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Barbara Hutzl-Ronge: Kolumnen
Wenn Skorpione sich trauen (05.04.2004)
Wo Polaritäten sich auflösen (1.3.04)
Die Geister, die ich rief... (2.2.04)
Anstiftung zur Lebendigkeit (14.01.04)
Wintersonnwende (23.12.03)
Wie in Paris (1.12.03)
Skorpionetude (3.11.03)
Volldampf im Schneckenhaus (15.10.03)
Im Dialog (29.09.03)
Kostbarer Fang (15.09.03)
House of the Rising Neptun
Einfach prickelnd (12.08.03)
Sinnvoll im Trüben (04.08.03)
Vom Loslassen...(16.07.03)
Sommerfreuden (30.06.03)
Schwimmcoaching (16.06.03)
Ruf London an! (2.06.03)
Wer war es? (19.05.03)
Ein Lob auf Merkur (05.05.03)
Auf die Plätze... (22.04.03)
Frühlingserwachen (04.04.03)
 
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Barbara Huzl-RongeBarbara Hutzl-Ronge

Barbara Hutzl-Ronge schreibt regelmässig Kolumnen für Astrodienst. Sie ist Astrologin und Autorin, und ihre unkonventionelle Sichtweise beschert uns einen neuen Blickwinkel auf alte astrologische Prinzipien...

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nach obenWenn Skorpione sich trauen (05.04.2004)

Wenn Skorpione sich trauen
Kolumne von Barbara Hutzl-Ronge

Kürzlich rief mich meine Freundin Beatrice an, holte tief Luft und sagte: "Ich muss Dir etwas erzählen. Du bist die erste, die es erfährt. Paul und ich haben vergangenen Donnerstag geheiratet!" Kaum war der Satz draussen, klang auch schon ihr glockenhelles Lachen durch den Hörer. "So schön!" freute ich mich mit ihr und konnte meine Neugier nicht länger zügeln: "Und wie war es?"

ScorpioSie hatten im kleinstmöglichen Kreis heiraten wollen und daher das Ereignis weder ihren Eltern, noch ihren Geschwister verraten. In der kleinen Gemeinde, in der sie wohnen, warteten sie am betreffenden Tag etwas nervös am Bahnhof auf Catherine und Markus, ihre Trauzeugen, und deren drei Kinder, die allesamt als notorische Zuspätkommer in unserem Freundeskreis bekannt sind. Diesmal aber kamen nicht nur die Freunde zu spät, der ganze Zug kam nicht an. "Fahrleitungsschaden auf der Strecke, wie bitten um Verständnis", lautete die Durchsage. Also düste Paul mit dem Auto los, um die dringlich Erwarteten drei Dörfer weiter abzuholen. "Es hätte mich ja gewundert, wenn alles geklappt hätte", dachte Beatrice, fand die Situation aber gleichzeitig amüsant. Wenn eine in kritischen Situationen nicht die Nerven verliert, dann Beatrice.

Kurz vor vier Uhr ratterte Paul um die Ecke. Nun die Treppe hinauf zum Standesamt zu sprinten und sie nüchtern heiraten zu lassen, dazu waren Catherine und Markus jedoch nicht bereit, packten mitten am Dorfplatz Champagnergläser aus und liessen den Korken knallen. Als nächste traf Martha ein. Beatrice hatte nämlich ihrer ältesten Freundin von der Hochzeit erzählt und diese hatte sich ausbedungen, als dritte Trauzeugin - sozusagen als weise Fee - dabei sein zu dürfen. Sie brachte allerdings zwei weitere Freundinnen mit und alle hatten sich verkleidet: eine kam ganz in Weiss, die nächste in Rot, Martha in Schwarz. Die drei bekränzten das Brautpaar mit vielem, was zwei sich für ihr Eheleben wünschen können: Süsses und Scharfes, Dauerhaftes und sich Wandelndes, und vor allem viel Zauberhaftes.

ScharfBehangen mit Vanilleschoten, Chilis, Tamarindenwurzeln, Engelskraut, Blumen und bunten Federn betraten sie das Standesamt, in dem der Beamte schon einige Zeit darauf wartete, dass die seltsame Gesellschaft sich in seine Räume begeben würde. Drinnen angekommen dekorierte Beatrice zu allererst seinen Tisch mit einer Wasserschale, legte eine Blüte und eine Feder dazu und zündete eine Kerze an. Der junge Mann gab sich Mühe seine Irritation zu verbergen und begann mit seiner Ansprache. Als er mit einem Gedicht seiner Rede poetisches Flair verleihen wollte, unterbrach ihn der Jüngste der Trauzeugenfamilie, verkündete - den Mund voller Chips - dass er dieses Gedicht gern vorlesen möchte, griff mit salzig fetten Fingern nach dem Text und trug ihn salbungsvoll vor. Anders als geplant, aber immerhin kam die Stimmung auf, die zu gestalten sich der Beamte bemühte. Der Zeitpunkt auf die Ernsthaftigkeit des Ehelebens hinzuweisen und dabei viel Ausdauer zu wünschen, schien günstig. "Keine Sorge, die beiden üben schon 18 Jahre", bemerkte Markus daraufhin trocken.

Es wurde eine durch und durch heitere Hochzeit, bei der auch der berühmte Marsch nicht fehlte. Nach dem Essen erklang er zu Hause bei Beatrice und Paul aus dem CD-Player, unüberhörbar begleitet von den Kindern mit Posaune und Saxophon. Unter den bunten Funken eines Feuerwerks ging dann der Tag verheissungsvoll zu Ende.

"Weißt Du", sagte Beatrice, nachdem sie ihre Schilderung beendet hatte, "mir war so wichtig, dass dies ein Tag nur für Paul und mich wird. Ein Tag, den wir so erleben können, wie es unsere Art ist. Ich weiss schon, dass eine Hochzeit in erster Linie etwas ist, mit dem zwei vor der Gesellschaft ihre Beziehung deklarieren, aber wir wollten all die Vorstellungen, die andere mit der Ehe verbinden, nicht miteinbeziehen müssen: weder wie eine Hochzeit vonstatten zu gehen habe, noch wen alles einzuladen "man" verpflichtet ist, und schon gar nicht wollte ich mit all den Geschichten und Gefühlen konfrontiert werden, die andere mit ihren geglückten und misslungenen Ehen verbinden." - Und nach einer Weile fügte sie hinzu: "Ich war selber so voll von all meinen Gefühlen, ich hätte die der anderen noch dazu einfach nicht ausgehalten. Verstehst Du das?"

Klar, schliesslich kenne ich Beatrice und Paul schon seit Jahren. Beide sind Skorpione der besonderen Art. Nicht nur die Sonne steht in ihren Horoskopen in diesem Zeichen, sondern diverse andere Planeten auch noch. Alles, was sie tun, tun sie daher mit einer unglaublichen Intensität, begleitet von tiefen Gefühlen. In den Krisenmomenten des Lebens, da stehen sie ihren Freundinnen und Freunden auf eine verlässliche Art bei. Nicht unerschütterlich erlebe ich sie dann, sondern sich erschüttern lassend und auf diese Weise emotional mittragend. Diese Charaktermerkmale erwachsen Skorpionen aus ihrer grossen Empfindsamkeit und ihrer Bereitschaft, sich anderen Menschen auf tiefster Gefühlsebene zu öffnen. Wer jedoch emotional so offen ist, kann diese geöffneten Kanäle nicht einfach zustopfen, wenn die Empfindsamkeit einmal unerwünscht ist. Und so stürmen auf Skorpione auch dann die Gefühle, Erwartungen und Wünsche derjenigen ein, die sie umgeben, wenn sie sich gern einmal auf ihre eigenen Gefühle konzentrieren möchten.

"Ich finde es wunderbar, dass ihr Euch getraut habt! Nicht nur vor dem Standesamt, sondern dass ihr Euch auch getraut habt, Eure eigenen Bedürfnisse an einem solch wichtigen Tag ernst zu nehmen. Für Euch zwei könnte ich mir keine schönere, stimmigere Hochzeit denken als diese! - Wann sagt ihr es Euren Eltern?"

"Paul lädt sie, wenn wir aus den Skiferien retour sind, zum Essen ein. Aus den Ferien werden wir ihnen eine Karte schreiben, damit sie sich auf die neuen Verhältnisse einstellen können."

"Wir haben im Beisein von Trauzeugen, Hexen und Kobolden geheiratet" steht auf der Karte. Auf dem Foto sind unscharf am Rand die weisse, die rote und die schwarze Fee zu sehen, Kinderaugen blitzen versteckt zwischen ihnen hervor und in der Mitte steht das Brautpaar: Paul schaut begeistert auf den Korb mit den wunderbar magischen Geschenken, Beatrice legt den Kopf glücklich lachend nach hinten. Selbst ihr glockenhelles Lachen ist unübersehbar.


© Barbara Hutzl-Ronge / Astrodienst AG 08/2003
 
nach obenWo Polaritäten sich auflösen (1.3.04)

Wo sich Polaritäten auflösen
Kolumne von Barbara Hutzl-Ronge

Trychler in Einsiedeln"Fährst Du mit mir am katholischen Fasnachtsmontag nach Einsiedeln", fragte mich meine Freundin Lis Anfang Februar. "Was gibt’s denn dort Spannendes?" "Dunkle Gestalten vor der Schwarzen Madonna", erwiderte sie und bevor ich ja sagen konnte, verrieten ihr schon meine leuchtenden Augen, dass sie eine Reisegefährtin gefunden hatte.

In der Nacht vor dem Fastnachtsmontag hatte dichter Schneefall dafür gesorgt, dass sich der Platz vor der Wallfahrtskirche in Einsiedeln in jungfräulichem Weiss präsentierte. Am Morgen fielen aus dem wolkenverhangenen Himmel noch immer dicke Schneeflocken, sanken malerisch vor den grauen Klostermauern zu Boden und setzten der Brunnenmadonna ein Häubchen auf. Langsam und stetig strömten immer mehr Menschen auf den Platz und bildeten eine Gasse.

Plötzlich waren sie zu hören, die Trychler, und der langsame, eindringliche Rhythmus ihrer schweren Kuhglocken tat seine Wirkung. Bevor ich sie überhaupt sehen konnte, bekam ich schon Hühnerhaut. Dann zogen die fastnächtlichen Gestalten um die Ecke, die Dorfstrasse herauf. Vorneweg tänzelten im Takt der Glocken an die hundert Teufel mit mächtigen Hörnern. Aus jedem ihrer rabenschwarzen Gesichter hing eine lange rote Zunge und ihre weissumrandeten Augen blickten grimmig. Bekleidet waren die Teufel wie es bei solch dunklen Gestalten häufig zu sehen ist: als Schmiede mit dickledernen Schürzen, ausgerüstet mit spitzen Gabeln, an denen sogar Kohlestücke aus den höllischen Feuern steckten. Hinter den Teufeln folgten die Trychler, lauter Männer, die sich als Hexen oder wilde Weiber kostümiert hatten. Sie hatten sich schwere Kuhglocken auf den Rücken gegürtet und brachten diese mit einem Hüfte wiegenden Gang zum Dröhnen. Dann erst folgten jene Gruppen und Einzelfiguren, die sich wie vielerorts üblich individuell verkleidet hatten und die Bewohner des Dorfes mit witzigen Aktionen auf die Schippe nahmen.

Tüfel in EinsiedelnVolkstümliche Bräuche haben mich schon immer fasziniert. Besonders beeindruckend finde ich, wenn " wie hier bei der Einsiedler Fastnacht " Brauchtum und Religion einander sehr nahe kommen. Früher drangen die Teufel sogar in die Kirche ein, sie tanzten und johlten vor der Schwarzen Madonna. Das Material, aus dem die Masken der Teufel und Hexen hergestellt wurden, stammte damals auch noch aus dem Kloster. Für die Stuckaturen benötigten die Mönche immer wieder Gold, das hauchdünn auf feinem Seidenpapier geliefert wurde. Dieses Seidenpapier erhielten die Einsiedler und formten daraus in den Nächten vor der Fastnacht die Masken der Teufel und Hexen.

