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Loop! Astrologie-Zeitung

Im Transit: Ein trauriger Mann dankt ab

- Das Drama der Bourbonen -

Nun hat er es also doch noch getan: Der nächste Kandidat der alten Garde bei Königs in Europa dankt überraschend ab. Juan Carlos von Spaniens Stier-AC sitzt bogenminuten-genau am aufsteigenden Zeichen seines Sohnes. Jetzt gibt er die Krone an ihn weiter. Das bezeichnet das plötzliche Ende einer Ära von Schwermut und Strenge. Die Transite des alten und neuen Königs sprechen aktuell ohnehin eine Sprache höchster Intensität: Steinbock-Sonne von Juan Carlos, Herrin 5 in 9, steht gerade engst unter Uranus-Pluto. Wandlung und Befreiung für einen der ernstesten, traurigsten und umstrittensten Herrscher Europas sind nicht mehr aufzuhalten.

Bei Vater und Sohn spiegelt sich die so schwer lastende Verantwortung der konservativen Monarchie der Bourbonen auch im mundanen Lauf von Saturn über beider DC, der sie im Auge der Öffentlichkeit so ähnlich macht. Beim Prinzen kommt ein Quadrat zum Wassermann-Mond dazu. Beide wird der Wechsel heftig treffen, zumal sie sehr ähnliche Horoskope haben. Der Unterschied: Juan Carlos' Erde kann sich heftiger disziplinieren als Felipes Wassermann-Faktoren (Mond teilt er mit dem Vater). Beide haben Fische-Mars in 11, der Rebellen ausmacht, denen Saturns Konvention schleichend Fesseln anlegt.

In nicht mehr allzu weiter Zukunft wird zweimal Mars darum auch von Neptun angesteuert. Heute schon bleibt der eine alt und verletzt zurück (gesundheitliche Probleme sollen Juan Carlos zu dem unerwarteten Schritt gebracht haben). Der Jüngere steht mitten im Abschied von seinen letzten Träumen. Nie wieder wird er, wenn das Parlament dem Wechsel zustimmt, noch ein halbwegs normales Leben führen können und seine hoch sensible Identifikation als Mann jenseits der Gefangenschaft des gerade in Spanien so schwierigen Amtes ausleben dürfen. Das neue Königspaar wird es nicht als leicht empfinden (siehe Loop! ARTIKEL Adiós libertad! über Letizia), den Stab zu übernehmen. Ärger mit den Verwandten (seine Schwestern heirateten nicht ganz unproblematische Männer), zunehmende Kritik am alten König wegen seiner Jagd-Vorlieben und Gemunkel um Affären, und nicht zuletzt die eigene Ehe, die aus einer Liebe die große Erb-Pflicht für beide machte, im Klammergriff der Monarchie. All das sieht nicht nach einem zukünftigen Spaziergang für den neuen König aus.   

Dazu kommt die systemisch stärkstens verquickte Familien-Geschichte: Juan Carlos von Spaniens Horoskop zeigt einen Uranus in 12. Mit Saturn in 11, fast an der Grenze zum Unbewussten, der als Enddispositor oder "Krümmung einer Dauerschleife" von Zeichen-Herrschern vieles in seinem Chart überlagert.  Mit Pluto-Transit in Konjunktion zur Venus ( = Clan-Bildung) kämpfte er die letzten Jahre verbissen und mit dem versteinerten Rücken des Steinbocks um seine Würde, schaffte sich den Staat im Staat, scharte die heilige Familie zu Alles-ist-gut-Fotos um sich, und wirkte trotzdem, als sei er der traurigste Mensch der Welt. Was war da passiert?

