Cinemaskop
Leinwandsternstunden des Monats
November 2009

Cinemaskop, von Vesna Ivkovic

Das Cinemaskop ist ein Überblick über aktuelle Kinofilme und deren zentrale Thematik aus astrosemiotischer Sicht, (d.h. den Film als Zeichensystem betrachtend und ins astrologische Zeichensystem übersetzend).
Ein gelungener Film hat nicht nur eine Story, ein bestimmtes Thema, er hat auch eine spezielle Atmosphäre, vermittelt ein bestimmtes Gefühl und zieht uns in seine ganz eigene Welt – dieses Grundthema, das sich aus Figuren, Story, Setting und allerlei anderen Komponenten speist, findet seine Entsprechung in einem oder mehreren astrologischen Zeichenprinzipien. Sehr vereinfacht heißt das: ein rasanter Actionkracher konfrontiert uns mit Widder-Energie, ein Horrorfilm dagegen mit skorpionischen Abgründen und Ängsten, etc. Wir kommen aus dem Kino und finden uns – wenn es dem Film gelungen ist, uns zu erreichen – beschäftigt mit und erfüllt von eben diesen Energiequalitäten.

Widder
Die menschliche Fähigkeit zu rücksichtslosem Überlebenskampf und -willen ist eine unbeliebte und doch wichtige Widder-Eigenschaft. Für die Protagonisten im Virus-Thriller „Carriers“ ist diese Fähigkeit vielleicht die einzige Chance, nachdem eine Pandemie das ganze Land verseucht und entvölkert hat. Spannend und rasant werden hier auch die Konflikte gezeigt, in die dieser Überlebenskampf den Menschen mit den Themen Mitgefühl (Krebs), gesellschaftliche Prinzipien (Steinbock) und Beziehungsfähigkeit (Waage) bringt.

Stier
In einer Weise, die durchaus an Almodovar erinnert, präsentiert die spanische Komödie „Chefs Leckerbissen“ (Fuera la carta) eine sinnenfrohe, leidenschaftliche Story um einen schwulen Restaurantbesitzer, der nach dem Tod seiner Ex-Frau plötzlich wieder seine Kinder am Hals hat, seine sexhungrige Mitarbeiterin und einen für beide zum Objekt der Begierde werdenden hübschen neuen Nachbarn. Die Stier-typische Sinnlichkeit und Genussfreude findet dabei durchaus auch in manchen schön komponierten Bildern ihren Ausdruck, wenn auch diese vor allem Lust auf echte und reichhaltigere Almodovar-Kost wecken.

Zwillinge
Ein Reisebus voller internationaler Touristen fährt eine Woche lang durch Griechenland von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit – möglichst schnell möglichst viel sehen, das entspricht der Zwillinge-Energie. Begleitet wird die bunt zusammengewürfelte, unspektakuläre Truppe von Reiseleiterin Georgia, die versucht sich an ein Single-Dasein zu gewöhnen, das sie nicht mag und mit dem Busfahrer anbändelt. „My Big Fat Greek Summer“ („My Life in Ruins“) ist eine seichte und leichte Komödie, die davon erzählt wie die Vielfalt sich schnell abwechselnder Kleinigkeiten zu mehr Spaß und Leichtigkeit beitragen können – was ebenfalls dem Zeichen Zwillinge entspricht.

Krebs
In „Away we go“ ist ein schwangeres Paar auf der Suche nach dem passenden Ort und Modell für das eigene zukünftige Familienleben. Die leichthändige, humorvolle Darstellung verschiedener Familienmodelle, der Fokus auf die Suche und die Zweifel des Paares über Lebensstile, eigene Wünsche und Bedürfnisse lassen auch Zwillinge-Qualität einfließen. Doch zeichnet der Film vor allem ein liebevoll beobachtetes Bild von den emotionalen Entwicklungen, die der Prozess des Eltern-werdens und Niederlassens für die Protagonisten mit sich bringt und stellt damit Krebs-Motive in den Vordergrund.

Löwe
Ein Dokumentarfilm mit Löwe-Qualitäten? Ungewöhnlich. Aber „This Is It“ ist ein Dokumentarfilm, der den kürzlich verstorbenen Michael Jackson bei den Proben für seine geplanten Konzerte zeigt. Und er feiert den „King of Pop“, seine Star-Qualitäten, seine Einzigartigkeit als Künstler und sein Charisma ebenso wie den kreativen Prozess, der sich unter Jackson’s Leitung und – ganz Löwe-gemäß – von seinem Glanz überstrahlt, in einem großen Team, das ein wenig dem Hofstaat eines Königs gleicht, entwickelt.

 

Jungfrau
Ein übergewichtiger, scheuer Supermarkt-Nachtwächter verliebt sich in eine dort arbeitende Putzfrau, die er zunächst auf seinen Monitoren beobachtet, um ihr bald auch durch die öden Vorstadtstraßen Montevideos zu folgen. Sein Mangel an Selbstbewusstsein hält ihn davon ab, die begehrte Frau anzusprechen. Stattdessen folgt er bestimmten Routinen und entwickelt kleine Rituale, um ihr näher kommen zu können. Die Jungfrau-Qualität des Films „Gigante“ liegt auch im lakonischen Minimalismus, mit dem der unspektakuläre Alltag in bescheidenen Verhältnissen lebender, ganz normaler Menschen bebildert wird und in den alltäglichen, kleinen Begebenheiten und Problemen von denen er erzählt.

