Auszüge aus:
Diese Textauszüge stammen aus dem Psychologischen Horoskop von Liz Greene, wie es auch für Sie als Kundin und Kunde produziert wird. Viele Teile eines Horoskopes sind nur für die betroffene Person verständlich und relevant; wir veröffentlichen die Horoskopdeutungen deshalb hier nur auszugsweise. Ungekürzte Versionen anderer Persönlichkeiten finden Sie auf unserer Seite mit Beispielhoroskopen.
Text: Liz Greene
Programmierung: Alois Treindl
"...Ein Gespür für Bedürfnisse der Umwelt
Andere Menschen sind für Sie das Wichtigste auf der Welt, und Sie neigen dazu, für und durch sie zu leben. Herzensgüte ist Ihre grösste Gabe. Sie können sehr gut mit dem Unglück anderer mitempfinden und übernehmen wohl häufig die Mutterrolle für Freunde und geliebte Menschen, die eine verständnisvolle und nicht wertende Schulter zum Ausweinen brauchen. Sie lieben das Gefühl, gebraucht zu werden, und Sie verletzen andere äusserst ungern. Gegenüber Menschen, die Ihnen nahe stehen, können Sie ungeheuer solidarisch und aufopfernd sein. Ihre grosse Empfindsamkeit für die unausgesprochenen momentanen Bedürfnisse anderer bewirkt, dass Menschen sich in Ihrer Gegenwart schnell wohl fühlen. Ihnen entgeht nur wenig an einer Person, selbst wenn diese Ihnen nicht viel von sich erzählt. Sie schätzen schöpferische Ausdrucksformen, wie etwa Musik, die die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle und Hoffnungen in sich bergen. Oft sind Sie gutherziger als Ihnen gut tut, und manchmal finden Sie es schwer, Ihre eigenen Grenzen zu respektieren, wenn jemand anderes Sie braucht. Aber meist sehen Sie solche Verantwortungen als Geschenk an, denn ein Grossteil Ihrer Erfüllung entsteht aus dem Gefühl, anderen etwas gegeben zu haben und Teil einer grossen Menschenfamilie zu sein, in der Sie einen geschätzten Platz haben..."
"...Abhängigkeit von anderen blockiert die eigene Individualität
Manchmal legen Sie so grossen Wert auf Nähe und Mitgefühl,
dass Sie Angst davor haben, alleine zu sein, und Sie können
dann nicht mehr weit genug zurücktreten, um zu sehen, dass
jemand anderes eine eigenständige Person ist und nicht ein
Teil Ihrer selbst. Sie bewerten Ihre eigenen Ideen und Interessen
vielleicht nicht hoch genug; es ist Ihnen lieber, wenn eine Partnerin,
ein Freund oder Lehrer Ihrem Leben Struktur und Bedeutung gibt.
Weil Sie die Gefühle der anderen Personen immer an erste Stelle
setzen - ob Sie darum gebeten wurden oder nicht -, können
Sie, wenn auch unbewusst, leicht ärgerlich werden, wenn ein
Ihnen nahestehender Mensch seine Energie und sein Interesse von
Ihnen abwendet. Sie leben stark für und durch andere Menschen
und erdrücken sie dadurch häufig, auch ohne es bewusst
zu wollen. Dann sind Sie verletzt und insgeheim neidisch, wenn
sich die anderen entfernen, um eigenen Interessen ohne Sie nachzugehen.
Sie müssen lernen, mehr Distanz zu bekommen, unabhängiger
zu werden, sich mehr als individuelle Persönlichkeit weiterzuentwickeln
und sich weniger als Partner oder Elternteil einer anderen Person
zu betrachten. Andernfalls bleiben wichtige Aspekte Ihrer Persönlichkeit
unentwickelt und kommen nicht zum Ausdruck, und dann werden Sie
sich gereizt und unerfüllt fühlen. So reich und einfühlsam
Ihre persönlichen Gefühle sind - sie stellen nicht die
Grenzen des Universums dar, und andere Menschen brauchen vielleicht
mehr Freiraum, mehr Freiheit und Offenheit, als Sie manchmal zu
geben bereit sind. Harmonie bedeutet Ihnen so viel, dass sie gerne
vergessen, dass auch Konflikte und Distanz nötig sind, damit
ein Mensch oder eine Beziehung wachsen kann..."
