Entdeckungshoroskop

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Entdeckungshoroskop von Ixion (Fotonachweis)

Das "Entdeckungshoroskop" stellt eine besondere Form des Radixhoroskops dar.

Dieses Ereignishoroskop bezieht sich auf die Entdeckung eines neuen Himmelskörpers.
Das Entdeckungshoroskop soll, analog zu einem Geburtshoroskop, Auskunft über die Eigenschaften und Wirkungen des betreffenden Himmelskörpers geben können.

Zeitpunkt

Ausschlaggebend für das herangezogene Horoskop ist das Entdeckungsdatum. Hier gibt es allerdings unterschiedliche Ansätze, welcher Zeitpunkt der zutreffende ist.

  • Zeitpunkt der ersten Sichtung, egal ob bewusst oder unbewusst. Beispielsweise hat bereits Galileo Galilei nachweislich Neptun erstmals am 18. Dezember 1612 gesichtet, ihn jedoch nicht richtig identifiziert, sondern zu einem Jupiter-Mond gemacht.
  • Zeitpunkt der ersten bewussten Sichtung. Das auf diesen Zeitpunkt ausgestellte Horoskop gilt als besonders aussagekräftig. Leider ist von den meisten ersten bewussten Sichtungen - sei es durch ein Fernrohr oder auf einem Foto - nur das Datum, nicht aber die exakte Uhrzeit überlierfert.
  • Zeitpunkt des ersten Fotos einer Fotoserie, das zur Entdeckung eines Himmelskörpers führte. Fotoserien werden verwendet, um hierdurch die Positionsveränderungen von Himmelskörpern leichter erkennen zu können. Der Vorteil moderner Fotoserien ist, dass hierauf die Uhrzeit sekundengenau vermerkt ist, was eine gesicherte zeitliche Grundlage zur Erstellung eines Horoskops bedeutet und deshalb von unschätzbarem Wert ist. Auf diese Datenquelle stützen sich die Entdeckungshoroskope für Himmelskörper etwa ab den 1970er Jahren[1]. Wichtig ist, hierbei nicht ein Foto zu verwenden, das den betreffenden Himmelskörper zwar zeigt, dieser jedoch erst auf späteren Fotos identifiziert wurde.

Hypothetische Himmelskörper

Eine Besonderheit stellen Entdeckungshoroskope hypothetischer Planeten dar, da hier keine Sichtung eines realen Objekts zugrunde gelegt werden kann. Dies betrifft insbesondere die Wirkpunkte der Hamburger Schule. Hier wird der Zeitpunkt angegeben, zu welchem dem Astrologen die erste eindeutige Erkenntnis der Existenz eines solchen Wirkpunktes bewusst wurde.

Deutung

Die Deutung eines Entdeckungshoroskops vermischt Elemente der Deutung eines Ereignisses mit der einer Person. Auf gewisse Art und Weise soll ja die Identität eines Himmelskörpers, das Spezifische seines astrologischen Einflusses bestimmbar sein, und hierzu wird tatsächlich ein "Charakterprofil" des Himmelskörpers erstellt, wird er wie eine Persönlichkeit behandelt. Doch sind selbstverständlich auf solch ein Horoskop Prognosen nicht sinnvoll, da davon ausgegangen wird, dass die Identität, also die Art des Einflusses eines Himmelskörpers, gleich bleibt und keiner Entwicklung unterliegt[2].
Wichtigste Deutungselemente in Haus- und Zeichenstellung, sowie Aspektierung sind:

Quellen und Anmerkungen

  1. Robert von Heeren schreibt auf seiner Homepage: "Die Daten der Entdeckungen entsprechen den von den Astronomen unanfechtbar registrierten Zeitpunkten der ersten fotografisch-elektronischen Aufnahme des Kentauren, so wie sie auch üblicherweise an die Internationale Astronomische Union, Abteilung Minor Planet Center offiziell weitergegeben werden. Leider konnten die Zeitpunkte der durchaus wichtigen persönlichen Bewusstwerdungen der Astronomen über ihre Entdeckung, d.h. der Zeitpunkt, an dem sie merkten, dass sie auf ihrer Aufnahme etwas Neues gefunden haben, nicht ermittelt werden. Wahrscheinlich existieren hier auch keine Aufzeichnungen bzw. können sich die Entdecker nicht mehr erinnern. Trotzdem sind auch die Zeitpunkte der Entdeckungsaufnahmen relevant und von astrologischem Interesse. Einzige Ausnahme (wie auch übrigens bei Pluto): die Chiron-Entdeckung. Charles T. Kowal gab amerikanischen Astrologen auf Anfrage den Zeitpunkt, an dem er auf der Aufnahme Chiron entdeckte."
  2. Hierbei sind nicht die aktuellen Konstellationen gemeint, in denen ein Himmelskörper zu finden ist, sondern seine grundlegenden Eigenschaften.