zeige Bereich als eine Seite
Hunde
Beispiel 1
Hundeliebe
Zwingerleben
Ordnung und Sicherheit
Spike hat sein eigenes Auto
 
zurück zur normalen Anzeige

Astrologie mit Hunden
von Ursula Liechti

Der Hund lebt im Rudel und ist ein Beutegreifer, ein Jäger. Da ist er, salopp ausgedrückt, dem Menschen ähnlich, darum ist er wahrscheinlich auch dem Mensch so nahe. Man sagt auch, dass der Hund den Mensch auserwählt hat, um ihm als Begleiter zu dienen und dadurch erst noch einfacher ans Futter zu kommen.

Der Unterschied zwischen Pferd als Fluchttier und Hund als Beutegreifer ist offensichtlich und gibt bereits jetzt eine Differenzierung ab, die bei der astrologischen Auswertung zu berücksichtigen ist.

Schlappohr?Der Hund ordnet sich dem Mensch unter und dies kann bis zur Unterwürfigkeit gehen. Etwas, das Sie beim Pferd nie sehen. Das Pferd hat Vertrauen, macht mit, oder es wehrt sich und macht nicht mit. Manchmal grenzt es wirklich an blindes Vertrauen. Wenn das Pferd in seiner Persönlichkeit gebrochen ist, ist es stumpf, ein hässlicher Zustand, zumal es keine Ausstrahlung mehr hat.

Der Umgang mit diesen beiden Tierarten ist auch ein anderer. Der Hund wird hauptsächlich über die Stimme konditioniert. Das Pferd muss an den sogenannten Hilfen stehen, d.h. der Reiter hat vor allem Einwirkung mit Sitz, Beinen, Zügelführung also viel mehr physische Einwirkung. Die Stimme ist dabei unterstützend.

Astrologie für Hunde
Bestellen bei astronova

Der Mensch befiehlt dem Hund. Nicht alle Hunde akzeptieren die Macht des Menschen gleich gut, dies ist ebenfalls wieder eine rassetypische Eigenheit und steht in Abhängigkeit zur Persönlichkeit des Hundes. Der Hund kommt dem Menschen körperlich näher als andere Tiere, man kann den Hund zu sich ins Wohnzimmer, Schlafzimmer oder sonst überallhin mitnehmen, was beim Pferd schlecht geht. Hier spüren wir bereits, dass die Beziehung eine andere ist. Es werden sicher mehr Sehnsüchte auf der Seite des Pferdes geweckt. Wer möchte nicht gerne sein Pferd ganz nahe bei sich haben? Ebenfalls ist das Kräfteverhältnis Hund/Pferd gegenüber dem Menschen ein unterschiedliches. Würde das Pferd um seine Kraftüberlegenheit wissen, könnten wir nicht mit ihm umgehen.

Der Hund bedeutet für den Menschen ein Sinnbild der Treue, ja eine Freundschaft, die nichts trennen kann. Er ist dem Menschen Wächter und Beschützer - und der Mensch zieht nicht selten Stärke daraus.

Der Hund als Beutegreifer ist ein Jäger mit einer aggressiven Grundspannung. Aus seiner Grundveranlagung heraus musste er Schlauheit entwickeln, um an seine Beute zu kommen. In seiner Schlauheit hat sich der Hund den Menschen auserwählt, der für ihn "die Beute" in Form von Hundefutter einkauft....

Fortsetzung folgt


© Ursula Liechti / Astrodienst AG 2004

 
nach obenBeispiel 1

Astrologie mit Hunden
von Ursula Liechti

Beispiel 1: Langsamer ist oft schneller

Der Hundeführer dieses Hundes, Rasse Riesenschnauzer, gelangte aus folgenden Gründen an mich: Primär hatte sich der Hundeführer für diesen Riesenschnauzer entschieden, weil dieser ihn ganz einfach fasziniert hat. Die Rasse war für ihn von Anfang klar, für die Auswahl seines Tieres liess er sich Zeit. Bei diesem Mann handelt es sich um einen sehr versierten Hundehalter und erfahrenen Hundeführer. Er hegte wohl eine Absicht, was er mit dem neuen Hund erreichen möchte, jedoch stand dies bei der Auswahl nicht im Vordergrund. Nun kam er also zu diesem Hund und stellte fest, dass dieser Hund über eine äusserst eigenwillige Wesensseite verfügte, aber genau so sensibel war. Nun, die einten meinten, dass er diesen Hund "härter" anfassen müsse, damit er schneller vorankomme. Der Hundeführer spürte, dass dies nicht der richtige Weg sein konnte, zumal er beabsichtigte mit diesem Hund in Richtung IPO zu arbeiten. Er gelangte nun an mich, mit der Bitte um eine Analyse, damit er diesen Hund von einer ganz neutralen Person beschrieben bekommt. Dies ist übrigens der häufigste Grund, dass Hundeführer oder auch Reiter an mich gelangen. Übrigens, ich sehe ja die Tiere in Natura auch nie – alle liegen sie jeweils als farbige Zeichnungen vor mir auf dem Tisch. Nun können Sie mir gleich mitfolgen wenn ich diesen Riesenschnauzer beschreibe:

Die Elementenverteilung und eine erste Typologie

Das Geburtsbild dieses Riesenschnauzers wird hauptsächlich durch die beiden Elemente Feuer und Erde betont. Bereits diese erste Komponente zeigt uns das immense Energiepotenzial dieses Hundes auf. Feuer und Erde stellt eine intensive Kombination dar, wir brauchen uns nur das Bild eines Vulkans (Feuer und Erde) vor Augen zu führen. Das Element Luft ist wohl wenig betont, aber immerhin und bedeutet nichts anderes als dass er sich flexibel auf Neues einstellen kann. Das Element Wasser ist praktisch nicht betont. Diese Komponente bedeutet, dass sich dieser Hund in ganz bestimmten Situationen nicht von irgend welchen Gefühlen irritieren lässt – was für den Schutzdienst gemäss IPO schon mal ein Vorteil ist. Kehren wir aber noch einmal zum Element Feuer zurück und betrachten dieses einzeln. Sein ausgeprägtes Feuer verleiht diesem Hund nicht nur die Freude an Aktivität und Aktion, sondern auch seinen Eigenwillen. In der Regel weiss dieser Hund was er will. Dass dies mit Dominanz gleichzusetzen ist, dürften wir alle verstehen. Zudem können wir bei diesem Hund von einer gewissen Härte und Gnadenlosigkeit ausgehen. Glücklicherweise ist auch das Element Erde besetzt, so dass diesem Hund eine gute Formbarkeit beschert wurde, was nichts anderes als Gehorsam und Führigkeit verspricht. Nehmen wir nun wiederum die beiden Elemente Feuer und Erde zusammen, können wir auch den exzellenten Arbeitswillen dieses Hundes erkennen. Was aber ebenfalls eine Tatsache darstellt, ist seine Sensibilität. Bei diesem Hund ist eine überdurchschnittlich Triebstärke gegeben. Ganz unschwer können wir erkennen, dass es sich um einen Hund handelt, der an seinen Hundeführer doch so einige Anforderungen stellt. Was ich an dieser Stelle auch bereits sagen kann: Dieser Hund gehört in die Hände eines erfahrenen Hundeführers. Ein "Anfänger" wäre glatt überfordert und ich glaube mit Sicherheit sagen zu können, dass dies in einem Desaster enden würde.

Wer ist der Hundeführer?

Beim Hundeführer können wir von einem sensiblen Mann ausgehen, der über sehr viel Geduld und Beständigkeit verfügt. Er bezieht den anderen stark mit ein und begegnet Leben ganz allgemein mit viel Respekt. Trotzdem weiss dieser Mann sehr klar was er will und welche Richtung er einschlagen will. Ein Hundeführer also, der über viel Standfestigkeit verfügt, jedoch genügend sensibel ist, den Hund zu spüren und daher weiss, wo er ihn aktuell abzuholen hat. Ein Hundeführer, der weiss worauf es ankommt und den Erfolg nicht auf die Schnelle erzwingen will. Er weiss sehr wohl, dass Ziele auch Schritt um Schritt erreicht werden können und nicht nur mit 7-Meilen-Stiefeln. Die Voraussetzungen diesem Hund gerecht zu werden, sind unter diesen Gegebenheiten eigentlich recht gut.

