Cinemaskop
Leinwandsternstunden des Monats

Dezember 2009


mehr lesen Cinemaskop, von Vesna Ivkovic

Das Cinemaskop ist ein Überblick über aktuelle Kinofilme und deren zentrale Thematik aus astrosemiotischer Sicht, (d.h. den Film als Zeichensystem betrachtend und ins astrologische Zeichensystem übersetzend).
Ein gelungener Film hat nicht nur eine Story, ein bestimmtes Thema, er hat auch eine spezielle Atmosphäre, vermittelt ein bestimmtes Gefühl und zieht uns in seine ganz eigene Welt – dieses Grundthema, das sich aus Figuren, Story, Setting und allerlei anderen Komponenten speist, findet seine Entsprechung in einem oder mehreren astrologischen Zeichenprinzipien. Sehr vereinfacht heißt das: ein rasanter Actionkracher konfrontiert uns mit Widder-Energie, ein Horrorfilm dagegen mit skorpionischen Abgründen und Ängsten, etc. Wir kommen aus dem Kino und finden uns – wenn es dem Film gelungen ist, uns zu erreichen – beschäftigt mit und erfüllt von eben diesen Energiequalitäten.

Widder
Der lautstarke Actionkracher "2012", dessen spektakuläre Spezialeffekte für konstante Adrenalinschübe sorgen, bringt neben der Widder-typischen Action auch das ebenfalls Widder entsprechende Motiv des Neuanfangs mit: Um nicht gänzlich von den katastrophalen Naturgewalten ausgelöscht zu werden, beschließen die Führenden der Welt das Überleben der Menschheit gemäß dem "Arche-Noah-Prinzip" zu sichern. Wer jedoch nicht Teil des Programms ist, muss allein auf sich gestellt ums Überleben kämpfen...

Stier
Eine aufregend sinnliche College-Schönheit (Megan Fox) wird buchstäblich zum Männer verschlingenden Monster, nachdem sie beim fehlgeschlagenen satanistischen Ritual einer Rockband von einem hungrigen Dämon besessen wird. "Jennifer’s Body" bewegt sich damit ganz auf der Stier-Skorpion-Achse. Hübscher Teenager-Horrorfilm mit dem Motiv von der Schönen und dem Biest - die sich hier den begehrten Körper einer hemmungslose Erotik (oder jedenfalls das, was Teenager darunter verstehen) verkörpernden Frau teilen...

 

Zwillinge
Urlaub, abwechslungsreiche Unterhaltung und Spaß (also typische Zwillinge-Aktivitäten) erhofft sich eine Gruppe von Freunden von ihrem Aufenthalt in einem Ferienclub für Paare - doch das Paar, das die Gruppenreise initiierte, hat die anderen ausgetrickst: Sie wollen im scheinbaren Paare-Paradies ihre Ehe retten, nicht zuletzt auch mittels seltsamer therapeutischer Methoden. Mit nur manchmal originellem Witz erzählt "All Inclusive" ("Couples Retreat") davon, wie sich nun auch die anderen Pärchen durch Begegnungen mit Haien oder übersexualisierten Yogalehrern zur Auseinandersetzung mit scheinbar problematischen Beziehungssituationen gezwungen sehen.

Krebs
Krebs-gemäß berührend erzählt „Hachiko – Eine wundervolle Freundschaft“ („Hachiko: A Dog's Story“) von einer innigen Bindung zwischen einem Universitätsprofessor und dem Hund, den er als Welpen aufliest und aufzieht. Jeden Tag holt Hachiko den von Richard Gere gewohnt warmherzig gespielten Professor vom Bahnhof ab – auch als dieser nicht mehr kommt, weil er einem Herzinfarkt erliegt, wartet der Hund täglich auf ihn. Hachikos Liebe und Treue bewegt den ganzen Ort und ebenso uns im Kinosessel, zumal die gefährlich nah am Kitsch angesiedelte Geschichte mit Herzenswärme aber ohne Süßlichkeit erzählt wird.

Löwe
Eine Hochzeit ist meist ein großes Fest, eine Feier voller Lebenslust und Freude und damit ein Ereignis voller Löwe-Energie. So soll die Hochzeit eines jungen Paares in einem rumänischen Dorf im Film „Stille Hochzeit – Zum Teufel mit Stalin“ („Nunta muta“) ebenfalls werden. Doch leider wird das Jahr 1953 geschrieben und der große Stalin ist gerade gestorben. In Rumänien wird Staatstrauer verordnet und es darf nicht gefeiert werden. Wie die Dorfbewohner und Hochzeitsgäste dennoch feiern – und welche Folgen das hat, zeugt von der Kraft, aber nicht zuletzt auch von der Unterdrückung der Löwe-Energie (durch Saturn und Pluto)...

Jungfrau
Die preisgekrönte Dokumentation „Allein in vier Wänden“ berichtet aus einer Besserungsanstalt für jugendliche Straftäter im Ural. Dabei liegt der Schwerpunkt der unspektakulären Berichterstattung auf dem Alltag der elf- bis sechzehnjährigen Jungen. Viele von ihnen – meist verurteilt wegen Diebstahl oder Mord und aus verwahrlosten Verhältnissen kommend – erfahren hier erstmals eine ordentliche Versorgung und einen geregelten Tagesablauf. Entsprechend zeigt der Film in Jungfrau-Manier viele Bilder aus diesem von einfachen Verrichtungen und nützlichen Beschäftigungen geprägten Alltag.

