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Loop! Astrologie-Zeitung

Zorn und Wut: Wenn das Boot leer ist

Leeres Boot"Kein Schlamm, kein Lotos." (Thich Nhat Hanh).

Die Wut-Pegel steigen überall an, wenn Mars in seinem oder Plutos Zeichen steht, wie jetzt. Die Auswirkungen (mundan oder individuell) nimmt man dann am besten nicht ganz so persönlich. Weil einem vielleicht sonst dazu bloß noch geschriene Antworten, kalt wütendes Schweigen, Sachen-Werfen oder schlimmstenfalls Schlagen einfallen. Denn so sicher wie das Amen in der Kirche bewirkt der destruktiv enthemmte Mars nur neue Eskalationen. Leicht gesagt, er braucht nun aber Bewegung, keine Erstarrung (Saturns Zeichen im Quadrat).

Da man heutzutage kaum Erleuchtete ohne Mars oder Pluto trifft, denen es ein Vergnügen ist, die Spirale von Ärger zu stoppen, wenn sie uns ausrasten sehen, bekommen wir darum noch leichter Probleme als sonst. Es sei denn, wir wären mit einem allzeit bereiten Saturn gesegnet, der uns chronisch diszipliniert. Dann Glückwunsch, dann sind wir selbst kurz vorm Ziel. Ansonsten verachtet man sich und die anderen eher da, wo Wut wächst, kann sich aber meist nur noch schlechter kontrollieren. Wofür die Welt-Geschichte gerade Beispiele liefert. Wo Skorpion-Mars, der Widder-Uranus aktuell beherrscht, Luft und Wasser aufheizt, folgt dem Schlag wie im Reflex der Gegenschlag und dem wieder neue Rechtfertigung alter Schläge. Wir sind interdependent, auch hier - was für ein Dilemma. Umgang mit den tausend Spielarten des Zorns im Kleinen ist gefragt, da der viele Samen sät.

ZeitzeichenWo immer etwas groß wird, reift es zur Lösung. Deshalb ist die Zeit jetzt günstig, um auszusteigen aus dem Ärger. Mars stand beim ersten Vollmond des Jahres im auslaufenden Trigon zu Neptun. Was nicht nur die vielen Fluchten und Flüchtenden beschreibt, die auf so vielen Ebenen auftauchen. 

Diese Zeit erzählt auch davon, wie Mars' Zerstörungs-Kraft sich verwandeln kann, wenn wir mitfühlender werden, mit uns und anderen und den Neptun in seinem Rücken finden. Aber der kostet: Es gibt kein neptunisches Opfer ohne Opfer. Und damit sind nicht die Opfer des schlechten Stils gemeint, der überall Gegner sucht, sondern: Verzicht zugunsten anderer. Es gibt ja auch kein christliches Abendland ohne christliche Werte. Bitter, wenn alles in einem doch im Mars-Pluto-Kosmos dahin drängt, Provokationen (oder das, in was man sie auch immer interpretiert) tätlich, verbal oder mit stiller Verachtung zu beantworten. Es auf keinen Fall stehen zu lassen und nur zu sehen und vorüberzugehen - wie in den Fischen.

Und dann liest man die Zen-Geschichte vom Boot: Stell dir vor, du ruderst in einem Boot durch Nebel, als dich von hinten ein anderes Boot rammt. Du drehst dich wütend um, weil du denkst: Wieso kann der Idiot nicht aufpassen? Schnappst schon nach Luft, um ihm gründlich die Meinung zu sagen und eine Rede zu halten über Unachtsamkeit. Und dann siehst du plötzlich: Das Boot ist leer. Da ist keiner, der dich verletzen wolle. Niemand hat Schuld. Keine Adresse für deinen Ärger. Wo bleibt deine Wut dann?

