Auszüge aus:
Diese Textauszüge stammen aus dem Kinderhoroskop, wie es auch für Sie als Kundin und Kunde produziert wird. Viele Teile eines Horoskopes sind nur für die betroffene Person verständlich und relevant oder können, ohne den Kontext zu kennen, missverständlich sein. Wir veröffentlichen die Horoskope deshalb hier nur Auszugsweise. Ungekürzte Versionen anderer Persönlichkeiten finden Sie auf unserer Seite mit Beispielhoroskopen
Astrologische Deutung und Text: Liz Greene
Programmierung: Alois Treindl
Ein Naturkind
Friedrich ist ein Kind von zutiefst erdhaftem, beständigem
Wesen. Vermutlich wird er schon von frühester Kindheit an
eine lebhafte, sinnliche und gut angepaßte Beziehung zur
Welt des Konkreten zeigen. Doch er besitzt auch eine starke Vorstellungsgabe,
und so ist es wahrscheinlich, daß zwischen diesen beiden
Seiten seiner sich allmählich entwickelnden Persönlichkeit
eine gewisse Spannung besteht. Gerade in bezug auf diese Spannung
könnten ihm das Verständnis und die Unterstützung
der Menschen um ihn herum sehr helfen. Vermutlich werden Sie feststellen,
daß diese phantasiebegabte, aber unvorhersehbare Seite es
für Friedrich mit sich bringt, daß er unter unerklärlichen
Befürchtungen und Vorstellungen leidet. Vielleicht versucht
er, dies zu unterdrücken, indem er sich noch intensiver darum
bemüht, äußere Sicherheit herzustellen. So könnte
er etwa zuviel für die Schule tun, seine Verpflichtungen zu
Hause übertreiben oder ein übermäßiges Besitzverhalten
in bezug auf bestimmte Dinge oder Kleidungsstücke zeigen.
Diese Ängste sind keineswegs "abnorm", sondern nur natürlich bei einem inneren Wesen, das zwei sehr verschiedene Begabungen aufweist. Es mag eine ganze Weile dauern, bis Friedrich sich an diese Polarität gewöhnt hat, doch sie wird ihm helfen, sich zu einem vernünftigen und praktisch denkenden Kind zu entwickeln, das auch weiß, wie es seine Ideen und kreativen Eingebungen verwirklichen kann. Es könnte sehr hilfreich sein, wenn Sie Friedrich dazu ermuntern, seine Ängste zu äußern - vielleicht auch beim Malen oder Zeichnen, falls er nicht davon erzählen will. Wie merkwürdig oder irrational diese Ängste auch scheinbar sein mögen, eigentlich spiegelt sich darin eine besonders reiche Phantasie, die dieses Kind mit seiner bereits stark ausgeprägten Wahrnehmung der konkreten Wirklichkeit nur schwer vereinbaren kann.
Während er allmählich heranwächst und sich als
unabhängiges Wesen zu sehen beginnt, ist es besonders wichtig,
daß Sie ihm helfen, diese beiden Seiten seiner Natur zu verstehen.
Da seine Stärken vor allem in den ganz konkreten Lebensbereichen
liegen, könnte Friedrich seine Phantasiebegabung leicht ignorieren.
Statt dessen konzentriert er sich möglicherweise auf körperliche
Aktivitäten und darauf, möglichst gute Ergebnisse in
der äußeren Welt zu erzielen. Auf die Erfordernisse
des Lebens wird er mit Intelligenz und Geduld reagieren. Er wird
die Notwendigkeit von Disziplin akzeptieren und es früh lernen,
persönlichen Verpflichtungen nachzukommen. Die Gefahr dabei
ist, daß diese Betonung der materiellen Wirklichkeit zu einem
guten Mittel werden kann, die bei ihm sehr rege, aber manchmal
bedrohliche Welt der Phantasie zu vermeiden, die in Wirklichkeit
dringend Bestärkung und Ausdruck braucht. Friedrich ist insgeheim
ein Träumer, der aber nach außen hin eher den Eindruck
eines aktiven und praktisch denkenden Kindes erweckt. Wahrscheinlich
wird er lange Zeit nicht wissen, welche dieser beiden Seiten seiner
Persönlichkeit wirklich seine eigene ist. Doch mit dem Verständnis
und der Unterstützung der Menschen in seiner Nähe wird
er im Laufe seiner Entwicklung lernen, daß beide Seiten gleichermaßen
lohnend sind.
