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Eine Landkarte der Seele

Einführung in die Psychologische Astrologie, von Clare Martin

Libra 
  • Kardinale Luft
  • Herrscher: Venus
  • Erhöhung: Saturn
  • Exil: Mars
  • Fall: Sonne

Waage ist das kardinale Luftzeichen, und das sollten wir nicht vergessen, denn dieses von der Venus beherrschte Zeichen der Zweierbeziehungen wird oft automatisch für ein Wasserzeichen gehalten. Als kardinales Zeichen hat Waage klare Ansichten über Gerechtigkeit, Harmonie und zivilisiertes Verhalten. Die Waage ist vornehm. Sie herrscht über alle zivilisierten Künste – Theater, Konzerthallen, Kunstgalerien, und auch über die Gesetze, die sich jede zivilisierte Gesellschaft zur eigenen Führung gibt. Saturn, der in der Waage erhöht ist, fühlt sich in diesem Zeichen sehr wohl, denn auch Saturn herrscht über die Gesetze. Die Funktion der Waage, die sich auch in ihrem Symbol der Waagschalen andeutet, besteht darin, das System im Gleichgewicht zu halten.

Manchmal ist es sehr erhellend, sich vorzustellen, was eigentlich fehlen würde, wenn ein Zeichen völlig aus dem Tierkreis entfernt würde. Zum Beispiel gäbe es ohne die Waage keine schönen Gegenstände in unserem Zuhause, keine Statuen, Gärten oder Parks in unseren Städten, keine eleganten Gebäude oder Prachtstraßen, weder ein ordentliches Anstellen an der Kasse noch irgendwelche Umgangsformen oder höfliche Rücksichtnahme anderen gegenüber. Alle diese Waage-Eigenschaften zusammengenommen machen das zivilisierte Leben erfreulich und angenehm. Regeln, Gesetze und Verträge im Zeichen der Waage ermöglichen es uns, harmonisch zusammenzuleben und auf eine gerechte Strafe für jene zu vertrauen, die die Gesetze des zivilisierten Zusammenlebens brechen. Die Venus, die über die Waage herrscht, ist nicht jene sinnliche, körperliche, erdige Venus, die wir als Aphrodite kennen; die Waage-Venus ist eher der Athene verwandt, der Kriegsgöttin, die ganz ausgewachsen und vollständig bewaffnet mit einem Schwert in der Hand der Stirn ihres Vaters Zeus entstieg. Ihre Aufgabe war es, die Helden und tapferen Krieger zu beschützen und den Menschen die Segnungen der Zivilisation zu bringen. Sie ist die Schutzherrin der Architektur und aller ästhetischen Künste.

Ich bin sicher, Sie alle kennen die berühmte Statue der Gerechtigkeit oben auf dem Old Bailey in London. Diese weibliche Figur hält das Schwert der Gerechtigkeit in einer Hand und die Waage der Gerechtigkeit in der anderen. In gewisser Hinsicht ist diese Figur ein genaues Abbild der Widder-Waage-Achse im Horoskop. Waage hat mit Ästhetik, Struktur, Stil, Anmut, Ausgleich und Harmonie zu tun. In Zweierbeziehungen setzt die Waage jene Verträge auf, die das vereinbarte Verhalten zweier Menschen definieren, sei es im Geschäftsleben oder in persönlichen Beziehungen. Die Stärke der Waage sind Theorien und Konzepte zu den Themen Frieden, Harmonie und Gerechtigkeit.

Da es sich um ein von Venus beherrschtes Zeichen handelt, haben waagebetonte Menschen etwas Charmantes, Anmutiges, Attraktives und auch Androgynes an sich. Die Männer haben etwas Weibliches, die Frauen etwas Männliches an sich, und darin kommt eine sowohl innere als auch äußere Balance zum Ausdruck. Wie die Dinge aussehen und wie die Menschen sich anderen zeigen, ist wichtig für Waagemenschen; in bezug auf Inneneinrichtung und Mode kann man sich stets auf das Geschmacks- und Stilempfinden der Waage verlassen, denn sie besitzt ein feines Gespür für Ausgeglichenheit und Harmonie. Auf der intellektuellen Ebene sind es wahrscheinlich die Waagemenschen, die im Ballett oder Konzert die Partitur mitlesen, um sicherzugehen, daß die jeweilige Kunstform richtig aufgeführt wird – so, wie es sich gehört. Wasser- und feuerbetonte Menschen werden dagegen in die emotionale Spannung und Dramatik eintauchen und sich ganz auf die mythische oder emotionale Erfahrung einlassen.