Wenn Zorn die Geschichte zum Leben erzählt, ohne dass er dann im Guten etwas in Bewegung bringt (denn zu Taten aktiviert er eigentlich), ist unsere Welt voller leerer Boote. Mars will so oder so nach vorn, will tun. Er ist Erzeuger der alten "Fight or Flight" Reaktion der Amygdala. Kampf oder Flucht, wenn man ihn lässt, wie er will. Als Kind Neptuns grenzenlos, gekoppelt ans Reptilien-Gehirn (die ersten drei Zodiak-Zeichen und ihre Herrscher sind noch wenig kultiviert). So simuliert die Wut - mit Stier-Venus, die Tod so fürchtet, zodiakal immer vor der Nase - vor-gedanklich (vor Merkur-Zwillinge) häufig Gefahr. Den Strick, der in der Dunkelheit allzu leicht zur Gift-Schlange wird, solange Mars nicht aus Neptuns Kokon schlüpft und bewusster wird.

Mars' Rückseite (der Spiegel des Widder sind Fische) bleibt aber chronisch als Flucht der Neptun, der Hang zum Verdrängen oder Fantasieren. Neben ihrem gemeinsamen schwer umzusetzenden Ego-Verbot als Konstellation Mars-Neptun (Sei nicht egozentrisch!) wird Neptun allein mit etwas Aufmerksamkeit auch zum Feuerlöscher, den wir im Zorn oft brauchen. Gerade wenn, wie aktuell, die Wut als Phänomen im Skorpion so leicht in Hass umschlägt und unendliche Traumata erzeugen kann. Damit ist keinem gedient, weder Erzeuger. noch "Beschenkten", die dann wieder (vom Omega- zum Alpha-Huhn) zu Erzeugern werden. Aber andererseits hat Neptun eben auch beeindruckende, fantasievolle und nachhaltige Momente der Wandlung im Handgepäck. 

1. Vollmond 2016 Der erste Schritt zu einem Umgang, der weniger Porzellan zerschlägt, ist vielleicht, dem Ärger zunächst mal seine Existenz-Berechtigung zu gönnen (ohne ihn sofort auszudrücken). An einem Impuls ist nichts Falsches, der darf leben bleiben, wenn er keinen verletzt. Es ist auch kein Weg, im Sinne der gerade sehr modernen spirituellen Süßlichkeit die Hälfte des Daseins gleich mal als falsch aus dem System zu werfen. Weil "schlechten Gefühle" scheinbar zu "schlechten Menschen" gehören. Ohne Schlamm kein Lotos (siehe oben).

Das Geheimnis ist unter anderem der Saturn in 2 (links) - realistische Selbst-Beschränkung, die letztlich Früchte trägt. Man kann böse, sauer, wütend, ärgerlich sein, ohne damit auch nur irgendjemand anderen als einen selbst zu belästigen. Das bedeutet nicht etwa, keine Konsequenzen zu ziehen, wo sie nötig sind. Sondern nur, die leeren Boote nicht weiter mit entweder noch mehr Geschichten oder auch abgewürgtem Zorn zu befeuern (der sich dann bloß doppelt aufblasen wird). Das wissen nicht nur die Weisen, die schon endlos im Rad der allgemeinen und zum Leben gehörenden Destruktion gekreist sind, wie sie das chronische Greifen nach Identifikation und Eigentum (Widder-Stier zeigt ja als folge auch "verstofflichte Identitäten" an) mit sich bringt. Denn es lassen sich leider bislang nicht wie in einem virtuellen Spiel nur die dunklen Seiten der Empfindungen verdrängen. Auch die helleren verlieren dann, wenn ein Teil der Gefühle in den Schlaf gezwungen werden soll, oft Zug um Zug ihre Power und welken bald halb narkotisiert vor sich hin. Wer Mars entmachtet, versteinert das Leben. Was soll diese andere Art der "seelischen" Vernichtung also bringen (die an Selbst-Verletzung grenzt)? 

