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Inside - Wladimir Putin

Inside  – eine neue Rubrik bei Loop. Denn Astrologie kann im Idealfall ja vor allem eines: dabei helfen für andere Individuen ein Verständnis zu entwickeln, das diesen auch gerecht wird. Normalerweise betrachten wir die Welt meist nur aus unseren Augen und selbst wenn wir für andere Empathie und Verständnis entwickeln, geschieht das aus unserem eigenen Blickwinkel, gemäß unserer eigenen Anlagen. Bis zu einem gewissen Punkt funktioniert diese Übertragung auch ganz gut, nur dort, wo sich der oder die Andere gravierend von unserer energetischen Ausgangslage unterscheidet, wird es schwieriger.

Das astrologische Modell bietet hier einen Ansatz, der einzigartig ist. Und kann so dabei helfen, im privaten wie auch in einem größeren, gesellschaftlichen Kontext ein wesentlich umfassenderes Verständnis für andere zu entwickeln, als dies normalerweise möglich erscheint. In Zukunft werden wir hier also in lockerer Abfolge Menschen, die durch ihre Position und ihr Handeln in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit rücken, unter diesem Aspekt vorstellen. Oder besser – wir wagen einen Blick aus den Augen der betreffenden Personen, versuchen uns in sie hineinzuversetzen, um ihr Handeln und ihre Beweggründe besser zu verstehen.

Den Auftakt macht heute Wladimir Putin, der Präsident Russlands.

Wladimir Putin wurde nach offiziellen Angaben am 7. Oktober 1952 gegen 09:30 h in Leningrad geboren. Seine Geburts-Sonne steht somit auf 13°55´ im siebten Abschnitt des Zodiaks, der Waage. Über Putin haben wir in den vergangenen zwei Jahren schon mehrmals und ausführlich geschrieben (Links am Ende des Artikels). Dies hier ist also mehr eine Ergänzung um Faktoren, die in diesen Beiträgen noch nicht so ausführlich angesprochen wurden.

Sonne in der Waage

Die Waage ist ja das einzige Zeichen im sogenannten Tierkreis, das durch ein abstraktes Symbol beschrieben wird. Während wir in allen anderen Zeichenbildern entweder Menschen (Zwilling, Jungfrau, Wassermann), Halbmenschen (Schütze) oder Tiere (der ganze Rest…) finden, geht es hier anscheinend vor allem um ein Prinzip – das Prinzip des Ausgleichs, der Balance, der Ergänzung. Sie stellt den Gegenpol zum Ursprung der eigenen Individualität dar, dem Widder, und  repräsentiert all das, was wir nicht als zu uns selbst zugehörig erfahren. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Begegnung mit dem Anderen, dem Gegenüber. In gewisser Weise stellt die Waage das Prinzip der „Außenwelt“ dar, das was symbolisch gesehen am weitesten von dem entfernt liegt, was wir als „ICH“ bezeichnen.

Aber es geht hier keineswegs um etwas Konkretes. Waage ist das kardinale Luftelement, hier entstehen die Gedankenbilder, in denen unser Verständnis des Fremden, der Welt dort draußen, zum Ausdruck kommt. So wie der Widder für einen grundsätzlichen Richtungsimpuls der eigenen Lebensenergie steht (den man dann leicht mit dem Vorhandensein eines abgespaltenen Ichs verwechseln kann), so steht die Waage für die damit gleichzeitig entstehende Polarität. Denn sobald ein Impuls, welcher Art auch immer, in eine bestimmte Richtung drängt, bewegt er sich zwangsweise auch von etwas weg. Das Prinzip der Anziehung, der Bejahung auf der einen Seite, und der Ablehnung, der Verneinung auf der anderen Seite. Und es liegt im Aufgabenbereich der Waage, dieses gleichzeitig entstehende „Andere“, das nicht Ziel der eigenen Bestrebungen ist, bewusst zu integrieren, um so das Leben wieder als eine Gesamtheit zu erfahren.