Gut, der Mann hatte noch versucht, Elefanten zu jagen, als man sonstwo in Europa bereits darüber plauderte, Throne und Kronen abzuschaffen. Dann fiel er zum Ausgleich über eine Stufe und brauchte ein hüftwärtiges Ersatzteil. Außerdem schien er als hoch konventionelle Erd-Sonne in 9 (samt Venus und Merkur retrograd im selben Zeichen) - möglicherweise - seit Jahren engere Beziehungen zu einer deutschen Steinbock-Dame (ebenfalls Venus im selben Zeichen) gepflegt zu haben. Die Don Juan Carlos' Gattin, Donna Sofia (Skorpionin), weder geschmacklich, noch familiär, noch royal zusagte. Auch wenn die Optional-Geliebte eine Prinzessin (zu Sayn-Wittgenstein) sein sollte. Aber weiter und weiter bewahrten Hof und Familie Fassung, ein Kennzeichen dieser spanischen Tradition, die immer alles dafür tat, Klatsch und Tratsch aus ihrem Außenbild zu verbannen. 

Juan Carlos (rechts Radix via Astro-Databank, Rodden Rating AA) blieb letztlich die letzte Bastion des Konventionellen vor dem Einbruch der Freiheit ins Land. Unter Uranus Quadrat Sonne lässt sich das aber nicht mehr halten. Es kam der Tag, vor zwei Jahren, da schoss sich auch noch der älteste Enkel "beim Spielen" mitten durch den Fuß. Eine Ansammlung von Schicksals-Winken, die den Thron ins Schwanken brachten und eine ganz eigene Geschichte der Bourbonen erzählten, die sich von Generation zu Generation multiplizierte.

Das sieht nach einem "Wanderpokal" des Erlebens aus - Stürze (Saturn-Uranus), Schüsse (Saturn-Uranus), eheliche Unvereinbarkeiten (Saturn-Uranus). Die "Weihe des Hauses", die dennoch lang über eine eher erschreckende Wirklichkeit gelegt wurde. Zwar haben sie beinah alle diesen Aspekt, in direkter Linie der stolzen Bourbonen. Nur einer nicht. Der alte König selbst. Sein Großvater Alfonso, dessen Auftrag Juan Carlos nach Franco weiterführte, brachte ein Quadrat ins System ein, der jetzige Kronprinz die Opposition, der älteste Enkel wiederum das Quadrat. Scharfe Ambivalenz zwischen Form und Sprung aus den Strukturen. Der Monarch (Chart rechts oben) weist demgegenüber jedoch nur ein genaues Nonil (als Neben-Aspekt) zwischen dem großen Herrn der Zeit und dem König des ursprünglichen Erlebens auf.

Aber er hat eben auch den Wassermann-Mond, wie sein Sohn - eine fast schon tragische Ähnlichkeit. Den Transit von Uranus über Saturn brachte Juan Carlos - stark kränkelnd - bis 2010 eher still hinter sich. Und dann kam der Elefant ins Spiel, den er schoss, was in einem öffentlichen Aufschrei gipfelte, plus der hintergründigen, neptunischen Weisheit der Nonile, die immer fügen, was man selbst meist als Betroffener nur diffus sieht. Zum Beispiel das, was das eigentliche Trauma des erst 18jährigen Juan Carlos ausmachte und vor mehr als 50 Jahren spielte.

Es begab sich also 1956. Da erschoss der jetzige König offenbar seinen 14jährigen Bruder "beim Spielen". So die inoffizielle Version. Der Kleine hieß übrigens Alfonso, wie der Großvater-König, der damals letzte der Herrscher - vor Diktator Franco. Von vielen wird dieser Unfall seitdem vornehm beschwiegen, da das, was sich damals abspielte, nie ganz aufgeklärt wurde. Die offizielle Version lautet: Der Schuss hat "sich gelöst". Viele fragten sich dennoch, gerade bei der letzten, schlagzeilen-trächtigen Elefanten-Hatz in Botswana: Wieso nimmt jemand, der auch nur Zeuge einer solchen Tragödie ist, je wieder ein Gewehr in die Hand? Auch hier hängt alles wieder mit allem zusammen - Vergangenheit mit Gegenwart und beide mit der traditionellen, systemischen Verknüpfung der spanischen Könige, in ihrer Arena zwischen Freiheit und Gebunden-Sein.

