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Loop! Astrologie-Zeitung

Der glücklichste Mann der Welt?

Glück ist bestimmt keine Sache von 256 Sensoren, mit denen ein Kopf verdrahtet wird. Aber manchmal begreift Wissenschaft erst durch solche Messungen, was andere einfach erleben. Matthieu Ricard (von Zeitungen auch "Mr. Happy" genannt), französisch-stämmiger Mönch, Philosoph und Lehrer des tibetischen Buddhismus, ist sozusagen offiziell erforscht so etwas wie der "glücklichste Mensch der Welt". Die Ruhe, die er ausstrahlt, kommt wohl weniger von der Wassermann-Sonne auf Spitze 8 - eine Rolle spielt aber vielleicht die hoch sensible Krebs-Betonung in 12 mit Mars und dem festigenden Saturn. Aus den Tiefen des fühlenden Mond-Wassers, wie sie viele östliche Weise in ihren Radix-Bildern mitbringen, schöpft auch der Dalai Lama, ein Doppel-Krebs, der bald 80 wird und für den Matthieu Ricard schon lange übersetzt. Es braucht eben Mut, die eigene Gefühle bewusst durchzustehen, um die extreme Stärke des Mondigen (auch in der Selbst-Besessenheit) zu überwinden und in Mitgefühl zu verwandeln.

Wirklich zu fühlen also (statt nur zu denken), wie es den anderen geht, und das Dunkel, das emotional immer wieder entstehen kann, "zum Wohle aller Wesen" in sich hell zu machen. Jeder einzelne zählt, der anders mit den Schwierigkeiten des Lebens umgeht, sie friedlicher und trotzdem klarer beantwortet, und damit manchmal sogar Schneeball-Effekte auslöst. Zumindest bei staunenden Merkuren/Wissenschaftlern. Oft haben die großen buddhistischen Lehrer ganz ähnliche Konstellationen in ihren Geburts-Bildern wie "hochsensible" Menschen, die viel durchlässiger als üblich für Eindrücke aus dem Gefühlsbereich und Empfindungen anderer sind. In diesen Horoskopen derer, die schon als Kinder einen fast zerbrechlichen Radar für das Dasein entwickeln, findet man meist mindestens einen von zwei Bereichen stark ausgeprägt: Der lunare Typ der Hochsensiblen hat eine deutliche Wasser-Prägung in Zeichen, Häusern und/oder und Aspekten (vielfach starke Monde und dazu andere dominante, persönliche Neptun-Verbindungen). Der merkurisch-neptunische Typ dagegen weist eine starke Jungfrau-Fische- oder 6./12. Haus-Betonung auf, mit sehr scharfen Sinnen, auch über Aspekt-Verbindungen. 

Dann gibt es Menschen wie den Dalai Lama, die beides vereinen und mit einer überdeutlich ausgeprägten Hyper-Sensibilität aufwarten. Das ergibt dann eine fast schon schwebende Empfänglichkeit, die seelisch-geistig Ungeschulte hierzulande oft extrem auszehrt. Sie profitieren vielleicht am meisten von Erkenntnis-Schulungen, wie der des tibetischen Buddhismus. Wie klar sich deren Übungs-Techniken und der altruistische Welt-Zugang auf die Fähigkeit auswirkt, trotz des allgegenwärtigen Leids der Welt Glück zu empfinden, begriffen die Wissenschaftler an der Universität von Wisconsin erst über Daten und Fakten. Matthieu Ricard war eins ihrer Versuchs-Kaninchen, an denen sie über Meditation, Zufriedenheit und Hirnströme forschten.

Zwar hatte man nach Studien an einigen Mönchen bereits hohe Erwartungen gehabt. Auch Astrologen ahnen angesichts von Ricards lunarer Dominanz mit Mond in 1 und dem Mars-Neptun von 12 nach 3 bei sonstiger Luft-Feuer-Lagerung, dass hier eine Anlage für mentales Training mit guten Ergebnissen vorliegt, aber: Ricards Gehirn erzeugte bei der Meditation über Mitgefühl einen wirklich erstaunlichen Grad an Gamma-Wellen (die ein Höchstmaß an Bewusstsein belegen). Dass seine Werte so ausgeprägt sein würden wie nie zuvor in der wissenschaftlichen Literatur, hatte niemand gedacht. In seinem Kopf fand sich die "Funktion" der Stille abgebildet, wie sie sich erweitern kann, wenn man den Strom der Gedanken nicht mehr für wirklich hält und ununterbrochen atemlos auf selbst-fabrizierte Ansichten reagiert.