Friedrichs Wesen zeichnet sich auch durch eine vielseitige Sinnlichkeit aus. Wahrscheinlich ist er schon von klein auf sehr empfänglich für Schönheit und Harmonie. Es ist wichtig, daß er eine Umgebung erleben kann, in der Ordnung und heitere Ruhe vorherrschend sind. Körperliche Geschicklichkeiten wird er schnell erlernen, denn seine Bewegungsabläufe zeigen eine angeborene Koordiniertheit und Eleganz. Friedrich wird schon früh Spaß und Vergnügen an Musik und Rhythmus finden. Das gilt auch für die Natur - wahrscheinlich hätte er große Freude am Umgang mit einem Haustier. Chaos und Aufruhr in der Umgebung könnten sich als äußerst störend für ihn erweisen, denn er neigt zu Angstvorstellungen, die sehr leicht durch jegliche Brüche oder plötzlichen Veränderungen ausgelöst werden können. Wenn er sich ängstlich fühlt, braucht er zur Wiederherstellung von Ordnung und Selbstvertrauen das zuverlässige Erfüllen häuslicher und schulischer Pflichten.
Das Kinderhoroskop von Liz Greene beschreibt die kindliche
Persönlichkeit in ihrer unverfälschten Form, noch unbeeinflusst
von kulturellen und familiären Konventionen. Natürlich
ist diese Horoskopdeutung für Eltern gedacht, die ihr
Kind besser verstehen möchten. Sie kann aber durchaus
auch von erwachsenen Menschen für sich selber gelesen
werden. Es ist ein berührende Erfahrung, sich selbst
in seiner Kindheit "besuchen" zu gehen...
Äußere und innere Welten stoßen zusammen
Da Friedrich höchst empfindsam für alles ist, was um ihn herum vorgeht, wird er schon von klein auf intuitiv die Erwartungen spüren, die Eltern und andere Familienmitglieder bewußt oder unbewußt auf ihn richten. Sein Wesen ist von Natur aus hilfsbereit und gewissenhaft, und daher bemüht er sich wahrscheinlich besonders, anderen gefällig zu sein. Dies ist eine nette Eigenschaft, die ihm unweigerlich Wertschätzung und Zuneigung einbringen wird. Doch sie könnte auch einfach als gegeben hingenommen oder sogar mißbraucht werden, wenn man vergißt, daß er kein kleiner Erwachsener ist, sondern ein Kind, das die Zeit und Freiheit zum Spielen braucht. Wenn Friedrich Geschwister hat, so ist er vielleicht sehr gern dazu bereit, sich um sie zu kümmern. Dabei zeigt er einen wunderbaren Beschützerinstinkt, der sich auch auf Tiere und Pflanzen erstrecken kann. Doch diese Neigung, sich um andere - und sogar um seine Eltern - zu kümmern, wenn er bei ihnen Traurigkeit oder Verärgerung spürt, könnte in Konflikt mit seinem genauso wichtigen Bedürfnis geraten, die große Vorstellungskraft zu äußern, die in seinem Inneren arbeitet. Wenn man zu früh zuviel Reife und Disziplin von Friedrich erwartet, wird er zweifellos versuchen, dem zu entsprechen und den Menschen in seiner Umgebung zu geben, was sie brauchen. Dies aber würde seine beträchtliche kreative Begabung ersticken.
Im Laufe seiner Entwicklung sind kreative Hobbys von grundlegender
Wichtigkeit, um Friedrich Möglichkeiten zu bieten, sich phantasiehaft
selbst auszudrücken und sich emotional abzureagieren. Zeigt
er ein eindeutiges Interesse an einer bestimmten kreativen Tätigkeit,
so wäre es eine große Hilfe, wenn er darin bestärkt
würde. Vielleicht zeigt er eine gute Körperbeherrschung,
in der sich ein sportliches oder tänzerisches Talent andeutet,
oder vielleicht liebt er die Natur und sehnt sich danach, sie zu
erforschen. Da Friedrich sich wahrscheinlich zu einem zutiefst
verantwortungsbewußten und anteilnehmenden Kind entwickeln
wird, braucht man wohl kaum zu befürchten, daß er das
Leben und andere Menschen auf die leichte Schulter nehmen wird.