Beziehungsfähigkeit des Hundes

Die erste Aufgabe kommt uns bereits an dieser Stelle daher: Der Hund hat den Anspruch, bei seinem Menschen nicht nur die Nummer eins sein, nein er möchte bei ihm auch gleich noch das Zentrum ausmachen. Das heisst, er fordert enorm viel Aufmerksamkeit. Darüber ist er auch abzuholen. Des Hundes stark ausgeprägte Gefühlsseite lässt die wünschenswerte Nähe zu, so dass ein Miteinander auch absolut möglich wird. Zu diesem Miteinander trägt aber auch die Fühlseite des Hundeführers bei, indem er selber die tiefe Verbundenheit zu dem Tier sucht und bereit ist, das gefühlsmässige Engagement zu leben. Daher kann auch von einer intensiven und innigen Verbundenheit ausgegangen werden. Dass der Beziehungsaufbau kein einfacher sein wird, leite ich aus des Hundes Eigenwilligkeit ab. Die Arbeit zur Positionsklärung wird den Hundeführer ganz sicher in Anspruch nehmen und dass dies nicht auf einem schnellen Weg gehen kann, leuchtet uns dann ein, wenn wir uns die Feinfühligkeit des Hundes vor Augen führen. Deutlich wird auch bereits, dass sich die Menschen die davon gesprochen haben, den Hund härter anzufassen, auf dem Holzweg befinden würden. Die Beziehungsarbeit mit diesem Hund ist sicher fordernd, dürfte zugleich aber auch spannend sein. Das Schöne daran ist, dass beide – Hund und Hundeführer – zu einer enormen Nähe fähig sind – fast beneidenswert!

Lern- und Denkvermögen

Grundsätzlich können wir von einem sehr aufmerksamen und an seiner Umgebung interessierten Hund ausgehen. Dem Hund kann eine rasche Auffassungsgabe attestiert werden. Beim Lernen ist auf eine angenehme Atmosphäre und ein stimmiges Umfeld zu achten. "Laute" Trainer sind nicht seines, dies verunsichert ihn nur. Wie der Hundeführer mir bestätige, hatten sie bereits Trainerwechsel hinter sich. Entweder waren sie zu laut, oder zu dominant. Zwischen dem Hundeführer und dem Hund klappt die Kommunikation aber recht gut, vor allem weil der Mann auf eine ganz konkrete Sprache achtet. Dem Hund darf kein Spielraum für Interpretationen gegeben werden. Seine Formulierungen können mit knapp und präzise umschrieben werden, was der Hund sollte verstehen können. Wir können auch davon ausgehen, dass es bei diesem Hundeführer nicht nur messerscharfe Befehle sind, sondern das Herz ist immer mit dabei. Der Mann weiss in der Regel wovon er spricht.

Leistungsbereitschaft

Was dieser Hund an Leistungsbereitschaft in den Pfoten hat, ist ganz einfach und banal ausgedrückt enorm. Dieser Hund besitzt ein überdurchschnittliches Leistungspotenzial und ist sehr aufgabenorientiert. Lässt man ihm Zeit, wird er ein Durchhaltevermögen aufbauen können, das – zusammen mit des Hundes Eigenständigkeit – des Hundeführers Herzen höher schlagen lässt. Zum Hund gehört eine schöne Sportlichkeit, zudem wohnt in ihm der Kämpfer und er liebt die Herausforderung. Dass er seine Sache gut machen will, ist ein Anspruch, den er an sich selber stellt. Ja richtig, gut ist bei diesem Hund noch nicht gut genug – er geht vom besten aus. Spürt dieser Hund das gefühlsmässige Engagement seines Hundeführers gibt er alles. Unter diesen Voraussetzungen lässt sich dieser Hund auch führen und ist zu ausserordentlichen Leistungen fähig. Halbheiten kennt er nicht; seine Devise lautet, alles oder nichts. Wir schauen uns wieder die beiden Geburtsbilder an und sehen, dass auch die gemeinsame Leistungskomponente stimmt. Die beiden – Hund und Hundeführer – geben nicht nur ein aktives Paar ab, sondern mit der ganzen Gefühlskomponente können wir auch von einem ausdrucksstarken Paar ausgehen, das gemeinsame eine hohe Sicherheit aufzuweisen hat. Eines ist aber gewiss: Zuerst muss die Beziehungsebene stimmen.