Das allerdings geschieht eben nur dann, wenn dieses „Andere“ nicht als getrenntes, abgespaltenes Universum erfahren wird, sondern das Grundprinzip des Abhängigen Entstehens mit all seinen tiefgreifenden „Schöpfungen“ als Teil der eigenen Existenz verstanden wird.

Geschieht dies nicht, wird im Waage-Prinzip der Schöpfungsakt von Freund und Feind vollzogen, hier werden die Weichen gestellt, in welcher Welt wir letztendlich leben. Anfangs mag sich dies eben „nur“ als Gedachtes, als abstraktes Bild manifestieren, im weiteren Verlauf wird daraus ein tief empfundenes Erleben (Skorpion als nächste Manifestationsstufe) und schließlich ein Weltbild, eine Lebensphilosopie, ein Glaubensgebäude (das Schütze-Jupiter-Prinzip).

Vor diesem Hintergrund wird vielleicht auch verständlich, warum die allgemeine Einschätzung, dass „Waagen“ per se ausgeglichene und ausgleichende Persönlichkeiten wären, nicht richtig sein muss. Sie sind zwar „gezwungen“ sich mit der Welt, den Anderen, ihrem Gegenüber auseinander zu setzen, um für sich selbst die Erfahrung von Ganzheit zu machen. Das bedeutet aber nicht zwangsweise, dass diese Auseinandersetzung immer von Weisheit und Bewusstheit getragen sein muss.

Statt sich selbst als Ausgangspunkt des Grundimpulses zu verstehen (Widder-Mars), auf den dann erst eine Reaktion erfolgt (Venus-Waage), kann man das genauso umgekehrt erleben. Man selbst empfindet sich als permanent reagierend auf die Welt und die Anderen, was immer man tut, wird mit dem Handeln des Gegenübers gerechtfertigt, für das man einen Ausgleich schaffen muss.

Steht nun die Sonne in diesem Zeichen, dann wird das gesamte Leben auf dieses Thema fokussiert. Als geistig-gedankliche Mitte wohlgemerkt, nicht als empfundene. Genau deswegen können Waage-Betonungen äußerst kühl und strategisch agieren, Gefühle sind nicht zwangsweise Thema, sondern entstehen erst als Reaktion auf die inneren Gedankenbilder und Vorstellungen.

All das gilt verstärkt für einen Menschen, wie Wladimir Putin, da dieser nicht nur die Sonne in der Waage stehen hat, sondern auch Neptun, Saturn und Merkur, sowie Jupiter in Haus Sieben (der Waage-Entsprechung im Häuserkreis). Um nun herauszufinden, in welcher Weise Putin dieses Thema in seinem Leben wiederfindet, muss man einen Schritt weiter gehen, bisweilen auch mehrere. Denn nach dem Prinzip der Herrscher ist von größter Bedeutung, wo sich denn Venus befindet, vor welchem atmosphärischen Hintergrund also diese inneren Impulse und Reaktionen entstehen. Die Waage selbst könnte man dabei als eine Art Landschaft beschreiben, in der bestimmte Städte liegen, die eine bestimmte Vegetation hat. Die Stellung der Venus gibt Auskunft über das dort herrschende Grundklima, die atmosphärischen Wetterbedingungen.

Putins Venus steht im Skorpion, hat also selbst einen marsisch-plutonischen Hintergrund. Was das Bild der ausgeglichenen Waage etwas relativiert. Verfolgt man diese Kette konsequent weiter, dann wird Venus selbst von Mars im Schützen beherrscht (wenn man die klassichen Herrscher zugrunde legt), dieser wiederum von Jupiter im Stier. Hier schließt sich dann der Kreis und wir kehren symbolisch zur Venus und ihrer Stellung zurück. Einerseits wird also das innere Klima feucht und vielleicht sogar etwas düster sein, aber es geht hier tatsächlich auch um Empfindungen (Wasser-Element) als prägende Kraft dieser Auseinandersetzung mit der Welt und den Anderen. Skorpionische Gefühle sind intensiv und wenig flexibel. Hat man für jemand oder etwas Symphatie entwickelt, dann muss schon sehr viel Unangenehmes passieren, damit sich das wieder ändert. Hier finden sich Menschen, die sich für andere (oder auch eine Sache) bis zur Selbstaufgabe einsetzen können. Schlägt die Symphatie aber ins Gegenteil um, dann sind die Feindbilder genauso schwer zugänglich für Veränderungen, lösen sich nur in sehr langsamen Prozessen wieder auf.

