Über die Kunst sinnvoll im Trüben
zu fischen
Kolumne von Barbara Hutzl-Ronge
Zurzeit
durchläuft der Mars die Fische. Dabei geht er nicht vorwärts,
wie meistens, sondern er läuft rückwärts und zwar den ganzen August
und September. Nun könnte ich Sie mit einer Anekdote erfreuen,
die jemand in einer ähnlichen Zeit erlebt hat. Sehr viel spannender
finde ich es jedoch, Sie eine eigene Geschichte entdecken zu lassen.
Und das geht so:
Der Fischemars fordert uns sanft auf, ganz sensibel zu handeln.
Nun, da er eben rückläufig ist, lädt er uns ein, unsere Handlungen
zu hinterfragen. Das Mittel, das er hierzu wählt, ist raffiniert.
Er erlaubt nicht, dass wir so schnell handeln, wie wir möchten,
er stellt uns Hindernisse in den Weg, die uns auf Umwege schicken,
oder vielleicht macht er uns auch so träge, dass wir uns zu gar
keiner Aktion aufraffen mögen. Der Alltag geht aber weiter und
fordert unsere Aktivität. Da wir nun nicht so aktiv werden können,
wie wir möchten, kommen wir in einen Zwiespalt zwischen "vorwärts
wollen" und "zurückgehalten werden". Je nach Temperament finden
Sie das ärgerlich, reagieren enttäuscht, lassen sich davon entmutigen
oder kämpfen auch völlig ungeduldig dagegen an.
Statt diese Emotionen nun während zweier Monate auszubaden, könnten
Sie innehalten und sich fragen: Warum geht, was ich will, jetzt
nicht? Es ist nämlich so, dass alles, was jetzt nicht locker geht,
einen Sinn hat. Bis Ende September bekommen wir Zeit, mögliche
Gründe dieses Gebremstwerdens zu entdecken.
Wenn Sie sich nun daranmachen würden, alles, was in Ihrem Leben
grad nicht wie geschmiert läuft, dermassen zu hinterfragen, dann
wären Sie mit nichts anderem beschäftigt, als in vielen Teichen
im Trüben zu fischen. Auf diese Weise einen Schatz zu erfischen,
wäre ziemlich aussichtslos. Um herauszufinden, in welchem Lebensbereich
Sie nun diese Erfahrung des Gebremstwerdens machen, müssen Sie
Ihr Horoskop betrachten. Dort sehen Sie nämlich, durch welches
Haus - so nennen wir die Lebensbereiche astrologisch - Mars in
Ihrem Horoskop jetzt läuft. Auf dieser Homepage geht das ja ganz
locker: Klicken
Sie hier. Falls Sie noch kein Horoskop erstellt haben,
werden Sie aufgefordert, Ihre Geburtsdaten einzugeben. Andernfalls
sehen
Sie sofort Ihre Horoskopzeichnung.
Im Inneren des Kreises stehen die
Planeten Ihres Geburtshoroskops.
Nun kümmern Sie sich aber nicht um die Planeten im Inneren des
Kreises, sondern Sie betrachten nur jene, die ausserhalb stehen.
Aussen suchen Sie das Marssymbol ( ),
es wird in grüner Farbe angezeigt. Das ist die Marsstellung,
wie Mars jetzt am Himmel steht. Wir nennen
ihn den transitierenden Mars. Und nun schauen Sie auf welches Haus
in Ihrem Horoskop - das sind die Tortenschnitze in der Zeichnung,
die an der Spitze (im Zentrum der Zeichnung) eine Nummer haben - der
Mars aussen wirkt. Die Nummer von dem Haus müssen Sie sich merken.
Und nun geht es folgendermassen weiter: Sie finden hier zwölf
Fragen. Sie müssen aber nicht alle beachten, sondern nur die mit
der Nummer, die Sie sich oben gemerkt haben:
- Was will ich Neues mit meiner jetzt vorhandenen Energie anpacken?
- Wie kann ich jetzt das, was mir wertvoll ist, in der passenden
Form realisieren?
- Welche Gedanken will ich jetzt aussprechen, damit sie andere
Menschen hören und darauf reagieren?
