Cinemaskop
Leinwandsternstunden des Monats
Juli/August 2009

Cinemaskop, von Vesna Ivkovic

Das Cinemaskop ist ein Überblick über aktuelle Kinofilme und deren zentrale Thematik aus astrosemiotischer Sicht, (d.h. den Film als Zeichensystem betrachtend und ins astrologische Zeichensystem übersetzend).
Ein gelungener Film hat nicht nur eine Story, ein bestimmtes Thema, er hat auch eine spezielle Atmosphäre, vermittelt ein bestimmtes Gefühl und zieht uns in seine ganz eigene Welt – dieses Grundthema, das sich aus Figuren, Story, Setting und allerlei anderen Komponenten speist, findet seine Entsprechung in einem oder mehreren astrologischen Zeichenprinzipien. Sehr vereinfacht heißt das: ein rasanter Actionkracher konfrontiert uns mit Widder-Energie, ein Horrorfilm dagegen mit skorpionischen Abgründen und Ängsten, etc. Wir kommen aus dem Kino und finden uns – wenn es dem Film gelungen ist, uns zu erreichen – beschäftigt mit und erfüllt von eben diesen Energiequalitäten.

 

Während der Juli eher kleinere Filme in die sommerlich schwach besuchten Kinos brachte, lockten im August nun wieder etliche Blockbuster und große Namen – zum Beispiel erstrahlen die neuen und lang erwarteten Filme von Almodovar, Michael Mann und Tarantino auf den Leinwänden und verlangen neben manch bescheidenerem, aber nicht unbedingt weniger interessantem Werk nach Aufmerksamkeit...

Widder
Aus dem immer wieder mit interessanten Produktionen aufwartenden Filmland Korea kommt „The Good, the Bad, the Weird“ („Joheunnom nabbeunnom isanghannom”) eine postmodern und überaus unterhaltsam aufgearbeitete Variation des guten alten Spaghetti-Western-Klassikers – die Geschichte um drei rivalisierende Abenteurer und Outlaws, denen die Jagd nach einem Schatz Gelegenheit bietet, ganz Widder-gemäß in einen Wettkampf miteinander zu treten...

Mit „G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“ („G.I. Joe: The Rise of Cobra“) findet im August nach mehr als 40 Jahren ein Stück amerikanischer Popkulturgeschichte seinen Weg ins Kino: 1964 als moderne Spielzeugsoldaten und „Barbie für Jungs“ entwickelt, wandelten sich die Action-Spielfiguren zu fantastischen Helden von Comics und Animationsfilmen. “G.I. Joe” ist der Name einer gefährlichen Spezialeinheit, die unter aktuelle Geschichte reflektierenden Bedingungen gegen die skrupellosen Machtbestrebungen und Zerstörungsabsichten der „Cobra“ kämpft, einen Waffenproduzenten, der sein Unternehmen mit dem passenden Namen MARS bedacht hat. Auf der Leinwand wird der Beginn dieses Kampfes mit viel Explosionen und Spezialeffekten, mit rasanten Schnitten und ebensolchen Verfolgungsjagden inszeniert.

Stier
In „Kommissar Bellamy“ spielt Gérard Depardieu einen gewichtigen Genussmenschen, der gern isst und trinkt, Veränderungen hasst und vor allem seine Ruhe haben will, weshalb er seine Ferien auch nicht mit Auslandsreisen (die seine Frau sich wünscht) sondern wie immer auf dem Land verbringt – eine Stier-Figur wie aus dem Lehrbuch. Doch Bellamy ist auch Polizist und ausgerechnet in seinem geruhsamen Urlaub taucht nicht nur ein möglicher Mörder auf, dessen geheimnisvolle Geschichte ihn zu faszinieren beginnt, sondern auch noch sein ihm unangenehmer Halbbruder – und damit wird der Stier durch allerlei Skorpionisches herausgefordert.

