Parallele: Unterschied zwischen den Versionen

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oder auch '''Deklinationsaspekt''', '''Parallelschein''', '''Parallelaspekt''' oder einfach '''Parallele''' genannt, ist einer der [[Aspekt|Hauptaspekte]] der traditionellen, bzw. klassischen Asrologie und bezieht sich auf die  [[Deklination]]werte zweier [[Planet]]en. Die Deklination definiert sich aus dem senkrechten Winkelabstand eines Planeten vom [[Himmelsäquator]], und zwar sowohl in nördlicher als auch in südlicher Richtung.
oder auch '''Deklinationsaspekt''', '''Parallelschein''', '''Parallelaspekt''' oder einfach '''Parallele''' genannt, ist einer der [[Aspekt|Hauptaspekte]] der traditionellen, bzw. klassischen Asrologie und bezieht sich auf die  [[Deklination]]werte zweier [[Planet]]en. Die Deklination definiert sich aus dem senkrechten Winkelabstand eines Planeten vom [[Himmelsäquator]], und zwar sowohl in nördlicher als auch in südlicher Richtung.
[[Ptolemäus, Claudius|Claudius Ptolemäus ]] erklärte das Prinzip der Deklinationsparallele bereits im Tetrabiblos,<ref>Ptolemaeus, Tetrabiblos, Chiron 1995,S. 52</ref> bezog es jedoch nicht auf die Deklinationen einzelner Planeten, sondern nur auf die Deklinationen der Sonnenbahn im Laufe der Jahreszeichen, die zu den Betrachtungen der  [[Antiszie]]n führte.
[[Ptolemäus, Claudius|Claudius Ptolemäus ]] erklärte das Prinzip der Deklinationsparallele bereits im Tetrabiblos,<ref>Ptolemaeus, Tetrabiblos, Chiron 1995,S. 52</ref> bezog es jedoch nicht auf die Deklinationen einzelner Planeten, sondern nur auf die Deklinationen der Sonnenbahn im Laufe der Jahreszeichen, die zu den Betrachtungen der  [[Antiszie]]n führte.
Der Orbis beträgt nicht mehr als 1° bis  maximal 1,3°. Die symbolische Schreibweise ist entweder mit '''||''', '''//''' oder auch in älteren Literatur mit''' P.''' angegeben. Die Gegenparallele (1 Planet südlich des Himmelsäquators, der andere nördlich) wird so geschrieben, bzw. symbolisiert: '''#'''
 
Der Orbis beträgt nicht mehr als 1° bis  maximal 1,3°. Die symbolische Schreibweise ist entweder mit '''||''' oder auch in der älteren Literatur mit''' P.''' angegeben. Damit wurde sowohl die Gegenparallele als auch Parallele (gleiche Abstände vom Äquator - sowohl südlich aus auch nördlich) bezeichnet. Es wurde in der Bewertung eines Aspektes nicht zwischen südlicher und nördlicher Deklination unterscheiden, da man von einer gleichen Wirkung bei identischen Abständen zum Äquator ausging.
Reinhold Ebertin unterschied jedoch zunächst in seinen Forschungen zu den Deklinationsparallelen die südliche und die nördliche (Gegenparallele: 1 Planet südlich des Himmelsäquators, der andere nördlich) und führte eine symbolische Unterscheidung ein: Die Gegenparallele kennzeichnete er mit '''#''' und für die Parallele nahm er zwei  Schrägstriche '''//''', um diese zu unterscheiden. ('''//''' = zwei Planeten sind entweder gleichzeitig auf der südlichen oder gleichzeitig auf der nördlichen Seite des Himmelsäquators). Später stellte er jedoch fest, daß die Überlieferungen richtig, bzw. die Wirkung der Parallelen und Gegenparallelen nicht unterscheidbar waren.


==Geschichte==
==Geschichte==

Version vom 20. Januar 2010, 11:26 Uhr

Typische Aspekttabelle der Klassik mit Aufzeichnung der Deklinationsaspekte, die häufig mit einem P. gekennzeichnet wurden. Zwischen Mond und Mars, Asz. und Jupiter besteht in diesem Beispiel sowohl eine zodiakale Opposition als auch eine Deklinationsparallele.(C. AQ.Libra, Astrologie ihre Technik und Ethik, 1922)

Als Parallele wird meist die Deklinationsparallele - bezeichnet.

Deklinationsparallele

oder auch Deklinationsaspekt, Parallelschein, Parallelaspekt oder einfach Parallele genannt, ist einer der Hauptaspekte der traditionellen, bzw. klassischen Asrologie und bezieht sich auf die Deklinationwerte zweier Planeten. Die Deklination definiert sich aus dem senkrechten Winkelabstand eines Planeten vom Himmelsäquator, und zwar sowohl in nördlicher als auch in südlicher Richtung. Claudius Ptolemäus erklärte das Prinzip der Deklinationsparallele bereits im Tetrabiblos,[1] bezog es jedoch nicht auf die Deklinationen einzelner Planeten, sondern nur auf die Deklinationen der Sonnenbahn im Laufe der Jahreszeichen, die zu den Betrachtungen der Antiszien führte.

