Zwinger-Leben

von Ursula Liechti

 

Der Deckrüde "Mode"

GreyhoundMode, ein bildhübscher Greyhound (grosser englischer Windhund), wurde zur Hundezucht auserkoren. Er bringt äusserst positive Wesensmerkmale mit, die er durchaus als Zuchtrüde weitergeben könnte: Sanft, gefühlsbetont, zurückhaltend, intelligent, treu und stolz. Mode wohnt bei einer " Grossfamilie" und eigentlich würde alles stimmen. Wenn er nur nicht in der Pflicht stehen würde. Einer Pflicht, der er nicht nachkommt. Das war dann auch das Thema, weshalb die Züchterin an mich gelangte.

Alles schien bei Hund Mode in Ordnung zu sein. Diverse medizinische Checks bestätigten dies. Und trotzdem gab es von diesem tollen Hund noch keine Nachkommen. Die Züchterin wies noch darauf hin, dass mit Mode sehr zuverlässig gearbeitet werden kann. Und dass mit ihm regelmässig, täglich Spaziergänge unternommen werden, wobei der Gehorsam absolut intakt sei. Woran konnte es denn liegen, dass dieser Hund nicht decken wollte?

Kann es sein, dass...

Mode, DeckrüdeBereits als ich einen ersten Blick auf das Geburtsbild warf, ahnte ich die ungefähre Richtung dieses Problems. Ich beschrieb der Züchterin den Hund als gefühlsbetont, stark auf Stimmungen reagierend, sehr aufmerksam und ernsthaft. So wie es aussieht hat er eine Aufgabe im Dienste der Allgemeinheit übernommen. Zeiten der Unbeschwertheit sind sehr wichtig,, denn sonst könnte es sehr gut sein, dass er schnell einmal zu einem traurigen Hund zu tun wird, ein Hund, der in sich zurückgezogen sein Leben "fristet" und nicht unbedingt das Beste von diesen irdischen Gegebenheiten denkt. Mode ist sicherlich von einer gewissen Eigenwilligkeit und daher ist die Beziehungsebene zentral. Überlässt man diesen Hund zu stark sich selber, hat er bald einmal nichts mehr zu tun mit dem Rest der Welt. Und das wäre doch bei seiner gefühlsmässigen Ausstattung höchst schade. Er kann nämlich gerade deswegen seiner Umgebung sehr viel geben und ist eine grosse Bereicherung. Dies wurde auch von der Züchterin bestätigt, indem sie ihn als "Riesenschatz" beschrieb. Doch leider war er nur nicht dazu auf die Welt gekommen.

Nähe und Geborgenheit – ein Muss für diesen Hund

GreyhoundIch führte dann weiter an, dass Mode ein Hund ist, der sehr viel Nähe Zuwendung und Geborgenheit braucht. Für Mode ist es sehr bedeutsam, dass er den Rückzug leben darf. Mode sollte es möglich gemacht werden, sich zurückzunehmen, um wieder die gute innere Ruhe herstellen zu können. Aber auf keinen Fall darf dieser Hund zu viel alleine gelassen werden, oder gar sich selbst überlassen. Auf gar keinen Fall ein Hund für Zwingerhaltung. Er brauche Kontakt, Wärme und Zuwendung. Für ihn also ganz zentral zu spüren: Ich bin angenommen. Mode möchte sich auf einen Menschen beziehen können und braucht emotionale Sicherheit. Erst wenn Mode diese Stabilität kennt, kann er sich sicher auf neue Situationen einlassen. Die Frau hörte gespannt zu und meinte, ja sie liebe diesen Hund und habe auch gespürt, dass er viel Nähe braucht. Daher hole sie ihn mehr als die anderen Hunde aus dem Zwinger heraus (meinte sie etwas kleinlaut) und nehme ihn zu sich ins Haus. An dieser Stelle jaulte ich auf und bellte schon fast in Hundemanier zurück: Dieser Hund im Zwinger – nie und nimmer!

Die Frau war über meinen Ausruf nicht mehr erstaunt, dachte darüber nach und meinte: Durch die Zucht sei es halt so, dass ihre beiden Deckrüden in Zwinger lebten, weil die Nachkommen im Haus seien. Nun wurde ich noch ein wenig präziser und erklärte ihr, dass dies wahrscheinlich der Grund sei – Mode fehlt die Geborgenheit der Familie – dass er seiner Verpflichtung als Deckrüde nicht nachkommen kann. Der Züchterin ging ein Licht auf und sie meinte, ja wenn das so ist und war sofort bereit, den Hund im Haus aufzunehmen. Grundsätzlich war ihr die sogar Idee willkommen. Und irgendwo nahm es die Züchterin auch noch wunder, ob denn die Sterne wirklich Recht haben...

Und tatsächlich! Wie sie mich einige Zeit später informiert hat, sei Mode total aufgeblüht, zeige wieder Interesse an seiner Umgebung und auch an den Hündinnen. Ende gut alles gut, meint Jupiter im 2. Haus – jetzt gibt’s auch noch Geld.


© Ursula Liechti / Astrodienst AG 2005
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