sachlichkeit, Vernünftigkeit, Logik, Wirklichkeitssinn, Formensinn, Beständigkeit, Gemessenheit, Pflichttreue. Gesinnungstreue, Überzeugungstreue.18

– Hartnäckigkeit, Sturheit, Unbeugsamkeit, Eigenwilligkeit, Unnachgiebigkeit, Verschlossenheit.18

Die Spiegelung oder Antiszien

Zwar ist der Stier zentripedal (nach innen gerichtet), aber Stier spiegelt sich in Löwe, dem verausgabenden Prinzip. Löwe mundan, individuell 5. Feld, hat zu tun mit Herzensangelegenheiten und Unternehmungen spekulativer Natur wie Lotterie, Theater, Vergnügungslokale, kreativer, schöpferischer Leistungen jeder Art, Spieltrieb. Kaum, daß Stier spekulieren würde. Er ist zu stark auf Sicherheit bedacht. Aber Stier bezieht oft sein Einkommen aus der Vergnügungsbranche, Spielsalons oder Börsen, Kunsthandel, sei es als Angestellter oder als Besitzer solcher Unternehmungen. Auch ist er ein guter Wirt. Stiere wissen stets, wo das beste Restaurant zu finden ist.

Da Löwe/5. Feld außer mit Künsten auch mit Kindern und Kindererziehung zu tun hat, sind unter dem Zeichen Stier oft Kindergärtnerinnen zu finden, die dann, künstlerisch begabt, sehr viel Sinn für Bastelarbeiten besitzen.

Die Berufssituation

Talente sind in Richtung Musik, besonders Gesang, dem Volkslied, zu finden. Auch das Kunstgewerbe ist vertreten, am ehesten Keramik, Weberei, Plakatkunst und Innendekoration. Der Stier mag Schmuck und schöne Innenausstattung, aber Schönes muß zugleich praktisch sein. Stier zeigt oft Geschicklichkeit in der Kochkunst und Freude an einem gut gefüllten Magen. Stierberufe sind vielfach solche, die mit dem Finanzwesen zu tun haben wie Banken, Kreditinstitute, Verwaltungen, ferner Arbeit mit der Scholle wie Landwirtschaft, Gärtner, Baumeister, Architekt, Kaufleute in der Textilbranche, Händler mit Naturalien und Lebensmitteln. Außerdem werden viele Staatsmänner, Politiker und Diplomaten unter Stier geboren.

Falls sich keine besonderen Berufsbegabungen herauskristallisieren, sind Arbeiten zu bevorzugen, bei denen es mehr auf Verantwortung und gleichmäßige Abwicklung ankommt denn auf Schnelligkeit. Stier macht auch Routinearbeiten, aber nicht im Akkord. Ruhiges, beschauliches, mehr praktisch ausgerichtetes Schaffen liegt ihm besser.

Astromedizin

An Organen unterstehen dem Stier Hals, Nacken, Rachen, Mandeln also der gesamte Kehlkopf. Wegen der Opposition zum Zeichen Skorpion sind sekundär auch die Geschlechtsorgane betroffen und infolge der Quadratur zum Zeichen Löwe das Herz. Nicht nur die Antiszien des Zeichens Stier fallen ins Zeichen Löwe, sondern auch die Quadraturen. Alle diese Organe gehören beim Stier zu den empfindlichen Stellen. Bei günstiger Besetzung des Zeichens Stier finden sich viele Sänger. Stiere haben öfters eine gutklingende, melodiöse Stimme. Meist ist der Körper des Stiers kräftig gebaut, neigt etwas zur Fülle, wobei mitunter die Betonung des Halses auffallen kann.

Krankheiten des Halses hängen oft mit Unterleibsstörungen zusammen. Da Stier als 2. Sektor auch das Finanzhaus darstellt, können Halsleiden mit Geldverlusten in Zusammenhang stehen.

Biochemisches «Stiermittel»: Natrium sulfur.22 = Schüssler-Salz Nr. 10.

Venus astronomisch

Venus
Farbversion einer Radarkarte der Venus-Oberfläche mit Bergen und Tälern; der größte Teil der Oberfläche ist relativ flach (NASA).