Für Waagemenschen ist es wirklich wichtig, daß andere Menschen und ihre Umgebung sich fair verhalten, daß für Gerechtigkeit gesorgt wird und daß in Beziehungen ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen herrscht. Waagemenschen glauben sehr an die vertragliche Natur von Beziehungen, etwa „Wenn ich das für dich tue, dann tust du jenes für mich“, und „Wenn ich für dich da bin, mußt du auch für mich da sein.“ Bei der Waage gibt es immer ein quid pro quo: die Waage gibt nichts ohne Bedingungen, denn dadurch würde das Gleichgewicht gestört werden. Denken Sie aber daran, daß wir es hier nicht mit einem Wasserzeichen zu tun haben und daß sich die Waage sehr unwohl fühlt, sobald emotionale Themen berührt werden – denn Gefühle sind oft unzivilisiert, unordentlich und ungerecht, und das geht der Waage sehr gegen den Strich. So gesehen können Waagemenschen in Beziehungen sehr unrealistisch sein.

Teilnehmerin:  Und ich dachte, sie seien Romantiker.

Clare:  Oh ja, aber als Luftzeichen sind sie eben verliebt in die Liebe als Kunstform oder persönlicher Stil. Sie wollen, daß alles „hübsch“ ist – es muß von vorn bis hinten stimmen, bis hin zu den roten Rosen, dem Abendessen bei Kerzenschein, verliebten Worten und sanfter Musik. Ein zivilrechtlicher oder ein Heiratsvertrag wird als Versprechen aufgefaßt, sich auf eine bestimmte Weise zu verhalten oder etwas bestimmtes zu tun. Nichts verärgert die Waage mehr als ein Vertragsbruch oder das Gefühl, mehr gegeben zu haben als sie zurückbekommt. Das ist ihr zutiefst zuwider und löst fast immer überraschend starke und rohe Gefühle aus, die die Waage normalerweise vermeiden würde.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Film Der Rosenkrieg, den Sie vielleicht gesehen haben. Der Film beginnt mit einem äußerst kultivierten und intelligenten Ehepaar, dargestellt von Michael Douglas und Kathleen Turner. Sie haben ein schönes Haus und einen gepflegten Garten, die „richtigen“ Bilder an den Wänden, sie haben schicke Autos, verkehren in den richtigen Kreisen und sind beruflich sehr erfolgreich. Kurz gesagt, sie haben alles, was sich ein Luftzeichen nur wünschen kann. Worüber sie jedoch keine Kontrolle haben, das sind ihre Gefühle, und der ganze Film ist eine erschreckende Geschichte darüber, wie alles auseinanderbricht, wenn die Gefühle überhandnehmen und alles zerstören, was die beiden zusammen aufgebaut haben.

Teilnehmerin:  Ja, ich erinnere mich an die schrecklichen Dinge, die sie einander zufügten. Das war ein sehr verstörender Film.

Clare:  Es endete damit, daß sie mit Messern aufeinander losgingen, die Haustiere des anderen überfuhren und sich ganz allgemein aufführten wie verrückte Monster. Waagemenschen zeigen sich in diesem Bereich nicht gerade von ihrer besten Seite. Sie sind sehr, sehr gut, wenn es auf gute Manieren, Diplomatie und Charme ankommt – das ist ihre beste Funktion. Sie sind sehr geschickte Diplomaten, hervorragende Schiedsrichter und wunderbare Staatsmänner, und außerdem sind sie wohl die begnadetsten Schmeichler. In gewisser Weise suchen sie wirklich nach den besten Seiten der anderen, um so ihrerseits im besten Licht zu erscheinen.

