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Eine Landkarte der Seele

Einführung in die Psychologische Astrologie, von Clare Martin

Lektion Zehn: Die Luft- und Wasserzeichen

Die Elemente Luft und Wasser stellen unser zweites psychologisches Gegensatzpaar dar. In Wilbers Quadrantensystem betreffen diese beiden Elemente kollektive Wahrheiten. Für die Luftzeichen ist Wahrheit etwas Objektives, das sich „da draußen“, in den Strukturen der Außenwelt befindet; für die Wasserzeichen ist Wahrheit etwas Subjektives, das eine Verbindung zu den emotionalen Strömungen und Gefühlen herstellt, die uns allen „hier drinnen“ zu eigen sind.

Die Luftzeichen Zwillinge, Waage und Wassermann sind die zivilisierten, sozialen, objektiven, abstrakten, rationalen und recht eigentlich die „menschlichen“ Zeichen des Tierkreises, da sie sich auf den Verstand und den Intellekt beziehen. Obwohl wir es ja im Tierkreis mit Tieren zu tun haben, werden die Luftzeichen durch menschliche oder abstrakte Gestalten symbolisiert: die Zwillinge, die Waagschale der Gerechtigkeit und der Wasserträger. Die Luftzeichen beschreiben die Funktionen der rechten und der linken Gehirnhälfte, die Fähigkeit, in Gegensätzen zu denken und sie gegeneinander abzuwägen – eine Dualität, die sich in der römischen Zahl II der Zwillinge ebenso wiederfindet wie in den beiden horizontalen Linien der Waage oder den beiden Wellenlinien des Wassermanns. Die Eigenschaften dieses positiven, männlichen Elements werden in unserer Kultur sehr geschätzt und in unserem Bildungssystem gefördert, denn es lobt und belohnt die Fähigkeit zu logischem, rationalem Denken und Kommunizieren. Luftzeichen sind unpersönlich – sie verfügen über die Gabe des inneren Abstands, der Objektivität und des perspektivischen Sehens. Soziale Interaktion wird bei den Luftzeichen großgeschrieben, sie sind beredte, geborene Unterhändler, Vermittler und Kommunikatoren, die die Gegensätze gegeneinander abwägen und beide Seiten der Medaille zu sehen vermögen.

Teilnehmerin:  Und wie sieht die entsprechende Schattenseite aus?

Clare:  Ganz allgemein können wir sagen, daß der Schatten für die Luftzeichen das Element Wasser ist, die oft geheimnisvolle und undurchsichtige Welt der Gefühle – für die Luft recht unbequem, da unsere Gefühle ja so instinktiv, subjektiv und nonverbal sind. Luftzeichen neigen dazu, zu sehr in ihrem Kopf zu leben; sie haben oft keine rechte Verbindung zu Gefühlen und finden sie peinlich. Tatsächlich sind die Luftzeichen oft regelrechte „Beziehungsexperten“. Sie können sehr viel über die verschiedenen Theorien von Gefühl und Emotion erzählen, doch ist dies oft eine geschickte Abwehr dagegen, selbst etwas fühlen zu müssen.

Teilnehmerin:  Ich nehme an, daß es sich nicht so verhält, daß die Luftzeichen nichts fühlen könnten – sie können ihre Gefühle bloß nicht ausdrücken.

Clare:   Ja – wenn Sie genügend Planeten in Wasserzeichen haben, stehen Sie in Verbindung zu Ihren Gefühlen und leben mit ihnen. Ohne Planeten in Wasserzeichen ist die Wasserfunktion immer noch da, doch wird sie wahrscheinlich autonom und jenseits der Kontrolle durch das Ego wirksam sein. Wir sagen also nicht: „Dieser Mensch hat keine Gefühle“, was natürlich auch nicht stimmen würde. Tatsache ist vielmehr, daß die Gefühle sehr ursprünglich, autonom und mächtig sind, weil der betreffende Mensch sich nicht täglich mit ihnen auseinandersetzt. Wenn dieser Mensch dann in die entsprechende Stimmung kommt, kann das ausgesprochen überwältigend sein.

Zum Beispiel arbeitete ich einmal mit einer Klientin, die sehr viel Luft und gar kein Wasser hatte und die mit Beziehungsproblemen kämpfte. Sie sagte Dinge wie etwa: „Er war mit einer anderen Frau zusammen, aber das kann ich verstehen und akzeptieren, denn er ist emotional sehr bedürftig und unsicher; er befürchtet eben, allein zu sein, wenn er mich verliert.“ Das ist ein typisches Beispiel einer Rationalisierung. Allerdings geschah es, daß sie sich aufgrund einiger sehr starker Transite eines Nachts auf der Straße dabei wiederfand, wie sie in einem emotionalen Anfall von Rache und Schmerz, den sie rational oder intellektuell überhaupt nicht begreifen konnte, die Autoreifen ihres Partners zerstach. Nachdem die Gefühle nachgelassen hatten und sie zu ihrer gewohnten Rationalität zurückgekehrt war, empfand meine Klientin ihren emotionalen Ausbruch als äußerst peinlich und sagte: „Ich weiß nicht, was da über mich gekommen ist.“ Und genau so fühlt es sich an, wenn die Eigenschaften des Schattens losgelassen werden: wir sind buchstäblich nicht ganz wir selbst. Sie sehen also, daß die Luftzeichen emotionsgeladene Situationen gern vermeiden, weil sie sich davon schnell überwältigt fühlen; sie laufen gern weg, wenn die Gefahr besteht, daß die Dinge aus dem Ruder laufen könnten, denn Emotionen sind nun einmal schwer kontrollierbar und in den Augen der Luftzeichen höchst irrational.