"...Ein Gefühl für das Drama unterstützt die Empfindsamkeit
In Ihnen verbinden sich Vorstellungsvermögen und ein Gefühl für zukünftige Möglichkeiten mit natürlicher Empfindsamkeit und Einfühlungsvermögen für andere. Dadurch besitzen Sie die Gabe, tief in das Innenleben anderer Menschen blicken zu können. Ihr Sinn für Romantik und die magische Welt der Phantasie ist sehr gross, und Sie neigen dazu, soviel davon wie möglich in Ihr gewöhnliches Leben einzubringen. Vermutlich sollten Sie in einem künstlerischen Beruf arbeiten, in dem diese Fähigkeiten am stärksten zum Ausdruck kommen, oder in dem Sie die Möglichkeit haben, die schöpferische Entwicklung anderer zu unterstützen. Sie könnten ein begabter Designer oder Schriftsteller sein, oder sich auch im Theater, beim Film oder in der Musikwelt wohl fühlen, da sich dort Ihr Bedürfnis nach Gemeinschaft mit Ihren Höhenflügen der Phantasie und Ihrer Empfänglichkeit für Symbolik erfolgreich verbindet. Eintönige Arbeit, die zu viel Wiederholung und Routine mit sich bringt, ist Ihnen verhasst, und Sie finden es schwierig, in persönlichen Beziehungen festgenagelt zu werden. Sie haben etwas nicht Fassbares an sich, wie einen Zugang zu einer anderen Welt, und obwohl Sie warm und einfühlsam auf andere reagieren und deren Möglichkeiten nach Kräften unterstützen, finden Sie es vielleicht doch schwer, sich wirklich festzulegen. Sie haben Angst davor, in einer Monotonie gefangen zu sein, die den romantischen Geist, der Sie vorantreibt, erstickt. Es missfällt Ihnen sehr, anderen Rechenschaft ablegen zu müssen; Sie kommunizieren lieber auf non-verbale Art und bleiben dabei nicht greifbar und schwer auszumachen. Sie neigen sogar dazu, Ihre Phantasien auf Ihre Arbeit und Ihr persönliches Leben zu projizieren, und zwar so sehr, dass Sie sich selbst und andere wie Gestalten aus einem Roman oder Film sehen. Dadurch können Sie auch jedem Freundes- und Arbeitskreis ein Gefühl von Zauber und Geheimnis verleihen. Mit Kindern und mit Menschen, die Hilfe beim Entwickeln ihrer Talente brauchen, arbeiten Sie mit grossem Erfolg. Sie erwarten viel von Beziehungen, denn Sie suchen das verborgene Potential, das Wachsen und kein sicheres, konventionelles Rollenverhalten. Sie haben immer einen Anflug von Theater um sich, selbst wenn Sie das nie ernsthaft als Beruf aufgreifen möchten..."
