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Eine Landkarte der Seele, Band 2

Einführung in die Psychologische Astrologie, von Clare Martin

Band 2: Aspekte und Häuser im Horoskop

Lektion Drei: Die Häuser sieben bis zwölf


Häuser sieben bis neun

Letzte Woche haben wir uns mit der Bedeutung der ersten sechs Häuser beschäftigt, und da lohnt es sich, ein wenig innezuhalten und über die Beziehung dieser ersten zu den noch verbleibenden sechs Häusern nachzudenken. Jedes Horoskop wird von den Achsen in zwei Hemisphärenpaare geteilt. Die ersten sechs Häuser liegen unter dem Horizont, und das bedeutet, sie befanden sich zum Zeitpunkt unserer Geburt unsichtbar unter der Erde. Es sind die Häuser der Selbsterforschung, und sie beschreiben unsere subjektiven inneren Welten. Die natürlichen Herrscher der ersten sechs Häuser sind persönliche Planeten: Mars herrscht über das erste Haus, Venus über das zweite und so weiter, über Merkur (drittes Haus), Mond (viertes) und Sonne (fünftes Haus), bis wir schließlich wieder zu Merkur, dem natürlichen Herrscher über das sechste Haus, zurückkommen. Der springende Punkt dabei ist: Wir brauchen den in den persönlichen Häusern erreichten Entwicklungsstand, die dort gewonnenen Fähigkeiten und Erkenntnisse über uns selbst als Grundlage und Kraftquelle, um uns in den kollektiven Häusern sieben bis zwölf, die unsere Beziehungen zu anderen und der Außenwelt beschreiben, erfolgreich und kreativ ausdrücken können.
Beispielsweise beruhen erfolgreiche Beziehungen unter Erwachsenen (siebtes Haus) darauf, dass wir ein gutes Gefühl der eigenen Identität haben und entscheiden können, was für uns persönlich (erstes Haus) richtig ist. Ebenso können wir uns nicht ungefährdet der emotionalen Tiefe einer intensiven Begegnung mit einem anderen Menschen (achtes Haus) hingeben, solange wir uns selbst nicht stabil und sicher fühlen, kein ausreichendes Selbstwertgefühl und nicht genügend "Eigengewicht" und inneren Halt (zweites Haus) entwickelt haben. Auch höhere Bildung, Philosophie, Reisen, Lehrer und Erfahrungen außerhalb unseres üblichen Horizonts (neuntes Haus) sind weder sinnvoll noch nützlich, solange wir nicht gelernt haben, Informationen zu verarbeiten und unsere Gedanken zu ordnen (drittes Haus). Ebenso wenig können wir unseren Platz in der Welt (zehntes Haus) wirksam einnehmen, wenn wir keine ausreichend stabile Basis (viertes Haus) für unser Handeln haben. Wir können auch keinen sinnvollen oder kreativen Beitrag zu der Gesellschaft (elftes Haus) leisten, in der wir leben, wenn wir selbst keinen persönlichen Wert (fünftes Haus) zu bieten haben; und auch der Rückzug von der Außenwelt (zwölftes Haus) ist unangemessen, solange wir ihre Anforderungen (sechstes Haus) nicht bewältigt haben. Alles andere wäre ein Versuch, sich von der Welt abzuwenden und geradewegs wieder in die Gebärmutter zurückzukehren.