Jeder von uns hat diesen Planeten als Abend- oder Morgenstern schon einmal hell leuchtend am Himmel gesehen. Schon im Altertum spielte die Venus in den Kulturen eine große Rolle. Im Fernrohr zeigt Venus verschiedene Beleuchtungsphasen, wie wir sie auch von unserem Mond kennen – ein Hinweis darauf, daß dieser Planet innerhalb der Erdbahn um die Sonne kreist. Der Abstand Sonne – Venus beträgt 108 Mio. km, ein Umlauf dauert 325 Tage. Venus ist mit 12100 km Durchmesser fast ebenso groß wie unsere Erde, aber trotz des relativ geringen Mindestabstands zwischen den beiden Planeten von 38 Mio. km sind auf der Venus auch in großen Teleskopen keinerlei Einzelheiten zu erkennen. Die Erklärung dafür ist eine dicke Wolkenschicht in der Atmosphäre, die nie aufreißt. Die lange Ungewißheit über die wahren Zustände auf der Venus-Oberfläche ließ die merkwürdigsten Spekulationen entstehen. Einige «Experten» sprachen von üppiger Vegetation auf dem Planeten, von großen Tieren und sogar von menschenähnlichen Wesen. Es gibt Scharlatane, die mit einer Fliegenden Untertasse zu aufregenden erotischen Abenteuern auf die Venus geflogen sein wollen, und einige naive Zeitgenossen glauben das auch noch. Die Wahrheit über die Zustände auf der Venus sieht sehr viel unromantischer aus, russische Raumkapseln stellten an der Oberfläche Temperaturen von fast 500°C fest und einen atmosphärischen Druck von fast 100 bar, wie er auf der Erde in 1000 m Wassertiefe herrscht.

Venus
Aufnahme der Venus-Sichel durch den Pioneer-Orbiter, die Wolken in der Venus-Atmosphäre sind gelblich und bestehen aus Säure (NASA).

Die russischen Venus-Kapseln machten auch Bilder der Oberfläche, es handelt sich offensichtlich um eine trostlose, rötlich-braune Sand- und Steinwüste, wo kaum ein kühlendes Lüftchen weht. Einen großen Fortschritt bei der Erforschung der Venus-Atmosphäre erbrachten die beiden amerikanischen Pioneer-Raumsonden, eine davon setzte vier kleine Meßkapseln in die Wolkenhülle ab. In der Kohlendioxid-Atmosphäre schweben kleine Schwefelsäure-Tröpfchen, heftige Gewitter- und Blitzentladungen bereichern die «höllischen» Zustände. Die zweite Pioneer-Sonde schwenkte in eine Satellitenbahn um Venus ein und tastete die Planeten-Oberfläche mit einem kleinen Radargerät ab. So konnte die dichte Wolkenhülle durchdrungen und etwas über das eigentliche Aussehen dieses Planeten in Erfahrung gebracht werden. Die Radardaten besagen, daß die Venus von einer großen Ebene beherrscht wird, in die einige tiefe Gräben einschneiden und aus der einige hohe Bergmassive aufragen. Auch die Existenz einiger noch aktiver Vulkane auf der Venus wird nicht ausgeschlossen. Im September 1990 bestätigten detaillierte Bilder der US-Raumsonde «Magellan», daß die Venus aus einer steinigen Wüstenlandschaft, Vulkanen von einem Durchmesser bis zu 50 Kilometern und lavagefüllten Tälern besteht. Der Druck an der Oberfläche der Venus ist etwa 90mal höher als auf der Erde. Die Temperaturen betragen bis zu 500 Grad Celsius. Trotz eines großen Nickel-Eisen-Kerns hat die Venus kein Magnetfeld, was auf die sehr langsame Rotation des Planeten zurückzuführen sei. Die Venus besitzt keinen Mond.

Das Urprinzip Venus

Runenmäßig besteht das Venus-Symbol aus dem Kreis, als das in sich geschlossene harmonische geistige Prinzip. Der Kreis liegt auf dem irdischen materiellen Symbol, dem Kreuz, das auch den Körper versinnbildlicht. In der Biologie wird das Venus-Ideogramm für die Bezeichnung des weiblichen Prinzips verwendet.

Prinzip: Harmonie, Liebe, Kunst, Ästhetik.

Astronomisches in Kurzfassung

Venus, der Morgen- und Abendstern, ist nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Himmel. Sie dreht sich in 243,1 Tagen einmal um ihre Achse, und zwar im Uhrzeigersinn. Diese sogenannte retrograde Rotation verläuft genau entgegengesetzt der Bahn um die Sonne und ist im ganzen Sonnensystem einmalig. Die Venus kann sich nie weiter als 48 Grad von der Sonne entfernen.