Doch es besteht eine echte kreative Begabung, die nicht übersehen
werden sollte, weder von anderen noch von Friedrich selbst. Er
ist ein Kind mit einem sehr vielschichtigen, faszinierenden Wesen
und einer seltenen Verbindung praktischer Fähigkeiten mit
großer Phantasie.
Ein Kind voller Hingabe
Friedrich ist im Innersten erdverbunden, solide, vernünftig und der Welt gut angepaßt, in der er sich befindet. Doch wenn er heranwächst, wird ein Wesenszug in ihm zum Vorschein kommen, der ihn rastlos nach etwas streben läßt, das über das gewöhnliche Alltagsleben hinausgeht. Während der Kindheit könnte sich dies als ungewöhnliche Fähigkeit der Hingabe an alle Menschen und Dinge zeigen, an denen ihm gelegen ist - seien es die geliebten Eltern, Geschwister, Freunde, Freundinnen oder Haustiere. Seine Fähigkeit, sich von ganzem Herzen einer Sache zu widmen, die außerhalb seiner selbst liegt, ist außergewöhnlich für einen so jungen Menschen, und angesichts seiner merkwürdig reifen Loyalität scheint ihm die bei Kindern übliche Selbstbezogenheit und Subjektivität der Kindheit irgendwie zu fehlen. Während seines ganzen Lebens wird er das Gefühl brauchen, daß seine Existenz über die Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse hinaus noch einen tieferen Sinn hat, und in den frühen Lebensjahren wird sich diese Sinnsuche wahrscheinlich als Demut und Hingabe äußern. Sobald er das Schulalter erreicht, könnte sich seine Geistesart darin zeigen, daß er sich sehr stark engagiert, z.B. indem er sich für den Sündenbock der Klasse oder für die Rechte anderer Schüler einsetzt, die von einem Lehrer oder von der Schulleitung ungerecht behandelt wurden. Für Friedrich gilt Liebe nur etwas, wenn sie sich als aktiver Dienst an dem geliebten Menschen äußert, und seine instinktive Vorstellung davon, was gut ist, verlangt nach guten Taten, nicht nur nach guten Absichten. Trotz seiner gesunden Wünsche und seiner Wertschätzung für die angenehmen Dinge des Lebens wird der Geist, von dem er sich leiten läßt, immer nach einer Wirklichkeit suchen, die jenseits der materiellen Realität liegt.
Ein Konflikt zwischen Innen- und Außenwelt
Bei Friedrich gibt es ein inneres Tauziehen zwischen sinnlicher
Wahrnehmung und Phantasie. Wahrscheinlich wird er der ersteren
meist den Vorzug geben, denn er ist sehr sinnlich und schätzt
nicht nur gutes Essen und schöne Dinge, sondern auch Ordnung,
Struktur und ein stabiles äußeres Leben. So wird er
wahrscheinlich schon früh sehr viel gesunden Menschenverstand
zeigen und in der Lage sein, sowohl angemessen mit Verantwortungen
und Pflichten umzugehen, als auch die alltäglichen kleinen
Freuden mit großem Vergnügen zu genießen. Eltern
und Familienmitglieder würden ihn wohl nicht als Träumer
bezeichnen, vor allem weil er wohl auch körperlich sehr aktiv
und kraftvoll ist. Doch er besitzt ein geheimes Innenleben, das
ihn manchmal ohne ersichtlichen Grund rastlos, reizbar und unzufrieden
werden läßt. Vielleicht verfällt er hin und wieder
in unerklärliche melancholische Stimmungen, oder es gibt Zeiten,
zu denen ihn nichts freut und er immer gerade das will, was er
nicht hat. Während solcher Phasen ist er möglicherweise
alles andere als rücksichtsvoll, und der Umgang mit ihm kann
aufgrund seiner Ungeduld und seines streitsüchtigen Temperaments
sehr schwierig werden....