So gesehen erzählen die Häuser die Geschichte unserer allmählichen folgerichtigen Entwicklung und Reifung, und es lohnt sich, das bei der Horoskopdeutung zu berücksichtigen. Es besteht immer eine gewisse Tendenz, das Leben rückwärts zu leben, und ich glaube, wir alle versuchen das in gewissem Maß so lange, bis uns die Welt eines Besseren belehrt. Zum Beispiel neigen wir anfangs zu einer narzisstischen Haltung und glauben, die Welt schulde uns unseren Lebensunterhalt; wir erwarten, dass sie uns jeden Wunsch erfüllt (zwölftes Haus), und kümmern uns nicht um die tatsächlichen praktischen Gegebenheiten oder darum, wie wir der Welt einen Dienst erweisen oder welchen Beitrag wir leisten könnten (sechstes Haus). Vielleicht erwarten wir auch, dass die Gruppe oder Gesellschaft, der wir angehören (elftes Haus), uns sofort anerkennt, akzeptiert und aufnimmt, ohne dass wir uns die Mühe machen müssten, unsere eigenen Begabungen zu entwickeln oder herauszufinden, welchen einzigartigen und besonderen Beitrag (fünftes Haus) zur Gemeinschaft wir leisten können. Möglicherweise erwarten wir auch, dass uns die Welt einen Job, eine öffentliche Plattform oder Anerkennung und Einfluss (zehntes Haus) bietet, noch ehe wir für uns selbst ein Gefühl innerer Sicherheit und Stabilität (viertes Haus) geschaffen haben. Vielleicht erwarten wir auch, dass sich uns aufregende Möglichkeiten und Abenteuer (neuntes Haus) bieten, ohne dass wir uns darauf vorbereiten oder zunächst etwas dafür lernen müssten (drittes Haus). Vielleicht geben wir anderen Macht über uns (achtes Haus) und fühlen uns am Ende benutzt und missbraucht, weil wir unser persönliches Selbstwert- und Sicherheitsgefühl (zweites Haus) nicht genügend entwickelt haben. Und schließlich kann es auch sein, dass wir uns nur in unserem Partner oder unserer Partnerin (siebtes Haus) suchen, ohne uns erst einmal selbst kennenzulernen. Vielleicht klingen diese Beschreibungen etwas hart, aber ich hoffe, Sie sehen, worauf ich hinaus will. Können Sie sehen, wie eng diese gegensätzlichen Lebensbereiche miteinander verknüpft sind und wie sehr sie eigentlich von einander abhängen?

Teilnehmerin: Also für mich klingt das doch sehr realistisch. Ich vermute, dass wir alle instinktiv den einfacheren Weg durch das Horoskop suchen, doch das Leben belehrt uns eines Besseren, wie Sie schon gesagt haben. Es sieht ganz so aus, als sollte das Leben absichtlich schwierig sein.

Siebtes Haus: Beziehungen eingehen (Waage-Haus; natürlicher Herrscher: Venus)

Siebtes Haus

Die Spitze des siebten Hauses ist zugleich auch der Deszendent, und mit der Aszendent-Deszendent-Achse werden wir uns nächste Woche noch eingehender beschäftigen. Im siebten Haus geht es um jede Art von Eins-zu-eins-Beziehungen vertraglicher Art wie zum Beispiel Geschäftspartnerschaften oder die Ehe. Es ist das Haus gleichberechtigter, vertraglich ausgehandelter Beziehungen, und es beschreibt, worauf wir in der Begegnung mit anderen stoßen und wie wir uns selbst in solchen Beziehungen wiederfinden. Traditionell gilt es auch als das Haus offener Feindschaften und ist daher auch das Schlachtfeld, auf dem wir unserem Gegenüber auf Augenhöhe begegnen.
Obwohl wir meist erkennen, dass die ersten sechs Häuser zu uns gehören, scheint es doch fast immer so, als würden die Häuser sieben und acht die Eigenschaften jener Menschen beschreiben, mit denen wir eine Beziehung führen. Tatsächlich ist es ausgesprochen schwierig, in diesen beiden Häusern sich selbst zu erkennen. Im siebten und achten Haus geht es nicht mehr um uns, es geht um "die anderen". Die Häuser sieben und acht beschreiben die Eigenschaften, die wir anziehen, und gerade mit diesen können wir uns nur sehr schwer identifizieren. Dennoch erzählen sie uns letzten Endes mehr über uns selbst als über andere, auch wenn es so scheint, als könnten wir diese Dinge nur mithilfe unserer Beziehungen herausfinden. Haben wir zum Beispiel Saturn in Sieben, so finden wir unseren Partner möglicherweise langweilig, zurückhaltend, kritisch und schwermütig. Doch wenn wir dann eine andere Beziehung eingehen dauert es nicht lange, und auch der neue Partner stellt sich als langweilig, zurückhaltend, kritisch und schwermütig heraus. Schließlich bemerken wir vielleicht, dass es da ein Muster gibt, und dass es möglicherweise etwas mit uns selbst zu tun hat. Dies ist oft eine sehr schwierige Erkenntnis, denn mit Saturn in Sieben haben wir möglicherweise Angst vor Beziehungen, sodass wir unsere Wahl vielleicht aufgrund unseres Bedürfnisses nach Sicherheit und Geborgenheit getroffen haben. Es kann sein, dass wir Beziehungen nur vorsichtig und förmlich eingehen können - ganz als würden wir eine Rüstung tragen, die schließlich steif wird und Wachstum und Entwicklung verhindert, was wir dann wiederum unserem Partner ankreiden.