Mythologisches

Venus (römisch) oder Aphrodite (griechisch), nach Homer eine Tochter Zeus' (Jupiter) und der Titanin Dione, nach Hesiod jedoch dem silbernen Wogenschaume des Meeres entsprossen, ist die Göttin der Liebe, Schönheit und Huld. Ihr war die Macht verliehen, Unsterbliche wie Sterbliche mit der Wonne der Liebe zu erfüllen. Bei dieser Aufgabe half ihr Amor mit seinem Gefolge, ein mit dem Mars erzeugter Sohn. Als es um den von Eris (Zwietracht) ausgeworfenen Zankapfel ging, welche unter den olympischen Göttinnen die schönste wäre, siegte Aphrodite über ihre beiden Mitbewerberinnen Hera (Juno) und Athene (Minerva). Auf dem Berge Ida wurde ihr von Paris der Preis zugesprochen, und seitdem blieben ihre Reize unbestritten. Sie besaß den Gürtel der Anmut, ein Wunderkleinod, das ihre körperlichen Vollkommenheiten unwiderstehlich machte, sobald sie dasselbe anlegte. Die Griechen dachten sich ihre Aphrodite als die Vertreterin der sinnlichen, obwohl nicht der gemeinen Liebe; sie galt ihnen für die erzeugende Göttin (Venus Genitrix), für die Vereinigerin liebender Paare, für die Vollbringerin der Hochzeit, für die Ehebeschützerin und für eine segnende Mutter. Doch wurde sie auch als die Vertreterin der bloßen Sinnenlust betrachtet und von den Griechen mit dem Beinamen Pandemos bezeichnet, von den Römern Venus Vulgivaga geheißen, welche üppige Genüsse ausspendet.

Eine geistigere Richtung der Griechen stellte dann diesem niedrigen Wesen ein höheres gegenüber, die Venus Urania oder die himmlische Venus (Venus in der Waage), die keine irdische Sinnlichkeit fördert. Da der Philosoph Platon (427 v.

Chr. – 347 v. Chr.) dieses Ideal erhabener, überirdischer Neigung pries und empfahl, trägt es heute seinen Namen (platonische Liebe).

Wenig lieblich dagegen wurde die Geburt der Venus in «Welten im Zusammenstoß» von Immanuel Velikovsky beschrieben: Die Venus brachte die Welt bei ihrer Geburt an den Rand deren Vernichtung. Die Legende spricht aber auch von einer kosmischen Katastrophe, wonach ein Himmelskörper, der kurz zuvor ein Glied unseres Sonnensystems geworden war – ein neuer Komet – ganz nahe an die Erde herankam. Der Komet, von blutiger Röte, war auf dem Wege von seinem Perihel und berührte die Erde zuerst mit seinem gasförmigen Schweif. Die Schweife der Kometen bestehen in der Hauptsache aus Kohlenstoff- und Wasserstoffgasen. Mangels Sauerstoff brennen sie zwar nicht im Fluge, wohl aber fangen die entzündlichen Gase beim Durchgang durch die Sauerstoff enthaltende Atmosphäre Feuer. «Es goß heißes Naphta (= Petroleum in Aramäisch und Hebräisch) vom Himmel.» Es entstand der Weltenbrand. «Das Meer türmte sich … Es war eine große Überschwemmung. Die Menschen ertranken in einer klebrigen Masse, die vom Himmel herabregnete.» Wenn die Erde in ihrer Achsendrehung gestört war, mußte die mechanische Reibung der verlagerten Schichten und dem Magma die Welt in Brand setzen.

Die Venus als Morgen- und Abendstern

Während der Jahrhunderte, in denen Venus ein Komet war, besaß sie einen Schweif. Mit diesem Schweif war die Venus ein außerordentlich glänzender Himmelskörper. Die Überlieferungen der Völker Mexikos berichten, daß Sitlae choloha (Venus) rauchte. Die Araber nannten Ischtar (Venus) mit dem Namen Zebbaj – eine mit Haar. Auch in den Veden heißt es, daß der Stern Venus wie Feuer mit Rauch aussähe und die Chaldäer sagten, der Planet Venus hätte einen Bart (Ischtar barbarata). In ältesten Zeiten erscheint Venus daher als Mann.

Cicero kannte die Venus bereits in ihrer Vereinigung von Morgen- und Abendstern. Er sagte, daß sie als Morgenstern griechisch Phosphoros, lateinisch Lucifer heiße und Hesperos als Abendstern. Der Morgenstern der Phönizier und Syrier war Asteroth-Karnaim, Astarte mit den Hörnern. Sie hatte einen Stierkopf (Stierzeitalter).

