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Der cineastische Tierkreis -
Neue Bilder für alte Archetypen

Die Bildermaschine Kino bietet eine ungeheure Fülle an vielfältigen Erscheinungsformen für archetypische Gestalten, Motive, Qualitäten, die in der Astrologie von Planeten, Konstellationen und dem Tierkreis repräsentiert werden.

An dieser Stelle bietet Vesna Ivkovic einmal im Monat Einblick in die cineastischen Ausdrucksformen und Entsprechungen des jeweils aktuellen Tierkreiszeichens.

Zwillinge im Kino: Genrevielfalt und gewitzte Gestalten

Allzu viele Ablenkungen in der inzwischen vergangenen Zwillinge-Zeit und die schiere Vielfalt an Filmen und sogar Filmgenres, die diesem Zeichen entsprechen, ließen die Arbeit an diesem Artikel so lange dauern, dass Sie ihn erst jetzt mit Verspätung lesen können. Das von Zwillinge-Qualität bestimmte Spiel „von Hölzchen auf Stöckchen“ führte mich querbeet durch die Filmgeschichte und machte immer wieder neugierig auf ein weiteres Spezialgebiet… Womit bereits zwei wichtige Zwillinge-Themen genannt wären: Ablenkung und Ablenkbarkeit, sowie große Neugier und mannigfaltiges (wenn auch oft oberflächliches) Interesse an allem Umgebenden. Diese Neugier ist ein zentrales Merkmal unseres ersten Luftzeichens im Tierkreis, dem von wikipedia, Apotheken-Blättchen und Klatschpresse bis zu Börsenkursen, Boulevardkomödien und Staatsgeheimnissen alles interessant erscheint, solange es nur abwechslungsreiche und vielfältige Neuigkeiten enthält.

Es geschah in einer Nacht - Claudette Colbert, Clark GableWie alle modernen Medien ist Kino in seiner Unterhaltungsfunktion an sich bereits ein Phänomen mit einem hohen Anteil an Zwillinge-Eigenschaften: kurzweilig und multireferentiell verknüpft es häufig verschiedene Ebenen kultureller Vielfalt und alltäglicher Kommunikationsinhalte. Ein zentrales Zwillinge-Merkmal ist vor allem klug und beschwingt amüsieren zu wollen und die beliebtesten Genres dafür sind natürlich Verwechslungs-, Boulevard- und Gaunerkomödien, aber auch Mediensatiren, Episodenfilme oder Spionage- und Agenten-Streifen. Tricks und Täuschungen, Missverständnisse und Wortgefechte, geschliffene Dialoge, Informationshandel und häufig wechselnde Schauplätze sind Themen und Motive, die das Publikum anregen und erheitern, und das Figurenrepertoire besteht entsprechend (geschlechtsunabhängig im Rahmen gesellschaftlicher Entwicklung) aus Detektiven und Spionen, Verkaufstalenten und Werbefuzzies, erfolglosen Autoren und oberflächlichen Schreiberlingen, aus rasenden Reportern, Schnellsprechern, Falschspielern, Gaunern und Meisterdieben, aus nervösen Stotterern, verwirrten Wissenschaftlern und lernfähigen Professoren… Meist wird der Unterhaltungswert alltäglicher Situationen betont hervorgehoben – Situationskomik, Wortwitz, ironisierende Zitate (in Wort und Bild) und ein flottes Tempo beim Szenenwechsel vermitteln Leichtigkeit und engagieren den Geist des Publikums, der so vielerlei Bezüge herstellen kann.

Rasende Reporter, rasante Wortgefechte und Kommunikationsunfälle

In berühmten Klassikern der Screwball Comedy wie „Es geschah in einer Nacht“ (F. Capra, 1934), „Die Nacht vor der Hochzeit“ (G. Cukor, 1940) oder „Sein Mädchen für besondere Fälle“ (H. Hawks, 1940) spielen Zeitungsreporter auf der Jagd nach einer lukrativen, Auflagen steigernden Story zentrale Rollen und die Filme beziehen ihren hohen Unterhaltungswert aus der Situationskomik (nicht ganz) alltäglicher Situationen, aus Verwechslungen und Missverständnissen und vor allem aus witzigen, temporeichen Wortgefechten, die sich meist um alltägliche Banalitäten drehen – beispielsweise die richtige Technik beim Stippen von Donuts in Kaffee…

Leoparden küsst man nicht - Cary Grant, Audrey HepburnFilme dieses Genres haben neben ihres häufigen Waage-Themas der Liebesgeschichte mit Hindernissen meist eine deutlich Zwillinge-betonte Form: die aus Irrtümern und Kommunikationsunfällen zwischen einer überdrehten Quasselstrippe (Katherine Hepburn) und einem kontaktscheuen Professor (Cary Grant) entstehende allgemeine Verwirrung in „Leoparden küsst man nicht“ (H. Hawks, 1938) schrieb Filmgeschichte und sorgt bis heute mit jeder TV-Wiederholung erneut für Erheiterung.

