Cinemaskop
Leinwandsternstunden des Monats
Juni 2009

Cinemaskop, von Vesna Ivkovic

Das Cinemaskop ist ein Überblick über aktuelle Kinofilme und deren zentrale Thematik aus astrosemiotischer Sicht, (d.h. den Film als Zeichensystem betrachtend und ins astrologische Zeichensystem übersetzend).
Ein gelungener Film hat nicht nur eine Story, ein bestimmtes Thema, er hat auch eine spezielle Atmosphäre, vermittelt ein bestimmtes Gefühl und zieht uns in seine ganz eigene Welt – dieses Grundthema, das sich aus Figuren, Story, Setting und allerlei anderen Komponenten speist, findet seine Entsprechung in einem oder mehreren astrologischen Zeichenprinzipien. Sehr vereinfacht heißt das: ein rasanter Actionkracher konfrontiert uns mit Widder-Energie, ein Horrorfilm dagegen mit skorpionischen Abgründen und Ängsten, etc. Wir kommen aus dem Kino und finden uns – wenn es dem Film gelungen ist, uns zu erreichen – beschäftigt mit und erfüllt von eben diesen Energiequalitäten.

Widder
Das größte Action-Spektakel des Monats ist zweifellos Michael Bays „Transformers – Die Rache”, eine Sci-Fi-Materialschlacht mit pubertärem Humor und voller explosiver Special Effects. Transformationsfähige Roboter aus dem All – vorzugsweise verwandeln sie sich in schnelle Autos – machen die Erde zum Schlachtfeld ihrer Auseinandersetzungen, in denen auch die Geschichte der Menschheit und ein Collegeboy samt seiner sexy Freundin eine Rolle spielen...

Stier
Eine Familie führt ein beschauliches Leben in einem einsam gelegenen Haus auf dem Land, direkt neben einer unfertig stillgelegten Autobahn, die sie überqueren müssen um zur Schule oder zum Einkaufen zu gelangen. So ist die Ausgangslage in „Home“, einem skurrilen französischen Film mit der wunderbaren Isabelle Huppert. Als eines Tages die Autobahn doch in Betrieb genommen wird und riesige Autokolonnen mit Lärm und Abgasen die Idylle stören, bieten die Familienmitglieder außerordentliches Beharrungsvermögen und veränderungsunwilligen Starrsinn auf, um ihr gewohntes Leben weiterzuführen.

Zwillinge
Im spannenden Zeitungs-Krimi „State of Play” stirbt die Assistentin eines Politikers und ein kompliziertes Puzzle aus zweifelhaften Informationen bringt einen Zeitungsreporter (Russell Crowe) bei seiner Suche nach der Wahrheit auf immer neue Spuren. Dabei geht es nicht nur um die mediale Aufarbeitung krimineller wie politischer Ereignisse, sondern auch um die Funktionsweisen und Schwierigkeiten der Zeitungsbranche. All das verleiht dem Film neben saturnischen Verantwortungs- und Schuld-Motiven eine deutliche Zwillinge-Schütze-Betonung.

Krebs
„Löwenkäfig“ („Leonera”) ist ein außergewöhnlicher argentinischer Film, der sich mit Mutterschaft beschäftigt. Die junge Julia wird wegen Mordes an einem ihrer beiden Liebhaber verurteilt und bekommt im Gefängnis ein Kind. Wie sie unter den schwierigen Bedingungen der Haft im Müttern mit ihren Kindern vorbehaltenen Teil des Gefängnisses ihre mütterlichen Gefühle entdeckt und darum kämpft ihren Sohn großzuziehen ist die Geschichte, die uns der Film in bewegender Weise erzählt.

Löwe
Eine fröhliche, sonnige Komödie um einen Polizisten, der auf eine verschlafene, griechische Insel versetzt wird und sich doch zu Größerem berufen fühlt ist „Kleine Verbrechen” (“Mikro eglima”). Beim Versuch, den Klippenabsturz eines Dorfbewohners als Mord zu entlarven, verliebt sich der junge Mann in eine Fernsehschauspielerin, die immerhin Interesse an seinen Theorien zeigt. Der sympathische, kleine Film um große Karriereträume sprüht vor Vergnügtheit und feiert ganz Löwe-gemäß in sommerlich heiterer Kulisse die Lust am Leben.

Jungfrau
Wie ein einfacher Durchschnittsmensch, motiviert von seinem Gefühl für Anständigkeit einen ungleichen Kampf gegen einen großen Konzern besteht, erzählt die (wahre) David-gegen-Goliath-Geschichte „Flash of Genius“. Ingenieur und College-Professor Bob Kearns ist ein unauffälliger, ordentlicher Mann mit Freude am Tüfteln, der eines Tages den im Alltag so nützlichen Intervall-Scheibenwischer erfindet – ein Jungfrau-Typ wie aus dem Lehrbuch, dessen starrsinniger und zunehmend obsessiver, jahrzehntelanger Kampf um sein Urheberrecht zudem noch Jungfrau-Saturn und Steinbock-Pluto reflektiert.