Zusammenfassung

Dieser Rüde ist ein Hund mit einem überdurchschnittlichen Leistungspotenzial, der einen engagierten Hundeführer zu begeistern vermag. Seine Empfindsamkeit darf nicht übersehen werden. Im Gegenteil es ist ein Muss, sie zu integrieren, ansonsten landet man weit neben dem Ziel. Wie wir gesehen haben, bringt dieser Hund alles mit was es zur IPO-Arbeit braucht: Positive Eigenständigkeit, gute Eigendominanz, triebstark, mutig und unerschrocken die Herausforderung liebend, Sinn für Unterordnung als Basis für ein optimales Miteinander und eines ist dabei ganz wichtig: eine positive Aggressivität ist vorhanden, mit der sauber gearbeitet werden kann. Nur eines – und das ist jedoch ganz wichtig: Mit diesem Hund nicht zu schnell zu arbeiten, sondern weniger ist manchmal mehr. Dabei sollten Sie sich, liebe Leser, eins vor Augen halten: Der langsamere Weg ist sehr oft der schnellere.

Fortsetzung folgt

 


© Ursula Liechti / Astrodienst AG 2004

 
nach obenHundeliebe

Nur die Liebe zählt
(was aber leider nicht ganz reichte)
von Ursula Liechti

Hundeliebe..."Sie", eine eine hochgradig gefühlsbetonte Krebs-Frau mit vielen Idealvorstellungen wie das Leben auf diesem Planeten sein könnte, verliebte sich in "Er", einen Retriever-Steinbock-Hund. Ein Retriever-Hund, der grundsätzlich genau weiss was er will und durch seine Ursprünglichkeit im Bilde ist, wie das irdische Leben zu verlaufen hat. Seine Hundeführerin war vom ersten Moment an von ihm fasziniert und fühlte sich mit ihm ganz stark verbunden. Es war ihr erster grosser Hund und sie freute sich sehr, ihn nach Hause holen zu dürften.

Wehret den Anfängen - so heisst es doch! Aber die ersten Male des Nein-Sagens ihres lieben Hundes ignorierte Frauchen; das wird dann schon werden. Denn sie hatte beschlossen, ihn mit Liebe zu erziehen. Er fand auch, das sei eine Super-Sache, und er schätzte sehr, dass für ihn immer genügend Handlungsspielraum übrig blieb.

An der Hundeschule fand er echt wenig gefallen, weil es da Leute gab, die es sehr ernst und konkret meinten. Die Hundeführerin hatte ihre liebe Mühe, weil sie zum einen ihren Standpunkt der Liebe zu vertreten hatte, zum andern aber in das Dilemma kam, den Vorgaben der Hundeschule zu entsprechen. Schliesslich wollten alle anderen auf eine Prüfung mit dem Hund arbeiten und waren daher so richtig zielorientiert. Der Retriever-Hund wurde auch immer zielorientierterund wusste immer besser, was "er" sicher nicht wollte.

HundAus dem Geburtsbild geht deutlich hervor, dass sich die Führungsarbeit mit diesem eigenwilligen, aber auch sensiblen Hund sehr heikel gestaltet. Durch die Kombination seiner Geburtsplaneten erträgt er überhaupt keinen Druck. Härter anfassen, wie die Trainer vorschlugen, brachte überhaupt nichts. Mit einem Stier-Mond, einer Steinbock-Sonne und einem Skorpion-Mars stehen dem Hund genügend Abgrenzungs-Möglichkeiten zur Verfügung. Wenn er jedoch von einer Sache begeistert war und es ihn interessierte, dann war er voll dabei, machte mit und zeigte seine ganz Formbarkeit. An diesen Wechsel von Verweigerung und Begeisterung gewöhnte sich die Hundeführerin und stellte sich darauf ein. Ihr oberstes Gebot blieb, die Liebe zu leben, davon rückte sie prinzipientreu nicht ab. Die anderen, so auch die Trainer gaben wohl zu, dass der Hund nicht der Einfachste sei, im Gegenteil. Damit hatte es sich dann aber auch schon. Sie entwickelte sich immer mehr zur Aussenseiterin in dieser Hundeschule, was sie sich aber aus ihrem Lebensverlauf heraus gewohnt war. Man liess sie gewähren, doch sie spürte, dass das eigentlich nicht ganz reichte.

Wie weiter...?

Für mich waren ganz wichtig, dass dieser Hund kein "Schwieriger" ist, sondern einfach ein starkes Selbstbewusstsein und eine gute Eigenstärke hat. Er braucht deutliche Leitplanken, die jedoch nicht zu eng gefasst sein dürfen. Seine Gefühlsbetontheit stellt eine grosse Chance dar, eine gute Beziehungsebene aufzubauen, weil für ihn das Vertraute und Gewohnte einen stabilen Wert darstellen. Somit dürften auch echte Nähe und eine tiefe Verbindung spürbar werden. Dass die Liebe dem Boden die Färbung gibt, ist ideal.