Man entdeckte cerebral gewissermaßen einen Anker des Glücks, das viele von uns so sehr suchen. Nun ist Leben aber leidvoll. Ausgerechnet die "erste edle Wahrheit" Buddhas (stark mit Fische-Themen verwandt). Aber es gibt Wege, sich aus dem Leiden zu befreien. Der Prozess fängt im Kopf, mit Verstehen und Denken an, was sich an Menschen wie Matthieu Ricard, die diese Wege üben, dann tatsächlich auch wissenschaftlich erweist. 

Auch wenn man annimmt, dass Luft- und Feuer-Sonnen mit einem Standort im Geistigen und Energetischen im Zentrum ihres Wesentlichen einen natürlicheren Zugriff zu den Theoremen der Bewusstseins-Schulung haben als Wasser und Erde: Ricards "Vorstellung" war sehr beeindruckend. Selbst bei größtem Abstraktions-Vermögen über die Zwillinge/Schütze-Ebene braucht es jedoch immer auch noch eine starke Fähigkeit zum Leiden selbst, um Mitgefühl überhaupt erzeugen zu können. Damit Mensch ahnen, wissen, leben kann, was Glück ist, benötigt er ein tiefes Gespür für das Gegenteil, zu dem es meist nur dann kommt, wenn man selbst Leid erfahren hat. Kardinales Wasser ist dafür sehr nützlich. Fixe Betonungen (besonders von AC, Sonne, Mars und Mond) verführen einerseits gleichzeitig dazu, an Konzepten extrem starr festzuhalten, aber sie geben dann andererseits auch wieder den nötigen Biss, sie wiederum zu überwinden, wie ihn Kardinal und Veränderlich nicht dauerhaft hat. 

Matthieu Ricard nun hat Luft, Wasser und Feuer im Horoskop, aber Null Erde. Weder im Zeichen, noch im Haus. Und damit eine absolut ungewöhnliche Anlage mit Blick auf die Umsetzung von Mitgefühl und Achtsamkeit. Vermutlich war die Abstraktion, die für das Verständnis der tibetisch-buddhistischen Auffassung von hilfreichem Handeln so wichtig ist, für ihn immer spielend erreichbar. Denn wir sehen hier einen sehr intelligenten Mann mit großer Hingabe, aber vor allem einem intuitiven Verständnis von allen Systemen und Konzepten.Sein Radix (links, via Astro-Databank, Rodden Rating AA) ist astrologisch eine dankbare Mischung, zumal es ansonsten hat, was der mentane Schulung Vorschub leistet. Die Wasser-Faktoren über Zeichen und Haus stark, dazu Krebs-Mars im Fall, der sich früh hoch impulsiv und damit negativ bemerkbar machen dürfte. Sodass man eine Lösung für die unterschwelligen Impulse finden muss. Die, von Saturn noch einmal mehr in der Aggression gedrosselt und gleichzeitig durch den Herrn seines Erhöhungs-Zeichens damit auch in die Konstruktivität versetzt werden.

Darüber ist Ricard als Wassermann-Sonne ein Rebell, selbst Wissenscaftler (Molekular-Biologe mit Hintergrund in Pariser Intellektuellen-Kreisen, Sohn einer Künstlerin, stark von der Mutter geprägt, und eines berühmten Philosophen). Zu Vollmond geboren und mit diesem heftigen Einfallstor für Wunden, dem Chiron am IC, und Jupiter als Vergrößerer selbst mental verwundbar und ungeheuer offen für die geistigen Prinzipien des Leidens. Wie sie für den Buddhismus als Erkenntnis-Grundlage eine so bedeutende Rolle spielen. Viel mehr als eine Religion ist Buddhismus ja eine Wissenschaft des Geistes.

