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Loop! Astrologie-Zeitung

Was passiert im Herzen der Eklipse?

Die SoFi + Veränderung:

"Es ist kein Wunder, dass so falsche und idiotische Dinge von den Verfassern von Jahresprognosen geschrieben werden, da sie sich in Ptolemäus’ Regeln nicht auskennen, denn Ptolemäus ist schwer zu verstehen und Albumasar einfach.“ (Agostino Nifo, *1473, via AKADEMIE AKTUELL).

Das mittelalterliche Urteil des Philosophen dürfen wir uns ruhig heute noch anziehen, auch wenn man's softer ausdrücken könnte. Ja, es drohen drei ungewöhnliche Himmels-Ereignisse in einer Woche. Und schon wieder deutet die modern prickelnde Prosecco-Astrologie für hoffnungslos Sehnsüchtige die Phase der Phasen hinein, Zeit aller Zeiten, Sekt statt Selters, ohne viel Mühe.

Denn nun kommt ja auch noch diese Eklipse, hier partiell, aber ziemlich dunkel für örtliche Zustände, direkt nach dem Finale des Uranus-Pluto-Quadrats und knapp vorm astrologischen Neujahr. Das muss doch Aufbruch bedeuten und überhaupt: Glück. Wirklich?  Am besten noch Verbesserung, die von oben segnet und nicht wieder auf Knien kellerwärts erschrubbt ist. Wobei Zufriedenheit meist Arbeit braucht, was man öfter erlebt als Gratis-Gaben. Willkommen im Club! Man nennt diesen Job auch Leben, selbst wenn es den Mega-Optimisten nicht passt. Weshalb deren astrologisches Verständnis in der Rolle der Hausapotheke für Gutgläubige steckenbleibt, der ewigen Durchbrüche, die leider nicht wirklich gegen das anstrengende Dasein ankommen. Obwohl man doch astrologisch trendy das gefragte Schöner-Wohnen-Prinzip gleich auf das ganze Sein überträgt. Bequem wäre es natürlich schon, wenn man tatenlos unter den aufregenden Konstellationen im Vorgarten darauf warten könnte, ob das Gras nicht doch schneller wächst, wenn man nur mental noch etwas mehr daran zieht. Aber die Schwellen-Grade der Fische, wo die Eklipse kurz vor knapp auf den letzten Metern in Neptuns Swimming-Pool stattfindet, sind trügerisch. Und deshalb tut etwas mehr stabile Rückbesinnung auf unsere Wurzeln dem Fach, mit dem wir arbeiten, auch ganz gut. 

Es ist auch nicht sicher zu urteilen, wenn der Mond in den letzten Graden eines Zeichens steht..."

Das wusste damals schon William Lilly in seiner Christlichen Astrologie, Buch 1 (Chiron Verlag). Drum Vorsicht bei der allzu begeisterten Prognose dieser Eklipse und ihrer Folgen. Die Interpretations-Grundlage (rechts auf den Nullmeridian in Greenwich berechnet, zur besseren weltweiten Übertragbarkeit) mit all ihren grandiosen Versprechen oder Gefahren (je nach Standpunkt) ist und bleibt irritierend irritabel. Das werden wir dann schon spüren. Vielleicht sagt hier eine Besonderheit auch schon mehr als genug über die zwiespältige "Wirkung" der Finsternis als Spiegel der Ereignisse: Dass die Lichter diesmal ausgerechnet in Jerusalem genau am MC stehen, während Pluto dort nah dem DC sitzt, ist auffällig.

Es malt sowohl die immense, neptunische Sehnsucht nach den Erlösern deutlich aus (die übrigens nun wirklich heimlich geboren werden könnten). Wie auch die große Gefahr von Hinterhalt, Zerstörung und noch heftigeren Anschlägen aus religiösen Konzepten heraus. Die Täuschbarkeit in Zeiten der Not (für Greenwich steht Pluto immer noch Spitze 8) bleibt ebenfalls groß und auch der auslaufende Merkur-Neptun bestätigt, dass durch das Ende des Konflikt-Quadrats, Eklipse und Äquinoktium in einer Woche kein reiner Jubel, sondern gemischte Gefühle aufkommen.

