Uranus

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Uranus in Echtfarben.

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Horoskop Uranus-Entdeckung ("zwischen 10 Uhr und 11 Uhr abends")[1]

Astronomie

Uranus ist der erste Planet jenseits von Saturn, der in der Neuzeit entdeckt wurde: Am 13. März 1781 machte ihn der Astronom Wilhelm Herschel mit Hilfe eines Teleskops erstmals am Himmel aus. Uranus ist viermal so groß wie die Erde. Sein Äquatordurchmesser beträgt 51 118 Kilometer, die mittlere Entfernung von der Sonne 2 883 Millionen Kilometer. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt er knapp 84 Jahre; d.h. er hält sich in jedem Tierkteiszeichen ca. sieben Jahre lang auf. Die Tagesbewegung beträgt maximal 4 Bogenminuten, im Durchschnitt sind es 42 Bogensekunden. Wenn man weiß, wo Uranus am Himmel zu suchen ist, kann er sogar mit bloßem Auge gerade noch erkannt werden. Im alten Griechenland war deswegen die Existenz dieses Planeten bereits bekannt, geriet jedoch später wieder in Vergessenheit.

Auffallend ist die gekippte Rotationsachse des Uranus, die somit fast auf seiner Bahnebene liegt. Dadurch wälzt sich der drittgrößte Planet unseres Sonnensystems sozusagen nach vorn. Vermutlich ist eine vor langer Zeit erfolgte Kollision dafür verantwortlich.[2]

Mythologie

Kronos entmannt seinen Vater Uranus.

Uranos (lateinisch Uranus) war der älteste der antiken Himmelsgötter. Gaia, die Erde, brachte ihn ohne Beteiligung eines Mannes hervor und wurde dann seine Frau. Uranos zeugte mit Gaia zahlreiche Kinder, darunter das Geschlecht der Titanen und Kyklopen. Von manchen seiner Nachkommen war Uranos jedoch so entsetzt, dass er sie gleich wieder in den Schoß von Gaia zurück stopfte. Daran drohte Gaia zu ersticken. Deshalb animierte sie ihren Sohn Kronos (Saturn), den bedeutendsten unter den Titanen, seinen Vater zu stürzen und mit einer Sichel zu entmannen.

Zwar konnte Kronos die Macht an sich reißen, doch seine Tat zeitigte ungeahnte Folgen. An der Stelle, wo Uranos' Glied ins Meer geworfen wurde, entstieg Aphrodite, die Göttin der Liebe und der Schönheit, dem Schaum. Dort, wo Uranos' Blut die Erde berührte, entstanden die Erinnyen, Furcht erregende weibliche Rachegöttinnen, die überall erschienen, wo Menschen gegen die naturgegebenen Gesetze verstießen. Sie wurden für die Menschen zu einer großen Herausforderung, denn sie wachten unnachgiebig über die Einhaltung der göttlichen Ordnung.

Insofern sorgte Uranos ohne gezielte Handlungsabsicht für einschneidende Veränderungen in der Existenz der Menschen. Scheinbar entmachtet, nahm er dennoch großen Einfluss auf den Lauf der Dinge auf Erden.

Manche Astrologen sind jedoch der Ansicht, dass der mythologische Uranos nicht die zum astrologischen Uranus passende Gestalt ist[3]. Viel besser eigne sich Prometheus (der "Vorausschauende"), der sich gegen den Göttervater Zeus auflehnte und den Menschen das Feuer brachte.

Deutung

Stichworte nach Klöckler[4]

stark und
harmonisch
stark und
disharmonisch
schwach und evtl.
disharmonisch
Naturprinzip: Plötzlichkeit, Gewaltsamkeit
biologisch: Nervensystem
organisch: Hirnhaut, Rückenmark
psychologisch: Intuition, Rhythmus (zeitlich)
Erlebnisreichtum Sensationshunger Gleichgültigkeit
Beweglichkeit Sprunghaftigkeit Unbeweglichkeit
Anregbarkeit Erregbarkeit, Reizbarkeit,
Nervosität
Apathie
Reformfreude Neuerungssucht Rückständigkeit
Intuition Phantastik, Verschrobenheit,
Skurrilität
Langweiligkeit
Selbständigkeits- und
Freiheitsdrang
Eigensinn, Mangel an Bindung Unselbständigkeit
Temperament: schizoid-nervös

Durch die Entdeckung des Uranus änderten sich die bis dahin gültigen Dimensionen des Sonnensystems schlagartig, denn er ist doppelt so weit von der Erde entfernt wie Saturn. Damit sprengte er das alte Weltbild und symbolisiert entsprechend plötzliche Umschwünge und den Vorstoß in eine andere Dimension. Betrachtet man für die Interpretation dieses Planeten auch die Zeit seiner Entdeckung, was in der Astrologie bei neu entdeckten Planeten üblich ist, so repräsentiert er die Ideale der Französischen Revolution (1789): Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und überhaupt die humanistischen Ideale der Aufklärung.

Als einer der geistigen Planeten versinnbildlicht er Prinzipien jenseits von Materie und individuellen persönlichen Grenzen. Er steht für die Intuition, für plötzliche, blitzhafte Eingebungen. Er ist folglich auch ein Symbol für die Astrologie selbst, welche ja - nach dem Prinzip der Analogie - die Zusammenhänge zwischen dem Oben (den Himmelserscheinungen) und dem Unten (dem irdischen Geschehen) zu erfassen sucht. Auch technische Geräte und Errungenschaften (wie neuerdings die Computer) und neue Medien werden ihm zugeordnet.