Teilnehmerin:  Ist das nicht ein wenig streng?

Clare:  Ja, Sie haben ganz recht mit Ihrem Hinweis – ich weiß, daß ich einen Waageschatten habe. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, daß die Eigenschaften des jeweils gegenüberliegenden Zeichens komplementäre Ergänzungen darstellen, ohne die eine volle Integration des betreffenden Zeichens nicht möglich ist. Im vorliegenden Fall zeigt der Widder an, daß die Waage ohne ein starkes Ichgefühl nicht positiv funktionieren kann. Das Luftzeichen Waage versteht oft nicht, daß Probleme nicht ausschließlich durch den rationalen Intellekt gelöst werden können. Reicht man sich nach einem Streit die Hand, so mag das der Form genüge tun, doch trägt es nichts dazu bei, den emotionalen Hintergrund des Problems zu entschärfen. Ein gutes Beispiel dafür ist auch die Idee der „Friedensgespräche“. Damit sollen Vernunft und Rationalität Eingang in die Lösung eines Problems finden, das sehr tiefe emotionale Ursachen hat – das Problem soll offen dargelegt werden, so daß es möglich wird, die Sache objektiv zu betrachten, um schließlich einen Kompromiß auszuhandeln. Verstehen Sie mich? Darin sehe ich auch Anklänge an den Rosenkrieg.

Teilnehmerin:  Ich bin selbst Waage, und die Trennung von meinem früheren Ehemann war schrecklich – genau wie im Film!

Clare:  Das Interessante an der Beendigung oder dem Bruch eines Vertrages wie zum Beispiel bei einer Scheidung ist, daß die Sache auf einer bestimmten Ebene – nämlich durch die Rechtsanwälte und das Gericht – sehr zivilisiert behandelt wird. Da wäre es sehr gut, wenn man vorher einen Ehevertrag geschlossen hätte – eine Erfindung, die zweifellos auf einen Waagemenschen zurückgeht. Es ist eine bekannte Tatsache, daß Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones gemeinsam einen Ehevertrag unterzeichnet haben, und sie sind beide am gleichen Tag geboren, nämlich am 25. September, sie sind also beide Waage! Catherine Zeta-Jones spielte auch kürzlich in einem Film namens Intolerable Cruelty, mit George Clooney als Scheidungsanwalt für bessere Leute. Auch hier ging es um die vertragliche Seite der Ehe, wobei sich alles um das Thema vorehelicher Vereinbarungen drehte. Der Film arbeitete die Tatsache sehr gut heraus, daß keine „außergerichtliche Einigung“, keine offizielle Trennung oder Scheidung bei der Aufarbeitung der Emotionen oder Gefühle hilft, die solchen Situationen zugrundeliegen. Wir wollen aber jetzt weitermachen – hat jemand von Ihnen Planeten in der Waage, die er sich näher ansehen möchte?

Planeten in Waage

Teilnehmerin:  Ich habe Mars in Waage.

Clare:  Mars zeigt, wie Sie sich behaupten und verteidigen, wie Sie kämpfen. Mit Mars in der Waage kämpfen Sie vermutlich lieber für andere gegen Ungerechtigkeiten als für sich selbst. Wahrscheinlich sind Sie also eine geborene Vermittlerin und Schiedsrichterin, die sich in entsprechenden Situationen wie Zuhause fühlt. Mars in Waage fällt es schwer, für sich selbst einzutreten, denn diese Menschen sehen Probleme oft zu intellektuell und finden ganz leicht Gründe, warum der andere sich nun gerade so verhält; auf diese Weise argumentieren sie sozusagen gegen ihre eigenen Interessen. Andererseits steht Mars in Waage auch für den „gerechten Krieg“. Wenn ein Vertrag gebrochen oder ein Unrecht begangen wurde, kann dies einen Waagemenschen dazu anspornen, sich dagegen einzusetzen, auch wenn er dies im allgemeinen sehr stilvoll tun wird. Ist es bei Ihnen auch so, daß Sie bei Ungerechtigkeiten auf die Barrikaden gehen?

Teilnehmerin:  Ja, unbedingt.

