Dynamische Auszählung

Aus Astrodienst Astrowiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dynamische Auszählung bei Astrodienst (PDF)

Die Dynamische Auszählung gehört zur Huber-Methode. Sie ist eine Typenauszählung, bei der den einzelnen Planeten Zahlenwerte zugeteilt werden, um zu ermitteln, wie viele Punkte jeweils auf ein Temperament oder Kreuz des Tierkreises entfallen.
Sie gilt als bedeutsam für die Unterscheidung des angeborenen und des erlernten Verhaltens. Der Huberschen Theorie nach können damit Konflikte und Zwänge aufgezeigt werden, die durch Kontraste der beiden Ebenen entstanden sind. Gedeutet wird die Gegenüberstellung der Konditionierung durch die Umwelt (Erziehung, Milieueinwirkung, siehe die Häuser) und der Potenziale aus den Anlagen (Erbanlage bzw. Zeichen).
Ziel ist, dass der Mensch lernt, die entsprechenden Planetenfähigkeiten in seinem Leben konstruktiv umzusetzen oder anzuwenden. Die Methode dient zur Ermittlung des individuellen Energiehaushaltes: Bereiche von Energiestauungen und Energieverlust können festgestellt werden bzw. weisen auf Probleme in der Lebensbewältigung, in Beziehungen zu anderen, sowie auf Krankheitsbilder hin. Es soll sichtbar werden, wie ein Mensch durch sein Milieu ausgerüstet wurde, mit seinen Ausgangsenergien umzugehen.[1]

Technik (Berechnung)

Die Dynamische Auszählung wurde - wie der Dynamische Quadrant - aufbauend auf der Intensitätskurve in den Zeichen und Häusern entwickelt. Sie ermöglicht eine quantitative Bestimmung der energetischen Stärke/ Intensität eines Planeten durch seinen

  • Zeichenstandort (2-28 Grad; schwach, mittel, stark und Grenzgrade 29-1), als mitgeliefertes Energieangebot der Konstitution, sowie seinen
  • Standort im Haus (Häusergrade; schwach, mittel, stark und «Stressbereich»).

Die Zahlenwerte aus Zeichen und Häusern ergeben Summen und Differenzwerte (wobei jeweils die Zeichenwerte von den Häuserwerten abgezogen werden). Zu berücksichtigen sind neben den zehn Planeten auch die Mondknoten.

Jedem einzelnen Planeten wird ein Basiswert zugeordnet. Man erhält dann zwei Zahlenreihen - eine für die Planetenstellungen in den Zeichen, eine für die Häuser. Aus diesem ergeben sich in jeder Kolonne (drei Kreuze und vier Temperamente) Plus- oder Minus-Differenzen. Im Ergebnis entsteht eine nach den sieben Grundkräften (Kreuze und Elemente) differenzierte Energierechnung, die nach dem Prinzip von Angebot (= Zeichen) und Nachfrage (= Häuser) geordnet ist.

Grundwerte der Planeten

Jedem Planeten werden, sowohl für seine Zeichenstellung wie auch für seine Hausstellung, von seinen Normalpunkten in starken Bereichen etwas dazugezählt oder in schwachen Bereichen abgezogen (meist drei Punkte).[2][3]

Häuserauszählung

Der sogenannte schwache Bereich beginnt ein Drittel vor dem Talpunkt. Ebenso beginnt der starke Bereich ein Drittel vor einer Hausspitze und endet ein Drittel nach der Hausspitze.

Somit gibt es in einem jeden Haus drei Stärkegrade: Stark (+3), mittel (+-0) und schwach (-3).

Extra Punkte erhält ein Planet, der kurz vor der Hausspitze steht. Planeten geben auf der einen Seite Punkte in das Haus, in dem sie faktisch stehen, und zusätzlich Punkte an das nächste Haus - so, als würden sie schon ihren Schatten in das nächste Haus werfen. Damit sind sie doppelt so stark bewertet.
Zudem bekommen Planeten im starken Bereich der Hauptachsen 5 Punkte, anstatt nur 3.

Zeichen

Die Intensitätskurve der Zeichen wird auch in drei Stufen unterteilt, nach den Graden der Planeten im Zeichen: Stark (+3), mittel (+-0) und schwach (-3). Planeten in den Grenzgraden geben die Hälfe ihrer Punkte zusätzlich in das Folgezeichen.
Ein Planet im Aszendentenzeichen erhält 5 Punkte und nochmals 3, sobald sich noch andere Planeten darin befinden.

Fallbeispiel

Für Christiane F.[4] ergeben sich folgende Werte:

Kreuz-Motivation
Total
(Summe)
Kardinal Fix Variabel
Zeichen 114 8 46 60
Häuser 91 26 24 41
Differenz
(Stresswert)
-23 18 -22 -19
Temperament-Verhalten
Einzel-Differenzzahlen
Feuer Erde Luft Wasser
Zeichen 36 23 35 20
Häuser 21 34 13 23
Differenz
(Stresswert)
-15 11 -22 3

Eine Online-Berechnung der Auszählwerte ist gratis möglich im Service von Astrodienst unter Menüpunkt >Erweiterte Grafikauswahl >Zeichnungsmethode "Huber" >Datenblätter.