Überhaupt kann die Eklipse nur da wirken, wo Mensch Chancen und Risiken mit seinen Anlagen, die im Radix berührt sind, tatsächlich anders beantwortet. Erst sie erzählen ja die persönliche Geschichte der nächsten Monate. Oder, wie Fische-Sonne Einstein sagte: "Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten."

Was passiert also im Herzen der Eklipse? Nichts, könnte man lapidar sagen, denn es handelt sich schließlich um Fische. Alles, wäre die andere Antwort, mit derselben Begründung. Nur Unsichtbares, eine weitere Möglichkeit. Erlösung oder ihre Verneinung. Neptun spricht immer nur die Sprache dessen, er ihn fühlt und er bedient sich dabei dessen Merkur, ohne dessen Übrsetzungen er vielleicht empfunden, aber nie verstanden wird. Von dessen Fähigkeiten also sind die ewigen, numinosen, projizierten Bilder abhängig. Das kann Angst machen, aber auch Seligkeit. Es gibt wohl kaum ein größeres Feld, in das man so viel hinein interpretieren kann wie den Neptun. Das geht nur, weil er aus sich heraus absolut ist, und inhaltlos. Eine Wüste. Allein, dass wir nun so viel hoffen, wünschen, ahnen, wollen, ist sein Ausdruck - denn sein Zeichen am Himmel spiegelt die unendliche Sehnsucht und Heils-Erwartung und das Greifen nach Fülle (Venus erhöht in Fische) wider.

Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Gebt eure Projektionen im Neptun ab. Verbindet euch zurück - mit dem Wissen um den Ort, an dem Platz, Raum, Atem ist. Neptun ist der Inhalt der Religio, die Jupiter bewegt. Alles, was in uns so voll und schmerzhaft leer ist. Alles, was wir sein könnten und was uns durchwebt. Deshalb kollidiert Neptunisches dann auch oft so bitter mit der Härte des Saturnischen, durch das er Eingang in uns, unsere Welt, unser Dasein findet. Aber Neptun hat keinen Körper, ihm tut Körper weh.

Er ist größer als die Ewigkeit und kleiner als ein Staubkorn. Gottes Türschwelle, so wie jeder anders die Größe des Schöpferischen sieht. Für die einen beliebig, für andere gleißend heilig. Jetzt, wo auch individuell so viel Schatten war, durch Anbindung an die Zerr-Spiele und -Spiegel des Uranus-Pluto-Quadrats, ziehen Neptuns Bilder umso mehr. Diese Sonnenfinsternis markiert auch deshalb ein Ende von etwas, was erst noch umreift, atmet, ausweht. Der extrem heftige Uranus-Pluto-Zyklus' saugt eine gewisse Leere, wenn seine konzentrischen Kreise Tag um Tag und Woche um Woche verschwinden. Wo nichts ist, wird man frei. Und gerät in Panik. Neptuns Doppel-Natur, die Fische, die in zwei Richtungen schwimmen. Ins Alles, ins Nichts. Und es ist ja so:

Noch stottert der Start des Neuen, was erst kommen soll - und dessen Unterlage (links) im Widder beim Äquinoktium zeigt denn auch mit dem AC Skorpion für Greenwich, und mit Pluto in 2 massiv irdisch-plutonische Züge. Konzepte werden meist als erstes gegen die Angst vor Vanitas gesetzt. Das bedeutet: Die Zerstörung der letzten Monate ist mitnichten einfach wie abgeschnitten. Hier greift die Eklipsen-Aussage die des astrologischen Jahres-Wechsels auf und umgekehrt. Die Abnabelung des Uranus vom Pluto in der Separierung geht nur äußerst langsam vonstatten. 