"...Das Problem, sich abzugrenzen
Sie sind so auf die emotionalen Ansprüche anderer ausgerichtet,
dass manchmal der Eindruck entsteht, es gäbe Sie als Person
eigentlich gar nicht - denn Sie werden immer zu dem Menschen, mit
dem Sie gerade zu tun haben. Sie haben kein wirkliches Gefühl
der Abgetrenntheit und der Ferne, wenn es um Menschen geht, die
Ihnen wichtig sind - und Sie wollen einen solchen Zustand auch
gar nicht erleben. Ihre Reaktion auf die Traurigkeit und das Leid
im Leben ist manchmal zu stark, ausserdem ignorieren Sie vielleicht
zu bereitwillig, wieviel Vergnügen eine unabhängige Existenz
bereiten kann. Aber Ihnen macht diese Art von Unabhängigkeit überhaupt
keinen Spass, weil sie mit einem Gefühl der Kälte und
der Verlorenheit verbunden ist. Sie schrecken vor Egoismus zurück
- oder vor dem, was Sie dafür halten - und in Ihren Augen
ist es Egoismus, wenn jemand nach seinen eigenen Bedürfnissen
handelt und nicht so sehr im Interesse der Beziehung oder der Gruppe;
weil Sie immer danach streben, selbstlos zu sein (denn das ist
Ihre Definition von Liebesbeweis), sind Sie in Gefahr, oft verletzt
und zurückgewiesen zu werden. Der Grund dafür ist nicht,
dass Sie ein trauriges Schicksal haben oder nicht liebenswert sind,
sondern dass Sie manchmal versuchen, ein bisschen zu heilig und
selbstverleugnend zu sein; Sie können unabsichtlich bei anderen
Menschen Schuldgefühle hervorrufen, weil Sie sie für
Ihr Glück verantwortlich machen, indem Sie sich weigern, selbst
die Verantwortung dafür zu übernehmen. Jemand, der sich
schuldig fühlt, ärgert sich bald über die Ursache
dieser Schuldgefühle und wird dann verletzend..."
"...Besitzansprüche, Opfer und Verbitterung
Sie fühlen sich anderen sehr tief verbunden, und Sie brauchen sehr lange, um sich von Verletzungen, Zurückweisungen und Verlusten zu erholen. Sie scheinen auch aus einer Familie zu kommen, in der ein ähnlich intensives und leidenschaftliches Gefühl enttäuscht und in unausgesprochenen Schmerz, in Wut und Ablehnung verwandelt wurde. Liebe setzen Sie mit unvermeidlicher Enttäuschung gleich, und Bedürfnisse sind für Sie identisch mit Frustration, Erniedrigung und Bitterkeit. Es ist überhaupt nicht so, dass mit der intensiven Qualität Ihrer Gefühle irgendetwas nicht stimmen würde; es handelt sich im Gegenteil um eine seltene Gabe, denn Sie lieben mit Ihrem ganzen Herzen, und Sie haben oft tiefe Einblicke in das Verhalten anderer, die sehr hilfreich und heilend sein können. Aber Sie müssen auch erkennen, dass verschiedene Menschen Zuneigung und Interesse auf verschiedene Art und Weise zum Ausdruck bringen, und die Tatsache, dass jemand eher ein Verstandesmensch ist und in seinem oder ihrem Verhalten eher verschlossen, bedeutet nicht, dass keine Liebe vorhanden ist. Unglückliche Umstände können ebenfalls auf unfaire Art Liebe und Sicherheit zerstören; obwohl dies schmerzlich ist, müssen Sie aufpassen, dass Sie nicht durch einen Verlust Ihre ganze Lebensvision vergiften lassen..."
"...Heimlich der Erste und Beste sein wollen
Sie erwecken den Eindruck von ausserordentlicher Anpassungsfähigkeit, immer bereit, die Gefühle des anderen zu berücksichtigen und das zu tun, was ihn oder sie glücklich macht. Aber Sie haben etwas an sich, das nicht zu dieser Art von Kompromiss passt - es ist ein wilder Geist voll dynamischer Energie, der sich danach sehnt, seinen eigenen Weg zu gehen und genau das zu tun, was ihm passt. Sie sind sehr viel eigenwilliger und viel mehr mit sich selbst beschäftigt, als Sie gerne zugeben möchten, denn wenn Sie das tun würden, dann würde das natürlich bedeuten, dass das gefürchtete Wort 'egoistisch', das Sie manchmal ein bisschen zu freizügig auf andere anwenden, möglicherweise auch auf Sie zutreffen würde. Aber der Egoismus Ihres lebhaften und energischen Schattens ist ein gesunder Egoismus, und wenn Sie fähig sind, einige dieser feurigen, ungestümen und enthusiastischen Qualitäten in Ihr Leben zu integrieren, dann finden Sie vielleicht heraus, dass Sie mehr Energie, Humor und Optimismus haben, den Sie an Ihre Erfahrungen herantragen können; dass Sie auch die Fähigkeit haben, manchmal nein zu sagen, wenn Sie etwas nicht tun wollen, und dass Sie den Mut haben, es alleine zu tun, wenn niemand es mit Ihnen tun möchte. Das angeborene, kühne Selbstvertrauen Ihrer verborgenen Seite kann Ihren sanfteren Wertvorstellungen manchmal anstössig erscheinen, denn es ist der Geist des 'Ich zuerst', der den anderen die Verantwortung für sich selbst zurückgibt..."
