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Loop! Astrologie-Zeitung

Mars und die Kinder des Falken

Das Land, in dem ich mich aufhalte, ist voll von Boten mit wilden Gesichtern, die nicht Gott noch Göttin fürchten. Wenn ich sie hinauslasse, so werden sie mir das Herz eines jeden bringen, der Unrecht tut, und die [Frevler] werden hier bei mir sein.
(Altägyptische Märchen, Diederichs 1998, Streit zwischen Horus und Seth). 

Es war einmal in Ägypten, einem Land, dessen modernes Horoskop heliozentrisch Mond/Erde auf dem GZ im Schützen hat (nach NICHOLAS CAMPION). An dem sich also vieles im Ansatz schon zeigt, was die Welt als Ganzes berühren kann und wird. Es ist kein Land, in dem Milch und Honig fließen, seit es mit Merkur und Uranus rund ums Krebs-IC, die Tiefe des Himmels, in seine eigene Zerrissenheit fliegt. Horus-Land, Falken-Land, wo Krieg herrscht und Selbstzerstörung, nicht erst seit Mars den Punkt der Herkunft gerade überschritten hat und die Ambivalenzen aufreißt, oder Löwe-Pluto, die Macht des Subjektiven, von Sonne getriggert in 5, dem "eigenen" Haus der Lebenskraft so nah am Tod balanciert.

Hunderte sterben, als der Sonne-Mars-Spiegelpunkt (wiederum auf dem irdischen Spiegel des galaktischen Zentrums im Krebs) mit dem Sonne-Pluto im Transit aufleuchtet. Kein Überlauf, ohne dass die Original-Anlage eines astrologischen Faktors im Gepäck transportiert wird. Das gilt auch für Länder-Horoskope. Und es ist wie bei allen Kriegen, denen in sich selbst, gegen sich selbst, wie denen gegen Feinde im Außen (hier Venus als Herrin des Du-Bereichs, die Ägypten in 1 bei sich selbst begegnen): Menschen werden sterben und Tode werden Menschen hervorbringen, die wieder Menschen sterben lassen. 

Niemand weiß genau, wo es angefangen hat, wenn Mars die Offensive anspitzt. Keiner ahnt je, ob es überhaupt um etwas geht und welchen Namen das "Etwas" hat. Meist, soviel ist sicher, stößt man am Ende doch nur wieder auf den eigenen Namen, der hinter allen "logischen" Begründungen von Zerstörung steht. Bei Mars dreht sich die Welt eben ums Ich, die Selbst-Definition. Ein Grund, zwei Gründe, drei Gründe. Beliebig. Gerade dieses Ägypten, eine der wichtigsten, frühsten Hoch-Kulturen, wird unübersichtlich, wenn es jetzt, mit Saturns zulaufender Opposition auf (Mit-) Herrscherin 1 und 7 (Ich gegen Du und umgekehrt) seine eigenen Ängste tötet. Sein oder Nicht-Sein, Widder-Waage und Stier-Skorpion, die beiden ersten Achsen des Zodiak, die hier gegen einander schlagen. All das erinnert frappant an den alten, ägyptischen Mythos um Horus, den Licht- und Welten-Gott, den Raubvogel, Boten der Sonne und seinen Gegenspieler Seth, Vater der Wüsten und des Chaos, der einst mit Merkur verbunden war. Während im Land der Notstand ausgerufen wird (Loop! Artikel ÄGYPTEN - ENDE DES FRÜHLINGS?), der Vizepräsident zurücktritt, weil friedliche Lösungen im Keim erstickt werden, zündet Mars eben diesen Merkur-Seth an, während ausgerechnet Sonne-Horus im eigenen Zeichen und Haus hyperstark, über Pluto wandert. Der mythologische Kampf um die Herrschaft ist eben nicht vorbei.