Die gehörnte Venus der Zeit v. Chr. entwickelte sich zur mondsicheltragenden Madonna. In der Zwischenzeit trug sie kulturgeschichtlich bedingt viele Namen und Beinamen wie z. B Ischtar (babylonisch), Inanna (sumerisch), Anath-Jahu (Jahwe), Athene als Morgenstern, Aphrodite als abendliche Liebesgöttin und schließlich als ägyptische Gottesmutter Isis mit ihrem Sohn Horus.

Um 82 v. Chr. betritt Isis, aus den Hafenstädten Kampaniens kommend, Rom, nachdem sie zuvor zur Madonna fast jeder Stadt des Mittelmeerraumes aufgestiegen war: als Isis-Tyche, Isis-Athene, Isis-Artemis, Isis-Hekate, Isis-Astarte, Isis-Neith, Isis-Buto, Isis-Bastet. Sie wird auch zur Beschützerin aller Schiffe erkoren. Um 37 n. Chr. wird ihr in Rom auf Staatskosten ein Tempel gebaut. Eine Marmorstatue aus der Zeit um 200 n. Chr. zeigt Isis nun im griechisch-römischen Stil: in der Rechten die Schlange, in der Linken das heilige Gefäß; auf dem Kopf die zweite Schlange mit drei Ähren. 394 n. Ch. begeht der Konsul Nicomachus in Rom die letzte offizielle Isis-Feier. Dann, nach nahezu dreieinhalb Jahrtausenden, wird Isis entmachtet. Fanatische Urchristen beginnen, die Isis-Heiligtümer zu zerstören. «Ein langer Dogmen-Streit um Maria endet erst 431 n. Chr. auf dem Konzil in Ephesus. Dort wird ihr der Isistitel «Gottesmutter» zugesprochen. Wo vordem Heiligtümer der heidnischen Göttinnen standen, erheben sich Marienkirchen.

Nein, die Kirche war es nicht, von der die Marienanbetung ausging, sondern es war das Volk, das nach der Himmelskönigin verlangte und die Gedanken der Kirchenväter auf die Maria lenkte.

Die horoskopische Stellung der Venus als Morgen- und Abendstern: Morgenstern ist Venus, wenn sie der Sonne im Horoskop hinterherläuft, das heißt einen tieferen Tierkreisgrad aufweist als die Sonne in ihrem Tageslauf. Sie steht dann am Horizont westlich der Sonne und ist nur vor Sonnenaufgang sichtbar. Abendstern ist Venus, wenn sie einen höheren Tierkreisgrad besetzt als die Sonne, das heißt dem Lauf der Sonne vorausschreitet. Am Horizont entfernt sie sich von der Sonne nach Osten und läuft dabei auf die Erde zu. Sie wird in dieser Phase immer größer bzw. heller, entwickelt sich zu einer Sichel (siehe Bild oben) und ist mit einem Fernrohr sichtbar.

Psychologische Ausrichtung

Die Venus ist ein nach Ausgleich und Harmonie strebendes Prinzip. Sie versteht sich auf das Anknüpfen von Kontakten, regelt den Takt in einer Gemeinschaft und hat Sinn für das Abwägen von Gedanken. Sie äußert sich in Zärtlichkeit, dem Wunsch nach Liebkosung im Partnerbereich, verkörpert auch die erotische Lust und den Wunsch nach sinnlicher Berührung. Die stark- und günstiggestellte Venus verleiht Kunstsinn, dem weiblichen Geschlecht eine hübsche Figur, ein anziehendes sympathisches Äußeres, Charme, Beliebtheit, Gunst jeder Art, ein ganz auf die Gegenwart ausgerichtetes Verhalten. Je nach Position im Geburtsbild zeigt die Venus die Fähigkeit, sich anzupassen und sich einzuordnen, aber immer im Bestreben, dadurch zu gefallen. Das ist vor allem, wie die Forschungen von Edith Wangemann ergeben, bei einer erdnahen Venus der Fall (Entfernungswerte). Die Venus ist auch Sinnbild für ästhetisches Empfinden, Empfindung schlechthin, Geist und Stoff durch das Prinzip der Schönheit verbindend, ästhetische Form des sprachlichen Ausdrucks, schöngeistige Konversation, was aber eher Attribute der Venus Urania sind, des waageorientierten Urprinzips.