In der persönlichen Radix drückt Uranus das revolutionäre Potenzial eines Menschen aus. Da er sich im Horoskop von Menschen mehrerer Jahrgänge im selben Zeichen befindet, ist seine Zeichenstellung weniger individuell als seine Hausstellung. Sein Haus zeigt den Bereich an, in dem ein Mensch unkonventionell ist, zu spontanen Verhaltensweisen neigt, Grenzen sprengt und gerne ungebunden sowie originell ist. Ist er schwierig gestellt, neigt die betreffende Persönlichkeit unter Umständen dazu, alles zwanghaft anders machen zu müssen. Auch elitärer Dünkel kann zu den uranischen Schattenseiten gehören.

Im Aspekt mit einem anderen Planeten oder einer Achse ist Uranus eine Art "Beschleuniger"; er verleiht dem aspektierten Planeten Originalität und Andersartigkeit, sorgt für Überraschungen ebenso wie für blitzartige Erleuchtungen.

Ähnliches geschieht, wenn er einen Planeten oder eine Achse im Transit berührt. Ein Uranus-Transit wälzt das Bisherige um, steht für schlagartige Änderungen, aber auch für ein intuitives Erfassen von Zusammenhängen.

Astromedizin

Uranus werden die Nerven zugeordnet, und zwar in ihrer Eigenschaft als Reizleiter. Nerven übermitteln Erregungen der Sinnesorgane zum Gehirn (= sensorisch), und dieses wiederum gibt Nervenimpulse an die Muskeln ab (= motorisch).
Außerdem die Waden und Knöchel (Sprunggelenke).

Mundanastrologie[5]

Uranus steht für eine gesellschaftliche Umstrukturierung - für Zukunft und Neuerungen, aber auch eine freie Wirtschaft, für das Progressive, Moderne, für Reformen, alles vermeintlich Unkonventionelle, auch für Unruhen und Umstürze, Aufruhr bis hin zum Terror, nicht zuletzt für wissenschaftlichen Fortschritt, neue Forschungsergebnisse. Er 'regiert' die heutigen Medien bzw. neue Techniken und Erfindungen gerade in der Kommunikation (Funk, Satellit), Elektrizität und EDV bzw. Innovationen generell. Weltanschaulich bedeutet er soziale Utopien, Ideen der Volkssouveränität, Freiheit und Emanzipation; er steht für Humanität, überhaupt Demokratisierung, für ein Eintreten gegen Unterdrückung (gegen "Tyrannen"), für Anti-Autoritäres, eine Auflehnung gegen staatliche oder kirchliche Obrigkeiten, er fordert Internationalismus, ein kosmopolitisches (weltumspannendes) Denken. Von renommierten Astrologen wird der Planet jedoch dem rechten politischen Lager zugeordnet.[6] Im Sozialen repräsentiert er Freunde und Bundesgenossen ("Gleichgesinnte"), den Zusammenschluss zu Cliquen oder Interessensgruppen (beispielsweise in den Gewerkschaften); er ist außerdem ein Symbol für die Jugend und deren Motto "Schneidet die alten Zopfe ab".

Metereologisch/ klimatisch manifestiert er sich in Unwettern, (Wirbel-)Stürmen, aber auch in Erdbeben.

Die ihm zugeordneten Farben sind: blendend weiß, silberweiß.[7].

Seine numerologische Zahl ist die 11.

Würden

Uranus ist der neue Herrscher des Zeichens Wassermann[8] und entsprechend im Löwen im Exil. Im Skorpion steht er erhöht und im Stier im Fall. Um die Symmetrie des Tierkreises der klassischen Astrologie zu wahren, gilt er als Nebenherrscher des Steinbocks, dem er dadurch auch uranische Nuancen gibt, die durch dessen Hauptherrscher Saturn alleine nicht zu erklären sind.

Siehe auch

Weblinks

Mit Uranus wid das Undezil, das elfte Haus, das elfte Harmonic und Wassermann in Verbindung gebracht.

Quellen und Anmerkungen

  1. Herschel zitiert nach Nicholas Campion, Das Buch der Welthoroskope. Edition Astrodata, Wettswil 1991, S. 483. Die gleiche Zeit (22:30 Uhr) berichtet Janduz, zitiert durch Rubertus Steeg in: Astrologischer Auskunftsbogen 71, Mai 1957. Baumgartner-Verlag Warpke-Billerbeck
  2. Spiegel online (2015)
  3. Richard Tarnas: Uranus und Prometheus. Zollikon 1996.
  4. Klöckler, Herbert Freiherr von: Kursus der Astrologie, Band II: Grundlagen für die astrologische Deutung. Astra-Verlag Berlin 1952 S. 44 f.
  5. Uranus-Neptun, Artikel von Richard Vetter; in Anlehnung an Otto Rumburg, Horoskope und Politik, 1973, S. 35/ 36
  6. Ingresses: An Introduction to Mundane Astrology (Deborah Houlding, Tom Callanan & Sue Toohey, 2004).
  7. Hannelore Goos, Handbuch der astrologischen Zuordnung, mehrere Bände, Books on Demand (2002) ISBN-10: 3831131163
  8. Robert Cross Smith (der erste Raphael) nahm schon 1828 die Zuordnung des Uranus zum Wassermann vor.