Was sich im geozentrischen Blick auf das Landes-Radix irdische Machtfragen spiegelt (links), zeigt sich im heliozentrische Horoskop Ägyptens als anderer, umgreifender Aspekt der nationalen Archetypen. Wo hier Mars auf Merkur geht, geht dort Mars auf Merkur und Erde- Mond (irdische Knoten-Variante der Sonne) hat aus Sonnen-Sicht Pluto in der Opposition noch nicht ganz erreicht, während Sonne-Pluto doch irdisch gerade schon vorbei ist. Wenn man die aktuelle, sehr, sehr heftige Entwicklung in Ägypten nicht nur nicht nur politisch begreift, sondern in einem viel tieferen, mythologischen Sinn ausliest, findet hier tatsächlich auf einer oberflächlichen, linkshirnigen Ebene des Rationalen der (potenziell tödliche) Kampf um Identität, Herkunft (IC) und eine Installation von Glaubens-Themen im Materiellen (Jupiter als Herr 8 und 9 in 2 Zwillinge) in Verbindung mit der Frage der Muslimbrüder statt.

Darunter liegt aber auch der ewige Streit der beiden Welten der Lichter - Sonne und Mond, die im ägyptischen Radix auch noch über 4 und 5 herrschen - und so auffällige Verbindungen zur ägyptischen Tradition, Ambivalenz und Geschichte haben. In Campions Erd-Horoskop des Landes stehen sie nicht umsonst im Quadrat zueinander in beiden Merkur (Seth-) Häusern 3 und 6. Und genau hier fing schon im Ur-Mythos alles an - mit Horus und Seth, Neffe und Onkel, den Kontrahenten um den Thron des Osiris ("Sitz des Auges"), des großen, guten Gottes, der das Jenseits und die Wiedergeburten beherrschte und astrologisch wie ein Mix aus Pluto und Neptun anmutet. Beide umrahmen im Natal ausgerechnet Mond, mit jeweils einem Halbsextil. Seth war Osiris böser Bruder, der ihn tötete, womit die Unterwelt geschaffen wurde, Horus Osiris Sohn, der den Vater rächen sollte und später König von Ägypten wurde. Selbst das Radix des neuen Ägypten bebildert ihren Kampf noch eindrücklich.

Im Mythos geht es nämlich um viel mehr - die Sicht, sowohl äußere als auch innere, die Position, die Welt bezieht, wenn sie ihre eigene Gegenwart betrachtet. Das rechte Horus-Auge ist das "Sonnen-Auge" des Weltlichen, dem immer etwas Fadenscheiniges anhaftet, während das linke, "heile" Auge, ihm von Seth beim Kampf um den Thron Ägyptens ausgestochen wird. Dieses "Mond-Auge" bleibt allerdings das wahre Auge, das tiefer in die Verwobenheit und Hintergründe der Dinge blickt. Mars auf Merkur geozentrisch meißelt aktuell die notwendige, rechtshirnige, vernetzte Sicht im Sextil zu Ägyptens Mond wieder auf. Wenn das Land nicht in sich "zur Vernunft" kommt, das heisst zu einem kongruenten Empfinden für sowohl die eigene Dunkelheit, als auch die eigene Fähigkeit im Sinne einer Anpassung an die Umweltbedingungen (Haus 6) durch Verbindung statt Trennung und Zerstörung, geht die immer noch vorhandene Chance für eine Heilung verloren. Dann agitiert der Impuls zum Brechen von Widerstand (Mars) als Selbstreflex (Herr 1) den alten Gott des Chaos und der Verwirrung, Seth, an der Seite der Sonne, des selbstzentrierten Lichts, das nur dem Ego, der Identifikation mit dem jeweils Eigenen dient. Und es gibt viele, die viele unterschiedliche Eigenheiten haben, die sich zerstören können. 

Das weist hin auf die oft vergessene "Qualität" der Sonne aus dem Feuer-Element. Sie wärmt nicht nur, sie brennt aus. Ähnlich wie Mars, Ägyptens AC-Herr, und Jupiter, das Talent des Landes, das so leicht zum Glaubensfeuer wird, zündet sie an. Schon hat Friedensnobelpreis-Träger und Vizepräsident el-Baradei aus Protest gegen eine "vertane" friedliche Lösung der im Land angelegten Ambivalenz zwischen nachhaltiger Veränderung, Akzeptanz Andersdenkender und absoluter Zerschlagung von Protesten sein Amt niedergelegt. Obwohl ihn eine Sonne-Sonne- und Venus-Venus-Konjunktion mit dem jüngeren Ägypten verbindet. Während die Kinder des Falken, Horus, sich bekämpfen, Seth im Himmel schreit und die Erde mit seinem Donner erschüttert, bis sie fast auseinander bricht, erinnert sich kaum jemand an den friedlichen Mondgott Toth, der Horus später als König folgte. Dessen linkes Auge er einst heilte und so auch die ausgewogene Ordnung der Dinge wiederherstellte. Wenn dieses Prinzip der Vereinigung durch Erkenntnis (Toth war auch der Gott der Weisheit) nicht auf konstruktive Weise arbeiten kann, fungiert er als Schriftführer des Totengerichts - was die beiden Seiten seiner Macht aufzeigt. Dann wägt er ab, wer es wert ist, in die Götterwelten hinaufzuwandern und wer absteigt in die Unterwelten.

