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Eine Landkarte der Seele

Einführung in die Psychologische Astrologie, von Clare Martin

Erstveröffentlichung 2005 durch CPA Press, BCM Box 1815, London WC1N 3XX, Großbritannien, www.cpalondon.com. Copyright ©2005 by Clare Martin.
Übersetzung aus dem Englischen: Klaus Köhler

Einleitung

Astrologie ist eine Vorstellungskraft, die aus der Natur hervorgeht und einen unmittelbaren Bezug zum Alltagsleben hat. Sie ist eine Art angewandter Poesie, eine Vision vom Leben auf der Erde, das durch die Himmelsbewegungen stimuliert wird, und sie kann uns in Tiefen der Selbstreflexion führen wie es kein anderes symbolisches oder bildhaftes System vermag. [1]

Im Lauf der Jahre, in denen ich nun schon Einführungskurse in die Astrologie gebe, habe ich mich oft gefragt, warum sich so viele in einer Zeit, in der wir es doch eigentlich besser wissen sollten, noch immer zur Astrologie hingezogen fühlen. Wenn ich dann eine neue Gruppe Studierender frage, was sie an diesem Punkt in ihrem Leben hierher gebracht hat, habe ich oft den Eindruck, daß nicht sie sich für die Astrologie entschieden haben, sondern umgekehrt, die Astrologie sich für sie. Oft sagen Studierende, sie hätten sich seit Jahren für Astrologie interessiert und sich ebenso lang dagegen gewehrt, nur um schließlich festzustellen, daß ihr Interesse einfach weiterbesteht. Und weil etwas in uns beschlossen hat, daß es nun an der Zeit ist zu lernen, finden wir uns am Ende in einem Seminar wieder und wissen eigentlich nicht, was das Ganze für uns bedeuten oder wohin es uns führen wird. 

Diese Seminare richten sich an jenes „etwas“ in uns, das ich allmählich für eine Art schamanischer Berufung halte. Kann es sein, daß Astrologinnen und Astrologen tatsächlich „von den Geistern des Universums für ihre Rolle ausgewählt werden“? [2] Sicher ist, daß viele von uns die bekannten Zeichen schamanischer Berufung an sich selbst erlebt haben: weil die Astrologie entgegen unseren eigenen Bestrebungen zu uns kommt; weil wir oft ein verbindliches Bekenntnis zur Astrologie vermeiden wollen – aus gutem Grund, denn wir ahnen, daß die Astrologie eine sehr anspruchsvolle Berufung ist, die unser Leben für immer verändern wird; und weil wir spüren, daß wir als Mittler zwischen den Welten, mit einem Fuß im Jenseitigen, nicht mehr ausschließlich in dieser Welt leben können. Letztlich ist Astrologie keine Technik, sondern eine Initiation in eine Lebensweise, die sich aufgrund ihrer geheimnisvollen Vertrautheit anfühlt wie ein wiedergefundenes Zuhause.

Astrologie ist “ein erlösendes Wissen, ein Begreifen der Geheimnisse, die tief in der Natur und im Individuum verankert sind, ein transformierendes Wissen, das nur durch eine Art des Lernens erlangt werden kann, die weit über den bloßen Intellekt hinausgeht."[3]    

Es fällt schwer, Astrologie und psychologische Astrologie genau zu definieren. Vielleicht ist es am besten, die Astrologie als eine mythische und magische Sprache zu beschreiben, und genau wie bei allen anderen Sprachen wird jede Astrologin und jeder Astrologe eine ganz eigene Art der Deutung und Kommunikation entwickeln. Unser Kurs bezieht sich vorwiegend auf die Arbeit von C. G. Jung, der uns einen besonderen Wortschatz zu Verfügung gestellt hat, mit dessen Hilfe wir der Astrologie wieder zu ihrem nach meiner Ansicht rechtmäßigen Platz als eine der vier tragenden Säulen westlicher Esoterik neben der Kabbalah, der Alchemie und der Magie verhelfen können.[4]  In der esoterischen Tradition wird das Universum als „ein organisches, lebendiges und heiliges Ganzes“ aufgefaßt, „innerhalb dessen alles in einem kosmischen Gewebe miteinander vernetzt ist, und wo alle Ordnungen manifesten und nicht manifesten Lebens zueinander in Beziehung stehen, weil alle an der Heiligkeit der ursprünglichen Quelle teilhaben“.[5]