In der buddhistischen Weltsicht gibt es drei Arten von Leiden, von grob bis sehr, sehr fein:

  • das Leid des Leidens - der grundlegende Schmerz des Seins also, da wir nun mal einen Körper haben. Damit sind Schmerzen von Körper und Seele gemeint. Das Leiden, das wir alle kennen. "Ohne diese Art des Leidens ist Leben einfach nicht zu haben." (BUDDHAWEGE)
  • das Leid der Veränderung - eine feinere Unterscheidung, die damit zu tun hat, dass wir alle eine "Wunschnatur" haben. Bedürfnisse gehen eigentlich nie zuende und bin ich gerade glücklich über die Erfüllung von etwas, nach was ich gegriffen habe, taucht garantiert in der nächsten Minute wieder etwas auf, was fehlt. Das schafft noch mehr diffusen Schmerz.
  • das Leid der Bedingtheit. Die letzte Art des Leidens ist sehr subtil und erst zu begreifen, wenn einen die ersten beiden Arten des Leidens aus ihren Kreisen lassen, dann, wenn Mensch bereits an den Aufgaben des Lebens gereift ist und spürt, was darunter liegt. Probleme, die mit Identifikation zusammenhängen. Bis hin zu Idee, das ich ein festgelegtes kleines Ich bin, dessen Sein nicht von Rollen, Zu- und Umständen abhängt, die es umgeben.

Sich darüber klar zu werden, lehrt nicht nur jemanden mit denksystem-hungrigem Merkur und Sonne in 8, wie aus dem Terror des ständigen Suchens nach Erfüllung (und den vom Denken konstruierten Wegen dahin) über Achtsamkeit (= reiner und wertfreier Beobachtung dessen, was ist) erst eine gewisse Ruhe im Kopf und dann wirkliche Gelassenheit werden kann. Die Voraussetzung für Glück. Wie es sich messen lässt im Hirnscan, zumindest. Dass letztlich die Qualität des Moments sich immer der Messbarkeit entziehen wird, da sie von weitaus mehr abhängt, als dem Klicken der Synapsen und deren Theoremen, wird jedenfalls den Wasser-Betonten unter uns intuitiv genauso klar sein, wie die Luft-Typen es brauchen, dass eine Idee, ein Modell, ein Sinn bestimmter Zugänge zur Welt übertragbar ist.

Viele der späteren buddhistischen Lehrer und Tuklus (Wiedergeborenen) sind psychologisch gesehen früh "Knaller". Wilde, nicht einfach zu brechende Menschen also wie du und ich, die sich leicht im Leben verfangen, wenn sie keine Anleitung haben. Typen von beträchtlichem Magnetismus und Charisma, die oft schon früh ins Leid eintauchten, indem sie sich am Leben rieben und immer wieder mit ihren Ecken und Kanten Verletzungen am Dasein holten. Auch bei Ricard bemerkt man, dass er nicht immer der friedliche, fröhliche Weise war, der Welt sehen und vorüberziehen lassen kann.

Ihn dominiert ja auch vielfach der Wille (mit der Fixbetonung und dem Pluto am AC und Sonne in 8). So jemand muss erst einmal heil durch die Mühle der Ermüdungen im "Daseins-Kreislauf" kommen, zumal, wenn er im Elfenbeinturm des 12. Hauses auch noch die Garantie für größte Empfindlichkeit hat. Aber er überwindet die ewigen Wiederholungen nur dann, wenn er einen Zugang findet, mit dem er die vielen menschlichen Bedürfnisse, die durch eine solchen Mix noch stärker sein können als sonst, handhabbar, lebbar machen kann. Ohne ständig weiter sich und andere zu verletzen. Wer, wenn nicht so jemand, mit unglaublich aufflammendem Wollen und der Durchdringung der Traumata im Gepäck wird das dann später lehren können?

Diese spürbare Tiefe, die nur Leiden schafft (Ricard hat auch den Chiron eng am IC; also quasi mit der Muttermilch bereits die Wunde der Menschheit als Prinzip  eingesogen), braucht ein späteres Weitergeben der Unterstützung durch Geistes-Training. Die tibetischen Lehrer haben sie alle. Weil sie hindurchgegangen sind und diesen anderen Ansatz an ihrem Alltag, in ihren Köpfen überprüft haben. Dann tauchten sie ein, in das kontrollierte Spiel mit der feinen und konstruktiven menschlichen Empfindung und entwickelten mit viel, viel Übung ein Bewusstsein, das nicht nur Selbst-Kritik, sondern auch kritisches Hinterfragen jedes reinen Glaubens fördert. Der macht im Denk-System des Buddhismus nur Sinn, wo er Ergebnisse bringt, irdisch, und dieses Leben lebbaer macht - vor allem auch für die, mit denen wir uns umgeben: 

"Glaubt nicht dem Hörensagen und heiligen Überlieferungen, nicht Vermutungen oder eingewurzelten Anschauungen, auch nicht den Worten eines verehrten Meisters; sondern was ihr selbst gründlich geprüft und als euch selbst und anderen zum Wohle dienend erkannt habt, das nehmt an.“ (Der Buddha)

