Orbis: Unterschied zwischen den Versionen
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Der Spielraum, innerhalb dessen ein [[Aspekt]] gültig ist. Beispielsweise spricht man nicht nur dann von einer [[Opposition]], wenn zwei [[Planet]]en sich in einem exakten 180-Grad-Winkel gegenüberstehen, sondern auch wenn ihr Abstand 175 oder 185 Grad beträgt. Wie groß man den Orbis jeweils wählt, ist eine Frage der individuellen Praxis und Erfahrung des Astrologen, aber auch der [[Deutung]]. In der [[psychologische Astrologie|psychologischen Astrologie]] werden eher größere Orben verwendet, wohingegen etwa in der [[Stundenastrologie]] mit engeren gearbeitet wird. | Der Spielraum (wörtlich ''der Kreis, die Umgebung''), innerhalb dessen ein [[Aspekt]] gültig ist. Beispielsweise spricht man nicht nur dann von einer [[Opposition]], wenn zwei [[Planet]]en sich in einem exakten 180-Grad-Winkel gegenüberstehen, sondern auch wenn ihr Abstand 175 oder 185 Grad beträgt. Wie groß man den Orbis jeweils wählt, ist eine Frage der individuellen Praxis und Erfahrung des Astrologen, aber auch der [[Deutung]]. In der [[psychologische Astrologie|psychologischen Astrologie]] werden eher größere Orben verwendet, wohingegen etwa in der [[Stundenastrologie]] mit engeren gearbeitet wird. | ||
Ein Aspekt, der exakt ist, heißt auch [[partiler Aspekt|partil]]; Aspekte innerhalb des definierten Orbis, die jedoch nicht mehr exakt sind, werden [[plaktischer Aspekt|plaktisch]] genannt. | Ein Aspekt, der exakt ist, heißt auch [[partiler Aspekt|partil]]; Aspekte innerhalb des definierten Orbis, die jedoch nicht mehr exakt sind, werden [[plaktischer Aspekt|plaktisch]] genannt. | ||
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Version vom 17. April 2015, 17:15 Uhr
Der Spielraum (wörtlich der Kreis, die Umgebung), innerhalb dessen ein Aspekt gültig ist. Beispielsweise spricht man nicht nur dann von einer Opposition, wenn zwei Planeten sich in einem exakten 180-Grad-Winkel gegenüberstehen, sondern auch wenn ihr Abstand 175 oder 185 Grad beträgt. Wie groß man den Orbis jeweils wählt, ist eine Frage der individuellen Praxis und Erfahrung des Astrologen, aber auch der Deutung. In der psychologischen Astrologie werden eher größere Orben verwendet, wohingegen etwa in der Stundenastrologie mit engeren gearbeitet wird.
Ein Aspekt, der exakt ist, heißt auch partil; Aspekte innerhalb des definierten Orbis, die jedoch nicht mehr exakt sind, werden plaktisch genannt.
Je schneller die beteiligten Planeten laufen, desto größer kann der Orbis gewählt werden (bis zu zehn Grad in beide Richtungen). Das bedeutet, dass der Orbis bei Aspekten, an denen der Mond (als schnellster Planet) involviert ist, recht großzügig angesetzt wird. Auch die Art des Aspektes spielt eine Rolle: Bei Hauptaspekten wählt man größere Orben , geht hingegen bei Nebenaspekten zurückhaltender damit um (nur ein bis drei Grad).
Folgende Tabelle kann als Anhaltspunkt für die Hauptaspekte dienen:
| Orbis für Hauptaspekte[1] | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
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| 10° | 7 | 10 | 9 | 9 | 9 | 8 | 8 | 7 | 7 | 7 | |
![]() |
7 | 4° | 7 | 6 | 6 | 6 | 5 | 5 | 4 | 4 | 4 |
| 10 | 7 | 10° | 9 | 9 | 9 | 8 | 8 | 7 | 7 | 7 | |
| 9 | 6 | 9 | 8° | 8 | 8 | 7 | 7 | 6 | 6 | 6 | |
| 9 | 6 | 9 | 8 | 8° | 8 | 7 | 7 | 6 | 6 | 6 | |
| 9 | 6 | 9 | 8 | 8 | 8° | 7 | 7 | 6 | 6 | 6 | |
| 8 | 5 | 8 | 7 | 7 | 7 | 6° | 6 | 5 | 5 | 5 | |
| 8 | 5 | 8 | 7 | 7 | 7 | 6 | 6° | 5 | 5 | 5 | |
| 7 | 4 | 7 | 6 | 6 | 6 | 5 | 5 | 4° | 4 | 4 | |
| 7 | 4 | 7 | 6 | 6 | 6 | 5 | 5 | 4 | 4° | 4 | |
| 7 | 4 | 7 | 6 | 6 | 6 | 5 | 5 | 4 | 4 | 4° | |
Die fett gedruckten Zahlen zeigen die jeweilige Gradzahl an, die für einen Planeten generell angesetzt wird. Der konkrete Orbis für einen Aspekt zwischen zwei Planeten ergibt sich dann aus dem Mittelwert.
Aspekte zu Achsen[2]:
AC |
10° | DC |
6° |
MC |
10° | IC |
6° |
[3] |
5° |
Orbes nach Erich Carl Kühr
Erich Carl Kühr hat in seinem Buch Aspektanalyse[4] folgende recht engen Orben angegeben (damals noch ohne Pluto). Beachtenswert dabei sind die verhältnismäßig großen Orben des "großen Wohltäters" Jupiter und des "großen Übeltäters" Saturn. Der Mondknoten besitzt, wie bei Kühr alle sensitiven Punkte (also auch Aszendent und Medium coeli), keinen eigenen Orbis.
Weblinks
- Aspects, Orbs & Perfection. From William Lilly's Christian Astrology (mit Lillys Orbentabelle, 1st ed. 1647; Warnock 2002)
Quellen und Anmerkungen
- ↑ abgedruckt mit freundlicher Genehmigung der Astrologieschule Ernst Ott
- ↑ Hier gilt es zu berücksichtigen, dass oft nur eine vage Geburtszeit vorliegt, was bei den schnelllaufenden Achsen die Ungenauigkeit deutlich erhöht.
- ↑ Quadrat, Trigon und Sextil
- ↑ Erich Carl Kühr: Aspektanalyse. Verlag Rudolf Czerny, Wien (1948); S. 21


