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Auf Wiedersehen, Herr Kapitän!

Helmut Schmidt"Ich bin der Mann mit der schnellen Schnauze!" (Helmut Schmidt, 1957)

Das war er, ja, tatsächlich ein Schütze-Merkur, der früher redet als denkt - und viel mehr: Steinbock der Steinböcke, jung schon reif, durchaus auch im populären Sinn: Helmut Heinrich Waldemar Schmidt, buchstäblich sehr alt geworden, 96 Jahre. Jetzt also doch, obwohl man dachte, Legenden sterben nie, im Olymp derer, die etwas bewirkt und ihre Zeit verändert haben. Nicht mehr von dieser Welt, eigentlich noch nie. Anders. Aufrecht geboren, klug, mit unbestechlichem Riecher, mit Jungfrau-AC.

Dann nennen sie ihn jetzt schon den "Jahrhundert-Lotsen", aber in Wahrheit war er immer der Kapitän. Schmidt starb bei AC-DC-Umkehrung, nachmittags, als DC den laufenden Neptun auslöste, in Opposition zu seinem aufsteigenden Zeichen, ein langsames sich Erschöpfen, Auslöschen. Das Ende der Nutzbarkeit und Vorsicht, die ihn so sehr prägten. Vom AC her wehte immer auch die Genauigkeit, das Warnen in der Weitsicht des "Elder Statesman", dem nie einer duzende Schütze-Slogans wie "Willy wählen!" untergejubelt hätte. Er blieb stets der Herr Schmidt, geachtet. Wo vorn im Radix aber doch sein Jungfrau-Mond in 1 andeutete, wie viel Gefühl gebändigt werden musste, ihn zog. Ein aufstörbarer Zugang, dessentwegen Kanzler Schmidt die Umwelt vielleicht chronisch in Rauch aufgehen ließ. Die Nebelschwaden eines Mars-Neptun und Sonne, Herrin 12, die ihn begleiteten. Erlaubte, kleinste Kompensation im Korsett der Vernunft. Die "geduldete" Sucht der Kanzler-Zigarette. Helmut Schmidt rauchte überall, als seine Mit-Raucher längst die neuen Verbrecher Deutschlands geworden waren. Ein fast zorniger Leser, ein passionierter Schreiber, bis zum Tod der Arbeiter. Schütze-Merkur, mehr, mehr, mehr. Um all das dann wieder zu relativieren, da, wo alles anders als bei anderen ist.

"Willen braucht man. Und Zigaretten." (2006 auf die Frage nach Leidenschaft für die Arbeit - N24)

Ein großes vorsichtiges, ängstliches Empfinden, das da psychologisch (und außen nur am dauernden Scannen der Umwelt erkennbar) vor dem Einfallstor in sein Wesen saß und am AC dann doch offensiv wagemutig werden musste, Mond in 1 als Hilfsmars, der brauchte wohl auch Beruhigung. Schmidt war ja am besten da, wo es etwas zu retten gab, was nicht Privatleben hieß. Deshalb wählten sie ihn wohl auch, respektierten ihn so sehr, als Politiker, Autor, Herausgeber später, weil er Herz hatte, nicht nur diese Schnauze, die er an sich selbst so gern feststellte. Kanzler der Kanzler der großen Tafelrunde.