Vertrauen auf die Zukunft
Friedrich ist ein kleiner Philosoph, der schon früh seine
eigenen Deutungen der Geschehnisse zum besten geben wird. Die Geheimnisse
des Lebens werden ihn immer faszinieren, ebenso wie die Möglichkeiten
der Zukunft, die ihm stets glücklich, positiv und verheißungsvoll
erscheinen wird. Er hat keine Angst vor dem Leben und ist innerlich
davon überzeugt, immer "Glück" zu haben - was eigentlich
bedeutet, daß er glaubt, das Leben werde freundlich zu ihm
sein und am Ende jedes Regenbogens einen Schatz für ihn bereithalten.
Manchmal mag es so scheinen, als würde er aktiv schwierige
Herausforderungen suchen, denn diese stellen sein Bedürfnis
auf die Probe, an eine weise, wohltätige Kraft zu glauben,
die im Leben wirksam ist. Kann er den ersehnten Preis gewinnen
oder sein angestrebtes Ziel allen Widerständen und aller Konkurrenz
zum Trotz erreichen, so gilt ihm dies als eine Bestätigung
für sein "Glück". Friedrich besitzt eine einzigartige
Mischung aus Wirklichkeitssinn und einem visionären, weitreichenden
Geist, der - stets auf der Suche nach einem wunderbaren Schicksal
- hinter jeder Ecke die Zukunft warten sieht. Diese Verbindung
ermöglicht es ihm, allen Herausforderungen optimistisch und
mit einer gewissen Leichtigkeit zu begegnen.
....
Mit starken emotionalen Bedürfnissen zurechtkommen
Friedrichs starke emotionale Bedürfnisse könnten ihn
im Laufe seiner Entwicklung in Konflikte bringen, weil sie seinem
hingebungsvollen, treuen Wesen widersprechen, das darauf eingestellt
ist, im tiefsten Sinne "gut" zu sein. Er hat aggressive und besitzergreifende
Gefühle sowie den starken Wunsch, zu beherrschen, was er liebt;
doch gleichzeitig ist er sehr empfänglich für die Gefühle
der Menschen, an denen ihm gelegen ist, und verhält sich anderen
gegenüber instinktiv moralisch und anständig. Dieser
Konflikt könnte sich während der frühen Kindheit
in dramatischen Umschwüngen in seiner Haltung äußern.
Vielleicht ist er im einen Moment extrem eigenwillig, um im nächsten
Augenblick schrecklich ängstlich und schuldbewußt zu
sein und sich davor zu fürchten, von den Menschen in seiner
Nähe abgelehnt zu werden. Dann will er als Ausgleich möglicherweise
des Guten zuviel tun, indem er besonders hingebungsvoll und pflichtbewußt
ist, nur um schließlich wieder frustriert und wütend
zu sein - und alles beginnt wieder von vorn. Auch wenn auf einen
Anfall von unschönem Verhalten keine Ablehnung erfolgt, hat
Friedrich seine eigene innere Vorstellung von richtig und falsch
und wird selbst sein schärfster Kritiker sein, auch ohne zusätzliche
elterliche Zurechtweisungen. Wenn er älter wird, braucht Friedrich
wahrscheinlich Hilfe, um sein recht dominantes Wesen mit seinem
angeborenen Wunsch zu vereinbaren, anderen zu helfen.
....
Der inneren Stimme treu
So besitzt Friedrich ein faszinierendes und vielfältiges Wesen, das zwei sehr starke Extreme in sich birgt - eine intensiv emotionale und instinktive Seite sowie ein aktives schöpferisches und spirituelles Leben. Im Erwachsenenalter werden sich diese beiden Pole seines Wesens wahrscheinlich am schönsten äußern, wenn er sich ganz und gar einer Berufung hingibt, bei der er etwas Praktisches zum Leben beitragen kann, das auch seinen tief empfundenen Idealen entspricht. Doch während der Kindheit mag es ihm sehr schwerfallen, zwei so gegensätzliche Wesenszüge miteinander zu vereinbaren, weil seine Ideale noch nicht ausgeformt sind und weil er einige Zeit brauchen wird, um seine starken instinktiven Bedürfnisse beherrschen zu lernen. Er braucht Stabilität und Struktur in seiner materiellen Umgebung, doch zugleich braucht er auch die Freiheit, um mit seiner Phantasie und seinem fragenden Verstand sowohl die inneren als auch die äußeren Welten zu erforschen. Je mehr die Eltern und Familienangehörigen Friedrich helfen können, seine innere Gegensätzlichkeit zu erkennen und beide Seiten zu schätzen, desto zuversichtlicher wird er sowohl seine Erdverbundenheit als auch seine angeborene Spiritualität äußern. Was sein vielschichtiges Wesen im innersten zusammenhält, ist seine Hingabe an das Leben und seine tiefe Fähigkeit zu Liebe und Treue - kostbare Eigenschaften, die niemals ausgenützt werden sollten. Wer das Glück hat, von ihm geliebt zu werden, wird diese Eigenschaften zu schätzen wissen.