Ausgeglichenheit ist noch keine Sache von Verordnungen oder Zwang, sondern von einem Prozess, in den man sich bewusst eingibt und der auch die wilden Bewegungen würdigt. Alles andere ist Saturn-Pluto übertrieben, nur nicht nützlich. Im Emotions-Kanon hat Wut mit all ihren Ablegern und Steigerungsformen jedenfalls durchaus ihren Sinn und eine Sonder-Stellung. Nicht umsonst kommt der Widder im Tierkreis vor dem Krebs, der eigentlich das ganze "Prinzip Empfindung" umfasst. Im Mars steckt aber auch noch etwas viel Größeres, das nicht weggedrückt werden darf. Der Funke des Werdens, die Vitalität des Lebens selbst. Sein als primitiver Einzeller bis hin zum kämpferischen Erneuerer, der energetisch zur Not auch zerstört, um zu überleben, da noch völlig ohne Ethik. Mars bringt aber auf seinem Weg in die Materie des Stiers beileibe nicht nur Wut bis Zorn hervor, wenn man ihn denn spuken lässt. Sondern erst einmal ganz wertfrei "das Tun".

We can do itWir benötigen ihn damit dringend überall als Initiator, der klug, "fair" und bewusst angewandt und ausgespielt Dinge dann auch konstruktiver in Fluss setzt. Widder ist der Beginn von allem, was wir in der Welt erleben. Er zündet, motiviert und entwickelt erst unser Ziel-Bewusstsein und die Energie, um zu handeln. Das merkt man deutlich bei Menschen, in deren Radix-Bilder ein gehemmter (oder weggeschwemmter) Mars eine dominantere Rolle spielt. Sie mögen alles haben an Talenten, gelangen aber selten in die Umsetzung, weil die Kraft (oder die Identifikation) nicht reicht. Wo Mars nicht durchkommt, fehlt nämlich auch Venus der Druck zu materialisieren. Sie verläppert sich dann leicht, weil sie als Konzept das Marsische als Anschub benötigt. Wenn umgekehrt Mars stark agitiert ist, fangen wir uns oft in seinen Fallen. Denn er sagt in bestens besetzten Charts übersetzt zunächst immer: "Wo steht hier das Klavier (das ich schleppen kann)?"

Hat Mars keine Aufgabe und keine Hürde zu überwinden (darin ähnelt er Saturn, in dessen Zeichen er erhöht steht), verzettelt man sich stattdessen schnell in Abwehr oder Stories über den unbedingt gerade ((Mars lebt im Moment) notwendigen Ärger. Ergebnis: Die von ihm bereitgestellte Energie verpufft sofort in völlig sinnlosen Flügelkämpfen, zu denen man sich "irgendwie" aber beflügelt sieht. Ohne Erklärung, weil das Reptilien-Gehirn herumgeistert. Und wieder geht der Kreislauf der Begründungs-Suche los, die Merkur dann zu leisten hat. Alles sehr anstrengend.

Hilfreich wäre es deshalb in Zeiten wie diesen, wo das Widder-Zeichen schon durch einen immens schnellen und hart aufflammenden Uranus als Bewohner kontaminiert ist und deshalb Ärger abrupter als sonst einbricht, sich nicht etwa als Person mit jedem bösen Murren seines Mars' zu verwechseln. Das heißt, dann eben nicht als Reaktion auf all die Reize (Widder-Waage-Achse) sofort mental oder emotional oder im übelsten Fall auch handgreiflich in den Krieg zu ziehen. Sobald man eigentlich nur einen Hauch von Mars' typischem Druck zum Handeln spürt. Der muss sein und macht uns schlicht leichtgängig, aktionsbereit, weil er Adrenalin ausschüttet. Manchmal reicht es dann schon, wenn gerade nichts anderes zu tun ist, einfach loszugehen, dreimal um den Block. Bis die marsische Ladung frei wird in dem "Movement" oder anders bewegt ausgedrückt werden kann. Aber bitte nicht wieder und wieder sinnlos gegen das leere Boot, das wir so gern gewohnheitsmäßig mit unserer "logischen" Geschichte von Zorn und Widerstand befüllen, sobald sich in uns ein "Nein" regt. 