"...Berechnung muss nicht egoistisch sein
Sie scheinen die Richtung, die Sie Ihrem Leben geben, aus den
Bedürfnissen und Erfordernissen anderer herzuleiten, und Sie
scheinen nicht im geringsten berechnend oder hart zu sein. Das
stimmt auch - zumindest für Ihre bewusste Persönlichkeit,
die selten irgendwelche Hintergedanken hegt und nur den Vorteil
anderer im Auge hat und die wirklich grosszügig und mitfühlend
ist. Aber da ist auch eine harte, zynische Ader, die zu Ihrem Schatten
gehört und die, ungeschminkt ausgedrückt, hinter dem
her ist, was sie bekommen kann - und ihr Hauptziel ist Sicherheit
und eine gute Position in den Augen der Gesellschaft. Diesem Schatten
ist es sehr wichtig, was andere von Ihnen halten, und er enthält
viel Stolz und Eitelkeit. Wenn Sie fähig sind, dieses offensichtlich
harte und rücksichtslose Element zu integrieren, dann kann
es Ihnen viel Positives bieten - unter anderem Selbstvertrauen,
gesunden Ehrgeiz und eine Art Selbstachtung, die aus dem Wissen
kommt, dass Sie Ihr eigenes Leben bestimmen. Selbstvertrauen und
Selbstachtung sind ausgesprochen wichtig, weil sie ein Gegengift
zu Selbstmitleid und chronischem Jammern sind - Dinge, die bei
Ihnen allzu oft auftreten, wenn Ihre Bemühungen, andere an
sich zu binden, in irgendeiner Weise fehlschlagen..."
"...Liebe zu einer unsichtbaren Welt
Obwohl Sie auf der Erde zu leben scheinen wie alle anderen Leute auch, schwebt Ihr Geist in höheren, ätherischeren Bereichen. Sie sind ein sensibler und idealistischer Mann, und Sie fühlen sich in den Grenzen und Beschränkungen des materiellen Lebens nicht ganz wohl. Wie Plato streben Sie nach dem Wahren, Schönen und Guten - und wenn Sie nicht fähig sind, durch Liebe oder durch kreative oder intellektuelle Betätigung inmitten Ihrer alltäglichen Umgebung Spuren Ihres Traumes zu entdecken, dann kann es durchaus sein, dass Sie depressiv oder sogar krank werden. Es muss doch noch etwas anderes geben, sagen Sie sich selbst, weil Sie unfähig sind, mit der rauheren Seite der Wirklichkeit umzugehen und sie zu akzeptieren. Es ist, als würde Ihnen eine Hautschicht fehlen, die andere Leute zu haben scheinen, und infolgedessen verletzt Sie das Leben leicht. Weil Sie so fest an eine transzendente Realität glauben, gelingt es Ihnen auch normalerweise, Andeutungen davon wahrzunehmen, selbst wenn es nur für einen kurzen Augenblick ist - und dies erneuert Ihren Glauben wieder so weit, dass Sie mit allem Übrigen zurechtkommen.
Diese nicht fassbare, ätherische und jenseitige Seite ist der Ursprung vieler Ihrer offenbar unberechenbaren und unbeständigen Erfahrungen. Es ist richtig für Sie, einen Lebensstil und einen Beruf zu wählen, der Ihren Idealismus verstärkt und bestätigt und ihn nicht zerstört. Alle Produkte der Phantasie bedeuten Ihnen viel, und zwar mehr als der Bereich der realen Gegenstände, die anderen so wichtig sind. Spirituelle Werte und Ideale sind für Sie eine Notwendigkeit, aber Sie müssen den Mut haben, konventionellere religiöse Formeln in Frage zu stellen und Ihren eigenen inneren Erfahrungen zu vertrauen. Das, wonach Sie suchen, ist nicht ein Moralkodex oder ein religiöses Dogma, sondern vielmehr eine direkte Erfahrung einer transpersonalen Realität, die Ihnen Hoffnung und Trost geben kann und die Ihren Traum vom Wahren, Schönen und Guten im Leben bestätigt..."