Würde springt aus der Form

Saturn-Uranus, den so viele der Bourbonen mit ins Leben bringen, bedeutet unter anderem ja auch den Kampf des Formalen, des Würdevollen, mit dem Herausspringen aus jeder Form. Gerade in der spanischen Monarchie hatte Konvention nun immer diese mehr als große Bedeutung - sie war die heilige Kuh des Schutzes, die fast wie ein Totem angebetet wurde. Dieser König nun, Juan Carlos, im Exil geboren, bekam seinerseits wiederum später übergroße Bedeutung für das spanische Volk. Seine drei Steinbock-Planeten und Jupiter in 10 legten natürlich nah, dass er dazu ausersehen würde, historische royale Strukturen (nach dem Franco-Regime) in seiner Heimat neu zu organisieren. Umso wichtiger schien, dass er unangreifbar blieb, frei von Tadel, und das monarchische Stuktur-Prinzip lebenslang achtete und bedingungslos vorlebte.

Dem Himmel sei Dank wurde ihm für diese Herausforderung auch ein Uranus in 12 in die Wiege gelegt - manchmal eine Art Erlebnis-Hemmung, die Betäubung des Unmittelbaren. Oder eine Natur-Anästhesie, bevor Schreck, Angst, Wut oder Not, der ganze Kanon der Gefühle eben, gar ungefiltert aus dem Unbewussten hochtauchen und den Träger so verwirren, dass er sich gegen die "notwendigen" Formen entscheidet. Was manche Verdrängung oder Wegschieben alles Revolutionären, der Rebellion schlechthin, nennen, bricht sich jedoch später doch wieder im noch deutlicheren Wassermann-Anteil des ältesten Sohnes, Felipe, Bahn. Wo Juan Carlos seine Wassermann-Anteile nur heimlich lebt, wird ihm ein geborener Non-Konformist ins Nest gelegt, der Junge, der als Ältester schon dadurch die Regel bricht, indem er später eine Letizia, die Bürgerliche, Journalistin, Wassermann-AC mit treibender Sonne-Mars-Konjunktion, heiratet.

Schon sein Vater aber, der ja im Exil geboren wurde, schien lange vorher vielen Spaniern auf den ersten Blick energetisch geeignet, alte, konservative Aufgaben als neuer Hoffnungsträger (Wassermann-Planeten müssen ja oft das Väterliche als Prinzip überwinden) wieder in Spanien zu installieren. Das kam wohl seinerzeit auch General Franco so vor, womit das Unheil des zukünftigen Königs seinen Lauf nahm. Franco verlangte nämlich von Juan Carlos' Vater, der als Royalist aus dem Exil gegen das Regime gekämpft hatte, plötzlich, seinen Ältesten als Mündel der Regierung nach Spanien zu schicken. Zu einer Art lebendiger Option für eventuelle Wieder-Einführung der Monarchie sollte der kleine Saturniker dort ausgebildet werden. Erst sagte dessen Vater, der eigentliche Thronfolger, nein dazu. Dann kam die Strategie - mit Uranus in seinem Zeichen Wassermann in 9, wo bei Juan Carlos die Sonne stand. Ein Faustpfand für den Prinzen Juan, dessen Zwillinge-AC durch Saturn festgenagelt war. 

Als der Junge zehn Jahre alt war, kippte das väterliche Verantwortungsgefühl zugunsten der royalen Erfordernisse um (Chart links, ACHTUNG: Mittags-Stände!). Der noch sehr kleine Juan Carlos wurde damit plötzlich zur "politischen Verschiebe-Masse", um einen Bestand zu erhalten, bzw. neu zu sichern. Schon im Radix durch Uranus (Stier, Haus 12) im Quadrat zu Jupiter (Wassermann, Haus 10) auf's Feinste so angelegt. Im Klartext: Die Freiheit des Jungen wurde verkauft. Der Deal kam denn auch unter Uranus Quadrat zu seinem Saturn und einem transitierenden Saturn in Opposition zum Wassermann-Mond zustande. Verscherbelt vom eigenen Vater, der die Wiedereinführung der Monarchie aushandelte und dafür (als Ex-Rebell) auf den Thron verzichtete. Uranus in 12 beim Sohn. Die Bürde des verlorenen, abgetauchten, verdrängten Widerstandes.