Sag Adieu zur Amöbe!

Wobei: Wir jagen nun mal für unser Leben gern im Widder-Stadium. Sprich, wir sind als zivilisierte Wesen tatsächlich dazu aufgerufen, uns bei den ersten Impulsen des "Dagegen" zu erwischen. Und dann mehr und mehr bewusst vom damit verbundenen Amöben-Stadium, das so leicht verletzend wird, zu verabschieden. Man kann sich übrigens auch für den Notfall konstruktivere Ziele suchen, bevor Mars sich wieder blinde Aktion und auf das nächstbeste Feindbild stürzt. Im Verein mit Stier-Venus, die schreit: Haltet den Dieb! Und Waage-Venus, die ruft: Das war doch wieder dieser XY (hier bitte den persönlichen Lieblings-Feind einsetzen, bei dem es sich oft um eine Projektion eigener unerlaubter Züge aus der Kindheit handelt). Mit einer der beiden Hand in Hand sieht Mars überall Gegner und wird dann übergrifflich. Als nötige Stufe zur Veränderung im Überlebens-Feldzug der ersten drei Zeichen erfolgt die Mars-Phase immer und ausnahmslos nach Konfusion und Chaos der Fische.

Seine Aufgabe ist dann die Bewegung auf eine Formierung zu, weil er die Auflösungen als erster Funke der Weltlichkeit wieder organisiert. Hin zum Stoff. Wo noch keine Grenze ist, rennt Mars überhaupt am liebsten einfach völlig unorganisiert los, bis er gegen eine Wand stößt (Stiers Stoff) - besonders gut zu beobachten am Krebs-Mars, der im Fall am schönsten und bildhaftesten Mars' eher destruktive Züge zeigt. Wie wilden Aktionismus in einem Hamsterrad. Durch Mars jedenfalls entsteht aus dem Nichts der Fische unser Bewusstsein von Endlichkeit. Aber damit auch die leeren Boote. Denn das Wollen, was Arm in Arm mit Stiers Gier nach Existenz einsetzt, muss mit Merkurs Logik versehen werden. Im Nachhinein, wo man glaubt, es passiere "faktisch". Die neuere Wissenschaft belegt diese "Vorab-Entscheidungen", die vom hyperaktiven Denken dann legitimiert werden. Und: Handlungs-Gewohnheiten erzeugen Denk-Gewohnheiten und umgekehrt. Je häufiger wir unsere Wut rechtfertigen, umso wütender werden wir. Der Geist erzeugt in sich selbst Riefen, die sich multiplizieren, je nachdem, wo das Denken sich ritualisiert.  

Boot im SeeWer letztlich dann da noch alles mit im Boot sitzt und angestoßen wird von der rollenden Kugel unserer Wut, ist auch meist schon egal. Natürlich stört der aktuelle Mars im Skorpion dabei jetzt auch die seinerzeit noch behinderten Konflikte des Saturn im gleichen Zeichen noch einmal richtig auf (in seiner Rezeption mit Pluto). Das kann man an eigenen Problem-Revivals überprüfen, die jetzt auf einmal wieder auftauchen, da der kosmische Katalysator die Reaktions-Geschwindigkeit allgemein aufkocht.

