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Asteroiden: Knapp daneben ist auch vorbei

AsteroidWas da am 26. Januar gegen 17:20 h MEZ in der Nähe unseres schönen, blauen Planeten vorbeirauschte, hat noch nicht einmal einen einprägsamen Namen. Trotzdem ist der Asteroid 2004 BL86 etwas besonderes – seitdem NASA und Co. den tiefen Raum unseres Sonnensystems immer besser durchleuchten können, ist noch kein größerer „Besucher“ näher an der Erde vorbei geschrammt. Aber zu unserem Glück betrug der Abstand immerhin noch ca. 1 Million Kilometer, 2004 BL86 war also in etwa noch dreimal so weit weg wie der Mond.

Aber selbst wenn er mit der Erde kollidiert wäre, hätte sich der Schaden in Grenzen gehalten. Denn 2004 BL86 hat „nur“ einen Durchmesser von ca. 300 Metern, sollte ein Asteroid dieser Grösse jemals auf der Erde einschlagen, wären die Überlebenschancen bei einem Abstand von mehr als 250 km zum Einschlagsort relativ groß. Sollte solch ein „kleiner Brocken“ allerdings ins Meer stürzen, müsste man mancherorts mit einer Tsunami-Welle von mehreren 100 Metern Höhe rechnen. Zum Vergleich – die Wellenhöhe des Tsunami 2004 erreichte in Sumatra „nur“ knapp 30 Meter.

Wer also gerne apokalyptische Visionen und Ängste pflegt, findet im Vorbeiflug der sogenannten Bahnkreuzer jede Menge Stoff für Phobien aller Art, die in Teilen durchaus begründet sind. Aber fast noch mehr Angst muss einem die Untätigkeit der politischen Entscheidungsträger ob dieser Bedrohung machen. Denn bis heute gibt es weltweit nicht einen einzigen konkreten Notfallplan, sollte doch einmal der schlimmste Fall eintreten. Das kann durchaus aus heiterem Himmel geschehen, denn manchmal werden Beinahe-Zusammenstöße erst entdeckt, wenn der entsprechende Asteroid schon vorbei geflogen ist und nur noch wenige Stunden entfernt ist.

Wie im Falle der ersten korrekt vorhergesagten Kollision mit einem 4m großen Felsbrocken namens 2008 TC3. Am Morgen des 6. Oktobers entdeckten Astronomen des Catalina Sky Survey den Mini-Asteroiden und auf Grund zahlreicher Messungen wurde sein Absturz über dem Sudan korrekt voraus berechnet. Am 7. Oktober 2008, um 02:46 UT explodierte er dann tatsächlich in der Atmosphäre über der Nubischen Wüste. Bezeichnenderweise findet sich im Ereignis-Chart Pluto genau am IC des Absturzortes, zudem zeigt das Quadrat zwischen Sonne-Merkur und Jupiter mit der Einbindung des Mondes auch die Bedeutung dieses Augenblicks in anderer Weise auf. Es geht hier ja um Entwicklungen, die im Normalfall nicht verhindert werden können, also tatsächlich im weitesten Sinne schicksalshaft sind. Denn mit einer exakten Vorhersage über Absturz-Ort bzw.- Zeitpunkt wäre ja niemandem gedient, wenn es keine Möglichkeit der Abwehr gäbe.

Chart ApophisWomöglich könnte aber dieses erste Chart einer genauen Vorhersage Hinweise auf zukünftige Entdeckungen und die Zeiträume geben, innerhalb derer man besonders aufmerksam nach neuen Kandidaten suchen sollte.

Ansonsten bleiben immer auch noch Unwägbarkeiten in Bezug auf schon bekannte Objekte. Bestes Beispiel ist Apophis. Entdeckt wurde der 315m lange und ca. 15m breite Felsbrocken am 16. Juni 2004. Kurz nach seiner Entdeckung tauchten erste Befürchtungen auf, dass er 2029 mit der Erde kollidieren könnte. Mittlerweile gibt es zumindest eine Teilentwarnung, eine Kollision scheint ausgeschlossen zu sein, aber Apophis wird am 13. April 2029 in der winzigen Entfernung von 31 000 km an der Erde „vorbeischrammen“, was seine zukünftige Bahn erheblich verändern wird. In welcher Weise bleibt in Teilen offen und so darf man gespannt auf das Jahr 2036 sein, wenn er sich der Erde das nächste Mal unangemessen nähern wird.

Schon zwei Jahre vorher, am 07. August 2027 wird ein anderer Kandidat der Erde auch zu nahe kommen. 1999 AN10 wurde am 13. Januar 1999 entdeckt und auch über seine genauen Bahndaten gab es länger Zeit widersprüchliche Meldungen, ein Restrisiko bleibt.

Aber noch scheint Zeit zu sein, um sich für kommende Ereignisse zu wappnen, was aber nur funktionieren wird, wenn die Welt als Ganzes gemeinsam nach Lösungen sucht. Vielleicht wäre das ein guter Grund jeden Montag auf die Strasse zu gehen. Und statt gegen eingebildete Bedrohungen durch andere Kulturen auf die tatsächlichen Bedrohungen für die Menschheit als Ganzes hinzuweisen.

 

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Original-Artikel von www.astrologie-zeitung.de
Autor: Harald Lebherz

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