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Der cineastische Tierkreis -
Neue Bilder für alte Archetypen

Die Bildermaschine Kino bietet eine ungeheure Fülle an vielfältigen Erscheinungsformen für archetypische Gestalten, Motive, Qualitäten, die in der Astrologie von Planeten, Konstellationen und dem Tierkreis repräsentiert werden.

An dieser Stelle bietet Vesna Ivkovic Einblick in die cineastischen Ausdrucksformen und Entsprechungen der Tierkreiszeichen.

Waage im Kino: Erkenntnis der Dualität

Sinn und SinnlichkeitGeboren mit einem Waage-Aszendenten betrachte ich die Welt schon mein ganzes Leben lang durch die Brille von Beziehungen, Verbindungen und Wechselwirkungen – und erlebe das Zeichen Waage als das am häufigsten missverstandene des Tierkreises: gern wird es mit Eigenschaften wie oberflächlicher Harmoniesucht, Unentschlossenheit und Wankelmut beschrieben. Das so oft betonte Streben nach Frieden und Harmonie ist zwar zweifellos eine zentrale Qualität der Waage, es spiegelt sich zum Beispiel auch in der typischen Eleganz und Kultiviertheit des Zeichens, im ausgeprägten Sinn für Ästhetik wie auch für Gerechtigkeit und natürlich in der freundlichen Gefälligkeit, die in jedem Lebensbereich den zwischenmenschlichen Umgang angenehmer macht.

Allerdings erscheint es mir wichtig zu verstehen, aus welchem Geist diese Qualitäten erwachsen: Waage ist das erste Zeichen des Tierkreises, das auf ein bereits etabliertes Gegenüber triffti. Hier nimmt also die Wahrnehmung und Erkenntnis des Nicht-Ich, des Anderen als einer eigenständigen Einheit und die Begegnung, Auseinandersetzung und Interaktion mit diesem Anderen ihren Anfang. Waage markiert damit den Sprung in die Dualität.

Der schlichten Ichbezogenheit und groben Eindimensionalität sowie dem direkten Durchsetzungswillen von Widder stellt Waage komplexe Du-Bezogenheit, Berücksichtigung aller Perspektiven, Verhandlungsfähigkeit und den Willen zu einem harmonischen, d.h. beide Seiten gleichermaßen bedenkenden Miteinander gegenüber. Nicht aus unschlüssiger Schwäche, Konfliktscheu und mangelndem Ich-Bewusstsein entsteht im Zeichen Waage die Bereitschaft zu Kompromissen und diplomatischer Aufmerksamkeit, sondern aus der im gesamten Tierkreis am stärksten ausgeprägten (höchstens noch vom Zeichen Wassermann erreichten) bewussten Anerkennung der Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung der Wünsche, Positionen und Perspektiven des Gegenübersii. Partnerschaftlichkeit ist das zentrale Konzept des Zeichens Waage.

Happy End mit Humor und Esprit

Harry & SallyIm Kino wie im Leben wird ein solches Zusammentreffen einzelner Individuen, die in bewusste Auseinandersetzung miteinander treten, meist durch Beziehungswünsche und Gefühle, die wir Verliebtheit oder Liebe nennen, motiviert, und so gehört das Genre der romantischen wie auch der Gesellschafts-Komödie zu den beliebtesten im Waage-Kino. Mal mehr, mal weniger geistreich, im Waage-Film jedoch stets kultiviert und geschmackvoll, zeigt sich der auseinandersetzungsreiche Weg zu einem harmonischen Happy End scheinbar unvereinbarer Persönlichkeiten beispielsweise in Genre-Klassikern wie „Harry und Sally“ (R. Reiner, 1989), der die im Grunde wenig romantische Aussage trifft, dass eine tragfähige Liebe vor allem Freundschaft voraussetzt. Auch andere beliebte sogenannte „Rom-Coms“ wie „e-m@ail für dich“ (N. Ephron, 1998) oder „Notting Hill“ (R. Michell, 1999) spielen im dem Zeichen Waage entsprechenden Milieu der Kulturschaffenden, Intellektuellen und Künstler und erzählen Liebesgeschichten, deren Hindernisse vorwiegend in den durch Verständigung und Verhandlung zu überwindenden Beziehungserwartungen der Protagonisten liegen.