Waage
Eine nicht untypische Romanze mit etwas Tiefgang ist „Love Happens“ . Drei Jahre nach dem Tod seiner Frau hat Selbsthilfeguru Burke ein Buch über Trauerarbeit geschrieben und ist recht gefragt. Dem eigenen Schmerz jedoch hat er sich nicht gestellt. Dann begegnet er Eloise, die gerade mal wieder eine weitere romantische Enttäuschung erlebt hat. Wie diese beiden sich einander annähern, den anderen sehen lernen und sich dabei gezwungen sehen, ihre Masken abzulegen, ist eine Waage-Story, die Skorpion-Motive beinhaltet.

Skorpion
Der deutsche Titel von “Gesetz der Rache” (“Law Abiding Citizen”) verweist bereits deutlich auf die Zeichenqualitäten des aktuellen Selbstjustiz-Thrillers mit Gerald Butler und Jamie Foxx, in dem ein am staatlichen Justizsystem verzweifelnder Mann zum gefährlichen Killer wird. Das skorpionische Motiv von Rache und Zerstörung richtet sich gegen die Steinbock-Entsprechungen von Staat und Justiz – auch der aktuelle Steinbock-Pluto lässt sich darin sehen („I’m gonna bring the whole system down on your head“!). Es wird danach gefragt, ob der Preis, den eine Gesellschaft zu zahlen bereit ist, um ihre Funktionsfähigkeit aufrecht zu erhalten, zu hoch ist, wenn dafür starke Bindungen und Gefühle und intensive (Verlust-)Erfahrungen vernachlässigt werden. Ein Bild, das den Saturn-Pluto-Konflikt sehr schön illustriert ist die Szene, in der der Rächer mit nacktem Oberkörper vom rüstungsartig uniformierten SWAT-Team unter dem Blick des geschäftsmäßig korrekt gekleideten Staatsanwalts abgeführt wird...

Schütze
Angesiedelt in der Welt der großen Geschäfte, mit einer Hauptfigur, die im Zuge konzernübergreifender Preisabsprachen aus eigenem Antrieb zum Informanten für das FBI wird und sich mit manischem Eifer in diese Aufgabe stürzt, zeigt sich „Der Informant!“ („The Informant!“) als Schütze-Film. Dass der von Matt Damon gespielte Marc Whitacre im Lauf der Zeit mit einem gewissen Größenwahn eigene Ziele verfolgt, dabei selbst auf hochstaplerische Weise kriminell wird und im größten Wirtschaftsprozess der USA auftritt, passt ebenso zur Schütze-Qualität wie die bipolare (manisch-depressive) Störung, die ihm diagnostiziert wird.

Steinbock
In Form wie Inhalt sehr reduziert, erzählt der finnische Film "Der Besucher" die Geschichte eines stummen Jungen, der mit seiner Mutter hart arbeitend in der Abgeschiedenheit der finnischen Wälder lebt, während der Vater im Gefängnis sitzt. Als ein verletzter Besucher in das Leben des Jungen und seiner Mutter tritt, verändern sich die Verhältnisse... Die Reduktion in Dialog, Farbe, Erzählweise wie auch die Motive von Mühsal, Verantwortung und Schuld, aber auch die schwermütige und latent bedrohliche Atmosphäre verleihen dem Film Steinbock-Qualität.

Wassermann
Den unterhaltsamen wie provozierenden Revoluzzer gibt der Dokumentarfilmer Michael Moore immer wieder gerne. Auch in "Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" ("Capitalism: A Love Story") stellt er wieder unangenehme Fragen, diesmal an die Adresse der Finanzwelt. Und wie stets geht es ihm dabei um idealistische Vorstellungen von einer besseren Welt, um Wassermann-typische Ideale, die er konkret werden lässt am Beispiel einer Hausbesetzung oder einer Firma, in der jeder Mitarbeiter das gleiche verdient (gemäß dem Wassermann-Credo von "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit").

Fische
Eine außergewöhnliche Verbindung des Steinbock-Themas Schuld mit Motiven des Fische-Zeichens bringt "Die Tür" auf die Leinwand. Ein schuldbeladener Mann findet nach Jahren eine Tür, die ihn in die Parallelwelt der Vergangenheit zurückbringt und ihm dort eine zweite Chance gibt, die Chance sich diesmal nicht schuldig zu machen. Er versucht, ein besserer Ehemann und Vater zu sein als sein jüngeres Ich es war, doch dazu muss er sich selbst töten. Das lässt sich durchaus auch lesen als Auflösung des Ego - ein Fische-Motiv wie auch die parallele Welt, die eine Welt der übernommenen Identitäten ist, in der die Gefahr der Enttarnung lauert, eine Welt, in der Väter Schutzengel sein wollen. Ein Saturn, der Neptun werden möchte?


Vesna Ivkovic

Vesna IvkovicVesna Ivkovic studierte Literatur- und Sprachwissenschaften, Soziologie, Philosophie, Geschichte und beschäftigte sich intensiv mit Psychologie, Mythologie sowie verschiedenen Glaubens- und Weisheitssystemen. Parallel dazu erforschte sie die Erkenntniswege des Körpers mittels der Kampfkunst des Kung Fu, Tanz, Yoga, Qi Gong und verschiedenen anderen Methoden der Körperarbeit und Bewegungskunst. 1993 entdeckte sie die Astrologie als Erkenntnisinstrument und absolvierte 2004 am Astrologie-Zentrum Berlin bei Markus Jehle und Petra Niehaus die Meisterklasse.
Mehr über die Autorin des Cinemaskopes finden Sie auf ihrer eigenen Website www.astrosemiotics.de

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