Die traditionelle Fastnachtszeit findet meistens statt, während die Sonne das Sternzeichen der Fische durchläuft und die Hauptaufgabe dieses Sternzeichens besteht darin, Vorhandenes aufzulösen, damit Neues entstehen kann. Wenn herkömmliche Ordnungen auf den Kopf gestellt werden, dann kann es dabei durchaus chaotisch zugehen und nicht selten passiert dies mit fast religiöser Hingabe.

Bevor also das Leben im Frühling " unter dem Sternzeichen Widder " neu beginnen kann, wird es während der Fischezeit kräftig durcheinander gewirbelt und auf den Prüfstand gestellt. Die dunklen, zerstörerischen Mächte des Winters " an der Einsiedler Fastnacht verkörpert durch die schwarzen Teufel und Hexen " zeigen nochmals ihre Macht und messen sich mit Maria, der Mutter des neuen Lebens. Dahinter verbirgt sich eine Weisheit, die sich am Rhythmus der Jahreszeiten orientiert. Aus Erfahrung wissen die Menschen, dass das neue Leben im Frühling sich entfalten wird. Aber sie verehren nicht nur Maria als dessen Trägerin (und dann zu Ostern ihren wiederauferstandenen Sohn), sondern sie ehren auch die dunklen Mächte, die es bedrohen. Die Kälte des Winters, seine dunklen Tage sind zwar gefährlich, bringen gleichzeitig jedoch auch die für die Natur unbedingt notwendige Ruhephase, auf die die Pflanzen unserer Breitengrade eingestellt sind.

Schwarze Madonna EinsiedelnVon diesem Standpunkt aus betrachtet existieren die Polaritäten Gut und Böse nicht. Was es gibt, ist der sich immer wieder erneuernde Zyklus des Lebens, der sich auch wunderschön in den Symbolen des Tierkreises spiegelt, die die Sonne während eines Jahres durchläuft. Ganz natürlich entsteht neues Leben, wächst und reift, wird Frucht und geerntet, darf aber auch zu Boden fallen, verfaulen und so den innewohnenden Samen der Erde übergeben. Und nach einer Zeit, in der alles Lebendige in kalter Erstarrung geruht hat, haben sich die inneren Kräfte des Lebens wieder gesammelt, um mit wiedergewonnener Stärke den Neubeginn zu wagen.

Geboren werden, leben, sterben und tot sein sind nichts anderes als die unabdingbaren Elemente des Lebens selbst. Dort, wo sie einander berühren, können sie sich sogar ähnlich sein: Schwarz sind die Teufel, schwarz ist die Madonna. Und ehrfürchtig begegnen die Einsiedler beidem.


© Barbara Hutzl-Ronge / Astrodienst AG 08/2003
 
nach obenDie Geister, die ich rief... (2.2.04)

Die Geister, die ich rief...
Kolumne von Barbara Hutzl-Ronge

Botticelli's Venus…mag ich gern noch ein wenig begleiten," dachte ich mir, nachdem ich einige überraschende Reaktionen auf meine letzte Kolumne erhalten hatte.

"Es tut so gut zu wissen, dass ich nicht die Einzige bin, bei der es drunter und drüber geht", freuten sich die einen. "Fein, das war der Zweck der Übung", dachte ich mir. Diejenigen, die mitten im Liebesschlamassel sassen und sich dafür auch noch mit einer Selbstbeschuldigungslitanei quälten, zu entlasten, das hatte ich - unter anderem - im Sinn gehabt, als ich über die Aufregung stiftende Venus-Uranus-Konjunktion in den Fischen schrieb.

Womit ich nicht gerechnet hatte, war die entrüstet vorwurfsvolle Frage: "Was, alle anderen erleben turbulente Liebesgeschichten? Um Himmels Willen, warum denn ich nicht?!" Dass ich mir die relativierende Antwort, "Nein, nein, nicht alle! Es gibt bloss allgemein betrachtet jetzt mehr Liebesaufregungen als sonst", sparen konnte, merkte ich bald. Den Salat hatte ich schon angerichtet und der Geschmack des bitteren "Nicht-Erlebens" blieb hartnäckig erhalten, einerlei, was ich noch an verbessernden Zutaten hineinwarf.

Kürzlich lockte mich ein Himmel mit rosa angeleuchteten Sonnenuntergangswölkchen nach draussen. Schnellen Schritts marschierte ich in den nahe gelegenen Park, eilte den Hügel hinauf, hoffend, das schöne Licht bei guter Aussicht noch etwas geniessen zu können. Der See und die Häuser rundum lagen bereits im Schatten, waren in ein Meer dämmriger Blautöne getaucht, das zu überdecken eine Wolke sich eben anschickte. Um so lebendiger wirkte das Grün der Wiese, als hätte es ein paar Lichtstrahlen mehr genascht, die es ihm nun erlaubten, der Sonne hinterdrein zu leuchten. Am Schönsten aber war, dass über allem fast unwirklich zart die Sichel des zunehmenden Mondes stand.

Die Allee entlang gehend konnte ich mich nicht entscheiden, wie mir der Mond am besten gefiel: wenn er in den feinen Ästen einer Buche hing, den Dachfirst des Lusthäuschens hinaufzuklettern schien oder zwischen zwei Tannen durchlinste. Ich fand eine Steinbank, die etwas geschützt unter Bäumen zum Verweilen einlud und mir eine wunderbare Sicht auf den Mond anbot. Dort sass ich dann und liess die Schönheit um mich herum tief in meine Seele sinken.

Da begann am Fuss der Mondsichel etwas zu blinken. Ich dachte schon an ein Flugzeug, das letzte Lichtstrahlen reflektierend sich wohl bald weiter bewegen würde. Doch da bewegte sich nichts. Es war Venus, die sich dem Mond am Himmel zugesellt hatte und nun als Abendstern glänzte. Mit einem Mal war da ein Gefühl von Frieden, von glücklich verschmitzter Zuversicht und die Zeit durfte ein wenig stillstehen.

Erst nachdem sie mir einen langen Moment des Seins gewährt hatte, meldete sich die Astrologinnenstimme in meinem Kopf: "Du weißt doch, dass Venus jetzt in den Fischen steht. Vor kurzem hatten wir Neumond und nun wird der Mond eben in den Fischen wieder sichtbar." - "Und was ist mit diesem Gefühl von Frieden, von glücklich verschmitzter Zuversicht", fragte ich retour, "kannst Du mir das astrologisch begründen?" -

"Denk doch mal nach" forderte sie mich auf. "Wir hatten diese Venus-Uranus-Konjunktion am 15. Januar, die Dir so gut gefiel, weil sie viel Potential zum lebendiger werden in sich barg. Du hast sogar drüber geschrieben, meine Gute! Danach hatten wir am 21. Januar Neumond. Wo wohl?" - "Im Wassermann, logischerweise" antwortete ich beflissen. - "Genau. Also", dozierte sie weiter, "damit begann eine gute Zeit, um neue Verhaltensweisen auszuprobieren. Das wird Dir doch wohl in den letzten Tagen aufgefallen sein, meine Liebe?", fragte sie lehrerinnenhaft. "Ja, klar", kicherte ich vergnügt, "es macht ausgesprochen Spass neue Verhaltensweisen auszuprobieren." - "Und allein darauf kommt es an", stimmte sie mir zu, "es ist bloss wichtig, den nächsten sich lebendig anfühlenden Schritt zu tun. Den ganzen Weg - meine Güte! - den muss jetzt noch niemand kennen!"

"Ich glaub’, Du hast recht" antwortete ich, "nun können wir im Fischemond einfach loslassen, was überholt ist, und können uns dem Neuen hingeben, ohne zu wissen, was es genau ist." - "Erzähle das Deinen Leserinnen und Lesern", sprach die Astrologinnenstimme weiter, "besonders jenen, die sich beklagt haben, ihr Liebesleben liege brach. Wer nun das Gefühl hat, es laufe nichts oder zu wenig, braucht bloss mutig tun, was sich lebendig anfühlt, und schon kommen die Dinge in Gang." "Und da der zunehmende Sichelmond in den nächsten Monaten noch oft auf Venus treffen wird", mischte sich jetzt auch noch die Astronomin ein, ... "ist die kosmische Unterstützung für wachsendes Liebesglück ja fast perfekt", schlossen wir drei unisono.

Und da soll noch jemand sagen, es mache kein Vergnügen, allein im Mondschein auf einer Bank zu sitzen. Angeregt und heiter zu dritt - just me, myself and I. Mit den dreien nimmt nicht nur jede gute Liebesgeschichte ihren Anfang, ihre Gesellschaft immer wieder zu geniessen, gehört für mich zu den Selbstverständlichkeiten meines Lebens.


© Barbara Hutzl-Ronge / Astrodienst AG 08/2003
 
nach obenAnstiftung zur Lebendigkeit (14.01.04)

Anstiftung zur Lebendigkeit
Kolumne von Barbara Hutzl-Ronge

Die aktuelle Venus-Uranus-Konjunktion bringt Bewegung in Beziehungen. Infolgedessen bekomme ich jetzt vermehrt aufregende Liebesgeschichten zu hören. Unabhängig davon, weswegen sich meine KlientInnen ursprünglich bei mir angemeldet haben, im Moment geht’s nur um die Liebe. Zumindest auf den ersten Blick.

Venus und Uranus, von Caroline SmithSelbstverständlich schüren das Duo Venus und Uranus, wenn sie einander in den Fischen umarmen, die Sehnsucht nach dem idealen Liebespartner. "Sei mutig, trau Dich, wirf doch Deine Ängste und Konventionen hinter Dich" flüstert Uranus seiner Geliebten lockend ins Ohr. Venus geniesst, wie sich das Prickeln in ihrem Körper ausbreitet, wie es hochsteigt bis in ihren Kopf, den sie lachend nach hinten legt. Sie fühlt sich auf wunderbare Weise lebendig,alles scheint ihr möglich.

Die Palette der Liebesgeschichten reicht nun von aufregenden Neuentdeckungen bis hin zu Uraltgeschichten, die plötzlich wieder aktuell werden. Das Liebeskarussell dreht sich munter und die Gefühle vieler fahren Achterbahn. Das lässt sich so locker niederschreiben, fühlt sich für die Betroffenen in der Realität aber meist nicht nur aufregend, sondern auch aufreibend an. Oft sind mehrere Personen in komplizierte Partnerrochaden verwickelt, und dann entpuppt sich erotische Leidenschaft schnell als ein Gefühl, das zusätzlich Leiden schafft.

Nicht selten lässt sich aber in den Geschichten, so unterschiedlich und individuell sie auch sein mögen, ein tiefer liegendes Thema feststellen. Viele suchen eigentlich eine Antwort auf die Frage: Wie kann ich mein Leben anders gestalten, damit es sich wieder aufregend und lebendig anfühlt? Den Partner zu wechseln ist zwar eine effektvolle Möglichkeit, aber bei genauer Betrachtung der Lebensumstände kristallisieren sich oft noch andere Bereiche heraus, die nach Erneuerung schreien, weil sich eine - plötzlich als unaushaltbar empfundene - Routine eingeschlichen hat. Kreative Lösungen sind gefragt.

