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Loop! Astrologie-Zeitung

Tröglitz: Wenn Biedermann Brand stiftet

"Es wurde aber dem Menschen Leben und Weisheit gegeben, um das Fatum oder Lauf der circularischen Götter zu überwinden..." (Tabula Smaragdina Hermetis, 4. Buch).

Manchmal fällt es schwer, daran zu glauben, dass wir uns tatsächlich über das, was die Planeten uns als kreisende Kräfte an Zeitqualität anzeigen, immer wieder erheben können. Und wollen. Und sollen. Wenn wie neulich, in Tröglitz, einem Ort mit äußerst unrühmlicher Vergangenheit, wieder Häuser brennen, ist es vielleicht noch mühseliger, einen mutigen Ansatz zum Leben zu finden. Feuer gegen Fremde - und erneut war Jupiter im Spiel, oft der enthemmteste der Zünder.

Denn er hat immer und überall Breitenwirkung. Schon 1992, vor über 20 Jahren, stand der Ort Mölln auch astrologisch für das, was nicht nur dort, aber dort damals besonders brutal, dumm und ignorant, aus Angst vor dem Anderen so leicht passiert. Eskalationen. Ich (Mars = Feuer) wüte häufig gegen das, mit dem ich mich nicht identifizieren kann. Gegen das D, gegenüber (Freundschaft und Feindschaft im Venus-Prinzip 7, aber auch 2, im Sinne der Selbst-Abgrenzung). Astrologische Konstellationen für Außen-Abwehr finden sich hier immer. Im Fall der Fremden-Feindlichkeit kommt es aber auch oft zu Jupiter-Konstellationen, der ja von Haus aus schon Kolonialherr ist. Einer der beliebtesten Aspekte: Neptun-Jupiter, was man auch als "nichts Fremdes" übersetzen könnte. Oft haben Opfer und Täter Entsprechungen der Verbindung gleichermaßen. Und es gibt speziellere Signale: 

22 - 23° Schütze: Eine Gruppe von Einwanderern, während sie die erforderlichen Einreiseformalitäten beim Einzug in das neue Land erfüllen." (Sabische Symbole via AstroWiki)

Bei Sonne 0° Schütze und dem Nordknoten, der gerade erst über genau diese besagten 22 Grad Schütze gelaufen war und damit laut Sabischem Symbol das Einwanderer-Thema hochholte, wurden bereits in Mölln, bei dem bitterbösen Brand-Anschlag, neun Menschen schwer verletzt und drei starben. Eine türkische Großmutter mit ihren beiden Enkelinnen. Auch in Lübeck 1996, als zehn Flüchtlinge, darunter sieben Kinder, ums Leben kamen, war dieser Grad berührt. Mond stand da auf 22 ° Schütze. Der Grad wird aktuell getriggert, als im braun agitierten, kleinen Tröglitz ein Haus in Brand brennt (rechts, bitte größer klicken!).

Als dort die Bevölkerung in arrogantem, aufschäumenden Unmut enflammt und ein geplantes Asylbewerber-Heim mit Feuer und Flamme zu stoppen versucht, steht der AC ebenfalls um jenen "Einwanderer"-Grad.

Gegen 2 Uhr nachts sei all das in Tröglitz passiert, schreiben die Zeitungen - das macht für den "braunen Sumpf" (ZEIT) in Sachsen-Anhalt in der Brandnacht also erneut ein aufsteigendes Zeichen rund um diese 22° Schütze. Aber all das ist leider überhaupt nicht neu, die astrologischen Anzeiger, die sich in der Metagnose immer wieder häufen, und auch ganz unastrologisch, all die Vorgänge Richtung Rechts. Und manchmal wundert es einen, wie wenig offenbar getan werden kann, gegen diese Tendenzen der Panik-Brandstifter. Unglaubliche 35 Brand-Anschläge auf Flüchtlings-Unterkünfte verzeichnet die Amadeu-Antonio-Stiftung zusammen mit Pro Asyl allein in Deutschland für 2014. Man zündelt und verfolgt also wieder. Und erinnert sich. Im Sinne einer akausalen, über Analogien "arbeitenden" Astrologie sind Zeiten, Räume, Themen ohnehin immer rückbezüglich:

Zwischen 1944 und 1945 befand sich in den Gemeinden Tröglitz, Gleina und Rehmsdorf ein Konzentrationslagerkomplex, der dem Hauptlager Buchenwald unterstand. Bis Ende 1944 wurden tausende ungarische Juden in einem improvisierten Zeltlager in Tröglitz untergebracht, die für die BRABAG Zwangsarbeit verrichten mussten. Das Außenlager „Wille“ war von einer hohen Todesrate gezeichnet. Es war das erste Buchenwalder Außenlager mit jüdischen Häftlingen." (WIKIPEDIA)

Vielleicht auch, weil Uranus im Widder so günstig steht für inflammatorische Prozesse und Jupiter das seit seinem Lauf durch Löwe individueller durch persönliche, vereinzelte Überhebung unterstützt. Schon 1933, am TAG, ALS DIE BÜCHER BRANNTEN, und die Menschen in Berlin gegen das Fremde losmarschierten, lief der AC auf die genannte Schütze-Position nah am GZ zu, Jupiter stand damals prominent an Spitze 9, mit Neptun, im besagten, optionalen Aspekt der Auflösung des Fremden, und dem Mars.