Pedro Almodovars Filme sind stets ein besonderer sinnlicher Genuss. Kaum ein anderer Regisseur versteht es so perfekt, Farben und Formen des ganz gewöhnlichen Lebens so lustvoll genießerisch in Szene zu setzen. Schon deshalb atmen seine Filme immer auch Stier-Energie. Und auch inhaltlich ist er meist mit Stier-Themen (wenn auch kaum je ohne uranische Haken) befasst: Liebe und (Un-)Sicherheit, Eros und Schönheit, die Angst vor drastischen Veränderungen und der folgenreiche Umgang mit deren langfristigen Nachwirkungen...
Auch „Zerrissene Umarmungen“ („Los abrazos rotos“) ist ein Film der Fülle in sinnlichem wie in emotional substantiellem Sinne – und wie alle Werke dieses außergewöhnlichen Regisseurs nicht auf eindimensionale Interpretationen zu reduzieren. In seinem neuesten Werk spielt Almodovar mit Realitätsebenen und Identitäten und schlägt damit dem irdischen Verhaftetsein (Stier!) ein Schnippchen, indem er uns das mitunter heilsame Fische-Konzept „Alles ist eins“ entgegen hält...

Zwillinge
Zwar ist Quentin Tarantinos „Inglorious Basterds“ ein Kriegsfilm und daher auch stark Widder-betont, doch stehen wie in allen Tarantino-Filmen neben den intelligent inszenierten (Widder-)Schauwerten Dialoge, Referenzen und Zitate im Mittelpunkt, was dem Film deutliche Zwillinge-Färbung verleiht. Geschicktes und unterhaltsames Geschichten erzählen macht auch aus „Inglorious Basterds“ ein Feuerwerk interessanter Figuren, geschliffener Worte und schräger Einfälle, und der Plot um eine Spezialeinheit der US-Army, die unter der Führung von Brad Pitt als abgebrühtem Lieutenant Aldo Raine im von Deutschen besetzten Frankreich brutal und erfolgreich Jagd auf Nazis macht, wird zweifellos den Coolness-Faktor antifaschistischen Widerstands mehr erhöhen als alle bisherigen historisierenden Verfilmungen zum Thema.

„Brothers Bloom“ erzählt eine Geschichte ums Geschichten erzählen, um clevere Lügen und geschickte Täuschung, mit denen sich zwei Brüder durchs Leben schlagen und dabei Millionäre um ihr Geld erleichtern – nicht ohne diesen allerdings damit ein interessantes Erlebnis zu bescheren. Eine Zwillinge-Geschichte mit Fische-Energie also, in der die Brüder unterschiedliche Rollen übernehmen: der Ältere ist der Kopf, der sich die Geschichten ausdenkt (Zwillinge!), der Jüngere agiert in den ihm vom Bruder zugedachten Rollen und verliert sich in diesen bis er es schließlich satt hat, sich seiner Identität unsicher zu sein (Fische!). Ihr daher letzter Coup bringt sie mit einer einsamen Millionenerbin zusammen, die sich aus Langeweile stets neue Hobbies und allerlei Fähigkeiten von Skateboarden bis Kartentricks aneignet, und dreht sich – scheinbar – um ein wertvolles antikes Buch.

Krebs
Eigentlich ist “La Misma Luna” ein Roadmovie um interkulturelle Verbindungen und entspricht damit der Schütze-Qualität. Auch der Mut und der Optimismus des kleinen mexikanischen Jungen, der sich nach dem Tod der Großmutter, bei der er lebt, heimlich auf den langen Weg von Mexiko nach Los Angeles macht, um seine dort illegal arbeitende Mutter zu suchen, tragen Schütze-Züge. Doch da ist auch die tiefe Sehnsucht des Kindes, da sind die gefühlvollen Telefonate zwischen Mutter und Sohn und der trotz allem keineswegs sentimentale, aber sehr deutliche Ausdruck menschlicher Emotionen, die der herzergreifenden Geschichte eine eindeutige Krebs-Qualität verleihen.