Ein ehrliches Kind
Es gibt bei Friedrich keine Verstellungen oder Ausflüchte.
Von den ersten Lebensmonaten an wird er sich kräftig und direkt äußern,
gleich, ob er nun hungrig, einsam, wütend oder liebevoll ist.
Er ist nicht geneigt, andere versöhnlich zu stimmen, um zu
bekommen, was er will. Er ist auch durchaus in der Lage, andere
zur Rede zu stellen, wenn sie ihn geärgert oder verletzt haben,
und wird nötigenfalls Gleiches mit Gleichem vergelten. Es
mag gelegentlich den Anschein haben, als sei er absichtlich provozierend,
denn er weigert sich, ein "gutes Kind" zu sein, nur um anderen
zu gefallen. Die Eltern sollten nicht erwarten, daß er gegebenenfalls
ihre Bestrebungen unterstützt, die Dinge in einem anderen
Licht darzustellen.
...
Durch den Vater Mitgefühl lernen
Friedrich liebt seinen Vater nicht um irgendeiner eingebildeten Vollkommenheit willen, sondern für all die menschlichen Schwächen und Fehler, die er instinktiv in ihm wahrnimmt. Daher ist es wichtig, daß der Vater es zuläßt, als echtes menschliches Wesen gesehen zu werden, und sich nicht hinter einem kollektiven Bild von väterlicher Autorität versteckt, um sich stärker zu fühlen. Im Kern entspringt die tiefe Zuneigung des Jungen zu seinem Vater einem tiefen Mitgefühl, das vielleicht nicht in Worte gefaßt wird und sehr schlicht, aber doch wirklich echt ist. Obwohl es etwas merkwürdig erscheinen mag, daß ein Kind einem Elternteil gegenüber so erwachsene Gefühle hegt, ist der Vater für seinen Sohn ein fehlbarer Mensch. Ganz gleich, welche Schwächen er haben mag, sie werden die Liebe seines Sohnes zu ihm nicht schmälern. Dieses Gefühl, daß der Vater ein menschliches Wesen ist, das sich mit dem Leben abmüht wie alle anderen auch, wird die Grundlage des Mitgefühls bilden, das Friedrich allmählich entwickelt und das sich ganz entfalten wird, wenn er das Erwachsenenalter erreicht. Eine so subtile Verbindung könnte mancher Vater als unbequem empfinden, weil sie so beunruhigend ehrlich ist. Deshalb könnte Friedrich seinen Vater auch wütend machen oder ihm das Gefühl geben, seine Autorität werde untergraben. Doch der Junge braucht keine übermenschliche Autoritätsfigur, die immer alles richtig macht. Er braucht die emotionale Ehrlichkeit, das Verständnis und die Bereitschaft des Vaters, seine Fragen und Sorgen in bezug auf die schwierigeren und schmerzlicheren Seiten des Lebens mit ihm zu teilen. ....