Leichte und dabei geistreiche Komödien nach Zwillinge-Art gibt es auch in den folgenden Jahrzehnten viele. Ich nenne hier nur mal beispielhaft Billy Wilders vor Wortwitz sprühende und mit Wassermann-Elementen versehene Travestiekomödie „Manche mögen’s heiß“ (1959), seinen Ideologien durch den Kakao, respektive die Coca-Cola ziehenden Kalter-Krieg-Spaß „Eins, Zwei, Drei“ (1961) und seine Version des mehrfach verfilmten Boulevardstücks „The Front Page“ (unter diesem Titel 1931 von L. Milestone, als „His Girl Friday – Sein Mädchen für besondere Fälle“ 1940 von H. Hawks): „Extrablatt“ (1974), mit dem wir zum Medienthema zurückkehren – Jack Lemmon spielt Hildy Johnson, den Reporter, der vom Herausgeber seiner Zeitung mit allerlei Tricks von seinen Heiratsplänen abgelenkt wird.

Mediensatiren…

Die bereits in den diversen Versionen von „The Front Page“ angedeutete gesellschaftliche Entwicklung, auch aus schlimmen Nachrichten vor allem Unterhaltung zu machen, findet weiteren Widerhall in Filmen wie „Network“ (S. Lumet, 1976) und „Broadcast News – Nachrichtenfieber“ (J.L. Brooks, 1987), die den Siegeszug des Infotainments im Fernsehen thematisieren. „Network“ erzählt von einem gefeuerten Nachrichtensprecher alter Schule, dessen spektakuläre Reaktion auf die Kündigung bei einer quotengeilen Produzentin (die großartige Faye Dunaway als manische Zwillinge-Figur) Ideen für eine sensationslüsterne Show weckt, in der er über Nacht zum Star wird. Die neuen Entwicklungen beim Sender führen dazu, dass sogar radikale Terrorgruppen mit Live-Mitschnitten ihrer Überfälle ins Unterhaltungsprogramm integriert werden …

Wag the Dog - Dustin Hoffmann, Robert De NiroDie Polit-Satire „Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt“ (B. Levinson, 1997) setzt hier noch eins drauf und nutzt die Möglichkeiten der hochentwickelten Medienmaschinerie, um mittels eines medial fingierten Krieges von einem innenpolitischen Skandal abzulenken. Die durchaus kritische Botschaft, die mit allem Witz hier transportiert wird, fügt dem Film ein Quentchen Schütze-Qualität hinzu.

Doch Merkur, der Herrscher des Zeichens Zwillinge ist nicht nur der trickreiche Nachrichtensprecher im Götterhimmel, er ist auch der Gott der Reisenden, des Handels und der Diebe.

...und Meisterdiebe

Im Kino passt dazu die Figur des Meisterdiebs mit der ihm zugeschriebenen Fingerfertigkeit, die natürlich ebenfalls eine Zwillinge-Entsprechung ist. Auch Handel und Reisen spielen in diesen Filmen eine Rolle, da die Diebe ihre Beute an handelsfreudige Hehler verkaufen und sich bei ihren Raubzügen meist an Reisende heranmachen oder selbst auf Reisen gehen.

Der rosarote PantherDer überaus geschickte Dieb im Kultfilm „Der rosarote Panther“ (B. Edwards, 1963) wird nur „das Phantom“ genannt, womit auch ein Zusammenhang zur Fische-Energie hergestellt wird, die eine mehr emotional-intuitive Seite der Fähigkeit zu Täuschung und Tarnung repräsentiert. Bezeichnenderweise hinterlässt der Langfinger als Markenzeichen stets einen Handschuh, also ein Zwillinge-Symbol. Die im Gegensatz zu seinem Geschick stehende Tolpatschigkeit des ihn verfolgenden Detektivs betont das Motiv merkurischer Gewandtheit und seines Listenreichtums.

Listenreich und voller Tücken verläuft auch der Raubzug einer internationalen, bunt zusammengewürfelten Bande in einem Klassiker der sogenannten Caper Movies: „Topkapi“ (J. Dassin, 1964) spielt in Istanbul und vereint zwei geschickte Artisten, einen einfallsreichen Erfinder und eine talentierte Fälscherin unter der Leitung eines Schweizer Meisterdiebs in dem Vorhaben, den wertvollen Topkapi-Dolch aus dem gleichnamigen Palast zu stehlen. Ein weniger meisterhafter Kleinganove, der sich als Schmuggler, Hochstapler und Betrüger durchschlägt, soll ihnen bei den Vorbereitungen helfen, wird jedoch aufgrund einer Ungeschicklichkeit verhaftet und gezwungen, mit dem Geheimdienst zusammenzuarbeiten… Wie er dann Informationen weiterleitet, als Fahrer von der Bande angestellt wird und mit dieser den Diebstahl begeht, bietet eine Fülle an unterhaltsamen Zwillinge-Momenten.