Ja, es ist ein Kreuzweg

So beschreiben auch die Eklipsen-Konstellationen die brisante Übergangszeit, wo das Alte noch nicht gegangen und das Neue noch nicht gesichert wurde. Wir haben Hoffnung, wir dürfen sie haben. Dafür braucht man niemals einen "logischen" oder astro-logischen Grund. Denn Zauber funktioniert meist anders, als wir es gern hätten. Widergespiegelt im Greenwich-Neptun genau am IC seines Domizils, zuhause in der Leere, im Traum, in dem, was nur in der Linie Mond-Pluto-Neptun und den entsprechenden Feldern 4-8-12 und Zeichen Krebs-Skorpion-Fische so pur empfunden, gefeiert, gebannt und wieder zerstört werden kann. Es ist das Wasser, was uns in die Wahrhaftigkeit bringt. Und Wasser zerrinnt - alles fließt - das Wesen des Werdens und Vergehens. Was fest wird, kann wieder aufgelöst werden. Was als wahr gedacht wurde, kann sich als falsch herausstellen. Wo Gewissheit ist, schafft ein Schritt zur Seite eine völlig andere Sicht. Wo wir frei werden, bestimmen nicht wir, sondern unsere Bereitwilligkeit, uns wirklich zu entgrenzen, in diesem neptunischen Sinn, der alles zulässt, gegen das wir uns sonst wehren.

Dann fällt der Schock angesichts von Zuständen, in denen wir nichts mehr zu haben glauben, an dem wir uns festhalten könnten (unsere Haltungen!), manchmal mit den Positionierungen zusammen. Buchstäblich. Und der Wind des Schicksals weht anders. Davon erzählt diese Eklipse. Sicher ist bei allem, dort hinten, in den Ur-Tälern des Astrologischen, wo der Tierkreis sich beendet, aber nicht erschöpft, nicht mehr viel. Wir operieren dort nah am Unsagbaren, bewegen uns schemenhaft in die Schatten, um beim Äquinoktium wieder herauszukommen in die Tat. Klar ist nur, wie viel momentan im Kosmos los ist, sich wendet und dreht.

Neptun sichert nicht. Er ver-unsichert. Er macht frei. Ja, es ist ein Kreuzweg. Bei dem es auf jeden Einzelnen in seinem ur-eigenen Umfeld (Spitze 3 Steinbock, mit Saturn in 1) mehr als sonst ankommt. Und da sich seit dem Mittelalter die Zeiten tatsächlich in mancher Hinsicht ein klein wenig geändert haben, sehen die Omen, die nie funktionieren, zwar vielleicht heute etwas anders aus. Mit Computern errechnet. Aber sie tanzen dann eben als hyper-positive und gleißende Prognosen eines Welten-Wandels, von Indigo-Figuren oder ewigen Glück (Du musst es nur fühlen wollen!) haltloser denn je mit dem Wunsch nach Perfektion. Innen wie außen. Das kann nicht funktionieren - weil es mit solchem Heißhunger funktionabel gemacht, dargestellt werden soll.

Das Dogma der Freiheit (Pluto-Uranus)

Geprägt als weiteres Konzept des "Wenn du nur dies..." oder "Falls du nicht das..." im Drucktopf des Uranus, der mit Pluto tändelte. Unter dem Dogma, eigentlich doch anders, freier, toleranter gegen andere Blickwinkel zu sein. Aber immer in der Abwehr des Schlechten, Engen, Schwarzen, Langweiligen, Nicht-Richtigen. Pluto, der sich als Uranus verkaufte, solange sie Kontakt hatten. Immer schneller, wenn wie kürzlich, so viel schiefgegangen ist in den relativen Welten. Im Rang der Virtualität - auch diese Glücks-Versprechungen (Jupiter im Löwen, immer an mich, an dich!) gehören dazu. Auch wenn nun Mutter Luna, anders als in den meisten anderen Zeichen, im Leerlauf in den Fischen, in der Eklipse vor dem Äquinoktium, durchaus noch etwas zustande bringen kann, wie der Altmeister Lilly ebenfalls lehrte. Umso mehr vielleicht im Herzen der Sonne, mit ihrer Kraft. Die Begabung der Astrologie war ja nicht nur die Ankündigung des Guten.