Vor allem bei den vielen fast schon zwanghaften Prozessen der Fesselung an Konzepte. Da, wo er am Greenwich-AC des Löwe-Vollmondes (erster im Jahr) wie ein lautes Knistern der drohenden Aggression und damit psychischer Brandstifter (in Wasser) auftaucht. Schaut man sich diese Grund-Spannung 2016 genauer an, ist die aktuelle Aggressions-Thematik nicht zu übersehen: Löwe, Skorpion und Wassermann, auch der Käfig voller Narren, der über die leere Stelle Stier (Angst vor Entgrenzung und Enteignung) herauskommt und ungewöhnliche Lösungen braucht. Die Achse des 5. und 11. Prinzips spricht ja grundsätzlich schon von Egoismus versus Altruismus. Davon, dass wir gleich werden müssen, ein Herz und eine Idee, da, wo Individualität zur Beherrschung führt. Aber wem sagen wir das? Uns, die wir im allzu menschlichen, gemütlichen (weil gewohnten) Elend darüber feststecken, dass man sich immer noch über alles und jeden ärgern kann?

Bei Mars fix ist es verführerisch, sich der Geschichte zu ergeben, dass uns nun etwas weggenommen oder Besitz und Sicherheit auch nur ansatzweise bedroht werden (Stier), dass andere das Selbstverständnis (Löwe) oder geliebte Konzepte angreifen (Skorpion) oder vermeintlich die eigene Freiheit schwerst unter Druck setzten oder gar beschneiden (Wassermann). Und schon tickt der Uranus im Widder los und vernichtet rebellisch seine Feinde. Die "Bösen" natürlich, immer die anderen, beim Mars-Widder (der Venus-Waage aktiviert und mit in die Arena holt). Du, du, du warst es - alles, was ich nicht bin. 

"Wenn du dein eigenes Boot, mit dem du den Fluss der Welt überquerst, leer sein lassen kannst, wird keiner dein Gegner sein, niemand wird versuchen, dir zu schaden. Das ist die perfekte Person, ihr Boot ist leer." (Chuang-Tzu)

Gelehrt haben diese geistigen Zugänge gegen die Gefahr körperlicher Eskalation interessanterweise oft jene Menschen, die diese Lektion vorher selbst hart und schmerzhaft lernen mussten. Nicht nur die großen Lehrer unter den (Zen-) Buddhisten, sondern auch unter Juden, Christen, Moslems. Es gibt viele, viele Beispiele dafür, dass häufig gerade die später pazifistischsten Naturen ursprüngliche sehr wilde Jungs mit starken Impulsen waren (zu sehen an teilweise brutal offensiven Mars- oder Pluto-Lagerungen). Manchmal "Austreiber" im Sinne der Rhythmenlehre, die alles, was andere verdrängen, (ungewollt) an die Oberfläche des Seins bringen. Eine Art seelischer Müllabfuhr für das Umfeld, die Unbewusstes in anderen hochholt. Ein Effekt, der Verdrängtes oder noch nicht Entzaubertes (Neptun) auf die Bühne der Welt bringt. Daran ist eben meist ein Mars beteiligt, Aggressionen, die man aussendet oder auf sich zieht (der Austreiber eckt an), aber häufig auch ein massiver Pluto. Wonach solche Träger diverser schwieriger Konstellationen dann manchmal eine hervorragende Schule der Umwandlung destruktiver Gefühle in konstruktive Power entwickeln, wollen sie nicht ihren eigenen Impulsen zum Opfer fallen. Von ihnen kann man vielleicht am besten lernen, wie es geht, wenn es anders, besser, gut gehen soll (die Links führen zu den Radix-Bildern in der Astro-Databank): 

Sie alle haben es auf ihre Weise, durch Bewusstsein geschafft (auch mit Hilfe von Parabeln wie der vom leeren Boot statt der selbstverliebten Geschichten über Unrecht, das einem laufend passiert): Wut, Ärger und Neurose, die sich bei der Suche nach Schuldigen nur noch verstärken, werden nur durch viel Übung (da braucht es tatsächlich den Steinbock) umgewandelt in etwas, was keinem schadet und allen nützt. Taten, die durchaus Abgrenzung beinhalten sollten (Venus, die Mars folgt, wenn nötig), aber keine blinde Wut mehr. 