Sex and the cityDie elegante und kultivierte Waage ist von Leichtigkeit und Gewandtheit im sozialen Umgang bestimmt, das daher bevorzugte Umfeld im Film ist die Welt der „Reichen und Schönen“, denn die materiellen Lebensbedingungen sind kein Waage-Thema (jedenfalls keines über das Waage spricht), die typischen Inhalte demnach – dem Luft-Element entsprechend – eher geistiger Art. In einem solchen Milieu sind beispielsweise auch die zwei auf der gleichnamigen, beliebten TV-Serie basierenden Kinofilme über „Sex and the City” (M.P. King, 2008 und 2010) beheimatet, dies sich natürlich um Liebesaffären, Freundschaft und andere Formen sozialer Beziehungen drehen, aber auch weitere Waage-Themen wie Mode und urbane Kultur in vielerlei Formen einbeziehen.

Mit etwas mehr kulturellem Anspruch wurde „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ (M. Newell, 1994) zum Kult-Klassiker: Die Geschichte begleitet wie „Harry und Sally“ ein potentielles, doch aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen und Timing-Unstimmigkeiten zunächst verhindertes Liebespaar über einen längeren Zeitraum, bevor sie den Protagonisten wie auch dem Publikum das so unvermeidliche wie sympathische Happy End gönnt. Allerdings werden hier bürgerliche Beziehungskonzepte und Liebesvorstellungen dezent kritisch beleuchtet und auf gefällige Weise, sowie ohne Provokation, mögliche Alternativen skizziert.

Die formvollendeten Welten der vornehmen Gesellschaft

Beziehungserwartungen und -konzepte, die kaum individuell sondern vor allem sozial bestimmt sind, stehen zumeist im Mittelpunkt der formvollendeten Verfilmungen britischer Literaturklassiker von E.M. Forster oder Jane Austen. Neben gepflegter Unterhaltung bieten diese eine meist charmante, gelegentlich auf freundliche Art Ungerechtigkeiten andeutende Darstellung der britischen Klassengesellschaft des 19. Jahrhunderts und der Jahrhundertwende, in der höfliche Formalitäten und Etikette das Miteinander bestimmen.

EmmaIn „Jane Austens Emma” (D. McGrath, 1996) versucht sich die junge Emma im Bekannten- und Freundeskreis als Ehestifterin und sorgt damit für allerlei unterhaltsamen Aufruhr bei den von artigen Umgangsformen geprägten Tee- und Picknick-Gesellschaften. Der Versuch, fremde wie eigene Gefühle ins hübsche Korsett harmonisch erscheinender Verbindungen zu schnüren, misslingt zwar gründlich, doch am Ende finden alle, auch Emma, ihr Liebesglück. Und das liegt auch hier wieder für die Hauptfiguren in einer Beziehung, die als auseinandersetzungsreiche Freundschaft begann und in der die partnerschaftliche Augenhöhe eine wichtige Rolle spielt.

Auch in „Sinn und Sinnlichkeit” (A. Lee, 1995) werden große romantische Gefühle und Leidenschaften vorwiegend mit manierlicher Zurückhaltung bedacht. Die Heiratsmöglichkeiten der unter die Haube zu bringenden Töchter einer verarmten Witwe können sich erst durch hilfreiche soziale Beziehungen und diplomatische Nachgiebigkeit in Übereinstimmung mit den zu berücksichtigenden Konventionen entwickeln. Die für Waage typische höfliche Diskretion wird hier explizit eingefordert, zum Beispiel als die jüngste Tochter sich positiv über eine aufdringlich laute und distanzlose Person äußert, weil diese immerhin heikle und indiskrete Themen ansprichtiii. Die Mutter bringt sie zum Schweigen mit dem Satz: „If you can not think of anything appropriate to say, you will please restrict your remarks to the weather.”iv

Zimmer mit AussichtZimmer mit Aussicht“ (J. Ivory, 1985) erzählt vordergründig von den Entscheidungsschwierigkeiten einer jungen Frau zwischen vorgesehenem Ehemann und einer nicht ganz standesgemäßen Romanze, während „Ernst sein ist alles” (O. Parker, 2002) voll Oscar Wilde’schem Esprit die amüsante Geschichte zweier recht gegensätzlicher Freunde und ihrer Liebesaffären inmitten zu beachtender und gelegentlich zu brechender gesellschaftlicher Konventionen erzählt, wobei Verwechslungen, höfliche Notlügen und letztlich Harmonie herstellende „Zufälle“ für geistreiche Unterhaltung sorgen.