Letztendlich beziehen sich sowohl Landschaft (Waage) wie Klima (Skorpion) aber auf sich selbst als Ideal (Mars im Schützen) wie auch auf Ideale, Philosophien bis hin zur Religion generell (Jupiter als letztes Glied in der Dispositorenkette). Jupiter im Stier hat nun häufig eine Idealvorstellung von Welt, in der „die Herde“ eine große Rolle spielt. Es geht um die Bewahrung all dessen, was zum Leben und Überleben innerhalb dieser archaischen  Lebensgemeinschaft notwendig ist, dementsprechend auch um eine Absicherung der Werte und Inhalte, die sich darauf beziehen.

Nimmt man also nur den Zeichenstand der Sonne von Putin, zeigt sich schon ein sehr bestimmender Hintergrund. Das venusische Waage-Prinzip wird mehr von Mars bzw. Pluto und Jupiter dominiert, als man das üblicherweise bei einer Waage-Sonne vermuten würde. Seine Waage-Betonung muss sich der Skorpion-Färbung seiner Venus in Haus 1 unterordnen. Es geht also nicht um Ausgleich und Balance im ursprünglichen Sinn, die Faszination bezieht sich eher auf die „dunklen Seiten des Seins“. Die aber müssen von einem Helden (er selbst als Schütze-Mars in Haus 2) mit dem flammenden Schwert universeller Gerechtigkeit bekämpft werden, getragen von dem Ideal einer archaischen Stammes-Zugehörigkeit (Jupiter im Stier). Allerdings zeigen sich bei den beiden Dispositoren weitere Besonderheiten. Mars, diese ursprüngliche Kraft wird im eigenen Verständnis zu einer Art Super-Power, denn zum einen ist er Out-of-Bounds, in seinem Ausdruck also weitaus energetischer aufgeladen als üblich. Und zum anderen bringt die exakte Konjunktion mit dem Galaktischen Zentrum ein chaotisches Element in diesen Lebensbereich ein, ist als einzusetzende Anlage (Haus 2) somit nur schwer zu kontrollieren.

Man könnte das vergleichen mit einem Super-Helden, dem ab und an sämtliche Sicherungen durchbrennen, vor allem dann, wenn dessen Herrscher Jupiter (die eigenen Ideale, das sinnstiftende Element im Leben) bedroht scheint. Was aber leider, innerhalb von Putins Universum, ein Dauerthema ist. Durch Jupiters Stellung in Haus sieben, wird das Ideal der gesicherten Existenz innerhalb der „Herde“ ja immer von „den Anderen“ verkörpert, ist quasi in deren Besitz, nicht im eigenen. Er selbst (Putin), mit seinem Skorpion-AC und der Sonnenherrscherin Venus in Haus 1, sieht sich eher in der Rolle Mars-Plutos, einer emotional-moralischen Instanz in Opposition zu diesem gesamten Jupiter-Stier Thema. Da Pluto selbst jetzt auch noch im Quadrat zu Jupiter steht, verhindert das in schönster Regelmäßigkeit einen wirklich befriedigenden Erfolg. Mit anderen Worten – Harmonie und Ausgleich kann eigentlich nie entstehen, das ganze Modell ist eher als Kampf angelegt, darin findet man sich wieder in der sich selbst zugedachten Rolle und nutzt das energetische Prinzip, das noch am ehesten als „eigener Besitz“ empfunden wird – das Flammenschwert des Schütze-Mars.

Bei all dem darf man aber eines nie vergessen, trotz aller Verbindungen, die sich alleine über das Sonnen-Thema zeigen, haben wir es hier immer noch mit einer kardinalen Luft-Sonne zu tun. Die mehr in der Welt des Abstrakten als des Wirklichen lebt. All das sind also meist nur Strategien, um am Ende das zu finden, was als sonnenhaftes Lebensthema in einem angelegt ist. Im weitesten Sinne die Suche nach Balance, nach einem Gleichgewicht der Kräfte.