Die positiven Eigenschaften des Urprinzips Venus sind: Formsicherheit, guter Geschmack, ästhetisches Ordnungsgefühl, Empfänglichkeit für feinere Reize, Auswahl- und Vergleichsfähigkeiten, Harmonie, Anpassungsgabe, Reinheit, reproduktiv-künstlerische Fähigkeiten, Talente der Dichtung und des Schauspiels, Hilfsbereitschaft und Geselligkeit, Weichheit im Wesen, Wille zur Angleichung an den Partner. Die kritisch gestellte Venus verleiht Genußsucht, Trägheit, Verschwendung, Eitelkeit, Gefallsucht, Oberflächlichkeit, Neigung zu Untreue.

Die retrograde Venus

Möglichkeiten:

  • Verstärkte Suche nach Bestätigung, will wissen, ob geliebt wird oder abgelehnt.
  • Will Wirkung erzielen, hat eine starke Ausstrahlung.
  • Beziehungsthematik, die den üblichen Rahmen sprengt.
  • Überbetonung des Materiellen.
  • Wünsche, die situationsbedingt unangebracht sind.
  • Bewegt sich in Dimensionen, die mit dem Hier und Jetzt nicht in Einklang sind.
  • Merkt erst nach Trennung einer Liebessituation, den Partner tief geliebt zu haben.
  • Angst, in Liebesangelegenheiten verletzt zu werden, als Nachklang einer früheren Existenz.
  • Als Frau Mühe, die erotische Weiblichkeit zu leben.
  • Als Mann Schwierigkeit mit dem weiblichen Geschlecht, die als Kompensation zu beruflichen Leistungen treibt.
  • Die retrograde Venus besitzt eine saturnine Note.

Venusische Berufe

Kunstberufe jeder Art, Musiker, Maler, Dichter, Sänger, Tänzer, Ballett, Bühne, Juweliere, Kaufleute und Angestellte in Konfektions-, Mode- und Luxuswarengeschäften, Kunstgärtner, Dekorateur, Innenarchitekt, Kunstschmied; feine Kupferarbeiten, Kunstdrucker, Blumenbinderei, Blumenpflege, Angestellte in Vergnügungslokalen und Unterhaltungsstätten.

Biologische Entsprechung: Drüsenproduktion, Nieren- und Venenfunktion.
Domizil der Venus: Stier und Waage
Metall: Kupfer
Grundzahl: 6
Magisches Quadrat24: Zahl 7 (Wurzel aus 49, Quersumme 175)
Tag: Freitag (Freyja)
Edel- und Schmucksteine: blaue und orange, auch kupferspangrüne

Praktische Horoskopie für den Leser

Wie ist die Venuswirkung in meinem Geburtsbild?
– Venusposition im Geburtsbild suchen nach Tierkreiszeichen und nachschlagen.

Wo sind die Ausgleichsfunktionen der Venus am stärksten?
– Venusposition im Geburtsbild bezüglich Sektor/Feld suchen und nachschlagen, welche Bedeutung dem Sektor, in dem die Venus im Radix steht, zukommt.

Wie finde ich heraus, ob die Venusposition positiv oder negativ zu interpretieren ist?
– Tierkreiszeichen und Aspektbild (kosmische Qualitäten) beachten.

Venus-Wirkungen in den Tierkreiszeichen

(Zusammengestellt aus Kosmopsychologie von Reinhold Ebertin)

Venus im Widder: Liebe + eifriges Wollen = leidenschaftliche Liebe
+ Wunschkraft, Entwicklung schöpferischer Kräfte (wenn Sinnlichkeit unterdrückt wird), Beliebtheit beim anderen Geschlecht (aber nicht auf die Dauer).
– Liebesabenteuer, Gefährdung des Rufes, Verschwendung, Extravaganzen.

Venus im Stier: Liebe + Sicherung = Treue
+ Tiefes Liebesempfinden, Anziehungskraft, Sinn für Schönheit und Kunst, Geselligkeit, gute Umgangsformen, gewinnendes Wesen, Freigebigkeit.
– Vorurteil, nachtragendes Wesen, Neigung zu Äußerlichkeiten.

Venus in Zwillinge: Liebe + Vielfalt = vielseitige Sympathie
+ Sympathisches Wesen, Liebenswürdigkeit, Gefälligkeit, Anpassung, schöne Ausdrucksweise, Sinn für Rhythmus und Harmonie, gewandtes Auftreten.
– Oberflächliche Liebesneigungen, Unbeständigkeit, vergnügungssüchtig.