Deutung

Es spielen vor allem die Gesamt-Differenzzahlen (die sog. „Stresszahlen“) eine Rolle: Plus weist auf die Häuser hin und zeigt eine erhöhte Ausrichtung auf die Umwelt. Hier wird man mehr geprägt, gefordert (gefördert) und beeinflusst. Von der Umwelt wird dann viel «Know-How» vermittelt, konditioniert, allerdings bis hin zur Überformung und Überforderung.
Minus-Zahlen weisen auf die Zeichen und zeigen, dass die veranlagte Potenz und die vererbten Charaktereigenschaften stärker sind als die Anpassung an die Umwelt. So erhält sich der Mensch einerseits «Freiräume», die Gestaltungschancen bieten. Je höher allerdings die Minuszahl, desto schwerer fällt eine Integration, und wird insgesamt eine Abwertung der jeweiligen Planetenkräfte erfahren.

Die Einzel-Differenzzahlen (für die verschiedenen Elemente und Qualitäten) "betreffen dann besondere Energiebereiche: Zum Beispiel Sicherheits- und Stabilitätsstreben (Fixes Kreuz) oder Denkfunktion (Luft), Fühlfunktion (Wasser), etc. Mit ihnen kann ähnlich verfahren werden, die Ziffernbereiche müssen aber etwas enger gesetzt werden (Normal liegt zwischen +5 und +15)."[5] Nur diejenigen Einzelwerte können Probleme bereiten, die deutlich größer sind als der Durchschnitt, insbesondere ein Wert, der bis zu doppelt so groß ist wie die Totaldifferenz.

Gesamtdifferenzzahlwerte ("Stresszahlen")

  • Unter +10: Wenig Prägung, Balanceempfindlichkeit, Gefahr von Unter-Formung.
Kann sich in Schwächung der Lebenstüchtigkeit oder partieller Unsicherheit zeigen (Minderwertigkeitsgefühle). Die Stressfähigkeit ist gering und führt häufig zu Ausweichmanövern.
  • +10 bis +30: «Normalwert», gesellschaftlicher Durchschnitt.
Die Formung durch das Milieu macht durchschnittlich lebensfähig.
  • Über +30 bis +50: Starke Prägung, wach und aktiv. Gefahr von Über-Formung.
Üerdurchschnittliche Leistungsanforderung und -fähigkeit, verbunden mit erhöhter Stressempfindlichkeit (Burn-out); Versagensängste können zu Einbrüchen führen (Neurosen, Infarkte).
  • Werte über +50: Hohe Widerstandsfähigkeit gegen Stress; allerdings auch Gefahr von Überreizung und Abstumpfung. Im höheren Alter anfällig für Senilität, Parkinson, Alzheimer, etc.

Werte unter Null:

  • -5 bis –20: Ungeprägt, vernachlässigt oder relativ frei.
Die Persönlichkeit ist sehr in sich gekehrt, braucht Eigenständigkeit und viel Eigenbestimmung, damit die zueigene Originalität zum Vorschein kommen kann. Sie erfuhr viel Zurückweisung, Unmöglichkeiten und fehlende Anregung bzw. Förderung. Sie ist zwar weniger geprägt, aber oft unterdrückt und alleine gelassen worden.
  • Hohe Minus–Werte (unter -20):
"Solche Menschen fühlen sich häufig als Außenseiter. ... kann zu großer Verunsicherung und zwanghafter Leistungsflucht, auch zur Flucht in die Krankheit (vegetative Dystonien) führen. In den Minus–Werten liegt aber – gerade durch die zu geringe Milieuformung – auch die Chance der Freiheit, die man nutzen kann, um sich eine ganz eigene Form zu geben" (Bruno Huber).[5] Birgit Braun ergänzt: "Diese Menschen fühlen sich von der Umwelt verkannt, ignoriert, in ihren Fähigkeiten nicht ernst- und wahrgenommen. Sie haben nicht gelernt, das Bestmögliche aus ihren Anlagen zu machen. Sie ... geraten immer wieder in chaotische Bewusstseinszustände."[4]

Bewertung

Den Häusern und Zeichen gleichermaßen Elemente zuzuordnen ist nicht unproblematisch bzw. durchaus fragwürdig. Hinsichtlich des einem Menschen verfügbaren Energiepotentials mag dies zwar angehen.[6] Die psychologische Tiefgründigkeit und Reichweite der Aussagen, zu der diese - eigentlich simple - Auszähltechnik einen Interpreten befähigt, ist jedoch erstaunlich.

Literatur

  • Louise Huber: Dynamische Auszählung, Teil II: Astrologische Entwicklungspsychologie. Autodidacta, 50 Seiten. ISBN 3855232059
  • Michael Huber: Die Dynamische Auszählmethode (Auszählung), Teil 1: Berechnung. Autodidacta Studienheft 302, 59 Seiten. Astrologisch-Psychologisches Institut 1984 ISBN 3855233020

Quellen und Anmerkungen

  1. Darstellung nach Bruno Huber, Astro-Glossarium Bd.1, A-G. 320 Seiten. API-Verlag 1995 ISBN 978-3855238071 (bearbeitet von A. Kraft und H. Zittlau, 2016).
  2. Nach Buchenrieder, 2007.
  3. Wichtig für eine genaue Berechnung ist die Verwendung von Huber-Orben und natürlich des Koch-Häusersystems.
  4. 4,0 4,1 Christiane F.(starfish-astrologie 2013)
  5. 5,0 5,1 Bruno Huber, Astro-Glossarium
  6. Solche Gleich- oder Parallelsetzung wird zwar von vielen modernen Astrologen praktiziert, ist jedoch keineswegs klassisch.