Als grösstes Hindernis, solchen Lösungen näher zu kommen, erweisen sich meistens die eigenen Vorstellungen. Es ist ganz erstaunlich wie viele "Das-macht-man-doch-nicht-Ideen" und "Das-kann-ja-nie-funktionieren-Überzeugungen" in den Köpfen nisten. Um ein Beispiel zu geben, was passieren kann, wenn man sich über fixe Vorstellungen hinwegsetzt, erzähle ich gern folgende Geschichte:

Eine meiner geschätzten Klientinnen arbeitete in den 60er Jahren in Algerien.Als sie eines Tages mit ihrem klapprigen 2CV in der Wüste unterwegs war, kletterte die Temperatur auf ein unerträgliches Höchstmass. Kein Baum, kein Schatten weit und breit. Endlich erreichte sie ein Dorf mit einer Kirche. "In der Kirche ist es sicher etwas kühler", war ihr erster Gedanke, "darin ruhe ich mich auf meinem Liegebett aus, bis es Abend wird" ihr zweiter. Doch die Kirche war abgesperrt.

Kurzentschlossen betrat sie den Polizeiposten, der sich neben der Kirche 2CV befand, und fragte nach dem Schlüssel. Wofür sie denn den Kirchenschlüssel brauche, fragte der Kommandant argwöhnisch. Ihr sei so heiss, dass sie es bald nicht mehr aushalte und daher wolle sie sich auf ihrer Klappliege in der Kirche ausruhen, bis es kühler werde. Das habe er noch eine bessere Idee, erwiderte der Polizeikommandant lächelnd - und lud sie in den Garten seiner Familie ein. Im Schatten der Orangebäume durfte sie ihre Liege aufstellen, der Kommandant pflückte ihr wunderbar reife Orangen und seine Frau verwöhnte sie mit Pfefferminztee. Bis es Abend wurde, hatten ihre Gastgeber ihr nicht nur die Geschichte der Kirche, sondern auch allerlei andere G’schichtln aus dem Dorf erzählt.

"Und was hilft mir ausgerechnet diese Geschichte, wenn ich nun mitten in einem Liebesdrama stecke?" mögen an dieser Stelle die kritischen LeserInnen fragen.

Sie ist ein Beispiel dafür, dass, wer - ohne auf gesellschaftliche Konventionen zu achten - sich für die eigenen Bedürfnisse einsetzt, nicht nur erhält, was sie oder er zum Leben braucht, sondern dass dieses Leben dadurch auch lustvoller und "lebendiger" wird. Hätte sich meine Klientin vorgenommen, unbedingt in den Garten des Kommandanten eingeladen zu werden, dann wäre ihr das wohl kaum geglückt. Durch ihre ungewöhnliche Handlungsweise jedoch wurde ihr Bedürfnis nicht nur wahrgenommen, sondern ihr Gegenüber hat ebenfalls seine gewohnten Verhaltensmuster überschritten und aussergewöhnlich reagiert.

Die Ehrlichkeit, zu den eigenen Bedürfnissen zu stehen und dabei auch unkonventionelle Lösungen ins Auge zu fassen, kann in Liebesdramen ähnlich unerwartete Wendungen mit sich bringen. In manchen Fällen jedoch zeigt sich einfach kein Weg zum erstrebten Liebes-Partner-Ziel. Auch dann finde ich die oben erzählte Geschichte ein hilfreiches Beispiel. Wer sich nämlich traut, eingefahrene Verhaltens- und Denkmuster - einerlei in welchem Lebensbereich - zu ändern, der wird so schnell nicht mehr aus dem Staunen herauskommen, wie schnell viele Dinge (auch die leidigen, leidvollen Liebesdramen) in Bewegung kommen.

Denn bei der Abfahrt riet der Polizeikommandant meiner Klientin, doch im übernächsten Dorf seine Schwester zu besuchen und ihr Grüsse zu bestellen. Wen sie dann dort getroffen hat, - das ist eine andere Geschichte.

"Trauen Sie sich jetzt, ein paar Ihrer Routineverhaltensmuster in Beziehungen über Bord zu werfen", mag ich ihnen stellvertretend für Uranus ins Ohr flüstern. Denn die Chance, dass Sie sich dann bald ziemlich lebendig fühlen, ist im Moment besonders gross.


© Barbara Hutzl-Ronge / Astrodienst AG 01/2004
 
nach obenWintersonnwende (23.12.03)

Wintersonnenwende
Kolumne von Barbara Hutzl-Ronge

Wenn die Natur sich in ihre Ruhephase begibt, wenn fürs Abzählen der Nebeltage zwei Hände nicht mehr ausreichen und es jeden Abend immer früher dunkel wird, dann harre ich mit sehnsüchtigem Herzen auf den Moment, an dem die Tage wieder länger werden.

Capricorn, von Caroline SmithWährend des ganzen Schützemonats sind Kerzen für mich überlebensnotwendig: Gleich nach dem Aufstehen zünde ich etliche im Wohnzimmer an. Mit einem Teelicht bringe ich eine weisse Schneeblüte in der Küche zum Leuchten und im Flur schimmert es warm aus den Tiefen eines Steins. Der Stein hilft mir am meisten über die dunkle Zeit hinweg, denn eine finnische Freundin hat ihn mir mit den Worten geschenkt: "So überleben wir im Norden den Winter."

Mit meinem Lichthunger bin ich zu dieser Jahreszeit nicht allein. All die Adventkränze, Weihnachtsgestecke und Lichterketten würden sich wohl kaum so gut verkaufen, hätten nicht viele Menschen dasselbe Bedürfnis wie ich. Fast alle freuen sich über die weihnachtlich erleuchteten Strassen und ergreifen auch sonst jede mögliche Gelegenheit, um Licht ins Dunkel zu bringen.

Nun hat sie sich endlich ereignet, die von mir so lang ersehnte Wintersonnenwende! Am Morgen des 22. Dezember haben wir die längste Nacht überstanden und die Sonne trat ins Sternzeichen Steinbock ein. Nicht, dass Sie meinen, ich würde nun sämtliche Kerzen ausblasen und frohgemut beginnen, auf den Frühling zu warten. Dunkel ist es ja noch immer und zurzeit werden die Tage auch nur nahezu unmerklich länger. Trotzdem liebe ich diesen fast unsichtbaren Umschwung hin zur helleren Jahreshälfte und finde den Wechsel der Sonne vom Schützen in den Steinbock markant. Das geht anderen offenbar ebenso.

Vor zwei Wochen gestand mir ein Freund, dass er mit seiner nächsten Komposition furchtbar spät dran sei. Er schätze sich ja glücklich, diesen Auftrag erhalten zu haben, denn es komme wahrlich selten genug vor, dass Orchesterwerke in Auftrag gegeben werden, aber er könne sich trotzdem nicht durchringen endlich anzufangen. "Gell, im Dezember soll man keine neuen Sachen anfangen?" fragte er - astrologische Unterstützung erwartend - hoffnungsvoll in meine Richtung. Nein, so generell lasse sich das wohl kaum beantworten, erwiderte ich. Ja, ganz so genau nähme er es mit dieser Bauernregel eh nicht, denn zwischen Weihnachten und Silvester - also doch noch im alten Jahr! -, da gelinge es ihm jedesmal besonders gut, an einer Komposition dranzubleiben. "Spätestens bis Dreikönig bin ich mit der Hauptarbeit fertig, danach muss ich nur mehr die Details ausfeilen. Ich habe jetzt schon ganz viele Ideen im Kopf, aber ich weiss genau, dass es mir erst dann gelingen wird, sie niederzuschreiben. Jetzt muss ich bloss aushalten, dass ich es vorher noch nicht kann. Ist das nicht seltsam?"

SonneDa erzählte ich ihm von der Visionskraft der Schützesonne im Dezember, unter der man sich das, was werden soll, besonders gut erträumen kann, unter der es aber noch nicht an der Zeit ist, die Vision auf die Erde zu bringen. Erst die Steinbocksonne schenkt uns die Klarheit, zu sehen, wie etwas verwirklicht werden kann und auch die Ausdauer, dies umzusetzen. "Ab der Wintersonnenwende stimmt der äussere Rahmen einfach besser", sagte ich zum Schluss ganz bestimmt.

Ja der äussere Rahmen sei dann einfach genial, begann er zu schwärmen. Seine Frau spiele ab Weihnachten abends immer in einem Orchester eines Engadiner Hotels. Tagsüber probe sie in einer Schule, in der es auch einen Extraraum mit Klavier gibt, in dem er dann arbeite. "Weißt Du, da gibt es ganz feste Probezeiten: drei Stunden am Vormittag und drei am Nachmittag. Ich hör’ sie dann im Hintergrund üben, aber das stört mich gar nicht, ganz im Gegenteil, ich fühl’ mich nicht allein und bin trotzdem für mich. Du glaubst nicht, wie konzentriert ich in der knappen Zeit arbeiten kann."

"Das liegt daran, dass unter der Steinbocksonne das Wesentliche sichtbar wird, dass wir dann unter all der Fülle, die wir in der Schützezeit angesammelt haben, das Richtige auswählen und es gestalten können", fügte ich erklärend hinzu und erzählte ihm, dass auch ich immer im Dezember in grossen Ideen schwelge, die ich mir in ganz leuchtenden Farben ausmale, dass ich aber erst ab dem ersten Weihnachtstag bestimme, was ich im kommenden Jahr verwirklichen werde. "Dann entscheide ich, was ich konkret tun werde. Jedesmal am 6. Januar, dem Dreikönigstag, habe ich die innere Gewissheit, dass ich nun mein Jahr ‘zu Faden geschlagen habe’, dass ich seine innere Struktur festgelegt habe, die ich im Lauf des Jahres auffüllen und bereichern werde. Wahrscheinlich gar nicht so unähnlich zu Deiner Komposition, in der Du zuerst den Hauptstrang gestalten musst, bevor Du beginnen kannst, die Detailpartien auszuarbeiten."

Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass es vor der Wintersonnenwende absolut in Ordnung ist, sich das Neue "nur" mit viel Begeisterung vorzustellen.Kerze im Felsen... Und bis dahin haben wir einander lachend - für wirklich wesentliche Projekte - die Erlaubnis zum verträumten Faulsein ausgestellt.

Ich weiss, der Steinbockmonat wird nicht nur bei mir wie im Flug mit konzentrierter Arbeit herumgehen. Plötzlich werden die Tage Anfang Februar schon um eine Stunde länger geworden sein. Dann werde ich die Kerzengefässe in die Schublade räumen, bis es ein Jahr später wieder Zeit wird für innere und äussere Erleuchtung. Im Sommer davor werde ich allerdings auch noch Musik hören dürfen. - Erleuchtung, die zu Tönen wird, das ist für mich das Schönste.


© Barbara Hutzl-Ronge / Astrodienst AG 08/2003
 
nach obenWie in Paris (1.12.03)

Wie in Paris
Kolumne von Barbara Hutzl-Ronge

Alle Wege führen nach Paris, zumindest in Frankreich. So hat es sich nicht vermeiden lassen, dass ich auf der Heimreise aus der Bretagne dort vorbei gekommen bin.Sagitarius, von Caroline Smith In Paris nur für einen Tankstopp anzuhalten, welch undenkbare Vorstellung! Also habe ich die Einladung von Freunden angenommen und bin gleich eine Woche lang geblieben. In Paris gibt es so viel Wunderbares, dass es mir jedesmal wieder schwer fällt auszuwählen, was ich diesmal sehen möchte. Ginge es nach meinem Gastgeber Jean-Luc, einem Kunstgeschichtelehrer, dann hätte ich Anfang der Woche einen Stundenplan ausgehändigt bekommen, damit ich mich an so vielem wie möglich von seiner "Das musst Du Dir unbedingt anschauen!-Liste" erfreuen kann. Zu seiner Verwunderung besuchte ich jeden Tag aber nicht mehr als eine Ausstellung. Was ich nämlich in Paris am liebsten mache, ist, herumzustrawanzen.