Gleichzeitig damit entstand die Pflicht Juan Carlos', in seinem Leben all das, was im 12. Haus für das Familien-Verdrängte steht, irgendwann doch noch ans Licht zu bringen. Was das für ein Kind bedeuten mag, das aus dem Exil in eine ihm fremde "Heimat" (Pluto am IC als reines Konzept des Zuhauses) verschickt wird (wie ein Postpaket), mag sich jeder selbst ausmalen. Es tut mit Sicherheit so weh, dass man die Trennung abspaltet wie den eigenen Uranus. Damit fing dessen Geschichte von Verdrängung auch individuell an. 

Acht Jahre später aber geschieht ein Unglück. In Estoril, wo Juan Carlos' restliche Exil-Familie Urlaub macht, erschießt dieser herumgereichte, gerade erwachsene Junge offenbar beim Hantieren mit einer Waffe den kleinen Bruder. Den, der ausgerechnet ebenso Alfonso heisst - wie der letzte König, beider Großvater, dessen Ältester wiederum ist der eigentlich nächste, thron-berechtigte Alfonso, Bruder von Juan Carlos Vater. Ein Mann, der aus Liebe zu einer nicht genehmigten und genehmen Frau (hier wird Uranus dem Saturn vorgezogen) auf den Thron verzichtet hat. Juan Senior ist nun zwar thron-berechtigt, wird aber genausowenig je die Krone tragen. Mit einem massiv macht-orientierten Sonne-Pluto in den Zwillingen kommt er Franco nicht steuerbar vor, alles in allem zu stark. "El Caudillo" (Der Führer), ein Mann mit Quadraten von Sonne, Mars, Pluto und Neptun und daher bestem Gespür für Widerstand und Konkurrenz, liegt übrigens mit dieser Einschätzung goldrichtig. Juan Carlos Vater ist mit Mars-Uranus in einer Dauer-Mutation gegen alles "Väterliche" steckengeblieben. Also muss der Sohn her. 

Zum Zeitpunkt des Schieß-Unfalls (rechts, wiederum Mittags-Stände) ist der zukünftige König in der Militärausbildung. Eigentlich trägt er, im Gegensatz zum jungen Bruder, mit dem Vornamen "Juan" des Vaters auch dessen  "ausgespactes" Milieu mit. Mehr als das typisch Royale der Linie von Alfonsos, eine Anpassung, für die er damals verkauft wurde. Als er - wie unter der Hand und unwidersprochen selbst in öffentlichen Publikationen gehandelt - dann versehentlich den Schuss auf Alfonso, den Bruder, auslöst, sitzt Uranus fast exakt am IC und in Opposition zum MC. Und da ist er dann, der indirekte Uranus-Saturn. Die Ambivalenz zwischen einer rebellischen Seite und dem in Absolutheit Angepassten, hierarchisch Bestimmenden, auf der Verhaltens-Ebene auf dem Höhepunkt.