Waage
Regisseurin Maren Ade und Hauptdarstellerin Birgit Minichmayr wurden für „Alle Anderen“ bei der diesjährigen Berlinale ausgezeichnet. Der Film dreht sich um Beziehungsmodelle, Geschlechterrollen und den Kampf, den es kostet, wenn man darin nicht ganz orthodoxe Wege gehen will: im Urlaub treffen Gitti und Chris auf Hans und Sana und erweisen sich beim Zusammentreffen als unsicher im Umgang mit dem eigenen Liebeskonzept... Waage als Zeichen der Begegnung mit dem Anderen und der geistigen Konstrukte steht hier eindeutig im Mittelpunkt des Geschehens.

Skorpion
Ein skorpionisches Blutbad ungewöhnlicher Art erwartet uns in Julie Delpys Historienfilm „Die Gräfin“ („The Countess“). Der Legende nach badete die ungarische Serienmörderin Erzebet Bathory zu Beginn des 17. Jahrhunderts im Blut junger Frauen und Mädchen, um ihre Schönheit zu erhalten. Bemüht um eine weniger dämonisierende Interpretation der außergewöhnlich mächtigen Frau, beleuchtet die vorliegende filmische Bearbeitung Erzebets obsessive Liebe zu einem jüngeren Mann und stärkt auch damit die in der Geschichte ebenfalls vorhandenen Waage-Motive Schönheit und Liebe.

Schütze
„Crossing Over”, ein gut gemeinter Film mit humanistischer Botschaft, dreht sich um illegale Immigration, um die Suche nach einem besseren Leben und ruft zu Verständnis und Toleranz gegenüber dem Fremden auf. Ein Grenzpolizist, den der Tod einer Einwanderin belastet, eine Fünfzehnjährige, die wegen angeblicher Terrorismus-Sympathien von Ausweisung bedroht ist, ein Einwanderungsbehördenangestellter, der seine Position für sexuelle Erpressung nutzt – das sind nur drei der vielen Figuren, die sich im Konfliktraum kultureller, ethnischer und nationaler Überschneidungen und Abgrenzungen bewegen. Trotz mancher Sentimentalitäten, die der Schütze-Thematik Krebs-Motive beifügen, ist „Crossing Over“ ein feuriges Plädoyer für mehr Liberalität im interkulturellen Umgang.

Steinbock
Lange erwartet und von Fans heiß ersehnt kommt der vierte Teil der John-Connor-Saga „Terminator – Die Erlösung“ („Terminator Salvation“) mit viel düsterer Action daher. Der mühsame Kampf der letzten überlebenden Menschen gegen die Maschinen in einer verwüsteten, weitgehend bleiern gefärbten Welt, das technisch-emotionslose, effizienzgesteuerte Vernichtungsprogramm der Maschinen und nicht zuletzt auch die einer griechischen Tragödie ähnelnde Geschichte um einen Cyborg, der sich für einen Menschen hält, unwissentlich seinen Teil zum tödlichen Schlag gegen John Connor beiträgt, sich dann jedoch für diesen opfert – all das gibt diesem Film seine Steinbock-Färbung.

Wassermann
Es liegt nahe, in der Biografie eines berühmten Revolutionärs Wassermann-Qualitäten zu vermuten, und natürlich weist Steven Soderberghs „Che“ (mit dem großartigen Benicio del Toro in der Titelrolle) in seiner Darstellung von Ernesto „Che“ Guevaras Zeit als Revolutionsführer in Kuba diese auf. Bedenkt man zudem, dass Saturn der alte Herrscher des Wassermann-Zeichens ist, fügt sich auch das Motiv militärischer Disziplin ebenso ins Bild wie die Bedeutung gesellschaftlicher Verantwortung und sozialen Gewissens. Soderbergh verzichtet auf Pathos und Sentimentalität und erzählt von revolutionärer Gemeinschaft und solidarischem Kampf aus einer distanzierten, beobachtenden Haltung heraus – auch darin zeigt sich Wassermann.

Fische
Als eine „Psychedelic Road Movie Komödie” bezeichnet Michael Glawogger seinen von bekifften Würstelbudenbesitzern, durchgedrehten Kleinkriminellen und tuntigen Automechanikern bevölkerten und mit jedes Drogentrips würdigen Bildern durchsetzten „Contact High“, einen Film um eine verloren gegangene Tasche und deren Wiederbeschaffung. Zweifellos auch uranisch getönt, ist diese schräge Komödie jedoch vor allem ein knallbunter Trip durch dem Fische-Zeichen entsprechende Unsinnspoesie und surrealistisches Chaos.

 


Vesna Ivkovic

Vesna IvkovicVesna Ivkovic studierte Literatur- und Sprachwissenschaften, Soziologie, Philosophie, Geschichte und beschäftigte sich intensiv mit Psychologie, Mythologie sowie verschiedenen Glaubens- und Weisheitssystemen. Parallel dazu erforschte sie die Erkenntniswege des Körpers mittels der Kampfkunst des Kung Fu, Tanz, Yoga, Qi Gong und verschiedenen anderen Methoden der Körperarbeit und Bewegungskunst. 1993 entdeckte sie die Astrologie als Erkenntnisinstrument und absolvierte 2004 am Astrologie-Zentrum Berlin bei Markus Jehle und Petra Niehaus die Meisterklasse.
Mehr über die Autorin des Cinemaskopes finden Sie auf ihrer eigenen Website www.astrosemiotics.de

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