Aktuell setzt sich die Gewalt in Ägypten geozentrisch über den triggernden Herrscher des AC (Mars), der noch eine Weile durch das Haus der Heimat und des Ursprungs der Dinge (IC) läuft, und den getriggerten neuen Herrn des alten Mars-Zeichens Skorpion (Pluto) ungemindert fort. Der Ausnahmezustand kumuliert. Subjekt versus Objekt, Löwe-Wassermann-Achse, die alle Probleme des rechten Horus-Auges fixiert, grell erleuchtet, bevor sie gelöst werden. Richtig und Falsch sind hier noch nicht die Frage. Es geht vordergründig um die einen und die vielen. Und hintergründig um die klare Sicht der Vereinigung, die einzig und allein die Probleme des Landes, das immer tiefer in die mythologischen Unterwelten abrutscht, lösen könnte.

Das heliozentrische Bild (links) zeigt, wo die Lösung läge und wo die Möglichkeit liegt - aus einem weiteren als dem kleinen, planetaren Blick: Im weisen Mond-Erde-Auge auf dem Galaktischen Zentrum, das ausgerechnet auf der Spitze 9 sitzt und den Blick über den Tellerrand des eigenen Horizontes nicht nur wagt, sondern dadurch auch gewinnt. Uranus als Herr 11 genau an der Spitze 4 des Radix aus Sonnen-Sicht belegt dabei außerdem, wie entscheidend ein klarer Schnitt mit einer radikalen Entscheidung pro Koexistenz unterschiedlicher Ansätze für Ägyptens Fortschritt wäre. Trifft niemand aus der Vogelperspektive, der Sicht des klugen Falken Horus also, endlich klügere, umsichtigere, wirklich erneuernde Entscheidungen, wendet sich diese Konstellation und wird zu einem noch tieferen Schnitt mitten ins Herz des eigenen Landes.

Dieses Ägypten, unangebunden an die Mahnung der eigenen Mythen, das doch so viel mit den alten Geschichten verbindet, hat dann eine extrem schwierige Zukunft vor sich. Neptun Quadrat Jupiter spiegelt weitere Auszehrungen, die als Glaubenskriege daherkommen können und immer da enden, wo Chiron, die ewige Wunde, in der Himmelsmitte, auf dem MC, sitzt. Wenn in vier Wochen Venus-Saturn in Opposition zur Venus als Herrin 7 steht (der Feindin im eigenen Lande in 1) und Sonne den Radix-Mond trifft und ins Quadrat zu sich selbst läuft, wird sich erst wirklich zeigen, ob das bislang unsichtbare, linke, geheilte Mond-Auge des Landes auch nur ansatzweise Kraft genug hat, sich schließlich doch noch scharf, klar und unbestechlich auf die Notwendigkeiten einer Zukunft für alle, nicht nur einzelne, einzustellen. Oder ob Horus, Seth und Osiris mit ihren hellen und dunklen Lebens- und Totenreichen weiter wie ein ewiges, seelisches Feld das Land regieren, wo eigentlich jener große, unglückliche Falke Horus erst als weiser König, dann als Gott und Beschützer der Kinder gedacht war. Eine Aufgabe, der weder er, noch seine menschlichen Nachfolger gerade im Mindesten gewachsen sind.

Bild-Quellen: UnknownRama (RamaOwn work) [CC-BY-SA-2.0-fr] + Amulet with the Eye of Horus, Earthenware, Achaemenid artwork, late 6th–4th centuries BC + David Roberts via Wikimedia Commons

Daten Horoskop Ägypten - ASTROLOGY WEEKLY 

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Original-Artikel von www.astrologie-zeitung.de
Autorin: Susanne Riedel Plenio

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