Am Tisch mit Adenauer, Erhard, jenem Mythos Willy und dem Einheits-Macher Kohl. Dann der Mann und das Meer. Den Kopf hoch oben über den Wellen der Zeit. Der Souveränste: Taff, maßstäblich, bedeutend, stur, hoch intelligent, die ständige Vertretung der Ethik und Verlässlichkeit (ein Punk nur, was das Rauchen anging) im Bundestag, im Land. Man hatte gedacht, er hört nie auf. Und dann geht er doch und man ist traurig, als hätte man jemanden verloren, den man gut kannte. Einen der Letzten mit Esprit, mit Haltung, mit Eigenständigkeit. Steinbock-Sonne, mit der man Welt und sich selbst formiert, wenn alles rundherum bricht, auch da, wo ihm die eigentlich nicht sterbliche Liebe wegstirbt und er weiterlebt. Der Zurückbleibende, war in den letzten Jahren immer noch bei sich, als Loki nicht mehr war. Ein unantastbarer R-Merkur im Quadrat zum Mond als kämpfende, erneuernde Unterlage. Definiere Gefühl. Man denkt sich weiter. Da hatte er 2010 Pluto-Konjunktion auf Sonne hinter sich und Saturn Quadrat Sonne, als ihn dieser Tod seiner Frau kostete, was er eben kostete. Viel sagt uns Astrologen Neptun-Chiron im Transit über seinen Uranus. Was er dachte, wusste man beim Retro-Merkur nie wirklich. Aber sehen konnte man Bruch, Graben, doch. Was für eine Aufgabe: Die Finger immer an den Zahnrädern, bei der Reparatur, Jungfrau-AC. Aber er selbst darf sich ja nicht anpassen mit Uranus in 6. Er muss den Kreis quadrieren.

Schmidt war ein Ausnahme-Mensch. Einer, der zu seinen Ansprüchen stand, wie viele mit der Jungfrau-Schütze-Schere auch ein ziemlich scharfer Kritiker. Er brachte die Dinge auf den Punkt. Einatmen, ausatmen. Von der Größe in die Relativität. Wie die Sache mit der neuen Lebensgefährtin, die er doch noch einmal fand (Schmidt Schnauze und die Liebe), als Pluto zwingend auf seiner Geburts-Venus stand und Uranus im Quadrat dazu. Die Blitzschlag-Konstellation. Jeder gönnte es diesem Mann, der sonst so pur und sachlich und kopfig sein konnte. Voller Maßstäbe, selbst gewachsen zum Maßstab. Schon da, als vor drei Jahren durchschien, dass er sich neu "verliebt" haben könnte, war das eins der besten Beispiele dafür, wie Saturn in einem Chart konstruktiv funktioniert. Ohne Überstände. Ob er denn einen neuen Menschen in seinem Leben habe, fragt Giovanni di Lorenzo (Fisch wie Loki) ihn. Ja. Ob sie denn wohl auch seine Partnerin sei? Ja. Und? Nichts sonst. So war Schmidt. Er log nicht. Erzählte keine Stories. Trug der Realität und ihren Ansprüchen Rechnung. Nichts als die Wahrheit. Weniger auch nie. Und kurz und hanseatisch bis zum Kragen. Wenn es sein sollte, wenn er wollte.

Pluto in 10 Opposition Sonne, das Zerreissende der Tiefen, die nötige Kontrolle über das, was ins Licht will und nicht darf. Besser 1:1 dann doch: die Faktenlage. Dass der leidenschaftliche Fokus des Skorpion-Herrn auch in Spannung zur Venus stand, ist eine andere Sache. Gut sah er aus, der Herr Schmidt, in seinen besten Jahren. Charismatisch war er, und bestimmt nicht unberührbar. Nicht Womanizer wie Brandt. Aber Womanizer. Flirty erst sichtbar mit über 90, wenn ihm eine Journalistin wie Sandra Maischberger (Jungfrau, auch sonst mit ähnlichen Planeten-Lagerungen) gut gefiel. Immer mit Stil. Sonne-Venus, die Eleganz der Direktheit. Nur hier, unter Steinbocks Fittichen, den Zentimeter karger als anderswo. Knapp. Es blinzelt.

"Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen!" (Schmidt via NDR)

Horoskop Helmut SchmidtGanz klar, selbstredend war gerade er mit dem extrem weitsichtigen Schütze-Merkur selbst ein natürlicher Visionär. Bloß dem traute er wirklich nur, wenn seine Sonne all das dann auch umsetzen konnte. Eine begnadete Folge, Logik. Schütze-Steinbock aus dem Kreis. Macht zusammen einen König, der Kaiser werden kann, den Jupiter-Saturn. Nie traumverloren, sondern im Leben lebendig. Schmidt, der Macher, der Realisator, der fragte: "Wo steht hier das Klavier?", bevor er im Kopf Noten malte. Vielen hat er so oder so ganz viel an Wahrheit und vor allem Standing vermittelt. Die klaren Linien und Konsequenz der Steinböcke. Und noch mehr bedeutet, obwohl er beileibe nie wollte, dass man ein Gewese um ihn macht. Saturn hebt ab von der eigenen Person, es sei denn, man achtete sie gar nicht. Dann kann er kurze, harte Schläge verteilen und dem Leben mit einem schmerzhaften Rüffel zeigen, wer auch noch bestimmt. Die Brisanz eines Selbst, das unendliches Bemühen an den Tag legt. Sonst achtet der Altkanzler wenig auf sein Wohl, es sei denn im Sinne seiner Gaben des Ökonomen. Abwägen, Kosten, Nutzen. Auch er war ja unbedingt ein privater Mensch im Öffentlichen, wie so viele mit 4. Haus-Sonne (rechts, Quelle Astro-Databank, Rodden Rating AA).

Seine letzte Liebe Ruth Loah kannte er schon lange, mehr als 5 Jahrzehnte. Sie ähnelte Loki - so viel Ordnung musste sein und war jetzt mit Susanne, der Tochter, im Haus als er starb. Als er sich in den nächsten Zustand schlief, nach vielen Krankheiten, Belagerungen, letzten Belästígungen durch das Unwägbare. Das Alter, das man in seinem Alter immer "gesegnet" nennt. wobei es das Gegenteil ist. Er hatte keine Schmerzen, sagte sein Arzt, hatte einfach keine Lust mehr jetzt, das Leben aufgegeben. Unfrustriert. Wo er bis zuletzt so da und wahr und immer weiter seinen Meinungen verpflichtet war. Und von allen ernstgenommen (auch Ernst ist saturnisch ein Topos) und befragt wurde. Also erklärte er ihnen allen weiter das Leben, die weit nach ihm kamen. Dann geht, bei den bescheidenen Seelen, irgendwann einfach das Licht aus. Wer immer dann um sie trauert, wer immer sie vermisst. Ihre Ordnungen des Daseins, die auch für andere die Welt stets etwas einfacher machten. 

"Wer mit 18 Jahren Politiker werden möchte, der kann mir gestohlen bleiben." (SZ)

Steinböcke sind die Erfinder der Alterswürde und des Prinzips Simplify. Und dieser Schmidt ist und bleibt sich darin treu. So klar. So endgültig. Sonne-Pluto-Opposition zu all dem Saturnischen. Drum prüfe, wer sich ewig an was bindet. Und dann halte man es felsenfest. Hätte der Kanzler nicht den unbändig intuitiven, erhöhten Jupiter in Krebs in 11 gehabt und den Neptun so visionär dort dazu, dann wäre seine Politik vermutlich uninspiriert und spröde gewesen. So konnte er rebellisch werden, wenn er musste, weil das Leben danach fragte. Nie die Menschen, die Imagepflege brauchten. Nie etwas, wenn er sollte, was er nicht einsah. Als 1962 die große Sturmflut über Hamburg kommt, hat Innensenator Helmut Schmidt, der geborene Krisen-Manager, Pluto eng auf dem AC und Uranus auf Saturn. Er ist es, der dann plötzlich zum Kopf in all dem überflutenden Chaos wird und gerade zieht, was schon verloren scheint. Ein Steinbock, der sich in der Not selbst politisch dazu ermächtigt, zu tun, was zu tun war, weil es keiner sonst tun konnte. Herr Schmidt, allein zuhaus. Der damit die von ihm so geliebte Konvention sprengt. Dass er sie so unkonventionell rettete, mit seinen Beziehungen, indem er Katastrophenschutz und Heere von Helfern und Beziehungen holte und einsetzte und alles entschied, das haben ihm die Hamburger nie vergessen. Jungfrau-AC sieht den Wassern der Fische gegenüber beim Fluten zu und legt die Sümpfe dann trocken. Ja, was denn sonst? So war das da, so ist es später. Schmidt bricht mit allem, was zu brechen ist, wenn die Tragödien drohen. Jungfrau ist so schnell im Tun, im Lösen.