Die Beziehung zwischen Astrologie und Alchemie ist für psychologische Astrologinnen und Astrologen besonders bedeutsam. Aus geschichtlicher Perspektive waren diese verschwisterten Wissenschaften seit jeher untrennbar miteinander verbunden. Die Alchemisten waren praktisch orientierte Menschen mit einer für psychologische Astrologinnen und Astrologen sehr nützlichen Herangehensweise, die uns zu einer aktiven Beteiligung und einer persönlichen Beschäftigung mit dem Geburtshoroskop ermuntert. Mit anderen Worten, es gibt hier etwas zu arbeiten. Die Grundannahme der Alchemie besteht darin, daß die Natur und die Menschheit ursprünglich nicht als vollkommene Wesen erschaffen wurden. In unserem ursprünglichen Zustand sind wir eine ihrer selbst größtenteils unbewußte „Vermengung von Geist, Seele und Körper“ und daher, so C. G. Jung, nur zu kollektiven Funktionen fähig. Das Geburtshoroskop bleibt während unseres gesamten Lebens stets das gleiche. Es gibt keinerlei Gewähr dafür, daß wir bei unserem Tod in irgendeiner Weise besser integriert, weiter entwickelt oder bewußter sein werden als zum Zeitpunkt unserer Geburt. In unserem natürlichen Zustand leben wir unter der zuweilen tyrannischen Herrschaft der Planeten. Doch was wir mit unserem Horoskop anfangen und wie wir es ausleben, ist gänzlich uns selbst überlassen. Die psychologische Herangehensweise arbeitet zugunsten einer zunehmenden Bewußtheit gegen unseren natürlichen Zustand an. Die Alchemisten arbeiteten absichtlich gegen die natürliche Ordnung der Dinge, indem sie der Natur bei dem halfen, was sie selbst nicht zu vollbringen vermochte.

Die Natur bringt nichts hervor, das in sich selbst vollkommen wäre; der Mensch muß die Dinge vervollkommnen – und diese Arbeit wird “Alchemie” genannt … Die Dinge werden erschaffen und uns in die Hände gegeben, doch nicht in der letztendlichen Form, die ihnen eigen ist … Im Samen liegt von Anfang an der Zweck und die Funktion beschlossen … Denn Alchemie bedeutet: etwas zu Ende bringen, das noch unvollständig ist; das Blei aus dem Erz zu gewinnen und es zu seiner eigentlichen Bestimmung zu transformieren.[6]

Die Alchemie nimmt eine grundsätzlich optimistische Haltung ein. „Das alchemistische Werk verändert, vervollkommnet und erlöst nicht nur die Natur, es bringt auch die menschliche Existenz zur Vollkommenheit.“[7] Wie der Alchemist und der Magier, so tritt auch der Astrologe in einen aktiven Dialog mit der Natur. Die psychologische Herangehensweise ist dem „großen Werk“, dem magnum opus der Alchemisten nicht unähnlich. Beides verlangt ein sorgfältiges und wohlüberlegtes Zusammenspiel bei der Aufgabe, Bewußtheit herzustellen. Dies sind keine leicht zu erfüllenden Bedingungen, erfordern sie doch ausgedehnte Zeiten der Selbstanalyse sowie den Mut, uns mit unseren verborgenen dunklen Seiten auseinanderzusetzen und sie zu integrieren; zudem müssen wir unsere Selbstgerechtigkeit, unsere Abwehrhaltungen und unsere tiefsten Ängste anerkennen und uns dazu entschließen, persönliche Verantwortung für uns selbst zu übernehmen, anstatt uns damit zufriedenzugeben, als passive Opfer unseres vermeintlich vorbestimmten „Schicksals“ zu leben.

Der Vorgang der psychologischen Differenzierung ist kein einfaches Vorhaben; er verlangt Ausdauer und Geduld vom Alchemisten, der den Körper in der äußersten Hitze des Schmelzofens von allem Überflüssigen reinigen muß.[8]

Wenn wir anfangen, unsere Projektionen zurückzunehmen und uns die Dinge von innen her anzusehen, endet damit auch die falsche Vorstellung, unsere Probleme seien von äußeren Kräften verursacht oder etwa auf unser Geburtshoroskop zurückzuführen. Der Vorgang der Individuation, des „absichtlichen Arbeitens gegen die natürliche Ordnung der Dinge“, führt uns zur Erschaffung dessen, was Jung das „Selbst“ nannte – eine innere Struktur, die uns das Gefühl vermittelt, „auf einer festen Grundlage zu stehen, auf einem Flecken innerer Ewigkeit, den selbst der körperliche Tod nicht belangen kann“.[9]

Das magnum opus hatte zwei Ziele: „Die Rettung der menschlichen Seele und die Erlösung des Kosmos“.[10] Dies bedeutet, daß wir – wie geringfügig und unbedeutend unsere individuellen Anstrengungen auch scheinen mögen – unsere eigene kleine Rolle dabei spielen werden, der Natur zu dem zu verhelfen, was sie aus sich selbst heraus nicht vermag.

Wird die Vorstellung vom Leben als organisches Ganzes grundsätzlich anerkannt, so wird die Menschheit in gewissem Sinne zur Mit-Schöpferin neben der Natur, da sie ihre Einheit mit der Natur fördern, ignorieren oder zerstören kann; denn das Fortbestehen der Natur hängt letzten Endes davon ab, welche Art von Bewußtsein wir ihr beimessen.[11]

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Das Buch"Mapping the Psyche"

Erstveröffentlichung 2005 durch CPA Press, BCM Box 1815, London WC1N 3XX, Großbritannien, www.cpalondon.com.
Copyright ©2005 by Clare Martin.
Mehr Informationen über das Buch.
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