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"Sie", eine eine hochgradig gefühlsbetonte Krebs-Frau mit vielen Idealvorstellungen
wie das Leben auf diesem Planeten sein könnte, verliebte sich in "Er",
einen Retriever-Steinbock-Hund. Ein Retriever-Hund, der grundsätzlich
genau weiss was er will und durch seine Ursprünglichkeit im Bilde ist,
wie das irdische Leben zu verlaufen hat. Seine Hundeführerin war vom
ersten Moment an von ihm fasziniert und fühlte sich mit ihm ganz stark
verbunden. Es war ihr erster grosser Hund und sie freute sich sehr, ihn
nach Hause holen zu dürften.
Wehret den Anfängen - so heisst es doch! Aber die ersten Male des Nein-Sagens
ihres lieben Hundes ignorierte Frauchen; das wird dann schon werden.
Denn sie hatte beschlossen, ihn mit Liebe zu erziehen. Er fand auch,
das sei eine Super-Sache, und er schätzte sehr, dass für ihn immer genügend
Handlungsspielraum übrig blieb.
An der Hundeschule fand er echt wenig gefallen, weil es da Leute gab,
die es sehr ernst und konkret meinten. Die Hundeführerin hatte ihre liebe
Mühe, weil sie zum einen ihren Standpunkt der Liebe zu vertreten hatte,
zum andern aber in das Dilemma kam, den Vorgaben der Hundeschule zu entsprechen.
Schliesslich wollten alle anderen auf eine Prüfung mit dem Hund arbeiten
und waren daher so richtig zielorientiert. Der Retriever-Hund wurde auch
immer zielorientierterund wusste immer besser, was "er" sicher nicht
wollte.
Aus dem Geburtsbild geht deutlich hervor, dass sich die Führungsarbeit
mit diesem eigenwilligen, aber auch sensiblen Hund sehr heikel gestaltet.
Durch die Kombination seiner Geburtsplaneten erträgt er überhaupt keinen
Druck. Härter anfassen, wie die Trainer vorschlugen, brachte überhaupt
nichts. Mit einem Stier-Mond, einer Steinbock-Sonne und einem Skorpion-Mars
stehen dem Hund genügend Abgrenzungs-Möglichkeiten zur Verfügung. Wenn
er jedoch von einer Sache begeistert war und es ihn interessierte, dann
war er voll dabei, machte mit und zeigte seine ganz Formbarkeit. An diesen
Wechsel von Verweigerung und Begeisterung gewöhnte sich die Hundeführerin
und stellte sich darauf ein. Ihr oberstes Gebot blieb, die Liebe zu leben,
davon rückte sie prinzipientreu nicht ab. Die anderen, so auch die Trainer
gaben wohl zu, dass der Hund nicht der Einfachste sei, im Gegenteil.
Damit hatte es sich dann aber auch schon. Sie entwickelte sich immer
mehr zur Aussenseiterin in dieser Hundeschule, was sie sich aber aus
ihrem Lebensverlauf heraus gewohnt war. Man liess sie gewähren, doch
sie spürte, dass das eigentlich nicht ganz reichte.
Wie weiter...?
Für mich waren ganz wichtig, dass dieser Hund kein "Schwieriger" ist,
sondern einfach ein starkes Selbstbewusstsein und eine gute Eigenstärke
hat. Er braucht deutliche Leitplanken, die jedoch nicht zu eng gefasst
sein dürfen. Seine Gefühlsbetontheit stellt eine grosse Chance dar, eine
gute Beziehungsebene aufzubauen, weil für ihn das Vertraute und Gewohnte
einen stabilen Wert darstellen. Somit dürften auch echte Nähe und eine
tiefe Verbindung spürbar werden. Dass die Liebe dem Boden die Färbung
gibt, ist ideal.
Diese Liebe hatten die Hundeführerin und ich noch ein wenig eingehender
zu betrachten: Die Frau hat durch ihre Verletzlichkeit Mühe, Nähe zu
Menschen einzugehen. Somit hing verständlicherweise sehr viel von diesem
Hund ab. Nur mussten trotzdem ein paar irdische Elemente - natürlich
bei der Hundeführerin - zurecht gerückt werden. Sie hat in der Arbeit
darauf zu achten, dass sie das, was sie sagt, auch wirklich will und
dies dem Hund auch deutlich macht. Das stellt für die Hundeführerin bereits
ein Lernprozess dar: Eine deutliche Sprache zu sprechen, ohne sich gleich
auf einer anderen Ebene mit dem Hund wieder zu verbünden ("ach weisst
du, eigentlich kannst du es dir schon recht machen").
Mit Druck ist bei diesem Hund tatsächlich nichts zu erreichen, dafür über
Motivation und Zeit für Spiel. Diese freie Form tut auch der Strenge
der Hundeführerin sehr gut. Ideal wäre eine andere Hundeschule,
bei der das Miteinander im Vordergrund steht und nicht die Prüfungsarbeit.
Sie könnte vielleicht sogar dazugehören, weil sie dort Gleichgesinnte
treffen würde.
Dass die Liebe die Grundfärbung dieser Beziehung darstellt, an dieser
Gegebenheit haben wir überhaupt nicht gerüttelt, ist dies doch eine der
idealsten Grundvoraussetzungen.
© Ursula
Liechti / Astrodienst AG 2005
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