"Ich bin in Schuld verstrickt!" (Schmidt via ZEIT - ein wunderbares Interview über die RAF-Ereignisse damals)

Helmut SchmidtEr ist selbstkritisch. Er nimmt sich persönlich als Teil der Geschichte. Im deutschen Herbst ist er Kanzler, der all das bezeugt und bearbeitet, was aus dem Ruder läuft. Neptun wandert auf Schmidts Merkur zu. Was für ein Kraftaufwand, die Verwirrung zu durchblicken. Fehlwahrnehmungen, falsche Entscheidungen drohen. Es passiert an einem Mars-Jupiter-Tag (der steht kurz vor Schmidts Pluto), dass die RAF als 'Krönung' ihrer Anschläge Hanns Martin Schleyer entführt. Das wird eine Grenz-Erfahrung für alle, auch für den Politiker an der Spitze des Landes, der nun zum lebendigen Saturn mutiert. Denn dem Druck des Pluto darf, will, kann er nicht nachgeben. Wenn einer immer die Grenze kennt, dann Steinbock. Ein politisches und menschliches Trauma beginnt für das Land und den Regierungschef, als er im Transit Pluto-Jupiter hat. Dämme brechen. Und er erklärt später, dass er keine Erinnerung mehr daran habe, wie all das war. Es hätte schlimmere Zeiten für Deutschland gegeben. Der Schütze-Merkur, der im Rücken der Sonne sitzt (im 12. Zeichen von ihr) verdrängt auch, wenn alles sich denn wieder ordnet und das Licht leuchtet. Es muss eine entsetzliche Phase gewesen sein. Ordnen, Ordnen. Alles ausser Kontrolle. Der Mann kam da richtig mit seiner Bereitschaft zur Verantwortung - denn wenn das Leben es braucht, konstelliert es manchmal diese Glücksfälle, indem es Füger schickt.

Schmidt steht das ganze bittere Programm. Er öffnet sich für die Schläge des Lebens. Er setzt in der Not ständig seine Jupiter-Qualitäten ein. Auch wenn er sich spröde anhört. Er geht weiter. Nie hat er, so hört man, sich von Journalisten die Fragen vor den Interviews schicken lassen, wie die anderen Politiker. Zur Absicherung. Er war der Schütze-Merkur. Die Vision, die er als behandlungsbedürftig erklärte. Er war ein Paradoxon. Ein Seher. Der lange Arm der Souveränität nicht nur in der Ölkrise, beim extrem umstrittenen Nato-Doppelbeschluss, als Shooting-Star in Bonn, Minister dies und das. Wo er Fehler machte. Und dazu stand. Und sie analysierte. Er sucht auch den Durchschnitt, weil er alles, nur kein Durchschnitt ist. Und ein nicht übertriebenes Echo. Er sucht eigentlich sich, hinter seiner Sturheit. Den Mond, der ihn zieht. Geh durch die Angst, geh durch Jungfrau.