Neben dem intensiven Wert der Gammawellen, der die Forscher bei der Untersuchung des buddhistischen Schülers und Lehrers Matthieu Ricard zum Staunen brachte, entdeckten sie bei ihm auch eine dominante Aktivität des linken Hirns. Dort arbeitete der präfrontale Cortex, der mit Aussteuerungs-Fähigkeiten zu tun hat, extrem unkonventionell dominant. Womit dann Glücks-Empfindungen die in den letzten Jahren so sehr in Mode gekommene, aber leider auch oft mit viel Leid verbundene hoch kreative Rechts-Hirnigkeit (Künstler-Mentalität) regelrecht übertönten. Interessanterweise nämlich bringt die Stärke des rechten Gehirns (vorverbal, emotional vernetzend) sonst bei den "Fühlern" unter den Menschen oft einen negativen, weil damit leid-empfänglicheren und durch starke destruktive Gefühle präg- und erschütterbaren Grundzustand des Seins mit. Weshalb aus genau diesen Typen dann oft die ewigen Sucher werden, die mondig, plutonisch oder neptunisch auf ihren Süchten und Sehnsüchten wie auf einem Meer in zu kleinen Booten schwanken.

Betrachtet man die große Mehrzahl der menschlichen Probleme, sowohl im Persönlichen als auch auf der Ebene der gesamten Menschheit, dann sieht es ganz so aus, als rührten sie von der Unfähigkeit her, echte Fürsorge für andere zu empfinden und sich an deren Stelle zu versetzen. Gewalt ist unvorstellbar, wenn jedermann ehrlich auf das Wohl des anderen bedacht ist. (Matthieu Ricard)

Hier spricht eine 8. Haus-Sonne, die durch die Selbst-Bezogenheit ihrer Schmerzen hindurch gelangt und gereift ist, und bei der Verbindlichkeit der Beziehungen zum Du ankommt, bei gelebter Erfahrung. Ein Ergebnis unermüdlichen Übens und der Selbst-Erziehung zum Altruismus und Klarheit im Kopf. Auch nach Ansicht der Wissenschaftler spricht nun die Lagerung des französischen Vertrauten des Dalai Lama für ein absolut ungewöhnliches, intensives Glücks-Empfinden durch die Identifikation mit Positivem. Nicht künstlich erdacht, wie Luft das kann, ohne Anbindung an die weggedrängten Empfindungen des Wassers, sondern durch neue Geistes-Spuren, die durch ständiges Üben in der Meditations-Praxis gelegt werden und sich irgendwann selbst vervielfältigen. Analog zu seinem Geburtsbild: Löwe am aufsteigenden Zeichen (wo die bewusste Durchsetzung stark ist), mit dem "spielenden" Mond und Sonne-Venus-Jupiter als Trigon in Luft. Weshalb vielleicht etwas wie Glück geistig erzeugt, mental fokussiert, konzentriert und willentlich gehalten werden kann. Kein Wunder, dass der Franzose schon viel früher ein gleichnamiges Buch geschrieben hat ("Glück") und darin feststellt: Glück ist nicht etwa nur ein Geschenk, sondern man kann es lernen. Der beste Beweis ist Ricard selbst.

Das Knirschen des Lebens, in dem wir alle uns immer wieder so schnell verfangen, so inständig wir auch bemührt sein mögen, uns Glück zurechtzudenken, fängt jemand wie der westliche Mönch auf, indem er sitzt. Und übt. Was? Sich selbst nicht als Nabel der Welt zu sehen. Auf andere zu achten. Weniger zu urteilen. Der Welt nicht die eigenen Gedanken anzulasten und sie dafür büßen zu lassen. Weniger im Recht sein zu wollen und zu warten, wo sich dann eine ursprüngliche Frische, ein Leuchten neuer Sicht von allem und jedem zeigt. Ricard studiert seit fast 50 Jahren mit dem buddhistischen Ansatz.

Sein "richtiges Leben" fing, wie er immer sagt, auch erst am 2. Juni 1967 an, als er zum ersten Mal nach Indien reiste und dort dem Lehrer Kangyur Rinpoche begegnete. Damals war der Franzose erst 21 Jahre alt und Neptun lief in Spannung zwischen seinem Mond und seiner Sonne. Die Auslösung dieser Vollmond-Geburts-Konstellation durch den vorzeitlichen Herrn der Fische brachte eine Art Wiedererkennen des Schicksals mit. Anders kann man es wohl nicht nennen, was das Leben des Franzosen ab da völlig veränderte. Danach lernte, lebte und arbeitete Ricard mit den wichtigsten Lehrern des tibetischen Buddhismus, unter anderem als Übersetzer des Dalai Lama Tenzin Gyatso (links mit seinem Vorgänger), mit dem ihn eine spürbare Hingabe verbndet.

