Diskussion:Klassischer Herrscher

Aus Astrodienst Astrowiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

In dem Artikel wird nicht deutlich, warum die 0° Wassermann/Löwe- Achse die Spiegelptunkachse bildet. Allein mit der "Tag- und Nachthälfte" ist diese nicht zu erklären, denn diese Achse trennt ja gerade nicht den Tag von der Nacht, sondern ist um ein Tierkreiszeichen verschoben.--Hippokrates 21:33, 23. Jan. 2009 (UTC)

In den Links zu Taghälfte und Nachthälfte ist erklärt, dass die jeweiligen Hälften von Sonne bzw. Mond aus gezählt werden. Und so lange diese beiden Herrscher von Krebs und Löwe sind, so lange wird diese Einteilung so bleiben. Dass diese Achse im Vergleich zur Solstizienachse um ein Tierkreiszeichen verschoben ist, stellt eine Tatsache dar, die ich so nicht erklären kann, außer Du hast eine Antwort dafür. In der Antike (bei Manilius) war interessanterweise die Sonne (bzw. Phoebus) Herrscher der Zwillinge. Dann sähe das Ganze schon wieder anders aus. Damals herrschte Jupiter noch über den Löwen. So gesehen war damals aus der Sicht Deiner Anmerkung die Welt noch in Ordnung.--Astro-rolf 00:28, 24. Jan. 2009 (UTC)
In der wissenschaftlichen Literatur zur Astrologiegeschichte wird deutlich, daß es Umwälzungen der Zuordnungen gab, die auch nebeneinander bestanden haben. Manilius ist ein gutes Beispiel für derartige Abweichungen. Ptolemäus hat die Herrschaft des Mondes über den Krebs und die der Sonne über den Löwen mit der Jahreszeit erklärt und behauptete, daß die "Alten" diese Herrschaft so begründet haben. Aber ob das tatsächlich "Überlieferung" war, ist fraglich. Es könnte auch seine eigene Interpretation dessen sein, was er als Überlieferung vorgefunden hat: Sonne und Mond als die "Lebenslichter", wofür der Sommer als "vitale" Phase der Natur angesehen wurde. Die Teilung in "innere" und von der Erde aus "äußere" Planeten ist eine logische und symmetrische Einteilung.., aber für die Achse von 0° Wassermann habe ich keine astronomische Erklärung gefunden. Es gibt eine, die nicht wirklich überzeugend ist. Und zwar, daß der siderische mit dem tropischen Tierkreis zur Zeit der Herrschereinteilung identisch war, also auf 0° Stier der Äquinoktium war. Somit wäre in der Übertragung und inhaltichen Korrektur des tropischen Tiekreises dor,t wo der Zwilling ist, der Krebs etc..--Hippokrates 09:09, 24. Jan. 2009 (UTC)
Andererseits wird Ptolemäus auch immer wieder als astrologischer Laie bezeichnet, der auch selbst nicht als Astrologe praktizierte, und nur das Wissen seiner Zeit referierte. Da ist es dann nicht besonders wahrscheinlich, dass er in seinem Forscherehrgeiz neue Dinge erfunden haben sollte. Die Frage ist letztendlich, wie wir hier im AstroWiki damit umgehen. Eventuell kann man darauf hinweisen, dass zur Zuordnung Sonne/ Mond auch Alternativen bestehen. Damit fällt dann allerdings das ganze System. Denn die ganzen Spiegelungen, z. B. mit Jupiter als Hr. über Fische und Schütze, die ich sehr charmant finde, ebenso wie die Zuordnung von Merkur zu den Zwillingen und der Jungfrau etc.... Wir sprechen ja hier von einem System, das sich in der Praxis bewährt hat, und es geht ja auch darum, das bestehende astrologische Wissen zu vermitteln. Man könnte höchstens erwähnen, dass eben die Herkunft des Systems unklar ist, und kein Zusammenhang zum großen Achsenkreuz (mehr) besteht.
Die (ungeklärte) Frage, woher das System kommt, lässt sich wohl besser im Forum diskutieren. Interessant ist auch, wie Manilius in seinem System der liebenden Zeichen untereinander genau diese Diskrepanz indirekt wieder nutzte (siehe Grafik), und da er schon eine zeitlang vor Ptolemäus lebte, spricht dies wiederum dafür, dass Ptolemäus hier nichts erfunden hat.
Zum Problem der Äquinoktialeinteilung: Wenn das so stimmen würde, dann müsste ja das System etwa 1900 Jahre vor Christus entstanden sein. Da gibt es zumindest keinerlei Hinweise darauf, es scheint als ob die Dodekatopos erst ein paar hundert Jahre vor der Zeitenwende entstanden sind, davor waren eventuell Oktatopos verbreitet.--Astro-rolf 09:46, 24. Jan. 2009 (UTC)

Vielleicht ein Schritt weiter

Vielleicht führt die Lektüre des Stichwortes thema mundi weiter. Fragt sich nur, was war zuerst da...;-) Die ideale Aspektverteilung, gebunden an die Domizile der Planeten und deren Reihenfolge ab den "Königszeichen" der großen Lichter und an die mundanen Zeichenaspekte zueinander, in Übereinstimmung mit den guten oder schlechten Eigenschaften der Planeten, forderte, zumindest in der Retroperspektive, eine Aufteilung entlang der vorderseitigen Achse.--Andreassolar 08:29, 15. Jun. 2009 (UTC)