"Falls eines Tages die Historiker zur Meinung kommen sollten, er hat seine Sache anständig gemacht, bin ich zufrieden!" (Schmidt im WDR)

Er liebt das Klavier. Er ist arrogant bis hin zu eitel, sagen die, die diese Sorte Klarheit nicht verstehen, nicht begreifen, dass er mit seinen Vorzügen genauso wahr umgeht, wie mit den Nachteilen der Gegner. Dass hier Schwarz und Weiß abgespiegelt wird und er eher noch untertreibt, was seine Talente betrifft, die er vielleicht gern, vielleicht auch nur unverlogen zeigt. Als das Misstrauensvotum seine politische Karriere in Bonn beendet und Kohl kommt, hat er seit einiger Zeit erst die Verwirrung von Neptun auf Merkur hinter sich. Vielleicht ist Helmut Schmidt erleichtert. Er wird ja weiter politisieren. Seine Liebe Loki teilt mit ihm Gespräche, ist sein Publikum, wenn gerade kein anderes vorhanden ist. Selten. Sie setzt ihm vier Fische-Planeten (auch Sonne, Mond und Mars) ins 7. Haus und die Venus nach 8. Helmut Schmidt hatte mit ihr, was er hatte und er stand, wozu er stand. Sie besaß gesundes Gottvertrauen. Er eher nicht. Recycling der Zellen nach dem Tod in "irgendetwas" war ihm unheimlich. Dennoch meinte er: „Ich nenne mich einen Christen und bleibe in der Kirche.“ Was sonst als ein Glaube - wie und woran immer der gehangen haben mag bei diesem sicher beheimatenden, grenzüberschreitenden, seltsam weichen Schütze-Merkur. Retro geht das Denken in sich, bleibt geheim letztlich. So viel Merkur da auch schwätzt und erfindet an Philosophien und ewigem Kreisen um die Welt.

"Politik ist in gewisser Weise ein Kampfsport! Und das macht mir auch Spass!"

Schmidts Jungfrau-Mond in 1 ist eben ein Fighter. Er kommt aus 11, wo Jupiter sitzt und die Weltbilder weit werden, gerade da, wo sie national sind. Er brauchte auch darum, wegen des emotionalen Schwankens (Frau Luna schwankt überall und besonders gern in den Selbst-Häusern) die kleinen und großen Ordnungen im Leben, nicht im Denken. Drum musste alles seine Richtigkeit haben. Alles übersichtlich sein. Alles sich strukturieren lassen. Auch wenn das Leid die Schmidts trotz Haltung und geradem Rücken ebenso verfolgte, privat, wie jeden anderen: Mit Loki, die unter (s)einer Affäre (wie spät bekannt wurde) 1966 sehr gelitten haben soll (sie hatte damals Saturn und Chiron, die "Untröstlichkeit", auf ihrem Fische-Cluster und er Pluto Quadrat Merkur) kam Tochter Susanne. Aber die Schmidts hatten auch 6 Fehlgeburten. Das Leben sträubt sich manchmal heftig gegen all die Geradheit der Erd-Prinzipien. Wie Schmidt dann mit dem Chaos schwimmen konnte, wie sich seine Neptunischen Anbindungen zeigten, belegt sein Umgang mit dem Terrorismus - als wieder keinerlei üblicher Ansatz zog, lockerte Schmidt die Zügel, auf einen festen Saturn-Boden und ließ brainstormen. Um dann die wirren Ideen (Mann für Mann erschießen) auszuhebeln. Und neu zu denken: 

"Aber ich hatte den Eventualgedanken, möglicherweise hat jemand ’ne verrückte Idee, wie man die Terroristen irreführen, wie man sie in eine Falle locken könnte. Wobei für mich das Gesetz in der ganzen Zeit immer eine unverrückbare Grenze war. Wir haben ein oder zwei Gesetze geändert, aber nicht par ordre du mufti, sondern durch Gesetzgebungsbeschluss des Bundestages, das heißt in einer verfassungsmäßig einwandfreien Weise." (Schmidt via ZEIT)

