Nur die Liebe zählt

von Ursula Liechti

 

Hundeliebe..."Sie", eine eine hochgradig gefühlsbetonte Krebs-Frau mit vielen Idealvorstellungen wie das Leben auf diesem Planeten sein könnte, verliebte sich in "Er", einen Retriever-Steinbock-Hund. Ein Retriever-Hund, der grundsätzlich genau weiss was er will und durch seine Ursprünglichkeit im Bilde ist, wie das irdische Leben zu verlaufen hat. Seine Hundeführerin war vom ersten Moment an von ihm fasziniert und fühlte sich mit ihm ganz stark verbunden. Es war ihr erster grosser Hund und sie freute sich sehr, ihn nach Hause holen zu dürften.

Wehret den Anfängen - so heisst es doch! Aber die ersten Male des Nein-Sagens ihres lieben Hundes ignorierte Frauchen; das wird dann schon werden. Denn sie hatte beschlossen, ihn mit Liebe zu erziehen. Er fand auch, das sei eine Super-Sache, und er schätzte sehr, dass für ihn immer genügend Handlungsspielraum übrig blieb.

An der Hundeschule fand er echt wenig gefallen, weil es da Leute gab, die es sehr ernst und konkret meinten. Die Hundeführerin hatte ihre liebe Mühe, weil sie zum einen ihren Standpunkt der Liebe zu vertreten hatte, zum andern aber in das Dilemma kam, den Vorgaben der Hundeschule zu entsprechen. Schliesslich wollten alle anderen auf eine Prüfung mit dem Hund arbeiten und waren daher so richtig zielorientiert. Der Retriever-Hund wurde auch immer zielorientierterund wusste immer besser, was "er" sicher nicht wollte.

HundAus dem Geburtsbild geht deutlich hervor, dass sich die Führungsarbeit mit diesem eigenwilligen, aber auch sensiblen Hund sehr heikel gestaltet. Durch die Kombination seiner Geburtsplaneten erträgt er überhaupt keinen Druck. Härter anfassen, wie die Trainer vorschlugen, brachte überhaupt nichts. Mit einem Stier-Mond, einer Steinbock-Sonne und einem Skorpion-Mars stehen dem Hund genügend Abgrenzungs-Möglichkeiten zur Verfügung. Wenn er jedoch von einer Sache begeistert war und es ihn interessierte, dann war er voll dabei, machte mit und zeigte seine ganz Formbarkeit. An diesen Wechsel von Verweigerung und Begeisterung gewöhnte sich die Hundeführerin und stellte sich darauf ein. Ihr oberstes Gebot blieb, die Liebe zu leben, davon rückte sie prinzipientreu nicht ab. Die anderen, so auch die Trainer gaben wohl zu, dass der Hund nicht der Einfachste sei, im Gegenteil. Damit hatte es sich dann aber auch schon. Sie entwickelte sich immer mehr zur Aussenseiterin in dieser Hundeschule, was sie sich aber aus ihrem Lebensverlauf heraus gewohnt war. Man liess sie gewähren, doch sie spürte, dass das eigentlich nicht ganz reichte.

Wie weiter...?

Für mich waren ganz wichtig, dass dieser Hund kein "Schwieriger" ist, sondern einfach ein starkes Selbstbewusstsein und eine gute Eigenstärke hat. Er braucht deutliche Leitplanken, die jedoch nicht zu eng gefasst sein dürfen. Seine Gefühlsbetontheit stellt eine grosse Chance dar, eine gute Beziehungsebene aufzubauen, weil für ihn das Vertraute und Gewohnte einen stabilen Wert darstellen. Somit dürften auch echte Nähe und eine tiefe Verbindung spürbar werden. Dass die Liebe dem Boden die Färbung gibt, ist ideal.

HundeführerinDiese Liebe hatten die Hundeführerin und ich noch ein wenig eingehender zu betrachten: Die Frau hat durch ihre Verletzlichkeit Mühe, Nähe zu Menschen einzugehen. Somit hing verständlicherweise sehr viel von diesem Hund ab. Nur mussten trotzdem ein paar irdische Elemente - natürlich bei der Hundeführerin - zurecht gerückt werden. Sie hat in der Arbeit darauf zu achten, dass sie das, was sie sagt, auch wirklich will und dies dem Hund auch deutlich macht. Das stellt für die Hundeführerin bereits ein Lernprozess dar: Eine deutliche Sprache zu sprechen, ohne sich gleich auf einer anderen Ebene mit dem Hund wieder zu verbünden ("ach weisst du, eigentlich kannst du es dir schon recht machen").

Auch HundeliebeMit Druck ist bei diesem Hund tatsächlich nichts zu erreichen, dafür über Motivation und Zeit für Spiel. Diese freie Form tut auch der Strenge der Hundeführerin sehr gut. Ideal wäre eine andere Hundeschule, bei der das Miteinander im Vordergrund steht und nicht die Prüfungsarbeit. Sie könnte vielleicht sogar dazugehören, weil sie dort Gleichgesinnte treffen würde.

Dass die Liebe die Grundfärbung dieser Beziehung darstellt, an dieser Gegebenheit haben wir überhaupt nicht gerüttelt, ist dies doch eine der idealsten Grundvoraussetzungen.


© Ursula Liechti / Astrodienst AG 2005

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