Teilnehmerin: Ich habe Venus Konjunktion Uranus in Sieben, und ich würde schon sagen, dass das zu mir gehört, das war schon immer so. Ich war schon immer die Unruhestifterin in Beziehungen.

Clare: Und was schätzen Sie mit Blick auf Ihre Venus-Uranus-Konjunktion an Beziehungen?

Teilnehmerin: Freiheit und Abstand.

Clare: Ich frage mich, ob das nicht ein etwas zweischneidiges Schwert ist - möglicherweise reicht das zu frühen Erfahrungen zurück, bei denen Sie von geliebten Menschen verlassen wurden. Vielleicht erwarten Sie, dass Ihre Partner Sie am Ende verlassen werden und beenden die Beziehung, bevor jene es tun, wobei Sie die Schuld auf sich nehmen. Im siebten Haus stellt sich immer die Frage, wer wem was antut. Doch mit dieser Konstellation müssen Beziehungen nicht notwendigerweise mit einer Trennung enden. Es könnte durchaus möglich sein, genügend Freiheit und Abstand auszuhandeln oder sich auf eine echte Freundschaft zu einigen, in der jeder den anderen als Individuum und als Erwachsenen respektiert, sodass keiner das Gefühl haben muss, in der Falle zu sitzen.

Teilnehmerin: Ganz klar, ich habe bisher immer die Schuld für die Trennung auf mich genommen. Und ich sehe durchaus ein, dass es schön wäre, diese Art von Abstand innerhalb einer Beziehung zu finden.

Teilnehmerin: Ich habe Jupiter in Sieben.

Clare: Mit Jupiter im siebten Haus fühlen wir uns oft zu Menschen aus fremden Kulturen oder Religionen hingezogen, oder zu Menschen, bei denen wir das Gefühl haben, wir könnten von ihnen lernen, weil sie unseren Horizont erweitern.
Teilnehmerin: Ich habe dort Mars, Neptun und Saturn. Saturn und Neptun in Waage, Mars in Skorpion.

Clare: Naja, da können wir gleich als erstes sagen, dass Beziehungen für Sie ein weites Feld darstellen.

Teilnehmerin: Durchaus.

Clare: Saturn in Sieben zeigt an, dass Sie nicht leichtfertig Beziehungen eingehen, weil dies für Sie ein ernstes Thema ist. Viele Ihrer wichtigsten Lektionen lernen Sie durch Beziehungen. Angesichts von Neptun in Sieben idealisieren Sie Ihren Partner vermutlich. Vielleicht besteht die Fantasievorstellung eines vollkommenen Partners - jemand, der sie rettet und erlöst, oder jemand, den Sie Ihrerseits retten können. Das Gleiche geschieht bei Deszendent Fische. Einerseits können wir unseren Partner unkritisch so akzeptieren, wie er ist, doch andererseits kann es auch sein, dass wir uns täuschen oder getäuscht werden, sodass wir uns am Ende enttäuscht, betrogen oder fallengelassen fühlen. Neptun zeigt uns, wo wir stets durstig sind, wo wir immer mehr wollen, und deshalb sehnen wir uns nach dem vollkommenen, idealen Gegenüber unserer Träume und sind unzufrieden mit dem gewöhnlichen Sterblichen, bei dem wir landen. In gewisser Weise sind es dann wir selbst, die für eine Beziehung nicht zu haben sind. Das Dilemma mit Saturn und Neptun im siebten Haus besteht darin, dass diese Planeten gegensätzlich sind, denn Saturn hat deutliche Grenzen, Neptun dagegen gar keine - bleiben Sie also bei der Wirklichkeit oder harren Sie Ihrer Träume?