Wie das neben stehende Plakat des Bündnisses "Gemeinsam gegen Rassismus" zeigt, hat das Feuer des Feuers ja in Deutschland keine Tradition, die etwa längst erstickt wäre. Sondern da, wo man sich bedroht fühlt, arbeitet es im Volk durchaus immer noch leidenschaftlich "dagegen", relativ zu dem Grad, in dem sich das Leben spröde oder bedrohlich anfühlt. Gewalt gegen Flüchtlinge ist offenbar wieder en vogue und äußerst entzündlich, nicht erst, seit Jupiter sich mit Pegida im Löwen so richtig wichtig machte.

Immer, wenn sich mundane Aspekte, die lange ein Zeit-Klima prägten, verändern (wie zur Zeit Uranus-Pluto) kommen auch die Themenstränge noch einmal heftig und ganz anders in Bewegung, die da lostickten. Die jetzige Abtrennung des Uranus vom Pluto, bei dem deren mühselige Kampf-Balance zwischen Befreiung und Fixierungen wieder völlig aus dem Gleichgewicht gerät, tut auch hier ein Übriges. Man fesselt sich nicht mehr. Etwas macht sich frei. 

Reißbrett-Ort der Rüttel-Prozesse

In Tröglitz ist die Eskalation nun soweit gegangen, dass der Bürgermeister aus Angst vor Rechten zurücktrat, die vor seinem Haus ihre Märsche proben wollten. Jetzt, nach den neusten Entwicklungen der am Reißbrett entworfenen, ehemaligen Arbeitersiedlung aus Nazi-Zeiten (1937 wurde Tröglitz bei den sozialen Rüttel-Prozessen des Uranus im Stier und kurz vor Plutos Wechsel in den Löwen erbaut), entbrennt in dem kleinen Ort eine Art Prinzipien-Fight. Die einen wollen es mutig nun erst recht durchsetzen, dass Asylanten kommen (womit man denen jedoch vermutlich alles andere als einen Gefallen tut, wenn sich selbst gestandene Honoratioren nicht in ihren Ämtern halten). Natürlich will man da Rückgrat zeigen und keine falschen Signale gegenüber den Rechten setzen. Die anderen, die schweigende Mehrheit, zieht sich allerdings in noch mehr Stille zurück als ohnehin schon in diesen Gegenden.

Auch in Mölln seinerzeit (rechts) zeigte sich übrigens jene vielsagende Verbindung von Jupiter-Neptun, die vielleicht am deutlichsten derartige Entwicklungen anzeigen kann (dort das zulaufende Quadrat - sogar in Kontakt mit Uranus, was die erneut verstärkte "Qualität" der Attacken verdeutlichte). Und eine angeschlagene Venus, die mitten hinein lief. Manchmal sind, wenn man bei der Integration der vielen Einzel-Informationen eines Charts nicht weiterkommt, die Bilder der Sabischen Symbole wirklich sehr hilfreich. Sie bewegen in uns etwas noch einmal auf einer ganz anderen Ebene und helfen so, den roten Faden besser zu erkennen und ein Horoskop wie eine Geschichte zu lesen.

Beim Mölln-Anschlag steht die Sonne dementsprechend klar (das ist nicht oft so) seinerzeit auf 0° Schütze, was das Thema auch für das gesamte Zeichen bereits umreißt. Hier heisst der Symbol-Text:

"Pensionierte Kriegsveteranen versammeln sich, um alte Erinnerungen zu wecken." (Sabische Symbole via AstroWiki)

Dem ist inhaltlich wenig hinzuzufügen. In Tröglitz dagegen saß die Venus (für Freund-/Feind-Bilder) jetzt auf 21-22° Stier: "Eine weiße Taube fliegt über aufgewühlten Wassern" (Sabische Symbole via AstroWiki). Womit es allerdings noch nicht allzu weit her ist - denn von Frieden kann keine Rede sein. Schaut man sich außerdem das Geburtsbild eines weiteren, ähnlichen Anschlags an, nämlich von dem in Lübeck von 1996 (links), sind darin nicht nur analoge, dichte Stellium-Konstellationen und die 22 Schütze mit dem direkten Hinweis auf Einwanderer über den Mond (als brisanter Herr 8) zu entdecken, sondern wiederum zulaufend ein Sonne-Uranus (wie in Tröglitz und indirekt in Mölln = Uranus Spitze 5).

Jupiter und Neptun befinden sich, das nur als Sidekick, hier im selben Zeichen. Keiner dieser Hinweise ist nun für sich allein ausschlaggebend. Auch wenn man sich noch so wünschen würde, es wäre in einem Geburtsbild eindeutig geschrieben: "Dreht sich um einen Brandanschlag. Folgender Aspekt ist dafür zuständig...". Das sind astrologische Träume. Aber wie bei so vielen Themen verdichten sich doch bestimmte, zusammengesetzte Muster oder Signaturen immer wieder bei rückbezüglichen Ereignissen auch ähnliche Bilder und Zeichen, mit denen sich die Qualität des Moments dann transparenter umreißen lässt.