Combin Helmut Loki Helmut Schmidt (rechts sein beeindruckendes Combin mit Loki) war einfach einer, der auch der Bequemlichkeit zuliebe nie weglügen wollte, was ist. Selten in diesen beliebigen Zeiten, in denen Verdrängung Kulturgut ist. Lieber stellte er sich der Umwelt, nackt wie sie war, mit ihren elenden Ebenen, um zu tun, was Steinbock tut: Ackern, vorwärts gehen, Schritt um Schritt. Er konnte bewältigen, sich an Herausforderungen schärfen. Die Jungfrau-Aszendenten haben nun aber fast immer mindestens eine große Angst (um bei der Wahrheit zu bleiben, die Neptun am DC von ihnen fordert, eher viele Ängste). Mit dem Herrn des aufsteigenden Zeichens in 4 im Schützen mag sich Helmut Schmidt zwischen all den zu polierenden Defiziten, die ein 6.phasiger Perfektionismus wie seiner sucht, den Tälern der Fehler und Forderungen nach Rettung wegen seines so umfassend anderen Denkens wie ein Alien in einem Teich von Grottenolmen gefühlt haben.

Auch die Steinbock-Sonne prädestinierte ihn in 4 nicht gerade dazu, anderswo als zuhause wirklich sicher zu sein. Aber gegen die Unwägbarkeit gibt es für Menschen wie ihn eben die Formen. Die Strukturen, die er für sich schuf (immer schnell, zügig, arbeitsam ganz oben und dann in den Höhen der metaphorischen Berge aufgehoben, die er mühsam erstiegen hatte) sicherten ihn auch ab. Wie er sich um die Welt und die Welt um sich organisierte. Immer da, wo Not am Mann, an der Frau, am Denken war. Die Realität des Jungfrauhaften regiert eben an den Orten, wo das Chaos der Fische den Untergang oder die Leere zu zeugen sucht. Umso mehr spürt man das, wenn man selbst mit dem Mond vorn empfindsam und angreifbar ist wie Schmidt. Man wird dann seine Rolle, das Wesen der Stabilität in jeder Zelle ausfüllen und jedes Loch weiter stopfen, was droht, zum Krater zu werden. Denn Jungfrau dient und zwar der Nutzung und Verwertung dessen, was das Sein ihr anbietet. Jedoch wird man auch immer wieder seine eigene Brechung vollziehen, wenn man wie Helmut Schmidt ist. Was nicht viele von sich sagen können, denn das fordert mehr als die gerade hoch moderne Beliebigkeit. Ja, unendliche Selbstkontrolle und Kraft. Die scharfe, lichte Klarheit einer Position, die Unbequemlichkeiten als Herausforderung empfangen und gerade dann besser als sonst bearbeiten kann. 

"Helmut Schmidt hat in den letzten Jahren gern einen Vers des amerikanischen Dichters Robert Frost zitiert. "The woods are lovely, dark and deep, But I have promises to keep, And miles to go before I sleep, And miles to go before I sleep." (ZEIT)

Er war der geheime Strandgänger, Liebende, Elbläufer, Mensch unterm Himmel. Steinbock ist das Schwere leicht und das Leichte schwer. Darum war es vielleicht auch Saturn, der diesen speziellen, eckigen, genialen Menschen in 4 Schütze nun über den ganz großen, den weltlichen Horizont hinweg, nach Hause holt. Helmut Schmidt geht in die Weite, den Schützen, als sein Sonnen-Herr das IC noch einmal überschritten hat und im Privaten endgültig aufräumt. Es war ein langes, gutes und womöglich auch sehr schwieriges Leben voller Disziplin. Das ist spürbar. Möge man sich oft an seine Verwurzelungen, seine praktischen Lösungen, seinen Kopf, sein Herz und seinen Mut erinnern. Möge ihn die Erde sicher betten. Mögen die Wasser ihn in die Unvergänglichkeit tragen und seine Gedanken mit dem Wind fliegen und sein Feuer viele Funken zünden. Auf Wiedersehen, Helmut Schmidt, Herr Kapitän!

Bild (bearbeitet): Bundesarchiv, B 145 Bild-F048646-0030 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA 3.0+ Bundesarchiv, B 145 Bild-F061600-0030 / Wienke, Ulrich / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

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Original-Artikel von www.astrologie-zeitung.de
Autorin: Susanne Riedel Plenio

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