Das Ungewöhnliche der Mutter anerkennen
Friedrich hat ein Bild von seiner Mutter, das sie als einen Freigeist zeigt, erfüllt von der Sehnsucht, ihre Schwingen auszubreiten und davonzufliegen. Er erwartet von ihr, daß sie den Mut hat, starre gesellschaftliche und geschlechtsbezogene Rollenverteilungen hinter sich zu lassen oder zu verändern. Diese märchenhafte Vorstellung von einem weiblichen Freigeist wird auch seine Wertschätzung für unabhängige weibliche Persönlichkeiten prägen, wenn er das Erwachsenenalter erreicht. Auch wenn seine Mutter sich müde, gestreßt und alles andere als frei und mutig fühlt, wird Friedrich sie nicht einfach nur als "Mutter" sehen, sondern als faszinierende weibliche Persönlichkeit, unberechenbar und aufregend, mit Talenten und Möglichkeiten begabt, die vielleicht unausgelebt, aber trotzdem real sind. Den Kern dieser Beziehung macht eine kreative geistige Verbundenheit aus. Obwohl Friedrich wie jedes andere Kind das Bedürfnis nach Zuspruch und Liebe empfindet, braucht er doch auf der tiefsten Ebene von seiner Mutter vor allem Freundschaft, Kommunikationsbereitschaft und geistigen Austausch - eine Beziehung zweier Individuen, die sich wirklich gegenseitig mögen und interessant finden und deren Verbindung nicht ausschließlich auf der Blutsverwandtschaft oder auf instinktiven Bedürfnissen beruht. Die Mutter könnte Friedrich sehr helfen, wenn sie erkennt, daß ein fanatisches Festhalten an der kollektiven Mutterrolle für ihren Sohn genausowenig förderlich ist wie für sie selbst. Vielleicht muß sie den Mut erst fassen, wirklich sie selbst zu sein, denn gerade diese unabhängige Geistesart liebt Friedrich am meisten an ihr - und gerade das ist es auch, was er am dringendsten als Vorbild für die Entwicklung seiner eigenen Individualität braucht.
Sich im Leben bemerkbar machen
Zwar interessiert sich Friedrich für Tatsachen und Gegebenheiten,
doch zugleich ist sein Verstand auch auf künftige Potentiale
und Möglichkeiten eingestellt. Das Bedürfnis, anderen
seine sich entwickelnden Ideen mitzuteilen, ist besonders wichtig
für ihn. Außerdem wird er versuchen, allem, was er studiert,
eine individuelle Note zu verleihen. Da er sich wahrscheinlich
mehr für die größeren Zusammenhänge interessiert
als für einzelne, spezialisierte Wissensgebiete, braucht er
eine schulische Umgebung, in der die Lehrer wissen, daß Musik
und Mathematik manches gemeinsam haben und daß man Geschichte
nicht studieren kann, ohne sich auch mit dem Wesen des Menschen
zu befassen. Eine solche ganzheitheitliche und weitreichende Geisteshaltung
könnte dazu führen, daß Friedrich außergewöhnlich
gut in Fächern ist, die er inspirierend findet, während
er vielleicht weniger gut ist, wenn das Fach zu nüchtern oder
der Lehrer zu einseitig ist. Auf die Inspiration kommt es an -
er braucht das Gefühl, daß sein Verständnis mit
dem Entdecken bedeutungsvoller Zusammenhänge zunimmt und sich
vertieft, nicht, daß es unter allzu vielen Tatsachen, die
er sich einprägen muß, leidet. Er kann sehr diszipliniert
sein und wird auch mit den langweiligeren Seiten des Lernens -
wie z.B. dem Lernen des kleinen und des großen Einmaleins
- ohne Mühe zurechtkommen. Er ist auch klug genug, um zu wissen,
daß es nicht immer nach seinem Kopf gehen kann. Aber er wird
immer wieder in jenen Studienbereichen geistige Erholung suchen,
in denen er seine Phantasie ungehemmt spielen lassen kann. Deshalb
sollte er zu Hause immer viele gute Bücher finden - besonders
Erzählungen, Gedichte, Bücher über Geschichte und
Mythologie -, damit seine Phantasie neu aufleben kann, wenn er
seine Hausaufgaben gemacht hat.
Friedrich neigt zu einer etwas dramatischen Wahrnehmung des Lebens, so daß er sich am liebsten kreativen Dingen zuwenden wird - vor allem der Kunst. Echtes Interesse der Eltern und persönliche Aufmerksamkeit der Lehrer sind überaus wichtig für ihn, da er äußerst empfänglich für die Gefühle anderer ist. Deshalb mag eine kleinere Bildungseinrichtung, in der kreativer Selbstausdruck gefördert und Wert auf Sprache, Theater, Literatur, Musik und bildende Künste gelegt wird, einer größeren Schule vorzuziehen sein, in der das Hauptgewicht auf akademischen Leistungen oder "sozialer Interaktion" liegt. Mehr Information über das "Kinderhoroskop"
Kurzbiografie
Friedrich Dürrenmatt
Geb. am 5. Januar 1921, 06.15h, in Konolfingen,
Bern, Schweiz.