Gleichzeitig läuft Uranus damals auf Radix-Pluto (ein Aspekt, der sich heute mundan wiederholt) am Krebs-IC zu. Die Ideologie der Familie, die durch den Unfall ungewollt aufgestört wird, in ihren starren Gefühls-Konzepten (Vater Sonne-Pluto), und deren Contenance Juan Carlos damit für Momente zerbricht. Sein Vater, der ihn für Spanien an Franco verschachert hat, wird später die Waffe, mit der dem jüngsten Sohn in die Stirn geschossen wurde, eigenhändig ins Meer werfen. Der Uranus wird damit buchstäblich dem 12. Haus des Ältesten anheim gegeben. Jede Aufklärung wird man verweigern. Die Tragödie steht seither wie ein verdrängtes Denkmal immer an der Schwelle zum Einbruch in Juan Carlos' Leben. Der "gemachte", verkaufte Thronfolger mit dem verdrängten Uranus erschießt ja im jüngeren Alfonso auch "versehentlich" die Monarchie in sich, deren Name der Bruder trägt. Dennoch wird sich Juan Carlos eben dieser Struktur sein Leben lang unterordnen. Du darfst nicht rebellieren. Das Geheimnis um den Vorfall, um das 12. Haus und Uranus, wird damit nie aufgeklärt werden.

Manchmal ist es schwer begreifbar, wie fein systemische Symbole in solchen Lebensgeschichten auftauchen. Als Juan Carlos 1975 König von Spanien wird (links, Mittags-Stände), steht er erneut unter der Berührung von Saturn und Uranus. Diesmal ist es ein mundanes Quadrat. Flüchten oder Standhalten? Uranus macht die Opposition zu seinem Radix-Uranus und Saturn ein Quadrat zum Uranus im 12. Haus. Schärfer kann die Ambivalenz nicht sein, die viele andere zwar plakativer im Radix angelegt haben, aber nicht derart leidvoll tragen müssen. Mustermanns kommen eben nicht in Königs Situation. Steinbock-Herr nagelt in jenen Tagen die Zerrissenheit, die im Leben des neuen Monarchen (als abstrakter Faktor der Bestimmung) immer wieder eine solche Rolle spielt, in seinem Unbewussten fest.

Keine Zeit mehr für Revolutionen. Die Form festigt sich. Seitensprünge können - wenn überhaupt - nur noch heimlich in sein Leben einsickern. Pluto macht bei der Amtsübernahme - wie vor wenigen Jahren dann wieder - einen Aspekt zu seiner Venus (hier Quadrat), der Herrin des Eigenen, des Aszendenten, die allein fähig wäre, Uranus als Zeichen-Herrscherin aus der Versenkung zu holen. Aber Juan Carlos, das Zünglein an der Waage der Royalisten, hat ja nichts Eigenes mehr. Er wird zum plutonisch-saturnischen Bild für ein Land, eine Regentschaft, eine starre Hierarchie. Seine Steinbock-Planeten, samt rückläufigem Merkur, der Altes wiederherstellt, haben sich für die Bestimmung und gegen die Revolte entschieden. Vielleicht hatte der bisherige König, der wie Queen Elizabeth immer darauf bestand, niemals abdanken zu wollen, mit diesem versunkenen Uranus nicht einmal den Ansatz einer Chance, seine Möglichkeiten zur Individuation zu erspüren. Mond im Wassermann ist in sich frei, aber Altruismus verpflichtet.

Von Vater zu Vater zu Vater

Am Ende muss er doch immer über Saturn in die Zeit. Was dem König als Freiraum blieb, hätte durch frühe Unterstützung des Väterlichen entstehen müssen. Stattdessen setzte der alte Juan damals, vor vielen Jahren, seinem eigenen Opfer des Thronfolge-Verzichts das Opfer seines Sohnes für sein Land entgegen. Den in den letzten Jahren immer steinerner und melancholischer und weher wirkenden Juan Carlos, der dann wiederum die Zukunft, die Individualität seines Ältesten gegen die Zukunft Spaniens und der Monarchie tauschte. Hätte dessen Großvater bereits die saturnischen Qualitäten länger, verantwortlicher, klarer übernommen, wäre für seinen Sohn und Felipes Vater weitaus weniger Druck zur frühen Entselbstung entstanden. Dann hätte Juan Carlos vielleicht sogar den sensiblen Uranus in 12, das Chaos im Unbewussten, als kleinen Freiraum zum Er-Leben ins Bewusstsein holen können.