Die österreichischen LeserInnen wissen nun genau, welchem Lebensgefühl ich da huldigen mag, für diejenigen, die des Österreichischen nicht mächtig sind: "strawanzen" meint so etwas wie "ohne eigentliches Ziel herumgehen, aber auf ein Abenteuer aus sein". Nun gibt es verschiedene Abenteuer, auf die man aus sein kann, aber der Grundtenor des Strawanzens ist wohl der, so lange herumzuwandern, bis man irgendwo hinkommt, wo etwas los ist, das einen interessiert und an dem man teilhaben kann. Wenn ich also durch Paris strawanze, dann ist dies kein "Flanieren", dem immer ein gewisses Unbeteiligtsein anhaftet, sondern dann schlendere ich durch die Stadt mit der hoffnungsvollen Erwartung: Was begegnet mir wohl heute?

Prompt erlebte ich in Paris jeden Tag etwas Besonderes. So z. B im Institut du Monde Arabe. Nachdem ich mir eine exzellente Ausstellung über Malerei in Algerien angesehen hatte, wollte ich im Restaurant auf dem Dach, dessen Blick über ganz Paris mein Stadtführer pries, noch einen Tee trinken. Im Gewirr der vielen Glaswände war der richtige Eingang nicht leicht zu finden. Als ich - eh schon zögerlich - durch eine Tür eintreten wollte, fragte mich der Securitytyp, ob ich eine Einladung hätte. Ich verneinte. "Leider Madame, ohne Einladung dürfen Sie hier nicht hinein", erwiderte er bestimmt. Bevor ich ihm jedoch erklären konnte, dass ich nur den Eingang ins Restaurant suchte, fragte mich eine hinzukommende Dame, ob ich hier die Tanz- und Gesangsvorstellung der Kinder der arabischen Schule besuchen möchte. Nein, ich wollte bloss einen Tee auf der Terrasse trinken und habe mich in der Tür geirrt, versicherte ich. Ach so, ja aber einen Tee könne ich auch noch später nehmen, und wenn ich Lust hätte, mir mit ihr jetzt die Kinderaufführung anzusehen, dann lade sie mich hiermit gerne ein. Etwas perplex, aber doch sehr erfreut, nahm ich an. Energisch drehte sich die quirlige kleine Madame auf dem Absatz um und teilte dem Türsteher strahlend mit, dass ich ihr Gast sei. Dieser liess sich davon nicht beeindrucken. Meine neue Bekannte schickte einen Wortschwall hinauf zu dem zwei Köpfe grösseren Mann, den dieser zuerst bloss mit einem höflich bedauernden Lächeln quittierte bevor er nicht minder wortreich auf seiner Liste der angemeldeten Gäste beharrte. Mir wurde dabei zunehmend unangenehm und ich bat Sie, sich doch meinetwegen keine solchen Umstände zu machen. "Bleiben Sie, das schaffe ich schon", entgegnete sie bestimmt, schüttelte ihre rabenschwarzen Locken und sagte allen Ernstes zum Türsteher: "Nun ist meine Freundin extra aus - Woher kommen Sie, Madame?" - "Aus der Schweiz." ".. aus der Schweiz angereist, um meine Tochter hier auftreten zu sehen! Das kann doch nicht wahr sein, dass sie nun nicht eintreten darf!" Der Türsteher, der unsere vorangehende Unterhaltung Wort für Wort mitbekommen hatte, blieb ablehnend. Während des immer lauter werdenden Wortwechsels trafen die sehr wohl eingeladenen Schwiegereltern der Dame ein (ich wurde auch ihnen als Freundin vorgestellt), die Schwiegermama erkundigte sich schon besorgt, ob die kleine Laila denn sehr aufgeregt sei, der Schwiegerpapa schielte in Richtung Buffet, alle drängten hinein - und plötzlich nickte der Türsteher gnädig mit dem Kopf und wünschte mir viel Vergnügen!

Ich war drinnen und mir dämmerte, dass ich Mitten in Paris unversehens im Orient gelandet war. Der ganze Disput beruhte nicht auf einer ernstgemeinten Ablehnung, sondern war wie das Feilschen am Basar einfach eine kulturelle Gepflogenheit, die es zu absolvieren galt.

Die Mädchen - allesamt in Taftkleidern und mit Schleifen in den Haaren - sangen und tanzten mit konzentrierter Begeisterung, die Buben wandten ihre schwitzigen Hände und überspielten gelegentliche Patzer mit einem entschuldigenden Lausbubenlachen. Die anwesenden Eltern waren aufgeregt, die Grosseltern noch mehr. Auf dem Buffet stapelten sich Obst und orientalische Süssigkeiten, die durchzukosten, mir charmant aber nicht weniger dringlich nahegelegt wurde. Willig fügte ich mich, während meine Begleiterin von ihrer Kindheit in Algerien erzählte, mich dazwischen ihrem Mann und sogar noch der der Schulleiterin vorstellte. Ich bedauerte einmal mehr mein schlechtes Französisch, das mir nur erlaubte zu sagen, wie wunderschön und interessant ich alles fand. So gern hätte ich auf ihre Freundlichkeit und all das Gebotene adäquat reagiert. Doch wundersamerweise gelang dies auch ohne die passenden Worte, denn sie freute sich merkbar über meine staunend begeisterten Augen. Mein Offensein für spontane Begegnungen und meine Lust, ziellos durch Paris zu strawanzen, hatten ausgereicht, schon schenkte mir eine völlig Unbekannte einen zauberhaften Nachmittag in der arabischen Schule.

Und so kam es, dass ich wirklich jeden Abend zu Hause bei meinen Freunden nicht nur von einer Ausstellung berichten, sondern auch die Geschichte einer interessanten Begegnung schildern konnte. "Ja, Paris ist eine weltoffene Stadt", schmunzelten Jean-Luc und Chris stolz und freuten sich mit mir.

Zu Hause in Zürich sind solche Begegnungen viel seltener. Ob es an dem zwinglianischen Charakter dieser Stadt und seiner BewohnerInnen liegt? Ich glaube nicht. Vergangenen Sonntag wollte ich die Georgia o’Keeffe Ausstellung im Kunsthaus besuchen. Und plötzlich dachte ich mir: "Mach es wie in Paris! Geh nicht durch die Stadt, die Dir so vertraut ist, als würdest Du alles kennen, sondern geh strawanzen! Schau erwartungsvoll, was hinter jeder Ecke sein könnte. Sprich einfach Leute an, wie Du es auf Reisen immer tust, weil Du neugierig bist, was dann als nächstes passiert."

Georgia O'KeefeJemand anzusprechen erwies sich schon an der Tramhaltestelle als pure Notwendigkeit, denn meine Münzen reichten für ein Billet nicht aus und die Hunderternote in meinem Portemonnaie war zum Wechseln denkbar ungeeignet. Neben mir stand eine fröhlich dreinblickende Frau in meinem Alter, die ich couragiert fragte, ob sie mir wohl ein paar Münzen schenken würde. Das tat sie. Bis zum Bellevue fanden wir einander so sympathisch, dass wir die Telefonnummern austauschten, um uns bald wiedersehen zu können. Vergnügt betrachtete ich wenig später die wundervollen Bilder o’Keeffes, aber nicht nur die. Und eh ich mich versah, fand ich mich vor einem ihrer "Knochen in der Wüste"-Bilder in einem Gespräch wieder, das sich so gar nicht knochentrocken anliess, sondern vielmehr überraschende Blüten trieb.

Am 22. November hat die Sonne vom Skorpion in den Schützen gewechselt. Erleichtert lassen jetzt so manche das Grübeln über Tiefschürfendes sein, folgen satt dessen der Abenteuerlust weckenden Schützesonne und träumen von warmem Licht und fernen Ländern. Während meine Freundin Britta die Tage bis zum Abflug nach Fiji zählt, verreise ich zu Hause und strawanze in meiner Freizeit durch Zürich. Plötzlich strahlt der graue Sandstein der Häuser viel freundlicher und zarte Lichtreflexe tanzen über der Limmat, auch wenn der Nebel dick über der Stadt hängt.


© Barbara Hutzl-Ronge / Astrodienst AG 12/2003
 
nach obenSkorpionetude (3.11.03)

Skorpionetude für Fortgeschrittene
Kolumne von Barbara Hutzl-Ronge

Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt. Die Finger werden nur so über die Tasten fliegen, dachte ich mir, wenn Du erst mal dort bist. Und so war ich losgefahren und hatte den Alfa westwärts bis in die Bretagne schnurren lassen. Ich bezog mein Hotelzimmer mit Blick auf den Hafen, eine freundliche Sonne tauchte die Bucht von Quiberon in helles Licht, das Meer glänzte friedlich und die Luft war so klar, dass Belle Île am Horizont ihrem Namen alle Ehre machte. Dahinter brachten ein paar Wolkenschlieren Abwechslung in den postkartenblauen Himmel. Ich stellte schon mal die Gummistiefel bereit.

Scorpion, von Caroline SmithPrompt rüttelte in der ersten Nacht der Wind unablässig an den Fensterläden und danach wollte es gar nicht richtig hell werden, so dicht hingen die Wolken am Himmel. Dicke Tropfen schlugen gegen die Scheiben und bald goss es in Strömen. Das Meer rollte donnernd gegen die Hafenmauern, die Fähre von der Insel tauchte aus einem wolkenverhangenen Nichts auf. Als der Sturm etwas nachliess, zog ich den dicken Fliesspullover an, den mir ein segelnder Freund wärmstens empfohlen hatte, montierte die Kapuze an meine Regenjacke, nahm Handschuhe, Stirnband, schlüpfte in meine Gummistiefel - Es geht doch nichts über das richtige Schuhwerk! - und stapfte los. Während ich mich der Côte Sauvage entlang dem Wind entgegenstemmte und das Meer sein Unterstes an den schroffen Felsen zu oberst schleuderte, schien es mir ein Leichtes, sie zu schreiben - die neue Kolumne. Was lag näher als die aufgewühlte See mit der leidenschaftlichen Art der Skorpione zu vergleichen?

Doch die Sonne stand noch in der Waage und ein paar Tage ganz ohne zu arbeiten hatte ich mir redlich verdient, jetzt, da nach Monaten mein Buchmanuskript endlich beendet war. Also liess ich die Gedanken an die neue Kolumne ziehen, alle anderen auch. Die Sonne hatte mittlerweile ins Sternzeichen Skorpion gewechselt. Die FreundInnen aus Hochnebeltown down Zürich mailten rundum alle dasselbe, nämlich dass sie sich - wie es einer Skorpionsonne in Mitteleuropa gebührt - ausnahmslos hinter einer dicken Nebelschicht, ja zeitweise sogar hinter Schneewolken, verbarg. Meine bretonische Sonne hingegen hiess mich, wenn auch spät, so doch jeden Morgen lachend willkommen.

Wollte ich nun meinen geschätzten Leserinnen und Lesern weismachen, ich hätte unter dem Schönwetter gelitten, da es mir erschwerte, meine Kolumne zu schreiben, wer hätte mir geglaubt? - Nein, so ist es nun wahrlich nicht gewesen, vielmehr stattete ich dem Apotheker einen Besuch ab, erstand eine Sonneschutzcreme und beschloss über die Schönwetterseite des Skorpionischen zu schreiben.

Nicht nur diejenigen, die im Zeichen des Skorpions geboren sind, sondern wir alle tragen Skorpionisches mit uns herum. Auch ein Skorpion....Ein Blick in Ihr Horoskop zeigt, wo es bei Ihnen zu finden ist. Vielleicht stehen in Ihrem Radix ein oder sogar mehrere Planeten im Skorpion? Ebenfalls lohnt es sich nachzuschauen, in welchem Haus, d.h. in welchem Lebensbereich, bei Ihnen Pluto, der Herrscher des Zeichens Skorpion steht. Ist er vielleicht auch mit anderen Planeten Ihres Horoskops verbunden? Wenn Sie auf diese Weise nach den skorpionischen Themen Ihres Horoskops suchen, was auf dieser Homepage ja einfach zu bewerkstelligen ist, dann stossen Sie auf Lebensthemen, bei denen es Ihnen ganz ähnlich gehen könnte, wie mir und dem Wetter in der Bretagne, denn was Sie in diesen Lebensbereichen erwarten, ist stürmisches Wetter.

