Regiomontanus-Häusersystem

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Regiomontanus mit Astrolab[1]
  • Synonym: Rationale Manier

Typ des Häusersystems: Raumsystem

Das Häusersystem wurde Johannes Müller alias Regiomontanus zugeschrieben, Mathematiker und Professor für Astronomie in Wien. Es scheint jedoch aus der gelehrten Arabischen Astrologie zu stammen: "Die berühmteste von allen übrigen ist die allgemein so genannte rationale Methode, als deren Erfinder und Ausleger man Abraham Aben-Esra preist, der um das Jahr 1145 n.Chr. sich ausgezeichnet haben soll. Diese Methode machte sich auch Johannes Regiomontanus zu eigen, weshalb sie einige auch nach ihm zu benennen pflegen" (Aegidius Strauch, 1675).[2]

Technik

Der Himmelsäquator - die Projektion des Erdäquators auf die Himmelskugel - wird zuerst in zwölf gleich große Segmente geteilt. Dann zieht man für den Geburtsort vom Südpunkt bis zum Nordpunkt Linien über den Himmel, die alle auch durch die Grenzpunkte jener Segmente auf dem Äquator laufen. Dort, wo diese Linien schließlich die Ekliptik (= den Tierkreis) schneiden, entstehen die einzelnen Häuserspitzen.[3]

Verwendung

Das System von Regiomontanus wird besonders gerne in der Stundenastrologie und Elektion verwendet, nicht zuletzt deswegen, weil es das Häusersystem ist, mit dem William Lilly, der "Papst" der Stundenastrologie, arbeitetete.
Stundenastrologen meinen bei ihm auch heute noch die größte Stimmigkeit ihrer Prognosen zu beobachten.

Weblinks

Quellen und Anmerkungen

  1. Holzschnitt aus der Schedelschen Weltchronik, 1493
  2. Aegidius Strauch, Astrologische Aphorismen, 1675, Verlag A.M. Grimm, Bad Tölz, 1924, S. 23
  3. Glossar astrologischer Häusersysteme (Christopher Weidner, Artikel auf Sternwelten; dort auf der Mitte der Seite)
  4. Bzw. Epitom; von Regiomontanus 1496 herausgegeben (Titelblatt)