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Eine Landkarte der Seele

Einführung in die Psychologische Astrologie, von Clare Martin

Schütze
  • Veränderliches Feuer 
  • Herrscher:  Jupiter
  • Exil:  Merkur

Das veränderliche Feuerzeichen Schütze ist das reifste, aber auch das rastloseste und expansivste unter den Feuerzeichen. Mit dem Zeichenherrscher Jupiter sucht der Schütze stets nach den größeren Zusammenhängen, nach dem Sinn des Lebens, nach mehr Weisheit und Wissen, nach mehr Streifzügen in das Unbekannte und nach mehr Erfahrungen. Diesem veränderlichen Zeichen ist die Reise wichtiger als das Ziel. Schütze läßt sich nicht einfangen, weder körperlich noch intellektuell. Er wendet sich ganz schnell etwas anderem zu, macht sich auf zu neuen Horizonten mit faszinierenden, vielleicht noch bedeutsameren Möglichkeiten, sobald – oder sogar schon bevor – etwas zur alltäglichen Routine zu werden droht. Jupiter, der Götterkönig, überlebensgroß, überschwenglich, spontan, mit schnellen Reaktionen und explosivem Temperament, schleuderte Blitz und Donner, wenn er wütend war. Der ungeheure Maßstab des Schützen, seine Großzügigkeit und sein guter Wille, seine Böen, Wirbelstürme und Tornados können überwältigend sein, und sein schnell verrauchter Zorn kann die sensibleren Zeichen doch ordentlich erschrecken.

Dieses Zeichen bringt oft eine enorme körperliche Energie und eine kräftige Verfassung mit sich; körperliche Tätigkeiten und Sport können positive Wege sein, diese Energie abzuarbeiten. Schützemenschen haben keine natürlichen Grenzen und treten deshalb anderen oft etwas tolpatschig auf die Zehen oder zerschlagen feines Porzellan. Da sie von Grund auf gesellig und umgänglich sind, ziehen Schützeleute andere oft in ihren Bann. Je mehr Menschen, je größer die Party, desto besser. Sie sind immer auf der Suche nach der universellen und philosophischen Seite des Lebens. Ihre Vorstellungsgabe ist so gewaltig, daß sie sich – mit dem typischen Selbstvertrauen der Feuerzeichen – sogar für die Gebieter über die alleinige Wahrheit halten können und sich damit schnell den Vorwurf einhandeln, arrogant, bevormundend und herablassend zu sein.

Die Integration des Gegenzeichens Zwillinge und des Planeten Merkur, der sich in Schütze im Exil befindet, kann zu einer objektiveren, rationaleren Herangehensweise führen und die Einsicht ermöglichen, daß Wahrheiten auch unvollständig oder mehrfach vorhanden sein können und daß es andere, ebenso gültige Meinungen und Ansichten gibt. Die Integration von Merkur verleiht der sonst vielleicht allzu überheblichen, messianischen Lebenseinstellung einen Schuß Humor und die Fähigkeit, nicht alles gleich persönlich zu nehmen.

Planeten in Schütze

Teilnehmerin:  Ich habe Venus in Schütze, und ich liebe es, auf Reisen zu gehen.

Clare:  Ganz bestimmt! Wenn sie die Schütze-Venus in ein Büro stecken, dreht sie durch.

Teilnehmerin:  Ja, das stimmt wirklich – Büros machen mich verrückt!

Clare:  Eine frustrierte Venus ist immer gefährlich, denn wenn sie nicht bekommt, was sie will, wird sie zerstörerisch. Eine denkbare Art, dem Büro zu entfliehen, wäre etwa, solange herumzustreiten und Chaos zu verbreiten, bis Sie gekündigt werden – mit anderen Worten, bis Sie Ihre Freiheit wiederhaben.

Teilnehmerin:  Das stimmt wirklich. Mir war gar nicht bewußt, daß ich das tue.

Andere Teilnehmerin:  Ich habe Merkur in Schütze; das bedeutet wohl, daß ich viel rede.