Teilnehmerin: Heißt das auch, dass wir uns für unseren Partner opfern?

Clare: Ja, das ist eine mögliche Deutung, obgleich uns wahrscheinlich nicht bewusst ist, dass wir das tun, solange wir in der Fantasie einer vollkommenen Liebe gefangen sind. Mit Mars in Skorpion in Sieben ziehen wir intensive Beziehungen und Machtkämpfe geradezu an. Wir haben es hier also mit einer Kombination aus dem Liebesideal der Generation mit Neptun in Waage, der von Saturn angezeigten harten Arbeit und der sexuellen Intensität und Leidenschaft von Mars in Skorpion zu tun.

Teilnehmerin: Ich sagte ja, es ist eine komplizierte Geschichte - mir zumindest fällt das Ganze recht schwer.

Achtes Haus: Mit anderen teilen (Skorpion-Haus; persönlicher Herrscher: Mars; kollektiver Herrscher: Pluto)

Achtes Haus

Im achten Haus machen wir intensive emotionale Erfahrungen und erleben Begegnungen, die uns dauerhaft verändern. Als natürliches Skorpion-Haus konfrontiert uns das achte Haus mit ererbten Problemen und Geheimnissen, die tief unter der Oberfläche liegen und oft Tabu sind, wobei es die meisten Menschen vorziehen, solche Dinge gar nicht erst wahrzunehmen. Unser Erbe aus dem achten Haus betrifft aber nicht nur verborgene persönliche oder familiäre Probleme, es umfasst auch ungelöste Konflikte und alte Vergiftungen, an denen unsere Gesellschaft oder die Allgemeinheit leidet. Haben wir Planeten im achten Haus, so sehen wir uns irgendwann im Leben bestrebt - oder gezwungen -, uns mit all dem auseinanderzusetzen, was an diesen Planeten nicht mehr stimmt oder vergiftet ist, und uns davon zu reinigen. Unsere Aufgabe scheint darin zu bestehen, die wunden Punkte im Zusammenhang mit diesen Planeten ans Licht zu bringen, damit sie gereinigt und geheilt werden können. Ich gebe in meinen Kursen oft den Rat, sorgsam anzuklopfen, bevor man das achte Haus betritt. Das hat damit zu tun, dass die Themen des achten Hauses oft so tief im Unbewussten vergraben liegen, dass unsere Klientinnen oder Klienten vielleicht gar nichts von ihnen ahnen; deshalb sollten sich Astrologinnen und Astrologen hier nur sehr vorsichtig bewegen.
Das achte Haus beschreibt äußerst primitive, archaische Emotionen, die so lange still unter der Oberfläche liegen, bis sie aktiviert werden. Sind Planeten im achten erst einmal aktiv, so werden sie zu unaufhaltsamen, vulkanischen Kräften, die über uns kommen und Besitz von uns ergreifen. Dies ist das Haus von Sex, Tod, Steuern und gemeinsamen Finanzen; hier kommen verborgene, oft erschreckend intensive Gefühle an die Oberfläche.

Teilnehmerin: Ich habe Merkur, Uranus und Sonne in Löwe, Venus und Pluto in Jungfrau, und alle stehen im achten Haus. Löwe ist das Zeichen an der Spitze des achten Hauses.

Clare: Gut. Also steht der Herrscher des achten Hauses im achten Haus. Da Sie Ihr eigenes achtes Haus als Beispiel angeboten haben, gehe ich davon aus, dass Sie uns die Tür geöffnet haben und wir eintreten dürfen, ja?

Teilnehmerin: Ja, kommen Sie nur herein. Uranus und Sonne stehen beieinander, ebenso Pluto und Venus, nur Merkur steht allein.