Kultivierte Konzepte stilvollen Miteinanders

Anhand der bisher genannten Beispiele wird bereits deutlich, dass sich Waage-typische Filme nicht auf eine Hauptfigur konzentrieren – oft steht zumindest ein Paar gleichberechtigt im Mittelpunkt, noch häufiger werden wir auch noch mit diversen weiteren Figuren und deren miteinander verflochtenen Beziehungen bekannt gemacht. Nicht selten handelt sich auch um einen Ensemblefilm wie zum Beispiel bei der Komödie „Tatsächlich… Liebe“ (R. Curtis, 2003), die gleich zehn Paare und Trios bei ihren Verständigungsschwierigkeiten und amourösen Verwicklungen begleitet.

Im trotz aller folgenschwerer Ereignisse wenig emotional berührenden Beziehungsdrama „Hautnah“ (M. Nichols, 2004) ist es ein Quartett intellektuell und künstlerisch tätiger Personen, deren so unterschiedliche wie wechselhafte Beziehungsmuster und -konzepte thematisiert werden. Dabei lässt uns der Film die Gefühle der Protagonisten eher aus einer gewissen Distanz wahrnehmen und beobachten, anstatt uns zu mitfühlender Identifikation anzuregen – auch das ist ein Zeichen Waage-typischen Taktgefühls. Die versuchte, etwas halbherzige Tiefgründigkeit des Films ist jedoch eine Ausnahme im Waage-Kino, meist wird die freundlich beobachtende, Emotionalität vermeidende Distanz durch Humor hergestellt, wie z.B. auch in vielen Filmen, die sich dem immer wieder beliebten Motiv der Dreieckskonstellation widmen.

Tom Tykwer hat vor wenigen Jahren im Film „3“ (T. Tykwer, 2010) dieses Motiv aufgegriffen, und beide Teile eines heterosexuellen Paares unabhängig voneinander einen bisexuellen Mann kennenlernen und mit diesem eine Affäre beginnen lassen. Entstanden ist eine unterhaltsame und leichte Berlin-Komödie, die konventionelle Beziehungskonzepte von einem mit großer Selbstverständlichkeit eingenommenen Standpunkt der Gleichwertigkeit aller Bedürfnisse und Gefühle aus in Frage stellt.

Serenade zu dritt77 Jahre zuvor hat Ernst Lubitsch mit „Serenade zu dritt“ (E. Lubitsch, 1933) mit einer nicht unähnlichen Geschichte einen wunderbaren und sehr prägnanten Klassiker des Waage-Kinos geschaffen: Zwei eng befreundete Künstler verlieben sich in dieselbe Frau, die sich zwischen ihnen weder entscheiden kann noch will. Als Trio durch Freundschaft und Liebe verbunden und als schöngeistige Intellektuelle „niedere Instinkte“ wie Eifersucht und Besitzgier ablehnend, bemühen sich die drei um einen zivilisierten und allen Beteiligten gerecht werdenden Umgang mit der komplexen Situation und schließen ein „Gentleman’s Agreement“ ab, das eine fruchtbare Beziehung zu dritt ermöglichen soll, sicherheitshalber allerdings Sex ausschließtv.