"...Eine Reise in die unsichtbare Welt
Sie werden nie wirkliche Erfüllung finden, wenn Sie sich
an die materielle Wirklichkeit klammern und die ungesehenen und
unsichtbaren Dimensionen des Lebens ignorieren. Sie besitzen eine
angeborene Verbindung zu dem tiefen und weiten Ozean des kollektiven
Unbewussten und zu all dem, was es umschliesst - den Bereich der
Phantasie, des Mythos, des mystischen Gefühls und des Erbes
der Vergangenheit. Mit anderen Worten, Ihr Leben kann nur einen
Sinn bekommen, wenn Sie Ihre poetische Seele zum Ausdruck bringen,
was auch heisst, dass Sie der kreativen und spirituellen Welt Wert
beimessen müssen. Viele Dinge aus der Vergangenheit - vor
allem aus der Familienvergangenheit - haben Sie beeinflusst und
haben Sie in einen Zustand der Verwirrung oder Apathie versetzt,
auch wenn Sie sich vielleicht nicht ganz dessen bewusst sind, was
in Ihnen vor sich geht. Sie müssen sich eines Tages mehr mit
dem auseinandersetzen, was man als 'Familienkarma' bezeichnen könnte
- nicht nur, um pathologische Strukturen und negative Erfahrungen
zu suchen, sondern um zu verstehen, dass Sie Begabungen und Impulse
in sich aufgenommen haben, die vielleicht viele Generationen zurückgehen,
die aber andere Mitglieder Ihrer Familie nicht zum Ausdruck bringen
konnten. Diese innere Welt enthält den Schlüssel, der
Ihrem Leben Sinn und Bedeutung gibt - es ist der gesamte reichhaltige
Hintergrund der mystischen Sehnsucht der Menschheit und des kreativen
Strebens, und Sie sind dafür auf Ihre eigene bescheidene,
aber einmalige Art ein Medium..."
"...Die Rolle des Aussenseiters
Es gibt einen Bereich in Ihrem Leben, in dem jeder Versuch, sich mit Ihren Ängsten auseinanderzusetzen und sie zu überwinden, dazu führen wird, dass Ihre Kraft und Ihre Selbstachtung zunehmen - auch wenn Sie nicht immer Erfolg haben. Auch wenn Sie eine gesellige und umgängliche Person zu sein scheinen - und sich selbst dafür halten -, haben Sie irgendwo sehr stark das Gefühl, ein Aussenseiter zu sein, ein Mensch, der nicht zur Gruppe gehört und nur Zurückweisung erwarten kann. Einzelne Menschen in Ihrem Leben sind Ihnen zwar vielleicht sehr wichtig, aber die grössere Menschheitsfamilie erscheint Ihnen fremd und unfreundlich - als wären Sie eine Art Findling, der eigentlich zu einer anderen Spezies gehört, und als würde das herauskommen, wenn Sie sich zu sehr bemühen, akzeptiert zu werden. Weil Sie stolz sind, ziehen Sie sich lieber zurück und weisen die anderen ab, ehe diese die Möglichkeit haben, Sie abzuweisen. Und doch brauchen Sie sehr stark das Gefühl, dazuzugehören, einer von vielen zu sein und an den universellen Gefühlen, Ängsten und Zielen teilzuhaben. Es wäre gut für Sie, die Herausforderung des Kollektivs anzunehmen und sich mit Ihren eigenen Ängsten auseinanderzusetzen, indem Sie sich bemühen, mit den anderen Menschen in deren Sprache zu reden. Nur so werden Sie entdecken, dass die Menschheit aus Individuen wie Sie selbst besteht, die sich alle manchmal in irgendeiner Hinsicht unsicher fühlen. Es gibt im Grunde keine Norm - und das könnten Sie herausfinden, wenn Sie das Risiko eingehen würden, Ihr Bedürfnis nach einer ähnlich gesinnten Gruppe um Sie herum auszuleben. Eine Handvoll enger Freunde ist nicht dasselbe. Ihre eigentliche Stärke und Unterstützung werden Sie vom Kollektiv bekommen - das Sie sowohl brauchen als auch fürchten.