Wer immer also in Putins Schuhen laufen will, ihn als Verhandlungs- und Gesprächspartner verstehen möchte, muss wissen, dass jegliche Art von Bedrohung dieses Themas, entsprechende „Reaktionen“ hervorrufen wird. Denn hier liegt noch ein weiteres, eingangs schon angesprochenes Dilemma. Zwar ist die Waage ein initiierendes Kardinalzeichen, ein Schöpferprinzip, versteht sich selbst aber meist nur als eine Art Antwort auf die Impulse, die von anderen bzw. der Welt kommen. Um sich selbst weiter zu entwickeln, die eigenen Ideen und Gedanken vorwärts zu bringen, braucht man die Welt als Impulsgeber. Man ist nur selten in der Lage, ohne diese Impulse wirkliche Dynamik zu entwickeln. In Putins Fall muss es also immer „Etwas“ geben, das diese Balance verhindert oder bedroht, damit er selbst aktiv werden kann. Erst dann wird er sich selbst autorisieren, seine eigene Vision von Welt als scheinbar ausgleichendes Prinzip dagegen zu stellen.

Die jüngste Entwicklung in der Ukraine und Putins Reaktion darauf ist, wenn man all das hier genannte als innere Wirklichkeit zugrunde legt, also zwingend logisch, zumindest für Wladimir Putin selbst.

Positiv ausgedrückt – solange man es schafft, eine Balance der Kräfte aufrecht zu erhalten, wird Putin wenig Möglichkeiten finden, um entsprechend innerhalb seiner angelegten Muster zu re-agieren. Setzt man sich darüber aber vehement hinweg (wie das im Falle der Ukraine geschehen ist), dann schafft man sämtliche Voraussetzungen, damit Putin innerhalb dieser Muster aktiv werden kann. Und wie das in aller Regel aussieht, sollte sich nun langsam in den diplomatischen Kreisen herum gesprochen haben.

Das alles bezieht sich jetzt nur auf den Sonnenstand vor dem Hintergrund des Zodiaks.  Die Stellung dieser Sonne kurz vor der Spitze von Haus 12, in Konjunktion mit Saturn sowie einer Merkur-Neptun Verbindung, bringt naturgemäß noch einmal ganz andere Themen mit ein. Hier findet sich dann auch Putins Vergangenheit wieder, sein persönliches Schicksal und sein Werdegang ( Zitat aus Putin: Keiner wie die Anderen):

Putin ist aber auch nach wie vor ein Mann, der gerne im Hintergrund Fäden zieht und Pläne schmiedet. Seine Karriere beim sowjetischen KGB und später beim russischen FSB entspricht genau dieser Merkur-Neptun-Saturn Konjunktion in Haus 12. Für ihn besteht die Welt aus einer glatten Oberfläche, von der man sich nicht täuschen lassen darf. Die wirklichen Dinge spielen sich darunter ab. Politisches Handeln ist also immer auch Strategiedenken jenseits der Öffentlichkeit, er hört die feindlichen Flöhe schon husten, wenn diese selbst noch nicht wissen, dass sie eine Erkältung haben. Das alles bringt zwangsweise auch einen Hang zum Mystizismus und im schlimmsten Fall zu einer gewissen Paranoia mit sich.

Um also wirklich „in den astro-energetischen Schuhen von Wladimir Putin“ zu laufen, bedarf es weitaus mehr als dieses kurzen Anrisses. Aber hier geht es ja auch um die aktuellen Ereignisse und all das bisher Genannte, nur um eine Grundanlage, die aber weder statisch, noch unveränderbar bleibt. Auslösungen wie aktuelle Transite bringen diese Themen fortwährend auf neue Art zum Schwingen, manchmal nur als fraktale Obertöne, manchmal aber auch äußerst massiv.