Aber was hat das nun alles mit den Elefanten zu tun? Der Elefant gilt besonders in asiatischen Ländern als Symbol für die Königswürde, für alles Neue, was mit den neuen Regenten erscheint und den Wundern, die ein König wirken kann. Aber auch im frühen Europa waren die sogenannten "Elefanten-Geschenke" unter Herrschern sehr beliebte Zeichen von Respekt und unterstützender, teilbarer Macht, wenn einer der sehr kostbaren Dickhäuter von Hof zu Hof geschickt wurde. In indischer Mythologie stellt der elefantenköpfige Ganesha astrologisch die einzige Kraft dar, die den Blockaden von Lord Shani, Saturn, letztlich die Stirn bieten kann. Wer den Elefanten schießt, erschießt deshalb immer auch die Weisheit exzentrischer, frischer, pur erlebter Anfänge.

Oder, westlich gesagt, die Segnungen des Uranus. Mit ihrem Tor zum All-Eins, den majestätischen Geheimnissen, die über Wassermann im Zodiak in die Fische, die Wahrheit, führen.

Auch der neue, junge König Felipe bringt nun wieder die direkte Schärfe zwischen Saturn und Uranus, die transpersonale Variante des Vater-Sohn-Konflikts, in seine Regierungszeit mit ein (rechts, via Astro-Databank, Rodden Rating A). Dabei ist seine Anlage uranischer, während die Verwirklichung in die Bestimmung, die Hierarchie und Disziplin gehen muss. Er übernimmt damit die von Juan Carlos erschossenen Elefanten der Weisheit symbolisch, eine optionale Klugheit, die in den seltenen, guten Königen, die uranischen Altruismus den saturnischen Formeln beimengten, lebendige Boten fanden. 

Wo Juan Carlos bei der Elefanten-Jagd die großen Tiere verfolgte, erschoss er wiederum symbolisch auch die "Schuld", die er gegenüber der Verdrängung des Uranus und dessen notwendigem Sich-Loslösen in 12 empfand. Metaphorisch zerstörte er so sogar die Rebellion selbst, die sich in ihm immer nur in unbewusst konstellierten Ereignissen wie dem Unfall mit dem Bruder Bahn brach. Er wendete sich saturnisch stets gegen seine eigene Revolte, auch im Sohn, der sehr früh zu Selbstkontrolle und gegen seine Natur erzogen wurde.

Heute, beim Überlauf von Uranus über Sonne des alten Herrschers, nimmt Felipe nun den Stab des brüchigen Familien-Erbes an, in dem weitaus mehr steckt, als nur die Thronfrage.

Bei beiden Stier-Aszendenten, Vater und Sohn, geht es letztlich doch um alles - um die Existenz des Selbst, durch den Schutz der Herde. Die kann den Uranus als Störer aber gar nicht brauchen, weil mit ihm in den Herrscher-Radix-Bildern auch indirekt Venus-Uranus Systeme fällen würde. Felipe hatte Uranus auf Saturn, als sich mit dem öffentlich bekannt gewordenen toten Elefanten die Tragödie und Chance einer Thron-Übernahme über die extreme Kritik am Vater, dem bislang unantastbaren König, bereits anbahnte. Der Sohn bringt ja ohnehin das starke Grund-Thema der inneren Zerrissenheit mit. Juan-Carlos hatte zuletzt Saturn-Uranus-Opposition und nun kommt Uranus-Saturn über den Transit des 11. Zeichen-Herrn zur Steinbock-Sonne neu zum Tragen. Und: Indirekt auch im Radix durch Saturn in 11 und starke Steinbock-Positionen (versus Mond und Jupiter im Wassermann), die insgeheim das Leben des Königs von Spanien so geprägt haben.