Ein brisantes und schwieriges Thema zwischen Fürsorge und Verantwortung – Krebs und Steinbock – greift „Beim Leben meiner Schwester“ („My Sister’s Keeper“) auf: Das Familienleben der Fitzgeralds erfährt eine tragische Wendung als bei der zweijährigen Kate Leukämie diagnostiziert wird und klar ist, dass ihr zukünftiges Überleben nur durch ständige Blut-, Knochenmarks- und Organspenden eines Familienmitglieds gesichert werden kann. Anna wird geboren, um die für ihre Schwester nötigen Spenden verfügbar zu machen, doch irgendwann wehrt sich die Elfjährige gegen ihre weitere Verwendung als „Ersatzteillager“ und wendet sich an einen Anwalt. Insbesondere ihre Mutter weigert sich Annas Recht auf ihren eigenen Körper anzuerkennen und ein dramatischer familiärer Konflikt ist die Folge.

Löwe
It’s Showtime: In “Luck by Chance“ verfolgen zwei junge Menschen ihren Traum von Ruhm und Glamour in Indiens Filmindustrie. Das bietet Material für eine opulent ausgestattete Story mit viel Drama um allerlei Eitelkeiten, Schmeicheleien und egozentrisches Diventum – die Fallstricke von Ruhm und Publikumsliebe und die weniger erfreulichen Seiten des Löwe-Zeichens. Doch auch dessen lebensfrohe und strahlende Seiten kommen nicht zu kurz, es gibt fröhliche Tanzszenen, Musik und bunte Bilder, die den Löwe-Themen Lebenslust, Selbstverwirklichung und Kreativität Ausdruck verleihen.

Vor gut zwanzig Jahren begeisterte Stephen Frears mit „Dangerous Liaisons“, jetzt hat er wieder einen Film gemacht, der mit opulenter Bebilderung der Pracht vergangener Zeiten huldigt. „Cheri – Eine Komödie der Eitelkeiten“ erzählt vom luxuriösen Leben reicher, alternder Kurtisanen im Paris der Jahrhundertwende – ein Löwe-Film mit starker Venus-Betonung. Michelle Pfeiffer und Kathy Bates spielen (glanzvoll!) zwei ehemals um Status rivalisierende, mit den Jahren großzügig gewordene Freundinnen, die ein Leben voller nicht ausgedrückter Gefühle, stattdessen Schein und Stolz und publikumswirksamer Selbstinszenierung führen (die weniger souveränen Löwe-Seiten). Lea (Michelle Pfeiffer) beginnt ein Verhältnis mit dem 25 Jahre jüngeren Sohn ihrer Freundin und die Spiele der Verführung entwickeln sich zu großer Liebe. Das egogefährdende Spiel der Herzen wird prachtvoll inszeniert und es folgen Leidenschaft und Drama, doch stets bleibt der leichte Ton der Verspieltheit erhalten.

Jungfrau
„ 9to5: Days in Porn“
scheint zwar ein Film über DAS Skorpion-Thema schlechthin zu sein, vor allem aber ist es eine Voyeurismus wie Wertung vermeidende Dokumentation über Alltag und Arbeit in der Pornofilmproduktion und daher mehr noch ein Jungfrau-Film. In nüchterner Weise und jenseits der medienwirksamen Extreme und Klischees von Opfern und Sexmaschinen oder -bestien wird hier von den Menschen berichtet, die vor und hinter der Kamera einer Milliarden umsetzenden Unterhaltungsindustrie ihre Brötchen verdienen, während sie ganz alltägliche Träume von Ruhm oder Reichtum verfolgen und Illusionen verlieren.

Waage
In einer der amüsanteren Hollywood-typischen romantischen Komödien dieses Jahres kommt Sandra Bullocks komisches Talent zur Geltung: Die sympathische Löwin spielt in „Selbst ist die Braut" („The Proposal“) eine knallharte und zickige, kanadische Geschäftsfrau, deren Aufenthaltsvisum für die USA ausläuft und die ihre bevorstehende Ausweisung nur abwenden kann, indem sie ihren Assistenten (und „Prügelknaben“) zur Hochzeit zwingt. Da stehen dem Waage-Thema Beziehung unter Gleichen zunächst egoistischer Widder und autoritärer, unerbittlicher Steinbock im Weg, doch bei einer Reise zur Familie des Zwangsverlobten, weicht gefühlvoller Krebs diese auf und es kommt ganz Waage-gemäß zum Happy End mit kleinen Hindernissen.