Waage
„Die nackte Wahrheit“ („The Ugly Truth“) ist eine wirklich amüsante Beziehungskomödie, deren Unterhaltungswert in der Konfrontation der genretypischen Waage-Charakteristik mit dem Widder-Motiv geradlinig sexorientierter Männlichkeit liegt: Eine kultivierte, eher kühle TV-Produzentin lässt sich von ihrem radikale Machoansichten vertretenden Mitarbeiter in Sachen Männer und Verführung coachen, um den Mann ihrer Träume zu erobern. Nun ja, das Ende ist vorhersehbar, aber der Weg dahin durchaus unterhaltsam...

Skorpion
Im drastischen Horrorfilm „Orphan – Das Waisenkind“, der von US-Kritiker Roger Ebert das Label „schamlos effektiv“ erhielt, wird eine Geschichte um ein höllisch böses Kind erzählt. Die verwaiste neunjährige Esther wird von einer Familie adoptiert, die nicht frei von Belastungen ist: Alkoholprobleme, die Totgeburt eines Kindes... Dann geschehen schlimme „Unfälle“... Wie in jedem guten Horrorfilm bringt das Erscheinen des Bösen auch die psychischen Probleme und verborgenen Konflikte der „guten“ Protagonisten ans Licht – Skorpions und Plutos Lieblingsbeschäftigung...

Schütze
Eine ganz nach Schütze-Art opulent ausgestattete Großproduktion über eine legendäre Figur ist „Die Päpstin“ geworden. Die Geschichte einer jungen Frau, die im Mittelalter bereits als Kind um die Möglichkeit kämpft, trotz ihres Geschlechts lernen zu dürfen, dafür sogar als Mann verkleidet ins Kloster geht und es schließlich bis in den Vatikan und auf den Papststuhl bringt, ist historisch umstritten und auch deswegen interessant. Eine Frau mit einer Mission setzt sich ein für geistige Freiheit, sucht Erkenntnis und entwickelt sich zur zentralen religiösen Leitgestalt – ein Schütze-Lebensweg par excellence.

Steinbock
Um Traditionen wie auch um die Auswirkungen repressiver Erziehung und missbrauchter väterlicher Autorität geht es in Michael Hanekes neuem Werk „Das weiße Band“. In reduzierendem Schwarz-Weiß gefilmt, verweist sowohl die sparsame Erzählweise wie die Qualität unterschwelliger Bedrohung auf Steinbock mit starker Skorpion-Beimischung. Da zudem Unschuld und Reinheit ebenso wie geheimnisvolle böse Taten zentrale Themen sind, lassen sich hier der im Oktober noch aktuelle Jungfrau-Saturn wie auch Steinbock-Pluto erkennen.

Wassermann
„Die fast vergessene Welt“ („Land of the Lost““) ist eine etwas schräge, vor Nonsens und Geschmacklosigkeiten nicht zurückschreckende Science-Fiction-Komödie. Darin landet ein Wissenschaftler bei einem Experiment mit seinem selbstgebauten Quantensprunggerät zusammen mit seiner Assistentin und einem hinterwäldlerischen Naturburschen in einem parallelen Universum. Diese fremde Welt ist bevölkert von allerlei skurrilen Gestalten und Lebensformen, die den drei Fremdlingen nicht immer wohlgesonnen sind.

Fische
Park Chan-Wook, der Regisseur so unterschiedlicher Filme wie „Oldboy“ und „I’m a Cyborg, but That’s Okay“, hat einen Vampirfilm gedreht: In „Durst“ („Bakjwi“) stellt sich ein selbstloser, aufopferungsvoller Priester – eine schöne Fische-Figur – einer experimentellen Impfung gegen eine mysteriöse Krankheit zur Verfügung und wird durch eine infizierte Bluttransfusion zum Vampir (eine klassische Skorpion-Gestalt). Visuell eindrucksvoll wird von seinen inneren Konflikten und einer so obsessiven wie zarten Liebesgeschichte erzählt.


Vesna Ivkovic

Vesna IvkovicVesna Ivkovic studierte Literatur- und Sprachwissenschaften, Soziologie, Philosophie, Geschichte und beschäftigte sich intensiv mit Psychologie, Mythologie sowie verschiedenen Glaubens- und Weisheitssystemen. Parallel dazu erforschte sie die Erkenntniswege des Körpers mittels der Kampfkunst des Kung Fu, Tanz, Yoga, Qi Gong und verschiedenen anderen Methoden der Körperarbeit und Bewegungskunst. 1993 entdeckte sie die Astrologie als Erkenntnisinstrument und absolvierte 2004 am Astrologie-Zentrum Berlin bei Markus Jehle und Petra Niehaus die Meisterklasse.
Mehr über die Autorin des Cinemaskopes finden Sie auf ihrer eigenen Website www.astrosemiotics.de

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