Im modernen Spanien (Landes-Radix der Krönung von Juan Carlos links, Astro-Databank, das von der Einsetzung Felipes abgelöst werden soll) protestieren die Monarchie-Gegner. Das Land bekommt nun Uranus-Pluto auf Venus-Pluto in 8 - ein Kampf der Herkunft (Venus Herrin IC) mit der Aussicht (Pluto Herr MC), die lang miteinander gingen. Auch Saturn, der über MC gehen wird und die 10. Haus-Sonne im Radix spiegeln wieder die Wichtigkeit der Struktur, zu der sich aber der DC, die Öffentlichkeit, bekennen muss. Es kam mit den zunehmenden Demonstrationen, schon um die Elefanten-Jagd die Zeit für den alten König, aus einer Lebensform zu springen, die nicht mehr zu ihm passte. Danach hat er jetzt zu tun, was jeder Mensch mit Planeten in 12 tun muss: Die verdrängten Anlagen und Bedürfnisse erkennen, benennen und heben. Wenn er nicht an ihnen ersticken will. Den Uranus im Stier also buchstäblich essen, kauen und schlucken, um zu fühlen, dass jetzt ein Fremdsein in der Herde für das Eigene, das Selbst, überlebens-notwendig ist.

Es wird Zeit, endlich abzudanken, empfahlen wir schon 2012 in der ersten Version dieser Lebens-Geschichte der Könige von Spanien (Die Sage vom Elefanten). Denn die Monarchie passte nicht mehr zum Menschen Juan Carlos, der so viel abregelnden Zwang erlebt hatte und sich so wenig frei erleben konnte wie sein Sohn.

Felipe, der ebenso gefährdet ist, sich von sich selbst zu entfernen, wenn er denn das Uranus-Saturn-Problem seiner Familie nicht anders lebt und löst. Es muss aufhören in diesem System, dass die Könige krank werden, stürzen, versehentlich schießen oder heimliche Affären einem (nicht wegzuregelnden) Uranus opfern. Das einfache Menschsein wäre gerade für den Sohn mit seiner Verführbarkeit zur Stuktur rund um die 10. Haus-Planeten, diesen so ähnlichen, aber letztlich noch viel freiheits-hungrigeren Felipe und seine Familie (mit der gequälten Letizia und den beiden kleinen Mädchen) eine gute Alternative. Vielleicht käme damit auch die verregelte spanische Monarchie wieder etwas zu Atem.

Für die Kinder. Die kleine Leonor, die nächste Königin auf der Liste, die heute erst neun Jahre alt ist (RADIX Astro-Databank) ist eine Skorpionin mit Löwe-AC (und damit fixen Ansichten) und einer Sonne im Quadrat zu Saturn, sowie zur anderen Seite zum Neptun im Wassermann. Der Konkurs-Aspekt ist damit schon in ihr angelegt. Ihr Horoskop kommt aber, entgegengesetzt zu dem des Großvaters, mit Saturn in 12 daher. Falls zu ihrer Zeit die Monarchie noch besteht, was wegen Saturn-Neptun keineswegs sicher ist, zumal bei einem drohenden Neptun-Neptun Quadrat, das im Landes-Radix an der Substanz zehrt, wird mit ihr ein neuer Ton am spanischen Hof einziehen.

Bis dahin muss Felipe weiter um den Bestand kämpfen und versuchen, die majestätische Weisheit der Elefanten nach den Schüssen des Vaters auf seine Weise wieder zum Leben zu erwecken. Familien-Systeme sind zwar zehrend und ziehen alles und alle wie in ein Vakuum hinein. Aber der alte König ist gegangen, Spanien hat einen Krebs-Mond und ist berührbar. Vielleicht doch von der Möglichkeit eines freieren, neuen Königs.    

Bilder (bearbeitet): Víctor Quintas, posted on cruzrojaesp Flickr (Spanish Red Cross Movement Flickr)) [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)] +  Miguelazo84, both via Wikimedia Commons

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Original-Artikel von www.astrologie-zeitung.de
Autorin: Susanne Riedel Plenio

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