Clare:  Sally hat Pluto in Waage – eine kollektive Stellung, die wir uns genauer ansehen sollten. Pluto war von 1971 bis 1983 in der Waage; die allgemeine Korruption und der Verfall, die bei dieser Plutostellung zum Vorschein kommen und anschließend geläutert und eliminiert werden, betreffen Themen wie Gleichheit, Fairneß, Gerechtigkeit und Vertrauen. Die Watergate-Affäre von 1972/73 ist ein gutes Beispiel dafür. Allgemein war man bis zu diesem Zeitpunkt davon überzeugt, daß Menschen in Machtpositionen sich im Großen und Ganzen ethisch verantwortungsvoll, gesetzestreu und ehrenhaft verhalten und daß Gesetzgebung und Rechtsprechung mehr oder weniger zuverlässig für Gerechtigkeit sorgen würden. Nachdem Pluto nun die Waage durchlaufen hat, sind wir uns wohl alle sehr viel deutlicher der Korruption bewußt, die in den Tiefen großer Organisationen besteht. Doch zur fraglichen Zeit war die Watergate-Affäre besonders schockierend, weil auf der kollektiven Ebene immer noch davon ausgegangen wurde, daß Autoritätspersonen in verantwortungsvollen Stellungen sich ethisch korrekt verhalten würden.

Auf der persönlichen Ebene liegt der Brennpunkt für diese Generation im Bereich Vertrauen und persönliche Verantwortung in Beziehungen, wobei diese Beziehungen wohl immer wieder kaputtgehen und wieder neu geschaffen werden, denn die Menschen mit Pluto in Waage kämpfen darum, aufrichtige, ausgeglichene und ganzheitliche Wege zur Gestaltung ihrer Beziehungen zu finden. In dieser Hinsicht unterscheiden sie sich deutlich von der zwischen 1942 und 1956 geborenen Generation mit Neptun in der Waage, denn das kollektive Träumen und Sehnen dieser Generation war auf Frieden, Liebe und Harmonie gerichtet. Es war die Hippie-Generation, die Beziehungen idealisierte und – um die unsterblichen Worte John Lennons zu gebrauchen – daran glaubte, daß Liebe alles ist, was man braucht.

Teilnehmerin:  Pluto ist ja gegenwärtig in Schütze – welche Art von Korruption kommt denn da zum Vorschein?

Clare:  Schütze hat mit höherer Bildung zu tun, mit der Kirche und dem Gesetz, und ich denke, es kann mit Sicherheit gesagt werden, daß diese Bereiche derzeit alle Hände voll damit zu tun haben, ihre Angelegenheiten in Ordnung zu bringen. Hier in England sollen die Universitäten nicht mehr nur den Privilegierten, sondern allen zugänglich sein. Das hat jedoch auch mit sich gebracht, daß Stipendien durch Darlehen ersetzt wurden und viele Universitäten die größten Schwierigkeiten haben, sich finanziell über Wasser zu halten. Im Bereich der Kirche sind die Fragen der Ordination homosexueller Priester und der Ernennung weiblicher Bischöfe weiterhin heiß umkämpft, ganz zu schweigen von den Enthüllungen über Kindesmißbrauch durch Priester. Für die Vorstellungen eines Schützen sollten Gottesvertreter eigentlich gegen körperliche Begierden gefeit sein, und doch sind alle diese Dinge ans Licht gekommen, seit Pluto in den Schützen gegangen ist. Im Gerichtswesen erfährt die Öffentlichkeit gerade, wie korrupt das ganze System der Gerichtskostenbeihilfen und staatlichen Unterstützung bei Inanspruchnahme von Anwälten ist. Pluto bringt immer auch Fanatismus und Zwanghaftigkeit mit sich, was gut zum aktuellen Erstarken des Fundamentalismus und religiöser Kulte paßt.

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Das Buch"Mapping the Psyche"

Erstveröffentlichung 2005 durch CPA Press, BCM Box 1815, London WC1N 3XX, Großbritannien, www.cpalondon.com.
Copyright ©2005 by Clare Martin.
Mehr Informationen über das Buch.
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