HundeführerinDiese Liebe hatten die Hundeführerin und ich noch ein wenig eingehender zu betrachten: Die Frau hat durch ihre Verletzlichkeit Mühe, Nähe zu Menschen einzugehen. Somit hing verständlicherweise sehr viel von diesem Hund ab. Nur mussten trotzdem ein paar irdische Elemente - natürlich bei der Hundeführerin - zurecht gerückt werden. Sie hat in der Arbeit darauf zu achten, dass sie das, was sie sagt, auch wirklich will und dies dem Hund auch deutlich macht. Das stellt für die Hundeführerin bereits ein Lernprozess dar: Eine deutliche Sprache zu sprechen, ohne sich gleich auf einer anderen Ebene mit dem Hund wieder zu verbünden ("ach weisst du, eigentlich kannst du es dir schon recht machen").

Auch HundeliebeMit Druck ist bei diesem Hund tatsächlich nichts zu erreichen, dafür über Motivation und Zeit für Spiel. Diese freie Form tut auch der Strenge der Hundeführerin sehr gut. Ideal wäre eine andere Hundeschule, bei der das Miteinander im Vordergrund steht und nicht die Prüfungsarbeit. Sie könnte vielleicht sogar dazugehören, weil sie dort Gleichgesinnte treffen würde.

Dass die Liebe die Grundfärbung dieser Beziehung darstellt, an dieser Gegebenheit haben wir überhaupt nicht gerüttelt, ist dies doch eine der idealsten Grundvoraussetzungen.


© Ursula Liechti / Astrodienst AG 2005

 
nach obenZwingerleben

Zwinger-Leben
von Ursula Liechti

Der Deckrüde "Mode"

GreyhoundMode, ein bildhübscher Greyhound (grosser englischer Windhund), wurde zur Hundezucht auserkoren. Er bringt äusserst positive Wesensmerkmale mit, die er durchaus als Zuchtrüde weitergeben könnte: Sanft, gefühlsbetont, zurückhaltend, intelligent, treu und stolz. Mode wohnt bei einer " Grossfamilie" und eigentlich würde alles stimmen. Wenn er nur nicht in der Pflicht stehen würde. Einer Pflicht, der er nicht nachkommt. Das war dann auch das Thema, weshalb die Züchterin an mich gelangte.

Alles schien bei Hund Mode in Ordnung zu sein. Diverse medizinische Checks bestätigten dies. Und trotzdem gab es von diesem tollen Hund noch keine Nachkommen. Die Züchterin wies noch darauf hin, dass mit Mode sehr zuverlässig gearbeitet werden kann. Und dass mit ihm regelmässig, täglich Spaziergänge unternommen werden, wobei der Gehorsam absolut intakt sei. Woran konnte es denn liegen, dass dieser Hund nicht decken wollte?

Kann es sein, dass...

Mode, DeckrüdeBereits als ich einen ersten Blick auf das Geburtsbild warf, ahnte ich die ungefähre Richtung dieses Problems. Ich beschrieb der Züchterin den Hund als gefühlsbetont, stark auf Stimmungen reagierend, sehr aufmerksam und ernsthaft. So wie es aussieht hat er eine Aufgabe im Dienste der Allgemeinheit übernommen. Zeiten der Unbeschwertheit sind sehr wichtig,, denn sonst könnte es sehr gut sein, dass er schnell einmal zu einem traurigen Hund zu tun wird, ein Hund, der in sich zurückgezogen sein Leben "fristet" und nicht unbedingt das Beste von diesen irdischen Gegebenheiten denkt. Mode ist sicherlich von einer gewissen Eigenwilligkeit und daher ist die Beziehungsebene zentral. Überlässt man diesen Hund zu stark sich selber, hat er bald einmal nichts mehr zu tun mit dem Rest der Welt. Und das wäre doch bei seiner gefühlsmässigen Ausstattung höchst schade. Er kann nämlich gerade deswegen seiner Umgebung sehr viel geben und ist eine grosse Bereicherung. Dies wurde auch von der Züchterin bestätigt, indem sie ihn als "Riesenschatz" beschrieb. Doch leider war er nur nicht dazu auf die Welt gekommen.

