Parallele
Als Parallele wird meist die Deklinationsparallele - bezeichnet.
Deklinationsparallele
oder auch Deklinationsaspekt, Parallelschein, Parallelaspekt oder einfach Parallele genannt, ist einer der Hauptaspekte der traditionellen, bzw. klassischen Asrologie und bezieht sich auf die Deklinationwerte zweier Planeten. Die Deklination definiert sich aus dem senkrechten Winkelabstand eines Planeten vom Himmelsäquator, und zwar sowohl in nördlicher als auch in südlicher Richtung. Claudius Ptolemäus erklärte das Prinzip der Deklinatiosprallele bereits im Tetrabiblos,[1] bezog es jedoch nicht auf die Deklinationen einzelner Planeten, sondern nur auf die Deklinationen der Sonnenbahn im Laufe der Jahreszeichen, die zu den Betrachtungen der Antiszien führte.
Die Berücksichtigung der Deklinationsaspekte der einzelnen Planeten ist ab dem 15. Jahrhundert nachgewiesen. Wilhelm Knappich::"Äquatoraspekte wurden erst von Regiomontanus und Maginus eingeführt und sind Winkelabstände zweier Planeten, gemessen in Rektaszension und Deklination. In der modernen Astrologie sind von diesen Äquatoraspekten nur die sogenannten Deklinationsparallelen noch im Gebrauch, das sind gleich weite Abstände zweier Planeten von der Äquatorebene, bei gleichnamiger oder ungleichnamiger Deklination".[2]
"..; in der alten Tradition als stark wirkend angesehen, in der neuen Astrologie aber meist vernachlässigt. Der Parallelaspekt ist von den Antiszien zu unterscheiden."[3]
Eine Bedeutung gleich der zodiakalen Konjunktion wird dem Deklinationsaspekt besonders in der englischen Astrologie beigemessen sowie von bedeutenden Astrologen: Alan Leo, Max Heindel, Frank Glahn, Karl Brandler-Pracht, Johannes Vehlow, Erich Carl Kühr, Reinhold Ebertin, Oscar Schmitz, C.Aq. Libra und vielen anderen.[4]
Der Orbis beträgt nicht mehr als 1° bis maximal 1,3°. Die Schreibweise ist entweder mit || oder //. Die Gegenparallele (1 Planet südlich des Himmelsäquators, der andere nördlich) wird so geschrieben, bzw. symbolisiert: #
Mundane Parallele
Zwischen der mundanen Parallele und der Deklinationsparallele besteht nur Namensgleichheit. Die Berechnung beruht auf einem anderen Prinzip. Die sogenannte mundane Parallele, die früher auch auch "Rapt-Parallele" genannt wurde, wird nicht mit den Deklinationen berechnet, sondern darunter versteht man den proportional-gleichen Abstand innerhalb des Placidus-Häusersystems von zwei Horoskopfaktoren (meist Planeten) zu den Hauptachsen (Aszendent-Deszendent oder Medium coeli - Imum coeli). Die mundane Parallele ist eine Sonderform der Mundanaspekte und entspricht im Grunde dem Prinzip des zodiakalen Halbdistanzpunktes. Die Mundanprallele wird jedoch nicht - wie der zodiakale Halbdistanzpunkt - in Tierkreisgraden gemessen, sondern gemäß der unterschiedlichen Proportionen der Häusergrößen.
"Ein mund. Parallel ist, wenn sich 2 Planeten in entsprechend gleichen Entfernungen vom Meridian befinden. Venus 26.5 Widder, in einer Entfernung von 1° der Spitze des 11ten Hauses, würde sich in mund. P. mit einem Planeten befinden, der sich etwas weniger als 1° vorbei der Spitze des 9ten Hauses befände."[5]
"Ein Mundan-Parallel-Aspekt; eine Raptparallele findet statt, wenn die Sonne Spitze 10. Haus, Mond Spitze 4. Haus steht, aber auch, wenn die Distanzen beider Planeten vom Zenit und Nadir die gleichen sind, so ist Sonne und Mond in Raptparallel, wenn die Sonne an der Spitze des 2. Hauses, Mond an der Spitze des 6ten Hauses steht - beide Sterne sind 2 Häuser vom 4. Haus entfernt."[6]
Einzelnachweise
- ↑ Ptolemaeus, Tetrabiblos, Chiron 1995,S. 52
- ↑ Knappich, Wilhem, Der Mensch im Horoskop. Verlag Moritz Stadler, Villach, 1951, S. 75
- ↑ Becker, Lexikon der Astrologie, 1988, S.214
- ↑ Ebertin, Reinhold, Deklinationsprallelen im Geburtsbild, Ebertin-Verlag, Freiburg im Breisgau, 1976, S. 13-18
- ↑ C. AQ. LIBRA, Astrologie ihre Technik und Ethik,1922, Kapitel Mundane Aspekte, S. 95
- ↑ Astrologische Rundschau", 12. Jhg., August/September 1922, Heft 11/12, Seite 190