Wissen wir jedoch von dem, was uns bevorsteht, so gewöhnt dies unsere Seele voher daran und mäßigt ihre Erregung, wodurch sie dem Kommenden gegenüber sich gefestigt, bis es Wirklichkeit geworden ist und uns in den Stand setzt, es in Frieden und gefasst entgegenzunehmen." (Ptolemaeus, siehe oben)

Aber wo Widder losstürmen würde und bis zum nächsten Äquinoktium dann auch mehr und mehr wird, im ungezielten Ergebnis-Kosmos, schwimmen die Fische als seine Grundlage zum Neujahr des Kreises noch etwas konfus herum und umzingeln das Feld der auslaufenden, jüngsten Vergangenheit mit ihren diffusen und auslegbaren Ergebnissen. Soviel Zeit muss also auch jetzt besonders sein, nicht einfach in jedes Zeichen gleiche Ereignisse hineinzudeuten, wenn nur eine Finsternis kommt, die dann gleich aufgeregt als Bruch und neues Äon interpretiert wird. Sie ist es einerseits. Da diese Eklipse einen deutlich spirituellen Hintergrund hat, die wahre Möglichkeit, für große Erfahrungen - allerdings nur für die, die in all dem geistigen Schmutz, mit dem wir uns täglich in uns herumschlagen eben auch eine Lehre und Notwendigkeit zu echter Übung des Umgangs mit dem Sein (und gerade den dunkleren, entlegenen Ecken, wo eben noch nicht und vielleicht nie "alles schön und in Ordnung ist") sehen können. Die anderen, die nur Kosmetik betreiben, werden leicht vom Fische-Sumpf ihrer zahllosen Illusionen darüber, wie es sein müsste, könnte, sollte, eingeholt. Und da die Lichter eine breite Welle wirken lassen, im Wasser, nicht wie ein Power-Pfeil im Feuer zielen, schwappt hier langsam und kaum erkennbar (vielfach übersehen) Namenloses in den Kosmos der Energie, der mit 0° Widder anbricht, aber erst im Stier stoffliche Form findet. 

Lebst du noch oder träumst du schon?

Diese Eklipse zumal sitzt mitten in der kosmischen Spalte, aber eben noch vor der Grenze zum Beginn eines ganz anderen Kreislaufs der Wiederholungen, und wirkt seelisch aufrührend, und darum vorwiegend emotional. Weshalb man sich von der neuen Zeit-Rechnung, die manche darin finden wollen, am besten sofort verabschiedet. Die mag zwar kommen, aber die wahren Veränderungen stecken noch ungenormt in den Zyklen der Seele. Lebst du noch oder träumst du schon? Das bleibt im Übergang des Tierkreises von Fische zu Widder die erste Frage. Und: Wo eigentlich liegt der Unterschied zwischen beidem? Kannst du das wissen? 

Denn Sonne und Mond sind die Leiter aller übrigen Gestirne und so die hauptsächlichen Verursacher von Ereignissen." (Claudius Ptolemaeus, Tetrabiblos, Chiron Verlag, S. 107)

Jenseits all des erahnten, herbei gedachten Lichts und der Heiligkeit des Sehnens steckt ja in diesen Tagen ohnehin auch ein großer Wunsch nach Ruhe und Frieden. Aber hinter Neptuns Schleier blickt man nicht leicht, wenn die Lichter in seinen letzten Grad stehen und es finster wird auf der Erde. Ein gutes Bild für das, was uns so schnell den Blick in diese Zukunft verdunkelt, die ja - um im Symbol zu bleiben - erst danach, im ersten Grad des neuen astrologischen Jahrs auf 0° Widder anbricht. Wo die Finsternisse prominent stehen, deuten sie aber, laut den Alten, Ereignisse an und zwar für jeweils ein Jahr pro Stunde einer Sonnenfinsternis. Das wusste Ptolemäus. Und daran sollte man sich auch halten, wenn man wissen will, wen oder was sie anspricht, berührt. Diese Eklipse ist in Mittel-Europa partiell, das heisst, je weiter nördlicher man wohnt, umso stärker ist der Grad der Bedeckung - bis über 80 Grad Nordwest, Südost nur um 60 Prozent.