A Fish called WandaDas gilt auch für die aberwitzige Komödie „Ein Fisch namens Wanda“ (Ch. Crichton, 1988), die sich um einen Diamantenraub und dessen Folgen dreht. Das Team besteht aus dem taktierenden George, der die Bande anführt, dem stotternden Ken, dem Möchtegern-Intellektuellen Otto und der findigen Wanda (Jamie Lee Curtis), die einen Fremdsprachen-Fetisch hat. Nach dem gelungenen Diebstahl wird George von Otto verraten und landet im Gefängnis, aus dem sein von John Cleese gespielter Anwalt Archie Leach ihn zu befreien sucht, während Wanda und Otto an die von George versteckte Beute heranzukommen suchen… Was folgt ist ein wildes Verwirrspiel mit einem Feuerwerk an Situationskomik und Wortwitz.

Schnellsprecher, Stadtneurotiker und Schießereien

Kleinganoven und Gangster sind auch in den Filmen von Woody Allen und Quentin Tarantino beliebte Protagonisten, und es ist bezeichnend für die Zwillinge-typische Vielfältigkeit, dass so viele Werke zweier so unterschiedlicher Regisseure ausgeprägte Zwillinge-Betonung aufweisen.

Eine enorme Menge ganz alltäglicher Geschichten von ganz alltäglichen Menschen und Stadtneurotikern (z.B. in Verbindung zu einem Zwillinge-typischen Medium in „Radio Days“ von 1987) hat Woody Allen in seinen Filmen inzwischen erzählt. Woodie AllenBesonders Zwillinge-betont sind dabei seine Filme „Was sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten“ (1972) und „Manhattan Murder Mystery“ (1979) mit den Motiven (ironischer) „Wissensvermittlung“, Neugier und Nachbarschaft. Ebenso „Broadway Danny Rose“ (1984), „Bullets over Broadway“ (1994), „Harry außer sich“ (1997), in denen Bühnenautoren und andere Schreiberlinge mit allerlei Schwierigkeiten zu kämpfen haben, oder auch „Schmalspurganoven“ (2000), „Im Bann des Jade Skorpions“ (2001), „Scoop – Der Knüller“ (2006), die von Dieben, deren Raubzügen und den sie aufspürenden Ermittlern handeln. Geschliffener Wortwitz, verbale Duelle und häufig (selbst-)ironischer Humor durchziehen die meisten Allen-Filme.

In etwas anderer Form gilt dies auch für die Filme von Quentin Tarantino. Sein von postmodernem Eklektizismus und kenntnisreicher Zitierfreude geprägter Stil entspricht der Zwillinge-Qualität ebenso sehr wie der Figurenreichtum und die Episodenhaftigkeit seiner Filme und – natürlich – seine berühmten Dialoge, die sich um Alltäglichkeiten wie die französische Bezeichnung von Big-Mac-Burgern oder eine Diskussion der Pop-Ikone Madonna drehen… Ob „Reservoir Dogs“ (1992), „Pulp Fiction“ (1994), „Jackie Brown“ (1997), oder „Kill Bill“ (2003 & 2004) – Tarantinos Filme erzählen Geschichten aus dem Alltag von Gangstern, Drogendealern, Killern und Kleinkriminellen. Dabei gelingt es dem außergewöhnlichen Regisseur mit seinem enzyklopädisch anmutenden Wissen über Filmgeschichte und Populärkultur so prächtig zu unterhalten, dass ich jedes Mal höchst amüsiert, vergnügt und von den vielfältigen Bezügen und Verweisen wunderbar angeregt aus dem Kino kam und mir erst einige Zeit später die Frage nach dem Gehalt des Films mit einer Leerstelle beantworten musste. Spätestens mit seinem jüngsten Werk „Django Unchained“ (2012) hat sich das jedoch geändert –trotz des abermals überaus hohen Unterhaltungswerts ist dies allerdings kein typischer Zwillinge-Film und gehört somit nicht mehr hierher…


Vesna Ivkovic

Vesna IvkovicVesna Ivkovic studierte Literatur- und Sprachwissenschaften, Soziologie, Philosophie, Geschichte und beschäftigte sich intensiv mit Psychologie, Mythologie sowie verschiedenen Glaubens- und Weisheitssystemen. Parallel dazu erforschte sie die Erkenntniswege des Körpers mittels der Kampfkunst des Kung Fu, Tanz, Yoga, Qi Gong und verschiedenen anderen Methoden der Körperarbeit und Bewegungskunst. 1993 entdeckte sie die Astrologie als Erkenntnisinstrument und absolvierte 2004 am Astrologie-Zentrum Berlin bei Markus Jehle und Petra Niehaus die Meisterklasse.
Mehr über die Autorin des Cinemaskopes finden Sie auf ihrer eigenen Website www.astrosemiotics.de

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