Clare: Angesichts von fünf Planeten im achten Haus ist die Unterwelt für Sie zweifellos eine vertraute Gegend - es ist Ihr Zuhause. Fangen wir damit an, dass wir uns einfach nur Merkur im achten Haus ansehen. Das ist so ähnlich wie ein Pluto-Merkur-Kontakt, und das bedeutet tiefe, eindringliche, intensive, heimliche oder sehr intime Vorstellungen und Gedanken. Hier sehen wir einen fragenden Geist: Sie wollen den Dingen auf den Grund gehen, Sie wollen verstehen, was gerade nicht gesagt oder kommuniziert wird, Sie wollen die Zeichen verstehen. Das achte Haus ist sehr tief, aber auch nonverbal, also befinden wir uns hier auf der Ebene von Gefühl und Intuition. Hier lassen sich manchmal auch Aussagen über Ihre Geschwister treffen, denn Merkur zeigt von Natur aus auch Brüder und Schwestern an; vielleicht haben wir es daher mit einer ganz besonders intensiven Beziehung zu einem Bruder oder einer Schwester zu tun. Mit Sonne und Uranus in Löwe im achten Haus reizt es Sie, den Dingen auf den Grund zu gehen und mithilfe der so gewonnenen Erkenntnisse neues Wissen an die Oberfläche zu bringen. Bei dieser Konstellation geht es darum, im Dunkeln verborgene Dinge ans Licht, an die frische Luft zu bringen. Hier ist das Zentrum Ihrer Kreativität, hier liegt Ihre besondere Begabung.

Teilnehmerin: Tatsächlich bringe ich ständig Dinge ans Licht, denn ich bin Hebamme.
Clare: Na, das sieht ganz so aus, als hätten Sie genau den richtigen Beruf, denn da haben Sie es ja mit der Thematik von Leben und Tod zu tun, und Löwe ist das Zeichen des Kindes, das Zeichen für neues Leben und neue Möglichkeiten. Die Sonne-Uranus-erbindung befähigt Sie zu Abstand und wissenschaftlichem Denken, doch vermutlich lassen Sie sich auch ganz stark von Ihrer Intuition und Ihrem instinktiven Verständnis von Medizin und Heilkunst leiten - Themen, die ebenfalls zum achten Haus gehören. Die Venus-Pluto-erbindung beschreibt Ihre Vorliebe für alles Intensive und Ihre Funktion als eine mächtige Frau, denn Sie arbeiten mit anderen Frauen, die tiefe, oft erschreckende und schmerzhafte Erfahrungen durchmachen. Mit so vielen Planeten im achten Haus sind Sie bestimmt wunderbar in Krisensituationen. Dann sind Sie so richtig in Ihrem Element und auf der Höhe Ihrer Kraft.
Ihre Arbeit ist ein wunderbarer Ausdruck all dieser Planeten im achten Haus, und zweifellos gibt es hier auch noch persönlichere Dinge, bei denen es um Ihre Beziehung zu Ihrem Vater geht. Sonne-Uranus kann einen abwesenden Vater anzeigen, und vielleicht haben Sie im Zusammenhang mit ihm das Gefühl, dass Sie verlassen oder aufgegeben wurden, obwohl auch eine starke seelische Verbindung zwischen Ihnen besteht, da sich das Ganze ja im achten Haus abspielt. Und die Venus-Pluto-erbindung in Acht kann Ihre sexuellen Kräfte als Frau sowie die ganze Thematik von Macht und Ohnmacht in Beziehungen beschreiben, sodass es hier noch viele andere persönliche Bedeutungsebenen gibt, die wahrscheinlich am besten in einer privaten Umgebung weiter untersucht werden.

Neuntes Haus: Suchen (Schütze-Haus; natürlicher Herrscher: Jupiter)