Eleganz und Diplomatie sind zentrale Waage-Eigenschaften und beide davon weiß die Protagonistin eines neuen Biopics (an sich ein Steinbock-Genre) einzusetzen – im Privatleben zur partnerschaftlichen Emanzipation aus einer von Männern abhängigen Frauenrolle, im Beruflichen zur kulturell wegweisenden Umgestaltung weiblicher Kleidung und Neudefinition der Eleganz als Abwesenheit von Ornamentalem und Behinderndem.
„ Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft“ („Coco avant Chanel“) erzählt aus der Lebensgeschichte der berühmten Modeikone. Ihr Aufstieg von der im Waisenhaus aufgewachsenen Näherin über eine kurze, wenig erfolgreiche Karriere als Revue-Sängerin zur revolutionären Modedesignerin der Pariser Society wird uns in eleganten, schönen Bildern vorgeführt, wobei die Mühen und Härten des Weges ebenso wie das Thema der Reduktion die Auseinandersetzung Venus’ mit Saturn zeigen.

Skorpion
Um dem einer strapaziösen Krebs-Behandlung ausgesetzten, jugendlichen Sohn lange Fahrten zu ersparen, zieht eine Familie in ein dem Krankenhaus näher liegendes Haus – das zufällig einst als Bestattungsinstitut diente. Die auf psychologischer Ebene liegende Konfrontation mit dem Tod wird in der vorgeblich auf tatsächlichen Ereignissen beruhenden Geistergeschichte „Das Haus der Dämonen“ („The Haunting in Connecticut“) in einen Plot um paranormale Jenseitskontakte, einen nekrophilen, bösartigen Leichenbeschauer und sein Medium, und die für Skorpion so typischen „Leichen im Keller“ – die sich hier allerdings in den oberen Stockwerken befinden – gegossen. Gruseln und alptraumhafte Bilder garantiert.

Was bedeutet es, in permanenter Lebensgefahr und Präsenz des Todes zu leben und welche Konsequenzen hat derart gnadenloser Druck für die menschliche Psyche? In ihrer intensiven und adrenalingeschwängerten Charakterstudie „Tödliches Kommando“ („The Hurt Locker“ – wieder einmal trifft nur der Originaltitel den Punkt), geht Hollywoods hervorragendste Action-Regisseurin („Blue Steel“, „Point Break – Gefährliche Brandung“ etc.) diesen Fragen nach, indem sie den extremen Alltag eines Bombenentschärfungskommandos im Irak verfolgt. Der zermürbende Kampf gegen unsichtbare Gegner, Bomben, die in toten Körpern verborgen sind, die tägliche mörderische Anspannung und auch die Unfähigkeit des heimgekehrten Soldaten, das sichere, gewöhnliche Leben zu ertragen – all das sind Entsprechungen plutonischer Kräfte, die in Bigelows geradezu chirurgischer Inszenierung mit aller Gewalt spürbar werden.

Schütze
Ein Spielfilm, der auf so unterhaltsame wie Erkenntnis fördernde Schütze-Art unseren westlich-weißen Horizont erweitert und Einblick in die fremdartige Welt eines indigenen Amazonas-Volkes gewährt ist „Birdwatchers – Das Land der roten Menschen“ („La terra degli uomini rossi“). Allzu selten nutzen Filmindustrie und Kinopublikum gleichermaßen das Potential, über das Medium Film ungewohnte und fremde Perspektiven einzunehmen und so zu umfassenderen Welt-Bildern zu gelangen. „Birdwatchers“ bietet diese Gelegenheit, indem er die spannende Geschichte einer Gruppe Ureinwohner erzählt, die sich am Rand einer seit mehreren Generationen existierenden Farm niederlassen, um vom Nachkommen der weißen Kolonialisten das gestohlene Land, auf dem ihre Ahnen begraben sind, zurückzufordern. Die darin aufscheinenden Krebs- und Stier-Motive – Ahnenverehrung, Landbesitz u.ä. – ergänzen das zugrundeliegende Schütze-Thema von Kolonialismus, unterschiedlichen Weltsichten und globaler Betrachtung (inter-)kultureller Geschichte.