Der Orbis beträgt nicht mehr als 1° bis maximal 1,3°. Die symbolische Schreibweise ist entweder mit || oder auch in der älteren Literatur mit P. angegeben. Damit wurde sowohl die Gegenparallele als auch Parallele (gleiche Abstände vom Äquator - sowohl südlich aus auch nördlich) bezeichnet. Es wurde in der Bewertung eines Aspektes nicht zwischen südlicher und nördlicher Deklination unterscheiden, da man von einer gleichen Wirkung bei identischen Abständen zum Äquator ausging. Reinhold Ebertin unterschied jedoch zunächst in seinen Forschungen zu den Deklinationsparallelen die südliche und die nördliche (Gegenparallele: 1 Planet südlich des Himmelsäquators, der andere nördlich) und führte eine symbolische Unterscheidung ein: Die Gegenparallele kennzeichnete er mit # und für die Parallele nahm er zwei Schrägstriche //, um diese zu unterscheiden. (// = zwei Planeten sind entweder gleichzeitig auf der südlichen oder gleichzeitig auf der nördlichen Seite des Himmelsäquators). Später stellte er jedoch fest, daß die Überlieferungen richtig, bzw. die Wirkung der Parallelen und Gegenparallelen nicht unterscheidbar waren.

Geschichte

Die Berücksichtigung der Deklinationsaspekte der einzelnen Planeten ist ab dem 15. Jahrhundert nachgewiesen. Wilhelm Knappich::"Äquatoraspekte wurden erst von Regiomontanus und Maginus eingeführt und sind Winkelabstände zweier Planeten, gemessen in Rektaszension und Deklination. In der modernen Astrologie sind von diesen Äquatoraspekten nur die sogenannten Deklinationsparallelen noch im Gebrauch, das sind gleich weite Abstände zweier Planeten von der Äquatorebene, bei gleichnamiger oder ungleichnamiger Deklination".[2]

"..; in der alten Tradition als stark wirkend angesehen, in der neuen Astrologie aber meist vernachlässigt. Der Parallelaspekt ist von den Antiszien zu unterscheiden."[3]

Bedeutung

Eine Bedeutung gleich der zodiakalen Konjunktion wird dem Deklinationsaspekt besonders in der englischen Astrologie beigemessen sowie von bedeutenden Astrologen: Alan Leo, Max Heindel, Frank Glahn, Karl Brandler-Pracht, Johannes Vehlow, Erich Carl Kühr, Reinhold Ebertin, Oscar Schmitz, C.Aq. Libra und vielen anderen.[4]

Wie hoch und wichtig damalige Astrologen die Parallelen einschätzten, verdeutlicht folgende Stellungnahme eines Astrologie-Lehrbruches aus dem Jahre 1922, das internationale Anerkennung genoß:

"Es ist ebenso notwendig die Parallele, im Radix-Horoskop, und bei Progression zu verfolgen, als auch die andern Aspekte. Durch ungenügende Kenntnis des richtige Grades des M.C. und Asz. ist man oft gezwungen, die mundane Parallele zu vernachlässigen, wenn wir nun noch ausserdem die zodiakalen Parallele (Anmerk.: gemeint ist der besprochene Deklinationsaspekt) verwahrlosen, dann leisten wir halbe Arbeit. Wenn man also von den sogenannten verkürzten-Ephemeriden Gebrauch macht, in denen die Deklinationen nicht angegangen sind, so muss man für korrekte Arbeit, die Deklinationen der Planeten und der Häuser-Spitzen in Raphaels Ephemeride von dem Jahre, in dem man geboren ist, aufsuchen."[5]

Besonders in Deutschland und auch in den USA sind Ephemeriden ohne Deklinationsangaben in Mode gekommen, weshalb die Berücksichtigung der Deklinationsaspekte ebenfalls zunehmend aus dem Gebrauch kam, obwohl sie wichtiger Bestandteil der "Klassik" sind. Deshalb bemühte sich Reinhold Ebertin eine Zeitlang in Deutschland eine Deklinations-Ephemeride herauszubringen. Die englische Raphael-Ephemeride ist heute immer noch die vollständigste Ephemeride, die erhältlich ist.

Die Berechnung der sogenannten mundanen Parallele folgt einem ähnlichem Prinzip und ist unter Mundanaspekt näher beschrieben.

Einzelnachweise

  1. Ptolemaeus, Tetrabiblos, Chiron 1995,S. 52
  2. Knappich, Wilhem, Der Mensch im Horoskop. Verlag Moritz Stadler, Villach, 1951, S. 75
  3. Becker, Lexikon der Astrologie, 1988, S.214
  4. Ebertin, Reinhold, Deklinationsprallelen im Geburtsbild, Ebertin-Verlag, Freiburg im Breisgau, 1976, S. 13-18
  5. C. Aq. Libra: Astrologie - ihre Technik und Ethik, Amersfoort (Holland)1922, S. 164