Neuntes Haus

Das neunte Haus ist das Haus Gottes - es zeigt, woran wir glauben, worin wir einen tieferen Sinn sehen, wie und wo wir dem Leben einen tieferen Sinn geben. Das Schütze-Haus wird von Jupiter beherrscht und zeigt uns daher, wie wir unsere Horizonte erweitern - im körperlichen Sinn durch Reisen und den Kontakt mit anderen Kulturen, im geistigen und intellektuellen Sinn durch höhere Bildung und unsere auf das größere Ganze gerichtete Weltanschauung, oder im spirituellen Sinn, indem wir einen Gott finden, dem wir dienen können und der sich um uns kümmert. Auf der alltäglichen Ebene kann dieses Haus unsere Lernerfahrungen im Bereich höherer Bildung ebenso zeigen wie auch die Erfahrungen, die wir in spirituellen oder philosophischen Gruppen machen. Unabhängig davon, wie dies im Einzelnen geschieht, geht es uns im neunten Haus eigentlich um Weisheit, um Sinnsuche und um die Frage, woran wir glauben. Das neunte Haus zeigt uns, warum das Leben lebenswert ist, und zwar nicht nur aus dem persönlichen Blickwinkel des fünften Hauses, sondern im Zusammenhang mit dem größeren Ganzen.
Saturn in Neun kann, wie jeder andere Planet, auf vielen verschiedenen Ebenen gedeutet werden. Beispielsweise kann diese Stellung bedeuten, dass uns die Möglichkeit eines Studiums vorenthalten wurde, oder dass wir Bauingenieurwesen studiert haben. Es kann bedeuten, dass wir nie im Ausland waren, weil wir uns davor fürchten, außerhalb unserer bekannten Umgebung zu verreisen; es kann aber auch bedeuten, dass unser Beruf etwas mit dem neunten Haus zu tun hat, sodass wir vielleicht für ein Reisebüro arbeiten oder als Reisebegleiter tätig sind. Außerdem ist unser Gott, wenn wir überhaupt einen haben, wahrscheinlich eher streng und fordernd. Das Errichten unseres neunten Hauses mag harte Arbeit bedeuten und lange dauern, doch wir bauen auf festen Grund. Das kann dazu führen, dass wir erst als Fünfzigjährige studieren oder erst spät unseren eigenen Glauben finden, der dann auf realer Welterfahrung gründet.

Teilnehmerin: Ich habe Saturn im neunten Haus, und es fällt mir sehr schwer, zuversichtlich zu sein und zu vertrauen.

Clare: Nach meiner Erfahrung haben wir mit Saturn in Neun oft das Gefühl, unser Gott wäre die gesetzgebende Instanz, die bei Strafe strengsten Gehorsam verlangt. Das kann zu einem gewissen Zynismus und Zeiten in der Wildnis führen, zu denen wir uns spirituell ausgesprochen alleingelassen fühlen. Steht dagegen Uranus im neunten Haus, so haben wir vielleicht Naturwissenschaften oder Politik studiert, bei Auslandsreisen machen wir vielleicht unerwartete Erfahrungen und Bekanntschaften oder gewinnen überraschende Einsichten. Vielleicht sind wir auf der Suche nach Erleuchtung, andererseits könnte unser Gott aber auch sehr rational, intellektuell oder egalitär sein, sodass wir vielleicht den Quäkern oder einer nicht konfessionellen Kirche angehören.

Teilnehmerin: Bei mir ist Neptun im neunten Haus.

Clare: Mit Neptun in dieser Stellung sehnen Sie sich vermutlich danach, mit Gott zu verschmelzen; Sie suchen eine mystische Einheit, bei der Sie sich in Gott und Gott sich in Ihnen befindet. Vielleicht haben Sie Musik oder Tanz studiert oder längere Zeit im Ausland in Ashrams oder spirituellen Zentren verbracht. Allerdings könnte es unterwegs Probleme geben, falls Sie nicht mit einem Boot oder Schiff reisen.

Teilnehmerin: Wie meinen Sie das?

Clare: Möglicherweise begegnen Ihnen Verwirrung und Chaos. Vielleicht geht auch Ihr Gepäck verloren, oder es stellt sich heraus, dass von Ihnen gebuchte Reservierungen nicht eingetragen wurden, oder man stiehlt Ihnen Geld und Reisepass - diese Art von Problemen meine ich.

Teilnehmerin: Ich bin ohne jegliche Probleme in der Welt herumgereist. Bloß andere Leute enttäuschen einen immer - man kann ihnen nicht vertrauen.

Clare: Vielleicht haben Sie Ihren Neptun projiziert, und dann tritt er auf Ihren Reisen in Gestalt anderer Menschen auf.

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Das Buch " Eine Landkarte der Seele, Band 2"

Erstveröffentlichung 2007 durch CPA Press, BCM Box 1815, London WC1N 3XX,
Copyright © 2007, Clare Martin.
Näheres über das Buch.
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