Interkulturelles der seichten Variante gibt es in der deutschen Bestseller-Verfilmung „Maria, ihm schmeckt’s nicht“, die versucht am Erfolg von Filmen wie “My Big Fat Greek Wedding“ (2002) und „2 Days in Paris“ (2007) anzuknüpfen: Ein Paar unterschiedlicher kultureller Herkunft sieht sich konfrontiert mit den daraus resultierenden Fremdartigkeiten und Inkompatibilitäten. Doch das Schütze-Thema der Erweiterung des eigenen, begrenzten Horizonts – hier durch die familiär und Ehe-bedingte (also Krebs- und Waage-motivierte) Begegnung mit dem Fremden – erfährt in dieser schlichten Culture-Clash-Komödie eine eher provinziell fernsehtaugliche denn kosmopolitisch leinwandfüllende Bearbeitung.

Steinbock
Eine beinahe altertümliche Verfilmung eines typischen „hardboiled“-Romans (von Elmore Leonard) ist „Killshot“, doch nicht nur darin liegt die Steinbock-Qualität des Films: In karger kanadischer Landschaft versucht sich der alternde, schwer an der Schuld am Tod seines Bruders tragende Profikiller Armand „Blackbird“ Degas nach einem katastrophal endenden Auftrag zurückzuziehen. Ein letzter Mord soll das Kleingeld liefern, doch sein Festhalten an Prinzipien bringt ihn mit dem Auftraggeber in tödlichen Konflikt. So beschließt der schweigsame Profi (eine deutliche Steinbock-Figur), einen jungen, unberechenbaren Soziopathen (einen wilden Mars also) bei dessen Erpressungsversuch an einem zwielichtigen Immobilienmakler zu unterstützen. Doch dieses Unternehmen führt statt zum gewünschten Erfolg zu unliebsamen Zeugen, deren Beseitigung im Folgenden schon aus Prinzip zur Notwendigkeit wird...

Mit „Horsemen“ kommt ein düsterer Thriller ins Kino, in dem ein emotional verhärteter Witwer und alleinerziehender Vater als Polizist in einem Fall ermittelt, der biblische Verbindungen knüpft und das Motiv der vier apokalyptischen Reiter (Krieg, Hunger, Pest und Tod – alle symbolisch auch mit Saturn verbunden) in den Mittelpunkt rückt... Dass der übellaunige Cop ausgerechnet im frostigen Januar seinen Pflichten nachgeht, ein harter Vater-Sohn-Konflikt nicht nur sein Familienleben, sondern auch die Geschichte bestimmt und die herausgerissenen Zähnen (Zähne sind eine Steinbock/Widder-Entsprechung) eines Opfers wichtiger Hinweis sind, verstärkt noch den Eindruck von Steinbock-Energie.

Wassermann
Die Kunstfigur „Brüno“ ist schwul, schrill und etwas schwachköpfig – ganz sicher also die Bestätigung manch homophoben Vorurteils –, in seiner Künstlichkeit und Extravaganz aber auch eine Verkörperung des Wassermann-Zeichens. Der Film, der mit Absurditäten und Albernheiten, die gerne „politisch unkorrekt“ genannt werden, zu provozieren sucht, bewegt sich entsprechend im Wassermann-Spektrum zwischen unkonventioneller, manchmal tatsächlich entlarvender Satire und purem Nonsens.