Diese Erwartung ist nicht ganz unbegründet, denn sowohl Planeten im Skorpion wie auch Pluto verweisen auf jene Lebensbereiche, in denen wir tiefgründige Erfahrungen machen wollen oder auch müssen. Wie bei stürmischer See machen wir in diesen Bereichen Bekanntschaft mit jenen Gefühlen, die bei uns und anderen tief und versteckt liegen, die dann aber oftmals mit leidenschaftlicher Intensität an die Oberfläche gespült werden.

Spannend finde ich es nun, zu ergründen, wie jeder einzelne mit diesen Lebensbereichen umgeht. Klar, Sie alle haben in diesen Bereichen leidenschaftliche, vielleicht auch leidvolle, sicher aufwühlende Erfahrungen gemacht, aber denen wollen wir uns jetzt nicht zuwenden. Was mich zur Abwechslung interessiert, ist: Wie blicken Sie auf diesen Bereich Ihres Lebens, wenn dort, wo sie Sturm und hohen Wellengang erwarten - so wie ich hier im Oktober in der Bretagne -, plötzlich die Sonne lieblich vom Himmel scheint?

Denken Sie sich: "Sonne?! Na, die kann ja nicht lang anhalten, der nächste Regen kommt bestimmt, wahrscheinlich sogar ein Sturmregen, denn in diesen Breiten ist ja nichts anderes zu erwarten!" Getrauen Sie sich dann so lange nicht weit weg von Ihrem Zimmer einen grossen Spaziergang zu machen, bis es Tage später wirklich wieder regnet und sagen sich dann womöglich: "Ich hab’s ja gewusst, dass es hier dick kommt, wie gut dass ich mich nicht auf einen Spaziergang in der Sonne eingelassen habe!"

'IKUWA - Scorpio, polynesische Kunst.
Quelle: http://www.sunjose.com

Oder stellen Sie eines Tages fest: "Oh, Sonne! Die hätte ich hier ja nicht erwartet." Packen Sie dann zur Sicherheit die Regenjacke in Ihren Rucksack, bevor Sie der Küste entlang genussvoll eine weite Wanderung unternehmen? Können Sie, wenn es zwischendurch mal einen kleinen Spritzer vom Himmel regnet, Ihre Jacke anziehen und sich darüber freuen, dass Sie erfahren genug sind, um sich auch für diesen Fall gut auszurüsten?

Oder beherrschen Sie gar die grosse Kunst des Skorpionischen, Schönwetter in sonst schwierigen Lebensbereichen dankbar und vollumfänglich geniessen zu können? Sehen Sie also zum Fenster hinaus und merken begeistert, dass vor Ihnen - endlich, oft genug war es ja schon anders! - endlich nichts anderes liegt als ein friedliches Meer, in dem sich ein blauer Himmel ohne ein einziges Wölkchen spiegelt? Können Sie dann dankbar zur Sonne - oder zu wem auch immer - aufblicken und sagen: "Fein, dass es hier mal so schön ist", und sich daraufhin dick Sonnencreme ins Gesicht schmieren, mit staunendem Blick auf das azurblaue, türkisfarbene, sich sanft wiegende Wasser schauen, während Ihre Nase sich an den Düften erfreut, die die warme Sonne aus den Blüten lockt?

So oft schon habe ich mit meinen KlientInnen die Erfahrung gemacht, dass sich viele immer nur dem zuwenden, was gerade schwierig und schmerzvoll ist, dass sie aber meist vergessen, sich dankbar darüber zu freuen, wenn sonst schwierige Lebensbereiche einmal sonnenbeschienen da liegen und es an der Zeit wäre, sie zu geniessen. Warum nicht das Monat des Skorpions einmal dafür nützen, um nach seinen Sonneseiten Ausschau zu halten? Üben Sie sich doch zur Abwechslung mal in der Kunst, diese Sonne Pore für Pore genüsslich in sich aufzunehmen.


© Barbara Hutzl-Ronge / Astrodienst AG 08/2003
 
nach obenVolldampf im Schneckenhaus (15.10.03)

Volldampf im Schneckenhaus
Kolumne von Barbara Hutzl-Ronge

Wenn ich mich so umschaue, bekomme ich den Eindruck, dass es manche nun vor Ungeduld demnächst zerreissen wird. Wundern würde es mich nicht, denn es liegt eine Spannung in der Luft, die greifbar und zugleich unfassbar ist.

schneckenhausDie Ungeduld kann ich gut verstehen. Solange der Fischemars rückläufig war, hat sich die versammelte astrologische Gemeinde in Geduld geübt. Dass während der Monate August und September vieles, was wir gern getan hätten, zum Stillstand kam und deshalb hinterfragt werden musste, das war den meisten von uns ja klar. Deswegen war es nicht unbedingt leichter auszuhalten. "Hi! Du glaubst ja nicht, was mir gestern wieder passiert ist!", war die Standardbegrüssung meiner Büronachbarin, einer Fischefrau. Beim obligaten Kaffee gelang es ihr wirklich jeden Tag, mit nahezu unglaublichen Geschichten mein astrologisches Vorstellungsvermögen zum Thema rückläufiger Fischemars zu erweitern. Zum Schluss vertröstete ich sie jedesmal auf Ende September und versprach, ab dann kämen die Dinge wieder ins Laufen. Langsam, aber doch.

Genau so ist es. Nun kommt wieder Schwung in unsere Angelegenheiten, aber halt sehr langsam. Für dieselbe Strecke, die Mars sonst in einem Tag durchläuft, braucht er im Moment dreimal so lange. So schnell, wie wir normalerweise zu handeln gewohnt sind, so schnell entwickeln sich die Dinge jetzt noch nicht. Mancherorts hat sich jedoch viel Handlungsbedarf angestaut. Kein Wunder, dass nun einige loslegen wollen, als sei der Teufel hinter ihnen her. Ob es uns nun passt oder nicht, die Angelegenheiten, die wir nun in Gang bringen wollen, brauchen dennoch mehr Anlaufzeit, als wir angenommen haben. "Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht." Mit diesem afrikanischen Sprichwort rede ich mir täglich gut zu.

"Es ist, als ob wir alle in einem Schneckenhaus wären; jeder in seinem", dachte ich mir gestern, "bloss sind dies keine normalen Schneckenhäuser, sondern völlig ungewöhnliche."

Wir erleben ja alle zwei Jahre eine solche Phase der Marsrückläufigkeit. Diese Erfahrung ist für uns nichts Neues, ganz im Gegenteil, wir haben sie alle schon oft erlebt. "Aha, das, was ich will, funktioniert nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Nun muss ich nach einer neuen Lösung suchen." Dass damit oft ein innerer Prozess verbunden ist, bei dem wir uns zurückziehen, auch das kennen wir alle. Es ist, als ob wir uns langsam in uns selbst hineinschneckeln, dann innen ein wenig verweilen, danach schneckeln wir uns wieder heraus. Aussen angekommen, merken wir, dass sich an unserer Einstellung zur Sache etwas geändert hat und genau dadurch haben wir die Angelegenheit selbst verändert.

So sieht ein normales Schneckenhaus aus, solche Schneckenhäuser kennen wir zur Genüge. Aber diesmal hat uns der rückläufige Mars nicht in unsere altbekannten ruhigen Schneckenhäuser geführt, High-Tech-Schneckenhaus...sondern in High Speed-Schneckenhäuser. Als wir nämlich ganz innen drinnen angekommen waren, dort, wo wir fast keinen Platz mehr finden, um uns zu bewegen, haben wir nicht Ruhe vorgefunden, sondern dort ist es diesmal energiegeladen bis zum Gehtnichtmehr. Im Mittelpunkt der Schnecke hat Uranus auf Mars gewartet und verpasst uns einen explosiven Energieschub. Ausgerechnet dort, wo der Handlungsspielraum minimal ist, werden wir mit einer unbändigen Energie zum Handeln aufgeladen.

Im eigenen Schneckenhaus zu sein, fühlt sich im Moment ungeheuer aufregend an. Uranus schenkt uns nun Erkenntnisse, weil er jeden von uns mit seiner eigenen Lebendigkeit in Kontakt bringt. Plötzlich wissen wir, wie sich unsere Handlungen in Zukunft anfühlen müssen, damit sie zu uns passen. Wir können nun Eigenheiten an uns entdecken, die neu und überraschend sind. Oft haben wir nicht einmal die Wahl, ob wir dieses Neue, das sich nun bemerkbar macht, annehmen wollen oder nicht. Die Ereignisse katapultieren uns kurzerhand in veränderte Situationen, und schon müssen wir im neuen Stil agieren, weil der alte untauglich geworden ist.

Angeheizt von unseren neuen Ideen wollen wir mit Volldampf loslegen, gleichzeitig sitzen wir aber noch immer fast in der Mitte des Schneckenhauses. Volldampf im Scheckenhaus, wenn das keine explosive Stimmung ist!

Manche Menschen sprengen nun ihr Schneckenhaus, weil sie die Enge nicht mehr aushalten. Es gibt Situationen, in denen eine solch radikale Entscheidung und Vorgehensweise die einzig richtige ist.

Anderen widerfährt es, dass jemand von aussen auf ihr Schneckenhaus klopft, ja vielleicht sogar so fest daraufschlägt, dass sie plötzlich schutzlos dastehen und ungewollt nach ganz neuen Lösungen suchen müssen.

Dritte fühlen sich zwar recht kribbelig, aber genauso langsam wie sie sich mit ihrem Thema hineingeschneckelt haben, möchten sie sich auch wieder nach aussen schneckeln. Sie haben vermutlich in sich etwas Neues entdeckt, das noch ziemlich schutzbedürftig ist. Vielleicht ist es ein Gefühl, das sie ungestört noch gerne ein wenig kennenlernen wollen, bevor sie es der Aussenwelt präsentieren. Vielleicht ist es auch eine Idee, ein Projekt, das noch ausgebrütet werden muss.

Ich vermute mal, dass nun jeder ziemlich genau weiss, welche der drei beschriebenen Situationen für ihn zutrifft. Diejenigen, die freiwillig schon draussen sind, finden Gleichgesinnte oder aber sie müssen auf andere warten, die noch unsichtbar am Schneckeln sind. Mars taucht wieder auf... (Südamerikanische Figur)Die anderen, die langsam aus ihrem Häuschen rauskrabbeln, wissen nicht, was sie nach ihrem nächsten Schritt sehen werden. Denn die Windungen des Schneckenhäuschens lassen nicht erkennen, was sich hinter der nächsten Biegung befindet. Jene, die durch äussere Ereignisse ihr Schneckenhaus verloren haben, müssen nun an einer improvisierten Unterkunft basteln, von der aus sie es erwarten können, bis alle anderen auch aus ihren Häuschen draussen sind.

Erst nachdem alle aus ihren Häuschen hervorgekommen sind, zeigt sich, wer mit wem welche neuen Projekte in Angriff nimmt. Spätestens am 16. Dezember, wenn Mars in den Widder läuft, liegen alle Karten auf dem Tisch. Dann können alle mit frischer Energie aufbrechen.


© Barbara Hutzl-Ronge / Astrodienst AG 08/2003
 
nach obenIm Dialog (29.09.03)

Im Dialog
Kolumne von Barbara Hutzl-Ronge

Schon seit einigen Jahren wünsche ich mir, auf eine Segelpartie mitgenommen zu werden, um dieses Gefühl mit dem Wind unterwegs zu sein, einmal kennenzulernen. Diesen Sommer, als ich viele meiner Wochenenden im Haus am See verbrachte, hat es endlich geklappt. Oliver hatte für seine Kinder zwei winzige Einmannboote mitgebracht und eines Tages nahm mich meine Freundin Anita an der Hand und sagte: "Komm, ich bring Dir Segeln bei, am meisten Spass macht’s nämlich, wenn man es selber kann."