Nähe und Geborgenheit – ein Muss für diesen Hund

GreyhoundIch führte dann weiter an, dass Mode ein Hund ist, der sehr viel Nähe Zuwendung und Geborgenheit braucht. Für Mode ist es sehr bedeutsam, dass er den Rückzug leben darf. Mode sollte es möglich gemacht werden, sich zurückzunehmen, um wieder die gute innere Ruhe herstellen zu können. Aber auf keinen Fall darf dieser Hund zu viel alleine gelassen werden, oder gar sich selbst überlassen. Auf gar keinen Fall ein Hund für Zwingerhaltung. Er brauche Kontakt, Wärme und Zuwendung. Für ihn also ganz zentral zu spüren: Ich bin angenommen. Mode möchte sich auf einen Menschen beziehen können und braucht emotionale Sicherheit. Erst wenn Mode diese Stabilität kennt, kann er sich sicher auf neue Situationen einlassen. Die Frau hörte gespannt zu und meinte, ja sie liebe diesen Hund und habe auch gespürt, dass er viel Nähe braucht. Daher hole sie ihn mehr als die anderen Hunde aus dem Zwinger heraus (meinte sie etwas kleinlaut) und nehme ihn zu sich ins Haus. An dieser Stelle jaulte ich auf und bellte schon fast in Hundemanier zurück: Dieser Hund im Zwinger – nie und nimmer!

Die Frau war über meinen Ausruf nicht mehr erstaunt, dachte darüber nach und meinte: Durch die Zucht sei es halt so, dass ihre beiden Deckrüden in Zwinger lebten, weil die Nachkommen im Haus seien. Nun wurde ich noch ein wenig präziser und erklärte ihr, dass dies wahrscheinlich der Grund sei – Mode fehlt die Geborgenheit der Familie – dass er seiner Verpflichtung als Deckrüde nicht nachkommen kann. Der Züchterin ging ein Licht auf und sie meinte, ja wenn das so ist und war sofort bereit, den Hund im Haus aufzunehmen. Grundsätzlich war ihr die sogar Idee willkommen. Und irgendwo nahm es die Züchterin auch noch wunder, ob denn die Sterne wirklich Recht haben...

Und tatsächlich! Wie sie mich einige Zeit später informiert hat, sei Mode total aufgeblüht, zeige wieder Interesse an seiner Umgebung und auch an den Hündinnen. Ende gut alles gut, meint Jupiter im 2. Haus – jetzt gibt’s auch noch Geld.


© Ursula Liechti / Astrodienst AG 2005
 
nach obenOrdnung und Sicherheit

Zuständig für Ordnung und Sicherheit
von Ursula Liechti

Barry, ein Berner Sennenhund, kommt aus einer vielversprechenden Zuchtlinie, wie mir die Hundeführerin erklärte. Diese Linie sei nicht nur für die Schönheit der Hunde bekannt, sondern ebenso sollen diese Hunde angeblich "hart" im Nehmen sein. Berner SennenhundDoch irgendwie scheint bei Barry eine andere Ordnung Gültigkeit zu haben. Gehorsam bereite ihm zwar keine Schwierigkeiten, doch wenn er den Sinn einer Aufgabe nicht einsehe oder etwas als ungerecht empfinde, könne er sich recht stur abgrenzen und richtiggehend und unmissverständlich nein sagen. Sie wollte mit dem Hund auf die Schutzhundeprüfung hin arbeiten, Fährte, Unterordnung und Schutzdienst. Nun war sie mit ihm an einer Grenze angelangt und spürte, dass sie beide so nicht weiter kamen. Einmal mehr erhielt sie den Ratschlag, den Hund härter anzufassen. Eine innere Stimme sagte ihr aber, dass dies nichts bringen würde, zumal er als Begleithund einwandfrei arbeite und diese Prüfungen auch problemlos bestanden habe. Sie wollte nun von mir wissen: Was habe ich für einen Hund?


Wer ist denn dieser Barry
Barry's HoroskopBarry ist ein Hund, der stark auf den Menschen ausgerichtet ist. Er hat eine gute Eigenstärke und besitzt ein hohes Energiepotenzial. Barry ist jedoch von feiner Energie und nicht einfach ein Kraftprotz. Er ist sehr aufmerksam und präsent. Durch seine hohe Sensibilität reagiert er sehr differenziert auf Stimmungen jeglicher Art. In dieser Hinsicht erkennt er mit seinen feinsten Antennen ganz schnell die Absicht eines Menschen. Kommt jemand, zum Beispiel ein Trainer, dominant und fordernd daher, wird es Barry im Kopf sehr eng. Die Gefühle vernebeln seine Wahrnehmung, so dass er sich in sich zurückzieht und abgrenzt