Eine der Hauptschwierigkeiten für Menschen mit einer stark entwickelten Luftfunktion besteht darin, daß sie sich mitunter am Ende wie gelähmt fühlen, obwohl sie doch Situationen analytisch abwägen und in Streitfällen beide Seiten verstehen können. Die Tatsache, daß sie alles über eine bestimmte Sache wissen, das Für und Wider genau kennen, alle Aspekte berücksichtigt und alle Bücher zum Thema gelesen haben, hilft ihnen am Ende nicht bei der Entscheidung. Das ist der Nachteil der Objektivität.

Teilnehmerin:  Das ist nur zu wahr!

Clare:  Die objektive, äußere Wahrheit der Luft weiß alles über eine bestimmte Sache, aber sie weiß nichts über ihren Wert, der sich auf andere Teile unserer Persönlichkeit bezieht, die der Luft völlig unbekannt sind. Das Wasser sagt uns, ob sich etwas richtig anfühlt oder nicht, doch in unserer Kultur werden wir häufig darauf getrimmt, dieser subjektiven, emotionalen Intelligenz zu mißtrauen. Für viele Menschen gäbe es nichts wichtigeres als zu lernen, ihren subjektiven Gefühlen und Emotionen zu vertrauen.

Teilnehmerin:  Mein Mann hat viele Planeten in Luftzeichen. Er beschloß, einen neuen Computer zu kaufen. Also besorgte er sich alle Computerzeitschriften, informierte sich über alle Möglichkeiten und recherchierte ein halbes Jahr lang, ohne zu einer Entscheidung zu kommen. Merkwürdigerweise ging er am Schluß einfach in den nächsten Laden und kaufte sich den billigsten Rechner, den es gab.

Clare:  Was für ein passendes Beispiel! Zunächst sieht es so aus, als würde Ihr Mann die Sache ganz rational und intelligent angehen, indem er das ganze Für und Wider analysiert und eigentlich selbst zum Experten auf diesem Gebiet wird. Und doch half ihm die ganze Sucherei nicht bei der Frage, welchen Computer er denn nun kaufen solle – er wußte eben nur, was gerade erhältlich war und welche Vergleiche er anstellen konnte. Es klingt ganz so, als wären in dem Augenblick, da er den Laden betrat, seine Gefühle hochgekommen und hätten ihm gesagt, der Computer sei ihm emotional gar nicht wichtig, also solle er nicht mehr ausgeben als unbedingt nötig – etwas, das er offenbar während seiner Recherche nicht bedacht hatte!

Das Element Luft in der Alchemie, eine Darstellung aus Michael Maiers’ Atalanta fugiens (1618). Die Bildunterschrift besagt: „Der Wind hat sie in seinem Bauch getragen.“ Das bezieht sich auf die Luft als flüchtige prima materia, die den Stein der Weisen beziehungsweise das alchemistische Gold in sich trägt.

Sie können dieses Phänomen bei Diskussionsrunden im Fernsehen beobachten, in denen verschiedene Menschen die verschiedenen Meinungen repräsentieren. In solchen Runden gibt es keine Beschlüsse, Lösungen oder Fortschritte; ihre Funktion scheint sich vielmehr darauf zu beschränken, die gegensätzlichen Standpunkte zu klären, was zwar durchaus wertvoll ist, aber auch leicht ins Leere laufen kann. Es gab einmal eine Sendung namens Der moralische Irrgarten, bei der jede Woche eine Gruppe angesehener Akademiker und Intellektueller zusammenkam, um über wichtige Moralthemen zu sprechen. Einmal sollte die Gruppe darüber diskutieren, ob es die Seele gibt oder nicht. Man war natürlich allgemein der Auffassung, daß es sie nicht gebe, denn es war noch kein hinreichender Beweis ihrer Existenz erbracht worden, der den Kriterien der Luftzeichen für eine objektive, allgemein anerkannte Wahrheit genügt hätte. Man hätte auch sagen können, daß der Intellekt nichts über die Seele wissen kann, und demgemäß kommt es bei Luftzeichen häufig vor, daß sie wortgewandt und intellektuell über Dinge sprechen, von denen sie nichts verstehen.