Fische, von Caroline SmithWir trugen das kleine Boot ins Wasser. Schon mit meiner Wenigkeit war der Optimist, so heisst das Boot vertrauenserweckenderweise, überladen. Ich hatte grad genug Platz, um mich quer hineinzusetzen, meine langen Beine liess ich über die Bootskante hängen. Anita gab mir in die eine Hand das Ruder und in die andere ein Seil, an dem das Segel festgemacht war, sagte, "das sind Pinne und Grossschot", quetschte sich zwischen Schwert und Bordkante und kommandierte: "Los geht’s, Frau Kapitän!" "Wenn ich Kapitän bin, was bist denn dann Du?" fragte ich skeptisch. "Die Graue Eminenz", lachte sie und innerhalb von zwei Stunden hatte sie mir die Grundlagen des Segelns beigebracht. Ich lernte Kurs zu halten, mit dem Wind und vor dem Wind zu segeln, zu wenden und zu halsen, erfuhr, wer auf dem viel befahrenen See Vorrang hatte und schaffte es schlussendlich auch den Segeltörn zu beenden, indem ich das Bötchen in den Wind stellte. "Jetzt weißt Du das Wichtigste, den Rest findest Du schon selber heraus", war der abschliessende Kommentar meiner Lehrerin.

"Hoffentlich gibt es Wind", dachte ich und fuhr auch nächstes Wochenende wieder - diesmal ohne Anita - an den See. Ja, es gab Wind, ziemlich viel sogar. Begeistert schleppten wir alles ans Ufer, womit im Wasser sein einfach mehr Spass macht. "Ist das ein toller Wind" jubelte Oliver und weg war er. Da stand ich etwas verloren mit dem zweiten Boot im Wasser, hatte ich doch gehofft, er würde mich bei der Brise begleiten. Für mich Greenhorn allein schien mir das eindeutig zu viel Wind zu sein. "Möchtest Du segeln?" fragte ich hoffnungsvoll Olivers Ältesten. Doch der schnappte sich schon das Surfbrett und gab mir den beruhigenden Tipp "Weißt Du, so ein Optimist kann zwar kentern, aber die Dinger gehen niemals unter." Weg war auch er. Die anderen Jungs waren in eine Wasserschlacht verwickelt, bloss der Jüngste stand abseits. "Möchtest Du das Boot, Leopold?" "Nein, fahr doch Du raus, es ist super Wind", sagte der Zehnjährige mit Kennermiene. "Für mich ist das zu viel Wind, ich war doch erst dreimal Segeln", bekannte ich. Da blickt Leopold zu mir auf und sagte im Brustton der Überzeugung "Du schaffst das, Barbara, ganz sicher!"

Tapfer sprach ich meinem bangen Herzen Mut zu, sprang ins Boot, fing mir den Wind ins Segel und zischte mit der Nussschale hart am Wind ab. Mit lautem Krachen schlug die Schaluppe auf jede Welle auf, innerhalb kürzester Zeit hatte ich mich weit vom Ufer entfernt. "Klar zur Wende!" beschloss ich, und schon hatte ich auf dem See im Affenzahn einen Haken geschlagen und konnte genüsslich vor dem Wind retour segeln. Meine Begeisterung war riesengross und wurde auch noch durch Suzanne und die Kinder am Ufer gestärkt, die bei jeder Wende applaudierten und Bravo riefen.

Abends im Bett freute ich mich noch immer über diese aufregenden neuen Erlebnisse, und plötzlich begriff ich, was das wirkliche Neue an dieser Erfahrung war: Bis anhin kannte ich nur Sportarten, bei denen die Kraft zur Fortbewegung aus mir selber kommt. Wenn ich jogge, sind es meine Muskeln, die mich wohin tragen. Beim Skifahren ist es dasselbe. Auch beim Autofahren ist es nicht grundsätzlich anders. Dort sind es zwar die Pferdestärken im Motor, die mich und das Auto vorwärts bringen, aber es liegt ganz in meiner Hand zu bestimmen, wann und wohin ich das Auto bewegen will. Beim Segeln ist das völlig anders: Da kommt die Kraft nicht aus mir, sondern sie ist ausserhalb von mir. Über den Wind kann ich auch nicht bestimmen, er ist entweder da oder nicht. Und je nachdem, woher er kommt, muss ich mich auf ihn einstellen, damit ich segeln kann. Für eine Widderfrau wie mich, die am liebsten Dinge aus eigener Kraft tut, war das eine völlig neue Erfahrung.

Segeln entspricht als Sportart dem Waageprinzip. Menschen, die im Sternzeichen der Waage geboren sind, mögen in ihren Aktionen nicht von sich und ihren Wünschen ausgehen, sondern ihr besonderes Bestreben ist, den anderen, Ihr Gegenüber immer miteinzubeziehen. Sie fragen zuerst also "Was willst Du?", bevor sie überlegen, was sie wollen, denn was sie erreichen wollen, ist das Gefühl des Aufeinanderabstimmens. Wenn ihr Gegenüber dann seine Meinung ändert, können Waagen nicht einfach bei dem bleiben, was sie beim ersten Mal nach langem hin und her als ihren Wunsch definiert haben, sondern sie müssen sich alles von Neuem überlegen. Der Vorwurf, den sie dann so oft zu hören bekommen, "Du weißt aber auch nicht, was Du willst!" den können sie gar nicht verstehen, denn ihr Ziel ist ja nicht, ihren Wunsch durchzusetzen, sondern - ja genau! - Wünsche aufeinander abzustimmen.

Mir war das Waageprinzip auch vor dem Segeln schon klar gewesen. Offenbar hatte ich es gut begriffen, denn wenn ich waagebetonten KlientInnen versuchte, diese ihre innere Gestimmtheit klarzumachen, dann lehnten sie sich oft ganz erleichtert zurück, weil sie endlich selber verstanden, warum sie sich z. B. mit Entscheidungen schwer tun. Gleichzeitig stärkte diese Erkenntnis ihr Selbstwertgefühl, weil sie nun ihre Eigenheit, sich auf andere überhaupt einstellen zu können, als Talent erkannten und es schätzen lernen konnten.

Aber wie das halt so ist: Es macht einen Riesenunterschied, ob man etwas im Kopf versteht oder es wirklich mit dem Körper begreift. Körperbewusstsein...Und beim Segeln hatte ich plötzlich körperlich begriffen, wie das Waageprinzip funktioniert. Auf einmal konnte ich es den Waagen so gut nachempfinden, wie sie sich fühlen, wenn jemand anderes seine Meinung ändert. Auch der Wind auf dem See hatte oft abrupt die Richtung gewechselt. Das Segel wurde schlaff und während ich versuchte herauszufinden, wo er jetzt schon wieder herwehte, kam ich manchmal richtig in Stress bei der Überlegung: "Zieh ich nun am Segel oder gebe ich ihm Raum? Muss ich die Ruderposition ändern oder meinen Schwerpunkt im Boot verlagern?"

Beim nächsten Mal auf dem See habe ich das Gefühl, mich dem Wind anzuvertrauen ganz bewusst genossen, den Dialog mit ihm auch. "Es ist doch einfach wunderbar, etwas Neues ausprobieren zu dürfen!", frohlockte die Widdersonne in mir. "Und alles, was du dazu brauchst", bemerkte mein Waagemond dankbar, "ist - just al little help from your friends!"


© Barbara Hutzl-Ronge / Astrodienst AG 08/2003
 
nach obenKostbarer Fang (15.09.03)

Kostbarer Fang
Kolumne von Barbara Hutzl-Ronge

Ja, das wird schon wieder eine Kolumne über den rückläufigen Fischemars. Nicht nur oben am Himmel ist er nachts ein auffälliges Gestirn, sondern bei uns unten zeigt er ebenso deutlich seine Wirkung. Auch tagsüber. Lang praktizierte Verhaltensmuster funktionieren plötzlich nicht mehr und stossen auf Widerstand. Wer die Augen offen hält, sieht im Freundeskreis Beispiele zuhauf. Sie stechen einem geradezu ins Auge. Bei anderen sieht man’s immer gleich, wo sie ansetzen müssten, gell? Gelegentlich lässt sich jedoch eigene Erkenntnis definitiv nicht mehr vermeiden, da sich einem die Frage "Sollte ich das nicht vielleicht doch anders machen?" unaufhörlich ins Gemüt schleicht.

Lovewarrior, by Caroline SmithAuch wenn ich nicht täglich bewusst daran denke sinnvoll im Trüben zu fischen - so wie ich das meinen Leserinnen hier empfohlen habe -, plötzlich rupft es im Netz und frau hat etwas gefangen:

Die Akteurinnen meines letzten Dramas waren meine Nachbarin (die Geschädigte), ich (die Täterin) und meine Balkonblumen, die nichts taten, ausser mir in jenen vergangenen Wochen manchmal des Abends mit ersterbender Stimme zuzuflüstern: "Giess uns! Bitte!" Bei dem Sommer reichte es ja schon, sie einen Tag lang zu vergessen, und der Dürretod rückte beängstigend nahe. Kanne für Kanne goss ich auf die pufftrockene Erde, die das Wasser so schnell gar nicht aufnehmen konnte, und platsch, platsch klatschte ein grosser Schwall Wasser auf das Auto meiner Nachbarn. Zugegeben, es war nicht nur ein Schwall. "Ups", dachte ich, "aber was soll’s, schliesslich giesse ich mein Auto unter dem Küchenbalkon ja auch regelmässig. Zum Glück sind die Dinger wasserfest."

Es verging keine Minute und meine Glocke schrillte. Vor der Tür stand meine Nachbarin und beklagte sich wortreich, dass dies nun schon zum wiederholten Male vorgekommen sei. Scheinheilig fragte ich, ob die Fenster ihres Autos denn offen gewesen seien und machte ein entsetztes Gesicht dazu. Nein das nicht, aber ihr Mann habe das Auto heute frisch geputzt, und auf dem silbernen Lack sehe man halt sofort die Wasserflecken und auch die Spiegel glänzten jetzt nicht mehr. Sie schlug mir vor, täglich und dafür weniger zu giessen und ich sollte doch vorher zu ihnen hinunter kommen, dann würden sie ihr Auto schnell wegstellen. Das sei völlig unpraktikabel, entgegnete ich, wenn ich spät heimkäme, könne ich sie ja nicht noch aus dem Bett läuten, bloss weil ich meine Blumen giessen wollte. (Und morgens hab ich’s eilig.) Ob ihr Mann einen bestimmten Autoputztag hätte, fragte ich. Nein, er mache das alle zwei, drei Tage. Ich versicherte ihr, dass ich mir zukünftig mehr Mühe geben würde, dass ich mich aber ausserstande sähe, das Getröpfel ganz zu vermeiden. Himmel sei Dank, befreite mich ein Telefonanruf von dem nicht enden wollenden Gespräch.

Mein schlechtes Gewissen, das mich beim Giessen ja doch ein wenig gedrückt hatte, war verflogen. Meine Güte, die beiden kommen aus einem Land, in dem die Autos den ganzen Sommer sonnenstaubig herumstehen, weil das Wasser nicht einmal zum Duschen reicht, und hier waschen sie es jeden dritten Tag! Das Auto, die heilige Kuh. Ich war nicht gerade auf hundert, aber doch auf achtzig. Und meine innere Zicke giftete: "Auf so einen Blödsinn lasse ich mich nicht ein." Farbenreich schilderte ich die Situation am nächsten Tag meiner Freundin. Doch die Pointe kam nicht an, sie sagte bloss trocken: "Warum bist Du denn so ein Ekel und respektierst nicht die Gefühle anderer?" Wenn ich nicht wüsste, dass sie mich sonst noch nie für ein Ekel gehalten hat, dann wäre diese Frage fatal gewesen. Die Zicke in mir kam sich plötzlich ein wenig doof vor. Schliesslich würde mir ja kein Stein aus der Krone fallen, wenn ich zukünftig etwas zurückhaltender beim Giessen wäre, dachte ich mir und gelobte Besserung. Das Schicksal ist mir gnädig, seit damals regnet es immer wieder und ich habe Zeit, mich mit meinen guten Vorsätzen langsam anzufreunden.

