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KIK: Das Leben ist leicht


Die Wochen der Wahrheit unter den Oppositionen von Sonne, Venus, Mars und Merkur zu Saturn machen auch vor Deutschlands größtem Textil-Discounter nicht halt. Und dafür gibt es gute Gründe, vor allem wenn man schon in seiner Unternehmenshymne (LINK) Dinge behauptet, die einem saturnalen Blick nicht stand halten. „Große Auswahl und ganz schick, das Leben ist so leicht mit Kik“, lautet das Motto der Firma. Allerdings – gehört man nicht zur Führungsriege, sondern zum arbeitenden Teil des Billigunternehmens, dann ist gar nichts mehr leicht. Oder einfach.

Heute morgen ließ die Firma noch verlauten, dass seit 2008 keine direkten Geschäftsbeziehungen zu den Textilfabriken im eingestürzten Rana-Plaza Gebäude mehr bestehen würden (SPIEGEL-ARTIKEL). Seltsam aber, dass man unter den Trümmern immer wieder auch T-Shirts und Tops der Kik-Hausmarke Okay findet. Samt zugehöriger Ordernummern. Ähnlich wie bei dem Brand in einer pakistanischen Fabrik letzten Oktober, bei dem 289 Menschen ums Leben kamen.

Aber warum rückt nun ausgerechnet Kik so in den Fokus, sie sind schließlich nicht die einzigen, die in den Billiglohnländern produzieren lassen. Nun, das hat tatsächlich mit Saturn zu tun, die Wochen der Wahrheit betreffen die beiden wichtigsten Personen des Unternehmens ganz direkt.


Da ist zum einen, Stefan Heinig, Mitbegründer von KiK und bis Anfang 2012 auch CEO des Unternehmens. Seine Löwe-Sonne steht in Opposition zu Saturn und im Quadrat zu Neptun. Das eigene Sein steht also permanent unter dem Druck, alles richtig zu machen, sich an Regeln zu halten und „fremde“ Maßstäbe zu integrieren (Opposition Saturn). Aber es gibt ein Ventil, wenn man sich den Anforderungen nicht mehr gewachsen fühlt – man weicht aus ins Neptunische. Im günstigsten Fall also in übergeordnete, spirituelle Sichtweisen, in universelles Mitgefühl. Im Normalfall schreibt man Wirklichkeit aber einfach um, verschleiert und täuscht sich und andere.

Und solange die Welt einem dabei folgt, ist man auch nicht gezwungen aus Fehlern zu lernen und sich an die Wirklichkeiten angemessen anzupassen. Noch einfacher ist es aber, den eigenen Druck einfach abzugeben, mitsamt dem ganzen Saturnkomplex. Zum Beispiel an die Arbeiter der eigenen Firma, die dürfen dann die ganze Härte nehmen, bis hin zur Selbstaufgabe. Wie so was „live“ aussieht, hat Stefan Heinig einmal in einem Interview aufgezeigt. Im März 2009 (vermutlich unter dem Transit von Saturn auf Radix-Mond) würde der Firmengründer gerichtlich dazu verurteilt, seinen Arbeitern mehr Lohn zu bezahlen. Im Gespräch rechnet Heinig dann vor, warum dieses Urteil vor allem den Arbeitern schaden würde, denn nach seiner Rechnung bekämen die jetzt weniger Netto-Lohn als vorher. (LINK – unbedingt lesen…). Auf den Punkt gebracht: Heinig erzählt einen vom Pferd. Klingt aber ganz logisch.

Jedenfalls bis vor kurzem, denn seit Saturn in den Skorpion gewechselt ist, wird dieser Grundspannungsaspekt in seinem Radix immer wieder hochgeholt. Saturn selbst überläuft Neptun, die Vernebelungstaktik funktioniert also nicht mehr, das gleichzeitige Quadrat zur Sonne und zu Saturn schafft permanent neue Realitäten, denen man sich stellen muss. Oder besser sollte.

Noch schlimmer trifft es den derzeitigen CEO von KiK, Heinz Speet. Skorpion-Sonne mit Konjunktionen von Venus, Jupiter und Neptun. Alles Anfang Skorpion wohlgemerkt, was natürlich bedeutet, dass Saturn gerade über dieses schöne Stellium vor- und zurückläuft. Und durch die Wanderung von vier Planeten durch den Stier ausgerechnet in diesen Tagen mit Zündstoff versorgt wird.

Auch er hat in der Vergangenheit schon für unrühmliche Schlagzeilen gesorgt, ganz Skorpion-like ging es dabei auch um die Bespitzelung von Mitarbeitern (LINK zu Panorama-Video).

Man darf wohl davon ausgehen, dass beide gerade mit rauchenden Köpfen zusammen sitzen und sich Gedanken darüber machen, wie man das Firmenimage noch retten könnte. Und auch wenn man die bisherigen (bekannt gewordenen) Firmenpraktiken als Rückfall in einen Steinzeit-Kapitalismus bezeichnen möchte, darf man trotzdem einen Rat geben, wie man das Kind wieder aus dem Brunnen holen könnte. Oder astrologisch ausgedrückt: wie man das Saturn-Prinzip wieder zu einem Verbündeten machen könnte, bevor noch mehr Unglück geschieht.

Es ist ganz einfach – man tut einfach das, was in solch einer Situation angemessen ist. Als erstes richtet man einen Entschädigungsfond ein, ganz egal ob man sich frei von Schuld glaubt oder nicht. Der dann den unmittelbar betroffenen Familien der letzten Katastrophe zugute kommt. Versorgung der Hinterbliebenen, Ausbildung für Kinder etc. Nicht einfach nur eine Summe zur Verfügung stellen, sondern sich langfristig verantwortlich binden. Dann unterzeichnet man endlich das Abkommen über Gebäude- und Brandschutz, dem man sich bisher standhaft verweigert hat. Schließlich sorgt man vor Ort für wirklich menschliche Arbeitsbedingungen und auch das dauerhaft. Und last not least – schafft man auch zuhause ein Arbeitsklima, mit dem sich Mitarbeiter identifizieren können und wollen, in dem man ihnen zumindest mal die Mitspracherechte einräumt, die sonst schon in jeder Bananenrepublik normal geworden sind. Und finanzieren kann man das Ganze, in dem man einfach 20 Cent auf jeden Kik-Artikel aufschlägt und die aber ganz treu und ehrlich auch in entsprechende Kanäle zurück fließen lässt. Nicht in die eigenen Taschen. Wenn das alles aufrichtig und ehrlich gemeint ist und umgesetzt wird, braucht man noch etwas Geduld (bis dieser Saturn-Transit vorüber ist) und dann werden sich die Segnungen der guten Tat von ganz alleine zeigen.

Ich weiß, ein echter Schenkelklopfer für Sozialromantiker, der Glaube an das Gute in den heiligen Hallen der Gier. Aber wie hat ein anderer Mitbegründer von KiK, der Tengelmann - CEO Karl Erivan Haub (LINK zum STERN-Artikel) einmal gesagt: „Wir müssen Opfer bringen – alle. Es wird nicht lustig werden, aber das muss man akzeptieren.“

Titelbild (bearbeitet) : KiK-Maskottschen: Mado88 (Own work); Fabrikeinsturz -Sharat Chowdhury via Wikimedia Commons

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Original-Artikel von www.astrologie-zeitung.de
Autor: Harald Lebherz

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