Ein aus dem Gefängnis geflohener Outlaw voller arroganter Verachtung für die Staatsorgane, der mit seiner Bande und größter Kaltblütigkeit Banken ausraubt und eine Vorliebe für die neuesten Technologien in Sachen Waffen und schnelle Autos hat – das ist eine Wassermann-Figur wie sie im Buche steht. Michael Manns “Public Enemies” erzählt vom letzten Lebensjahr des berühmt-berüchtigten amerikanischen Gangsters John Dillinger, dessen schillernde Persönlichkeit Johnny Depp beeindruckend verkörpert. Dillinger hatte Charisma und erregte nicht nur mediale Aufmerksamkeit sondern auch Bewunderung, er geriet gar in den Ruf eines Robin Hood, der nur das Geld der Banken nahm, die sich ohnehin während der Wirtschaftskrise unbeliebt gemacht hatten (kommt uns das nicht bekannt vor?). Ein Luxus liebender Volksheld also? Das knüpft eine Verbindung von Wassermann zu Löwe, doch Michael Manns bekannt formalistischer, disziplinierter und dabei cooler Inszenierungsstil legt den Schwerpunkt eindeutig auf die saturnisch geprägte Wassermann-Qualität.

Fische
Der Geist des magischen Realismus schwebt durch den vornehmlich in Bolivien spielenden deutschen Film „Schreibe mir – Postkarten nach Copacabana“, wenn ein bayrischer Jüngling sich am Ufer eines Bergsees von seinen Trachten tragenden Freunden verabschiedet und durch den See, unter Wasser, um die Welt wandert und im Titicacasee wieder auftaucht, wo er, im kleinen Örtchen Copacabana, die Liebe seines Lebens findet. Diese Geschichte jedenfalls erzählt die Großmutter der 14jährigen Alfonsina – sie muss es wissen, schließlich hat sie den Unterwasserwanderer geheiratet... Glauben und Aberglauben, Sehnsüchte und Träume, die Wunder der Wirklichkeit und die Mysterien des Lebens sind die sensibel betrachteten Fische-Themen, die dieser sympathische Film in träumerische Kompositionen und bezaubernde Naturaufnahmen taucht.

„Kinowahnsinn“ ist ein Wort, das im Zusammenhang mit „Love Exposure“ („Ai no mukidashi“), dem neuesten Werk von Japans provokantestem Regisseur seit Takashi Miike und Sejun Suzuki, Sion Sono, häufig fällt. Außerdem die Worte „Filmmärchen“, „bizarr“, „Chaos“ – sie alle zusammen lassen an Uranus im Zeichen Fische denken.
In beinahe vier Stunden Laufzeit geht es da um einen Familienvater, der nach dem Tod der Ehefrau Priester wird und seinem halbwüchsigen Musterknabensohn Beichten sexueller Perversionen abverlangt. Es geht um das Treiben einer mysteriösen Sekte namens „Zero Church“ („Null Kirche“), um eine Jugendgang, die die Kunst des Unter-den-Rock-Fotografierens perfektioniert und noch vieles mehr. Dies ist ein Film, der alles beinhaltet: Familiendramen und Kampfkunst, Romantik und Splatter, religiösen Fanatismus und sexuelle Obsessionen. Ein Film, der nicht nur Genregrenzen auflöst, sondern gleich alle filmischen Konventionen. Und letzten Endes doch vor allem eine wilde, absurde Meditation über das Wesen der Liebe ist.



Vesna Ivkovic

Vesna IvkovicVesna Ivkovic studierte Literatur- und Sprachwissenschaften, Soziologie, Philosophie, Geschichte und beschäftigte sich intensiv mit Psychologie, Mythologie sowie verschiedenen Glaubens- und Weisheitssystemen. Parallel dazu erforschte sie die Erkenntniswege des Körpers mittels der Kampfkunst des Kung Fu, Tanz, Yoga, Qi Gong und verschiedenen anderen Methoden der Körperarbeit und Bewegungskunst. 1993 entdeckte sie die Astrologie als Erkenntnisinstrument und absolvierte 2004 am Astrologie-Zentrum Berlin bei Markus Jehle und Petra Niehaus die Meisterklasse.
Mehr über die Autorin des Cinemaskopes finden Sie auf ihrer eigenen Website www.astrosemiotics.de

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