Und - wie könnte es anders sein bei einem Vielfach-Wassermann, der seinen ganz eigenen Anteil am Himmel finden soll und muss - Mathieu Ricard gab mit brilliantem Verstand aus all dem Luft-Feuer und dem zarten Empfinden für das Leid des Lebens seinen Zugang zu dem, was er leidenschaftlich lernte, immer auch sehr speziell weiter.

"Du kannst dir deine Erfahrung wie ein brennendes Feuer anschauen. Wenn du dir der Wut bewusst bist, bist du nicht wütend, sondern bewusst. Bist du dir der Angst bewusst, bist du nicht ängstlich, sondern bewusst." (Matthieu Ricard)

Kurz, wir alle entwickeln mit dieser Art von Achtsamkeit für die Vorgänge in unseren Köpfen mit der Zeit zunehmend eine Art "Zeugen" unserer Empfindungen. Hinter den Gedanken, hinter den Ideen, hinter der ewigen Selbst-Berechtigung, die wir wieder und wieder durch Konzepte für unser Sein konstruieren. Dann, wenn wir von einem Ort hinter der Empfindung ohne Urteil auf das schauen, was passiert. Dann kleben wir nicht mehr im und am Gefühl fest, das uns alsbald kontrolliert, sondern sind zunehmend jenseits der Manipuliertbarkeit durch unseren eigenen, meist hyper-aktiven Geist. Dann haben wir Gefühle und sind sie nicht, können sie kommen, aber vor allem auch wieder gehen lassen, ohne sie von ihnen zu den ritualisierten verletzenden Ausdrucksformen aus Angst oder Abwehr gebracht zu werden, die uns selbst oder anderen so sehr schaden. Unter anderem solche Gedanken, die dann zu deutlich merkbar stress-mildernden Wegen werden, stecken in der sehr feinen, starken Geistes-Schulung des tibetischen Buddhismus, die viel mehr mit chronischer Überprüfung der veralteten Weltsicht zu tun hat als mit den oft so blinden Glaubens-Mustern der Religionen.

Mit dem Dalai Lama, der nächste Woche 80 wird, verbindet Matthieu Ricard jedenfalls viel. Man mag gar nicht werten, ob der westliche oder der östliche Mönch nun "glücklicher" sein mag. Aber das ist für diese Lehrer auch weniger ein Thema, da es ihnen letztlich vermutlich kaum um jene Art Glück geht, die Mustermanns sich daunter so vorstellen. Die Spitzenmomente des Daseins also, die eben dadurch glänzen, dass sie nicht andauern. Schön ist, was flüchtig genug scheint, um wieder zu verschwinden. Weil es sonst die Besonderheit verlöre. Über den Buddhismus wird ja auch nicht ein illusorischer, chronischer Zustand der seelischen oder körperlichen Schmerzfreiheit erkämpft. Wer die sucht, wird auch beim Dalai Lama kaum Antworten finden. Denn wir leben zwar in einem "kostbaren Menschenkörper", aber der bedingt eben auch natürlichen Schmerz und Leid, das durch ständige innere Abwehr nur noch verstärkt wird. Wer wüsste das besser als das Gesicht des modernen Tibetischen Buddhismus? Tenzin Gyatso ist leidensfähiger Doppel-Krebs mit Sonne in 1 und einem Erd-Mond-Neptun. Analog zu Ricards Chiron am IC in Luft hat er Chiron in 12 in Luft. Bei beiden berührt deshalb auch der Repräsentant des Leid wie der Heilung die Frage der Ideen, der Lösungen.

Hier wird Schmerz unter anderem ins Bewusstsein gehoben und fließend durch eine andere Form des disziplinierten Bewusstseins aufgelöst. Denn alles, was wird, vergeht auch wieder. Nur die Gäste stehen pochend vor den Türen, denen man den Zugang dauerhaft verschließen will. Angst, Kummer, Sorge, Schmerz. Lässt man sie zu, wird alles leichter. Die östliche Denkweise spricht hier davon, einzulassen, was durch unsere Welt gehen und uns dann wieder verlassen will. Denn Leben bedeutet nun mal Veränderung, nicht Aufhalten. Das ist nicht einfach, besonders für Menschen mit fixen Betonungen. Aber auch für Dominanzen in Kardinal-Zeichen.