Hat er aber seine Hundeführein an seiner Seite und bekommt klar und offen kommuniziert was zu tun ist, arbeitet dieser Hund problemlos. Barry ist zudem ein Hund, den man in seinem Tempo mit Neuem in Kontakt bringen sollte. Einfach zu nichts drängen, dann kann er auch seinen Mut und die damit verbundene Sicherheit bewahren. Hat er eine Aufgabe alleine zu bewältigen, zum Beispiel die Fährtenarbeit, bereitet ihm dies keine Mühe. Er ist diesbezüglich zuverlässig und pflichtbewusst. Ihm liegt sehr viel daran, dass er seine Sache gut macht, erwartet dann aber auch Lob und Anerkennung. Barry kann, wenn es sein muss, hart arbeiten und auch durchhalten. Doch die Aufgaben müssen ihm entsprechen und er muss bei der Arbeit seinen Freiraum spüren können. Wenn er sich eingeschränkt fühlt, geht nichts mehr. Kommt er zu stark unter Druck an seine Leistungsgrenzen, wirkt sich dies nachteilig auf sein Immunsystem aus und er leidet an Allergien. Und genau das bestätigt mir die Hundeführerin: Mitten in einer solchen Behandlung stecken Hund und Hundeführerin bereits.

Erleichterung macht sich breit

Barry's HundeführerinDie Frau atmete erleichtert auf und meinte, es sei das erste Mal, dass sie das Gefühl habe, es werde von ihrem Hund gesprochen. Trainer und Ausbilder hätten eigentlich immer nur beschrieben, wie dieser Hund sein sollte. Diese Ausführungen würden es ihr nun auch erlauben, mit ihrem Hund im Sicherheits-Dienst weiter zu machen. Das sei nämlich etwas, was sie gemeinsam begonnen hätten und Barry sehr viel Freude bereite und er mit Begeisterung seine Arbeit verrichte. Diese Arbeit macht für Barry Sinn, er erlebt sich in der Gemeinsamkeit und weiss, was zu tun ist. Wichtig ist halt genau so, dass auch die Hundeführerin unbelastet und mit dem Wissen, dass der Hund über die Fähigkeiten verfügt, an die Sache gehen kann. Bestimmt hat sie nun ihrem Hund einen grossen Gefallen getan, aber nicht zuletzt sich selbst.


© Ursula Liechti / Astrodienst AG 2005

 
nach obenSpike hat sein eigenes Auto

Spike hat sein eigenes Auto
von Ursula Liechti

Dass jemand sein eigenes Auto hat, daran ist nichts Aussergewöhnliches. Dass aber ein Hund ein Auto sein eigen nennen kann, schon eher. Wie kam es zu dieser Geschichte? Von einer Hundehalterin erhielt ich den Auftrag, für ihren Hund - ein Labrador Namens Spike - ein Astrogramm zu erstellen und ihr damit Hund Spike zu erklären. Auch nichts Ungewöhnliches. Als ich das Geburtsbild vor mir hatte und ich einen ersten Blick darauf warf, entschlüpfte mir ein Hoppla und ein Momoll. Also,

Spike

Spike kommt mit einem aussergewöhnlich starken Ich daher. Er hat ein hohes Freiheitsbedürfnis. Gehorsam und Unterordnung sind nicht unbedingt seines; er legt nicht so viel Wert darauf. Hingegen legt Spike sehr viel Wert auf seinen persönlichen Freiraum. Ganz wichtig für ihn diesen spüren zu können, damit er die Kontrolle behält. Spike macht gerne Kontakt, jedoch sollte man ihn Nähe und Distanz bestimmen lassen. Man sollte darauf verzichten resp. die Hundeführerin hat darauf zu achten, dass man ihn nicht einfach so anfasst. Denn - gerade dazu dürfte dieser hübsche Hund verführen. Spike sucht nämlich gerne die Aufmerksamkeit und möchte auch beachtet werden. Aber vereinnahmen lässt er sich nicht, da müsste er sich wehren.