Für uns "Normalsterbliche" mit eher ungeübtem Geist gibt es eben wegen der Bequemlichkeit fast immer eine ganze Flotte von leeren Booten, zwischen denen wir jeden Tag durch unser Leben segeln. In Verfolgung wahlweise fremder Unachtsamkeit, gnadenloser Ignoranz oder fehlenden Mitgefühls (natürlich mit uns, wie es Mensch am liebsten verlangt, ohne es selbst zu geben). Hier beginnt dann gern der große Terror des "Weil", die erklärenden Kausalitäten. Wie sinnlos diese Rituale der Selbst-Berechtigung zur Destruktion sind, wie schmerzhaft, zeigt aber ein zweites Gleichnis aus dem "Sallatha Sutta":

"Darin heißt es, dass Sie, von einem Pfeil getroffen, die Schmerzen an der Stelle des Körpers spüren, an der sie der Pfeil trifft. Wenn ein zweiter Pfeil Sie an derselben Stelle trifft, verdoppelt sich der Schmerz nicht nur, sondern er verzehnfacht sich. Die unwillkommenen Dinge im Leben [...] verursachen ein gewisses Maß an Schmerz. Den zweiten Pfeil schießen wir selbst ab. Er ist unsere Reaktion auf den Schmerz. Die Geschichte, die wir darum weben." ("Ohne Schlamm kein Lotos - Die Kunst, Leid zu verwandeln" (Thich Nhat Hanh, Nymphenburger

Und danach tut es meist richtig weh, weil wir selbst kleine Ursachen durch Gedanken vervielfältigen und zu einem Gewebe von Feindlichkeit im Dasein stilisieren. Wenn also der eigene Mars (oder einer der anderen Feuer-Planeten Sonne oder Jupiter, die überall entzündlich bleiben) im Einzugsgebiet der aktuellen fixen Konflikte stehen, wie sie der Widder-Herr auf Skorpion-Boden jetzt so massiv anschiebt, lohnt sich eins: Den E-Motionen, die sich nun zeigen, mehr, nicht weniger Aufmerksamkeit zu widmen. Sie sein zu lassen, ohne sie zu beurteilen, ohne Geschichte. Jede Welle rollt aus, wenn man sie durchlaufen lässt. Die Kunst ist es, 1000 und einen Grund zum Zorn zu beobachten, wie sie werden und vergehen. Denn was ich in meinem Leben nicht bewältige (und das heisst manchmal auch als ersten Schritt nur: sehe) an Ärger oder verzweifeltem Hass (Mars-Pluto) in mir, das bewältigt auch mein Umfeld und das Umfeld meines Umfelds nicht. Meine Wut rollt dann ungebremst weiter. Bis niemand mehr sagen kann, welche Realität am Anfang stand oder welche kreisende Geschichte in meinem Kopf. Oder, wie die unvergleichliche Marie-Louise von Franz (auch wieder ursprünglich eine Austreiberin mit Skorpion-AC und Sonne-Mars-Merkur-Pluto, RADIX, Astro-Databank) einmal schrieb:

"Wer Höchstes und Tiefstes zugleich erträgt, ist geheilt, heilig, ganz." (Aus: Archetypische Dimensionen der Seele)

So erst kehrt der Mars "erlöst" zum Neptun zurück. Das Werden ins Vergehen, was nur dann wieder neues Werden erschaffen kann, das anders ist. In uns und anderen.

Pfeil-Parabel: "Ohne Schlamm kein Lotos - Die Kunst, Leid zu verwandeln" (Thich Nhat Hanh, Nymphenburger
Boot-Parabel: Ayya Khema in "Buddhas ewige Gesetze" (Paul H. Köppler, Knaur)

Bilder (bearbeitet): Katsushika Hokusai Nishimura Yohachi [Public domain, Public domain or CC0] via Wikimedia Commons + Pixabay

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Original-Artikel von www.astrologie-zeitung.de
Autorin: Susanne Riedel Plenio

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