Ortszeit
Die Ortszeit ist die zu einem Zeitpunkt an einem bestimmten Ort gültige Zeit, d.h. die auf korrekt gehenden Uhren angezeigte Zeit.
Zeitzonen
Die Erde ist seit dem späten 19. Jahrhundert in Zeitzonen unterteilt, die durchschnittlich 15 Längengrade umfassen. Jeder Ort auf der Erde gehört zu einer bestimmten Zeitzone; wobei der genaue Grund, zu welcher, eine politische Entscheidung ist, die von der Regierung des jeweiligen Gebiets getroffen wird. Bei kriegerischen Besetzungen, Gebietsabtretungen und ähnlichen Ereignissen wechselte in der Vergangenheit öfters die von den Machthabern festgelegte Zeitzone.
Die Zeitzone wird an vielen Orten durch Sommerzeit-Regelungen modifiziert, das heißt, viele Orte wechseln zweimal jährlich die effektiv geltende Zeitzone.
Man sollte folgende Begriffe nicht durcheinander bringen:
- Ortszeit = lokal geltende, auf Uhren angezeigte Zeit, engl. local time
- Mittlere Ortszeit = bis Ende des 19. Jahrhunderts geltende Zeitnorm, englisch local mean time (LMT)
- Wahre Ortszeit = auf Sonnenuhren angezeigte Zeit, Zeitnorm vor Einführung mechanischer Uhren, engl. true local time oder local apparent time (LAT)
- Greenwichzeit = mittlere Ortszeit der Sternwarte von Greenwich, welche den Nullmeridian festlegt, engl. Abkürzung GMT
- Weltzeit = moderne Bezeichnung für Greenwichzeit, englisch Universal Time, Abk. UT
Wahre und mittlere Ortszeit
Vor der Einführung der Zonenzeiten wurden die Uhren an jedem Ort auf die Mittlere Ortszeit eingestellt. Dies ist die Zeit, an dem die mittlere Sonne über den Ortsmeridian läuft. Jeder Tag, in mittlerer Ortszeit gemessen, ist exakt 24 Stunden lang.
Neben der mittleren Ortszeit gibt es noch die wahre Ortszeit. Diese richtet sich danach, wann die tatsächliche (wahre) Sonne durch den Ortsmeridian geht. Sonnenuhren zeigen die wahre Ortszeit an. In wahrer Ortszeit gemessen, sind die Tage unterschiedlich lang, da die Geschwindigkeit der Sonne im Jahreslauf wegen der Exzentrizität der Erdbahn nicht konstant ist. Vor der Einführung von zuverlässigen mechanischen Uhren wurden praktische Zeitangaben hauptsächlich in wahrer Ortszeit gemacht. Zur Umrechnung zwischen wahrer und mittlerer Ortszeit dient die Zeitgleichung.
Alte Zeitangaben in Horoskopen
Meist ist bei der Zeitangabe in alten Horoskopzeichnungen nicht angegeben, um welche Zeit es sich genau handelt - ob um LMT oder LAT. Die Berechnung der LMT ist schon lange bekannt, wurde jedoch meist nicht angewandt. Wenn vorhanden, sollte eine möglichst aus der Zeit des Geborenen stammende Horoskopzeichnung verwendet werden, um bei dieser den Aszendenten abzulesen. Zur Geburtszeitkorrektur verwendete man in früheren Zeiten hauptsächlich die Primärdirektion, bei der Aszendent und Medium coeli dirigiert werden. Der für den Aszendenten angegebene Wert ist aus diesem Grund derjenige, der von den Astrologen als zutreffend ermittelt wurde. Bei der Rekonstruktion eines Horoskopes sollte deshalb der Stand des Aszendenten zugrunde gelegt werden, andere Werte können, je nachdem, wie genau die damals zugrunde gelegten Tabellenwerte waren, davon leicht abweichen. So kann z.B., wenn der ermittelte Aszendent in der überlieferten Darstellung und der Rekonstruktion übereinstimmt, das Medium coeli etwas verschieden sein. Wenn ein Horoskop noch nicht nach Ephemeriden, sondern nach astronomischen Tafeln (bis zur Renaissance üblich) erstellt wurde, können die Planetenstände sogar um mehrere Grade abweichen.
Siehe auch
Weblinks
- Orte- und Zeitzonen-Atlas von Astrodienst Dort lässt sich für jeden Ort und jedes Datum die jeweils gültige Zeit abfragen.
- Sonnenuhr bei Wikipedia