Astrowürfel

Aus Astrodienst Astrowiki
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Alea iacta est:[1]Pluto in der Waage im 11. Haus

Die Astrowürfel sind eine astrologische Orakel- oder Divinationstechnik. Befragt werden dabei mithilfe der astrologischen Symbolik das Schicksal, höhere Mächte - oder schlicht die herrschenden, für den Werfenden und seine Frage gerade aktuellen bzw. resonanten "Schwingungen". Es wird mit anderen Worten die "Qualität der Zeit" erforscht.

Das Spiel wurde wohl erstmals 1975 im englischsprachigen Raum veröffentlicht (siehe Abbildung unten).

Technik

Ein Würfel-Set besteht aus drei zwölfseitigen Würfeln (Dodekaedern): je einem für die Tierkreiszeichen, einem für die Häuser, und einem für die zehn Planeten (plus den zwei Mondknoten).
Dies ergibt pro Wurf 12³ = 1728 rechnerisch mögliche Varianten.[2]
Wie bei jedem Orakel, sollte die zu stellende Frage vorher möglichst unzweideutig formuliert werden.
Mit einem Wurf erhält man dann (ohne Berechnungsaufwand!) quasi ein - subjektiv relevantes - Frage- bzw. Antwort-Horoskop in Kurzform, d.h. eine Kombination aus den drei wichtigsten Horoskopbausteinen.

Eine dokumentierte Prognose mit den Astro-Würfeln findet sich in der Zeitschrift Meridian, Heft 1/ 1981. Der Astrologe Hans Taeger befragte damals das Würfel-Orakel nach dem "Sinn der kommenden Weltkatastrophe" [erwartet für die Jahre 1982-1986]. Er meinte zu dem - überraschend positiven, günstigen - Wurf von Jupiter im zweiten Haus in der Waage - schließlich:
"Zusammenfassend können wir das Orakel folgendermaßen deuten: Die Weltkatastrophe von 1982 - 1986 hat ihren tieferen Sinn in der geistigen bzw. philosophischen Neuorientierung der Menschheit. Obwohl entsetzlich viel Zerstörung und Elend entstehen wird, haben wir es nicht mit einem Weltuntergang, sondern dem gewaltsamen Bruch mit einer überholten und degenerierten Bewusstseins- und Lebensform zu tun, die auf dem ausklingenden 2000jährigen Fische-Zeitalter beruht.[3]"

Philosophie und Hintergrund

Bei den Astrowürfeln handelt es sich um eine Divinationsmethode. Das Prinzip bzw. die Wirkweise ist der Theorie nach folgende: gemäß dem Analogieprinzip oder Hermetischen Gesetz von Mikrokosmos = Makrokosmos, wie oben, so unten oder wie innen - so außen geht man davon aus, dass die Würfel als eine Spiegel-, unbewusste Projektionsfläche dienen, und so die für das Thema gerade maßgeblichen Inhalte in astrologischer Sprache anzeigen. Margit Dahlke hält es - im Unterschied zu anderen Orakelmethoden - dabei für einen "Vorteil, dass ausschließlich Bilder und Muster aus unserem eigenen Kulturkreis Verwendung finden, die deshalb nicht nur leichter verständlich sind, sondern auch eine ganz natürliche Verbindung zu den Urmustern unserer Seele herstellen." Ihrer Meinung nach ist "das astrologische Orakel neben dem Tarot und den Runen die dem westlichen Menschen naheliegendste Orakelmethode."[4]

Einen über die Divination hinausgehenden Nutzen vermag auch der Astrologie-Lernende aus den Würfeln zu ziehen: Das wiederholte Üben mit den Würfeln kann den Umgang mit den astrologischen Chiffren bzw. Bildern schulen und auch das Analogiedenken vertiefen (vergleiche die 'vertikalen' Analogie-Ketten bei Thorwald Dethlefsen).

Beurteilung

Es gibt ernstzunehmende astrologische Autoren um den Engländer Geoffrey Cornelius, welche die Astrologie generell, d.h. auch das Geburtshoroskop, als eine Orakeltechnik verstehen. Üblicherweise ist es jedoch das Bestreben von Astrologen, die Astrologie aus der Ecke des Wahrsagertums herauszuholen, zumal gerade in dieser Verbindung der schlechte Ruf der Astrologie als unseriöse Scharlatanerie begründet liegt. Da die Astrowürfel eine reine Divinationstechnik sind, die sich nicht auf die realen Gestirnstände stützt, wie etwa die Individualastrologie und selbst die Stundenastrologie, werden die Würfel meist nur als Spiel gesehen, das zwar die astrologischen Symbole verwendet, jedoch eigentlich keine echte Astrologie darstellt.

Weblinks

Literatur

Die Bücher dazu enthalten Deutungsvorschläge (zu den Planeten, Häusern und Zeichen), sowie einige spezielle Wurfmethoden:

  • Margit Dahlke, Astro-Dice, 144 Seiten, Urania Verlag 1988 ISBN 3-908644-66-6
Es handelt sich zugleich um eine Einführung in die astrologische Symbolik in der Tradition von Dethlefsen/ Dahlke
  • Karen Hamaker-Zondag, Astro-Würfel-Orakel. Spielen mit Astrologie. 133 Seiten. Verlag Silberschnur 2000 ISBN 978-3931652562
Astro Dice 1975[5]

Quellen und Anmerkungen

  1. Lateinischer Spruch: "Die Würfel sind gefallen"
  2. Während es beispielsweise beim I Ging lediglich 64 Hexagramme gibt (bestehend aus (unterbrochenen) "Yin-Linien" und (durchgezogenen) "Yang-Linien"), jeweils gegeben als ein "altes" und ein "junges" Yin bzw. Yang; allerdings haben wir zu jedem Hexagramm umfangreiche Texte und Kommentarsammlungen, sowie eine lange Deutungstradition
  3. Hans-Hinrich Taeger: Die Befragung eines astrologischen Würfel-Orakels nach dem Sinn einer zu erwartenden Weltkatastrophe, in: Meridian, Heft 1/ 1981, S. 46-49
  4. Margit Dahlke, Astro-Dice, S. 8
  5. Noch mit einem etwas abweichenden Spiel-Aufbau