Wenn jetzt wieder die Fremden-Feindlichkeit in Deutschland als "Ost-Problem" dargestellt wird, das weitgehend von den immer noch nicht blühenden Landschaften der Einheit ausgeht, ist das viel zu kurz gegriffen. Die Angst vor dem Fremden im Du betrifft ja immer alle überall, die befürchten, dass ihnen etwas weggenommen wird. Und das war das Problem, seit der erste Jubel über die durchlässigen Grenzen 1989 verhallte. Dass sich diese Problematik der Abwehr des Anderen besonders nach der Wiedervereinigung chronisch zeigen würde - hüben wie drüben - und zwar historisch für eine lange, lange Zeit, war bereits im Horoskop des Mauerfalls deutlich zu erkennen (rechts via Astro-Databank, Rodden Rating A). Hier ist eine Opposition unter Saturn-Beteiligung von 1 nach 7 stark. Und es findet sich der Jupiter als offensichtlicher Jubel-Faktor oder Maske ganz vorn am AC - gegenüber aber, als Bild für die Gegnerschaft, der Konkurs mit Saturn-Neptun, dem wiederum ein Jupiter-Neptun, die Auflösung des Fremden, anhängt. An sich ist die ja auch überhaupt kein Fehler, wenn sie sich nicht gerade durch Brandstiftung zeigt - denn jede Integration bedeutet doch ein Bekannt-Werden mit dem noch Unbekannten, wenn sie denn gelingt. Auch hier steckt also wieder im Gift die Heilung und umgekehrt.

Die Drohung des fallenden Systems bei Venus-Uranus, bzw. die Schatten-Spiegel von Stier bei-Wassermann, wo Mars-Neptun in der Lücke fehlt, hat Wolfgang Döbereiner nicht nur damals bereits hinreichend und weitsichtig beschrieben. Auch Tröglitz jetzt zeigt wieder eine Venus-Uranus-Konjunktion. Was die Erfordernisse belegt, destruktive Muster zu stürzen, so sie durch Systeme verankert sind.

Bald wird außerdem die Achse 2-8 des Mauerfalls, also die nötige Selbst-Begrenzung und Stabilisierung auch der daraus folgenden Einheit mit all ihren Macht- und Ohnmacht-Risiken, ja im Quadrat erst von Uranus, dann von Pluto angeschlagen. Das spricht dafür, dass künftig die Arena von Ost-West wieder heller beleuchtet, stärker bewehrt, heftiger bevölkert sein kann. Seit Chiron und Neptun das späte Wassermann-MC jenes 9. Novembers überschritten haben und in die Fische eingelaufen sind, heisst es im Ergebnis des Prozesses lange, auch das besondere Chaos lieben zu lernen, das nun für Jahre entstanden ist. In West und Ost, nie isoliert voneinander. Was die fehlende Einheit letztlich deutlich macht.

"Wohin denn wir?" möchte man mit Hölderlin (RADIX Astro-Databank) fragen, der wie der Mauerfall einen Jupiter in 1 hatte. Ja, der "Pferde-Neptun" ist, ohne dass er die Versagung und das Opfer-Bewusstsein seines großen Bruders im Haus der Durchsetzung hätte, nach außen hin oft fröhlich aufgebläht. Aber nach innen zeigt er gern eine genauso große, wenn nicht gar größere Panik davor, entselbstet zu werden wie Neptun selbst, der das Ego ja aktiv "verbietet". Jupiter hingegen wird von jedem Verlust hier entmachtet. Und erleidet ihn doch immer. Je größer und lauter die Pauken und Trompeten bei seinem Erscheinen (siehe 1989), umso weher der Schmerz, wenn die Identitäten dann wie Seifenblasen platzen.

Die noch weitere Streuung des Themas beim Jupiter ist aber auch sein wichtigstes Talent: Alle, die befürchten, dass sie sich verlieren, gewinnen mit diesen Aspekten des Potenzierers vorn im Radix immer die Chance zu einer unglaublichen Metamorphose. Nämlich der Verbindung mit anderen Identitäten. Nur durch das Einströmen (Neptun) oder Entzünden (Jupiter) des Grenzenlosen ins Selbst wird ja letztlich Frieden wahr. Wer das nicht sieht, bleibt unter Umständen lebenslang Biedermann und legt dann, wenn es hart kommt, die Ethik wackelt und das Eigentum (sprich Existenz im Prinzip 2 oder Stier) bedroht wird, eben auch schon mal einen Brand. Zumindest metaphorisch. Wer Mars, Sonne und Jupiter als reine Zünder in sich (ab-)wehrt und sie stattdessen als Impuls zur freundlichen Bewegung auf Menschen hin nutzt, der wehret dagegen den Anfängen.

Bilder:  Michelangelo Merisi da Caravaggio (Wikimedia, gemeinfrei), Pixabay und AMADEU-ANTONIO-STIFTUNG

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Original-Artikel von www.astrologie-zeitung.de
Autorin: Susanne Riedel Plenio

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