Inhaltlich ist diese Eklipse in ihrer Bedeutung persönlich und gesellschaftlich eine Trägerin für Energie, die ein- und ausschwingt, hintergründig und nicht unbedingt abrupte Wechsel bringt. Das Setting bleibt ja zunächst, Fäden sind abgerollt, Szenarien der heftigen Konzepte von uranus und Pluto noch deutlich aufgerissen. Deshalb wirkt auch diese Finsternis (Fische) vermutlich eher gedehnt, langsam, baut fließend ab, schattiert und trägt zuerst die Konfusion, die Unsicherheit, Destabilisierung aus dem Quadrat gleichzeitig noch eine Weile weiter, in die ersten Monate des neuen astrologischen Jahrs hinein. Bevor die Sonne dann in die Waage wechselt. Wenn man ihre wichtigste Achs-Stellung (Lichter am MC) geographisch anschaut, wird auch deutlich, dass diese Linie, bei der dann Uranus nach 10 und Pluto an den Deszendenten, in tatsächliches Kampfgebiet, gesetzt wird, die bekannten Krisenherde nur zu deutlich umfasst.

Sie läuft, als bedeutsamer Ereignis-Trigger, wo die Aussage dann wirklich wichtig wird, unter anderem zwischen Kiew und Moskau (rechts in Rot), durchquert die fightenden "ISIS-Gebiete", die Türkei und Syrien und geht über Beirut direkt durch Jerusalem. Danach läuft sie südlich weiter nach Ost-Afrika. Vor allem der nördliche Streifen als starkes Einflussgebiet ist wie ein Zielfernrohr und sicher kein Zufall, da hier ja weiter die aktuellen Themen spielen werden. Dass sich das plötzlich alles zum Guten wendet, deutet sich auch ohne Astrologie genauso wenig an, wie die Tatsache, dass auch unsere individuellen Gewohnheiten nicht plötzlich einer "neuen Zeitrechnung" oder der Freude einer Prosecco-Fraktion astrologischer Yuppies unterliegen, die - das wähnt man manchmal - Welt am liebsten so ändern möchten, dass "Think Positiv" die negativen Entwicklungen rundherum zukleistert. Wie es immer häufiger passierte, solange wir uns in der Uranus-Pluto-Zange den polaren Vorstellungen und esologischen Licht-Konzepten unrealistisch opti- wie pessimistisch hingaben. Beides Extremismus und völlig irreal. Leider scheint es ein Natur-Ereignis zu sein: Je mehr man sich innen auf etwas versteift, umso mehr taucht außen der Ausgleich auf. Jedenfalls deutlich in den letzten Jahren, als "Binde & Löse" sich im Konflikt die äußerste Spannung hielten.

Verschleiß für den Optimismus-Zwang

Drum sind die Fische, wo durchaus auch mal Illusion als Ersatz für Wahrhaftigkeit aufkommen darf, wenn wir unserer kompletten Wirklichkeit von Schwarz und Weiß (und nicht nur Weiß!) nicht ins Auge sehen wollen, zur Zeit ja tatsächlich wieder in Neptuns mundanem Zuhause so verlockend, bleiben aber ungreifbar. Ob man nun früher die Finsternisse für böse Boten hielt oder sie heute für den Zwang zum mentalen Optimismus verschleißt - alles wird auch astrologisch meist eine Nummer lauwärmer gegessen, als es prognostisch gekocht wurde. Wer also dieser Woche schon als kribbelnde kosmische Groß-Kampf-Phase einen absoluten Dreh zum Guten verordnen will (möge die Realität sich fügen!), wird vermutlich enttäuscht. Ein Neumond in den letzten Graden betoniert meist eher den Void-Of-Course Charakter des Mondes in der Frage-Astrologie noch einmal richtig. Sprich: Vom Erhofften oder Befürchteten geschieht eher weniger so drastisch, wie es könnte, wenn die Eklipse sich in feurigen Anfangsgraden ereignete. Nicht jede Häufung von Phänomenen macht (erst Recht nicht ohne unser Zutun) gleich eine neue, andere, geschweige denn bessere Zeit.