So kann eine Ihrer grossen Ängste - die Angst, in den Augen anderer dumm, ungeschickt und schwach zu wirken - die unzerstörbare Basis werden, die Ihnen erlaubt, ungefährdet die Reise in die unbekannten Gewässer des Unbewussten zu unternehmen. Denn dadurch, dass Sie lernen, Ihre Gedanken, Gefühle und Ängste anderen mitzuteilen, werden Sie merken, welch grosse Hilfe ein Gefühl gegenseitiger Verbundenheit sein kann; Sie werden im äusseren Leben einen festen Anker haben, der ein Gegengewicht sein kann zu der Verwirrung und dem Chaos der inneren Welt, die Sie letztendlich erforschen wollen..."
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Johnny CashJohnny Cash gilt auch über seinen Tod 2003 hinaus als King of Country Music.
Da klingt es nahezu unglaublich, dass Sun-Chef Sam Phillips den jungen Johnny 1955 abweist, da dieser sich als Gospelsänger vorstellt. Zu unkommerziell. Dann schleppt Cash "Hey Porter" an und Phillips ist begeistert. Es wird die B-Seite seiner ersten Sun-Single "Cry Cry Cry", die prompt die Country-Charts erklimmt.
Der am 26. Februar 1932 geborene Cash klingt nicht nach Nashville, und obwohl seine Karriere mit der Geburt des Rock'n'Roll zusammen fällt, passt auch diese Kategorie nicht. Obgleich seine rebellische Haltung und die einfach gehaltenen, aber inhaltsschweren Kompositionsmuster den Attitüden ähneln.
Schließlich wird Johnny 1957 die Ehre zuteil, als erster Sun-Artist eine LP zu veröffentlichen: "Johnny Cash With His Hot And Blue Guitar". Zu dieser Zeit ist auch der ehemalige Lastwagenfahrer Elvis bereits ein kleiner Star. Eine gewisse June Carter singt zu der Zeit bereits in seiner Band und lernt durch Elvis, der Johnny vergöttert, ihren zukünftigen Ehemann kennen.
Cash zerstreitet sich derweil mit Sun wegen eines geplanten Gospelalbums, woraufhin Cash fortan die Firma Columbia mit diversen Hits erfreut. Anfang der 60er beginnt seine ca. neunjährige Alkohol- und Drogenkarriere: Um über 300 Auftritten im Jahr körperlich Herr zu werden, schluckt Johnny Amphetamine wie andere Leute Traubenzucker. Auch ein Likörchen ist immer schnell mal zur Hand. 1963 verlässt er seine Familie und zieht nach New York, um dort mit dem Gesetz in Schwierigkeiten zu geraten.
Cash schmuggelt Pillen in seinem Gitarrenkoffer über die mexikanische Grenze und legt im Rausch ein mittelgroßes Feuer, was einen stattlichen Waldbrand zur Folge hat. Erst mit dem Entdecken der Bibel und der Hochzeit mit June Carter, die mit ihm den Welthit "Ring of Fire" komponiert, gelangt Cash wieder auf die rechte Bahn.
In dieser Verfassung beginnt Ende der 60er Jahre die erfolgreichste Phase seiner Karriere. 1968 tritt er live im Gefängnis von Folsom auf; der Mitschnitt wird zu seinem populärsten Album, ein Zuspruch, den er im folgenden Jahr mit "Live at Saint Quentin" bestätigen kann (beide Platten sind Ende 2000 in restaurierter Fassung mit bisher unveröffentlichtem Material neu aufgelegt worden). Für die Liner-Notes zu Bob Dylans "Nashville Skyline" erhält er zudem ein Grammy.