"Wie bitte?" mögen sich die geneigten LeserInnen nun fragen, "solcherlei Banalitäten, die nicht der Rede wert sind, sollen das Ergebnis des Sinnvoll-im-Trüben-Fischens sein?" Klar. Manchmal findet eine ganz triviale Dinge in ihrem Netz. Und die wirklich wichtigen, die persönlichen Erkenntnisse? Zum Glück gibt es die auch, aber Sie werden doch nicht wirklich glauben, dass ich die an der Stelle einfach so ausplaudere?

Das Ausplaudern von Erkenntnissen hat es nämlich so in sich. Nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch im kleinen Kreis. Kennen Sie das? Gerade ist Ihnen ein Licht aufgegangen und prompt müssen Sie es Ihrer besten Freundin erzählen? Und dabei sperren Sie den Schnabel auch noch gross auf und verkünden, das würden Sie in Zukunft aber anders machen? Was passiert? Das, was Sie soeben erkannt haben, fühlt sich nicht mehr gleich an. Es kommt ein neues Gefühl dazu. Sie sind nicht mehr frei, das zu tun, was Sie erkannt haben, Sie müssen es tun, denn Sie haben es ja reihum schon ausgeplaudert. Schon ist ein Druck da, wo vorher Freiheit war.

Nehmen Sie sich doch die Zeit, um Ihre Erkenntnisse, die Ihnen beim im-Trüben-Fischen ins Netz gehen, zuerst einmal für sich allein zu begutachten. Was haben Sie da entdeckt, das Sie in Zukunft anders machen könnten? Bitte, seien Sie dabei zu sich genauso nett, wie sie es zu anderen wären. Verkneifen Sie sich den Vorwurf "Wie konnte ich nur so blöd, unsensibel - oder was sonst auch immer - sein und mich so verhalten!" Lassen Sie die Selbstbeschimpfungstiraden, die bringen Sie keinen Schritt weiter.

Carwash...Gönnen Sie sich ein Staunen über sich selbst. "Hm, jetzt habe ich all die Jahre das so gemacht, mich in solchen Situationen immer so verhalten und nun bemerke ich, es ginge auch anders." Gehen Sie einfach einmal davon aus, dass Sie schon einen Grund hatten, warum Sie so gehandelt haben und dass anders zu handeln Ihnen schlicht unmöglich war. Nun hat sich etwas in Ihnen verändert und plötzlich wird möglich, was vorher undenkbar war.

Der wichtigste Schritt, damit es Ihnen gelingen kann, sich nun anders zu verhalten, ist, liebevoll zu akzeptieren, dass das alte Verhalten wohl auch seinen Sinn hatte. Welcher Teil Ihrer Seele hat dieses Verhaltensmuster gebraucht? Warum braucht er es jetzt nicht mehr? Gibt es womöglich etwas, mit dem Sie nun dieses seelische Bedürfnis stillen, sodass es Ihnen jetzt möglich ist, dieses Muster aufzugeben?

Der Fischemars ist ein wunderbarer Begleiter für solche subtilen Prozesse und solange er noch rückläufig ist - also bis am 26. September - schwemmt er uns Fundstücke ins Netz. Sie zu sortieren, dafür haben wir dann wieder etliche Wochen Zeit. Und wer weiss, vielleicht entdecken Sie ja in einem unansehnlichen Klumpen zuletzt ein Goldstück? Solche kostbaren Fänge sind durchaus zu erwarten. Weiterhin viel Glück beim Fischen!


© Barbara Hutzl-Ronge / Astrodienst AG 08/2003
 
nach obenHouse of the Rising Neptun

House of the Rising Neptun
Kolumne von Barbara Hutzl-Ronge

In meiner Nachbarschaft steht ein Haus, dessen BewohnerInnen seit Jahren die Aufmerksamkeit des restlichen Quartiers auf sich ziehen. Wer im House of the rising Neptun - wie ich es im Stillen für mich getauft habe - wohnt und bloss kifft, gilt schon fast als Outlaw. Regelmässig stoned zu sein gehört hier zum guten Ton. Die Methode, den eigenen Alkoholpegel vom frühen Morgen an aufzubauen und ihn dann über Stunden konstant zu halten, tut dem hausüblichen Codex gleichermassen genüge.

Jedem sein Himmelreich, denke ich mir. Meine restlichen Gedanken behalte ich für mich, denn die will dort sicher niemand hören. Damit übe ich mich in akustischer Zurückhaltung, ganz im Gegensatz zu eben diesen Nachbarn. Manchmal rege ich mich grauenhaft darüber auf, wenn drüben jemand in ohrenbetäubender Lautstärke eine Stunde lang den richtigen Radiosender sucht. Raschl, knacks, knacks, tuudl, wumm, und das Sonntagmorgen um sieben. Es dauert nicht lange und entrüstete NachbarInnen melden sich von allen Seiten lauthals zu Wort, in der trügerischen Hoffnung, der Übeltäter würde sie hören. Dem ist selten so. Drogenkonsum bewirkt ein Wahrnehmungsdefizit. Aber die Erkenntnis bringt mir meinen Schlaf auch nicht zurück.

Immer wieder beschert mir einer aus der freakigen Nachbarschaft jedoch auch genüssliche Stunden. Gleichgültig was ich gerade tue, ob ich nun lesend auf meinem Balkon sitze oder den Geschirrspüler einräume: wenn plötzlich guter Rock durch die Strasse schallt und sich meine Lieblingsgitarristen unerwartet zu traumhaften Soli aufschwingen, dann fühle ich mich auf einen Schlag zwanzig Jahre jünger. Ich träume dann von der Zeit, als ich die Freundin eines Gitarristen war, Stunden in muffigen Probekellern verbrachte, ihn und seine Band von Konzert zu Konzert begleitete. Für diese seligen Momente, verzeihe ich meinem Nachbarn auch, wenn er wieder einmal seine Abbaplatten rauf und runter spielt.

Fast unglaublich, aber auch House of the Rising Neptun hat einen Abwart. Viktor CiacobboDie Erfindung des Besens ist allerdings noch nicht bis zu ihm vorgedrungen. Viel lieber putzt er das Trottoir mit dem Gartenschlauch. Er steht dann ein, zwei Stunden draussen, richtet den Wasserstrahl auf jedes Blättlein einzeln, bis er es Minuten später die Gehsteigkante hinuntergespült hat. Dabei macht er auf mich nicht gerade einen hellwachen Eindruck. Womit er sich zu oder weg dröhnt, weiss ich nicht, ich tippe aber auf ziemliche Mengen Alkohol. Dass er dem Gehsteigspritzen auch bei minus fünfzehn Grad frönt, wie letzten Winter, und dabei das Trottoir in eines Eislaufbahn verwandelt, stempelt ihn in meinen Augen endgültig zum Ganzjahresneptunier.

Gross war allerdings mein Erstaunen, als er kürzlich sein Trottoir verliess, um auch das gegenüberliegende, also das unsere, zu putzen. Das Thermometer tastete sich schon seit Wochen an die 40 Grad-Grenze heran, die Bäume verloren langsam die Blätter. "Zeit für den Herbstputz", dachte er sich wohl. Ich erkannte meine Chance, ging auf ihn zu und bedankte mich wortreich, dass er unseren Bäumen Wasser gab. "Das isch aber nöd miini Arbeit", betonte er und setzte dazu eine missmutige Miene auf. Das wüsste ich doch, sagte ich anteilnahmsvoll und erzählte ihm, dass ich erst vorgestern vom Dach aus festgestellt hätte, in welch miserablem Zustand die Bäume mittlerweile waren, und dass ich daher gestern sechs mal mit der Giesskanne versucht hatte, dem Baum vor meinem Balkon über die trockenen Zeit zu helfen. Und nun komme er und bewirke so viel mehr, freute ich mich mit begeisternder Stimme. Währenddessen wanderte der Strahl langsam mehr in Richtung Baum und sein Gesicht erhellte sich zunehmend. Ja, das sei ihm auch schon aufgefallen. Wir sprachen noch eine Zeitlang übers Wetter und waren uns einig, dass unsere schönen Alleebäume jetzt wirklich etwas Unterstützung benötigten. Eine Viertelstunde später sah ich ihn vom Balkon aus wieder den Asphalt abspritzen. Fliessrichtung diretissima in den Kanal. Aber als ich später ausser Haus ging, war die Erde beim Baum vor meinem Balkon jedoch auch nass geworden.

Zufrieden stellte ich fest, dass der rückläufige Fischemars doch auf subtile Art Verhaltensänderungen ermöglicht. Der Hauswart hatte die Strassenseite gewechselt und ich war zum ersten Mal mit einem "von drüben" ins Gespräch gekommen. Meine Freundin Britta bezweifelte jedoch meine astrologisch begründete These. "Das liegt an der Wärme", schwärmte sie. "Hier ist es ja langsam gleich warm wie in Fidji. Wenn es warm ist, dann leben die Menschen mehr draussen und dann kümmern sie sich auch umeinander oder um das, was ihnen gemeinsam wichtig ist." - "Ja, das ist sicher auch ein Grund", antwortete ich diplomatisch und dachte mir still: "ja, aber es ist die Löwesonne, die grad so heiss ist."

Abends sassen wir dann gemeinsam auf dem Dach und bewunderten Mars, der orangerot vom Himmel und mit dem Mond um die Wette leuchtete.

P.S.: Was das alles mit Neptun zu tun hat, wollen Sie wissen?

Kiffen macht gleichgültig...Neptun, benannt nach dem griechischen Gott des Meeres, beschert uns Träume, Visionen, aber auch Illusionen. Er weckt in uns die Sehnsucht nach grenzenloser Hingabe an etwas, das grösser ist als wir selbst.

Wer ihn stark spürt, kann versuchen diesem Gefühl über die Kunst Ausdruck zu verleihen, kann z.B. musizieren, malen, tanzen, kann beten, meditieren oder Trancereisen unternehmen, um dieses Einheitsgefühl mit dem Grossen, Numinosen zu erreichen.

Wer dieses Gefühl nicht aus eigner Kraft gestalten will, wer glaubt, diese Sehnsucht nicht durch eigene Tätigkeit stillen zu können, greift zu Drogen aller Art, um sich schnell in dieses "Jetzt bin ich ein Teil des grossen Ganzen"-Gefühl zu katapultieren, um abzuspacen in die Illusion, nun etwas ganz besonderes zu erleben.


© Barbara Hutzl-Ronge / Astrodienst AG 08/2003
 
nach obenEinfach prickelnd (12.08.03)

Einfach prickelnd.
Was denn sonst?

Kolumne von Barbara Hutzl-Ronge

Kennen Sie schützemässige Reiselust? Nicht das übliche "Lasst-uns-in-die-Ferien-fahren-Gefühl", sondern diese unbändige Lust am Unterwegssein, welche die Schützen packt? Also ich hab ihr erst kürzlich wieder in die leuchtenden Augen geblickt. Und das kam so:

Schütze, von Caroline SmithGelegentlich fahre ich mit Freunden in ein Haus am See. Dort ist es so sagenhaft schön, dass ich ausser schwimmen und hie und da etwas köcheln am liebsten gar nichts tue. Da sitze ich dann im Schatten eines Baumes, lese ein bisschen. Aber meist liegt das Buch aufgeschlagen neben mir, und ich schaue übers Land, auf den See und freue mich über die besser werdenden Flugkünsten der jungen Milane, die laut rufend über den Himmel jagen, während ihre Vogeleltern souverän im Aufwind Kreise ziehen. Kurzum, ich und meine Fischevenus in mir geniessen dort jede Minute und es ist mir schlicht unverständlich, dass jemand dort auch nur einen Tag weniger verbringt als möglich. Ein Schütze hingegen sieht dies ganz anders.