Spike besitzt ein hohes Energiepotenzial und braucht somit ganz viel Bewegung. Ich denke, am besten ist er bei Menschen platziert, die mit ihm viel unternehmen, jedoch glaube ich nicht, dass er in der Arbeit aufgeht. Die Führungsarbeit gestaltet sich eher heikel, zumal dieser Hund Null Druck erträgt. Spürt er davon nur den leisesten Hauch, geht er in die Abwehr und macht zu. Er selbst dürfte nämlich das Gefühl haben, ich muss mir nichts gefallen lassen. Aus dieser "Denkweise" heraus, kann Spike echt dagegen gehen, und sich zu einem äusserst eigensinnigen Hund entwickeln. Ein Hund, der ewig Rückfragen stellt und man so mit ihm in der Arbeit keinen Schritt weiter kommt. Von daher wäre Spike am besten mit Menschen bedient, die es lieben weite Spaziergänge zu unternehmen, die Freude am Spiel mit ihrem Hund haben und nur Wert darauf legen, dass er so viel kann, wie er können muss. Und ganz wichtig für diesen Hund, immer wieder in die Ruhe zu kommen. Denn bei seinem Gehabe den Starken markieren zu wollen, sickert durch, dass er grundsätzlich gar nicht so selbstsicher ist, wie er gerne vorgibt zu sein. Dies könnte ihn dazu veranlassen, zu stark über seine Energiegrenzen hinaus zu leben. Somit ist es für seine Hundeführer zentral, sein Mass zu kennen und dafür ein gutes Gespür zu entwickeln.

Spike braucht ein grosszügig denkendes Umfeld, mit einem entsprechenden Umgang. Ich denke, dass er sich in einer lebhaften Familie sehr wohl fühlen kann. In einem eher passiven Haushalt könnte Spike sich schnell einmal langweilen und aggressiven Tendenzen aufkommen lassen. Denn, irgendwie müsste er seine Energie abführen können. Also, man sollte Spike immer auch miteinbeziehen können, ja bei ihm ist es so, dass er fast ein wenig mitbestimmen möchte. Was Spike überhaupt nicht mag ist, wenn er auf die Seite gestellt wird und nicht dazu gehört.

Spike braucht die Übersicht und liebt die Kontrolle

Spike hat ein gutes Durchsetzungsvermögen und grundsätzlich keine Mühe seine Interessen anzumelden und auf diesen zu bestehen. Von daher "muss" der Eigensinn - um nicht zu sagen Sturheit - erkennbar sein. Spike dürfte es nämlich auch immer wieder schaffen, seine Menschen dazu zu bringen, ihm zu entsprechen. Spike ist leicht erregbar und daher ist es bedeutsam, dass ihm genügend Ruhemomente gegeben sind. Wichtig ist einfach, dass er immer wieder von den "hohen Bewegungsfrequenzen" herunter kommt, sich neu sortieren kann und wieder die Übersicht hat. Zu schnell könnte es geschehen, dass er aus einer Reaktion heraus, einfach nur noch am Tun ist und sich gar nicht mehr so gut spürt.

Für ihn dürfte es ungünstig sein, wenn das Gefühl aufkommt, ich weiss eigentlich gar nicht mehr so genau, was läuft. Spike kommt dann nämlich in eine zu grosse Spannung, ist gespannt wie eine Feder und wird impulsiv. Daher - ihn immer wieder herunter holen, damit er alles unter Kontrolle hat. Spike, ein sehr fordernder Hund, der es gut versteht seine Umgebung zu bewegen. Auf welche Art auch immer. Ein Hund, mit dem man sich zu tausend Prozent auseinanderzusetzen hat. Ein Hund, der durch seine Persönlichkeit viel zu erzählen gibt.

Die Hundehalterin

Aha, dieser Hund ist halt einfach so. Das ist Spikes Persönlichkeit; jetzt werde ihr vieles klar. Im Gespräch kläre sie mich auf, dass seine Sturheit so weit gehe, dass er nur in eines ihrer Autos einsteige und sich partout und absolut weigert mit den anderen mitfahren zu wollen. So hätten sie halt zwangsläufig ein Hundeauto. Das Auto ist vor dem Haus parkiert, die Hecktüre jeweils offen (Elektronik natürlich ausgeschaltet) und Spike liebt es dort zu liegen und zu schauen. Ihm entgeht nichts und so hat er die Kontrolle. In den Skiurlaub darf Spike jeweils mit - Was bleibt anderes übrig, als mit zwei Autos zu fahren. Wir sehen, Spike hat seine Menschen gut hingekriegt.



© Ursula Liechti / Astrodienst AG 2005

Copyright © 2007 Astrodienst AG  - Problem melden  -  Seite senden