† 14.12.1990
Quelle: Taeger
Geschichte und Politik, der Mythos, das Christentum und die grossen Werke der Weltliteratur, immer mehr auch die Naturwissenschaft und die moderne Physik bilden den Fundus, aus dem er Stoff bezieht, um daraus die bildkräftigen Gegenwelten zu schaffen, aus denen sein dramatisches, episches und essayistisches Werk besteht. Weltruhm errang Dürrenmatt mit seinen Bühnenstücken. Die Komödie "Der Besuch der alten Dame" (1956), sein berühmtestes Stück, verbindet das Groteske mit ernster Lehre, ein Theaterspass, der für den Zuschauer unversehens zum Gewissensschock wird. Der Erfolg dieser Parabel von der korrumpierenden Macht des Geldes ist ausserordentlich und dauerhaft. Auch mit den Stücken "Die Physiker" (1962) und "Der Meteor" (1966) eroberte sich Dürrenmatt die Bühnen des Auslandes. In den fünfziger Jahren entstanden die Kriminalromane "Der Richter und sein Henker" (1952), "Der Verdacht" (1953), "Das Versprechen" (1958) sowie die Prosakomödie "Grieche sucht Griechin" (1955). In all diesen Werken, den Tragikomödien ebenso wie den Romanen und Erzählungen, entwickelt ein "Drauflosdenker" - wie er sich selbst nannte - seine dramaturgischen Weltentwürfe. Er stellt Fragen und sucht Antworten in Szenen und Bildern, die sich ihm aufdrängen.
Werke (Auswahl):
* Die Ehe des Herrn Mississippi. Eine Komödie in zwei Teilen.
Zürich: Oprecht, 1952
* Der Richter und sein Henker. Einsiedeln: Benziger, 1952
* Der Verdacht. Einsiedeln: Benziger, 1953
* Grieche sucht Griechin. Eine Prosakomödie. Zürich: Arche, 1955
* Der Besuch der alten Dame. Eine tragische Komödie. Zürich: Arche,
1956
* Romulus der Grosse. Eine ungeschichtliche historische Komödie in vier
Akten. Basel: Reiss, 1956
* Das Versprechen. Requiem auf den Kriminalroman. Zürich: Arche, 1958
* Die Physiker. Eine Komödie in zwei Akten. Zürich: Arche, 1962
* Der Meteor. Eine Komödie in zwei Akten. Zürich: Arche, 1966
* Play Strindberg. Totentanz nach August Strindberg. Zürich: Arche, 1969
* Der Mitmacher. Ein Komplex. Zürich: Arche, 1976
* Stoffe I-III. Zürich: Diogenes, 1981
* Achterloo. Zürich: Diogenes, 1983
* Minotaurus. Eine Ballade. Zürich: Diogenes, 1985
* Justiz. Zürich: Diogenes, 1985
* Versuche. Zürich: Diogenes, 1988
* Durcheinandertal. Zürich: Diogenes, 1989
* Turmbau. Stoffe IV-IX. Zürich: Diogenes, 1990
* Das Mögliche ist ungeheuer. Ausgewählte Gedichte. Zürich.
Diogenes, 1993
* Aus den Papieren eines Wärters. Frühe Prosa. Zürich: Diogenes,
1998
Preise: Preis der Welti-Stiftung für das Drama (1947) ; Literaturpreis der Stadt Bern (1954) ; Hörspielpreis der Kriegsblinden (1956) ; Schillerpreis der Stadt Mannheim (1958) ; Prix Italia und Literaturpreis der Tribune de Lausanne (1958) ; Preis der Kritiker von New York (1959) ; Preis zur Förderung des Bernischen Schrifttums (1959) ; Schillerpreis der Stadt Mannheim (1959) ; Grosser Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (1960) ; Österreichischer Grillparzer-Preis (1968) ; Grosser Literaturpreis des Kantons Bern (1969) ; Ehrendoktor der Temple University, Philadelphia (USA) (1969) ; Ehrendoktor der Universität Nizza sowie der Hebräischen Universität Jerusalem, ferner Ehrenmitglied der Ben Gurion-Universität in Beerscheba (1977) ; Österreichischer Staatspreis für europäische Literatur (1983) ; Jean Paul-Preis (1985) ; Georg Büchner-Preis (1986)
Quelle: www.svbbpt.ch
Bilder u.A. von www.snl.admin.ch