Der Dalai Lama repräsentiert gleich beide astrologische Typen der Anlage zur Hyper-Sensibilität auffällig, wie sie dann manchmal, wie im Reflex oder im Schlaf, die Tür zu der buddhistischen Gedankenwelt findet. Viele, die hier ankern, waren tatsächlich zuvor in ihrem Leben auch sehr starke, unbeugsame, powervolle Kämpfer-Persönlichkeiten - wie diese Lehrer. Spezielle Fighter, oft gegen sich selbst, die lieber an der Auseinandersetzung mit den tausend Spleens und Gedanken-Gebäuden der Welt zerbrochen wären, als das Wissen-Wollen, die Wahr- und Wehrhaftigkeit ihres Wesens aufzugeben. Der sehr fein austarierende Waage-Mars des Dalai Lama in 4 balanciert aber bereits mental initiativ den immensen Spannungs-Bogen der Westler aus, die zwischen den vielen populären Licht & Liebe Angeboten ihrer Kultur immer wieder den Weg aus der Breite von Luft-Feuer in die Tiefe von Wasser-Erde suchen.

Denn nur Ausgleich hilft. Kein Extrem. Nur das Unausschließliche stützt. Nur das Relative und das Absolute zusammen, das Oben mit dem Unten, Innen mit Außen beschreibt eine runde, konstruktive Welt, wo sich Seele mit Geist und Körper zu einer aufbauenden Energie vervollständigt. Wie das nun auch wissenschaftlich im Hirnscan als Ergebnis aussehen mag, sagt aber wenig darüber, wie man dorthin kommt. An den Ort des Friedens, der Stille - ein besseres Konzept vielleicht als das des so konzepthaft belegten "Glücks". Das gerade in esologischen Zeiten derart strapaziert wird und zur strengen Daseins-Forderung ausgedehnt, bei der man Klassenbester im Positivismus sein soll, um nicht "versagt" zu haben in der rituell eingepeitschten Entwicklung. Nicht mehr als eine "lächelnde" Blaupause der üblichen anderen "Du sollsts!" des Lebens also. 

Die Buddhisten sehen all das fließender. Weniger muss-tologisch. Auch wenn die Forscher nun viele Bilder vom Schädel des Mönchs Matthieu Ricard haben, dem sie eine abnorme Kapazität für das Glück bescheinigen, wissen sie noch nicht, wie es geht. Wie man dahin kommt, glücklich zu sein. Eins der Kapitel in Ricards Buch "Meditation" heisst übrigens: 'Freiheit durch Selbstbeherrschung". Ein anderes: "Sich nicht mehr mit den Gefühlen identifizieren". Sprich: Es gibt zahlreiche Wege, aber eine große Gleichheit aller im Bemühen. Wir sind als Wesen so viel mehr als das, was wir fühlen oder denken. Es bleibt dahinter der Zauber der Unsagbarkeit. Wir können besser sehen lernen, wer wir wirklich sind, darunter, wenn wir uns gut beobachten. Ohne Urteil. Wenn wir Pluto, den Scharfrichter, stattdessen in all seiner unendlichen, tiefen Kraft zur Wandlung nutzen, zeigt sich manchmal auch das ganze, funkelnde Spektrum jenseits der vielen, vielen angelebten Rollen, mit denen wir uns verwechseln, wie ein glitzernder, facettenreicher Diamant. Und dann scheint es auch vielleicht den Bruchteil einer Sekunde häufiger auf, das Glück, das wir niemals "haben" werden. Aber sein, vielleicht - vor allem auch für andere.

"Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. Dies ist ein Zustand der natürlichen Einfachheit, der im Einklang mit unserer wahren Natur ist und uns erlaubt, die Frische des gegenwärtigen Augenblicks zu schmecken." (Matthieu Ricard)

Daten: Matthieu Ricard (Rodden Rating AA) und Dalai Lama (Rodden Rating A) via Astro-Databank

Bilder (bearbeitet): Konchog (Own work) [Public domain], + Christopher Michel [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)] via Wikimedia Commons + NASA, ESA, and M. Livio and the Hubble 20th Anniversary Team, STScI + Pixabay

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Autorin: Susanne Riedel Plenio

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