Klassiker des Waage-Kinos: Nonchalant und leichtfüßig

Swing timeSehr viele elegante und geistreiche Waage-typische Filme sind älteren Datums – Repräsentanten einer Zeit, als Kino vor allem eine schöne, harmonische und gefällige Welt anbot, die eine Pause von der harten Realität versprach. Da der Tanz und insbesondere der Paartanz eine ausgesprochen charakteristische Waage-Entsprechung ist, drängen sich mir dabei ganz besonders die Filme des berühmtesten Tanzpaars der Filmgeschichte auf: Ginger Rogers und Fred Astaire. Die nonchalante Leichtfüßigkeit, die in Filmen wie „Tanz mit mir!“ („The Gay Divorcee“, M. Sandrich, 1934), „Ich tanz mich in dein Herz hinein“ („Top Hat“, M.Sandrich, 1935), „Swing Time“ (G. Stevens, 1936), „Tanz mit mir“ („Shall We Dance“, M. Sandrich, 1937) die Beziehungen ihrer Figuren bestimmte, ist ein schönes Beispiel für den Paartanz als Kommunikationsmittel und Ausdruck sozialer wie romantischer Beziehungen. Der hohe Unterhaltungswert wie auch der Waage-Gehalt dieser Filme liegt ebenso sehr in der Ästhetik und Eleganz des Tanzes wie in den geistreich-amüsanten verbalen Plänkeleien und Beziehungshindernissen, deren Überwindung meist Kompromisse und Anerkennung der Andersartigkeit des Partners erfordertvi.

Zwar ohne Tanz, aber mit mindestens ebenso vergnüglichen Verbalgefechten um partnerschaftliche Harmonie unter den Bedingungen von Gleichberechtigung und gegenseitigem Respekt amüsierten uns Spencer Tracy und Katherine Hepburn in vielen ihrer gemeinsamen Filme. In „Ehekrieg“ („Adam’s Rib“, G. Cukor, 1949) beispielsweise spielen sie zwei miteinander verheiratete Anwälte, die wegen gegensätzlicher Positionen in einem Scheidungsprozess, in dem sie die gegnerischen Parteien vertreten, in eine sehr unterhaltsame Ehekrise geraten.

Über den Dächern von NizzaSelbst Thriller-Regisseuer Hitchcock, der eine Vorliebe für aparte und (scheinbar) kühle Blondinen hatte, drehte mit „Über den Dächern von Nizza“ (A. Hitchcock, 1955) einen herausragenden Waage-Filme voll schöner Bilder von der mondänen französischen Riviera. Mit kultivierter Nonchalance ausgestattet muss hier Cary Grant als ehemaliger Gentleman-Dieb seinen Ruf und sein inzwischen erlangtes soziales Ansehen verteidigen, während er nebenbei noch voll sprühenden Charmes mit der überaus eleganten Grace Kelly flirtet…

i Waage ist das 7. Zeichen des Zodiak und damit der Anfang der zweiten Hälfte, dem das 1. Zeichen, der Widder, gegenüber liegt.

ii Das Bestreben allen/allem gerecht zu werden, führt eben nicht selten zu den oft zitierten Entscheidungsschwierigkeiten…

iii „I like her, she talks about things. We never talk about things!“ – „Ich mag sie, sie spricht über die Dinge. Wir sprechen nie über die Dinge!“

iv „Wenn du nichts Angemessenes zu sagen weißt, beschränkst du bitte deine Bemerkungen auf das Wetter.“

v Schließlich ist Sex die „Gefahr“, die im der Waage nachfolgenden Zeichen Skorpion lauert und für zu starke bzw. gar obsessive Bindung sorgt, daher also nicht ins Konzept passt, weil sie alles der gefälligen Schönheit und Zivilisiertheit Geopferte zu wecken und ans Licht zu zerren droht.

vi Sehr charmant wird das im Lied „Let’s call the whole thing off“ zum Ausdruck gebracht: https://www.youtube.com/watch?v=LOILZ_D3aRg


Vesna Ivkovic

Vesna IvkovicVesna Ivkovic studierte Literatur- und Sprachwissenschaften, Soziologie, Philosophie, Geschichte und beschäftigte sich intensiv mit Psychologie, Mythologie sowie verschiedenen Glaubens- und Weisheitssystemen. Parallel dazu erforschte sie die Erkenntniswege des Körpers mittels der Kampfkunst des Kung Fu, Tanz, Yoga, Qi Gong und verschiedenen anderen Methoden der Körperarbeit und Bewegungskunst. 1993 entdeckte sie die Astrologie als Erkenntnisinstrument und absolvierte 2004 am Astrologie-Zentrum Berlin bei Markus Jehle und Petra Niehaus die Meisterklasse.
Mehr über die Autorin des Cinemaskopes finden Sie auf ihrer eigenen Website www.astrosemiotics.de

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