Das gerade erlebt Putin durch die Einbindung seiner Waage-Planeten in das große, mundane Quadrat. Veränderungen stehen an, und Putin hört dieses Ticken der Zeitgeist-Uhren. Ob er es aber richtig zuordnen kann, ob er es als Chance, ganz im eigenen Sinne Veränderungen herbeizuführen, begreift, oder nur als ungreifbare Bedrohung, das ist die entscheidende Frage.

Denn was geschieht genau im Universum des Wladimir Putin? Pluto im Quadrat zur eigenen Sonne beeinträchtigt zu allererst das eigene Selbstbild und somit auch den eigenen Selbstwert. Bisher mag man mit der Zuweisung von Feindbildern an andere ganz gut durchs Leben gekommen sein, nun aber ändert sich das Ganze, wird quasi auf den Kopf gestellt. Man selbst wird zur Projektionsfläche für die Feindbilder der anderen, egal was man tut und versucht. Olympia mag hier das jüngste Beispiel  für eine tiefe Enttäuschung sein, die Putin schon zeit seines Lebens bewegt. Er hat versucht, innerhalb seines Kontextes und seiner Mittel, sich selbst ein Denkmal zu setzen, seine Venus am AC veräußert, wollte nach seinem Verständnis Schönheit schaffen und die Welt zum Staunen bringen. Aber statt Begeisterung zu erzeugen, war die Reaktion sehr verhalten, Kritik an diesem und jenem, aber wenig Anerkennung oder gar aufrichtige Symphatie.

Ausgerechnet in diesem Moment werden die Uhren in der Ukraine neu gestellt, eine neue Zeit soll anbrechen, jenseits von Putin und Russland. Während die Welt also bei „ihm“ zu Gast ist, agieren Teile davon „hinter seinem Rücken“ gegen seine bzw. die Interessen seiner Herde. All das Waagehafte-Schöne, dass er angeboten hatte, wurde nicht gewürdigt und stattdessen mit Verrat entlohnt.

Das alte Pluto-Jupiter Thema erstrahlt somit in neuem Glanz, wieder einmal gescheitert, wieder einmal  wird man nicht gewürdigt. Und muss somit „reagieren“, dieses Ungleichgewicht, das jetzt auch noch eine sehr persönliche und schmerzhafte Note bekommen hat, austarieren. Und er tut dies, ganz themengemäß, indem er die eigene Ohnmacht, die eigene Enttäuschung darüber umwandelt in einen Akt der Aggression. Wobei, und das sollte man bei aller Aufregung nicht vergessen, er dies wiederum ganz in seinem angelegten Sinne tut. Es tauchen Soldaten ohne Abzeichen in der Krim auf (die 12.Haus Betonung), er holt sich eine offizielle Legitimierung dafür (Sonne-Saturn benötigt das als formale Prinzip als Absicherung), er beharrt darauf, dass er ja nur auf eine Bedrohung, die die fragile Balance an Russlands Grenze kippen lässt, reagiert. Und bisher jedenfalls ist offiziell kein einziger Schuss gefallen, gab es weder Tote noch Verletzte. Also kein blindwütiger Racheakt, sondern ein, aus seiner Sicht, angemessener strategischer Schachzug.

In anderen Zeiten müsste man sich also vielleicht keine großen Sorgen machen, nur was Putin vermutlich nicht weiß – er ist in eine Dynamik eingebunden, die er über kurz oder lang nicht mehr kontrollieren kann. Die Mühlen des Großen Quadrats sind ja gerade erst dabei, ihre Kraft zu entfalten. Und Putin steckt mit seinen Anlagen mittendrin in diesem Räderwerk. Was zu anderen Zeiten also vielleicht tatsächlich ein genialer Schachzug gewesen wäre, kann jetzt schnell zum Bumerang in einer Dynamik werden, die auch für einen wie ihn, der mit Merkur-Neptun „das Gras wachsen hört“, nicht absehbar war.

Denn nun muss er wieder abwarten, kann nur hoffen, dass die Reaktion der anderen Seite so ausfällt, dass er selbst innerhalb seines musterhaften Gebäudes aktiv werden kann. Reagiert die andere Seite aber nicht so wie erwartet, geht sie nicht auf seine „berechtigten Forderungen“ ein, sondern verschärft den Ton und verstärkt das Drohszenario, schafft also noch mehr „Ungleichgewicht“, dann kann er gemäß seiner inneren Strategie nicht anders, als noch härter zu reagieren.