Dass viel passieren kann, ist unbenommen: Uranus, der bisher über zwei Jahre nur in einem Boot mit Pluto zu haben war, weshalb Wassermann- und Skorpion-Betonte auch mitten im Feld der Zerreißprobe schwankten, isoliert sich ab jetzt langsam. Es wird auch wieder ungefesselt vom Gegenprinzip zugeschlagen. Als nächste Herausforderung steht Saturn-Neptun dann Ende des Jahres in einem Konkurs-Quadrat an - energetisch, nicht prioritär materiell. Woran man den Verlauf der Phase ganz gut ablesen kann. Es muss sich verabschiedet werden. So oder so - die alten Strukturen (auch des Forschritts = Saturn im Schützen) haben sich überlebt. Think New & Different statt Think Big. Damit schon mal, auch im Privaten, als Experiment anzufangen, kann man nur wie ein Mantra wiederholen. Wo der Mars bei einer Eklipse und folgendem Äquinoktium im Widder sitzt, da sitzt außerdem uns allen auch der ganze Koffer (Pluto!) mit dem Zornes-Arsenal locker: Ärger, Wut, Neurose dessen, was eigentlich Antrieb (auch Mars) sein könnte, wollte und sollte.

Aber auf den Schlachtfeldern unserer gedachten Gerechtigkeit (Saturn-Beteiligung, der sich in Merkur spiegelt) dann oft zu leicht ein gezielter Hammerschlag wird. Gegen den Nächsten. 

Masse ist nicht Klasse

Die ISIS wird sich nicht plötzlich ändern, nicht die russischen und ukrainischen Soldaten, nicht die Geheimdienste des Westens, die Abhörbehörden, nicht die Politik, die auch nur aus von ihren Transiten gebeutelten Politikern besteht, nicht wir, die wir Gewohnheiten in unserem Alltag haben und leicht zornig werden, nicht nur, wenn der Mars in Bezug zu unseren Radix-Bildern steht. Sondern auch, wenn er mundan am Himmel stark ist - dann nämlich, im Domizil oder auch Erhöhung oder Fall, gleiten wir alle leicht in seine Fallen.

Aber eines sollt klar sein: Die Masse der himmlischen Phänomene (wie jetzt) bedeutet niemals Klasse ihrer Inhalte oder aus sich heraus schon Entwicklungs-Sprünge. Das muss viel differenzierter beurteilt werden - und jeder, der das nicht tut, schafft einfach Trends, Schlagworte, Klischees, aber keine Klarheit. Das nur als roter Faden durch das Gewirr der möglichen Aussagen. Immer wieder gab es astrologisch Streit darüber, ob Eklipsen mehr Aussage-Kraft haben als z.B. Jupiter-Saturn Konjunktionen. Die Positionierung hängt hier sehr vom persönlichen Erfahrungs-Hintergrund ab, und den Eklipsen, die sich wie in Kolumnen aufeinander beziehen. Die letzte "große" (rechts) fand im August der dunklen Brillen 1999 statt - vor der Jahrtausendwende. Und brachte auch nicht die Phase aller Phasen, wenn man es überprüft.

Die nächste "echte" = totale Eklipse in deutschsprachigen Landen ist ohnehin erst am 3. September 2081, wenn wir alle, die wir heute erwachsen sind, längst in anderen Jagdgründen weilen (es sei denn, die Medizin habe unglaubliche Erfolge zu verzeichnen). Mit der folgenden Jupiter-Saturn-Konjunktion im Stier und Merkur im Löwen, 0°, wurde 1999 immerhin zum Licht-Signal für eine (nicht wirklich zum Besseren) veränderte Welt. Es kam 9/11 nach, die Internet-Blase, die Erfindung der "Achse des Bösen" mit Mars im Skorpion, samt der beantwortenden Terror-Kriege. Neptun am IC für Greenwich wies schon auf den abstrahierenden Esoterik-Boom hin (Du, ja, Du! Du kannst alles verändern! Das wiederholt sich im Äquinoktium, nur weniger theoretisch in den Fischen), während Pluto in 2 mit Lilith die richtigen Veränderungen materiell in Richtung neuer Armut markierte. Um zu sehen, was die eklipsen bringen, empfiehlt Ptolemäus unter anderem den genauen Blick auf die Zeichen:

Alle Zeichen, die eine menschliche Figur im Zodiak darstellen, kündigen etwas Zukünftiges an. Alles auf die Erde Bezügliche wird durch diejenigen bezeichnet, die entsprechende Figuren einnehmen. Lange wucherndes Unheil wird durch Schlangenbilder, elementar Ausbrechendes durch Tierbilder gekennzeichnet." (Ptolemaeus, siehe oben)

Fische ist wie die anderen Wasserzeichen unruhig und manchmal zäh - also können sich in den kommenden Monaten auch Prozesse zehrend, seelisch zutiefst erschöpfend entwickeln, wenn man nicht angenehm über das eigene Radix mit dem Stand der Lichter und den Achsen zur Eklipse am Wohnort verbunden ist. Aber dasErgebnis ist dann meist eine Transformation, die den Weg lohnt, den man bewusst mitgegangen ist - durch Tiefen, Schwärze und Isolation oder Verzweiflung, wie sie Neptun auch mitbringen kann. Bevor man seine Musik, seine spezielle Sprache, diese erhebende Empfindung des Nach-Hause-Kommens spüren kann. Eins seiner Lieblingswörter ist: Endlich! Was un-endlich, ewig, heilig als Erfahrung meint. Das ganze, schwierige, märchenhafte Da-Sein.

Neptun bezeichnet den Eingang zu den Ungeheuern, die in der Seele wohnen, bevor sie Stoff werden. Damit gehören sie zu uns allen. Es lohnt sich in jedem Fall, das Horoskop des Äquinoktiums und der Finsternis über das eigene zu legen, um zu sehen, welche Bereiche im Alltag besonders empfindlich, weil von ihnen berührt werden. Die Sonnenfinsternis, von der die Menschen früher dachten, ein wilder Drache schlucke die Sonne, beginnt in deutschsprachigen Ländern gegen halb 10 Uhr morgens und endet nach etwa 2 Stunden. Was ihr Radix angeht, zeigt sie an tatsächlichen Effekten eine schwächere astrologische Anlage als ihre Vorgängerin vom Dezember letzten Jahres, wo die Lichter mit Venus auf 0° Skorpion standen und unter anderem die Gewalt des Terrors im Osten eskalierte. Jetzt gibt es aber noch eine Besonderheit - das Galaktische Zentrum steht für Greenwich am Deszendenten. Da traditionell in 7 in der Frage-Astrologie auch die Deuter sitzen, spricht diese Besetzung auch für eine Erweiterung der Astrologie, vielleicht einen ganz anderen, blitzartig sich wandelnden Rahmen der Sicht. Es wäre fällig und erfreulich.

In jedem Fall ist diese Eklipse eher für die Mutigen, die sich auf das Große im Kleinen, den Lauf der Welt in sich selbst, das Alles im Nichts, konzentrieren. Für die, die begreifen und erspüren, aber nicht unbedingt berechnen wollen. Die Leid aushalten, um das seltene Glück, lebendig zu sein, auch darin würdigen zu können. Oder, um mit Fische-Sonne Einstein zu schließen, der an diese Eklipse angekoppelt wäre, und der immer schon das Quentchen mehr über das Leben wusste - ein Hoch auf die Fragen. 

Falls Gott die Welt geschaffen hat, war seine Hauptsorge sicher nicht, sie so zu machen, dass wir sie verstehen können."

Bilder (bearbeitet): Luisontiveros (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)] + Owen65 (Flickr: Ubirr eclipse) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)] + Dragon Katharine Pyle (Cartoon America, a Library of Congress Exhibition) [Public domain], all via Wikimedia Commons + Pixabay + AKADEMIE AKTUELL

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Original-Artikel von www.astrologie-zeitung.de
Autorin: Susanne Riedel Plenio

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