Clare:  Ja, und vielleicht schmücken Sie Ihre Erzählungen auch gern etwas aus oder übertreiben ein bißchen, wodurch eigentlich ganz gewöhnliche Ereignisse dramatisch und theatralisch wirken und so dem Feuer Nahrung geben. Da ist das Wetter dann absolut grauenhaft, ein kleines Mißgeschick wird zu einem schrecklichen Verhängnis, und der letzte Urlaub war fantastisch, unglaublich, wunderbar – große Worte. Vom Schütze-Merkur heißt es auch, er habe sein Herz auf der Zunge, er spreche erst und denke dann und falle anderen gern ins Wort. Andererseits verfügt er über eine hervorragende Intuition. Wir sehen eine ganz außergewöhnliche Fähigkeit, die Zukunft wahr- und vorwegzunehmen und Bevorstehendes vorauszuahnen.

Lassen Sie uns einen Blick auf den Schütze-Neptun in Sallys Horoskop werfen, denn vermutlich haben viele von Ihnen diese Zeichenstellung. Neptun war vierzehn Jahre lang, von November 1970 bis Januar 1984 in Schütze, anschließend noch einmal kurz von Juni bis November 1984. Neptun steht für unsere kollektiven Träume und Sehnsüchte nach einer idealen Welt; er steht für das, wonach wir dürsten, worin wir unsere spirituelle Rettung und Erlösung suchen; und er steht für die Illusionen und Phantasien, auf die wir besonders leicht hereinfallen. Für die Generation mit Neptun in Schütze befindet sich das ersehnte Ideal „irgendwo da draußen“, jenseits unseres gewöhnlichen Lebens. Fremde Erdteile und Länder, Reisen und Erkundungsfahrten sowie Angehörige anderer Religionen und Kulturen werden gern idealisiert.

Auf der persönlichen Ebene kann diese Stellung recht unangenehm sein; dann sehen wir Unzufriedenheit, die Weigerung, die Grenzen des Möglichen zu akzeptieren und die Unfähigkeit, das eigene Schicksal anzunehmen. Dadurch sieht sich der Einzelne womöglich zu einem Leben verurteilt, in dem jegliche Verbindlichkeit immer als das Zweitbeste erscheint, denn das, was er sucht, gehört immer woanders hin – wenn er es nur finden könnte. Können wir andererseits von einer hinreichend entwickelten Egostruktur ausgehen, die den überwältigenden Neptunkräften etwas entgegenzusetzen hat, so sehen wir, daß diese Generation einer sinnvolleren und umfassenderen Daseinsweise zutiefst verbunden ist und ihre Mitglieder die Fahnenträger dieser Ideale zum Wohl der Allgemeinheit sein können.

Doch jetzt ist es an der Zeit, die mythische Welt des Feuers zu verlassen und zur Erde herabzusteigen. Ich glaube, wir sollten uns vor Augen halten, daß wir als Kollektiv unsere natürliche Verbindung zur Erde verlieren; dazu gehört auch der allmähliche Verlust des Gefühls, zur Natur zu gehören und ein Teil von ihr zu sein. Ganz allgemein werden die Eigenschaften des Feuers bewundert und gefördert, wogegen diejenigen der Erde mißverstanden und unterschätzt werden. Zumindest während der letzten zweihundert Jahre haben wir die Schätze der Erde geplündert und unsere Fähigkeiten, die Natur zu kontrollieren und zu manipulieren, immer weiter entwickelt. Das gleiche machen wir mit unserem Körper, der oft geradezu als Feind angesehen wird, der jederzeit mit Krankheiten und Gebrechen zuschlagen kann, wenn wir ihn nicht streng kontrollieren und disziplinieren. Unsere natürliche Verbundenheit mit der Erde und der lebendigen Natur wurde durch den weit verbreiteten Materialismus, die Konsumgesellschaft und das im modernen Leben so überaus wichtige Eigentumsdenken vereinnahmt und verzerrt. All das zeigt uns, daß das Erdhafte kollektiv gerettet werden muß. Die Erdzeichen können uns dabei helfen, die Verbindung zur Naturwelt wiederherzustellen, und in dieser Hinsicht haben wir viel von ihnen zu lernen.

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Das Buch"Mapping the Psyche"

Erstveröffentlichung 2005 durch CPA Press, BCM Box 1815, London WC1N 3XX, Großbritannien, www.cpalondon.com.
Copyright ©2005 by Clare Martin.
Mehr Informationen über das Buch.
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