Venus im Krebs: Liebe + Empfänglichkeit = Liebesbedürfnis
+ Tiefes Liebesempfinden, Familiensinn, harmonische Heimgestaltung, Sinn für Kunst und Musik, Liebe zu Behaglichkeit.
– Beeinflußbarkeit und Unbeherrschtheit im Liebesleben, Bequemlichkeit.

Venus im Löwen: Liebe + Gestaltung = Liebesreichtum
+ Warmes und liebebedürftiges Herz, Neigung zu Geselligkeit und Vergnügungen, Gefallen an schöner Kleidung und luxuriöser Umwelt, großzügiges Auftreten.
– Großzügigkeit im Liebesleben, Untreue, Putzsucht, Verschwendung.

Venus in Jungfrau: Liebe + Sorgfalt = Moral
+ Streben nach sittlicher Reinheit, wählerisch in der Liebe, Interesse an Lebensproblemen, Ernährungsfragen, Lebensreform und Medizin, Krankenpflege.
– Unentschlossenheit in der Liebe, Liebesenttäuschungen.

Venus in Waage: Liebe + Harmonie = Lebenskunst
+ Freude an Geselligkeit und Vergnügungen, guter Geschmack, künstlerische Veranlagung, gute Zusammenarbeit, sympathisches, verbindliches Wesen.
– Gefahr der Zersplitterung im Liebesleben, Untreue, zu «weites Herz».

Venus im Skorpion: Liebe + Selbsterhaltung = Leidenschaftlichkeit
+ Starke Anziehungskraft, große Anhänglichkeit, künstlerische Gestaltungskraft, lebhaftes Liebesempfinden, Diplomatie.
– Sinnlichkeit, Eifersucht, Heimlichkeiten, Mangel an Selbstbeherrschung.

Venus im Schützen: Liebe + Verinnerlichung = Wunschkraft
+ Idealistische Leitgedanken im Liebesleben, reiches Wünschen und Hoffen, vielseitige Interessen, Sinn für Schönheit und Kunst, Mitgefühl, Reiselust.
– Launenhaftigkeit, Empfindlichkeit, Haltlosigkeit, Förmlichkeit ohne Anteilnahme.

Venus im Steinbock: Liebe + Konzentration = Treue
+ Beständigkeit, Selbstbeherrschung, Triebbeherrschung, schwerer Eheentschluß.
– Eifersucht, Mißtrauen, Differenzen durch zu großen Altersunterschied (Ehe).

Venus im Wassermann: Liebe + Wandlung = Liebesreform
+ Fortschrittliche Gesinnung in Liebesangelegenheiten, soziales Verstehen.
– Auflehnung gegen althergebrachte Formen und Förmlichkeiten, Spekulation.

Venus in Fische: Liebe + Erwartung = Liebessehnsucht
+ Empfänglichkeit für Liebe und Kunst, Mitgefühl, Mitleid, Sehnen und Hoffen, altruistische Bestrebungen, vielseitige Beziehungen.
– Mangel an Selbstbeherrschung, Nachlässigkeit, Haltlosigkeit im Liebesleben, Verführbarkeit, Bequemlichkeit, Genußsucht, Heimlichkeiten.

[Anm. d. Red.: Gertrud Hürlimann hatte ab der 10. Ausgabe die Erde als Herrscherin von Stier an dieser Stelle eingefügt. Da dies allerdings eine eher 'exotische' Deutung ist, haben wir hier die ursprüngliche und allgemein als solche anerkannte Herrscherin Venus eingefügt.]

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Über dieses Lehrwerk

Gertrud I. Hürlimann's Standardwerk ist ein praktisches Arbeitsinstrument und umfassendes Basiswerk für alle, die diese alte Grenzwissenschaft fundiert erlernen wollen. Seit der Ersterscheinung im Jahr 1982 wurde es in 11 Auflagen gedruckt und ist eines der erfolgreichsten astrologischen Lehrbücher im deutschprachigen Raum.
Astrodienst hat die Rechte an diesem Werk erworben, den Inhalt redigiert und für die Web-Ansicht optimiert. Wir publizieren hier diese 12. Auflage kostenlos und hoffen, dass damit noch viele Astrologie-Studentinnen und -Studenten die Grundlagen dieser vielschichtigen Materie erlernen können.

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