Was also wäre die richtige Antwort?

Zu allererst noch eine Anmerkung. Putin ist ein äußerst schlauer Kopf-Füssler. Die Luftbetonung wird ja auch noch durch den Mond im Zwilling verstärkt, zusammen mit seiner 12-Feld-Betonung und Venus in Haus Eins macht ihn das zu einem „Partner“, der nicht nur über rationale, sondern auch genügend emotionale Intelligenz verfügt, um selbst die heimlichsten Absichten seines Gegenübers zu erahnen. Durch die aktuellen Pluto, Uranus, Jupiter und Mars-Transite zur Sonne herrscht gerade aber auch gehöriges Chaos in seinem energetischen System. Diesen inneren Aufruhr trägt er nun in die Welt, und lässt uns alle Teil daran haben. Man kann dies abwehren oder annehmen. Da das Große Quadrat uns aber alle betrifft, wäre die zweite Option empfehlenswert. Annehmen bedeutet aber nicht, Herrn Putin zu bauchpinseln wo es nur geht (als Alternative zu den üblichen Drohgebärden), sondern sich an die eigene Nase zu fassen und eigene Fehler, die gemacht wurden, offen einzugestehen. Und dass die Super-Diplomaten aus Brüssel, Berlin und Washington im Umgang mit der Krise in der Ukraine schwerwiegende Fehler gemacht haben, wird ja mittlerweile selbst von offizieller Seite nicht mehr bestritten.

Stellt man also jetzt selbst wieder einen Ausgleich her oder bietet diesen zumindest an, dann sind Putin die Hände gebunden, ganz im Sinne des bisher Gesagten. Statt ihn jetzt völlig auszugrenzen und zum globalen, plutonischen Feindbild Nummer eins zu erklären, MUSS man ihn einbinden, wo es nur geht. In Gespräche, in Entscheidungen, in alle Prozesse, die unmittelbar mit russischen Interessen verbunden sind.

Andernfalls wird Putin zum isolierten Selbstläufer innerhalb des aktuellen Bühnenstücks werden, das der Zeitgeist gerade inszeniert und er könnte als Überschrift wählen: „Wie es mir gefällt…“. Und frei nach dem Motto „ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert…“, dem uranischen Element in seinem Leben (Uranus steht im Quadrat zu seiner Sonne im Radix) freien Lauf lassen, wirklich unberechenbar werden und das auch noch in vollen Zügen genießen. Eine Art Selbstbefreiungsakt seiner Sonne von der engen Umklammerung durch Saturn.

Aber jeder Transit bietet ja auch eine Chance, uranische Auslösungen eben die eines radikalen Umschwungs. Der, sofern er in eine hilfreiche Richtung geht, gerade heute willkommen wäre.

Denn es ist so oder so an der Zeit, das Machtgefüge der Welt neu zu ordnen. Aber nicht mit den alten Mitteln und Methoden, die weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart jemals funktioniert haben. Und nur denjenigen dient, die an jeder Krise verdienen, für die jeder Krieg auch eine hervorragende Einnahmequelle ist. Wer also unbedingt „das Böse“ in manifestierter Form braucht, um dem eigenen Leben einen Sinn zu geben, sollte einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Obama und Putin haben gemeinsam den von manchen schon „fest eingeplanten“ Syrien-Krieg verhindert und den Iran-Konflikt entschärft. Die Rüstungsindustrie in Amerika erlebt gerade die härtesten Einschnitte in der jüngsten Geschichte, was käme ihr da gelegener als ein Konflikt zwischen den Großmächten selbst? Natürlich gilt auch hier – einen globalen Atomkrieg möchte niemand, auch nicht die Herren in Grau. Aber man kann es nicht oft genug betonen - es gibt Zeiten, in denen sich das Spiel mit dem Feuer schnell als unbeherrschbar zeigt, und ein kleiner Funke einen Flächenbrand erzeugt, den niemand ernsthaft wollte.