Die Elemente Erde und Feuer haben ihre ganz eigene Art, auf die losgelöste Objektivität der Luftzeichen zu reagieren. Die Feuerzeichen werden ungeduldig und lassen die Luft alleine weiterdiskutieren, denn Feuer ist subjektiv und kümmert sich eigentlich nicht darum, was andere denken. Die praktische Erde sieht keinen rechten Sinn darin, endlos herumzusitzen und über Konzepte und Theorien zu debattieren. Jedes Element hat seine ganz eigene Art zu denken, zu handeln und zu fühlen.

Anders als die Luftzeichen sind die Wasserzeichen nonverbal. Die Wasserzeichen achten mehr auf die Emotionen und Gefühle hinter dem Gesagten als auf die eigentlichen Worte. Wasser ist äußerst feinfühlig für Atmosphärisches und spürt subtilste Eindrücke an Orten und bei Menschen, die zwar stark gefühlt, aber nicht so leicht in Worte gefaßt werden können. Wasser ist aufnahmefähig wie ein Schwamm, es besitzt die Fähigkeit, mit anderen mitzufühlen. Da es keine eigene Form oder Gestalt besitzt, nimmt es stets die Form des Gefäßes an. Bestenfalls bietet Wasser einfach Unterstützung, ohne zu urteilen. Wenn Sie durcheinander sind oder Schmerzen haben, kann Ihnen das Wasser helfen, ganz gleich, was Sie getan haben oder warum Sie sich so fühlen. Deshalb laden viele ihre Last gern bei wasserbetonten Menschen ab oder weinen sich an ihrer Schulter aus; denn anders als die Luft wird das Wasser nicht versuchen, das Problem zu lösen oder wegzurationalisieren, wodurch die Gefühle ja übergangen oder unterbewertet würden.

Stellen Sie sich beispielsweise vor, Luft und Wasser gehen gemeinsam zu einer Party. Während sie den Raum betreten, sagt die stets an gesellschaftlichen Kontakten interessierte Luft vielleicht: „Wunderbar, da ist ja So-und-so, den ich schon kenne, und So-und-so ist auch da; ich werde sie einander vorstellen.“ Wasser bleibt dagegen vielleicht schon an der Tür stehen und denkt: „Hmm, ich hab da kein gutes Gefühl; ich glaube, ich bin heute nicht in der richtigen Stimmung für so etwas.“ Wenn das geschieht, spielt es keine Rolle, wer anwesend ist – das Wasser will nicht bleiben. Luft und Wasser haben auch eine ganz unterschiedliche Art der Informationsverarbeitung. Die Luft wird wissen wollen, womit das Wasser ein Problem hat – sie will eine vernünftige Erklärung. An dieser Stelle fühlt sich das Wasser überfordert, denn als stummes, nonverbales Element fällt es ihm schwer, Gefühle mit Worten auszudrücken, was die Luft natürlich zusehends frustriert und verärgert. Dadurch fühlt sich das Wasser zutiefst mißverstanden, denn es ist darauf angewiesen, daß jemand das Problem intuitiv bei ihm aufspürt; also schlägt es zurück und sagt etwas wie: „Du verstehst mich nicht. Du bist so kalt!“ Das wird die Luft vermutlich als belanglose Aussage verstehen, obwohl das Wasser doch damit seine inneren Gefühle schützen wollte. Zu derartigen Schwierigkeiten kommt es andauernd, weil wir nicht verstehen, daß viele Menschen Informationen und Erfahrungen grundlegend anders verarbeiten als wir selbst.

Johann Daniel Mylius stellt das Element Wasser in seiner Philosophia reformata (1622) als beschützend und fruchtbar dar. Der Delphin, das Tier Apollos, rettet Ertrinkende; die Frau auf seinem Rücken ist der weibliche Mercurius, die Ursubstanz, aus der das alchemistische Gold gewonnen wird.

Teilnehmerin:  Kann ich noch einmal auf das fehlende Element zurückkommen? Meine Partnerin ist sehr wasserbetont, und sie hat keinen einzigen persönlichen Planeten in der Luft. Wie funktioniert das?

Clare:  Nun, wir reden hier über Kontobelastungen und -ausgleiche. Ich denke, wenn die Emotionen sehr viel stärker sind als der Intellekt, hat der betreffende Mensch große Schwierigkeiten damit, etwas Abstand zu gewinnen und die Sache aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Das kann zu einer Art emotionalem Chaos führen, einem richtiggehenden Vollaufen, als würde man in den eigenen Gefühlen ertrinken, was sehr angsterregend sein kann. Ich vermute, Sie selbst haben eine Betonung der Luftzeichen und wenige Planeten in Wasserzeichen?

Teilnehmerin:  Ja, stimmt.

Clare:  Dann verstehen wir also, warum Sie beide zusammen sind. Denn Sie werden die objektive, rationale Seite der Beziehung einnehmen, wogegen Ihre Partnerin wahrscheinlich die Gefühle für Sie beide in sich trägt.

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Das Buch"Mapping the Psyche"

Erstveröffentlichung 2005 durch CPA Press, BCM Box 1815, London WC1N 3XX, Großbritannien, www.cpalondon.com.
Copyright ©2005 by Clare Martin.
Mehr Informationen über das Buch.

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