- Wie kann ich jetzt aktiv werden, damit sich meine Seele
wohl und zu Hause fühlt?
- Welchen lustvollen Ausdruck will ich jetzt meiner Kreativität
geben?
- Wie kann ich jetzt in meinem Rhythmus täglich eine Arbeit
fleissig tun?
- Wie treffe ich jetzt Menschen, die für mich zu einem ebenbürtigen "Gegenüber" werden?
- Wie gebe ich jetzt Energie in Prozesse mit Menschen, mit denen
ich mich intensiv verbinden will, mit denen ich intensiv verbunden
bin?
- Wie erweitere ich jetzt mein Wissen so, dass ich mir sinnvolle
Zusammenhänge erschliesse und diese Erkenntnis weitergeben
kann?
- Was tue ich jetzt, das mich zufrieden macht und mir Anerkennung
durch die Gesellschaft bringt?
- Welche Ideale will ich jetzt mit selbstbewussten Weggefährten
ins Auge fassen?
- Wie gebe ich mir Raum und Zeit für meine jetzt in Bewegung geratenen
Sehnsüchte und Träume?
Sie haben nun eine Frage, der Sie sich während der kommenden zwei
Monate immer wieder zuwenden sollten. Und Sie werden merken, dass
das, was Sie so gerne möchten, das, was in Ihnen drängt, sich zurzeit
nicht einfach verwirklichen lässt. Warum? Stellen Sie sich vor,
Sie halten ein Sieb in der Hand. Mit diesem Sieb fischen Sie nach
Antworten auf Ihre Frage: "Warum gelingt das, was ich jetzt will,
nicht?"
Der Teich, in dem Sie fischen, ist trüb. Betrachten Sie aufmerksam,
was da so alles in Ihrem Sieb hängen bleibt. Unter all dem sind
nämlich auch die möglichen Gründe versteckt, warum sich Ihr Wunsch
momentan nicht so einfach verwirklichen lässt. Sie haben gute Chance
diese "Gründe" zu erfischen, wenn Sie täglich Ihr Netz schwenken
und Ihre Beute aufmerksam betrachten, sie dann aber zur Seite legen
und sie aufbewahren.
Wenn Sie einige Zeit lang tun, dann können Sie das erkennen, was
in Ihrem Netz immer wieder hängen bleibt. Dann erkennen Sie nämlich
das Muster, das hinter diesem Gebremstwerden steckt. Sie können
auf diese Weise herausfinden, ob Ihr Gebremstwerden z. B. damit
zu tun hat, dass Sie schlicht etwas übersehen haben. Das kann ein
Detail einer sachlichen Angelegenheit sein, die Sie nun miteinbeziehen,
und dann lässt sich der Wunsch umsetzen. Vielleicht haben Sie auch
jemanden übergangen und müssen seine Wünsche berücksichtigen, damit
sich Ihr Wunsch verwirklichen lässt. Ja vielleicht entdecken Sie
sogar, dass Sie sich selbst übergangen haben, dass Sie nämlich
Ihre eigenen Bedürfnisse nicht richtig eingeschätzt hatten und
nun Ihnen etwas anderes wichtiger wird, als Ihr ursprünglicher
Wunsch.
Die Gründe, die Sie bis Ende September erfischen, das sind die
Goldstäubchen in Ihrem Netz. Das wahrlich Kostbare ist jedoch die
Tätigkeit des Fischens. So stimmen Sie sich auf eine Achtsamkeit
sich selbst gegenüber ein, die Ihnen auch in Zukunft ermöglichen
wird, noch andere Goldstäubchen zu fischen. Und das Schönste: Die
Zeit, während Mars die Fische rückwärts durchläuft, ist die beste
Lehrmeisterin, um diese Art des Fischens zu erlernen.
Mein persönliches Postskriptum:
Die Kunst dieser Art des Fischens - dieser Art astrologisch zu
arbeiten - habe ich nicht allein erfunden, sondern gemeinsam mit
meiner Praxispartnerin, der Astrologin Anita Oetiker-Eich, während
der letzten Jahre entwickelt.
© Barbara
Hutzl-Ronge / Astrodienst AG 04/2003 |