In einer dieser Zeiten leben wir gerade und Waage-Sonne Putin ist eine Symbolfigur dafür. Er ist nicht das Böse schlechthin, sondern leidet gerade selbst unter den Symptomen eines Virus, den wir astrologisch das „Große Quadrat“ nennen. Wenn man so möchte ist er einer der ersten Patienten, die sich angesteckt haben, und bietet sich genau deshalb auch an, um rechtzeitig ein Heilmittel gegen die eigentliche Krankheit zu finden. Niemand käme doch ernsthaft auf die Idee, sich davon selbst anstecken zu lassen, wenn es sich um eine Grippe handeln würde. Wenn also der Patient Nummer eins gerade von wilden Machtphantasien geplagt wird, auf dem Boden größter Unsicherheit und Ängste, und deshalb Dinge tut, die er im Normalfall vermutlich selbst für abwegig halten würde, dann macht es genauso wenig Sinn, sich davon „anstecken“ zu lassen.

Als Arzt und Heiler weiß man, dass dies alles nur Symptome einer Krankheit sind, der Betroffene Hilfe braucht, auch und gerade damit sich dieser Virus nicht weiter ausbreiten kann.

Warum sollten bei astro-energetischen Auslösungen andere Maßstäbe gelten als bei einer simplen Erkältung? Und nur weil jemand Präsident eines Landes geworden ist, hat er nicht aufgehört ein Mensch zu sein, der entsprechend seiner Anlagen Wünsche und Bedürfnisse hat, Hoffnungen und Ängste, auf die man eingehen kann. Die Art und Weise wie man das tut, gibt erst einmal Auskunft darüber, wie weit es um die eigene Abwehr gegen die negativen Auswirkungen der aktuellen Zeitströme bestellt ist.

Wenn man es also mit jemandem zu tun hat, der in einem Waage-Universum zuhause ist, ist Diplomatie immer ein Weg, um Lösungen zu finden. Selbst bei Wikipedia finden sich dazu einfachste Vorgaben.

- Kompromissbereitschaft und den Willen entwickeln, die Absichten und Wünsche aller Beteiligten anzuerkennen - eine Win-Win Situation schaffen - Unbedingt vermeiden, den Anderen bloß zustellen oder in die Enge zu treiben - Lösungen suchen, die einen langfristigen Nutzen für alle bringen.

Man kann Diplomatie aber auch nach dem Motto betreiben, „den Hund solange zu streicheln, bis Maulkorb und Leine fertig sind.“ Das mag bei vielen funktionieren, nicht aber bei Wladimir Putin. Für den Umgang mit ihm könnte schon eher ein altes chinesisches Sprichwort das richtige Rezept bieten:

Bitterer Tee, mit Wohlwollen dargeboten, schmeckt süßer als Tee, den man mit saurer Miene reicht.

In diesem Sinne wünsche ich Wladimir Putin als Mensch baldige Genesung von seinen uranisch-plutonischen Infektionen, ebenso aber denjenigen „auf der anderen Seite“, die auch schon Symptome derselben Krankheit zeigen.

Und uns allen genügend Abwehrkräfte, damit wir uns davon nicht anstecken lassen.

Bilder: Titelbild – Putin Kremlin.ru [CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons;
Auge - von PBertoye Photo (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons;
Putin Animals premier.gov.ru [CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons;
Super-Putin By Sergei Kalenik (Superputin) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Putin Church - Kremlin.ru [CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

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1 - Putins neues Russland; 2- Putin: Keiner wie die Anderen; 3 - Pussy Riot: Drei gegen Putin; 4 - Wer regiert die Welt (1)?; 5 - Der Blogger und der Präsident; 6 - Putin: Auf den Spuren eines Phänomens; 7 - Chodorkowski: Einmal Hölle und zurück; 8 - Sotschi: Russland gegen Regenbogen; 9 - Krim-Krise: Der schmale Grat 

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Original-Artikel von www.astrologie-zeitung.de
Autor: Harald Lebherz

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