Mondknotenhoroskop

Aus Astrodienst Astrowiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Mondknotenachse

Das Mondknotenhoroskop ist eine Spezialität der Huber-Schule.

Technik

Ausgehend vom aufsteigenden Mondknoten des Radixhoroskops, welcher zum Aszendenten wird (der absteigende Mondknoten wird zum Deszendenten), stellt man das Mondknotenhoroskop üblicherweise so dar, dass alle Planeten über die Mondknotenachse gespiegelt werden. Der Tierkreis läuft dadurch quasi rückwärts[1][2], und die gewohnte Häuserreihenfolge bleibt auf diese Weise erhalten. Verwendet werden hier allerdings äquale (gleich große, 30 Grad-) Häuser.[3]

Eigentlich handelt es sich dabei um ein Mondbahn-Häusersystem. Die Aspekte der Planeten zueinander bleiben gleich; es verändern sich lediglich leicht (durch die Orben) die Betonung der Aspekte zum Mondknoten bzw. Aszendenten (der zum aufsteigenden Mondknoten des Mondknotenhoroskops wird).

Bisher können nur die wenigsten Astrologieprogramme ein Mondknotenhoroskop berechnen und zeichnen.

Deutung

Die Inhalte des Mondknotenhoroskops sind aus Sicht der Hubers ziemlich unbewusst. Sie stellen die Schattenpersönlichkeit dar, bzw. eine Summe aus früheren Leben (nicht nur das vorherige, letzte); in ihm sind die Themen der karmischen Vorgeschichte erkennbar, sowie familiengeschichtliche Prägungen. Es verdeutlicht, warum wir in manchen Situationen mit reflexhaften Mustern reagieren; woher wir kommen/ unseren Ursprung haben, die dem Leben gegenüber gehegten Sehnsüchte, Wünsche und Erwartungen. Der Mondknoten-Alterspunkt (rückläufig) zeigt verborgene Wachstumslinien auf, was bei seiner Kreuzung mit dem Alterspunkt der Radix zu intensiven Entwicklungsschüben führen kann.

Da sich im Verhältnis zur Radix lediglich die Hauspositionen der Planeten ändern, werden im wesentlichen nur diese gedeutet. Bei einer Betonung des zwölften Hauses beispielsweise nimmt Louise Huber eine klösterliche Existenz in einem früheren Leben an.

Birgit Braun: "Es können im Mondknotenhoroskop außerdem positive Elemente enthalten sein. Es birgt Möglichkeiten und Potentiale, aber auch Konflikte und traumatische Erfahrungen." Als "Spiegelhoroskop" symbolisiert das MKH die sogenannte Spiegelsphäre oder Astralwelt, eine Umkehrung der gewohnten, normalen Welt. Der Astralleib ist ein in der Theosophie und Anthroposophie häufig verwendetes Konzept, ursprünglich zurückgehend auf Paracelsus und seinen "siderischen Leib". Er wird vor allem in unserem Traumleben aktiv. In ihm sind Zeit und Raum vertauscht: die Dimensionen der Zeit liegen hier quasi nebeneinander, die räumlichen Kulissen bzw. Szenerien sind gekennzeichnet durch ein Nacheinander.

Der Ba des Menschen in geflügelter Gestalt entspricht dem Astralleib.[4]

Drei Horoskope

Fortgeschittene Huber-Anwender arbeiten mit drei Horoskopen. Dabei veranschaulicht (grob gesagt) das Grundhoroskop die Gegenwart, das Mondknotenhoroskop die Vergangenheit, und das Häuserhoroskop das entfaltbare Potential der Radix (die Zukunft).

Bewertung

Die Methode beruht auf der Annahme der Reinkarnation; und diese ist nunmal schlecht beweisbar.[5] Das Konzept der Mondknotenhäuser hat jedoch, gerade in deren Rückläufigkeit, durchaus eine gewisse Stimmigkeit und Schlüssigkeit; seine Evidenz ist nicht von der Hand zu weisen. Da es an objektiven Kriterien für eine definitive Bewertung fehlt, bleibt es letztlich von der subjektiven Überzeugung abhängig, ob man mit dem Mondknotenhoroskop etwas anfangen kann.[6]

Siehe auch

Weblinks

Literatur

  • Bruno und Louise Huber: Mondknoten-Astrologie. 328 Seiten. API-Verlag 2. Auflage 1993 ISBN 978-3855230082
Ehepaar Huber (ca. 1995)

Quellen und Anmerkungen

  1. Was der rückläufigen Bewegung der Mondknoten entspricht
  2. Auf das Zeichen Widder folgen also die Fische, usw.
  3. Nicht Koch-Häuser, wie sonst in der Huber-Schule
  4. Wie er in den Ägyptische Mysterien dargestellt wurde. Künstlerische Darstellung, 2014
  5. Fraglich ist auch, ob sich dabei jeweils eine bestimmte Seele bzw. eine festumrissene Individualität neu verkörpert, oder ob der entsprechende Vorgang nicht viel komplexer/ multidimensional ist, etwa noch andere Seinsebenen betrifft
  6. Das Problem der Objektivität oder Subjektivität stellt sich aber generell in der Astrologie (siehe Kategorie:Grundprinzipien der Astrologie)