Mein Schützefreund Oliver fährt mit seiner Familie jedes Jahr für drei Wochen in das Haus am See. Wann sie wirklich kommen, weiss man allerdings nie so genau. Denn es ist gut möglich, dass Oliver einen Tag vor der geplanten Abreise seine vier Buben fragt, ob sie nicht Lust hätten, ins Eurodisneyland zu fahren. Suzanne, die Mutter der Jungs, packt unverdrossen die Reistaschen um, organisiert Betreuung für Hund und Katzen, und sie zischen los - gen Westen. Ans Haus am See - im Osten - kommen sie dann halt vier Tage später, als ursprünglich angekündigt. Dazwischen laden sie zu Hause noch die Tiere ein, packen sechs Velos auf Dach und hängen zwei kleine Segelboote hinten ans Auto. Sie reisen zweimotorig an, denn der Camper muss auch noch mit.

Dann sind sie da und es wird ganz lebendig und laut im Haus, auf der Wiese und im See. Ich bewundere Suzanne, wie sie ihre grosse Familie managt. Wäre ich die Mutter der vier, dann würde ich, sobald alle "Jungs" - der grosse und die "kleinen" - auf dem See sind (segelnd, rudernd, schwimmend, surfend, als Piraten einander enternd), mich schnell unter den Baum legen und - siehe oben - die Ruhe geniessen. Von dem Ort brächten mich in den nächsten drei Wochen keine zehn Pferde weg. Oliver hält es hingegen dort nicht länger als drei Tage aus. Dann bekommt er Lust fortzufahren. An einen See zum Beispiel.

Begeistert zeigt Oliver mir den Camper. Der sieht sehr nach "Marke Eigenbau" aus. Vor Jahren hat ihn Oliver von einem Bastler erstanden. Vorne prangt ein amerikanisches Nummernschild (von der letzten Reise jenseits des Teichs), daneben ganz dezent die hier übliche Beschilderung. Drinnen gibt’s eine Schlafkoje für Suzanne und ihn, eine für die Jungs, zwei Sitzplätze zum Umklappen, eine winzige Küche, Dusche und WC.

Inzwischen hat Suzanne gepackt, die Jungs trudeln mit ihren Habseligkeiten ein. Die Katzen - und wir - werden das Haus hüten. Mit besorgtem Blick sitzt der Hund da und schaut Suzanne tief in die Augen. "Du darfst doch mit, Gipsy!" (Ja, der Hund heisst Gipsy. Wie denn sonst?) Mit flatternden Ohren rennt er zum Camper und springt rein. Oliver startet den Motor, Suzanne nimmt die Bremsklötze weg und los geht’s.

Von einem See zum nächsten, zu sechst in einem Camper! Und der ganze Aufwand für ein, zwei Übernachtungen! Ob es an dem anderen See genauso schön ist wie hier, ist für Oliver gar nicht entscheidend. Ferien, wie sie sich Schütze-Geborene erträumen, sind anders: Nicht das Ziel ist ihnen wichtig, sondern sie lieben das Gefühl, zu einem Ziel hin unterwegs zu sein. Sobald sie angekommen sind und wissen, wie es vor Ort läuft, werden sie wieder unruhig, und halten Ausschau nach dem nächsten Abenteuer.

Camper....Oliver strahlt übers ganze Gesicht, während er konzentriert den Camper rückwärts das schmale Strässlein hinauffährt. Ich habe selten so glänzende Augen gesehen, wie die seinen, wenn er endlich wieder alle Lieben beisammen hat, um mit ihnen auf Fahrt zu gehen. Nein stimmt nicht. Die Augen meiner Freundin Britta glitzern auch ganz selig, wenn sie im Juli die Flüge für Dezember nach Fidji checkt. Sie hat einen Schützemond im Horoskop. Reisen ist daher bei ihr ein Grundbedürfnis, sie braucht es wie die Luft zum Atmen. "Du warst doch grad erst zwei Monate in Fidji", sage ich schmunzelnd. "Ja eben" lacht sie breit "Weißt Du, ohne zu reisen ist das Leben einfach nicht prickelnd." - Das ist es: Prickelnd muss es sein, weniger ist für Schützen* undenkbar.

* Diese Reiselust kennen nicht nur "Schützen", d.h. jene, deren Sonne im Zeichen des Schützen steht, sondern auch Personen, in deren Horoskop andere Planeten im Schützen stehen.


© Barbara Hutzl-Ronge / Astrodienst AG 08/2003
 
nach obenSinnvoll im Trüben (04.08.03)

Über die Kunst sinnvoll im Trüben zu fischen
Kolumne von Barbara Hutzl-Ronge

Fische, von Caroline SmithZurzeit durchläuft der Mars die Fische. Dabei geht er nicht vorwärts, wie meistens, sondern er läuft rückwärts und zwar den ganzen August und September. Nun könnte ich Sie mit einer Anekdote erfreuen, die jemand in einer ähnlichen Zeit erlebt hat. Sehr viel spannender finde ich es jedoch, Sie eine eigene Geschichte entdecken zu lassen. Und das geht so:

Der Fischemars fordert uns sanft auf, ganz sensibel zu handeln. Nun, da er eben rückläufig ist, lädt er uns ein, unsere Handlungen zu hinterfragen. Das Mittel, das er hierzu wählt, ist raffiniert. Er erlaubt nicht, dass wir so schnell handeln, wie wir möchten, er stellt uns Hindernisse in den Weg, die uns auf Umwege schicken, oder vielleicht macht er uns auch so träge, dass wir uns zu gar keiner Aktion aufraffen mögen. Der Alltag geht aber weiter und fordert unsere Aktivität. Da wir nun nicht so aktiv werden können, wie wir möchten, kommen wir in einen Zwiespalt zwischen "vorwärts wollen" und "zurückgehalten werden". Je nach Temperament finden Sie das ärgerlich, reagieren enttäuscht, lassen sich davon entmutigen oder kämpfen auch völlig ungeduldig dagegen an.

Statt diese Emotionen nun während zweier Monate auszubaden, könnten Sie innehalten und sich fragen: Warum geht, was ich will, jetzt nicht? Es ist nämlich so, dass alles, was jetzt nicht locker geht, einen Sinn hat. Bis Ende September bekommen wir Zeit, mögliche Gründe dieses Gebremstwerdens zu entdecken.

Wenn Sie sich nun daranmachen würden, alles, was in Ihrem Leben grad nicht wie geschmiert läuft, dermassen zu hinterfragen, dann wären Sie mit nichts anderem beschäftigt, als in vielen Teichen im Trüben zu fischen. Auf diese Weise einen Schatz zu erfischen, wäre ziemlich aussichtslos. Um herauszufinden, in welchem Lebensbereich Sie nun diese Erfahrung des Gebremstwerdens machen, müssen Sie Ihr Horoskop betrachten. Dort sehen Sie nämlich, durch welches Haus - so nennen wir die Lebensbereiche astrologisch - Mars in Ihrem Horoskop jetzt läuft. Auf dieser Homepage geht das ja ganz locker: Klicken Sie hier. Falls Sie noch kein Horoskop erstellt haben, werden Sie aufgefordert, Ihre Geburtsdaten einzugeben. Andernfalls sehen Sie sofort Ihre Horoskopzeichnung. Im Inneren des Kreises stehen die Planeten Ihres Geburtshoroskops. Nun kümmern Sie sich aber nicht um die Planeten im Inneren des Kreises, sondern Sie betrachten nur jene, die ausserhalb stehen. Aussen suchen Sie das Marssymbol (), es wird in grüner Farbe angezeigt. Das ist die Marsstellung, wie Mars jetzt am Himmel steht. Wir nennen ihn den transitierenden Mars. Und nun schauen Sie auf welches Haus in Ihrem Horoskop - das sind die Tortenschnitze in der Zeichnung, die an der Spitze (im Zentrum der Zeichnung) eine Nummer haben - der Mars aussen wirkt. Die Nummer von dem Haus müssen Sie sich merken.

Und nun geht es folgendermassen weiter: Sie finden hier zwölf Fragen. Sie müssen aber nicht alle beachten, sondern nur die mit der Nummer, die Sie sich oben gemerkt haben:

  1. Was will ich Neues mit meiner jetzt vorhandenen Energie anpacken?
  2. Wie kann ich jetzt das, was mir wertvoll ist, in der passenden Form realisieren?
  3. Welche Gedanken will ich jetzt aussprechen, damit sie andere Menschen hören und darauf reagieren?
  4. Wie kann ich jetzt aktiv werden, damit sich meine Seele wohl und zu Hause fühlt?
  5. Welchen lustvollen Ausdruck will ich jetzt meiner Kreativität geben?
  6. Wie kann ich jetzt in meinem Rhythmus täglich eine Arbeit fleissig tun?
  7. Wie treffe ich jetzt Menschen, die für mich zu einem ebenbürtigen "Gegenüber" werden?
  8. Wie gebe ich jetzt Energie in Prozesse mit Menschen, mit denen ich mich intensiv verbinden will, mit denen ich intensiv verbunden bin?
  9. Wie erweitere ich jetzt mein Wissen so, dass ich mir sinnvolle Zusammenhänge erschliesse und diese Erkenntnis weitergeben kann?
  10. Was tue ich jetzt, das mich zufrieden macht und mir Anerkennung durch die Gesellschaft bringt?
  11. Welche Ideale will ich jetzt mit selbstbewussten Weggefährten ins Auge fassen?
  12. Wie gebe ich mir Raum und Zeit für meine jetzt in Bewegung geratenen Sehnsüchte und Träume?

Sie haben nun eine Frage, der Sie sich während der kommenden zwei Monate immer wieder zuwenden sollten. Und Sie werden merken, dass das, was Sie so gerne möchten, das, was in Ihnen drängt, sich zurzeit nicht einfach verwirklichen lässt. Warum? Stellen Sie sich vor, Sie halten ein Sieb in der Hand. Mit diesem Sieb fischen Sie nach Antworten auf Ihre Frage: "Warum gelingt das, was ich jetzt will, nicht?"

Der Teich, in dem Sie fischen, ist trüb. Betrachten Sie aufmerksam, was da so alles in Ihrem Sieb hängen bleibt. Unter all dem sind nämlich auch die möglichen Gründe versteckt, warum sich Ihr Wunsch momentan nicht so einfach verwirklichen lässt. Sie haben gute Chance diese "Gründe" zu erfischen, wenn Sie täglich Ihr Netz schwenken und Ihre Beute aufmerksam betrachten, sie dann aber zur Seite legen und sie aufbewahren.

Wenn Sie einige Zeit lang tun, dann können Sie das erkennen, was in Ihrem Netz immer wieder hängen bleibt. Dann erkennen Sie nämlich das Muster, das hinter diesem Gebremstwerden steckt. Sie können auf diese Weise herausfinden, ob Ihr Gebremstwerden z. B. damit zu tun hat, dass Sie schlicht etwas übersehen haben. Das kann ein Detail einer sachlichen Angelegenheit sein, die Sie nun miteinbeziehen, und dann lässt sich der Wunsch umsetzen. Vielleicht haben Sie auch jemanden übergangen und müssen seine Wünsche berücksichtigen, damit sich Ihr Wunsch verwirklichen lässt. Ja vielleicht entdecken Sie sogar, dass Sie sich selbst übergangen haben, dass Sie nämlich Ihre e