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Im Horoskop des vereinten Deutschlands wird Pluto auf seinem Weg durch
das Zeichen Schütze seine reinigenden und transformativen Qualitäten
in jenem Bereich zum Ausdruck bringen, der von den Beziehungen des Landes
zu anderen Nationen handelt - insbesondere zu seinen "Freunden", das
heißt jenen Ländern, mit denen Deutschland wirtschaftlich
und politisch verbunden ist. Hier mag es zu Konflikten und Rivalitäten
kommen, die einige Zeit lang zu Spannungen und Konflikten führen,
möglicherweise auch zu Änderungen bestimmter Gesetze und zu
der Notwendigkeit, daß sich die Regierung mit emotionalen Themen
und Forderungen aus dem Volke befaßt - Themen nämlich, die
sich nicht einfach per Gesetzgebung vom Tisch wischen lassen.
Inzwischen wird Neptun, der Planet der Träume und der Desillusionierung,
wahrscheinlich sowohl seinen Idealismus als auch seine Tendenz zu unrealistischen
Erwartungen durch Verträge und Partnerschaften demonstrieren. Dies
ist abermals ein Zeichen dafür, daß es wahrscheinlich viele
komplexe Themen zwischen Deutschland und seinen europäischen Verbündeten
geben wird, die um die Zeit der Jahrtausendwende und in den unmittelbar
folgenden Jahren gelöst werden müssen. Obwohl der eigentliche
Kern des Horoskops, die Sonne, stabil und unbeeinträchtigt bleibt,
wird es vermutlich beträchtlichen emotionalen Druck und Zerrissenheit
auf der Ebene des Volkes geben, verstärkt durch die Tatsache, daß Uranus,
der Planet der Veränderungen und Spaltung, über Deutschlands
Mond läuft und einige Zerrüttung widerspiegeln könnte,
die von Bewegungen aus dem Volke ausgeht.
Weil das Geburtshoroskop des neuen Deutschlands einen tiefen, angeborenen
Idealismus zeigt, wird die Zeit der Jahrtausendwende wohl eine Verankerung
dieser hohen Ideale verlangen, die die Vereinigung des Landes und die
starke Hervorhebung eines vereinten Europas herbeiführte. Und zu
einer solchen Verankerung wird es auch tatsächlich kommen - aber
nicht ohne die Notwendigkeit, mit Gefühlen wie Angst und Unzufriedenheit
seitens der einfachen Menschen umzugehen und gewisse Träume so weit
zu beschneiden, daß sie einen Platz in der Wirklichkeit einnehmen
können.
Liz Greene, 1999
(Daten: 3. Oktober 1990, 0:00 MEZ, Berlin) |