In den 70ern meistert er auf ABC seine eigene Fernsehshow, tritt trotz regierungskritischer Meinung (Vietnam-Krieg) im Weißen Haus für Präsident Richard Nixon auf und veröffentlicht seine Autobiographie, die zum Bestseller wird. Doch sein Stern sinkt rapide - zu rockig und rebellisch für die Nashville-Welt, zu country-lastig für die Rock-Szene, fällt er in die Schublade der alternden Stars, die mit ihren betuchten Hits durch die Welt ziehen und ab und zu eine qualitativ hochwertige, vom breiten Publikum jedoch weitgehend ignorierte Aufnahme veröffentlichen.
In den 80ern nimmt er einige Lieder aus Bruce Springsteens "Nebraska" auf, 1993 singt er zu Bonos großer Freude auf U2s Album "Zooropa" den Song "The Wanderer" ein. Doch erst ein Jahr später startet sein unerwartetes Comeback, das Def Jam-Gründer und Beastie Boys-Entdecker Rick Rubin in die Wege leitet. Das schlicht "American Recordings" betitelte '94er Album präsentiert einen Cash, wie ihn niemand kannte: Von unnötigem Country-Ballast befreit, raunt er seine Songs und die von Leonard Cohen, Tom Waits und Danzig tief und düster zur Akustikgitarre. Zum Song "Delia's Gone" dreht Cash ein Video, in dem Topmodel Kate Moss gleich zwei mal erschossen wird.
Die Erfolgsformel setzt das Duo nach einem Auftritt Cashs als Headliner beim Glastonbury Festival 1996 mit "Unchained" fort. Hierzulande kann man Cash ein letztes mal am 31. Juli 1997 live in Koblenz (!) bewundern. Im Sommer 2000 erscheint die 3CD-Retrospektive "Love God Murder". Obwohl der Sänger bereits seit 1997 an der Parkinson'schen Krankheit leidet, schafft er es, einen dritten Teil der Serie mit Rick Rubin abzuschließen, der im Oktober 2000 mit dem Titel "American III: Solitary Man" erscheint und so etwas wie sein Vermächtnis darstellt. Nur wenige rechnen aufgrund der sich häufenden Krankenhaus-Stippvisiten Cashs damit, dass die Legende ein weiteres mal mit Rubin zusammen kommt.
Sie sehen sich getäuscht: "The Man Comes Around" erscheint 2002, pünktlich zu seinem 70. Geburstag, und ist ein würdiges Abschiedsgeschenk an seine Fans, wieder mit gelungenen Fremd-Interpretationen (u.a. Depeche Mode, Nine Inch Nails, Beatles, Sting).
Außerdem erscheint eine Cash-Biographie von Franz Dobler über "die seltsame und schöne Welt der Country-Musik". Dobler hat auch das Tribute-Album "A Boy Named Sue - Johnny Cash Revisited" zusammengestellt, auf dem deutsche Indie-Bands der Legende ihre Verehrung aussprechen. In den USA erscheinen ebenfalls zwei Tribut-Alben, außerdem ist die Verfilmung von Cashs turbulentem Leben mit den Darstellern Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon in Planung. Einen schweren Schicksalsschlag erleidet der Country-Sänger im Jahr 2003: Am Abend des 15. Mai verstirbt Johnnys Ehefrau June Carter Cash im Alter von 73 Jahren im Baptist Hospital in Nashville an den Folgen einer Herzklappen-Operation.
Enge Vertraute Cashs berichten, dass der Musiker trotz des schweren Verlusts gewillt ist, mit Rubin ein weiteres Albumprojekt anzugehen. Im August muss er aufgrund seines Diabetes-Leidens jedoch erneut ins Krankenhaus in Nashville. Zwei Tage nach seiner Entlassung, Cash wollte gerade nach Kalifornien reisen, um mit Rubin an neuen Songs zu arbeiten, stirbt er am 12. September 2003 unerwartet rasch an den Folgen der Krankheit. Johnny Cash wurde 71 Jahre alt.
Quelle: www.laut.at